Turbulenzen um „Marienvisionen“ im Walde

Buchbesprechung von Cordula Mohr

Der satirische Roman des US-amerikanischen Schriftstellers David Guterson erschien in Deutschland unter dem Titel „Unsere Liebe Frau vom Wald“. Ironischerweise gibt es in Südtirol ein kleines Dorf bei St. Felix mit genau diesem Namen, aber ganz ohne Marienerscheinung.

Zum Inhalt des Buches: Ein Mädchen namens Ann Holmes durchsucht ziellos den dichten Wald in der Nähe des Campingplatzes von North Fork nach Pfifferlingen, die es später verkaufen will, um ein bisschen Geld für ihr Überleben zu bekommen.

Sie benötigt Antihistamin gegen ihre vielen Allergien. Ebenso mag sie die „Zauberpilze“, von denen sie ins Träumen gerät und mit denen sie die leidvolle Zeit, als sie noch zuhause gelebt hat, scheinbar vergessen kann. Auch andere  Drogen wie Marihuana standen auf dem Campingplatz  zur Verfügung.

Sie las manchmal eifrig im Katechismus und machte sich mit bekannten Gebeten vertraut.

Unter diesen Vorzeichen hatte Ann eine Halluzination, die sie später ihrem Ortspfarrer Collins als Erscheinung der Gottesmutter schildert, weil es ihr so echt vorkam. Sie fühlte sich dieser hellen Gestalt verpflichtet und anheimgestellt.

Die 14-Jährige lebte seit ihrem Ausriss von zuhause auf einem Campingplatz und fand dort Menschen, die sie nett aufnahmen und umsorgten. Besonders kümmerte sich Carolyn Geer, ebenfalls eine Pilzsammlerin, um das Mädchen.

Sie übernahm gleichsam die Mutterrolle und wurde eine treue Freundin für Ann, die durch ihre Erlebnisse zur „Seherin“ wurde. Vorher war sie eine Einzelgängerin, die ihr Gesicht oft unter einer Sweatshirt-Kapuze verbarg.

Noch am selben Abend erzählte Ann ihrer Carolyn von dieser hellen Lichtkugel und dass es sicherlich die Muttergottes gewesen sei. Danach erfuhren weitere Frauen von diesem Ereignis.

Darunter befand sich eine Katholikin, die ihr kleines Kind in den Wäldern seit Jahren vermisste. Die Erscheinung erweckte in ihr die Hoffnung, die Madonna würde Ann mitteilen, wo ihre Tochter abgeblieben ist. Die Frau hatte die Hoffnung, dass das Kind noch lebt, nicht aufgegeben, obwohl damals lange vergeblich nach dem Mädchen gesucht worden war.

Diese drei Frauen – Carolyn, die Mutter des verschwundenen Mädchens und eine ehemalige Barfrau – gingen nun mit Ann zu jener Stelle im Wald, an der sich die Erscheinung nochmal zeigen wollte. Wieder wurde unterwegs von diesen aphrodisierenden Pilzen genommen.

Diese Lichtkugel war auch wieder für Ann sichtbar.

Das Buch ist vom Autor mit einer ordentliche Prise Humor gespickt worden und  der Leser muss viel schmunzeln, bisweilen geradezu lachen – wie bei diesem Dialog:

Ann sagte zu Carolyn nach dem Waldbesuch: Ich muss in die Stadt zu einem Priester.
Carolyn: Geh lieber zum Psychiater.

Carolyn glaubte der Visionärin nicht, weil sie wusste, dass sie Drogen und Medikamente nahm.

Trotzdem fuhren die beiden in die Stadt zu Pfarrer Collins, der echte Probleme mit dem Zölibat und auch mit dem Tragen einer Priesterkleidung hatte, so das man ihn nicht als Geistlichen erkennen konnte. Seine Schwäche lebte er aus, indem er gerne erotische Bücher zum Einschlafen las.

Die beiden Mädchen treffen auf den Pfarrer, der zivil herumläuft und sie dürfen zu ihm nach Hause, wo Ann ihm die Geschichte aus dem Wald erzählt. Carolyn ist auch mit dabei. Der Priester fragt vorsichtig nach, wie die Stimme wahrzunehmen sei – innerlich oder wie von aussen.

Ann sagt: In meinem Kopf ist der Klang ihrer Stimme. Auf diese Weise spricht sie mit mir.

Der Priester ist skeptisch und glaubt Ann nicht so recht. Jedoch bei seinen Nachfragen will er eine Echtheit nicht ausschließen. Ann gibt zu, nicht zu den Sakramenten der Kirche zu gehen. Er ist beeindruckt von der zarten, anmutigen Persönlichkeit von Ann und fängt an, sich ein wenig in sie zu verlieben.

Danach beschreibt der Autor einen Mann namens Tom Cross, der als Holzfäller in den Wälder von North Fork arbeitet. Er lebt seit einem Jahr von seiner Frau getrennt und darf laut Gerichtsbeschluss sein Haus und Grundstück nicht mehr betreten, weil er immer wieder ausfallend gegenüber seiner Frau geworden war.

Er und seine Frau haben ein schweres innerliches Leid zu tragen, denn Tom hat seinen Junior, wie er ihn nennt, durch grobe Fahrlässigkeit beim Baumfällen querschnittsgelähmt in den Rollstuhl befördert.

