Erklärung des „Forums Deutscher Katholiken“

Das Internetportal „Katholisch.de“ bringt am 30.6.2019 den Bericht „Attentat und Pontifikalämter – Kongress ‚Freude am Glauben‘ ganz unten“ von Andreas Püttmann über den Kongress 2019 in Ingolstadt.

Püttmann versucht darin, den Kongress „Freude am Glauben“ in die Nähe des Rechtsextremismus zu rücken. Er geht so weit, ihm eine Mitschuld an der Ermordung des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke anzurechnen. 

Wo der abgrundtiefe Hass gegen das „Forum Deutscher Katholiken“ und seinen Kongress, auf dem er schon selber gesprochen hat, seinen wahren Ausgang nimmt, mag er sich selber beantworten. Das ist sein Problem.

BILD: Prof. Dr. Hubert Gindert spricht auf dem Kongreß „Freude am Glauben“

Der Informationswert des Püttmann’schen Berichtes ist gleich Null. Immerhin hatte der Kongress zwei Podiumsgespräche „Wie kann der Zusammenhalt in der Gesellschaft gestärkt werden?“ und „Mensch bleiben in der Arbeitswelt des 21. Jahrhunderts“ sowie sieben Vorträge, so z.B. „Eucharistie und Priestertum – ein unersetzbares Geschenk des Herrn an seine Kirche“, „Wir brauchen einen missionarischen Aufbruch, aber eine katholische Mission“, „Fluch oder Segen? Was die neuen Medien mit den Menschen und der Kirche machen“, „Demokratie lebt vor allem von Rechtsstaatlichkeit und Meinungsfreiheit“.

Darüber erfahren die Leser von „katholisch.de“ kaum etwas. Es mag sein, dass das Referatsthema „Wie objektiv werden wir informiert? Die Verantwortung der Medien in der digitalen Welt“ Andreas Püttmann und „katholisch.de“ nicht geschmeckt hat. Das ist aber nicht unser Problem.

Ob „katholisch.de“, das dieser Botschaft von Püttmann einen Platz einräumt, damit die Prinzipien eines katholischen Journalismus beachtet, mag jeder selbst beurteilen. Es gibt Formen des Journalismus, die sich selbst demaskieren.

Für das „Forum Deutscher Katholiken“ bleiben  –  wie schon bisher  –  die Lehre der Katholischen Kirche, wie sie im KKK formuliert ist, sowie die Sozialbotschaft der Kirche und das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland Grundlage seiner Arbeit, „sei es gelegen oder ungelegen“.

Prof. Dr. Hubert Gindert


Dr. Püttmann übt harsche Kritik an Verteidigern des Limburger Bischofs

Kommentar von Felizitas Küble

Unter dem Titel „So nicht, werte Glaubensbrüder!“ befaßt sich der katholische Publizist Dr. Andreas Püttmann am heutigen Dienstag (15.10.) im Debatten-Magazin „The European“ mit den Fürsprechern und Anhängern des Limburger Bischofs Franz-Peter Tebartz-van Elst, wobei er vor allem Teile der katholischen Bloggerszene im Visier hat.

Dem von ihm kritisch beleuchteten „Unterstützermilieu“ schreibt er zB. folgendes ins Stammbuch: 

Foto: Hans Martin Schmidt

Foto: Hans Martin Schmidt

„Mitverantwortung trägt auch sein Unterstützermilieu: paradoxerweise meist sittenstrenge Verfechter eines konservativen Ordo-Katholizismus, denen aber im geistigen Gefängnis ihrer Parteilichkeit, Selbstreferenzialität und Lagermilitanz die normativen Sicherungen durchbrannten. Ihre Devise: „Right or wrong – my bishop!“ (…)

Nicht nur Tebartz-van Elst, sondern auch seine totalapologetischen Anhänger haben sich in diesen Wochen um ihre Glaubwürdigkeit gebracht.“

Püttmanns Beschwerden mögen vereinzelt berechtigt sein; auf einigen kath. Webseiten gab es vielleicht einen gewissen kirchenfrommen Übereifer bei dem Bemühen, den angegriffenen Oberhirten gleichsam um jeden Preis in Schutz zu nehmen.

Rechtfertigt diese Einschätzung aber einen derart rabiaten Rundumschlag, in welchem sich der Autor geradezu in Rage schreibt und zuweilen selber jenem unsachlichen Schwarz-Weiß-Denken verfällt, das er anderen wortreich ankreidet?!

