Duales Berufsausbildungssystem in Deutschland wird von OECD gut bewertet

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Das deutsche Berufsausbildungssystem hat in einer Bildungsstudie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) gut abgeschnitten.
Deutschland sei bei der betrieblichen Lehre einer der Spitzenreiter im Vergleich zu anderen Industrienationen, weil sie eine hohe Beschäftigungsfähigkeit sicherstelle, heißt es in dem Bericht, der am Dienstag in Berlin vorgestellt wurde.

Die Stärke des Ausbildungssystems sei das Zusammenspiel aus schulischem und betrieblichem Lernen, sagte OECD-Bildungsdirektor Andreas Schleicher.

Jedoch sei das Einkommen meist deutlich niedriger als bei akademischen Berufen. Im Schnitt der untersuchten Länder verdienten Nicht-Akademiker 34 Prozent weniger als Beschäftigte mit Hochschulabschluß.

Quelle und Fortsetzung der Meldung hier: https://jungefreiheit.de/wirtschaft/2020/deutsche-berufsausbildung-oecd/


Deutscher Bundestag hat Rückkehr zur Meisterpflicht in zwölf Gewerken beschlossen

CSU: „Abschaffung der Meisterpflicht war ein Fehler“

„Der Meisterbrief ist Garant für höchste Qualität der Arbeit und der beruflichen Ausbildung“, betonte Franz Josef Pschierer, der Landesvorsitzende der Mittelstands-Union (MU) in der CSU. Er fügte hinzu:

„Mit der Rückkehr zur Meisterpflicht wird die hochwertige berufliche Ausbildung ebenso wie die Qualitätsarbeit des Handwerks gestärkt. Davon werden auch die Betriebe und Kunden in Bayern profitieren.“

Die Meisterpflicht wird zum 1. Januar 2020 für Fliesen-, Platten- und Mosaikleger, Betonstein- und Terrazzohersteller, Estrichleger, Behälter- und Apparatebauer, Parkettleger, Rollladen- und Sonnenschutztechniker, Drechsler und Holzspielzeugmacher, Böttcher, Glasveredler, Schilder- und Lichtreklamehersteller, Raumausstatter sowie Orgel- und Harmoniumbauer wiedereingeführt.

Dies gilt nur für neu gegründete Betriebe. Bestehende Betriebe haben Bestandsschutz.

Die Union hat sich seit Jahren für die Wiedereinführung der Meisterpflicht in zentralen Gewerken stark gemacht.

„Es hat sich gezeigt, dass die Abschaffung der Meisterpflicht im Jahr 2004 ein Fehler war. Danach ist nicht nur die Qualität der Arbeit, sondern auch die Qualität der Ausbildungsleistung in diesen Gewerken stark zurückgegangen“, so Pschierer weiter.

Die CSU setzt sich auch weiterhin für eine weitere Stärkung des dualen Ausbildungssystems ein:

Etwa über einen Meisterbonus, mit dem bei bestandener Meisterprüfung angefallene Gebühren ganz oder teilweise erstattet werden  – oder eine Gleichstellung des Meistertitels mit dem Bachelor.

Pschierer erklärte: „Das würde dem anhaltenden Trend zur Akademisierung entgegenwirken und die Attraktivität der Ausbildungsberufe auf lange Sicht verbessern.“

Quelle: https://www.csu.de/aktuell/meldungen/dezember-2019/csu-staerkt-mittelstand/


US-Experte: „Die duale Ausbildung ist Deutschlands großes Erfolgsgeheimnis“

Das Handelsblatt bringt in seiner jüngsten Ausgabe vom 29. Juli 2012 eine schwarz-rot-golden gestaltete Titelstory: „Vorbild Deutschland  – Was Amerika von Europas größer Volkswirtschaft lernen kann.“

Verfasser der ausführlichen, interessant zu lesenden Reportage ist Peter Ross Range, in den USA bekannt als Publizist und Deutschland-Experte, der unser Land immer wieder für längere Zeit vom Schwarzwald bis Flensburg besucht  – und nicht selten auch bewundert. Der Amerikaner bezeichnet Deutschland inzwischen als „zweite Heimat“.

Obgleich sein Blick auf unser Land zwar wohlwollend, aber durchaus nicht unkritisch ist, würdigt er  – sichtlich beeindruckt  – die enormen Leistungen der Deutschen von der Nachkriegszeit bis in die Gegenwart.

