„Katholischer Arbeitskreis“ der CDU Sachsen kritisiert Bischofserklärungen zu Ramelow

Der Katholische Arbeitskreis in der CDU Sachsen hat kein Verständnis dafür, dass sich drei katholische Bischöfe, darunter auch unser Bischof Heinrich Timmerevers vom Bistum Dresden Meißen, hinter die Wahl eines Ministerpräsidenten in Thüringen der Partei „Die Linke“ stellen, diese befürworten und dazu gratulieren.

Diese Haltung ist respektlos gegenüber allen Katholiken, die damals stets gegen das SED-Regime waren – ja wegen dieses Unrechtsstaats Repressalien erfahren haben.

Sie ist auch respektlos gegenüber all denen, die auf den ostdeutschen Straßen dagegen demonstriert haben, um eben genau diese Zustände nie wieder zu erleben.

Die Linkspartei ist Rechtsnachfolgerin der SED und eine demokratiefeindliche Organisation. Sie hat das Ziel, unsere freiheitliche Ordnung wieder in eine sozialistische Diktatur zu verwandeln.

Wir finden das Handeln der Bischöfe irritierend und möchten deutlich ausdrücken, dass wir dies auf keinen Fall unterstützen. Wir legen Seiner Exzellenz Bischof Heinrich Timmerevers sehr ans Herz, sich mit der Vergangenheit im Osten der Republik zu befassen.

Quelle: https://www.ka-sachsen.de/index.php/aktuelles/pressemitteilungen/268-haltung-der-bischoefe-ist-respektlos-gegenueber-den-opfern-der-sed-diktatur


Bistum Dresden: Bischof Heiner Koch empfiehlt fairen Umgang mit PEGIDA

Die katholische Zeitung „Tagespost“ veröffentlichte am 23. Januar 2014 online ein ausführliches Interview mit dem katholischen Oberhirten des Bistums Dresden-Meißen, Heiner Koch. Er wurde vor zwei Jahren von Papst Benedikt zum Diozesan-Bischof ernannt; vorher war er Weihbischof im Erzbistum Köln.Pegida_slide

Das Gespräch mit dem Bischof führten Regina Einig und Markus Reder

Bischof Koch  – er ist Vorsitzender der Kommission für Ehe und Familie der Dt. Bischofskonferenz  – plädiert für einen sachlichen und differenzierten Umgang mit der neuen PEGIDA-Bewegung nach dem Motto: Argumente statt Ausgrenzung. 

Den großen Zulauf zu den Demonstrationen bzw. „Spaziergängen“ in Dresden und anderswo erklärt Bischof Koch mit einem „Gefühlsstau“, einer „Verärgerung über das Nicht-Vorkommen, Nicht-berücksichtigt-Werden, Nicht-wahrgenommen-Sein.“

Bei dieser Gruppe habe eine „Entfremdung stattgefunden zu unserer Gesellschaft und zur politischen Spitze. Es gibt ein Sich-nicht-mehr-vertreten-Fühlen im Spektrum der Parteien.“Kölner Dom 12-2010

Außerdem führe gerade die scharfe Kritik an PEGIDA zu einem Jetzt-erst-recht-Gefühl bei den Anhängern, erläutert der Bischof:

„Jede Ablehnung  –  und die ist zum Teil massiv  –  stärkt sie in ihrem Sendungsbewusstsein. Sendungsbewusstsein führt genau dazu, dass ich mich  –  gerade wenn ich abgelehnt werde  –  immer tiefer mit etwas identifiziere.“

BILD: Beim Kölner Dom war die Beleuchtung abgestellt, als KÖGIDA demonstrierte  – Fairer Dialog sieht anders aus. (Foto: Dr. Bernd F. Pelz)

Zudem stellt Bischof Koch gegenüber weitverbreiteten Verunglimpfungen in Medien und Politik klar:

„Alle Schubladen, in die man Pegida zwängen will  –  fremdenfeindlich, rassistisch, neonazistisch  – , sind zu simpel. Dieses Schubladendenken verhindert nur, dass man angemessen auf diese Bewegung reagiert.

Als Demokraten und als Christen sollten wir Menschen nicht ausgrenzen: Ich muss diese Menschen ernst nehmen, ich muss mit ihnen ins Gespräch kommen und muss selbstverständlich auch Forderungen an sie stellen.“

Außerdem bemängelt der katholische Oberhirte, daß die Politik, weil sie um „politische Korrektheit bemüht“ sei, im Zusammenhang mit der Zuwanderung „manche Probleme nicht auf den Tisch bringt.“  

Der Bischof fährt fort: „Pegida-Anhänger sagen mir oft: „Mit meiner Überzeugung darf ich mich nicht mehr öffentlich äußern, sonst bin ich gleich als rechtsextrem verschrien.“  – Ausschluss aus dem politischen Diskurs durch Ausgrenzung halte ich für einen Fehler. Man muss kontroverse Diskussion zulassen. Inhaltliche Auseinandersetzung kann man nicht durch Ausgrenzen unliebsamer Meinungen ersetzen.“

Quelle und vollständiges Interview hier: http://www.die-tagespost.de/Argumente-statt-Ausgrenzung;art456,157929