Warum die kath. Kirche an den Grundfesten ihrer Sexualethik weiter festhalten sollte

Persönlicher Bekehrungsbericht von Dr. Markus Büning

Anlass dieses Zeugnisses ist die nun immer stärker auftretende Perfidie, die Sexualmoral der Kirche in ihren Grundfesten, insbesondere was die moraltheologische Einordnung homosexueller Akte als schwere Sünde anbelangt, zur Disposition stellen zu wollen.

So können wir im sogenannten 7-Punkte-Papier der erst jüngst zu Ende gegangenen Deutschen Bischofskonferenz (DBK) folgendes lesen:

Bei der nun anstehenden Aufarbeitung des Missbrauchs dürfe es „keine Tabuthemen geben“, sagte Kardinal Reinhard Marx. Auch „Fragen nach der zölibatären Lebensform der Priester und nach verschiedenen Aspekten der katholischen Sexualmoral“ müssten transparent diskutiert werden.

Das Forschungskonsortium um den Mannheimer Professor Harald Dreßing hatte diese Punkte als wichtige Faktoren des sexuellen Missbrauchs im Bereich der Kirche benannt..[1]

Was mit „verschiedenen Aspekten“ – wieder so eine Nebelkerze im ach so typischen Pastoralsprech unserer verworrenen Zeit – gemeint sein könnte, ist klar: Es geht ganz offenkundig um die Liberalisierung der Homosexualität in der Moraltheologie und damit einhergehend in der kirchlichen Disziplin.

So heißt es in der Missbrauchsstudie der DBK zu dieser Thematik: 

„Homosexualität ist kein Risikofaktor für sexuellen Missbrauch. Die Studienergebnisse machen es aber notwendig, sich damit zu beschäftigen, welche Bedeutung den spezifischen Vorstellungen der katholischen Sexualmoral zu Homosexualität im Kontext des sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen zukommt. Die grundsätzlich ablehnende Haltung der katholischen Kirche zur Weihe homosexueller Männer ist dringend zu überdenken.

Von der Kirche in diesem Zusammenhang verwendete idiosynkratische Terminologien wie jene einer ‚tief verwurzelten homosexuellen Neigung‘ entbehren jeder wissenschaftlichen Grundlage. Anstelle solcher Haltungen ist eine offene und toleranzfördernde Atmosphäre zu schaffen. Erkenntnisse der modernen Sexualmedizin müssen dabei stärkere Berücksichtigung finden.“[2]

Im Gefolge dessen sprach Herr Odendahl dieses Unterfangen bereits ganz unverblümt unter Bezugnahme auf den Missbrauchsbericht der DBK auf dem Portal katholisch.de aus.[3]

Man glaube doch bitte nicht, dass diesem leicht durchschaubaren Unterwandern der kirchlichen Lehre bischöflicherseits ein Widerspruch erfolgte. Nein, Odendahl ist ganz offenkundig die Vorhut der Schlachtreihen, die nun den Katechismus der Katholischen Kirche, insbesondere die Nummern 2357-2359 (Keuschheit und Homosexualität), schleifen wollen. Eine mutige Laiin aus Münster war es, die dieses Schauspiel sofort durchschaute.[4]

Als ein Mensch, der selbst Opfer eines Missbrauches geworden ist, kann ich über diese schäbige Art der Instrumentalisierung des Themas mich nur wundern, ja mehr noch: Es verletzt mich wiederum aufs Neue!

Nun soll also die schwere Sünde hoffähig gemacht werden, um die Verbrechen des Missbrauches zu bekämpfen. Diese „Afterlogik“ erschließt sich mir nicht, ja ich finde das geradezu beschämend und als erneuten Akt, die betroffenen Menschen zu verletzen.

Ebenso alarmierend ist die gegenwärtige Debatte um den Theologieprofessor Wucherpfennig, der meint, im Gefolge der neuen Agenda von Papst Franziskus, die Homosexualität gänzlich anders bewerten zu müssen, wie Schrift und Tradition es bisher aus guten Gründen immer getan haben.

Viele Theologen, ja sogar Bischöfe erklären diesem Theologen gegenüber ihre uneingeschränkte Solidarität. Die Dreistigkeit ihrer Argumentation ist geradezu atemberaubend. So meint eine Theologin aus Kassel, dass die ganze Schrift keinerlei Zeugnis enthalte, die die Homosexualität verurteile.[5]

Geradezu abenteuerlich sind die Einlassungen des Mainzer Bischofs Kohlgraf zum Thema: „Eine exegetische Anfrage“ an Aussagen des biblischen Römerbriefs zur Legitimität von Homosexualität sei dem Neutestamentler Wucherpfennig „jetzt zum Problem geworden“, so Kohlgraf. Er selbst könne nicht sagen, ob die Deutung des Jesuiten richtig sei. Doch er setze sich für Möglichkeit zur Debatte ein, da sie bei der „Reifung der Erkenntnis in der Kirche helfen“ könne.

Denn wenn jede Bibelstelle „direkt wörtlich geoffenbarte unveränderliche Wahrheit wäre, müssten wir aktuell Ehebrecher, Gotteslästerer, Wahrsager, ungehorsame Söhne und Töchter und Menschen, die am Sabbat ihr Auto waschen, steinigen“. Religiöse Bildung und theologische Forschung seien notwendig, „um das Verständnis der Heiligen Schrift zu retten und sie gegebenenfalls nicht der Lächerlichkeit preiszugeben“, so Kohlgraf, der vor seiner Wahl zum Mainzer Bischof im Jahr 2017 selbst Theologieprofessor war.[6]

Diese Argumentation wird bereits dadurch Lügen gestraft, dass die Bibel das Autowaschen gar nicht im Blick hatte, weil es ja bekanntlich zu biblischen Zeiten gar keine Autos gab. All dies ist nur noch als erbärmlich zu bezeichnen. Hier wird versucht, an Stellschrauben zu drehen, die der gesamten Tradition der katholischen Moraltheologie, ja dem Naturrecht und letztlich auch den Vernunftgründen zuwider laufen.

Ich selber sehe mich vor dem Hintergrund dieser neu aufkommenden Tendenz, die Sünde gut heißen zu wollen, gezwungen, von meiner Sündengeschichte zu erzählen. Nur so kann glaubwürdig deutlich werden, wie falsch diese sündenverharmlosende Tendenz ist. Hätte ich mich auf solche Stimmen als junger Mensch verlassen, wäre mein Leben völlig vom rechten Weg abgekommen. 

Hier spricht auch ein Mensch, der nicht nur Opfer, sondern auch Täter ist, ein großer Sünder, der der Barmherzigkeit Gottes besonders bedarf. Nein, keine Sorge: Ich habe keine Kinder oder Jugendlichen missbraucht. Nein, ich habe diesbezüglich auch keinerlei Empfindungen gehabt.

Aber ich bin in meinem Leben auf dem Gebiet der Sexualmoral sehr tief gefallen und habe mich vor Gott, der Kirche und den Menschen über einen langen Zeitraum schuldig gemacht. Während meiner Zeit im Theologenkonvikt, als ich mich auf den Weg machte, Priester zu werden, habe ich homosexuelle Erfahrungen mit einigen Studienkollegen, die ebenfalls Priesteramtskandidaten waren, gemacht.

