Regensburger Bischof feierte 60. Geburtstag

Bischof Dr. Rudolf Voderholzer hat am Mittwoch, 9. Oktober, seinen 60. Geburtstag begangen. Aus diesem Anlass hatte der Regensburger Oberhirte zu einem Gottesdienst in St. Kassian und danach in den Innenhof des Bischöflichen Ordinariats in Regensburg eingeladen.

Gekommen waren die Diözesanleitung, Frau Karin Schlecht, Vorsitzende des Diözesankomitees der Katholiken im Bistum Regensburg, der evangelische Regionalbischof Klaus Stiegler, Regionalbischöfin Dr. Dorothea Greiner aus Bayreuth sowie Dr. Hans Martin Weiss, der frühere evangelische Regionalbischof, und viele Mitarbeiter/innen des Ordinariats.

Dem Bischof war es ein Anliegen, den Geburtstag im Kreise seiner Mitarbeiter zu begehen.

Weitere maßgebliche Gäste aus Institutionen waren zugegen, so z.B. Direktor Michael Eibl, Geschäftsführer der Katholischen Jugendfürsorge.

Bischof Tebartz van Elst war aus Rom angereist

Es war eine große und frohe Schar von Feiernden, zu denen auch Bischof Dr. Franz-Peter Tebartz van Elst gehörte, der aus Rom gekommen war.

Sehr bemerkenswert war sodann die Anwesenheit von Pfarrer Jiří Hájek, der bis vor kurzem im tschechischen Mies gewirkt hatte. Dr. Winfried Voderholzer, Bruder des Bischofs, und Mitglieder der Familie waren ebenfalls nach Regensburg gekommen.

Bischof Voderholzer schloss Kardinal Gerhard Müller (siehe Foto), seinen akademischen Lehrer, zu Beginn des Gottesdienstes ins Gebet ein.

Er erinnerte daran, dass dies der Gedenktag des seligen John Henry Newman ist und nannte diesen den Heiligen des Wahrheitsgewissens, dem im Übrigen auch in der anglikanischen Kirche Anerkennung und Respekt zuteilwird.

Newman, der am kommenden Wochenende heiliggesprochen wird, sei ein großes Hoffnungszeichen: „Wenigstens auf der religiösen Ebene kann der Brexit überwunden werden.“

Quelle und FORTSETZUNG des Beitrags hier: https://www.bistum-regensburg.de/news/bischof-dr-voderholzer-60-mit-einer-grossen-und-frohen-schar-von-feiernden-am-gedenktag-des-seligen-john-henry-newman-7007/


Regensburg: Bischof Voderholzer kritisiert den Missbrauch des Missbrauchs

„Die Kirche muss sich nicht neu erfinden“

Anlässlich der Weihe von Dr. Rudolf Voderholzer zum Bischof vor sechs Jahren ist am Sonntagnachmittag im Dom St. Peter eine Pontifikalvesper gefeiert worden, die der Regensburger Bischof zelebrierte.

Dr. Voderholzer war am 26. Januar 2013 im Regensburger Dom zum Bischof geweiht worden. Er erinnerte daran, dass Hauptkonsekrator Kardinal Reinhard Marx damals erst die Weihehandlung komplett vollzogen habe, nachdem er versprach, als Bischof das Evangelium unverfälscht weiterzugeben.

In seiner Predigt wies Bischof Dr. Voderholzer  in diesem Sinne die öffentlich vorgetragene Aufforderung zurück, die Kirche solle sich angesichts der Erschütterungen in jüngster Zeit „neu erfinden“:

„Die Kirche muss sich nicht neu erfinden und sie kann es nicht. Schon die alte Kirche hat sich nicht neu erfunden. Die Kirche ist keine Erfindung der Menschen“, stellte der Regensburger Oberhirte fest.

Die Kirche sei ein Projekt Gottes wegen und trotz der Sündhaftigkeit der Menschen. Gott selbst findet und beruft den Menschen, nicht der Mensch Gott. Statt Kirche neu erfinden zu wollen, gehe es jetzt  darum, neue Wege der Verkündigung, der Seelsorge und der Nächstenliebe zu finden.

Die Vorstellung, die Kirche müsse sich neu erfinden, sei reißerisch. Die Rede, die Kirche befinde sich in einer Zeitenwende, sei gefährlich. Gemäß der christlichen Glaubenssauffassung gibt es nur eine Zeitenwende: die Zeitenwende, die Christus heraufgeführt hat.

Bischof Dr. Voderholzer warnte davor, den apostolischen Ursprung der Kirche zu verdunkeln. Die Kirche auf den Aspekt ihrer Organisation zu verkürzen, führe über kurz oder lang zur Spaltung.

Ob man sich in einer Epochenwende befindet, könne immer erst in der Rückschau festgestellt werden. So sei der hl. Franziskus angetreten, um treu dem Evangelium zu leben. Dem heiligen Ignatius sei es darum gegangen, alles zur größeren Ehre Gottes zu tun. Die Folgewirkungen davon seien allerdings epochal gewesen.

Mit Blick auf eine Veröffentlichung dieser Tage sagte der Bischof: „Es kann nicht angehen, dass der ganze Klerus unter Generalverdacht gestellt wird.“

Auch sprach sich Dr. Voderholzer vehement gegen die Aussage aus, dass das Problem „hausgemacht“ sei. Das sei eine doppelte Unterstellung. Außerdem stehe dies in einem offensichtlichen Widerspruch zu den gültigen Rechtsgrundsätzen. Denn es gilt die Unschuldsvermutung bis zum Beweis des Gegenteils. Die pauschale Verdächtigung sei Ausdruck dafür, dass der Missbrauch dazu instrumentalisiert werde, um eine andere Kirche zu konstruieren.

