Kritischer Vortrag von Dr. Aust zur Homöopathie am 13. Juni in Homburg

Vortrag mit Norbert Aust in Homburg/Saar: „Homöopathie: Lehre – Überzeugung – Evidenz“

Am kommenden Mittwoch (13. Juni) ist Dr. Norbert Aust am Universitätsklinikum des Saarlandes in Homburg zu Gast.

Auf Einladung des AStA spricht Aust im Hörsaal der Universitäts-Frauenklinik (Kirrbergerstraße 100, Gebäude 9) über „Lehre, Überzeugung, Evidenz“ der Homöopathie:

Der Vortrag setzt sich mit den Argumenten der Kritiker und der Befürworter der Homöopathie auseinander und soll eine Orientierung in der in der Öffentlichkeit sehr emotional geführten Diskussion liefern.

Die Veranstaltung ist öffentlich und beginnt um 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Quelle: https://blog.gwup.net/2018/06/07/vortrag-mit-norbert-aust-in-homburg-saar-homoeopathie-lehre-ueberzeugung-evidenz/

HINWEIS auf unsere Besprechung des Aust-Buches „In Sachen Homöopathie“ (siehe Foto) von Cordula Mohr: https://charismatismus.wordpress.com/2013/07/11/buch-tip-in-sachen-homoopathie-eine-beweisaufnahme-von-dr-norbert-aust/


Buch-TIP: „In Sachen Homöopathie – eine Beweisaufnahme“ von Dr. Norbert Aust

Rezension von Cordula Mohr

Dieses kritische Buch ist ausgezeichnet geeignet für jeden, der etwas mehr über Homöopathie wissen möchte. Die Lektüre hat sich für mich sehr gelohnt, da ich mich schon lange für die angebliche Wirksamkeit dieser Globulis interessiere. 

Besonders positiv sind die zigfachen Beispiele des Autors, die dem Leser verdeutlichen, wie weit das jeweilige Mittel potenziert ist. Jedoch reichte nachher mein Vorstellungvermögen bei den hohen Potenzierungen nicht mehr aus. Auch die Cluster-Geschichte erklärt der Verfasser gut.

Der Leser benötigt viel Phantasie, um den unvernünftigen Behauptungen der Homöopathen überhaupt folgen zu können. 
Schön an dem Buch ist, dass es sich sehr um Objektivität bemüht und letztlich offen lässt, ob es ggf. doch noch einen Beweis für die Wirksamkeit dieser Alternativ-„Medizin“ geben könnte.

Sicherlich ist zunächst unbestritten, dass Homöopathen durchaus Erfolge und Genesungen feststellen können, jedoch beruht dies nicht auf der Wirksamkeit der Kügelchen selbst. Der Autor behandelt hauptsächlich Globulis und Fläschen, die mit Flüssigkeit gefüllt sind.

Er zeigt in der Mitte des Buches anhand zahlreicher Beispiele, wie stark diese Mittel potenziert sind: Besonders bei über D9, C10 oder noch mehr reicht die normale Vorstellungskraft kaum aus. Daher das Fazit eines gesunden Menschenverstandes: Globulis enthalten überhaupt keinen Wirkstoff.

Sodann beschreibt Dr. Aust das Verschütteln und die Cluster-Theorie. Auch diese homöopathischen Thesen kann man nicht ernsthaft glauben, wie der Autor mit einleuchtenden Beispielen aus dem Leben und der Naturwissenschaft aufzeigt. Er befaßt sich auch mit der Quantenphysik , da viele Homöopathen auf dieser Ebene einen Wirkungsmechanismus beweisen wollen.

Interessant auch, daß der Verfasser auf den ersten Seiten  und zwischendurch geschichliche Hintergründe aus Hahnemanns Zeiten anführt. So gewinnt man einen guten Einblick , was damals in der klassischen Medizin los war. Dadurch merkt der Leser schnell, warum Hahnemann  –  der Begründer der Homöopathie  –  damals überhaupt Heilerfolge erlangen konnte, denn die Patienten wurden brachial behandelt und viele  Menschen hatten gründliche Angst vor dem Arzt oder Bader.

CORDULA MOHR

CORDULA MOHR

Ein moderner Ratgeber für Homöopathen empfiehlt, durch Gespräche mit dem Kranken herauszufinden, welches Pflänzchen man ihm geben könnte, natürlich stark potenziert.  So werden den Patienten mehrere Heilmittelbezeichnungen vorgesagt  –  und der Klang der Namen erweckte angeblich die Lebenskräfte (dies sei ebenso bei Tieren anzuwenden).

Laut jenem Lehrbuch sollen der Patient und der Homöopath intuitiv entscheiden, wo jeweils am besten auf den Klang reagiert wurde; entsprechende Globulis werden dann herausgesucht.

Was mich auch äußerst stutzig gemacht hat: Dass Hahnemanns „Therapie“ keine Zusammenarbeit mit der klassischen Medizin vorsieht. Warum gibt es dann so viele Ärzte, die auf diese  –  offensichtlich auf dem Placebo-Effekt aufgebaute   – Sache  anspringen? Der Autor vermutet, daß es dabei auch ums Geld geht, was zusätzlich verdient wird.

Lehrreich für jeden medizinisch Interessierten sind zudem die in der zweiten Hälfte des Buches aufgeführten Untersuchungen, deren Ergebnisse mit Hilfe statistischer Analysen zustandekamen,  die von Forschern erstellt wurden, die den Globulis nahestanden.  –  Dr. Norbert Aust wertet die angeblichen Erfolgsraten nüchtern aus und führt sie auf den Boden der Wirklichkeit zurück.

Zum Schluss bleibt festzuhalten, dass das fundierte Sachbuch auch humorvolle Seiten aufweist. Herzlich musste ich über das Rezept für „Globulis zum Selbermachen“ lachen. Angenehm aufgefallen ist mir, dass Dr. Aust fair argumentiert, nicht überheblich schreibt und daß er Hahnemann und seinen Nachfolgern ihre Erfolge durchaus nicht abspricht.

Die wissenschaftliche Beweisaufnahme des Autors hat mir sehr geholfen und meine Vermutung über den Placebo-Effekt „in Sachen Homöopathie“ bestätigt.

Die Kügelchen-Anhänger vergleichen Hahnemann gerne mit Galilei, der ebenfalls ein verkanntes Genie gewesen sei und später anerkannt wurde. Der Autor rückt auch hier durch eine Kurzbiographie Galileis einiges zurecht, was zugleich eine lesenswerte Abwechslung darstellt.

Diese Publikation von Dr. Aust ist als Print-Buch und als eBook erhältlich:
BUCH-Ausgabe: bei Amazon
für Kindle: siehe HIER

andere: http://www.kobobooks.de/search/search.html?q=norbert+aust