Völlig verunsichert über meine sexuelle Identität bin ich in einen Strudel geraten, den ich zuvor nicht für möglich gehalten hatte. Als Schüler hatte ich Freundinnen. Ich träumte von schönen Frauen und hatte Sehnsucht nach ihnen. Aber, da war ein Problem: Ich hatte zugleich den inneren tiefen Drang, Priester werden zu wollen. Frauen musste ich mir fortan aus dem Kopf schlagen. Aber es blieb das Verlangen nach körperlicher Nähe und Zuwendung. Das konnte ich nicht verdrängen. Es war immer da.

Das Motivbündel zum Priesterwerden war breit gefächert. Es gab lautere, aber auch unlautere Motive. Nun bin ich dann diesen Weg ins Theologenkonvikt gegangen. Und dann überwältigte mich diese schlimme Sünde der ausgelebten Homosexualität.

Keine Angst, ich werde hier keinen „zwangsouten“. Das ist nicht mein Stil und entspricht auch nicht der Fairness. Ich werde auch keine Prozentzahlen mutmaßen. Soviel muss allerdings schon gesagt werden, es war kein singuläres Problem.

Ich hätte spätestens nach der ersten Erfahrung die Konsequenz ziehen und den Weg zum Priestertum abbrechen müssen. Doch meine Ratgeber, Priester, Freunde und auch Eltern, denen ich mich öffnete, rieten mir, durchzuhalten. Frei nach dem Motto: „Wird schon wieder! Du bist noch jung, das kann passieren. Wirst schon da raus kommen!“

Nein, auch das war im nachhinein ein großer Fehler. Denn in meiner Seele ist etwas passiert, was ich als schiere Deformierung meiner selbst empfand. Dann war ich ganz glücklich, als ich mich während des Studiums wieder in eine junge Frau verliebte und mit dieser dann  –  heimlich  –  eine Beziehung begann. Diese Heimlichtuerei war schrecklich.

Nun war ich innerlich wie erlöst, weil ich mich wieder einer Frau öffnen konnte. Und ich wollte nun wirklich meine Kandidatenlaufbahn abbrechen. Aber nein, auch nun riet man mir: „Halte durch! Mach mit der Frau Schluss und geh weiter Deinen Weg!“ – Darauf hätte ich nicht hören dürfen. Wieder ein großer Fehler von mir! 

In Münster konnte und wollte ich nicht mehr weitermachen. Nach der Admissio [7] und dem Diplom nahm ich zunächst eine Promotion in Theologie in Angriff, um Zeit zu gewinnen. Dann sah ich den einzigen Ausweg, weiter Priester werden zu können im Eintritt in einen Orden, einen strengen Orden, so dachte ich. Da wird es wohl besser sein und solche Dinge nicht mehr passieren…

Auch das war natürlich nicht richtig! Aber auch diesen Fehler habe ich gemacht und versuchte es dann noch einmal neu in einem Zisterzienserkloster, welches inzwischen aufgelöst ist. Vom Regen in die Traufe! Mehr sage ich dazu nicht. Was folgte: Der Ordensaustritt als Novize, noch rechtzeitig vor den zeitlichen Gelübden. Endlich ein konsequenter und richtiger Schritt!

Was blieb? Das totale Durcheinander meiner Gefühlswelt! Hin- und hergerissen in Sachen Sexualität! Ich wusste nicht mehr, wo mir der Kopf steht. Und nun glaube man bitte nicht, dass ich kirchlicherseits Hilfe bekam. Ich nahm mein Jurastudium auf mich und befand mich in großer seelischer Not.

Meinen Eltern gegenüber konnte ich mich öffnen. Das war eine große Gnadenstunde. Ich werde ihnen nie vergessen, mit welch großer Liebe sie mir damals begegnet sind. Mein Vater war entsetzt und verärgert über meine Hilflosigkeit und die Art und Weise, wie die Kirche mich mit diesem Dilemma nun völlig allein ließ. War ja nur noch ein Abgesprungener!

Er wandte sich damals telefonisch an einen unserer Familie gut bekannten Bischof, der im Rufe der Heiligkeit inzwischen längst verstorben ist. Dieser Bischof rief mich daraufhin an und vermittelte mir einen älteren Priester als Beichtvater, dem ich mich mit dieser Problematik öffnen könne. Er sagte mir, dass er mir mit seiner reichen Erfahrung sicher helfen könnte.

Gesagt, getan und ich wandte mich an diesen Priester. Alles, wirklich alles habe ich ihm erzählt. Ich habe mich geöffnet, um einen Reinigungsprozess zu beginnen. Und was passierte dann? Man glaubt es kaum:

Dieser alte Priester erzählte mir von der Schönheit des männlichen Körpers. Ich müsse lernen, dieses Gefühl in mir zu akzeptieren. Und dann sein Angebot: Es wäre gut, wenn wir mal zusammen schwimmen gehen würden. So eine ganzheitliche Erfahrung könne für mich nur hilfreich sein.

Geht’s noch? Da war sie dann wieder. Eine neue Missbrauchserfahrung, die ich allerdings nicht beim zuständigen Ordinariat zur Anzeige gebracht habe, weil ich schon erwachsen war. Aber moralisch ist die Sache doch ein Hammer – oder nicht?  

Ich glaube allerdings, dass der empfehlende Bischof von diesen Lüsten des alten Priesters keine Ahnung hatte. Jedenfalls konnte ich darüber dann auch zunächst überhaupt nicht reden. Zuviel ist eben zuviel! So ein traumatisches Erlebnis verdrängt man über Jahrzehnte, weil man sonst damit gar nicht leben kann. Wieder ein weiterer Raum in der Seele, wo „Mist“ gebunkert werden muss.

Nun hatte ich auf gut Deutsch gesagt „die Schnauze voll“ von allem, was katholisch ist. Ich konnte es in dieser Kirche nicht mehr aushalten. Um meinem Glauben nicht ganz an den Nagel hängen zu müssen, wurde ich während meiner Referendarzeit dann auch evangelisch.

Es blieb aber meine innere Zerrissenheit und ich fasste in mir den Entschluss, dass ich aufgrund meiner homosexuellen Erlebnisse nicht mehr für eine Frau zumutbar bin. Ich wollte auf gar keinen Fall eine Frau „benutzen“, um mein Leben neu in den Griff zu bekommen. Das Thema Ehe und Familie war abgeschrieben. Das Thema Priestertum war abgeschrieben. Vieles in meinem Leben erschien mir sinnlos zu sein. Mein Ausweg: Ich stürzte mich in die Arbeit, die mir allerdings auch viel bedeutete.

Doch dann kam, ganz unerwartet die Wende. Ich stand schon im Beruf des Verwaltungsjuristen und machte als Protestant Tage der Einkehr im Kloster Helfta in Ostdeutschland. 

Und dort passierte dann das, was ich heute als Wunder von Helfta bezeichne. Ich lernte dort in der Gruppe sie kennen, meine Susanne, die seit zehn Jahren meine Ehefrau ist. Ich war recht schnell in sie verliebt. Wir gingen miteinander spazieren und unterhielten uns.