Bischof Voderholzer erklärte sich als „absolut angewiesen auf das Mitdenken und Mitfühlen“ der Menschen in der Diözese. Allein in einer Woche oder auch nur an einem einzigen Tag erlebe der Bischof seine Ohnmacht und gleichzeitig das Angewiesensein auf seine „wunderbaren Mitarbeiter“. „Ich komme immer wieder gerne zurück nach Regensburg, wenn ich weit außerhalb unterwegs war“, versicherte er mehrmals.

Quelle: Bistum Regensburg

 


Stellungnahme von Bischof Voderholzer zum Streitthema „Diakonat der Frau“

Bischof Dr. Rudolf Voderholzer hat sich am 28. März 2017 in einer Stellungnahme zum derzeit in der Kirche debattierten Thema „Diakonat der Frau“ geäußert:

Von Rudolf Voderholzer, Bischof von Regensburg

Bei der Diskussion um die Einführung eines Diakonats der Frau ist zu unterscheiden: Ein nicht sakramental verstandenes kirchliches Amt, dessen Trägerinnen „Diakonissen“ genannt wurden, hat es in der frühen Kirche gegeben.

Vor allem im syrischen Bereich ist bezeugt, dass es aufgrund einer strikten Trennung der Geschlechter besonders dafür beauftragter Frauen bedurfte, die bei der Seelsorge oder auch Krankenpflege in Frauenhäusern oder bei der Taufe erwachsener Frauen assistierten.

Diese historisch fassbaren Frauenämter entsprechen in heutiger Terminologie etwa der einer „Seelsorgshelferin“ oder Krankenschwester (vgl. die „Diakonissen“ im evangelischen Bereich).

So wurde etwa in den 1920er Jahren bei der Gründung der Kongregation der Schwestern der Katholischen Heimatmission auf das historische Vorbild der Diakonissen Bezug genommen, ohne dass man auf die Idee gekommen wäre, dafür die dritte Weihestufe des sakramentalen Dienstamtes in Anspruch zu nehmen.

Natürlich darf man über alles diskutieren und die Quellen immer und wieder neu sichten. Ich kann mir zwar nicht vorstellen, dass die vom Papst eingesetzte Kommission zu anderen Erkenntnissen kommt als die Internationale Theologische Kommission, die sich vor wenigen Jahren ebenfalls im Auftrag des Papstes schon ausführlich mit der Frage befasst hat. Aber warten wir doch einmal das Ergebnis der neuerlichen Kommissionsarbeiten ab.

Auf jeden Fall gilt es festzuhalten: Eine Gemeindereferentin, Pastoralreferentin, Theologieprofessorin, Ordinariatsrätin, eine Leiterin des Diözesanmuseums oder des Diözesanarchivs, geschweige eine Äbtissin oder Generaloberin einer Schwesternkongregation haben unvergleichlich größere Verantwortung und Gestaltungsmöglichkeiten als eine „Diakonisse“ im historischen Sinn.

Was die Empfänger des dreigestuften sakramentalen Dienstamtes in der Kirche betrifft, so hält sich die katholische Kirche (wie auch die Orthodoxie) in der Treue zu ihrem biblischen und frühkirchlichen Ursprung nicht für berechtigt, von der Praxis Jesu abzuweichen, dafür nur Männer auszuwählen, die in ihrem Dienst Christus den Bräutigam der Kirche sakramental vergegenwärtigen.

Dass die Frage in Bezug auf den Diakonat von der Kirche noch nicht ebenso endgültig geklärt wurde, wie in Bezug auf das Presbyterat (Priestertum), hängt damit zusammen, dass die frühkirchliche Lehre vom einen sakramentalen Amt in den drei Stufen von Bischof, Presbyter (Priester) und Diakon, die schon das Konzil von Trient bekräftigt und das Zweite Vatikanischen Konzil erneuert und vertieft gelehrt hat, noch nicht überall in ihrer ganzen Tragweite erfasst ist.

Für den Katholischen Deutschen Frauenbund gibt es meines Erachtens sehr viel wichtigere und wahrhaft politische Zielsetzungen:

Eine klare Positionierung gegenüber dem Gender-Mainstream, wo längst das ursprüngliche und berechtigte Anliegen der Geschlechtergerechtigkeit verlassen wurde und die schöpfungsgegebene Geschlechterpolarität von Mann und Frau infrage gestellt wird; oder der Kampf um eine größere auch finanzielle Anerkennung der Lebensleistung von Müttern, die einen wahrhaft fundamentalen Dienst für unsere Gesellschaft überhaupt leisten; nicht zuletzt der Einsatz für Frauen, die Opfer von Menschenhandel, Sklaverei und sexueller Ausbeutung werden mitten in unserer Gesellschaft – trotz aller Bemühungen auch der Frauenverbände, die nicht übersehen werden, handelt es sich doch gerade bei dem zuletzt angesprochenen Thema um ein Tabu, das unbedingt gebrochen werden müsste.

Diese Themen sind meines Erachtens die (allerdings nicht zeitgeist-konformen) Zeichen der Zeit, auf die zu reagieren wäre.