Neben dem deutschen Organisationstalent und dem bodenständigen Mittelstand bewundert er vor allem das deutsche Ausbildungssystem mit Berufsschule und praktischer Lehre; hierzu schreibt er:

„Was mich auf meiner Deutschlandreise am meisten beeindruckt hat, ist das duale Ausbildungssystem. Wenn der Mittelstand Deutschlands wirtrschaftliches Rückgrat ist, so ist sein großes Ergolgsgeheimmis seine einzigartige, meist dreijährige Kombination aus einer Ausbildung im Betrieb (in 344 verschiedenen Berufen!) und der Unterweisung sowohl in gesellschaftlich-humanitären als auch in technischen Fächern in der Berufsschule.

Mit seinen Wurzeln im mittelalterlichern Handwerkslehrsystem hat das duale Bildungssystem die deutsche Industrie mit einem verlässlichen Strom an gut ausgebildeten, hochmotivierten Arbeitern versorgt. Der jährliche Ausstoß von mehren hunderttausend Fachleuten macht Deutschland seinen amerikanischen und anderen Konkurrenten weit überlegen.

Während das restliche Europa und die Vereinigten Staaten mit alarmierender Jugendarbeitslosigkeit kämpfen, beträgt Deutschlands Quote nur 7,9 Prozent. Die von Frankreich ist mehr als doppelt so hoch hoch. Spanien und Griechenland ringen nach Luft mit einer Jugendarbeitslosigkeit von 50 Prozent.

Da ist es kein Wunder, dass der spanische Bildungsminister kürzlich einen Vorvertrag über die Einführung des deutschen Modells in Spanien mit der deutschen Bildungsministerin Annette Schwavan geschlossen hat. „


Handwerk hat goldenen Boden: Wir brauchen nicht nur „Master“, sondern auch Meister!

CDU/CSU beklagen per Pressemitteilung: In jedem dritten Betrieb bleiben Lehrstellen frei

Am 9. Mai 2012 verabschiedet das Bundeskabinett den Berufsbildungsbericht 2012.

Hierzu erklären der bildungspolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Albert Rupprecht, und der Obmann der Fraktion im Ausschuß, Uwe Schummer:

„Wir brauchen nicht nur Architekten, Ärzte und Ernährungswissenschaftler, sondern auch Bauhandwerker, Krankenschwestern und Köche.

Deswegen ist es keine gute Entwicklung, wenn einerseits die Hörsäle aus allen Nähten platzen, andererseits aber in jedem dritten Betrieb Lehrstellen frei bleiben.

Unsere Wirtschaft ist in Europa spitze. Garanten dafür sind exzellente Ingenieure und Facharbeiter. Nicht die Akademikerquote ist für unser Erfolgsmodell vorrangig, sondern die Ausbildungsquote.

Unternehmen produzieren vor allem deshalb in Deutschland, weil sie hier exzellente Fachkräfte vorfinden. Viele Länder haben durchaus höhere Akademikerquoten. Nur ganz wenige haben aber eine geringere Jugendarbeitslosigkeit.

Deshalb gilt es, im Ausbildungsjahr 2012 wieder mehr junge Menschen für die duale Ausbildung zu gewinnen. Auch für Abiturienten gibt es viele anspruchsvolle Berufe mit guten Berufsperspektiven.

Eine Berufsausbildung kann auch bei einem späteren Studium noch hilfreich sein – besonders, wenn die doppelten Abiturjahrgänge hinter uns liegen.

Bei uns zählt nicht, wo jemand gelernt hat, sondern was er oder sie kann. Deshalb brauchen sich unsere Facharbeiter, Fachwirte und Techniker nirgends zu verstecken. Wir brauchen die Meister nicht weniger als die Master.“

Hintergrund:

Der Berufsbildungsbericht wird jährlich im April vorgelegt.

Zwar wurden 2011 über 10.000 Ausbildungsverträge mehr abgeschlossen als noch 2010. Gleichzeitig blieben aber auch 10.000 Lehrstellen mehr frei als 2010. Mehr als jeder dritte Betrieb konnte nicht alle Stellen besetzen.

Für 2012 wird bei leichtem Wirtschaftswachstum ein erneuter Anstieg des Ausbildungsangebots vorhergesagt. Gleichzeitig dürfte aber wegen geringerer Schulabgängerzahlen auch die Nachfrage weiter sinken. Insbesondere kleinere Unternehmen geraten bei der Fachkräftegewinnung in Schwierigkeiten.