Schweiz: Bischof Huonders Predigt über Volker Jordans Weg zur Kirche

Bischof Vitus Huonder ist der katholische Oberhirte des Bistums Chur in der Schweiz. Er predigte am 26.2.2018 anlässlich des Treffens mit den Priestern der letzten fünf Weihejahrgänge über das Buch „Endlich zuhause – Mein Weg zur Kirche“, das die Beweggründe für die Konversion des evanglischen Historikers Volker Jordan zur katholischen Kirche beschreibt:

Meine lieben Mitbrüder,

in der Hand halte ich ein Buch von Volker Joseph JORDAN mit dem Titel Endlich zuhause. Mein Weg zur Kirche. Vielleicht kennt es der eine oder andere von Euch bereits. Es erschien im Jahr 2013. Es ist eine Biographie in Form eines Interviews. Es ist die Biographie von Volker Joseph Jordan.

Volker Joseph Jordan war ein Leben lang auf der Suche nach der wahren Kirche und dem unverfälschten christlichen Glauben. Der Weg begann in der evangelisch-lutherischen Kirche, ging über verschiedene Freikirchen weiter zur darbystischen Gemeinschaft, dann zu den Presbyterianern, führte in die orthodoxe und von dort schließlich in die katholische Kirche.

Volker Jordan hat den Jahrgang 1972. Er wurde am 16. Juli desselben Jahres in der evangelisch-lutherischen Kirche von Brome-Altendorf, Ostniedersachsen, Deutschland, getauft und am 6. April 1986 – mit vierzehn Jahren – konfirmiert.

1987 trat er aus der Kirche aus und schloss sich – suchend und tastend – immer wieder neuen Gemeinschaften an. Angetan vor allem von der Göttlichen Liturgie hat er am 8. April 2006 vierunddreißig jährig zur russisch-orthodoxen Kirche konvertiert. Doch dräng­te es ihn immer mehr hin zur katholischen Kirche.

Am 26. Dezember 2008 trat er ihr bei, vor allem unterstützt durch die Liturgie im überlieferten, im sogenannten Außerordentlichen Ritus, welcher der Göttlichen Liturgie der orthodoxen Kirche näher steht. Nach diesem letzten Schritt konn­te er sagen: „Endlich zuhause“.

Fünf Jahre nach dem erreichten Ziel starb er am 9. Januar 2013 einundvierzig Jahre alt überrasche­nd, aber gottergeben an unheilbarem Krebs.

Bild: Titel des Buches „Endlich zuhause – Mein Weg zur Kirche“ von Volker Jordan (Dominus-Verlag)

Wie war sein Berufsstand? Nach dem Abitur entschloss er sich für das Studium der Neueren und Neuesten Geschichte, der Mittelalterlichen Geschichte und der Politologie. Vierzehn Jahre war er als Fachbuch-Übersetzer und Publizist tätig. Das gab ihm Einblick in verschiedene Religionen und Konfessionen. Auf diese Weise war er immer mit der Frage der Wahrheit konfrontiert.

Sein Buch, ein Gespräch mit Felizitas Küble, ist eben für Priester ein Lehrbuch, ein Lehrbuch bezüglich des Weges einer Konversion, ein Lehrbuch bezüglich der Schwerpunkte des katholischen Glaubens, ein Lehrbuch auch bezüglich der Unterscheidung der Konfessionen.

Es ist geradezu ein Repetitorium der Theo­logie der Katholischen Kirche.

Eine Zusammenfassung des langen Weges ist gleich am Anfang des Buches, welches als Interview – ein sehr langes Interview – abgefasst ist. Das Gespräch wird mit der Frage eröffnet:

Wenn Sie zurückblicken auf die letzten vier Jahre (2008 – 2012), auf Ihre „katholische Zeit“, welches Gefühl herrsc­ht dann bei Ihnen vor? Was fällt Ihnen spontan ein?

Jordan: Auf jeden Fall das Gefühl der Freude und das Glück, angekommen zu sein nach einer sehr langen Zeit des Suchens, die manche Umwege mit sich brachte. Zudem gelangte ich zu der Überzeugung, dass die katholische Kirche die ganze Fülle des Heils, der Sakramente und der Heils­gnaden in sich birgt – und, anders als die orthodoxe Kirche, nicht national begrenzt, sondern katholisch-allumfassend ist. Das hat eine ganz andere Qualität. Hier finde ich das wieder, was die Heilige Schrift von der Kirche Christi sagt – viele Eigenschaften, die anderswo nicht verwirklicht sind (15).

Eine andere Aussage, welche ich vor allem den Priestern zur Betrachtung ans Herz lege, zur Stärkung der priesterlichen Identität, ist die folgende:

In der katholischen Kirche ist es so, dass das hl. Messopfer in allen Zeitzonen der Erde 24 Stunden lang täglich dargebracht wird, womit die Prophezeiung aus dem Propheten Malachias erfüllt wird, dass dieses Opfer, dieses reine Speiseopfer vom Aufgang der Sonne bis zum Untergang dargebracht wird. Das ist eine äußerst faszinierende Erfüllung einer zentralen alttestamentlichen Weissagung. – Mich beeindruckt außerdem, dass die katholische Kirche … im Laufe ihrer Geschichte mit allen Kulturen zurechtgekommen ist und von vornherein immer auch ihre Missionare dorthin ausgesandt hat. In ihr war das missionarische Element immer vorhanden und natürlich zu gewissen Zeiten besonders stark geprägt (18).

Und was sagt Volker Jordan allgemein zu den Sakramenten? Die Sakramente begleiten mich tatsächlich, es ist die liebevolle Obhut des himmlischen Vaters und der Kirche, die für das ganze Leben und für alle wichtigen Lebensumstände des Menschen Sorge trägt. – Die Sakramente sind zugleich die Quellen der Heiligkeit. Aus eigener Kraft kann sie dem Menschen nicht gelingen, aber mit den Sakramenten wird sie möglich (39).

Bei der Lektüre dieses Buches hat mich ein Gedanke sehr beschäftigt: Die Frage der Wahrheit und der vollständigen Wiedergabe der katholischen Lehre. Ein Mens­ch auf der Suche nach Gott und nach der wahren Religion will die Wahr­heit wissen, die ganze Wahr­heit.