Quelle: http://www.bistum-regensburg.de/news/stellungnahme-von-bischof-rudolf-voderholzer-zur-juengsten-debatte-um-den-diakonat-der-frau-5309/


PREDIGT von Pastor Dr. Werner Neuer beim „Marsch für das Leben“ in Berlin

Seit Jahrzehnten kennen und schätzen wir den evangelischen Theologen und Pfarrer Dr. Werner Neuer (siehe Foto). Stets hat er sich engagiert und entschieden für das Lebensrecht aller Menschen, auch der ungeborenen Kinder eingesetzt.  bild-089_1024_1
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Der „Marsch für das Leben“ am vergangenen Samstag (17.9.) endete im Beisein von über 7000 Teilnehmern mit einem ökumenischen Gottesdienst vor dem Berliner Reichstag, wobei der Regensburger Bischof Dr. Rudolf Voderholzer die Liturgie leitete –  und der evangelikale Pastor Neuer die Predigt hielt. Eine erfreuliche, glaubenskonservative Ökumene für das Lebensrecht!
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Nicht allein der Schweigemarsch, sondern sogar der Abschlußgottesdienst wurde vom ohrenbetäubenden Lärm ultralinker Gegendemonstranten gestört, zumal einige Randalierer in das abgesperrte Gottesdienst-Terrain eindrangen.
Daß bei gewissen Abtreibungsbefürwortern nicht einmal ein Minimal-Respekt vor dem Gottesdienst und dem Glauben der Christen erkennbar wurde, ist erschreckend.
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Was wäre wohl geschehen, welchen Medienwirbel hätte es ausgelöst, wenn in unserem Land z.B. ein Freitagsgebet muslimischer Mitbürger in derart unflätiger Weise gestört worden wäre? Was in der Berichterstattung ebenfalls kaum erwähnt worden ist: 14 Polizisten wurden von Chaoten verletzt, 12 Personen wurden festgenommen.
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Die Predigt von Dr. Neuer hier zu sehen: www.youtube.com/watch?v=6rWLS6Y4iZc
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Wir baten den Pfarrer darum, seine Ansprache schriftlich veröffentlichen zu dürfen, was er gerne erlaubt hat und wofür wir herzlich danken. Hier folgt der vollständige Wortlaut:
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Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater, und unserem Herrn Jesus Christus!bild-052_1024_1

Liebe Schwestern und Brüder!

Es ist mir eine große Freude, dass wir diesen Ökumenischen Gottesdienst gemeinsam als Christen unterschiedlicher Kirchen und Konfessionen feiern können.

BILD: Die Teilnehmer(innen) beim „Marsch für das Leben“ kamen aus nah und fern (Foto oben und hier: Bistum Regensburg)

Damit legen wir ein Zeugnis dafür ab, dass das Ja zur unantastbaren, von Gott verliehenen Würde des Menschen und zum unendlichen Wert des menschlichen Lebens zu den gemeinsamen Grundüberzeugungen der Christenheit gehört, die von den konfessionellen Unterschieden nicht betroffen sind.

Die Ethik aller christlichen Kirchen beruht auf dem geoffenbarten Wort Gottes, das im 5. Gebot jede Tötung unschuldiger Menschen kategorisch verbietet. Nicht nur uns Christen, allen Menschen ist gesagt: Du sollst nicht töten!

Wir wollen in diesem Gottesdienst Gott als den Schöpfer allen Lebens preisen, dem wir unser Dasein, unser einzigartiges Leben und die unermesssliche Herrlichkeit der Schöpfung verdanken. Dass wir dies gemeinsam als Christen aus verschiedenen Kirchen und Konfessionen tun ist besonders erfreulich, obwohl dies eigentlich selbstverständlich sein sollte.

Ausgangspunkt dieser Predigt ist ein Text, der vielen von uns bekannt sein dürfte: Psalm 139, die Verse 1–6, 13+14; 23+24. Ich lese die Verse nach der Übersetzung Martin Luthers:

Ein Psalm Davids, vorzusingen.
HERR, du erforschest mich und kennest mich.
Ich sitze oder stehe auf, so weißt du es, du verstehst meine Gedanken von ferne.
Ich gehe oder liege, so bist du um mich und siehst alle meine Wege.
Denn siehe, es ist kein Wort auf meiner Zunge, das du, HERR, nicht schon wüsstest.
Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir.
Diese Erkenntnis ist mir zu wunderbar und zu hoch, ich kann sie nicht begreifen.…
Du hast meine Nieren bereitet und hast mich gebildet im Mutterleibe.
Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin;
Wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele.…
Erforsche mich, Gott, und erkenne mein Herz;
Prüfe mich und erkenne, wie ich’s meine.
Und sieh, ob ich auf bösem Wege bin, und leite mich auf ewigem Wege!

GEBET: „HERR, lass uns jetzt stille werden vor Dir, dass wir hören, was Du uns sagen willst.“

Die Verse dieses Psalmes beschreiben mit eindrucksvollen Worten Gott als den Geber, Erhalter und Beschützer allen menschlichen Lebens. Ich möchte drei Aussagen des Textes in den Vordergrund stellen:Kreuzkuppel

  1. Gott kennt und versteht mich bis ins Innerste.
  2. Gott kennt und versteht mich vom Anfang meines Lebens an.
  3. Alles, was Gott tut, ist gut: Unser Leben hat ein ewiges Ziel!

