Vorauseilende Aufregung, falls Bischof Tebartz-van Elst nach Limburg zurückkehrt

GLOSSE aus der Webseite „Demut jetzt“:

„Gott steh uns bei, wenn der Bischof wieder auf der Matte steht“  –  So oder so ähnlich denken sich viele in Limburg. Denn der Rektor der Anima, Franz Xaver Brandmayr, bei dem der Bischof Tebartz-van Elst die letzte Zeit untergekommen war, hat in einem Interview den schlimmsten Satz der letzten Monate gesagt: Der Bischof würde gerne nach Limburg zurückkehren.  Limburg-102

Wie! Immer noch! Da gibt man sich so viele Mühe, um den Mann endlich loszuwerden, hat ihn wenigstens schonmal in Rom, und jetzt schleicht er sich klammheimlich nach Deutschand zurück und schlägt im Kloster Metten sein Basislager auf, um von dort aus die Expedition auf den Domberg vorzubereiten. Wo er sich wieder festsetzen könnte. 

Geht denn das? Ja, das geht. Zumindest theoretisch. Stellen wir uns mal den Worst-case für die Gegner des Bischofs vor:

Die Kommission der Dt. Bischofskonferenz stellt fest, das alles korrekt gelaufen ist, der Bischof sich an alle Regeln gehalten und auch nicht einfach mit Geld um sich geworfen, sondern gut und solide gebaut hat. Daß außerdem der Bischöfliche Stuhl in Limburg genug Geld für so ein Projekt hatte und das Ganze auch vom Konzept her sinnvoll ist.

Dann stellt das Hamburger Gericht das Verfahren gegen eine Geldbuße ein und die anderen juristischen Vorwürfe gegen den Bischof erweisen sich als haltlos.

Danach stellt sich der Papst hin und sagt sowas wie: Ich vertraue Bischof Franz-Peter weiterhin und hoffe, er wird sein Amt in Limburg mit der Unterstützung aller Gläubigen und der Mitbrüder gut weiterführen können.

Und dann kommt der Bischof in den Dom, bittet um Verzeihung und vergibt gleichfalls mit ausgebreiteten Armen allen, die ihn in diesen Wochen und Monaten hart angegangen sind. Er reißt die Türen seines Hauses weit auf und lädt zum Dialog mit allen ein, die ihn mitführen wollen.

Was dann?  –  Dann kann man nur noch greinen, der Bischof habe aber kein Vertrauen mehr und man wolle ihn endlich weg haben, weil … weil … man mag ihn halt nicht. Dann schlägt man in der Bibel nach und zeigt triumphierend auf eine Bibelstelle und erklärt: Denn Jesus sagte, wir sollen sogar unsere Feinde lieben, außer die, die wir nicht mögen.

Quelle: http://demut-jetzt.blogspot.de/2013/11/gott-steh-uns-bei-wenn-der-bischof.html

Ergänzender Hintergrund-Artikel in FULDA-Info: http://www.fuldainfo.de/index.php?area=1&p=news&newsid=26842

Foto: Dr. Bernd F. Pelz


Medienverwirrspiel um Limburger Bischof

Bekanntlich können Interessierte das wegen seiner hohen Kosten umstrittene Diözesane Zentrum in der Bischofsstadt Limburg schon seit Wochen besichtigen.

Wir haben heute einen unserer evangelischen Autoren, einen kompetenten Finanzexperten gefragt, welche Eindrücke er bei seiner kürzlichen Besichtigung gewonnen hat; seine Antwort: Limburg-Dom-DSC_0613-2

„Was ich zu sehen bekam, erschien mir nicht übertrieben. Ich empfand den Bau für einen Ort wie Limburg als angemessen.“ 

Ähnliche Stellungnahmen erfuhren wir auch von anderer Seite.

Hier sehen Sie das Eingangstor zum Bischofshaus  – rechts: interessierte Bürger.

Unabhängig davon und unabhängig von der Beurteilung bischöflicher Fehler usw hat jedermann ein Recht auf Fairneß und rechtsstaatlichen Umgang  – das gilt ebenso für den Limburger Oberhirten, natürlich auch angesichts aktueller Meldungen:

Bekanntlich hat die Staatsanwaltschaft Hamburg jetzt einen Strafbefehl gegen den Bischof beantragt.