Das großartige Gefühl, wieder eine Frau wirklich lieben zu können, wurde in mir immer stärker. Und nun wandte ich mich an Maria, die Mutter Jesu. In der Klosterkirche ist ein kleines Marienfenster, vor dem man sich auf Augenhöhe hinsetzen kann. Vor jeder Vesper in diesen Tagen habe ich dann eine Stunde gesessen und Maria mein Anliegen vorgetragen: „Maria, ich bin zwar nicht mehr Mitglied der katholischen Kirche, aber ich bin doch immer noch dein Kind! Bitte hilf mir jetzt und zeige mir den Weg, wie ich dieser Frau meine Liebe eröffnen kann.“

Und dann ging alles wie von selbst. Im Mai des nächsten Jahres waren wir schon verheiratet. Vor der Eheschließung habe ich meiner Frau meine ganze Vorgeschichte offen gelegt. Das war eine schwere Stunde, aber sie war nötig. Ich hätte sonst das Jawort nicht geben können.

Nach der Eröffnung meiner Geschichte lächelte sie mich nur liebevoll an und sagte: „Na und? Glaubst Du etwa, dass ich Dich jetzt weniger liebe, nein ganz im Gegenteil!“ –  Und genau diese gegenseitige Offenheit und Ehrlichkeit ist es, welches als Fundament unsere Beziehung bis heute trägt.  

Und nun das Ende der Geschichte: Durch Susanne wurde ich endlich wieder Mensch, ein ganzer Mensch. Zum ersten Mal konnte und durfte ich die menschliche Sexualität als etwas wirklich Gutes erfahren. Warum? Weil sie in der Ehe zwischen Mann und Frau  –  und nur dort  – ganzheitlich und schöpfungsgemäß in Treue gelebt werden kann. Das ist nicht nur trockene Theologie, nein, das ist zutiefst meine beglückende Lebenserfahrung, die ich offenkundig aufgrund der Hilfe Mariens machen durfte und immer noch machen darf.

Und durch diese Lebenswende fand ich auch wieder den Weg zur Kirche zurück. Danke Susanne! Danke, liebe Gottesmutter!

Und was muss ich nun erleben: Bischöfe, die dem Zeitgeist verfallen sind und ganz offenkundig nicht mehr die Unterscheidung der Geister besitzen. Ihnen ruf ich zu: Bekehrt Euch!

Ja, als Bekehrter ruf ich Euch dies zu: Bekehrt Euch! Lasst ab von allen schlüpfrigen Wegen, die Lehre von der gottgewollten Sexualität zu verwässern und zu verfälschen. Nutzt bloß nicht die Vertuschungsverbrechen in Euren Reihen dazu, nun eine Legitimation für die Aufweichung der Sexualmoral zu treffen. Wenn ihr das tut, seid ihr auf dem Weg des Unheils, weil ihr Gottes gute Schöpfungsordnung durch Eure zeitgeistige Verkündigung verletzt.

Schon vor Jahrzehnten hat ein tapferer Bischof gegen all das seine Stimme erhoben, was Ihr heute meint, anrichten zu müssen. Ich spreche von Erzbischof Albino Luciani, der heute auf den Tag genau vor vierzig Jahren als Papst Johannes Paul I. verstarb. Er war wie ein Meteor in dunkler Nacht, der nur kurz aufleuchten durfte in der damals bereits herrschenden Finsternis unserer Kirche.

Prophetisch sind die Aussagen zu Fragen des schon damals aufkommenden moralischen Relativismus, der die naturrechtliche Ordnung durch teleologische Winkelzüge zerstören will. Er sah die Dinge ganz klar. Ein beredtes Zeugnis für diese Haltung finden wir in seinen wunderbaren Briefen an berühmte Personen der Welt- und Kirchengeschichte, hier in seinem Brief an den hl. Evangelisten Lukas, in dem er die Not der Bischöfe so beschreibt:

„Gesetze und Normen werden als eine Sache betrachtet, die man als Unterdrückung und Entfremdung ablehnen muss. Man empfindet sogar Freude dabei, wenn man über die Gesetze spotten kann. Das einzige, was heute verboten ist, sagt man, sei das verbieten. […] Selbst in kirchlichen Kreisen, wo ein Gesetz nach dem anderen abgeschafft wird, wendet man in leichtfertiger und unachtsamer Weise das ‚Quantum potes tantum aude‘ (‚Gehe, soweit du kannst‘) an.

Man verbreitet Meinungsumfragen, die mehr oder weniger wissenschaftlich sind und die alle mit dem gleichen Schlusssatz enden: ‚Liebe Leute, Ihr seid in der gegenwärtigen Situation unglücklich; wenn Ihr glücklich sein wollt, müsst Ihr alles ändern und die Strukturen auf den Kopf stellen. Man bringt dann auch noch die Psychologie ins Spiel, die Wissenschaft, die die menschlichen Fakten erklärt. Die Ehebrecher, die Sadisten und Homosexuellen werden von den Tiefenpsychologen fast immer entschuldigt: die Schuld liegt bei den Eltern, die ihre zarten und engelhaften Sprösslinge nicht immer so geliebt haben, wie sie hätten sollen. Eine ganze Literaturgattung scheint als Losungswort zu haben: ‚Immer auf den Vater!‘ Der Vater ist für fast alles verantwortlich.

Eine andere Literaturgattung möchte alle Gesetze abschaffen. Sie verlangt die unbegrenzte Geburtenregelung, die Freigabe der Abtreibung nach dem Willen der Mutter, Scheidung wie beliebt, voreheliche Beziehungen, Homosexualität, freien Drogenmissbrauch. Es ist eine Sturmflut, eine Art Wirbelsturm, der auf uns zukommt, lieber heiliger Lukas. Was kann ein armer Bischof dagegen tun? “[8]

Das sind prophetische Worte, geschrieben im Jahr 1974!

Man könnte meinen, er beschreibt unsere durch Genderismus und Libertinismus verdorbene Gesellschaft, die selbst bei vielen Kirchenoberen inzwischen ansatzweise an Akzeptanz gewonnen hat. Ja, die Sturmflut ist über uns hereingebrochen, doch nur wenige wollen oder scheinen es zu merken.

Ihr Bischöfe, lasst Euch doch bitte wieder anzünden von der Glut, die diesen heiligmäßigen Bischof und Papst ganz offensichtlich durchdrang. Hört auf seine Prophetie und werdet endlich wieder selber zu Propheten unserer Zeit!

Ich bin froh und dankbar, dass ich nun auch in der Lage bin, diese Geschichte meiner Schuld offen zu legen. Ich tue dies sicher nicht leichten Herzens. Aber ich kann dies auch tun, weil ich eben eines nicht bin: erpressbar!

Meine Familie weiß eben Bescheid. Und ich möchte dadurch einen jeden, der sich wegen seiner Schuld aufgegeben hat, mitgeben: Bekehrung ist immer, wirklich immer möglich!

Wende Dich an Maria, die allzeit Reine! Sie wird Dir sicher helfen, Dein Leben wieder zurück in die Spur ihres göttlichen Sohnes und Erlösers zu versetzen.