Tom hielt nicht viel seinem Sohn, der so ganz anders war, als wie er sich einen Sohn wünschte.

Seine Frau allerdings hat sich nach der Trennung und dem Schicksalsschlag an die Kirchengemeinde gewandt und von dort  Trost und Hilfe erfahren. Pfarrer Collin kümmerte sich seelsorgerisch ebenfalls um die getrennte Familie.

Tom arbeitet seitdem nebenbei auf dem Campingplatz, auf dem Ann und Carolyn sich aufhalten und bekommt unweigerlich diese Erscheinungsereignisse mit. Er selbst führt seit dem „Unfall“ ein sinnloses Leben zwischen Arbeit und der Suche nach einem Abenteuer, was ihm manchmal von der ehemaligen Barfrau erfüllt wird. Ganz hat er den Bezug zur Kirche jedoch nicht verloren.

Die Holzfäller im Wald können es kaum glauben, das sich eine echte Himmelserscheinung zugetragen hat und sie deuten die Ereignisse als Erlebnisse von streunenden Drogenabhängigen.

Anns Kindheit mit Vernachlässigung und sexuellem Missbrauch durch den Stiefvater wird ausführlich geschildert.

Als Teenager erlebte sie eine Schwangerschaft durch ihren Stiefvater und eine Abtreibung. Auch Drogen waren schon in der Herkunftsfamilie im Gebrauch.

Schon ein paar Tage später ist der Campingplatz voll mit Pilgern aus allen Bundesstaaaten Amerikas. Es ist zu einer Massenbewegung gekommen.

Carolyn spricht durch das Megaphon und versucht, den Pilgern zu erläutern, das Ann mehr Ruhe braucht.

Es sind 2000 Schaulustige bei der ersten groß geführten „Wallfahrt“ zugegen und Ann, Carolyn und Pfarrer Collins führen die Pilger zu der Erscheinungsstelle in den Wald.

Der Autor beschreibt die teils sehr frommen Pilger mitunter beeindruckend, teils eher lächerlich wirkend – und jeder, der schon einmal an einem Erscheinungsort wie Medjugorje war, hat solche Szenen bildlich vor Augen, wobei der Verfasser gerade das kirchlich umstrittene Medjugorje mehrfach erwähnt.

Überall in den Wäldern gibt es nun Bittzettel, Kerzen, Metallkreuze, Rosenkränze, Blumen, Heiligenbilder und Kitschmadonnen, die dort abgestellt oder an Bäume angeheftet wurden, nicht selten durch überschwengliche religiöse Fanatiker, die wundersüchtig hinter der kindlichen Seherin her sind.

Und dann geschehen etliche „Heilungen“ an einigen Pilgern. Das spricht sich ohne Prüfung von Medizinern ganz schnell herum und wird als Wunderheilung ausgerufen, was die Visionärin Ann gerne bestätigt.

„Bescheiden“ erklärt Ann, die Gottesmutter bewirke die Heilungen und sie selber sei nur die Bittstellerin.

Himmlische Botschaften hat Ann auch parat. Daran ist Carolyn beteiligt, indem sie Ann immer wieder sagt, was diese den Leuten „verkünden“ soll – und wenn Ann wieder kränklich ist, denkt Carolyn sich einfach welche aus. Die Pilger bekommen Ann immer weniger zu sehen und Carolyn übernimmt quasi die PR-Arbeit (Public relation, Werbung).

Sie kümmert sich um die Spenden, die in Wischeimern gereicht werden. Carolyn zweigt für sich selbst etwas davon ab, um irgendwann mal ein schöneres Leben führen zu können als in ihrem Campingbus.

Das Ganze wird dann von Pfarrer Collins dem Ortsbischof zugetragen und dieser sendet einen Pfarrer Butler aus, der schon viele angebliche Erscheinungen überprüft hat.

Für ihn ist im Vorfeld schon klar: diese Geschichte ist nicht stimmig. Doch Pfarrer Collins möchte ein ausgewogendes Gespräch und die Möglichkeit für Ann, die mittlerweile auch schon auf seinem Faltsofa übernachtete und knapp bekleidet auf seiner Bettkante gesessen hat und ihm erzählte, dass sie eine  sündige Person und zudem nicht einmal getauft sei.

Immer wieder spricht Ann davon, dass die Madonna eine Kirche im Wald erbaut haben möchte.

Nach den Gesprächen von Pfarrer Butler an den folgenden Tagen ist für ihn schnell klar: Die Story stimmt nicht. Er fragt nach Medikamenten und als Ann Phenathol erwähnt, weiß der Abgesandte des Bischofs  aus früheren Befragungen von Visionären, dass die Nebenwirkungen dieses Medikamentes Halluzinationen bewirken können. Ebenfalls erzählt sie von ihren „Zauberpilzen“ – und dass sie noch kein einziges Sakrament empfangen habe.

Pfarrer Collins stimmt Pfarrer Butlers Skepsis weitgehend zu. Aber die Seherin gefällt ihm trotzdem und er kümmert sich um die kränkliche Ann.