1. Gott kennt und versteht mich bis ins Innerste.

Unsere menschliche Wahrnehmung ist zunächst vor allem eine Außenwahrnehmung. Durch unsere Sinne nehmen wir unsre Umwelt wahr. Wir sehen, hören, schmecken, riechen  und spüren unsere Umgebung und ziehen daraus unsere Folgerungen. Die meisten Menschen nehmen wir nur von außen wahr. Nur einen Teil  der Menschen (vor allem unsere Familie, Verwandte und Freunde) nehmen wir so gut wahr, dass wir etwas Verlässliches über ihr Inneres sagen können.

Aber oft ist das, was wir über ihr Inneres wissen, viel zu wenig, um sie wirklich zu verstehen. Oft haben wir Mühe, gerade jene Menschen zu verstehen, die wir am besten zu kennen meinen. Psalm 139 macht deutlich: Der lebendige Gott kennt solche Schwierigkeiten nicht. Er kennt uns Menschen alle bis ins Innerste: P1020947

HERR, du erforschest mich und kennest mich. Ich sitze oder stehe auf, so weißt du es, du verstehst meine Gedanken von ferne. Ich gehe oder liege, so bist du um mich und siehst alle meine Wege.´Denn siehe, es ist kein Wort auf meiner Zunge, das du, HERR, nicht schon wüsstest.Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir.

Gott kennt nicht nur unser Tun und unser äußeres Ergehen, sondern er kennt all unser Denken, Wollen und Fühlen. Dass der ewige, unendlich erhabene Schöpfer Himmels und der Erde uns kleine Menschen vollständig kennt und versteht, dass er überhaupt an uns persönlich interessiert ist, ist für unser begrenztes menschliches Denken unbegreiflich. Der Psalmist zieht deshalb das Fazit:

Diese Erkenntnis ist mir zu wunderbar und zu hoch, ich kann sie nicht begreifen.

Viele Menschen – sofern sie noch irgendwie an Gott glauben – empfinden Gottes Allwissenheit als etwas Bedrohliches. Sie erschrecken beim Gedanken: Alle Bosheit, die ich getan, gesagt oder auch nur gedacht habe, ist Gott bekannt! Ist diese Tatsache nicht beschämend für uns Menschen, ist doch auch unser Leben als Christen befleckt von Egoismus, Lieblosigkeit und Bosheit? Für den Psalmisten ist Gottes Allwissenheit eine tröstliche und befreiende Einsicht, weil er sich in Gott – trotz seiner Sünden – geborgen weiß:A.L.Content_Was_wir_wollen

Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine bergende und schützende Hand über mir.

Der Psalm 139 lädt uns alle dazu ein, unser Leben gerade auch mit seinen dunklen Seiten vertrauensvoll in Gottes gute Hände zu legen, um Gottes Geborgenheit, Schutz und Fürsorge, und seine Vergebung zu empfangen! Denn wer sein Leben Gott anvertraut, darf nicht nur mit seinem Schutz, sondern auch mit seiner Vergebung rechnen!

Der Psalmist hat volles Vertrauen zu Gott, weil er sein Leben mit all seinen Fehlern und Schwächen von Anbeginn, vom ersten Moment seines Daseins an in Gott geborgen weiß: Damit sind wir bei der 2. Botschaft unseres Textes:

  1. Gott kennt und versteht mich vom Anfang meines Lebens an.

Der Psalmist rühmt Gott als seinen Schöpfer vom ersten Augenblick seiner Entstehung:

Du hast meine Nieren bereitet und hast mich gebildet im Mutterleibe. Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin.

Der Psalmist sieht in seinem Leben offenkundig nicht das Produkt eines blinden Naturprozesses, sondern – um es in heutiger Sprache zu sagen – das unerhört planvolle, außerordentlich geniale , wahrhaft „wunderbare“ Werk Gottes des Schöpfers. Kein heutiger Leser oder Hörer sollte hier einwenden: Die moderne Naturwissenschaft habe die Entstehung des Menschen „begreiflich“ gemacht. Das Gegenteil ist der Fall:

Die Erkenntnisse der modernen Zellbiologie haben eine solche Genialität feinstens aufeinander abgestimmter planvoller zellbiologischer Abläufe zutage gebracht, dass der namhafte atheistische Philosoph Anthony Flew seinem Atheismus öffentlich den Abschied gegeben und sich zur Plausibilität des Schöpferglaubens bekannt hat. Auch ein bestens mit der neuesten Forschung vertrauter Naturwisssenschaftler kann mit gutem Gewissen in den staunenden Dank des Psalmisten einstimmen:

Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin! DSC_0048

Die christliche Kirche hat sich die Sicht von Psalm 139 zu eigen gemacht, indem sie im Apostolischen Glaubensbekenntnis Gott als den allmächtigen Schöpfer bekennt:

„Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde.“

Wir Menschen sind nicht – wie viele heute meinen – das Produkt blinder Naturprozesse, sondern – um es mit Papst Benedikt XVI. zu sagen: „Jeder von uns ist Frucht eines Gedankens Gottes. Jeder von uns ist gewollt. Jeder von uns ist geliebt. Jeder von uns ist gebraucht.“  – Diese freudige Gewissheit darf und soll uns Menschen – Christen wie Nichtchristen – bestimmen!

Auffällig an Psalm 139 ist, dass der Psalmist nicht nur seine persönliche Gewissheit ausspricht. Wenn wir den ganzen Psalm lesen – auch die Verse, die ich nicht verlesen habe, dann ist deutlich, dass sein Blick in die universale Weite der Welt geht. Er sieht nicht nur in seinem eigenen kleinen Leben Gottes Weisheit, Fürsorge und Liebe am Werk, sondern in „allen Werken“ Gottes, also im gesamten Kosmos:  Wunderbar sind deine Werke. Diese Worte beschreiben in lapidarer Kürze die ganze Welt als großartige Schöpfung Gottes.