Ich hoffe und bete dafür, dass die Kirche befreit wird von den vielen verdorbenen Klerikern, die nun versuchen, den Weg des Irrtums zu gehen und dadurch viele Menschen in Versuchung bringen, ihr Seelenheil aufs Spiel zu setzen.

Anmerkungen:

[1] Siehe den Bericht in der Tagespost https://www.die-tagespost.de/kirche-aktuell/online/Deutsche-Bischoefe-verpflichten-sich-zur-Aufarbeitung;art4691,192301.
[2] MHG-Studie, S. 17: https://www.dbk.de/fileadmin/redaktion/diverse_downloads/dossiers_2018/MHG-Studie-gesamt.pdf. Damit ist klar, wohin der DBK-Zug nun droht zu rollen, in den Abgrund.
[3] Vgl. https://www.katholisch.de/aktuelles/standpunkt/auch-priester-mussen-uber-ihre-sexualitat-reden-konnen.
[4] Vgl. https://charismatismus.wordpress.com/2018/09/26/homosexualitaet-missbrauch-und-paederastie-sollen-aus-taetern-jetzt-opfer-gemacht-werden/
[5] Vgl. https://www.katholisch.de/aktuelles/aktuelle-artikel/an-keiner-stelle-verurteilt-die-bibel-homosexualitat. Siehe hierzu die klare Bewertung von F. Küble auf https://charismatismus.wordpress.com/2018/10/18/theologin-muellner-zur-causa-wucherpfenning-der-streit-um-bibel-und-homosexualitaet/
[6] Vgl. https://www.katholisch.de/aktuelles/aktuelle-artikel/kohlgraf-fordert-wissenschaftlich-begrundete-bibelauslegung.
[7] Das ist die offizielle Annahme der Weihekandidaten durch den Bischof zum Ende des Studiums.
[8] Albino Luciani, Ihr ergebener Albino Luciani. Briefe an Persönlichkeiten, 4. Aufl., München 1979, S. 199 f.

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Wenn die Mißbrauchskrise für das Drängen nach „Reformen“ mißbraucht wird

Von Felizitas Küble

Wenn jemand meint, die katholische Kirche solle diese oder jene Änderung in Lehre bzw. Praxis vornehmen, so ist es ihm unbenommen, seine Forderungen aufzustellen.

Unseriös wird es allerdings, wenn hierbei suggiert wird, ohne die Einführung zeitgeistig angepaßter „Reformen“ werde die Kirche quasi den Bach runtergehen oder gleich ganz untergehen. Damit soll eine gewisse Panik erzeugt werden, um eigenen Forderungen mehr Durchschlagskraft zu verleihen.   

Noch unfairer ist allerdings die Anwendung der „Mißbrauchs-Keule“, denn damit werden die Opfer sexueller Übergriffe für die eigene Reform-Agenda vereinnahmt – der Mißbrauch wird gleichsam mißbraucht.

Ein aktuelles Beispiel hierfür lieferte unlängst der Kirchenhistoriker und katholische Priester Dr. Hubert Wolf:

Der Geschichtsprofessor aus Münster referierte in Amelsbüren, worüber die „Westfälischen Nachrichten“ am 21.9. unter dem Titel „Wolf spricht von der letzten Chance“ berichteten.

Historiker Wolf: Kirche als „unglaubwürdiger Laden“ unzumutbar

Dabei kamen die diverse Forderungen Wolfs nach Abschaffung des Pflichtzölibats und der Einführung von Diakoninnen zur Sprache.

Dabei hat sogar der liberale ZdK-Präsident Dr. Thomas Sternberg kürzlich klargestellt, dass das ehelose Leben keineswegs die Ursache für Missbrauchstaten ist, weshalb er jeden kausalen Zusammenhang deutlich als „grotesk“ bezeichnete. (Siehe hier: https://charismatismus.wordpress.com/2018/10/02/sogar-zdk-praesident-sternberg-stellt-klar-kein-zusammenhang-von-zoelibat-und-missbrauch/)

Laut WN-Artikel hat Professor Wolf „angesichts einer existenzbedrohenden Krise“ erklärt: „Entweder es gibt jetzt eine Reform oder es ist vorbei.“  – Damit nicht genug, behauptet der Geistliche, es sei keinem Katholiken weiterhin zuzumuten, „in einem so unglaubwürdigen Laden zu bleiben“.

Wenn ein Priester seine eigene Kirche als „unglaubwürdigen Laden“ verunglimpft, hat dies mit sachlicher Kritik oder diskutablen „Reformwünschen“ nichts mehr zu tun. Zudem darf von einem Historiker eine seriöse Argumentation statt solcher mehr als salopper Sprüche erwartet werden.

Zeitgeistige Formen des Klerikalismus heute

Dazu paßt dann die Forderung nach „Abschied vom Klerikalismus“, wobei sich Prof. Wolf hierbei auf Bischof Felix Genn von Münster (siehe Foto) beruft, der bereits zuvor einen sogenannten „Klerikalismus“ als Ursache der Mißbrauchskrise vorstellte. Damit wird jedoch von den eigentlichen Problemen abgelenkt.

Zudem besteht der tatsächliche Klerikalismus gerade darin, sich über die Lehre Christi hinwegzusetzen und an der eigenen theologischen Spielwiese zu basteln. Das ist kein Dienst an der Kirche, sondern Anbiederung an den Zeitgeist und die Suche (oder gar Sucht?) nach dem Beifall der Welt (und der Medien).

Näheres hierzu hat Dr. Markus Büning bereits erläutert: https://charismatismus.wordpress.com/2018/09/08/nicht-der-klerikalismus-ist-das-problem-sondern-oberhirtliche-ablenkungsmanoever/

Wenn Prof. Wolf sodann meint, ohne die von ihm verlangten Reformen sei es mit der Kirche „vorbei“, so vergißt er wohl, daß die Kirche eine Stiftung Christi ist, der durch seine Botschaft und seine Sakramente weiterwirkt in der Geschichte, was auch in Zukunft so bleiben wird. Der Garant für die Fortdauer der Kirche ist unser HERR selbst.

 


Ein Missbrauchsopfer hält der Kirche die Treue

Unser bewährter Gast-Autor Dr. Markus Büning hat ein bewegendes und nachdenkliches Buch unter dem Titel „Dreimal ausgeliefet, aber ich bleibe dennoch!“ verfaßt und im Christiana-Verlag herausgebracht. 

Der Theologe und Jurist hat damit ein – so der Untertitel –  „Plädoyer eines Missbrauchopfers für die Erneuerung der Kirche“  verfaßt.

In dieser persönlichen Streitschrift deckt er schonungslos einen dreifachen Missbrauch in der Kirche auf: den sexuellen Missbrauch, den liturgischen Missbrauch und den Kanzel- und Lehrmissbrauch.

Engagiert plädiert Büning für eine Reinigung und Erneuerung der Kirche im Geiste des Glaubens. Er beklagt Vertuschung und Tatenlosigkeit durch die Bischöfe und fordert Offenlegung aller Missstände und konsequentes Handeln der Verantwortlichen.