Dann wird wieder ein großes Pilgeraufkommen beschrieben. Nun sind es 4000 Leute, die sich versammelt haben. Weil die Erscheinung auf dem Privatgelände einer Company stattfand, soll das Geschehen von dem Eigentümer unterbunden werden.  Jedoch wird ein Abkommen mit dem Sheriff des Orts vereinbart und Ann darf noch einmal mit der Menschenmasse zu der Erscheinungsstätte. Wieder wird anschaulich beschrieben, wie naiv viele Pilger sich verhalten, aber auch ernstgemeinte Bitten und Anliegen werden vorgetragen.

Viele Facetten der Menschen, die auf Pilgerschaft sind, werden beschrieben:

Tom Cross bekommt deutlich mit, dass sogar Heilungen abgelaufen sind und drängt sich, als Ann in der Kirche ist, zu ihr vor.

Wieder wird er ausfällig und verlangt erpressend von Ann, die schon seit Wochen immer wieder an Fieber und Zittern leidet, die Heilung seines Sohnes.

Sie erwidert, das könne sie nicht bewirken, das müsse man dem Himmel überlassen.

Carolyn eilt zu Ann und sprüht Tom mit Pfefferspray Tom ins Gesicht, damit er die Visionärin in Ruhe läßt.

Das Fieber steigt immer mehr an und Ann verstirbt kurz nach dem Vorfall in der Kirche.

Das Buch endet völlig überaschend für den Leser nach einem Jahr später: Durch ein riesiges Spendenaufkommen wird nach Anns Tod die gewünschte Kirche im Wald erbaut und das Patronatsfest steht bevor. Reliquien von Ann liegen in der Kirche.

Der Ortsbischof ist unter diesen Umständen nicht anwesend, aber er hatte seinen wohlüberlegten Segen gegeben. Er möchte sich nicht persönlich einmischen, um sich nicht festzulegen, ist aber erfreut über die wachsende Gemeinde. Pfarrer Butler, der neuerdings Generalvikar des Bischofs ist, wurde zur Zeromonie gesandt. Er sagte zu Pfarrer Collins bei dieser seiner zweiten Ankunft: Wir müssen uns demütig fügen.

Zum Schluss taucht Carolyn auf, die sich mit den Spendengeldern ein schönes Leben in der Welt geleistet hat.

Sie spricht mit Pfarrer Collins über ihr schlechtes Gewissen und ihrem Wissen um die Drogen und Medikamente, die Ann genommen hat. Sie hat wegen des Pfeffersprayeinsatzes sogar eine Anzeige bekommen.

Mein Fazit: Dieses Buch ist sozusagen filmreif. Es ist spannend, teilweise humvorvoll und durchaus auch tiefsinnig geschrieben.

Die vielen Facetten um die Menschen, die in dem Buch vorkommen, sind herzerfrischend geschildert.

Ich würde das Buch jedoch erst Lesern ab 18 Jahren empfehlen, weil manchmal eine sehr derbe Sprache verwendet wird. Daran kann der reifere  Leser vor allem die menschlichen Abgründe erkennen, die sich bei jedem – auch bei frommen Leuten und Priestern – auftun können.

Der Roman schildert auf teils ernste, teils satirische Weise viele Erlebniswelten und auch einige typischen Phänome, wie man sie in wundersüchtigen Kreisen und bei etlichen Erscheinungsstätten in ähnlicher Weise vorfinden kann.

Unsere Autorin Cordula Mohr ist Familienmutter und lebt in Rheine (Westfalen); sie leitet die „Aktion Lebensrecht für alle“ (ALfA) im Münsterland.


Münster: Bahnhofsumfeld von Gewalt, Drogen und Kriminalität geprägt

Seit einigen Monaten gilt der Bereich rund um den Bahnhof in Münster aus polizeilicher Sicht als Kriminalitätsschwerpunkt. Dies ergab eine Anfrage der AfD im Landtag von NRW.

Jede siebte Straftat in Münster wird im Bereich rund um den Hauptbahnhof begangen.

Die AfD in Münster erklärt: Um dem Bürgern der Stadt Münster zu suggerieren, man wolle sich der Situation annehmen, haben NRW-Innenminister Herbert Reul zusammen mit Oberbürgermeister Markus Lewe letzte Woche den Bahnhofsbereich besucht.

„Das war zur Schau gestellter Aktionismus ohne jeden Nutzen für die Betroffenen und ist allein dem Kommunalwahlkampf geschuldet ist“, sagte AfD-Kreissprecher Martin Schiller (siehe Foto).

„Seit Jahren ist die Situation rund um den Bahnhof bekannt. Und seit Jahren hat sich in dieser Sache nichts getan. Die CDU will hier von ihrer jahrelangen Tatenlosigkeit ablenken“, so der Kreissprecher weiter:

„Die Kaufleute im Bahnhofsbereich leiden unter der Gewalt und dem Drogenhandel durch kriminelle Dealer. Geschäftsleute fürchten um ihre wirtschaftliche Existenz. Die Probleme, so wie sie sich rund um den Bahnhof abspielen, sind auch ein Zeichen der verfehlten Einwanderungs- und Asylpolitik.“

So lange sich in diesem Politikfeld nichts ändere, fordert die AfD daher rasche Hilfen für die betroffenen Kaufleute.

