Paderborn: Ausstellung über Faszination ROM bis 13. August 2017 geöffnet

Antike und heilige Schätze im Bistums-Museum

„Alles ist nichts gegen Rom“, schrieb 1757 Johann Joachim Winkelmann. Der deutsche Gelehrte brachte auf den Punkt, was seine Zeitgenossen fühlten. Und bis heute ist der Mythos Rom lebendig.

WUNDER ROMs im Blick des Nordens – Von der Antike bis zur Gegenwart – die große Sonderausstellung im Diözesanmuseum Paderborn – begibt sich auf die Suche nach dem Vielbeschriebenen und doch Unfassbaren, nach dem, was die Faszination der Stadt am Tiber seit Jahrhunderten ausmacht.

Sie schlägt einen Bogen von den kolossalen Fragmenten und heiligen Schätzen des spätantiken Rom bis zu den subtilen zeitgenössischen Fotografien und Videos des Künstlers Christoph Brech aus München.

Elf Abteilungen widmen sich dem Blick des Nordens auf die Wunder der Antike, auf das Zentrum der Christenheit mit seinen Heilsversprechen, auf Überhöhung und schwärmerische Verklärung, auf das Zelebrieren und das sich Reiben bis hin zu künstlerischer Dekonstruktion und Neuinterpretation.

95 Leihgeber aus ganz Europa haben herausragende Zeugnisse jahrtausendealter römischer Kultur, wertvolle mittelalterliche Manuskripte, erstklassige Kunstwerke, sakrale Schatzkunst, Architekturfragmente sowie Skizzen, Zeichnungen, Graphiken, Skulpturen und Fotografien bedeutender Künstler des Nordens nach Paderborn gesandt.

Zu den spektakulärsten der rund 200 Exponate gehört die riesige Marmorhand der kolossalen Statue des Kaisers Konstantin aus dem 4. Jahrhundert. Noch nie war das gut 1,70 Meter hohe Original, das seinen Platz im Innenhof der Kapitolinischen Museen hat, in Deutschland zu sehen.

Legendär ist die Bronzekugel, die einst die Spitze des vatikanischen Obelisken krönte und in der lange Zeit die Asche Caesars vermutet wurde. Aus der Papstkapelle Sancta Sanctorum stammen kostbare Reliquiare und aus Cambridge die einzige überlieferte Abschrift eines mittelalterlichen Reiseberichts des Magister Gregorius über die Wunderwerke Roms: „De mirabilibus urbis Romae“.

Quelle (Text/Foto) und weitere Infos hier: http://wunder-roms.de/faszination-rom/


Dom-Museum in Würzburg verhöhnt das Abendmahl Christi

„Politisch korrekter Kitsch ist das, mehr nicht.“

Die Tageszeitung WELT-online berichtet heute (5.3.2012) über ein „modernes“ Abendmahls-Gemälde aus dem kirchlichen Bistums-Museum in Würzburg, das schon in früheren Jahren mit – gelinde gesagt – geschmacklosen Ausstellungsstücken für erheblichen Wirbel sorgte.

Oberhirte der Diözese Würzburg ist Bischof Dr. Friedhelm Hofmann, ein früherer Weihbischof aus dem Erzbistum Köln.

Unter dem aufschlußreichen Titel „Nackt-Abendmahl in Kirchen-Museum nervt Besucher informiert „Die WELT“ über das (Mach-)Werk des Münchner Malers Henning von Gierke, das mit einigen splitternackten Personen aufwartet und insgesamt eine gemischte Gesellschaft von 12 Personen um einen länglichen Tisch darstellt, wobei die 12. Person  –  ein älterer Mann  –  nackt vor dem Tisch liegt, der mit einem überlangen weißen Tuch bezogen ist. Einige der Darsteller wirken krank und depressiv.

Der Stuhl in der Mitte ist frei bzw Bestandteil einer Video-Projektion, wodurch der direkt vor dem Gemälde stehende Museumsbesucher quasi den Platz Christi einnimmt  –   das Bild des Zuschauers wird sogleich ins Gemälde übertragen.

WELT-online schreibt hierzu: „Eine Neufassung des Abendmahl-Motivs (…) entzweit die Besucher.(…) „Das Bild wird vielleicht Vorbehalte auslösen, wenn man sich auf den Begriff „Abendmahl“ konzentriert und eine Abbildung erwartet“, sagte Jürgen Lenssen, Kunstreferent der Diözese Würzburg.“

Der Herr „Kunstreferent“ ist katholischer Priester  – und noch dazu Domkapitular.