Im zweiten Teil erklärt der Verfasser anhand von vier biblischen Impulsen, warum er trotz allem weiter in der katholischen Kirche bleibt.

Das Geleitwort zu dieser Publikation stammt von Bernhard Müller, dem Chefredakteur des katholischen PUR-Magazins, einer Monatszeitschrift aus dem Fe-Verlag, der mit dem Christiana-Verlag verbunden ist. Außerdem ist er Mitherausgeber des Vatican-Magazins.

Das lesenswerte Buch kostet nur 5 Euro kann hier direkt bestellt werden: https://www.fe-medien.de/dreimal-ausgeliefert


Nicht der „Klerikalismus“ ist das Problem, sondern oberhirtliche Ablenkungsmanöver

Von Dr. Markus Büning

Seit Tagen müssen wir uns von unseren Oberhirten gebetsmühlenartig anhören, der Klerikalismus sei die Ursache der Missbrauchskrise  –  gemeint ist der sexuelle Missbrauch von Kindern und Jugendlichen durch Geistliche.

Papst Franziskus gab mit seinem Schreiben an die Gläubigen hierzu den Aufschlag (http://w2.vatican.va/content/francesco/de/letters/2018/documents/papa-francesco_20180820_lettera-popolo-didio.html).

Seine bischöflichen Vasallen scheinen ihm hier unisono zu folgen, siehe hier nur für viele die Stellungnahme des Bischofs Dr. Genn aus Münster: http://www.katholisch.de/aktuelles/aktuelle-artikel/wegen-missbrauch-genn-fordert-ende-von-klerikalismus.

Die Gründe für diese nunmehr gängige Worthülse zur scheinbaren Aufarbeitung sind vielschichtig.

Zum einen dient sie dazu, dass Kernproblem nicht anzusprechen. Bischof Eleganti aus der Schweiz allerdings war es, der hier den Finger trotz aller Vernebelung in die Wunde legte, indem er auf das Problem des Homosexualismus im Klerus zutreffend hinwies (siehe hier: https://charismatismus.wordpress.com/2018/09/05/schweizer-weihbischof-eleganti-beklagt-tabu-um-kirchl-homosexuellen-problematik/).

Und genau davon will der Papst und die ihm vollends ergebenen Hirten nichts hören. Warum? Weil sie fürchten, von den Medien dieser Welt verbrannt zu werden, als homophob und ewig gestrig. All dies ist durchschaubar.

Aber es gibt für diese bischöfliche Nebelkerze auch noch einen anderen Grund: Letztlich schiebt man von bischöflicher Seite nun alles auf den niederen Klerus, der offenbar vom selbstherrlichen Klerikalismus infiziert sei. Und hierbei werden dann vor allem die Priester diffamiert, die seit Jahren nur eines wollen, nämlich treue katholische Priester sein!

Ja, gerade diese Geistlichen, die Priesterkleidung tragen und sich an den Ritus des Missale halten und die Hl. Messe würdig zelebrieren, geraten nun in das Fadenkreuz bischöflicher Problembewältigung. Gerade diese Priester sollen ganz offenbar mit dem Schlagwort des Klerikalismus getroffen werden. All dies ist höchst gefährlich!

Und wer tut solches? Der Bischof von Rom und all die Bischöfe, die auf einmal entdecken, wie wichtig die Papsttreue ist. Warum? Weil es ihnen nun in die Agenda passt! Es ist alles so durchschaubar! Nun auf einmal wird von einigen Bischöfen die unbedingte Papsttreue gefordert. Unter Benedikt XVI. und Johannes Paul II. habe ich solche Töne aus dem deutschen Episkopat nie gehört. Warum ist das jetzt anders?

Weil man sich von Franziskus die neue Kirche erwartet. Die Kirche der Beliebigkeit, in der alles geht und man so endlich, endlich der Welt gefallen kann, ja den Jubel fast aller erwarten darf. Das ist übrigens auch der Grund, warum die weltlichen Leitmedien derzeit weitgehend zum Kirchenskandal schweigen. Sie wollen den ach so reformerischen Papst decken und beteiligen sich so selbst am Werk einer teuflischen Vertuschung. Auch unterlassene Berichterstattung ist Fake-News-Berichterstattung!

Interkommunion, Kommunion für wiederverheiratete Geschiedene, Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften, Gottesdienste ohne festgelegten Ritus, alles ad libitum. Das scheint die Kirche zu sein, die diese Hirten nun erwarten.

Manche gehen sogar so weit, dass rebellische Frauen Morgenluft wittern und sich auch schon mit der Kasel am Altar wähnen. In einem Dekanat des Bistums Münster findet auf Dekanatsebene bereits eine Tagung für kirchliche Mitarbeiter zum Thema Frauendiakonat statt. Der zuständige Dechant lädt ein und der zuständige Episkopos schweigt.

Genau diese Kirche wird offenbar gewünscht und dafür scheint Franziskus die Gallionsfigur zu sein, die nun mit der Mentalität eines von bischöflicher Seite eingeforderten sakrosankten Führerkults in einer völlig unkritischen und devoten Weise geschützt wird. Das Ganze grenzt schon am Verstandesopfer, koste es was es wolle. Ja, es wird einem schwindelig dabei!

So etwas hat es in dieser Kirche wohl noch nie gegeben. Diese Masche scheint ein kirchenhistorisches Novum zu sein, welches die Einheit der Kirche in ihren Grundfesten erschüttert. Und all diejenigen Bischöfe, die nun so handeln, müssen sich doch fragen lassen, ob nicht sie es sind, die ihre Macht nun missbrauchen.

Ja, sie trifft der Vorwurf des ungehemmten Klerikalismus in der Gestalt eines bourgeoisen Episkopalismus, der nur eines will, der Welt gefallen.

Und nun frage ich diese Herren Bischöfe, wo sie in den letzten Jahrzehnten denn ihre Macht zu folgenden Themen ausgeübt haben: Liturgischer Missbrauch, Kanzelmissbrauch, häretischer Religionsunterricht, Verunstaltung der Kirchenräume usw. usw.?

Zu all diesen Themen sind die Schubladen deutscher Ordinariate gefüllt mit Beschwerdebriefen, wohl eher sind diese Briefe schon längst geschreddert. So gut wie nichts haben sie hier getan, die Herren Episkopen, das heißt übrigens übersetzt Aufseher und nicht Wegseher! Das alles ist nur noch erbärmlich.

Diese „Hirten“ haben es über Jahrzehnte weitgehend zugelassen, dass diese Kirche zu einer Karikatur geworden ist, in der der Glaube und die Frömmigkeit weitgehend verdunstet sind. Ja und wenn dann Mitbrüder da waren, die anders dachten, wollte man nur eines, sie möglichst schnell entsorgen. Man denke nur an die Bischöfe Mixa und Tebartz van Elst. Diese Oberhirten entsprachen nicht dem üblichen Wohlfühlkatholizismus westdeutscher Prägung, der auch die ostdeutsche Diaspora, die zu Verfolgungszeiten in der DDR noch weitgehend intakt war, inzwischen infiziert hat.