„Der Bereich rund um den Bahnhof muss mit Kameras überwacht werden. Auch muss auf der Windthorststraße eine mobile Polizeistation in Zusammenarbeit mit dem kommunalen Ordnungsdienst eingerichtet werden“, so der Vorschlag Schillers: „Nur so kann Druck auf die kriminellen Strukturen am Bahnhof aufgebaut werden.“


Mexiko: Kath. Bischöfe beklagen „tödliche Seuche“ von Gewalt, Abtreibung u. Euthanasie

Die katholischen Bischöfe von Mexiko haben kürzlich in einer gemeinsamen Stellungnahme erklärt:

“Wir sind uns bewusst, dass das Jahr 2020 aufgrund der Covid-19-Pandemie, die in unzähligen Familien Schmerzen verursacht und die wirtschaftliche Situation ernsthaft beeinträchtigt hat, Spuren in der Geschichte der Welt und in der Geschichte Mexikos hinterlassen wird.

Dieses Jahr hat auch eine weitere tödliche Seuche nach Mexiko gebracht: Die Gewalt und Unsicherheit, die ein noch nie dagewesenes Ausmaß erreicht haben, dürfen uns aufgrund ihrer Maßlosigkeit und Grausamkeit nicht gleichgültig sein.“

Sodann beklagen die Oberhirten eine „Kultur des Todes, die das mexikanische Volk hart und immer wieder im Herzen trifft“.  – Neben zunehmenden Gewalttaten erwähnen die Bischöfe die Tötung ungeborener Kinder, die „Sterbehilfe“ und die Legalisierung von Drogen, außerdem eine „falsche und verzerrte Sicht der Sexualität“ sowie weitverbreitete Korruption und sexuelle oder berufliche Ausbeutung.


Bayern: Polizei gegen Anhebung der Höchstgrenzen für „legalen“ Cannabis-Besitz

Die Deutsche Polizeigewerkschaft in Bayern sieht die Forderung von Daniela Ludwig, der Drogenbeauftragten der Bundesregierung, nach einer Anpassung der Höchstgrenzen für den „legalen“ Besitz von Cannabis in Deutschland kritisch. Denn dies würde zu einer Anhebung der Höchstgrenze in Bayern führen.

„Es müssen weiterhin polizeiliche Ermittlungen hinsichtlich des Erwerbs und Handels mit Cannabis möglich sein“, sagt Landesvorsitzender Rainer Nachtigall.

Auch der Besitz geringer Mengen dieses Rauschgifts müsse konsequent sanktioniert werden. Die regelmäßige Einstellung von Strafverfahren sei ein falsches Signal an Konsumenten geringer Cannabis-Mengen, erklärte der Landeschef.

Rainer Nachtigall schlägt stattdessen vor, diese Fälle künftig als Ordnungswidrigkeiten zu ahnden. Ein entsprechend hohes Bußgeld wäre nach seiner Auffassung besser als gar keine Sanktion. Er fährt fort:

„Die eigentlich bestehende Strafbarkeit des Besitzes geringer Cannabis-Mengen wird wegen des verfassungsrechtlichen Übermaßgebotes durch die Einstellung der Strafverfahren nicht durchgesetzt. Dies hat dazu geführt, dass viele Bürgerinnen und Bürger, vor allem junge Menschen, nicht mehr wissen, dass Cannabis eine illegale Droge ist. Dadurch läuft das Gesetz ins Leere.“

Daher solle der Staat aus Gründen der Generalprävention beim Besitz von Kleinmengen von Cannabis als Substanz mit gesundheitsschädlichen Auswirkungen zumindest eine Ordnungswidrigkeit mit einer Geldbuße verhängen: „Bei wiederholter Begehung muss sich die OWI zur Straftat qualifizieren.“

Um Cannabis-Konsumenten von der Droge abzubringen, wäre für den Gewerkschafter auch vorstellbar, dass die Geldbuße bei der Teilnahme an einer verpflichtenden Drogenberatung entfällt.

Quelle: https://www.dpolg.de/aktuelles/news/keine-anhebung-der-hoechstgrenze-fuer-legalen-cannabis-besitz/


Burkina Faso: Terror gegen evang. Gemeinde

Schon wieder haben islamische Attentäter in Burkina Faso bei einer Sonntagsmesse zugeschlagen. Diesmal traf es eine protestantische Gemeinde im Osten des Landes.

Vierzehn Kirchenbesucher wurden bei dem Überfall auf eine Kirche in Hantoukoura in der Provinz Komandjarie nah an der Grenze zu Niger ermordet. Ein Sprecher der örtlichen Regierung erwähnte auch „zahlreiche Verletzte“.

Die unbekannten Täter, etwa zehn an der Zahl, gingen nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP ausgesprochen kaltblütig vor. Sie richteten u.a. den Priester der Gemeinde und mehrere Kinder hin, anschließend flohen sie auf Motorrädern.

Immer wieder kommt es in den letzten Monaten in Burkina Faso zu Anschlägen auf Christen, besonders im Norden. Vor allem in den Grenzregionen operieren viele Terrorgruppen; hier verlaufen auch wichtige Schmuggelstraßen für Waffen und Drogen.