Quelle und FORTSETZUNG des Predigt hier: https://www.bistum-chur.ch/bistumsleitung/predigt-von-bischof-vitus-huonder-anlaesslich-des-treffens-mit-den-priestern-der-letzten-fuenf-weihejahrgaenge-am-26-02-2018-in-chur/

HINWEIS: Das erwähnte Buch ENDLICH ZUHAUSE kann für 14,80 € portofrei bei uns bezogen werden: felizitas.kueble@web.de – Tel. 0251-616768


„Endlich zuhause“ schildert Volker Jordans verschlungenen Weg zur Kirche Christi

Mathias von GersdorffVolker Jordan, Endlich zuhause

Buch-Daten: Volker Joseph Jordan. Endlich zuhause – Mein Weg zur Kirche. Felizitas Küble im Gespräch mit einem Konvertiten, 352 Seiten, broschiert, Dominus-Verlag 2013, 14,80 €, ISBN 978-3940879295  

In Deutschland ist in letzter Zeit aus dem Munde des linken Laien- und Rätekatholizismus oft zu hören, die Lehre der Kirche über Ehe und Familie stehe im Widerspruch zur Lebenswirklichkeit der Gläubigen. Daraus wird die Schlussfolgerung gezogen, die Kirche  –  also das katholische Lehramt  –  müsse nunmehr dieser Lebenswirklichkeit angepasst werden.

Was das konkret bedeutet, zeigt das letzte Dokument des „Zentralkomitees der deutschen Katholiken“ mit der vielsagenden Überschrift „Zwischen Lehre und Lebenswelt Brücken bauen – Familie und Kirche in der Welt von heute“.

Das ZDK fordert im Wesentlichen, die Kirche solle sich mit der Krise der Familie sowie der Missachtung der katholischen Sexualmoral abfinden und das Lehramt letztlich den Maximen der sexuellen Revolution à la 1968er anpassen.

Die Forderungen des ZDKs sind eine einzige Anmaßung. Nicht die Kirche hat sich der Welt anzupassen, son dern genau umgekehrt: ihre Lehre – auch wenn sie manchmal schwer zu praktizieren scheint  –  ist nicht Willkür, sondern Ausdruck der Schöpfungsordnung Gottes. 001

FOTO: Mathias v. Gersdorff (links) im Gespräch mit Volker Jordan

Die Sexualethik, welche die Kirche verkündet, ist kein Folterinstrument, sondern der Weg des Menschen zu Gott und zu seinem eigenen Glück.

Auch in unseren Tagen gibt es Menschen, die dies mit Hilfe der Gnade Gottes erkennen und daher die Kirche und das Lehramt mit voller Überzeugung bejahren.

Volker Joseph Jordan ist eines der vielen Beispiele jener Persönlichkeiten, die sich auf dem Weg gemacht haben, um die katholische Wahrheit zu finden und anzunehmen. In seinem langen Weg, den er im Detail im Interview-Buch „Endlich zuhause“ schildert, hatte er niemals den Anspruch, die Kirche müsse sich ihm anpassen. Stets war er auf der Suche nach einer Wahrheit, die Gott den Menschen schenkt und die sich der Mensch nicht selber gibt.

Gerade in unseren Tagen, wo viele Glaubenswahrheiten in Frage gestellt werden, ist es herzerfrischend, das Buch „Endlich zuhause“ zu lesen. Der Text entstand in langen Gesprächen mit Felizitas Küble, der Leiterin des Christoferuswerks.

Wer Volker Jordan (verstorben 2013) nicht persönlich kennengelernt hat, wird über lange Passagen erstaunt sein, denn sie lesen sich fast wie ein Lexikon christlicher Denominationen.imm037_35A

Ich hatte die Freude, ihn sehr lange kennengelernt zu haben. Er kam jedes Jahr auf den Stand der DVCK auf der Buchmesse, war wir uns länger unterhielten. Jordan war Übersetzer und erledigte manche Aufträge für uns.

FOTO: Volker Jordan bei einer Lichterprozession im Sommer 2012 in Fulda

Recht oft erläuterte er mich, dass er sich nun einer anderen christlichen Denomination angeschlossen hatte. Praktischerweise wurde in „Endlich zuhause“ ein „geistlich-konfessionelle Lebenslauf“ eingefügt. Da kann man nachlesen, wie langwierig und verschlungen sein Weg in die katholische Kirche verlaufen ist.

Über längere Strecken wirken die Schilderungen etwas bleiern und unpersönlich, als ob jemand diktieren würde. Manchmal bekommt man den Eindruck, Jordan würde aus einem Fachbuch für christliche Denominationen vorlesen. Doch das war seine Art. Volker Jordans war ein ruhiger Mensch, der langsam sprach und jedes einzelne Wort überlegte.

Wenn er sich für ein Thema interessierte, so ging er immer in die Tiefe. Insbesondere hinsichtlich der Religion machte er es sich nicht leicht. Er musste den Dingen auf den Grund gehen. Er wollte verstehen, worum es ging.

Diese Haltung könnte mit einer gewissen Überheblichkeit bzw. einem Mangel an Vertrauen erklärt werden. Doch im Laufe des fast 300-seitigen Textes konstatiert man, dass sein Gespür für das Wirken der Gnade Gottes immer stärker wurde und auch seine Bereitschaft, sich von dieser führen zu lassen. 0008

Fast beiläufig stehen dann im letzten Drittel des Buches Sätze wie dieser: „Ich empfing einen persönlichen Segen von einem aus Argentinien stammenden, russisch-katholischen Priester aus Paris, der sowohl im lateinischen als auch im russisch-byzantinischen Ritus zelebrierte. Dieser Segen bewegte mich sehr, wie ich gestehen muss.“

FOTO: Ein Priester der Petrusbruderschaft beim Requiem für Volker Jordan

Dass Jordans Glaube nicht so „verkopft“ ist, wie man anhand vieler Stellen vermuten könnte, zeigt die Tatsache, dass er ein ausgesprochen feines Gespür für Liturgie und ihre Stimmung hatte. Der Ritus kam immer stärker ins Zentrum seiner Aufmerksamkeit. Hier wollte er Gott begegnen.

Beim Lesen erkennt man, dass der Besuch der Heiligen Messe sein Interesse für Lehre und Theologie nicht minderten. Doch seine Ausführungen wirken menschlicher, weniger theoretisch.

Gerade in unserer Zeit brauchen wir viele Bücher wie dieses. Die katholische Tradition bildet sich im Laufe der Jahrhunderte vor allen durch das persönliche Zeugnis von einzelnen Gläubigen. Tradition lebt vom Zeugnis vieler Menschen, die anderen ihren Glauben kundgaben. „Endlich zuhause“ ist ein besonders schönes Beispiel davon.