Solange diese Bischöfe nicht anfangen, ihr von Gott verliehenes Amt im Sinn der der kirchlichen Überlieferung auszuüben, trifft sie der Vorwurf eines angepassten Klerikalismus, der eben nicht bereit ist, die Missstände in dieser Kirche zu bekämpfen. Nein, ganz im Gegenteil, die Missstände schienen nunmehr eine weitere Flanke zur Deformation zu bieten. All dies ist nur noch zu bedauern.


Warum die Wahrheit frei macht – das gilt auch für die „Vigano-Krise“

Von Dr. Markus Büning

Seit einer Woche ist die katholische Welt erschüttert durch das Zeugnis des ehem. Nuntius in den USA, Erzbischof Vigano, der angesichts der Missbrauchsskandale in den USA schwere Vorwürfe gegenüber dem regierenden Papst inklusive Rücktrittsforderung erhoben hat (Quelle: https://www.die-tagespost.de/kirche-aktuell/online/Exklusiv-Das-Schreiben-von-Ex-Nuntius-Vigano-in-deutscher-Uebersetzung;art4691,191445).

Die bisherigen Reaktionen sind vielschichtig. Vigano wird nun von manch einem Papstverteidiger in Misskredit gezogen. Der Papst wird von progressiver Seite mit geradezu papalistischem Fanatismus verteidigt. Ein Kardinal liberaler Provenienz warf Vigano sogar die „Sünde wider den Heiligen Geist“ vor. Der Papst selbst will derzeit dazu nichts sagen. Das kennen wir alle ja schon aus der Dubia-Episode. Einige Konservative scheinen sich demgegenüber diebisch zu freuen, endlich das Ende des Pontifikates herbeiführen zu können.

Diese Gemengelage ist höchst gefährlich, weil sie das Ansehen der Kirche in mehrfacher Hinsicht beschädigt. Folgende grundsätzliche Anmerkungen möchte ich daher machen:

Meines Erachtens instrumentalisieren derzeit einige Teile aus beiden Lagern, Progressive und Konservative, den Missbrauchsskandal auf ganz erbärmliche Weise für ihre jeweiligen kirchenpolitischen Positionen.

Einige Progressive wollen einfach nicht wahrhaben, dass die meisten Opfer sexuellen Missbrauches durch Kleriker männliche Jugendliche sind, soll heißen, hier drängt sich durchaus die Frage nach einer „klerikalen Homolobby“ auf, die seit Jahrzehnten versucht, die Sündhaftigkeit der praktizierten Homosexualität in der Kirche zu leugnen. Dies ist aus meiner Sicht zutiefst unanständig, ja reine Realitätsverweigerung!

Und nun komme man mir bloß nicht mit dem Argument, es gebe schließlich auch heterosexuelle Missbrauchstäter. Mir ist völlig klar, dass es auch heterosexuelle Kindesmissbraucher gibt. All dies ist genauso schlimm.

Aber wir reden hier über das spezifische Missbrauchsszenario in der katholischen Kirche. Und da stellt sich die Lage nunmehr doch wohl so dar, dass das Opferspekturm so ist, wie ich es hier beschrieben habe. Mir geht es überhaupt nicht um die Verunglimpfung homosexuell empfindender Menschen. Dazu habe ich gar kein Recht und das will ich auch nicht. Jeder Mensch, ausnahmslos jeder Mensch, ist von Gott geliebt und jeder Mensch muss selber sein Leben vor unserem Herrgott verantworten.

Aber meine Frage ist eine ganz andere: Kann es sein, dass die Aufklärung des strukturellen Missbrauchs durch Kleriker nicht hinreichend gelingt, weil es inzwischen so viele homosexuell praktizierende Kleriker gibt, die diese Dinge einfach nicht aufgeklärt haben wollen? Wenn ja, warum?

Weil sie in der Moraltheologie eine gänzlich andere Behandlung homosexueller Praxis durchsetzen wollen, als es im immer noch geltenden Weltkatechismus niedergeschrieben ist? Fragen über Fragen, die im Raum stehen und redlich beantwortet werden müssen.

Die Kirche hat hier noch (!) eine klare Haltung: Praktizierte Homosexualität ist eine Sünde gegen das Sechste Gebot (vgl. Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 2357-2359). Das ist die Haltung des Lehramtes, die immer noch gilt.

„Hasse die Sünde, aber liebe den Sünder!“, sagt uns der hl. Augustinus. Wenn ich die Sünde Sünde nenne, diskriminiere ich noch lange nicht den Menschen, der sündigt. Papst Franziskus hat zu Beginn seines Pontifikates mit seiner eben diese Differenzierung verkennenden Ausruf „Wer bin ich, zu verurteilen!“ sich selbst der moraltheologischen Klarheit beraubt und so erst den Nährboden dafür bereitet, dass nun einige seiner bischöflichen Kollegen sogar laut über die Segnung der homosexuellen Partnerschaften nachdenken.

Das wäre unter Johannes Paul II. und Benedikt XVI., die einen klaren moraltheologischen Kurs hielten, undenkbar gewesen, ja nicht ohne Konsequenzen für solche Kleriker geblieben! Wir werfen hier heute die Dinge zu oft durcheinander und kommen in Gefahr, die Wahrheit zu verwässern.

Einige Konservative versuchen nun, den Papst zum Rücktritt zu zwingen. Auch solchen „Spielchen“ stehe ich sehr reserviert gegenüber. Allerdings stehen nun mal gravierende Vorwürfe seitens Viganos im Raum. Sollten diese nicht stimmen, sind sie doch zu widerlegen. Stimmen sie allerdings, hätte dies für die Glaubwürdigkeit des Papstes ganz schlimme Folgen.

Ich selbst maße mir nicht an, den Wahrheitsgehalt dieser Aussagen zu beurteilen, weil ich dies gar nicht kann. Ich habe hierzu überhaupt nicht die geringste Möglichkeit, mir ein verlässliches Urteil bilden zu können. Das ist auch nicht meine Aufgabe!

Eines ist aber ganz klar: Ein schmollendes „Dazu sage ich nichts!“ seitens des Papstes reicht hier nun wirklich nicht mehr aus. Nein, nun ist er gefordert, die Dinge aus seiner Sicht darzustellen. Tut er dies nicht, bleibt der von Vigano beschriebene Schmutz an seiner weißen Soutane kleben!

Darüber muss der Herr Papst sich doch nun wirklich im Klaren sein. Nein, auch der Papst muss Rede und Antwort stehen, wenn ihm etwas zur Last gelegt wird. Er ist nicht der liebe Gott! Alle verschrobene Papolatrie, ob konservativ oder progressiv motiviert, muss nun ein für allemal ein Ende haben! Hat sie das nicht, werden die Missbrauchsfälle niemals aufgeklärt.

Es bleibt am Schluss dieser Ausführungen wohl nur eines: NUR DIE WAHRHEIT WIRD UNS FREI MACHEN!

In diesem Sinne verweise ich mit voller Zustimmung auf den sehr bemerkenswerten Artikel von Michael Meier (Religionsexperte vom Schweizer Tagesanzeiger). Dieser Mann gehört sicher nicht der Anti-Franziskus-Front an, sondern betreibt nur eines: soliden Journalismus.