Meldung von Radio Vatikan: https://www.vaticannews.va/de/welt/news/2019-12/burkina-faso-terror-angriff-kirche-tote-islamisten-waffen-christ.html


Grüne: Drogen freigeben, höhere Alkoholsteuer

In ihrem Bemühen, die Menschheit entsprechend ihrer Öko-Religion zu indoktrinieren, haben die Grünen in ihrem Wahlprogramm für die EU-Wahl angekündigt, Cannabis legalisieren und Alkohol höher besteuern zu wollen:

Hier der entsprechende Auszug aus dem Europa-Wahlprogramm:

Wir setzen uns für eine europäische Drogenpolitik ein, die auf Prävention statt Repression setzt sowie auf Hilfe und Entkriminalisierung statt Verbote. Anstelle der gescheiterten Verbotspolitik fordern wir langfristig eine an den tatsächlichen gesundheitlichen Risiken orientierte Regulierung von Drogen. Dazu gehört für uns zum Beispiel die europaweite Legalisierung und kontrollierte Abgabe von Cannabis. Pauschale Verbote neuer psychoaktiver Substanzen lehnen wir ab. Stattdessen wollen wir Zulassungsverfahren auf der Grundlage von Risikobewertungen und einem strengen Jugend- und
Verbraucher*innenschutz.
Wir setzen uns für eine Angleichung der Besteuerung von Tabakerhitzern und Zigaretten sowie höhere Mindeststeuern und eine einheitliche Besteuerung alkoholischer Produkte
ein.

Quelle: https://www.aktion-kig.eu/2019/04/gruene-cannabis-legalisieren-alkohol-hoeher-besteuern/


Warum eine Legalisierung von Cannabis unverantwortlich wäre

Von Christa Meves

In Bezug auf die Drogenpolitik müssen wir hierzulande mit einer neuen Etappe rechnen; denn so lässt es sich aus den USA vernehmen: Hier ist eine neue breitflächige Bemühung um die Legalisierung von Cannabis virulent geworden.  

Mit der Begründung, dass Cannabis sich angeblich als Mittel gegen Schmerzen bewährt habe, wird die totale Freigabe der Droge angestrebt. Diese positive Begründung prescht dabei mit einem Argument vor, das offenbar bewusst auf Täuschung beruht.

Ungeschminkt gehen sogar die Investoren der Wallstreet auf diese Argumentation ein – und sie werden offenbar unterstützt von einer Gruppierung von Milliardären, die ihre Gelder zur Verfügung stellen, um der Legalisierung das positive Gewicht in der Bevölkerung zu verleihen.

Dabei wird keineswegs damit zurückgehalten, dass man das Aufblühen einer Cannabisindustrie zu einem neuen lukrativen Wirtschaftszweig zu machen sucht. Der Milliardär Soros – längst berüchtigt, mit seinen kapitalistischen Impulsen, Strippen zu ziehen – stehe auch bei dieser neuen Akzentuierung an der Spitze (1).

Hier bei uns ist die Politik bereits seit einigen Jahren dabei, der angeblichen Heilpflanze Cannabis zu unkontrolliertem Aufblühen zu verhelfen. Ja, in Norddeutschland ist schon 2018 eine große Ernte in den von der Regierung zugelassenen Feldern eingebracht worden und selbst der extrem trockene Sommer habe diesen Pflanzen angeblich nicht geschadet, so heißt es in den Berichten. (2).

Wie in den USA hat auch bei uns der Cannabis-Konsum als gerauchtes Hasch seit 1969 kontinuierlich und seit dem Jahr 2000 sogar in erschreckender Weise zugenommen.

Wie selbstmörderisch die Tendenz in dieser Entwicklung ist, darüber lässt sich als psychotherapeutische Fachfrau nur ein weiteres trauriges Zeugnis ablegen.

Hierzulande ist es nicht selten, dass – bereits von der 12-Jährigkeit ab – Kinder und Jugendliche sich gegenseitig mit Hasch eindecken und in ihren Gruppen gemeinsam konsumieren. Bisweilen entsteht dann bald das Bedürfnis, die gehobene Stimmung, in welche die Kinder sich versetzt fühlen, erneut zu erleben. Durch die Bemühungen darum driften sie dann in den ständigen Genuss der Droge ab.

Oft bleibt diese Gegebenheit den Eltern unbekannt, sodass ein spätes Eingreifen es ihnen nicht mehr ermöglicht, ihrem Sohn oder ihrer Tochter herauszuhelfen. Sie bleiben bis ins Erwachsenenalter hinein davon abhängig. Manche gehen natürlich dann total in die Sucht, bleiben aber selten bei dieser Droge, sondern gehen zum Gebrauch stärkerer Rauschmittel über…

In der Öffentlichkeit sind Gefahren dieser Art niemals mit der nötigen Intensität diskutiert worden. Von Anfang bis Ende lautete grundsätzlich der Trend: Diese Droge diene durchaus einer harmlosen und deshalb begrüßenswerten modernen Steigerung der Lebensqualität.

Aber das ist ein verhängnisvoller Irrtum, wenn nicht gar Verführung: In zunehmendem Maße lässt sich immer häufiger registrieren, dass per Brief, Mail oder Telefon folgender Hilfeschrei auftaucht: „Ich bekomme jetzt immer wieder Panikattacken, ohne dass dafür ein äußerer Anlass besteht.“ – Und es wird beschrieben: „Ich fange an zu zittern, mein Herz rast, ich starre auf eine wie unwirkliche Umwelt.“

Je öfter diese Zustände in Erscheinung treten, umso länger dauern sie. Ein junger Mann schildert ungeschminkt, dass er durch diese Attacken seine Ausbildung habe abbrechen müssen. Er habe nicht mehr die nötige Konzentrationsfähigkeit gehabt. Und erst auf eine Rückfrage hin ergibt sich, dass der junge Mann seit seinem 15. Lebensjahr regelmäßig – gemeinsam mit seinem Freund – Hasch konsumiert.

