Osterjubel: Christus ermöglicht uns allen einen neuen Anfang!

Predigtimpulse von Prälat Dr. Peter von Steinitz (Münster):

„Am ersten Tag der Woche…“  –  Die Worte, mit denen der Bericht von der Auferstehung des HERRN beginnt, vermitteln spontan den Eindruck eines wunderbaren Neubeginns. „Das Alte ist vergangen…“ .

Und wie furchtbar war das „Alte“, das die Jünger und die heiligen Frauen mitgemacht haben; teils mit und teils ohne eigenes Verschulden.

Aber das ist eben die Art und Weise, wie Gott in seiner unbegreiflichen Güte mit uns Menschen umgeht. ER ist  –  völlig zu Recht  –  von uns Menschen oft maßlos enttäuscht. Würde ER uns vorrechnen, wo wir versagt haben, gäbe es kein Ende. Aber immer wieder zieht ER einen Schlussstrich und sagt: ‘Es ist alles vergeben und vergessen, machen wir gemeinsam einen neuen Anfang!’ CapellaSistina

Und so sehen wir, wie Jesus Christus, der eben noch in furchtbaren Peinen und Qualen untergegangen ist, buchstäblich „im Triumph aus dem Grabe ersteht“, wie das schöne Kirchenlied singt. ER ist nur strahlende Freude und Liebe.

Das Versagen der Jünger, immerhin seiner besten Freunde, die ihn im Stich gelassen, verraten und verleugnet haben, ist nun absolut kein Thema mehr. Als ER den Jüngern das erste Mal erscheint, sind sie hocherfreut, wundern sich aber gleichzeitig, dass der HERR auf ihr Versagen gar nicht, auch nicht andeutungsweise, zurückkommt.

Hier wie überall ist es so, wie Papst Franziskus es mehrfach zum Ausdruck gebracht hat: „Gott wird nicht müde, seine Barmherzigkeit zu erweisen“.   – Allerdings dürfen wir auch nicht müde werden, unsere Fehler zu bereuen und sein Erbarmen anzusprechen.

Wie ergreifend sind die Begegnungen des Auferstandenen mit den Menschen. Wem ist ER zuerst erschienen? Die Abfolge dürfte nicht zufällig sein. Da die Frauen im Gegensatz zu den Männern, die weggelaufen sind, treu bei ihm ausgeharrt haben bis unter das Kreuz, erscheint ER ihnen zuerst…

Dann erfahren auch die Männer von der Auferstehung: zuerst zwei der Apostel, nämlich Johannes und Petrus, danach die anderen. Johannes, weil er als einziger Mann bis unter das Kreuz bei ihm ausgeharrt hat  –  und Petrus, weil er der wichtigste ist  –  und es auch trotz seines Versagens bleibt, hat er doch an das Erbarmen Gottes mit seinen Tränen in so rührender Weise appelliert.

Wir sehen, alles hat auch für uns Vorbildcharakter. Die Größe des heiligen Petrus besteht gerade nicht darin, dass er besonders intelligent oder in der damaligen Gesellschaft gut vernetzt ist  –  oder darin, dass er besonders charakterfest ist.

Nein, Christus erwählt ihn zu seinem Stellvertreter, weil er, durch die Erfahrung der eigenen Schwäche gewitzigt, sich nicht auf sich selbst, sondern ganz auf den HERRN verlässt  –  und dadurch auch die Milde des HERRN ausstrahlen wird.

Johannes, der dem Herzen des HERRN am nächsten steht, kommt zuerst am Grabe an, aber er wartet, bis Petrus angekommen ist und lässt ihm den Vortritt.

Quelle: ZENIT.org

Das BILD zeigt ein Gemälde aus der Sixtinischen Kapelle (Foto von Prof. Sprenger-Menzel)


Prälat Peter von Steinitz: „Political correctness“ und die Verschiebung moralischer Maßstäbe

No political correctness

Image via Wikipedia

Dr. Peter von Steinitz, kath. Priester aus Münster, schreibt regelmäßig in der kath. Nachrichtenagentur „Zenit“ eine Betrachtung über das Evangelium des kommenden Sonntags.

Prälat v.Steinitz nimmt mitunter auch glasklar Stellung zu aktuellen Zeitfragen, die von grundsätzlicher Bedeutung sind.

Unter dem Titel „Political correctness oder mehr?“ veröffentlichte ZENIT heute (17.2.2012) seinen Impuls zum 7. Sonntag im Jahreskreis und dem Evangelium über die Heilung eines Gelähmten, dem Christus zugleich seine Sünden vergibt.

Dabei gibt Buchautor und Seelsorger Dr. P. von Steinitz abschließend Folgendes zu bedenken:

„Ist das nicht auch die Schwachstelle in unserer heutigen Gesellschaft? Dinge, die mit Gott zu tun haben, spielen in der Öffentlichkeit keine Rolle – auch nicht indirekt, wie es der Trennung von Kirche und Staat entsprechen würde. Daher kommt es wohl, dass die moralischen Maßstäbe oft so verschoben sind.

Der Heilige Vater hat in seiner Rede im Bundestag darauf hingewiesen, dass das positive Recht  –  also die von Menschen ohne Rückbindung an „ewige Werte“ gemachten Gesetze  –  oft nicht passen.

So erklärt es sich, dass z.B. ein Gesetz des Niedersächsischen Landtags bezüglich Vorteilsnahme eine führende Persönlichkeit des öffentlichen Lebens in einer relativ belanglosen Straftat zu Fall bringt, während wirklich schwerwiegende Verbrechen wie die Tötung Ungeborener und ähnlicher Delikte gegen das Leben nicht nur vom Staat nicht geahndet werden, sondern durch öffentliche Finanzierung sogar noch unterstützt werden.

Oft hat man den Eindruck, dass die Medien, die sog. veröffentlichte Meinung, sich berufen fühlt, den Menschen klarmachen will, was gut ist und was böse.

In einer solchen geistigen Verwirrung ist es oft schwer, den klaren Blick zu bewahren.

Den Ausweg zeigt uns – heute genauso wie damals – unser Herr Jesus Christus. In den Augen der Menschen – heute genauso wie damals – ist er der scheinbar machtlose Menschenfreund.

In Wirklichkeit hat er nicht nur die Autorität, die sittlichen Maßstäbe zu setzen, sondern darüber hinaus auch noch durch Vergebung die Verstöße dagegen zu überwinden.

Diese Wirklichkeit aber zu sehen, erfordert Glauben. Einen Glauben, der uns erkennen lässt, dass es mit „political correctness“ nicht getan ist.“