Wie in Medien zuweilen ein irreführender Eindruck vermittelt wird, zeigt heute das Beispiel nicht etwa der BILD-Zeitung, von der ohnehin wenig Seriöses zu erwarten ist, sondern des „Manager-Magazins“; dieses titelt nämlich: „Strafbefehl gegen Bischof Tebartz van Elst“: http://www.manager-magazin.de/politik/artikel/wegen-meineids-strafbefehl-gegen-bischof-tebartz-van-elst-a-927110.html

Ebenso unkorrekt die Überschrift der grün-alternativen Zeitung „taz“ aus Berlin: http://www.taz.de/Umstrittener-Limburger-Bischof/!125263/

So wird per Titel suggeriert, es sei ein Strafbefehl erlassen worden bzw. ein solcher bereits erfolgt  – in Wirklichkeit wurde er lediglich beantragt. Ob das Hamburger Gericht dem Antrag stattgibt, muß erst abgewartet werden. e5359dc532c2210a4bd1e232bbe4825c

Aber Vorverurteilung liegt etlichen Presseleuten mehr am Herzen als rechtsstaatliche Prinzpien, vor allem, wenn es um reißerische Schlagzeilen geht.

Jochen Riebel beleidigt den Bischof

Reichlich gewöhnungsbedürftig erscheint zudem das Auftreten des früheren hessischen LandesmInisters Jochen Riebel:

In der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Rhein-Main-Ausgabe, S. 33) vom 9.10.2013 wurde ein Interview mit dem Vermögensverwaltungsrats-Mitglied des Limburger Bistums veröffentlicht. Der FAZ-Titel entspricht wörtlich einer geradezu beleidigenden Aussage dieses Ex-Politikers über den Bischof:

„Er ist entweder ein raffinierter Betrüger oder krank.“

Auf die FAZ-Frage betr. der FinanzierungsproblematikHätten Sie nicht genauer nachfragen müssen?„, antwortete der feine Herr recht merkwürdig:

Der Vermögensverwaltungsrat hat keine Nachforschungspflicht, sondern der Bischof hat die Pflicht, uns alles vorzulegen, was nötig ist.“

Dann stellt sich wohl die Frage, wozu Kontrollgremien überhaupt existieren: zum Skatspielen?

Reichlich seltsam äußerte sich auch der Vorsitzende der Dt. Bischofskonferenz. In Bezug auf den beantragten Strafbefehl gegen Tebartz van Elst wurde der em. Erzbischof Zollitsch gefragt, ob ein Bischof vor diesem Hintergrund denn im Amt bleiben könne.

Seine Antwort:  „Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich damit weiterleben könnte.“

Wie bitte? Würde er etwa Hand an sich legen? Aktive „Sterbehilfe“ beantragen  –  oder wie?!

Recht merkwürdig erscheint uns auch folgende Meldung des Hamburger Abendblatts, wir zitieren wörtlich::

„Neun Anzeigen seien wegen des Vorwurfs der Untreue im Zusammenhang mit der Bischofsresidenz eingegangen, sagte der Sprecher der Limburger Staatsanwaltschaft, Hans-Joachim Herrchen, dem Evangelischen Pressedienst. Fünf der neun Anzeigen seien anonym, würden aber genauso wie die anderen behandelt.

Wie bitte?! – Die anonymen (!) Anzeigen werden „genauso wie die anderen“ behandelt?  – Soll das ein schräger Scherz sein?! Leben wir noch in einem Rechtsstaat oder wird hier eine unfaire Hexenjagd veranstaltet, für welche damals anonyme Anzeigen gang und gäbe waren!

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster

Fotos oben: Dr. Bernd F. Pelz
FAZ-Kopie: Christoph Nehring

ERGÄNZUNGS-Info vom 11.10.2013: 

Hier folgen drei kompetente Leserbriefe aus der heutigen FAZ, die kritische Nachfragen betr. der zuständigen Limburger Kontrollgremien stellen: FAZ v. 11.10.13  Kritik an Kontrollgremien