Unser Autor Mathias von Gersdorff ist katholischer Publizist und Leiter der Frankfurter Aktion „Kinder in Gefahr“ sowie der Internetseite „Kultur und Medien online“

Das Buch ENDLICH ZUHAUSE kann bei uns (felizitas.kueble@web.de) oder beim Dominus-Verlag bestellt werden: http://shop.strato.de/epages/61306125.sf/de_DE/?ObjectID=6873076

Weitere Bücher des Dominus-Verlags: http://shop.strato.de/epages/61306125.sf/de_DE/?ObjectPath=Categories

 


Das Jordan-Buch bietet eine „ganz andere“ Konversionsgeschichte

Rezension von Reinhard Dörner aus der Zeitschrift „Theologisches“ :

Buch-Daten: Volker Joseph Jordan, Endlich zuhause. Mein Weg zur Kirche. Felizitas Küble im Gespräch mit einem Konvertiten. Dominus-Verlag, Augsburg 2013. ISBN 978-3-940879-29-5.  –  352 S., 14,80 €

Dies ist eine ganz andere Konversionsgeschichte als etwa die von Scott Hahn, Erik M. Mørstad oder dem sel. John Henry Card. Newman. Die leicht zu lesende und deshalb einladende äußere Form des Interviews läßt den Leser die geistig-psychologische Entwicklung des Konvertierten nachempfinden – er kann sich in die Gedankenwelt von Volker Jordan hineinversetzen.  Jordan_10-100

Dies ist keine intellektuelle Abhandlung. Wer aber meint, daß dem Inhalt der intellektuelle Anstrich fehlt oder abhanden gekommen ist, unterliegt einem folgenschweren Fehl- oder besser Vorurteil.

Die intellektuelle Bandbreite dieses Autors kommt in dem ausführlichen bibliographischen Anhang in voller Breite zur Geltung: Eigene Veröffentlichungen, hervorragende Übersetzungen korrespondieren mit vertiefenden Literaturempfehlungen, unter denen z.B. apologetische und kontroverstheologische Werke einen breiten Spielraum einnehmen.

Angesichts dieser Empfehlungen ergibt sich sehr eindrucksvoll, welchen Weg des Suchens dieser begnadete Mensch hinter sich bringen mußte, ja mußte, weil er in seiner besonderen Situation ein exemplarisches Schicksal seines Lebens bewältigt hat, das seinesgleichen sucht.

Das Besondere dieses Schicksals ist das nahezu Uferlose des Suchens, das im endgültigen Anschluß an die Kirche doch noch seine Erfüllung fand. Und so heißt der Untertitel zu recht: „Mein Weg zur Kirche“; denn es gibt nur eine Kirche, die Jesus Christus gegründet hat, wie er selbst betont.

Alle mehr oder weniger bekannten kirchlichen Gemeinschaften sind Abspaltungen, eben „mehr als 40.000 christliche Denominationen, die meisten davon protestantisch“ (S. 22), wie er im Gespräch klarstellt, und „die Zersplitterung geht immer noch weiter (S. 24).

Dies ist einer der wichtigen Gründe, die ihn zur Konversion veranlaßt haben, die Unüberschaubarkeit und Uneinheitlichkeit der christlichen Glaubensgemeinschaften, in denen sich eben nicht die Una Sancta darstellt, sondern eine eher „individualistische […] Grundhaltung“ (20). Daher ist für ihn klar: „Es geht nicht an, daß sich eine Gruppe nach der anderen bildet und daß jeder Gründer selbst hierfür der Maßstab ist.“ (56)

Und: „Völlig ausweichen können sie der Tatsache ihrer eigenen Zersplitterung natürlich nicht. Mir wurde erst allmählich klar, daß da etwas nicht stimmen konnte, wenn man einerseits so vehement die ’sichtbare Darstellung der Einheit des Leibes Christi‘ betonte, es aber andererseits derart viele Spaltungen gab.“ (160) imm035_34A

Zu ergänzen ist: „Wenn der Protestantismus zu so vielen so radikal unterschiedlichen Interpretationen und vor allem Gemeindebildungen kommen konnte, dann mußte systemimmanent etwas nicht stimmen.“ (176)  

Und was hat Volker Jordan (siehe Foto) bei der Konversion aufgegeben?: „… lediglich den lutherischen Fiduzialglauben, d.h. die mit Heilsgewißheit verbundene Zuversicht, daß uns Gott um der Verdienste Jesu willen die Sünden verzeiht“. (178)

Die Interviewerin geht sehr geschickt von den vier Grundkennzeichen der Kirche aus: Einheit, Heiligkeit, Katholizität, Apostolizität. Jordan sieht darin „ein Zusammenspiel“(16) für seine Entscheidung zur Konversion, nachdem er eine regelrechte Wanderschaft  –  oder war es eine Irrfahrt?  –  durch ca. 14 christliche Konfessionen mit teilweise Gastmitgliedschaften durchgemacht hatte.

Aber: „Alle […] Gemeinschaften habe ich seinerzeit unter deutlicher Angabe der Gründe aus freien Stücken, ohne Streit und ohne einen drohenden Ausschluß vor Augen, verlassen und damit alle kirchlichen Bande mit ihnen abgebrochen.“ (13)  –  Eine neue Dimension erhielt sein Suchen durch seine erste echte Konversion zum russisch-orthodoxen Glauben und mit ihr „ließ ich den Protestantismus meiner Vergangenheit hinter mir zurück“ (13).

Das ist einleuchtend, denn „eine innerprotestantische weltweite Einheit besteht heute nicht annähernd“. (23)

Seine Suche galt also der „Weite des Katholischen“, dem „Universalen“, dem „Allumfassenden“ (25). Der individualistische Ansatz des Protestantismus, der sich etwa in „Luthers Kernfrage“ manifestiert: „Wie bekomme ich einen gnädigen Gott?“ führt den gläubigen Protestanten eben in eine „Ansammlung von Individuen“ (26), nicht in eine „Heilsanstalt“ (ebd.). In ihr wirken göttliche Kräfte, weil von Jesus selbst bestimmt und so eingesetzt, die Sakramente.

Daher auch konnte Melanchthon seiner Mutter, die im Sterben lag und von ihrem Sohn wissen wollte, an „welche Lehre sie sich halten solle: […] In unserer [Kirche] ist leichter leben, in der katholischen aber ist sicherer sterben. „(40)

Natürlich kamen auf Jordan dann die für alle Konvertiten wichtigen Fragen zu, wie es denn z.B. mit dem Fegefeuer stehe oder mit der Heiligenverehrung etc. Hier zeigt sich die ungeheure Belesenheit dieses Suchers des rechten Glaubens: Von der Hl. Schrift über die Kirchenväter, die Konvertitenliteratur ist ihm alles vertraut, so daß er mit apologetischer Treffsicherheit die ‚Knackpunkte‘ der Unterscheidung darzustellen weiß  –  eine wahre Fundgrube für alle, die sich schwertun, im Streitgespräch mit Andersgläubigen die Kernfragen anzusprechen.