Es ist die Not vieler heutiger Menschen, dass sie diese Weltsicht nicht mehr haben. Stattdessen erscheint ihnen die Welt oft als sinnlos oder gar feindselig. Dass jeder Mensch ein Geschenk von unendlichem Wert ist, dass die gesamte Schöpfung Geschenkcharakter hat, die unser Leben nicht nur ermöglicht, sondern unendlich bereichert – dies alles ist aus dem Blick geraten. DSC06228

Anstelle des Lobpreises Gottes als des Schöpfers allen Lebens ist eine geradezu nihilistische Verneinung des Lebens getreten, das Nein zur Menschenwürde und zur menschlichen Geschöpflichkeit, das in der Abtreibung und Euthanasie sichtbar werdende millionenfache Nein zum Leben  – von den tagtäglichen Zerstörungen menschlichen Lebens in Kriegen und Bürgerkriegen ganz zu schweigen.

In unserer Kundgebung und in unserem Schweigemarsch haben wir diese Situation öffentlich beklagt. Dies war angesichts des Schweigens der Gesellschaft bitter nötig und wird auch in Zukunft nötig sein! Jetzt in diesem Gottesdienst wollen wir die Klage über die Lebensfeindschaft der Menschen unserer Zeit ausmünden lassen in den Lobpreis des lebendigen Gottes, der das Leben und die Liebe in Person ist. Dieser Lobpreis darf nie verstummen.

Am Anfang und am Ende unseres Engagements steht das Lob des dreieinigen Gottes, weil wir IHM alle alles verdanken. Damit sind wir beim letzten Punkt dieser Predigt:

  1. Alles, was Gott tut, ist gut: Unser Leben hat ein ewiges Ziel.

Der Psalm 139 preist den gesamten Kosmos und damit alles, was Gott getan hat, tut und tun wird. Der Lobpreis des Psalmisten betrifft nicht nur Vergangenheit und Gegenwart, sondern auch die Zukunft. Der Psalm schließt mit der umfassenden Bitte:

Und sieh, ob ich auf bösem Wege bin, und leite mich auf ewigem Wege. marsch_2013_photo_dv_447_m

Der Psalmist will bewahrt bleiben vor den bösen Abgründen und Wegen seines eigenen Herzens. Vor allem aber will er geleitet werden auf ewigem Wege. Er rechnet fest damit: Gott meint es auch in Zukunft gut mir und diese Zukunft endet nicht im diesseitigen Leben, sondern in der ewigen Welt Gottes!

Mit der Bitte leite mich auf ewigem Wege macht der Psalmist deutlich, dass er dieses ewige Ziel, das Gott ihm gesetzt hat, unbedingt erreichen will. Was in unserem Psalm nur angedeutet ist, wird im Neuen Testament durch das Kommen Jesu Christi, unseres Erlösers und Herrns, zur ausdrücklichen Verheissung:

Durch den Glauben an Christus hat unser Leben ein ewiges Ziel! Als Christen dürfen wir einmal definitiv und für immer in der Gemeinschaft mit Gott leben in einer neuen Welt ohne Tränen, ohne Gewalt, ohne Mord und ohne Tod, in einem Leben in immerwährender Freude und Glückseligkeit. Zu diesem Glauben und dieser Hoffnung laden wir alle Menschen ein – auch unsere Gegner und Feinde!

Als Christen hören wir nicht auf, zuversichtlich zu hoffen:

Unser himmlischer Vater, der ewige Gott des Friedens und der Liebe,
der Stifter und Bewahrer alles Lebendigen
wird unser irdisches Dasein des Leides und des Todes einmal definitiv verwandeln
und vollenden in ein Leben ewiger Freude!
Und er wird auch diese Welt verwandeln in eine Welt des Friedens und der Gerechtigkeit.
Und es wird ewiger Friede sein im Himmel und auf Erden!
Und dieser „Friede Gottes, der höher ist als alle menschliche Vernunft,
der bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus unserem HERRN.“ –
Amen.“


Regensburg: Am Sonntag erhält Dr. Josef Graf im Dom die Bischofsweihe

Am kommenden Sonntag, den 7. Juni, erhält Msgr. Dr. Josef Graf (siehe Foto) die Bischofsweihe. Papst Franziskus hatte den langjährigen Spiritual des Priesterseminars St. Wolfgang in Regensburg kürzlich zum Weihbischof ernannt. Graf Josef 1

Beginn des Pontifikalgottesdienstes mit Weihe ist am Sonntag um 15 Uhr im Dom St. Peter. Als Konsekrator wird der Regensburger Oberhirte Dr. Rudolf Voderholzer die Bischofsweihe spenden.

Kon-Konsekratoren werden Bischof František Radkovský, Bischof der Partnerdiözese Pilsen, sowie Weihbischof Reinhard Pappenberger von Regensburg sein.

Zu dem Weihegottesdienst sind alle Gläubigen herzlich eingeladen. Wegen des eingeschränkten Angebots an Sitzplätzen wird die Weihe auf einer Leinwand in die benachbarte Niedermünsterkirche übertragen.