Hier der Text des Artikels im Wortlaut:

Das befremdliche Schweigen der beiden Päpste Auch wenn die Vertuschungsvorwürfe gegen Papst Franziskus zu einer konzertierten Aktion der Konservativen gehören, müssen sie nicht unwahr sein. Die beispiellosen Vorwürfe von Erzbischof Carlo Maria Vigano an das Kirchenoberhaupt haben das Zeug, die katholische Kirche an Haupt und Gliedern zu erschüttern. Der frühere Nuntius in Washington, also der Repräsentant des Vatikans in den USA, will Franziskus schon 2013 gesagt haben, dass der emeritierte Erzbischof von Washington, Theodore McCarrick, «Generationen von -Priestern und Seminaristen verdorben» habe.

Franziskus aber habe sich über die angeblich von Papst Benedikt 2008 und 2009 erlassenen Sanktionen gegen McCarrick hinweggesetzt und ihn zum engen Berater gemacht. Erst vor Wochen, als eine Untersuchung dessen Übergriffe auf einen Minderjährigen und Seminaristen erhärtete, entließ Franziskus ihn aus dem Kardinalsstand. Man kann Leitartikler Mathew Schmitz in der «New York Times» nur beipflichten, dass Franziskus zurücktreten müsste, sollten die Vorwürfe wahr sein.

Aber sind sie es auch? Das Schreiben sei eine Mischung aus «Fakten, Fiktion und Gift», hieß es alsbald, eine konzertierte Aktion von Internetportalen, letztlich ein Putschversuch des rechtskatholischen Franziskuskritischen Lagers in der US-Kirche. Das ist durchaus möglich, ja plausibel.

Aber auch wenn die Komplott-These zutrifft, die Vorwürfe von Vigano entkräftet sie nicht. Diesen als rachsüchtig darzustellen, weil er 2016 von Franziskus in Pension geschickt wurde, ist kurios. Vigano hatte damals mit 75 Jahren schlicht das ordentliche Pensionsalter der Bischöfe erreicht.

Eigenartig berührt das Schweigen der beiden Päpste. Benedikt XVI. habe sich zum Memorandum von Vigano nicht geäußert und werde es auch nicht tun, erklärte sein Privatsekretär Georg Gänswein. Warum schweigt der Ex-Papst, wenn er seinen Nachfolger entlasten könnte? Franziskus selber mag «kein Wort» zu den Vorwürfen sagen.

Die Medien sollten das Papier gründlich studieren, forderte er, und sich ihr eigenes Urteil bilden. Warum dementiert er nicht einfach? Außer Vigano täte er damit niemandem weh. Wusste der Vatikan Bescheid?

Pennsylvanias Generalstaatsanwalt Josh Shaphiro, der vor zwei Wochen über den Missbrauch von 300 Priestern an tausend Kindern berichtete, erklärte im Nachgang zum Vigano-Schreiben, der Vatikan habe über die Vertuschung von Missbrauch in der US-Kirche Bescheid gewusst. Ob Franziskus selber auch, könne er nicht sagen.

Durchaus möglich, dass Franziskus allen Vorwürfen zum Trotz den für die Armen engagierten McCarrick schätzte und förderte. Schließlich hatte er nach Amtsantritt 2013 auch Kardinal Georg Pell zum Finanzchef und in den Kardinalsrat berufen, obwohl die Missbrauchsvorwürfe gegen ihn längst bekannt waren. Derzeit steht Pell in Melbourne vor Gericht, angeklagt, sich einst an einem Jungen vergriffen und Missbrauchspriester gedeckt zu haben.

Es ist bekannt, dass sich Franziskus in der Personalpolitik nicht dreinreden lässt. Wenn sie ihm sympathisch sind, steht er auch zu den schwarzen Schafen. Er verlässt sich auf den Heiligen Geist, das heißt auf sein Bauchgefühl. Wobei die Reflexion zu kurz kommt.

Die richtigen Schlüsse hat Kardinal Daniel Di Nardo gezogen, der Vorsitzende der US-Bischofskonferenz: Die aufgeworfenen Fragen verdienten «schlüssige und auf Beweisen basierende Antworten». Vom Vatikan fordert er eine umfassende Aufklärung der Vorwürfe und drängt auf eine baldige Audienz beim Papst.

Diesen muss er nur an dessen eigene Worte erinnern: «Vertuschung war gestern, jetzt ist Transparenz angesagt.»“ (Quelle: https://www.tagesanzeiger.ch/ausland/europa/das-befremdliche-schweigen-der-beidenpaepste/story/21866772).

Dieser Schweizer Journalistenforderung ist nichts, aber auch gar nichts hinzuzufügen.


Papst Franziskus hat den vielbeschworenen „Geruch der Schafe“ verloren

Von Thomas May

Die Papstbotschaft zum sexuellen Missbrauch vom 20. August ist in der Tat „absolut unzureichend“, wie Dr. Markus Büning schreibt, und lässt in einen tiefen Abgrund blicken. Nebenbei wird offenkundig, dass Papst Franziskus selbst den „Geruch der Schafe“ verloren hat.

Dr. Büning bemängelt: „Es [das Papstschreiben] erschöpft sich in einem weitgehenden unkonturierten ‚Pastoralsprech‘, der letztlich das Leid der Opfer und ihrer Angehörigen nicht ernst genug nimmt.“

Ja, es ist ein weitgehend schwammiges, sich am Kern des Skandals vorbeiwindendes Gefasel. Völlig unpassend ist es, ausgerechnet in diesem Zusammenhang auf die paulinische Metaphorik von den „Gliedern am Leib Christi“ zu verfallen. Welch schreckliche Erinnerungen muss das Wort „Glied“ bei Missbrauchsopfern erneut wecken!

Allein dieser Mangel an sprachlichem Feingefühl spricht für die Wahrscheinlichkeit, dass Papst Franziskus der persönliche innere Zugang zu dem, was den Opfern angetan wurde, fehlt.

Ferner beanstandet Dr. Büning: „Zudem fehlt hier ein klares HANDLUNGSkonzept: Was ist denn nun mit den Bischöfen, die gefehlt und vertuscht haben?“

Im Gegensatz zu Papst Benedikt XVI., der aktiv daranging, Missbrauchstäter und die Schuldigen, die sie deckten, aufzuspüren, und der insgesamt 800 Priester sowie monatlich zwei oder drei Bischöfe (weltweit) ihres Amtes enthob, bediente sich Franziskuks schon bisher einer rein defensiven Salami-Taktik, immer nur zuzugeben, was nicht mehr zu leugnen und zu vertuschen war (z. B. Chile).

Auch jetzt lässt er nicht erkennen, wie er den Sumpf, dessen wichtigste Protektoren in seiner nächsten Umgebung anzusiedeln sind, austrocknen möchte.

Notwendig wäre vor allem eine EXTERNE, UNABHÄNGIGE, von LAIEN geleitete Kommission, welche die Verstrickung der Kurie, ihrer Mitarbeiter und deren Verbindungen („Homo-Lobby“) untersucht und selbstverständlich den Nachfolger Petri davon nicht ausnehmen darf.