Verständlich, daß es ihm weh tut, feststellen zu müssen, wie wenig gerade die Katholisch-Gläubigen aus der Hl. Schrift und der Lmedia-358103-2ehre der Kirche wissen. Dies ist um so tragischer, als sich gerade in der Kirche die Einheit katholisch  –  weltumfassend  –  offenbart. Diese Einheit gibt es nicht einmal in der Orthodoxie, der dem Katholischen nächsten Konfession; denn „irgendwann sind ihre Patriarchen häretisch geworden, sind sie Irrtümern anheimgefallen – sei es dem Monophysitismus, dem Monotheletismus, sei es dem Nestorianismus“ (57).

Einen wichtigen Aspekt im Interview bildet die Frage nach den beiden Quellen des Glaubens, der Hl. Schrift und der kirchlichen Tradition. Während der Protestantismus die kirchliche Tradition kompromißlos ablehnt, stellt er neben die Hl. Schrift die Bekenntnisschriften, die „allein dem Zweck dienten, die Lehren der Hl. Schrift verbindlich darzulegen“ (60).

Deshalb ist „gerade bei Lutheranern […] der Unterschied zwischen Schrift und Bekenntnis nicht mehr sonderlich groß“ (ebd.). Jordan hat es gelernt und vertritt mit Nachdruck, daß „die Tradition niemals dem Gesamtzeugnis der Hl. Schrift widerspricht“ (61).

Während der protestantische Glaube dem Individualismus zuneigt, kommt es im katholischen Bereich vor, daß man sich seinen „Glauben aus angeblichen Privatoffenbarungen selbst zusammenzimmert“ (86), doch „solche angeblichen Privatoffenbarungen [überlagern] in der Regel den kirchlich geprägten Glauben“ (87).

Hier ist auch die Frage nach Maria, der Mutter Gottes aufzugreifen. Im Protestantismus „identifiziert [man] jegliche Betonung Mariens sofort mit der katholischen Kirche und schweigt daher […] weitgehend von ihr“ (102) oder weist anhand von Schriftstellen nach, daß Maria von „der Sündhaftigkeit aller Menschen“ nicht ausgenommen (ebd.) sei.   borMedia1859801

Obwohl Jordan es nicht ausspricht, sieht er sich vermutlich als besonderes Werkzeug Mariens. Er wurde am 16. Juli 1972 getauft, also am Fest Mariens vom Berge Karmel. Das wußten seine Eltern nicht, und auch er selbst hat es erst womöglich im Zuge seiner Konversion erfahren. (103f.)

Daß Volker Jordan in seinem Glauben ‚gefordert‘ worden ist, man könnte auch sagen, daß sein Glaube auf seine Echtheit hin geprüft wurde, erhellt aus der Tatsache, daß der unheilbar an Krebs Erkrankte bekennt: „Wir können überzeugt sein, daß Gott uns keine größeren Leiden auferlegt, als wir zu tragen vermögen. Das ist auch bisher meine persönliche Erfahrung.“ (106)

Dieses Zeugnis muß so manchen ‚gläubigen‘ Katholiken beschämen, der mit Gott hadert, warum gerade ihn ein schweres Leiden treffe.

Jordan berichtet im Laufe des Interviews über die doch eigentlich christlich geprägte Kindheit, in der sich allerdings schon seine spätere Suche andeutete, weil er bereits mit 15 Jahren vor dem Standesamt seinen Austritt aus der evangelisch-lutherischen Kirche erklärte (108). Doch auch im Stadium der Suche blieb für ihn unausweichlich: „Entweder ist die Bibel ein Märchenbuch, oder sie ist, gemäß ihrem eigenen Selbstzeugnis die Wahrheit, das inspirierte Wort Gottes.“ (112)

Besonders ‚verdächtig‘ kam ihm dann aber doch die Taufformel zur Aufnahme in die Baptistengemeinde vor: „Volker, auf das Bekenntnis Deines Glaubens hin taufe ich Dich in den Tod Jesu.“ (114) 

Die „Christliche Versammlung“ (116), die „Pfingstler“ (118), der „Maranatha-Missionsbund zur Ausbreitung urchristlichen Evangeliums“ (ebd.) bis hin zu ekstatischen Erlebnissen mit dem sogenannten „Torontosegen“ (120) im charismatischen Umfeld z.B. mit „Depressionen“ (121) waren weitere Stationen auf seiner mühevollen Suche nach der allein richtigen Kirche.

Einen wertvollen Beitrag leistet seine Information über die Hintergründe der „Pfingstbewegung“ (123-127). Es wäre ein wichtiger Beitrag zur Klärung der Positionen der katholischen Kirche gegenüber den Charismatikern, wenn alle die dort zitierten Erläuterungen verinnerlichen würden. Außerdem gibt er informative Hinweise auf wichtige Bibelstellen (133f.) zur Widerlegung des Charismatismus.

Die reichhaltige Erfahrung Jordans vermittelt durchaus neue Erkenntnisse, z.B. über den Begriff „Dispensationalismus“ (148). Dieser teilt „die biblische Heilsgeschichte [in eine] Abfolge verschiedener ‚Haushaltungen‘ (Dispensationen) oder Zeitalter“ ein. Manche davon seien für uns gültig, manche nicht (148).

Alle Facetten der unterschiedlichen protestantischen Lehrmeinungen darzustellen, ist im Rahmen einer Rezension nicht möglich – aber in den Erläuterungen des Interviews enorm lesenswert, weil lehrreich: „Es gibt […] Ausdrücke, bei denen es auf jedes Wort ankommt und die anderswo in der Christenheit kaum verstanden werden.“ (161 f.)

„Ob das ursprünglich im Bestreben der Absonderung lag, um sich von anderen zu unterscheiden, möchte ich bezweifeln. Es hat sich aber in der Tat so entwickelt, daß man anderswo gänzlich unbekannte Redewendungen in den eigenen Sprachschatz aufnahm.“ (163)

Wer so reiche Erfahrung mit unterschiedlichen Glaubensrichtungen gemacht hat, interessiert sich folglich auch für den Umgang mit Andersdenkenden. So stellt Jordan klar, daß sich z.B. der „Hexenaberglaube in reformatorisch geprägten Ländern wesentlich länger“ hielt und „dort deutlich mehr ‚Hexen‘ hingerichtet“ wurden (173). Dies ist das Urteil eines Mannes, der Historie studiert hat.