Solche Erfahrungen sind keineswegs einzigartig. Spätestens nach einem Jahrzehnt von Hasch-Konsum treten die negativen Folgen meist direkt hervor: Die Leistungsfähigkeit, ja, schon die Motivation dazu sinkt kontinuierlich ab. Ein lebenserhaltender Job muss immer wieder gewechselt werden, Eltern und Großeltern haben ihre Subventionen längst eingestellt, weil sie das Ausbleiben von Ausbildungserfolgen zum Verzagen gebracht hat.

Regelmäßig pflegen die Beziehungen von den Hasch-Konsumenten zu scheitern, weil es nicht betroffenen Freundinnen oder Freunden nicht gelingt, den Abhängigen von seinem Konsum abzuhalten. Sogar das verzweifelte Selbsterkennen und die Überweisung in Fachkliniken, in denen Heilungsmöglichkeiten angeboten werden, führt nur selten langfristig aus diesem Elendszustand heraus.

Wie bei allen anderen Abhängigkeiten dieser Art findet über kurz oder lang in einer Belastungssituation doch ein Rückfall statt. Dieser macht dem verzweifelten Kampf gegen die Abhängigkeit dann ein Ende. Danach tritt Resignation ein und damit ein Aufgeben des Versuchs, die Haschsucht doch noch loszuwerden.

Nicht selten geschieht sogar Schlimmeres: nämlich sich aus Existenznot am Drogenhandel mit dunklen Wegen nach Holland zu beteiligen. Endphase ist in solchen Fällen das Gefängnis; denn zumindest die Wiederholungstat wird hierzulande immerhin noch meist in dieser Weise geahndet.

Wie herausfinden aus diesem Elend?

Ich habe meinen Kampf gegen dieses maßlos große Unglück bereits 1970 mit der Frage begonnen: „Woher dann all die Engel nehmen, die sich eines solchen gescheiterten Menschen annehmen?“ (4)

Wie es z. B. eine in unserem ECCM ausgebildete Sozialarbeiterin, Sonja Fritzsch, tat und dann sogar ihren Kampf mit Büchern dokumentierte. Eins davon trägt den Titel: „Tränen der Mütter“. Aber auch sie hat diese zum Teil sogar erfolgreiche Arbeit allein in dem Wissen leisten können, dass bei solchen Teufeleien nur durch des HERRN Hilfe vom Abgrund weggeholt werden kann.

Das „HERR erbarme sich“ bleibt aber in endlosen Fällen vieler letztlich verführter junger Menschen heute der Weisheit letzter Schluss.

Anmerkungen: (1) Cannabis-Legalisierung- wer profitiert davon?
(2) Erste Cannabisernte in Ebersbach
(3) Cannabis verändert DNA stärker als Tabak
(4) Rauschgiftsucht hat eine lange Vorgeschichte. In: MEVES,Ch.: Wunschtraum und Wirklichkeit, Freiburg 1972

Unsere Autorin Christa Meves ist Psychatherapeutin und Bestseller-Autorin; sie leitet den Verein „Verantwortung für die Familie“, bei dem sich online weitere Infos und Artikel finden: http://www.vfa-ev.de/newsl.htm

CANNABIS-Information der DROGEN-Beauftragten der Bundesregierung: https://www.drogenbeauftragte.de/presse/pressekontakt-und-mitteilungen/2016/2016-2-quatarl/aktuelle-who-studie-zum-thema-cannabiskonsum.html?L=0


Warum die Hisballah verboten gehört

Beatrix von Storch

Die Hisbollah ist eine der einflussreichsten und mächtigsten Terror-Milizen des Nahen Ostens. Darüber hinaus ist sie auch eines der größten Drogenkartelle der Welt. Verflechtungen mit arabischen Clans in Deutschland sind offensichtlich.

In Deutschland ist die Organisation trotz alledem nicht verboten, sondern nur ihr „militärischer Arm“.

In Deutschland fungieren arabisch-schiitische „Kulturvereine“ und andere Moscheevereine als Anlaufstelle für Anhänger der Hisbollah. Finanziert wird sie vor allem aus dem islamistischen Iran. Obwohl die kriminellen Verflechtungen den Sicherheitsdiensten und Politikern bekannt sind, ist die Hisbollah in Deutschland nicht als Terrororganisation gelistet.

Wer politisch oder wirtschaftlich für sie aktiv ist, muss keinerlei Strafverfolgung befürchten. Dadurch kann die Hisbollah hier ihren Drogenhandel abwickeln und sogar noch zusätzliche Mittel über angebliche Hilfsorganisationen einnehmen.

Das mindeste ist, dass die Hisbollah in Deutschland als Terrororganisation eingestuft und daher verboten wird. Auch bei diesem Thema ist die AfD die einzige Partei, die sich klar positioniert und nicht vor islamistischen Kräften nachgibt.

www.beatrixvonstorch.de


Polizei lehnt Cannabis-Freigabe weiter ab

In einem Gespräch mit der Drogenbeauftragten der Bundesregierung, Marlene Mortler, bekräftigte Rainer Wendt (siehe Foto), der Bundesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, die Position seines Verbands, der sich gegen eine Freigabe von Cannabis ausspricht.