Quelle (Text/Foto): Bistum Regensburg


Regensburger Bischof eröffnet Sternsinger-Aktion: ein Segen für Kirche und Welt

Rund 800 Jungen und Mädchen aus den Pfarreien der gesamten Diözese Regensburg trafen sich am Montag in Saal an der Donau zur diözesanen Eröffnung der Aktion Dreikönigssingen 2014. „Segen bringen, Segen sein. Hoffnung für Flüchtlingskinder in Malawi und weltweit!“ – so lautet das aktuelle Motto. Sternsinger 3

Bischof Rudolf Voderholzer feierte anlässlich der großen Spendenaktion mit den Jugendlichen eine Andacht in der Christkönigskirche. In der nahegelegenen Grundschule hatten die Jugendlichen zuvor Gelegenheit, sich zu schminken und die traditionellen Sternsingerkostüme um Caspar, Melchior und Balthasar anzulegen.

In einem nicht mehr enden wollenden Zug zogen die Sternsinger sodann durch die Stadt zum Gotteshaus. Hier wartete bereits Bischof Rudolf an der Kirchenpforte, um jeden Sternsinger persönlich mit Handschlag und einem guten Wort zu begrüßen.

Alle Plätze der Kirche waren mit den Sternsingern in ihren prunkvollen Gewändern besetzt, als Bischof Voderholzer das Wort an sie richtete: Sternsinger 4

„Weihnachten gehört an die große Glocke gehängt. Das ist der allererste und wichtigste Sinn dieses Hochfestes. Die Idee, dass Jesus als kleines Kind geboren werden wollte und damit als Menschenkind zu uns Gläubige gekommen ist“, erklärte der Bischof und zeigte sich begeistert darüber, dass so viele „gläubige Könige“ an diesem Tag nach Saal gekommen seien.

Nicht jeder, der zu Weihnachten einen beleuchteten Baum im Garten stehen hat, habe auch eine lebendige Beziehung zum Glauben und zu Gott. Dazu, so Bischof Rudolf, seien Menschen nötig, die diesen Glauben bezeugten: „Ich danke Euch allen für dieses gewaltige Glaubenszeugnis! Ihr seid ganz nach dem Geschmack von Papst Franziskus, der sich wünscht, dass der Glaube unter die Leute gebracht wird“, betonte Bischof Rudolf Voderholzer an die Jungen und Mädchen gewandt. Sternsinger 1

Als zweiten wichtigen Punkt sei zu nennen, dass die Sternsinger den Segen in die Häuser der Menschen brächten. Damit seien sie ein Segen für die Menschheit:

„Eure Gaben schenken Hoffnung für die Flüchtlingskinder in Malawi und weltweit. Ich wünsche Euch viel Freude, wenn ihr als Sternsinger unterwegs seid und passt gut auf Euch auf“, ermutigte der Bischof die vielen Sternsinger abschließend.

Nach der feierlichen Andacht zog der Regensburger Oberhirte mit Stadtpfarrer Andreas Weiß, Domkapitular Peter Hubbauer, Domkapitular Thomas Pinzer und Jugendpfarrer Domvikar Thomas Helm und den zahlreichen Sternsingern mit ihren Begleitern wieder zurück in die Schule.

Dort gab es für alle eine kleine Brotzeit und wärmenden Tee. Gleichzeitig hatten die Mädchen und Buben Gelegenheit, ihren Bischof einmal persönlich zu begegnen.

Nach der heutigen großen Eröffnung senden die Pfarreien im Bistum Regensburg die Sternsinger rund um die Tage von Dreikönig aus, um Spenden für die wertvolle Projektarbeit zu sammeln.

Quelle für Text und Fotos: Bistum Regensburg

 


Regensburger Bischof: Klare Erklärung zum §218-Beratungsverein „Donum vitae“

Dr. Rudolf Voderholzer feierte mit der CARITAS in der Wolfgangswoche

„Wir Christen haben nicht sofort eine Antwort auf alle Fragen des Lebens, gerade angesichts von Leid und Krankheit. Aber wir haben die Hoffnung auf das Leben in Gott, die sich in Christus gründet.“

So formulierte Bischof Dr. Rudolf Voderholzer in seiner Predigt am „Tag der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Caritas“ die zentrale Botschaft des Christentums.

Am heutigen Freitag feierte der der Regensburger Oberhirte mit haupt- und ehrenamtlichen Caritas-Mitarbeitern im Rahmen der Wolfgangswoche eine feierliche hl. Messe. Danach folgte eine persönliche Begegnung im Pfarrgarten der Basilika St. Emmeram (siehe Foto). borMedia1859501 (2)

Konsequentes Zeugnis für das Leben

Weil dieses Thema grundsätzlich die Arbeit der Caritas berühre, bekräftigte der Bischof in seiner Predigt noch einmal seine Haltung zum Verein Donum Vitae:

„Wir dürfen im nächsten Jahr in Regensburg den Katholikentag ausrichten. Er wird unter dem Motto stehen: ‚Mit Christus Brücken bauen’. Wir wollen mit vielen Tausend Gästen aus ganz Deutschland und den benachbarten Ländern unseren Glauben feiern und seine gesellschaftspolitische Relevanz deutlich machen, bei vielen Veranstaltungen zeigen, dass wir Christen, auch in ökumenischer Eintracht, einer Kultur des Lebens dienen.

In diesem Zusammenhang, Sie haben es vielleicht mitbekommen, wird noch diskutiert, ob der Verein Donum vitae offiziell beim Katholikentag auftreten darf oder nicht. Weil dieses Thema ja grundsätzlich die Arbeit der Caritas berührt, möchte ich diese Predigt nützen, kurz auch ein Wort zu meiner Haltung zu sagen.