Bei den reichhaltigen Erfahrungen seiner ‚Pilgerschaft‘ ist es bemerkenswert, daß er die in der orthodoxen Kirche gepflogene „biblisch-patristische Tradition“ (185) hervorhebt, ein Aspekt, der in der katholischen Kirche – leider – weniger bedeutet.

Weiter hebt er den Wert der zölibatären Lebensweise der Priester gegen den verheirateten Status der orthodoxen Priester und „die fehlende dogmatische Übereinstimmung und kirchliche Einheit mit der römisch-katholischen Kirche unter dem Nachfolger Petri“ hervor (186 f.).

Insgesamt verfestigte sich in ihm der Eindruck, „man wolle zwar einen […] Kulturverein pflegen und bewahren, dabei aber auf elementare Merkmale des Kircheseins […] verzichten“ (190).

Einzelelemente des Gesprächs sollen hier nicht weiter erwähnt werden, sind aber z.T. von erheblicher Brisanz und großem Informationswert. Darunter zählen auch Aspekte sozialer und soziologischer bzw. politischer Art, Aspekte, die den konservativen Grundzug Jordans verstehen helfen. Ebenso kommen persönliche Vorlieben oder aber Abneigungen zur Sprache, die schon im übergreifenden Teil des Gesprächs artikuliert wurden, aber in der Singularität der Erläuterung wichtige Ergänzungen bieten.

Volker Joseph Jordan, eine beeindruckende Persönlichkeit!

Als Gesamturteil ist festzuhalten: Ein wertvolles Buch, das ganz aus dem Rahmen üblicher Konvertitenliteratur herausfällt, aber wegen seiner im Interview vollzogenen Information unglaublich wertvoll ist. Selbst schwierige Passagen werden nachgefragt und erklärt, ansonsten ist die Sprache klar, verbindlich, erhellend.

Zum Aufbau wäre nachzutragen: Es hätte dem Interview nicht geschadet, wenn man thematische Einheiten gebildet hätte, was zugegebenermaßen bei einem so umfangreichen Interview nicht einfach gewesen wäre. Hervorzuheben ist die großartige Leistung der diversen Anhänge, dort besonders zu erwähnen das Stichwortverzeichnis, das die fehlende inhaltliche Gliederung voll kompensiert.

Reinhard Dörner ist katholischer Diplom-Theologe und Publizist, Vorsitzender des Kardinal-von-Galen-Kreises und des ZpV (Zusammenschluß papsttreuer Vereinigungen)

Erstveröffentlichung dieser Besprechung in „Theologisches“ (Mai/Juni 2013)

Das Jordan-Buch ENDLICH ZUHAUSE kann beim Augsburger Dominus-Verlag oder bei uns (felizitas.kueble@web.de) bestellt werden.


Überlegungen zum Interview-Buch „Endlich zuhause“ von Volker Jordan

Spannend und lebensnah: Jordans Weg zur Kirche

Wenn immer wir Menschen zu staunen beginnen, entsteht grundlegend folgende Frage: Warum existiert überhaupt etwas; warum gibt es kein absolutes Nichts?  –  Daraus folgt die weitere Frage: Was bin ich  – und warum bin ich?

Aus unserem irdischen Dasein erhalten wir keine endgültige und befriedigende Antwort. So entstanden die Religionen, die aus einer nicht faßbaren, übernatürlichen Wirklichkeit eine tragfähige Antwort erhoffen.  Volker Jordan, Endlich zuhause

Für den gläubigen Christen  ist Jesus Christus die Antwort des Ewigen, das menschgewordene Wort Gottes.   

Die Tragödie der Christenheit besteht in den nicht mehr überschaubaren Konfessionen und Denominationen. Der junge Historiker und Konvertit Volker Jordan ist überzeugt: Das kann nicht der Wille Gottes sein, betet doch Jesus selbst:

„Alle sollen eins sein. Wie du Vater in mir bist und ich in dir bin, sollen auch sie eins sein, damit die Welt glaubt, dass du mich gesandt hast“ (Joh 17, 21).

Volker Joseph Jordan  (1972 – 2o13) gehörte bis ein Jahr nach seiner Konfirmation der evangelisch-lutherischen Kirche an, verließ diese dann und begann eine staunenerregende Suche nach einer Kirche, die für ihn  die wahre Stiftung Christi sein sollte. 

Durch gründliche fortlaufende Studien brachte er einerseits die notwendige geistige Ausrüstung  mit, zum anderen brachte er seine unvoreingenommene Offenheit  in jede kirchliche Gemeinschaft ein,  die er kennenlernen konnte. 

Immer war es derselbe Jordan, geprägt von seiner konservativen Grundeinstellung und einem konsequent denkenden, wachen Verstand.

Ein vorrangiges Kriterium seiner Wertungen war die Schlüssigkeit  von Lehre und ihre  Umsetzung in das christliche Leben. Das „sola-scriptura“ -Prinzip („Allein die Bibel“) konnte  er bald  nicht mehr  akzeptieren, weil es theologisch  und  kirchengeschichtlich nicht begründbar  ist und zudem selbst in der Praxis der protestantischen Konfessionen gar nicht umgesetzt werden konnte.   imm037_35A

Durch Jordans Begegnungen, Gespräche und praktische Teilhabe am  Glaubensleben der von ihm aufgesuchten christlichen Konfessionen und Gemeinschaften sowie durch  – von einer unbändigen Wahrheitssuche bedingte  –  kritische Auseinandersetzung  mit den jeweiligen Theologien erhält der  Leser einen bemerkenswerten Einblick in die Vielfalt und Unterschiedlichkeit dessen, was unter christliche Kirchen heute erfahrbar ist. 

Auf dem Umweg über die Orthodoxie findet Jordan (siehe Foto) schließlich zur  römisch-katholischen  Kirche.

Was sind entscheidende Kriterien für seinen Schritt? :

1. Das organische und ganzheitliche  Denken nach dem Grundsatz: Die Gnade setzt die  Natur voraus und vollendet sie.

2. Die Bedeutung der Sakramente (Hereinbrechen des Göttlichen  in unsere Welt).  

3. Das tiefe Verstehen der hl. Eucharistie als Opfer und Mahl, getragen von dem nur im Glauben faßbarem Geheimnis der Realpräsenz des gekreuzigten ujnd auferstanden Christus. (Die recht ausführliche Darstellung der so unterschiedlichen Verstehensweise des Abendmahls bei Lutheranern und Calvinisten/Zwinglianern in Gegenüberstellung zur katholischen Lehre kann für manchen Katholiken zur stärkeren Wertschätzung des eigenen Glaubens führen).