Hierzu einige Beispiele aus seinem rigiden Beschwerde-Artikel:

1. Dr. Püttmann schreibt:

„Dass Tebartz-van Elst sich später zusätzlich als verschwenderischer Bauherr bloßstellen lassen musste und zuletzt wiederum als Mann, der ein „taktisches Verhältnis zur Wahrheit“ selbst gegenüber eigenen Beratern pflegte  –  ja nach glaubhaftem Zeugnis gar andere zu Vertuschung und Unwahrheit angestiftet haben soll – kam nur noch als eine Art Versagens-Overkill zum längst ausreichenden Rücktrittsgrund hinzu…“

Der Verfasser bietet scharfe Anschuldigungen („Anstiftung zu Vertuschung und Unwahrheit“), ohne diese freilich zu beweisen. Sollte er mit dem „glaubhaften Zeugnis“ etwa den Sprecher des Vermögensverwaltungsrats (Jochen Riebel) meinen, so hätte man gerne gewußt, warum er dessen beleidigende Attacken auf den Bischof („entweder krank oder ein raffinierter Betrüger“), die immerhin tagelang die Schlagzeilen bestimmten, nicht ebenfalls kritisch unter die Lupe nimmt.

Entsprechen derlei Verunglimpfungen etwa einer fairen Streitkultur? Was haben solch wüste Entgleisungen noch mit Sachkritik zu tun?  – Gilt das skeptische Auge des Dr. Püttmann vor allem den Bischofs-Verteidigern?

2. Sodann behauptet der Verfasser, wenn der Bischof, „statt sich an Amt und Würden festzuklammern, in Demut selbst zu Boden gegangen, gäbe es keine „Hatz““, dann würde sich nach dessen Einsicht, Reue, Buße etc. „der Sturm der Entrüstung in der öffentlichen Meinung gewiss legen.“  – Dr. Püttmann fügt hinzu: „Aber nichts davon hat Tebartz bisher überzeugend geleistet.“

„Nichts“ davon?  – Kennt er etwa den stellenweise selbstkritischen öffentlichen Brief des Bischofs vom 31. August nicht?   –  Hat er die bald danach erfolgte „Bitte um Verzeihung“ ebenfalls verpaßt?

Hat sich der Pressewirbel denn infolgedessen gelegt oder auch nur gemäßigt? – Das Gegenteil ist bekanntlich eingetreten; das wilde Kesseltreiben vieler Medien nahm an polemischer Stärke erheblich zu.

Inzwischen flaut es zwar etwas ab, weil einem Teil der Journaille wohl die Puste ausging, zumal sich der Attackierte weit weg in Rom befindet und sich im Volke mittlerweile Überdruß an dem „fröhlichen Jagdtreiben“ breitmacht, dessen unfaire Schattenseiten immer deutlicher werden.

3. Zudem wirft Püttmann den von ihm kritisierten Tebartz-Verteidigern vor, sie seien praktisch gesehen „Relativierer“:

„Durch ihre Rabulistik wird im Handumdrehen eine Lüge zum „Versprecher“, eine Bischofsresidenz zum „diözesanen Zentrum“, ein kostenunbekümmerter Änderungswunsch zum Handwerkerversäumnis, authentische Empörung zur „Hetze“, ein Beratergremium zum eigentlich verantwortlichen Aufsichtsrat und eine Designer-Badewanne zum Bobby-Car.“

Warum sollte die dortige Gebäude-Ansammlung nicht als „diözesanes Zentrum“ bezeichnet werden dürfen, zumal sich neben der Bischofswohnung z.B. ein Sekretariats-Gebäude, ein separates Haus für Ordensfrauen, Konferenzräume und das Diözesan-Museum samt Domschatz befinden?

Hat Dr. Püttman zum Thema „Designer-Badewanne“ noch nicht mitbekommen, daß sich die 15.000 Wannen-Euros, die vielfach den Volkszorn erregten, in Wirklichkeit auf das gesamte Badezimmer beziehen  –  und daß die Summe dann keineswegs aus der Reihe fällt?

Sodann beanstandet er, daß „ein Beratergremium zum eigentlich verantwortlichen Aufsichtsrat“ erklärt werde. Dr. Püttmann möge sich doch mit seiner Beschwerde passend an die FAZ, an das ZDF und an Wikipedia wenden, welche den Vermögensverwaltungsrat des Bischofs ausdrücklich in dieser Weise (nämlich als Kontroll- und Aufsichtsgremium) dargestellt haben.

Ergänzender HINWEIS:

Zu den Falschmeldungen der FAZ und anderer Medien gehört neben der Badewannen-Lüge auch die Behauptung, der Limburger Oberhirte habe die Kosten des „Diözesanen Zentrums“ listig in diverse Teile unter 5 Mill. Euro aufgestückelt, um sie somit nicht dem Vatikan melden zu müssen.

Damit soll natürlich gerade derzeit ein Keil zwischen Rom und Bischof Tebartz-van Elst getrieben werden.

Allerdings ist dieser Vorwurf falsch, weil sich die erwähnte  Regelung nicht auf allgemeine Ausgaben, sondern nur auf Veräußerung von Vermögen bezieht, was in dieser Causa aber nicht zutrifft.

Näheres siehe hier: http://kikreukreu.blogspot.de/2013/10/5-millionen.html