Es ist hier nicht der Ort, eine Entscheidung zu fällen oder bekannt zu geben. Aber eines wollte ich klarstellen. Ich habe es immer bedauert, dass angesichts von Donum vitae der Eindruck entstehen konnte und auch entstanden ist, wir als katholische Kirche und als Caritas würden die durch eine Schwangerschaft in Not geratenen Frauen im Stich lassen und aus der Beratung und Hilfe aussteigen. Davon kann doch keine Rede sein.

Hilfe für Schwangere JA, Abtreibung NEIN

Es muss klar sein: Bei uns, bei Ihnen, bei der Caritas bekommen Frauen, die durch eine Schwangerschaft in Not geraten sind, jede nur erdenkliche Hilfe: materiell, psychologisch, menschlich, seelsorglich. Die Bedrängnisse können ja vielfältigster Art sein, bis hin zum Drängen des Vaters und des Umfeldes, die Frau gegen ihren Willen zu einer Abtreibung zu bewegen. Da muss klar sein: Bei uns gibt es jede nur erdenkliche Hilfe. Und die Caritas lässt sich diese Beratung viel kosten, bekommt aber im Unterschied zu Donum vitae kaum Zuschüsse.

Nur  –  und das ist das Entscheidende: Zu einer Hilfe können und dürfen wir die Hand nicht reichen, zu einer Lösung, die nicht eine Lösung, sondern die Beseitigung des Problems darstellt, ja die brutale Beseitigung des Problems, nämlich die Beseitigung des Kindes.

Liebe Schwestern und Brüder! Ich habe nie behauptet, dass nicht auch Donum vitae gute Absichten hat; ich habe nie behauptet, dass Donum vitae die schlechteste aller Lösungen ist. Ich halte auch nicht generell alle Mitglieder und Mitarbeiter von Donum vitae für böse Menschen und schlechte Christen.

Klares Eintreten der Kirche für das Lebensrecht

Aber –  und das haben die Schreiben aus Rom von Anfang an deutlich gemacht   durch Donum vitae und die Beteiligung am Abtreibungssystem in Deutschland, durch die Ausstellung des Scheins, der zu nichts anderem dient als zur Durchführung einer straffreien Abtreibung, wird das konsequente Eintreten der Kirche für das Leben unter allen Umständen verdunkelt, die Klarheit der Kirche doch erschüttert. Darin besteht das Problem.

Und die Folgen sind schwer abschätzbar. Einigen Fällen, bei denen vielleicht eine Frau, die nur zu Donum vitae gekommen ist und durch ergebnisoffene Beratung doch zur Entscheidung hin beraten wurde, das Kind zu behalten, steht die Gefahr einer moralischen Verunsicherung gegenüber, die darin ihren Ausdruck findet, dass nun der Eindruck entsteht, die Kirche macht grundsätzlich doch auch mit. Noch einmal:

Es ist hier nicht der Ort für Entscheidungen im Hinblick auf den Katholikentag, aber es ist der Ort, den Beraterinnen und Beratern der Caritas wie überhaupt allen Mitarbeiterinnen auf das herzlichste für ihren Dienst zu danken und es hinauszurufen in unsere Stadt und unser ganzes Bistum: Wir stehen für eine Kultur des Lebens. Und bei uns bekommen Sie in einer durch eine Schwangerschaft entstandenen Notsituation jede erdenkliche materielle, psychologische, menschliche und seelsorgliche Hilfe. Wir beraten, wir helfen, wir begleiten, und das auch nachhaltig!“, sagte der Bischof und fügte hinzu:

„Gerade Sie als Mitarbeiter der Caritas stehen oft genug vor Situationen, die einem angesichts der Verzweiflung am Krankenbett oder bei einer Beratung Tränen in die Augen treten lassen.“

Bischof Rudolf ermutigte seine Mitarbeiter in der Caritas, dass sie sich gerade in solchen Situationen auf die zentrale Botschaft des Christentums besinnen: „Hoffnung, Ermutigung und Trost sind die ersten Sätze der Verkündigung von Christus, nicht ein Satz der Moral“, sagte Voderholzer.

In der Arbeit für Menschen mit Behinderungen, mit Asylsuchenden oder in den zahlreichen anderen caritativen Diensten und Einrichtungen gäben die haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter der Caritas und ihrer Fachverbände laut Bischof Voderholzer im Geist Christi der Kirche ein jugendliches, zukunftsfähiges Gesicht.

CHRISTUS ist die Hoffnung auf Herrlichkeit

In der Deutung des Spruchs auf seinem Bischofswappen „Christus in vobis spes gloriae“ („Christus ist unter Euch, er ist die Hoffnung auf Herrlichkeit“) erkennt der Oberhirte den Auftrag und die Würdigung des caritativen Dienstes: „Es ist Christus, dem sie als Caritas-Mitarbeiter dienen, Christus identifiziert sich mit jedem ihrer Patienten oder Ratsuchenden“.

Nach dem Gottesdienst in der vollgefüllten Basilika St. Emmeram ließ es sich Bischof Rudolf nicht nehmen, den Caritas-Mitarbeitern zu begegnen und sie in persönlichen Gesprächen kennenzulernen. Zahlreiche ehren- und hauptamtliche Mitarbeiter der Caritas kommen jedes Jahr zur Wolfgangswoche nach Regensburg.

„Es ist für uns ein Zeichen der Wertschätzung unserer caritativen Arbeit, dass Bischof Rudolf uns zur Wolfgangswoche eingeladen und sich auch Zeit für persönliche Begegnungen genommen hat“, sagte Diözesan-Caritasdirektor Dr. Roland Batz.