In der katholischen Kirche  findet Volker Jordan sowohl die mütterliche (Maria) wie auch die väterliche Komponente (den Papst) repräsentiert.

Wohltuend ist auch seine kritische und zugleich sachliche, ruhige Auseinandersetzung mit dem Phänomen „Medjugorje“.

Dadurch, daß die Glaubensschritte dieses radikal suchenden jungen Menschen in  Dialogform (mit Felizitas Küble als theologisch versierter Gesprächspartnerin) dargelegt wird, erfahren wir Jordans geistliche Entwicklung als spannend und lebensnah. 

Neben den notwendigen Literaturangaben ist ein sehr ausführliches Stichwortverzeichnis positiv hervorzuheben.

Dieses lehrreiche Interviewbuch „Endlich zuhause“ ist jedem zu empfehlen, vor allem jenen, die ihren eigenen Glauben vertiefen möchten. Es ist im Augsburger Dominus-Verlag erschienen.

Der Autor ist pensionierter Studienrat und unserer Redaktion persönlich bekannt


„Endlich zuhause“: ein Konvertit schildert sein Leben auf der Suche nach der Wahrheit

Rezension von Jan Bentz (Nachrichtenagentur ZENIT) 

Im Gespräch mit der katholischen Publizistin Felizitas Küble aus Münster erzählt in einer Neuerscheinung des Dominus-Verlags mit dem Titel „Endlich zuhause“ der im Januar dieses Jahres im Alter von nur 40 Jahren verstorbene Konvertit Volker Jordan (1972 – 2013) seinen spannenden Glaubens- und Lebensweg und lädt ein, „nach Hause“ zu kommen, was für ihn bedeutete, katholisch zu werden.  Volker Jordan, Endlich zuhause

Die leicht zu lesende Interview-Form bietet jedem Leser unmittelbaren Zugang zu der geistigen Entwicklung des Konvertiten.

Volker Jordan verfügte über eine herausragende intellektuelle Bandbreite. Sie zeigt sich in hervorragenden Übersetzungen ebenso wie in eigenen Veröffentlichungen des studierten Historikers.

Seine Suche führte den protestantisch Getauften durch 14 christliche Konfessionen. Auf Jordan kam wie für alle Konvertiten die Untersuchung der „Reizthemen“ im Zusammenhag mit der katholischen Kirche zu, zum Beispiel die Lehre vom Fegefeuer, die Heiligenverehrung und besonders auch die Stellung von Maria.

Der unermüdliche Sucher machte sich in seiner Lektüre alles vetraut, von der Hl. Schrift bis zu den Kirchenvätern, so dass er mit apologetischer Treffsicherheit die „Knackpunkte“ der Unterscheidung darstellen konnte.

Einer der wichtigen Gründe, die ihn zur Konversion veranlasst haben, war die Unüberschaubarkeit und Uneinheitlichkeit der christlichen Glaubensgemeinschaften, in denen sich nach seiner Auffassung eben nicht die „Una Sancta Ecclesia“ darstellt, sondern eine eher „individualistische Grundhaltung”.

VOLKER JORDANVolker Jordan (siehe Foto) sagt hierzu u.a.: „Es geht nicht an, dass sich eine Gruppe nach der anderen bildet und dass jeder Gründer selbst hierfür der Maßstab ist.” (S. 56)

Die Echtheit des Glaubens von Volker Jordan zeigt sich in der Tatsache, dass der unheilbar an Krebs Erkrankte hoffnungsvoll bekennt: „Wir können überzeugt sein, daß Gott uns keine größeren Leiden auferlegt, als wir zu tragen vermögen. Das ist auch bisher meine persönliche Erfahrung.“ (S. 106)

In der Verlagsbeschreibung heißt es:

„Volker J. Jordan war ein Christ, der sein Leben lang auf der Suche nach der wahren Kirche und dem unverfälschten christlichen Glauben war. Auf diesem Weg ließ er kaum eine christliche Gemeinschaft aus, der er sich nicht wenigstens eine Zeitlang angeschlossen hätte. Er lernte evangelisch-lutherisches, freikirchliches, pfingstlerisches, darbystisches, presbyterianes, orthodoxes und schließlich katholisches Christentum kennen. Dabei gelangte er allmählich „zu der Überzeugung, daß die katholische Kirche die ganze Fülle des Heils, der Sakramente und der Heilsgnaden in sich birgt.“

Warum diese Mühen? Warum dieser häufige Konfessionswechsel?

Viele werden diese konfessionelle „Irrfahrt“, seinen „Streifzug durchs Dickicht der Konfessionen“ nicht verstehen können, weil sie es für gleichgültig halten, welcher christlichen Konfession man angehört. Glauben wir Christen denn nicht alle dasselbe? Sind die konfessionellen Unterschiede nicht alle unwichtig oder längst beiseite geräumt?

Können wir als Christen nicht alle in den jeweiligen „Kirchen“ verbleiben und uns in „versöhnter Verschiedenheit“ zum „Brechen des Brotes“ zusammenfinden?  – Was bewegt einen suchenden Menschen, wenn er sich derart ernsthaft mit der Wahrheitsfrage des christlichen Glaubens auseinandersetzt und nicht in einer konfessionellen Gemeinschaft verharren kann, die eben nicht die Fülle des katholischen Glaubens bietet?“

Neben zahlreichen sehr persönlichen Erfahrungen in den verschiedenen Glaubensgemeinschaften  —  wie der Begegnung mit dem charismatischen, Purzelbäume schlagenden Prediger „Jucki“  —  enthält das Buch fundierte wertvolle Informationen über die Glaubensinhalte der beschriebenen Gruppierungen.

BUCHDATEN:
Volker Joseph Jordan, 
Endlich zuhause  –  Mein Weg zur Kirche
Dominus-Verlag, Augsburg 2013,
352 Seiten. Paperback. 14,80 €
ISBN 978-3-940879-29-5  

Quelle: Internationale kath. Nachrichtenagentur ZENIT:  http://www.zenit.org/de/articles/ein-leben-auf-der-suche-nach-der-wahrheit

Dieses JORDAN-BUCH kann beim Dominus-Verlag bestellt oder auch bei uns angefordert werden; wir liefern portofrei (Tel. 0251-616768 / Mail: felizitas.kueble@web.de)


„Endlich zuhause“: Dieses Buch bietet eine „ganz andere“ Konversionsgeschichte

Rezension von Reinhard Dörner

Volker Joseph JordanVolker Jordan, Endlich zuhause
Endlich zuhause. Mein Weg zur Kirche.
Felizitas Küble im Gespräch mit einem Konvertiten
Dominus-Verlag, Augsburg 2013
ISBN 978-3-940879-29-5
352 S., € 14,80

Dies ist eine ganz andere Konversionsgeschichte als etwa die von Scott Hahn, Erik M. Mørstad oder dem sel. John Henry Card. Newman. Die leicht zu lesende und deshalb einladende äußere Form des Interviews läßt den Leser die geistig-psychologische Entwicklung des Konvertierten nachempfinden  –  er kann sich in die Gedankenwelt von Volker Jordan hineinversetzen.