Der Staat dürfe sich unter keinen Umständen zum ‚Dealer‘ machen. Im Gegenteil, der Staat habe die Aufgabe der Prävention und der Strafverfolgung.

Marlene Mortler und Rainer Wendt waren sich darin einig, dass staatliche Auflärungskampagnen verstärkt werden sollten. Aber auch Schule, Elternhaus und Vereine sind gefragt, wenn es darum geht, Jugendliche über die Schädlichkeit von Drogen zu informieren.

Quelle: https://www.dpolg.de/aktuelles/news/dpolg-bundesvorsitzender-lehnt-freigabe-von-cannabis-ab/


Dr. Weißmann über den „Kulturbruch“ der 68er Revolte und ihre fatalen Folgen

Von Felizitas Küble

Wie bereits im CHRISTLICHEN FORUM berichtet, fand am 25. April eine AfD-Veranstaltung mit dem evangelischen Theologen und Philosophen Dr. Karlheinz Weißmann (siehe Fotos) in der Stadtbücherei von Münster statt. Im Vorfeld der gehaltvollen Rede gab es massive Proteste und Tumulte von linksradikaler Seite (Antifa, Linkspartei etc) gegen den konservativen Publizisten und gegen die AfD.

Es lohnt sich, die inhaltsreiche und frei gesprochene Ansprache von Dr. Weißmann näher zu beleuchten, zumal das Thema 68er wegen des fünfzig-jährigen Jubiläums dieser Studentenrebellion derzeit wieder mehr öffentliche Aufmerksamkeit findet.

Der Redner erläuterte zunächst, daß die Meinungsvielfalt und Debattenkultur in den 50er und 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts weitaus besser war, als dies von linker Seite gerne in düsteren Farben über die „Adenauer-Ära“ dargestellt wird. Die Randale vor dem Tagungshaus seien ein Beispiel dafür, wie es hier und heute mit der Meinungs- und Versammlungsfreiheit bestellt ist.

Zum politisch-gesellschaftlichen Kulturbruch mit der abendländischen Wertewelt erinnerte Dr. Weißmann an die geschichtsträchtigen Daten: 1789 (Französische Revolution), 1917 (Oktoberrevolution, Bolschewismus), 1933 (National-Sozialismus) und 1968. Jede dieser Umwälzungen trug auf ihre Weise zur Zerstörung der christlichen Kultur und zur revolutionären Umgestaltung der Gesellschaft bei.

Allerdings könne man hinsichtlich der Auswirkungen der 68er Bewegung von einer „stillen Revolution“ sprechen, denn die Vertreter dieser linkssozialistischen Ideologie hätten in den letzten Jahrzehnten schrittweise ihren „Marsch durch die Institutionen“ erfolgreich durchgeführt  – und sich sowohl im staatlichen wie vielfach auch im kirchlichen Bereich  – vor allem in der EKD – einflußreich etabliert.

Die Folgen und der damit verbundene Wertewandel in unserem Land seien fatal (verhängnisvoll).  Der Referent verwies beispielhaft auf die rotgrüne Schulpädagogik, den Gender-Irrwitz, die Einführung der „Ehe für alle“ und die linke Doppelmoral vieler Mainstream-Medien.

Dr. Weissmann erinnerte an die Ursprünge der Studentenunruhen in den USA schon Mitte der 60er Jahre, die danach auf Europa, besonders auf Frankreich und Deutschland herüberschwappten. Politischer Anlass war damals der Vietnam-Krieg gegen den kommunistischen Vietcong, was in den Vereinigten Staaten zu Massenprotesten führte.

In Deutschland spielte er nicht diese herausragende Rolle – bei uns griff die Studentenrevolte vor allem das autoritäre Regime des Schahs von Persien an. (Daß die Schah-Herrschaft aber im Vergleich zur heutigen radikal-islamischen Diktatur im Iran aber weitaus gemäßigter, „westlicher“ und frauenfreundlicher war, sei nur am Rande vermerkt.)

Zusätzlich zu den politischen Reizthemen gab es im breiten Spektrum der 68er Bewegung weitere Interessen und Strömungen, vor allem die „sexuelle Befreiung“, die Neigung zu fernöstlichen Religionen (Indien-Trips), die Hippie-Rock-Drogen-Szenerie und weitere irrationale Tendenzen. 

Die 68er Rebellen bezeichneten sich selber als „Neue Linke“, denn sie wollten einen dritten Weg zwischen der staatstreuen Sozialdemokratie auf der einen Seite und dem real existierenden Kommunismus auf der anderen Seite aufzeigen.

Da die Arbeiter jedoch an dem herbeigeträumten „Arbeiterparadies“ nicht nur keinerlei Interesse zeigten, sondern der Studentenbewegung fast durchgängig mit Ablehnung gegenüberstanden, konzentrierten sich die Links-Ideologen auf die Studentenschaft, die „Intellektuellen“, Medienleute und „Randgruppen“ – in der Hoffnung, dadurch eine „revolutionäre Sprengkraft“ neuen Stils erzeugen zu können.