Hier der Link zum WELT-Artikel samt Gemälde-Abbildung: http://www.welt.de/regionales/muenchen/article13904029/Nackt-Abendmahl-in-Kirchen-Museum-nervt-Besucher.html

Die Zeitung berichtet weiter:

„Geistlichkeit steht hinter Künstler. „Abendmahl ist für mich überall da, wo die Feier des Lebens geschieht“, sagt der Priester Lenssen. Das Bild zeige nicht das Abendmahl, sondern vielmehr das Leben in seinen unterschiedlichen Polen: jung und alt, gesund und krank, schön und hässlich, Enttäuschung und Freude.“  

Während Domkapitular Dr. Lenssen also behauptet, das Gemälde „zeige nicht das Abendmahl„, widerspricht dem der bistumseigene Kirchensender mit seinem Werbe-Video:http://www.ein-blick-ins-leben.tv/von-uns/film/persoenlich-zu-gast

Dort heißt es unter diesem Filmbeitrag als Unterzeile in frommer Betulichkeit:

„Christen sollten sich in der Fastenzeit auf Ostern vorbereiten – was vielen nicht leicht fällt. Die Kunst kommt dabei dem Suchenden zu Hilfe: im Museum am Dom kann der Besucher das letzte Abendmahl selbst erleben – in einer Installation.“

WELT-online läßt ihre Leser freilich wissen, daß das „Kunstwerk“ bereits „Kritik geerntet“ habe.

Gerade WELT-Leser sorgen jetzt allerdings in Windeseile dafür, daß die Flut der Beschwerden weiter anwächst.

Von 30 Leserkommentaren (Stand 5.Februar um 19,40 Uhr) äußern sich 27  g e g e n  die Abendmahls-Karikatur, also 90% Kritiker.

Hier einige Ausschnitte aus den Zuschriften

„Ja, alles wird immer blöder und weltfremder, warum nicht auch Teile des Klerus?“

“Unglaublich, dass man solchem Schwachsinn überhaupt ein Podium in den Medien gibt. Ziemlich krank, das ganze.“

„Unorigineller und armseliger Kram.“

„Na, da wär ich doch mal sehr a) auf die Reaktionen der anderen großen Religion bei ähnlichem und b) den Erklärungsversuch des Kunsthistorikers in diesem Fall gespannt!“

„Der „Künstler“ hat sich auf läppische Weise bei Salvador Dali bedient. Der allerdings hat gewusst, was der Thematik angemessen ist und was nicht. Da liegt der Unterschied!“

„Machen Sie sogenannter Künstler doch so eine Schweinerei mit einem islamischen Motiv! Das würde ich als mutige Tat bezeichnen. Aber so: Schlechte Pornographie.“

„Find das nicht provokativ, sondern einfallslos und einfach nur schlecht! Wie schön ist dagegen das Mailänder „Abendmahl“ von L. da Vinci!“

„Sorry, aber mir geht dieses ewige Nacktsein immer und überall mittlerweile so auf den Keks, dass ich als liberale Christin auch eine Entwertung der Sexualität sehe.“

„Das gleiche auf ein Islamisches Thema angewandt hätte schon tausende Todesopfer in den Ländern der „friedlichsten Religion“ zur Folge.“

„Politisch korrekter Kitsch ist das, mehr nicht.“

„Wer nichts zu sagen hat, probiert es mit  wohlfeilen und ungefährlichen Provokationen. So kommt man/frau ins Gespräch…

Der kath. Lebensrechtler Günter Annen brachte den skandalösen Vorgang auf den Punkt, als er hierzu schrieb: „Es war aber schon eine Kunst, dass Henning von Gierke dieses Bild dem Würzburger Dom-Museum als Kunstwerk verkaufte.“  –  Und ob!

Inzwischen laufen im Bistum Würzburg Unterschriftensammlungen gläubiger Katholiken gegen das blasphemische Machwerk.

Hier die Kontakt-Daten von Bischof Friedhelm Hofmann:
Tel.: 0931/386 – 62 6 01
Fax: 0931/386 – 62 6 09
E-Mail: bischof@bistum-wuerzburg.de