Dies ist keine intellektuelle Abhandlung. Wer aber meint, daß dem Inhalt der intellektuelle Anstrich fehlt oder abhanden gekommen ist, unterliegt einem folgenschweren Fehl- oder besser Vorurteil.

Die intellektuelle Bandbreite dieses Autors kommt in dem ausführlichen bibliographischen Anhang in voller Breite zur Geltung: Eigene Veröffentlichungen, hervorragende Übersetzungen korrespondieren mit vertiefenden Literaturempfehlungen.

Angesichts dieser Empfehlungen ergibt sich sehr eindrucksvoll, welchen Weg des Suchens dieser begnadete Mensch hinter sich bringen mußte, ja mußte, weil er in seiner besonderen Situation ein exemplarisches Schicksal seines Lebens bewältigt hat, das seinesgleichen sucht.

Das Besondere dieses Schicksals ist das nahezu Endlose des Suchens, das im endgültigen Anschluß an die Kirche doch noch seine Erfüllung fand. Und so heißt der Untertitel zu Recht: “Mein Weg zur Kirche”; denn es gibt nur “eine” Kirche, die Jesus Christus gegründet hat, wie er selbst betont.

Einer der wichtigen Gründe, die ihn zur Konversion veranlaßt haben, ist die Unüberschaubarkeit und Uneinheitlichkeit der christlichen Glaubensgemeinschaften, in denen sich eben nicht die Una Sancta darstellt, sondern eine eher “individualistische […] Grundhaltung” (S. 20)*.  – Daher ist für ihn klar: “Es geht nicht an, daß sich eine Gruppe nach der anderen bildet und daß jeder Gründer selbst hierfür der Maßstab ist.” (56)*

Die Interviewerin geht sehr geschickt von den vier Grundkennzeichen der Kirche aus: Einheit, Heiligkeit, Katholizität, Apostolizität.

Jordan sieht darin “ein Zusammenspiel” (16)* für seine Entscheidung zur Konversion, nachdem er eine regelrechte Wanderschaft  –  oder war es eine Irrfahrt?  –   durch ca. 14 christliche Konfessionen mit teilweise Gastmitgliedschaften durchgemacht hatte.

Auf Jordan kamen wie für alle Konvertiten wichtige Fragen zu, wie es denn z.B. mit dem Fegefeuer stehe oder mit der Heiligenverehrung etc.

Volker Jordan

Volker Jordan

Hier zeigt sich die ungeheure Belesenheit dieses Suchers des rechten Glaubens: Von der Hl. Schrift über die Kirchenväter, die Konvertitenliteratur ist ihm alles vertraut, so daß er mit apologetischer Treffsicherheit die ‘Knackpunkte’ der Unterscheidung darzustellen vermag.

Die Frage nach Maria, der Mutter Gottes, stellt sich ihm wie jedem Konvertiten. Im Protestantismus “identifiziert [man] jegliche Betonung Mariens sofort mit der katholischen Kirche und schweigt daher […] weitgehend von ihr (102)* oder weist anhand von Schriftstellen nach, daß Maria von “der Sündhaftigkeit aller Menschen” nicht ausgenommen (ebd.) sei.

Obwohl Jordan es nicht ausspricht, sieht er sich vermutlich als besonderes Werkzeug Mariens. Er wurde am 16. Juli 1972 getauft, also am Fest Mariens vom Berge Karmel. Das wußten seine Eltern nicht, und auch er selbst hat es erst womöglich im Zuge seiner Konversion erfahren. (103 f.)*

Daß Volker Jordans Glaube auf seine Echtheit hin geprüft wurde, erhellt aus der Tatsache, daß der unheilbar an Krebs Erkrankte bekennt: “Wir können überzeugt sein, daß Gott uns keine größeren Leiden auferlegt, als wir zu tragen vermögen. Das ist auch bisher meine persönliche Erfahrung.” (106)*

Dieses Zeugnis muß so manchen ‘gläubigen’ Katholiken beschämen, der mit Gott hadert, warum gerade ihn ein schweres Leiden treffe.

Volker Jordan interessiert sich auch für den Umgang mit Andersdenkenden. So stellt er fest, daß sich z.B. der “Hexenaberglaube in reformatorisch geprägten Ländern wesentlich länger” hielt und “dort deutlich mehr ‘Hexen’ hingerichtet” wurden (173)*.  –  Dies ist das Urteil eines Mannes, der Historie studiert hat.

Bei den reichhaltigen Erfahrungen seiner ‘Pilgerschaft’ ist es bemerkenswert, daß er die in der orthodoxen Kirche gepflogene “biblisch-patristische Tradition” (185)* hervorhebt, ein Aspekt, der in der katholischen Kirche  –  leider  –  weniger bedeutet.

Weiter hebt er den Wert der zölibatären Lebensweise der Priester gegen den verheirateten Status der orthodoxen Priester und “die fehlende dogmatische Übereinstimmung und kirchliche Einheit mit der römisch-katholischen Kirche unter dem Nachfolger Petri” hervor. (186 f.)*

Insgesamt verfestigte sich in ihm der Eindruck, “man wolle zwar einen […] Kulturverein pflegen und bewahren, dabei aber auf elementare Merkmale des Kircheseins […] verzichten” (190)*.

Volker Joseph Jordan, eine beeindruckende Persönlichkeit!

Als Gesamturteil ist festzuhalten: Ein Buch, das ganz aus dem Rahmen üblicher Konvertitenliteratur herausfällt, aber wegen seiner im Interview vollzogenen Information unglaublich wertvoll ist. Selbst schwierige Passagen werden nachgefragt und erklärt, ansonsten ist die Sprache klar, verbindlich, erhellend.

Zum Aufbau wäre nachzutragen: Es hätte dem Interview nicht geschadet, wenn man thematische Einheiten gebildet hätte, was zugegebenermaßen bei einem so umfangreichen Interview nicht einfach gewesen wäre.