Aber wie schon bei dem gescheiterten Versuch, die dubiosen Finanzgeschäfte des Vatikans mit Hilfe eines externen Unternehmens durchleuchten zu lassen, wird auch anlässlich des jetzt erneut aufgeflammten sexuellen Missbrauchsskandals klar, dass sich der Vatikan nicht von außen in die Karten schauen lassen möchte.

Anders gesagt: Aufklärung ist unerwünscht  –  stattdessen werden zuhauf Nebelkerzen geworfen und die Aufmerksamkeit auf Nebengeleise gelenkt.

Die Vorgänge um die unterdrückten skandalösen Zustände im Priesterseminar von Tegucigalpa (Honduras), wo 48 Seminaristen (von 180) in einem offenen Brief gegen weitverbreitete homosexuelle Praxis protestierten, aber beim zuständigen Kardinal Maradiaga keine Unterstützung fanden, sondern von diesem als „Schwätzer“ abgetan wurden (http://www.kath.net/news/64599), deuten auf einen weiteren Vertuschungsversuch größeren Ausmaßes hin.

Aber Papst Franziskus hält an Kardinal Maradiaga unbeirrt fest; dieser vertritt ja seine „Linie“ und ist ihm nützlich.

Deshalb ist auch die von manchen geäußerte Sorge nicht unbegründet, dass das Oberhaupt der katholischen Kirche den aktuellen Missbrauchsskandal dazu benutzen könnte, ihm missliebige Bischöfe loszuwerden und durch seine Gefolgsleute zu ersetzen, um sein Regime zu zementieren.

Dr. Büning fordert schließlich, die Kirche müsse die Täter strafen: „Dafür hat sie ein Strafrecht!“ –  Und er ergänzt: „Tut sie dies nicht, macht sie sich noch mehr zur Komplizin unglaublicher Verbrechen.“

Diese wünschenswerte Klarheit ist heute leider selten geworden. Auch in diesem Punkt hat Papst Franziskus mit seiner Nachsicht gegenüber Missbrauchspriestern in der Vergangenheit falsche Signale gesetzt, indem er die von Benedikt XVI. verhängten Strafen abmilderte.

Der Fall des italienischen Priesters Mauro Inzoli demonstrierte das ganze Fiasko der pervertierten Barmherzigkeits-Strategie, als der Teilbegnadigte „rückfällig“ wurde und Papst Franziskus einräumen musste, dass er sich geirrt habe (vgl. http://www.kath.net/news/61060).

Es ist jedoch zu bezweifeln, dass er wirklich das Ausmaß seiner „Diktatur der Barmherzigkeit“ (Marcantonio Colonna) verstanden hat. Für jeden derzeit noch nicht entdeckten, weiterhin „aktiven“ Missbrauchspriester dürfte sie sich geradezu wie ein „Täterschutzprogramm“ lesen, das ihn entlastet und sogar ermutigen kann, sein verbrecherisches Tun fortzusetzen.

Wenn dem Menschen nicht mehr gepredigt wird, dass er im Letzten Gericht vor Gott Rechenschaft für seine (Un-)Taten ablegen muss und auch vom Allmächtigen auf ewig verworfen werden kann, sondern jeder sowieso in den Himmel kommt, ist alles einerlei.

Sexuelle und andere Missbrauchsopfer können dies nur als blanken Zynismus empfinden.

HINWEIS: Zu dem erwähnten Kardinal Maradiaga, der dem Papst nahesteht, aber gerne Kardinal Müller kritisierte, hier ein früherer Artikel im CF: https://charismatismus.wordpress.com/2014/01/20/kardinal-maradiaga-erteilt-erzbischof-gerhard-l-muller-zeitgeistigen-nachhilfeunterricht/

HIER die Stellungnahme von Bischof Morlino, der im Unterschied zum Papst eine klare Linie fährt: https://charismatismus.wordpress.com/2018/08/21/us-amerikanischer-bischof-morlino-warnt-vor-schwul-klerikaler-subkultur-in-der-kirche/


Mißbrauchsopfer enttäuscht von Papstbrief

Theologe Büning zieht Pro-Papst-Unterschrift zurück

Dr. Markus Büning (siehe Foto) ist vielen Lesern des CHRISTLICHEN FORUM seit längerem als Gastautor bekannt, teils schreibt er über das Leben von Heiligen und großen Vorbildern, teils äußert er sich pointiert zu aktuellen kirchlichen Themen. Wir haben hier im CF zudem einige seiner Bücher aus dem Fe-Verlag vorgestellt.
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Der Jurist und katholische Theologe aus dem Münsterland hat jetzt seine Unterschrift für die Initiative „Pro Pope Francis“ zurückgenommen. Diese Aktion war von dem liberal-katholischen Theologieprofessor Dr. Paul Zulehner aus Wien gestartet worden, um Papst Franziskus zu unterstützen.
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Dr. Büning erklärte vorgestern gegenüber dieser Initiative, daß er die kürzlich veröffentlichte Papstbotschaft zu den Klerikerskandalen in den USA als „absolut unzureichend“ und als eine „große Enttäuschung“ ansehe, zumal er selber in seiner Jugend von einem Priester mißbraucht wurde.
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Als Betroffener und Theologe verdeutlicht er sodann seine Kritik am Papstbrief:
„Es erschöpft sich in einem weitgehenden unkonturierten „Pastoralsprech“, der letztlich das Leid der Opfer und ihrer Angehörigen nicht ernst genug nimmt.
Zudem fehlt hier ein klares HANDLUNGSkonzept: Was ist denn nun mit den Bischöfen, die gefehlt und vertuscht haben? Wird der Papst diese aus ihrem Amt entfernen, auch wenn z.B. in Deutschland solche Fälle bekannt werden würden? Nach diesem vagen Schreiben wohl eher nicht.
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Was ist denn mit der Homolobby im Klerus, die ganz offenkundig seit Jahren hier ihre Umtriebe treibt? Kein, aber auch gar kein Wort zu dieser Problematik! Das alles ist schwach und nicht glaubwürdig.
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Und wenn der Papst hier zurecht den Klerkalismus kritisiert, dann soll er gefälligst selbst mit dieser Haltung aufhören, uns Katholiken in dieser vagen Art von oben herab zu belehren. Er muss jetzt handeln! Er muss ein Konzept gegen die Täter und deren Unterstützer entwickeln. Tut er aber offenkundig nicht.“
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Den Appell von Papst Franziskus an das Kirchenvolk zu Fasten und Gebet als Buße für Kleriker-Sünden findet Dr. Büning als Mißbrauchsopfer „geradezu zynisch“.
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Die Kirche müsse die Täter strafen: „Dafür hat sie ein Strafrecht!“ – Er fügt hinzu: „Tut sie dies nicht, macht sie sich noch mehr zur Komplizin unglaublicher Verbrechen.“
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Das Schreiben an Prof. Zulehner endet mit den Worten: „Spätestens jetzt wird klar, dass Franziskus außer vieler Worte seine Verantwortung nicht wahrnimmt. Einen solchen Papst kann ich nur bedauern.“