Organisatorischer Ursprung der 68er Rebellion war der SDS = Sozialistischer Deutscher Studentenbund, der sich einst wegen seines Linksdralls von der SPD abgespalten hatte. Der bekannte Studentenführer Rudi Dutschke hatte Marx und Engels gründlich gelesen, strebte eine revolutionäre Entwicklung in Deutschland an und versuchte daher ab 1965 verstärkt, den SDS voranzubringen. Dies gelang ihm zeitweise mit dem heißen Eisen Vietnam-Krieg, das in den USA bereits für Straßenproteste sorgte.

Er nahm Kontakt mit dem Neo-Marxisten Herbert Marcuse auf und setzte gemeinsam mit ihm in den Jahren 1966 und 1967 verstärkt auf das Thema Kuba und den Revoluzzer Che Guevara; damit mobilisierten sie viele Studenten für eine kommunistische Umwälzung auf Kuba, die tatsächlich eingetreten ist (die rote Diktatur besteht dort bis heute).

Dabei beschränkte sich der Studentenführer und sein enges Umfeld nicht auf Parolen und Proteste; es wurden auch Sprengsätze gebaut ( technisch gesehen aber gottlob unzulänglich), um z.B. ein Attentat auf den Schah von Persien und seine Frau durchzuführen. 

Die Stimmung unter den 68er Rebellen wurde immer radikaler, Straßenschlachten mit Polizisten wurden häufiger. Deutschland befand sich am Rande eines staatlichen Ausnahmezustands. Der damals linke Schriftsteller Magnus Enzensberger erklärte rundweg, die Revolution sei nun „unabwendbar“.

Allerdings erhielt die Studentenrevolte einen erheblichen Dämpfer, als im August 1968 sowjetische Truppen die CSSR besetzten und dort dem tschechischen „Reform-Kommunismus“ ein blutiges Ende bereiteten.

Die „Unentwegten“ innerhalb der 68er Bewegung ließen sich jedoch in ihrem revolutionären Eifer nicht beirren. Zahlreiche weitere K-Gruppen mit ihren Kadern entstanden neben der DKP. Der radikale Flügel ging noch weiter: es erfolgte die Gründung der terroristischen RAF (Rote Armee Fraktion), die unseren Staat über ein Jahrzehnt in Atem hielt.

Den verbliebenen 68er Rebellen außerhalb der RAF kam die neue, sozialdemokratisch geführte Regierung durch Amnestien (Straferlasse) großzügig entgegen. Das Konzept unter Kanzler Willy Brandt nannte sich wohlklingend „Mehr Demokratie wagen“. Die linke Bewegung rannte nun offene Türen bei der SPD ein  – und sie begann systematisch mit ihrem „Marsch durch die Institutionen“.

Ende der 70er Jahre waren Universitäten, SPD, Teile der FDP und kirchliche Institutionen größtenteils von 68ern unterwandert. Durch das Aufkommen der Grünen wurd e dieser Trend weiter verstärkt: Alt-68er, die einst den Staat bekämpften, gelangten zunehmend an die Schalthebel der staatlichen Macht.

Nach dem lehrreichen und interessanten Vortrag Weißmanns begann die Aussprache mit dem Publikum, wobei etwa ein Dutzend Fragen gestellt wurden, z.B. zur „Frankfurter Schule“ als bedeutsamer Ideenquelle und Theoretikerin der 68er Revolte.

BILD: Neuerscheinung eines Buches von Dr. Weissmann über die 68er – weiteres dazu HIER.

Der Redner äußerte sich dazu sehr differenziert: Nicht alle führenden Köpfe der Frankfurter Schule hätten mit den Studentenunruhen sympathisiert. Marcuse zwar sehr wohl, Adorno hingegen nur teilweise. Horkheimer sei sehr kritisch gewesen  –  und Habermas habe Dutschke sogar „linken Faschismus“ vorgeworfen.

Ein älterer Herr meldete sich und erklärte: „Ich war selbst ein 68er!“ – Worauf es einen humorvoll gemeinten Ruf aus den Zuschauerreihen ab: „Raus hier!“  – Der Saal schmunzelte  – und der Ex-68er erzählte, er habe diese Bewegung damals vor allem als hedonistisch, als sexuell tabu-frei kennengelernt, weniger als intellektuell anspruchsvoll.

Kurz darauf wurde eine weitere Frage an den Redner gerichtet, nämlich nach dem Zusammenhang von 68 und „Humanistischer Psychologie“, dem Aufkommen der Gruppendynamik und der Ausbreitung der „sexuellen Befreiung“.

Dr. Weißmann erklärte, es gäbe sicherlich Parallelen und gegenseitige Ermutigung zwischen der hedonistischen und der politisch-rebellischen Strömung; allerdings sehe er hier kein direktes Ursache-Wirkung-Verhältnis.

Vor allem die Einführung der Pille und das „irre Konzept der Selbstverwirklichung“ habe die Sexwelle vorangetrieben und dabei die Stabilität von Ehe und Familie zunehmend zerstört. Der linke Zeitgeist der 68er sei vor allem in seiner eigenen evangelischen Kirche eingedrungen, aber auch in Teilen der katholischen Kirche.

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den Jugendverlag KOMM-MIT und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.