Hervorzuheben ist die großartige Leistung der diversen Anhänge, dort besonders zu erwähnen das Stichwortverzeichnis, das die fehlende inhaltliche Gliederung voll kompensiert.

*Die Zahlen in Klammern weisen auf die Seitenzahlen des Buches hin.

Reinhard Dörner ist Vorsitzender des ZpV (Zusammenschluß papsttreuer Vereinigungen) und des Kardinal-von-Galen-Kreises

ERSTVERÖFFENTLICHUNG dieser Buchbesprechung auf KATHNEWS: http://www.kathnews.de/endlich-zuhause-mein-weg-zur-kirche


Buch-TIP: Cordula Mohr über Volker Jordans Glaubensweg: „Endlich zuhause!“

Cordula Mohr (siehe Foto), eine Familienmutter von drei Kindern, ist seit langem in der Lebensrechtsbewegung aktiv und Vorsitzende der ALFA (Aktion Lebensrecht für alle) in Rheine/Westfalen. Außerdem ist sie freie Autorin in unserem CHRISTLICHEN FORUM.imm036_34A

Kürzlich las Cordula die Neuerscheinung „Endlich zuhause  – Mein Weg zur Kirche“ aus dem Augsburger Dominus-Verlag. Das Buch schildert in Interviewform den bewegten und bewegenden Glaubensweg von Volker Joseph Jordan.

Im Gespräch mit Felizitas Küble erläutert dieser junge Historiker (siehe Foto) die Gründe und Hintergründe für seinen Eintritt in die katholische Kirche. Das Buch bringt zwar einige Anekdoten und biographische Ereignisse, beruht aber im wesentlichen auf Sachargumenten und ist daher sehr lehrreich und faktenstark.

Cordula Mohr war mit Jordan seit Jahren im freundschaftlichen Kontakt; sie traf ihn zuletzt vorigen September beim Kongreß „Freude am Glauben“; dort haben beide Freunde an unserem Infostand ausgeholfen und sich mit Interessenten unterhalten.

Leider starb der schwer erkrankte Konvertit am 9. Januar 2013 im Alter von nur 40 Jahren. Noch zwei Tage zuvor hatte er telefonisch die letzten Korrekturen für dieses Buch vornehmen können. VOLKER JORDAN

Hier folgt Cordulas Besprechung dieser fundierten Neuerscheinung, die vom einfachen Kirchenvolk bis hin zu Pfarrern, Theologen und Professoren bereits ein positives Echo gefunden hat:

„Das Buch ist grandios, vor allem aber sehr gehaltvoll und jedem, besonders aber Theologen und Priestern zu empfehlen, die  fest im katholischem Glauben verwurzelt sind, damit sie  mehr über andere Glaubensrichtungen erfahren.

Man kann wegen des sorgfältig gegliederten Inhalts –  und Stichwortverzeichnisses leicht jene Themen aufgreifen, für die man sich gerade interessiert. Zudem kann man das vielseitige und inhaltsreiche Buch gut als Nachschlagewerk verwenden, wenn ein Gespräch mit suchenden Menschen ansteht. So war es bei Volker Jordan ebenfalls: Auch er hat sich einen  katholischen Geistlichen gesucht.

Um diesen fragenden Menschen helfen zu können, ist es wertvoll, über diese oder jene christliche Konfession gründlich Bescheid zu wissen, wozu dieses tiefgreifende Buch nützliche Dienste leistet.

Volker Jordan hat unermüdlich nach der Wahrheit gesucht. Er war sich sicher, daß es diese Wahrheit im Glauben geben muß. Er suchte nach jener Kirche, die in sich alle Schätze und Lehren Christi birgt   –  und er fand diese Fülle in der katholischen Kirche.Volker Jordan, Endlich zuhause

Bei all seinen Bemühungen, innerhalb der protestantischen Konfessionen eine konsequente biblische Linie und ein klares Ja zur apostolischen Überlieferung zu finden, wurde er enttäuscht, auch bei  der „Christlichen Versammlung“, der er am längsten anhing.

Es machte ihm dabei sehr zu schaffen, wie zersplittert die evangelische Christenheit ist. Die Zahl von weltweit 40.000  verschiedenen Abspaltungen (einschließlich Hauskirchen und selbständiger Gemeinden) machte auch mich sehr stutzig.

Besonders aufschlußreich finde ich auch das Kapitel über die Zeugen Jehovas. Viele Menschen haben in irgendeiner Weise schon mit ihnen Kontakt gehabt. Ich selbst verlor Freunde an die ZJ, weil sie mit uns die Verbindung abbrechen mußten.  Auch diese Beobachtung bestätigt der Autor in seinem Buch.

Interessant zu lesen waren für mich zudem die Infos über das orthodoxe Eheverständnis, das ich persönlich so gar nicht kannte. Überhaupt ist diese Glaubensausrichtung Orthodoxie verständlich erklärt und beschrieben.

Geradezu kurios finde ich die Geschichte von „Jucki, Jucki“, einem charismatischen  Prediger aus Schottland. Dieser sei vom „Geist“ aufgefordert worden,  bei einem katholischen Frauentreffen Purzelbäume zu schlagen; er rief zum Schluß dieser Purzelaktion nur noch „Jucki, Jucki“ aus. So hatte er seinen Spitznamen „Jucki“ weg. Typischerweise fielen die meisten Frauen bei diesem Schwärmertreffen reihenweise  nach hinten um (das sog. „Ruhen im Geist“).

Diese Gruppierung nannte sich „Geschäftsleute des vollen Evangeliums“. Der Buchautor selbst erlebte nach einer Veranstaltung dieser Art eine depressive Phase.  Dieser „Jucki, Jucki“ legte ihm vorher die Hände auf den Kopf. Es gab  unglaublich irrsinnige Auswüchse dieser charismatisch ausgerichteten Gruppe.

Bemerkenswert ist, daß Volker Jordan theologisch und politisch stets konservativ war und geblieben ist  – durch alle konfessionellen Wechselwege hindurch. Seine Hinwendung zum katholischen Glauben war zwar nicht spektakulär, ist aber durchaus spannend zu lesen.“

Hier gibts weitere Artikel über Volker Jordans Glaubens- und Lebensweg: https://charismatismus.wordpress.com/category/jordan-volker-konvertit/

Das Jordan-Buch umfaßt 352 Seiten, kostet 14,80 €, erscheint im Augsburger Dominus-Verlag und kann dort bestellt werden.

Dieses Buch kann bei uns portofrei bezogen werden: Tel. 0251-616768  – Mail: felizitas.kueble@web.de