Zusatz-Info zur Caritas im Bistum Regensburg

Mehr als 900 sozial-caritative Einrichtungen mit über 15.000 hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Von der Hilfe für Obdachlose, über die Betreuung von alten und pflegebedürftigen Menschen mit und ohne Behinderung bis hin zur modernen Hochleistungsmedizin im Krankenhaus: Unter dem Dach der Caritas im Bistum Regensburg werden jährlich mehr als 250.000 Menschen betreut.

Vor fast 40 Jahren wurde die Beratungsstelle für Frauen in Konfliktsituationen in Regensburg errichtet. Sie war in Bayern die erste katholische Beratungsstelle für Schwangerschaftsfragen. Heute bietet die Caritas diözesanweit Schwangerschaftsberatung an elf Orten: in Amberg, Cham, Deggendorf, Dingolfing, Kelheim, Landshut, Mainburg, Regensburg, Schwandorf, Straubing, Tirschenreuth.

Neben der psychosozialen Beratung bieten die Beraterinnen soziale und lebenspraktische Unterstützung. Hierzu gehören Informationen über Sozialleistungen und Rechtsansprüche sowie die finanzielle Unterstützung aus verschiedenen Fonds und Stiftungen. Einen Schwerpunkt bildet die Beratung und Hilfe vor, während und nach Pränataldiagnostik (vorgeburtliche Untersuchungen). Die Beratung ist kostenlos, unabhängig von Herkunft und Religion, vertraulich und auf Wunsch anonym. Vor der Geburt bis zum dritten Lebensjahr des Kindes können die Hilfen der Caritas-Beratungsstellen in Anspruch genommen werden. Adressen und weitere Informationen zu „Hilfen für Schwangere“: www.caritas-schwangerschaftsberatung.de.

Caritas heißt aber auch zahlreiche ehrenamtliche Mitarbeiter in den Pfarrgemeinden. Auch sie sind häufig unmittelbarer Ansprechpartner für Menschen, die Rat und Hilfe brauchen. Derzeit engagiert sich die Caritas in der Diözese Regensburg auch in der Unterstützung der Hochwasseropfer. Die Betroffenen erfahren schnelle und unbürokratische finanzielle Hilfe. Gleichzeitig stehen den Betroffenen die Notfallseelsorger und Sozialberater der Caritas sowie die Seelsorger vor Ort zur Seite.

Weiterhin bittet der Caritasverband im Bistum Regensburg alle Menschen, die von der Flutwasserkatastrophe verschont wurden um eine Spende: Das Spendenkonto lautet dafür: Konto 760, Ligabank Regensburg (BLZ 750 903 00), Stichwort „Hochwasser 2013“.

Quelle (Text/Foto): Bischöfliches Presseamt Regensburg


Der ernannte Bischof von Regensburg sendet die Sternsinger in Kasel aus

Dr. Rudolf Voderholzer: „Sternsinger lassen den Glanz der Krippe aufleuchten

Die Fahrt von Trier nach Kasel führt an der Ruwer entlang. Die enge Straße zeichnet die Linie der Weinberge nach, die sich steil in den winterlichen Himmel strecken. Die Häuser des kleinen Ortes an den Ausläufern des Hunsrück drängen sich dicht um die Nikolauskirche in ihrer Mitte. Die Sternsinger mit ihren Müttern und Vätern sind prächtig herausgeputzt. Rudolf Voderholzer Sternsinger 2

Rund 30 Kinder warten auf den Seelsorger des Ortes, Dr. Rudolf Voderholzer, den Papst Benedikt vor gut einem Monat zum künftigen Bischof von Regensburg ernannt hat  –  und der in gut drei Wochen in der Oberpfalz geweiht werden wird.

Einen großen Kreis bilden die Mädchen und Jungen um die Weihnachtskrippe. Rudolf Voderholzer liest das Evangelium nach Matthäus vor:

Wie die Sterndeuter aus dem Osten nach Jerusalem kamen. Wie sie dort dem amtierenden König Herodes nach dem neugeborenen König fragen. Wie sie dem Stern weiter folgen. Und wie sie Jesus Christus in Bethlehem entdecken, Gott selbst, der Mensch geworden ist, um uns die Frohbotschaft zu bringen.   Rudolf Voderholzer Sternsinger 1

Die Kinder sollen glaubensfrohe und überzeugende Boten des Evangeliums sein. Sie bringen den Segen Gottes in jedes Haus und erinnern daran, daß Jesus geboren und der Heiland erschienen ist.

Die Sternsinger lassen den Glanz der Krippe und des Weihnachtsfestes aufleuchten.

Der Geistliche segnet die Kreide, die Sterne der Kinder, den Weihrauch und die Kinder selbst. „Damit der Segen auch spürbar wird, sammelt Ihr Geld für die Kinder in Tansania und für andere Kinder, die unter Not und Ungerechtigkeit leiden.“

Das Pfarrhaus gleich unterhalb der Kirche wird als erstes gesegnet. Rudolf Voderholzer zeichnet selbst das Zeichen mit der gesegneten Kreide an die Tür und zeigt den Kindern, wie es geht.

Die Kinder machen sich froh und begeistert auf den Weg durch das kleine Dorf von Haus zu Haus und singen das Lied von Caspar, Melchior und Balthasar. Die Menschen in Kasel warten schon auf sie.

 
Quelle (Text/Fotos):
Dr. Veit Neumann
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