Papst ernannte drei deutsche Bischöfe zu Richtern der Apostolischen Signatur

Von Dr. Gero Weishaupt

Die Apostolische Signatur ist das höchste Berufungs- und Verwaltungsgericht der Katholischen Kirche. Zugleich übt sie Aufsicht über die Gerichtsdisziplin in den einzelnen Diözesen der Weltkirche aus.

Vor einigen Tagen hat Papst Franziskus neue Richter für das Höchste Gericht bestellt, darunter zur Überraschung vieler drei aus Deutschland: Gerhard Kardinal Müller (siehe Foto), den früheren Präfekten der Glaubenskongregation, sowie die Weihbischöfe Dominicus Meier aus Paderborn und Weihbischof Christoph Hegge aus Münster.

Auf einen Schlag drei aus Deutschland. Das ist ein Novum. Bisher gab es nur einen deutschen Bischof als Richter an der Signatur. Dieses Richteramt bekleidete bis jetzt der frühere Aachener Bischof Heinrich Mussinghoff.

Synodaler Weg führt möglicherweise zu Klagen

Es wird nun spekuliert, warum auf einmal drei deutsche Bischöfe in diese päpstliche Behörde berufen worden sind. Die Einrichtung regionaler Verwaltungsgerichte auf der Ebene der Deutschen Bischofskonferenz und der damit verbundene größere Arbeitsaufwand für die Apostolische Signatur mag ein Grund sein.

In einem Interview auf katholisch.de wurde jüngst dem Münsteraner Kirchenrechtlers und Weihbischofs Christoph Hegge die Frage gestellt, was für Themen das seien, „die sich dann an der Apostolischen Signatur wiederfinden könnten“.

Weihbischof Hegge antwortete: „Zum Beispiel alle Fragen, die im Synodalen Weg auftauchen. Je nachdem, was beschlossen und umgesetzt wird, kann das auch zu Klagen führen, die dann ihren Weg vor die römischen Gerichte finden.“

Der Apostolische  Stuhl rechnet also nach dem Synodalen Weg mit Klagen von Katholiken aus Deutschland. Schon jetzt klagen papst- und kirchenteue Katholiken beim Apostolischen Nuntius in Berlin und im Vatikan über die kirchenspalterischen Forderungen des Synodalen Weges und die sie flankierenden Aktionen gegen den Papst.

Vor einigen Wochen haben Katholiken aus dem Bistum Essen ein Dubium auf den Weg gebracht, es bei der Glaubenskongregation eingereicht und dem Apostolischen Nuntius in Berlin und der Deutschen Bischofskonferenz zur Kenntnis gebracht.

Quelle und vollständiger Beitrag hier: https://www.kathnews.de/rechnet-der-apostolische-stuhl-mit-mehr-klagen-aus-deutschland


Sorge um Einheit in der Katholischen Kirche: Schisma in Deutschland?

Vielen ist noch das Dubium an die Glaubenskongregation zur Frage nach der Erlaubtheit von Segnungen homosexueller Beziehungen in lebhafter Erinnerung. Der Vatikan verneinte diese Frage in einem Responsum und verbot solche Segnungen.

In ihrer Sorge um die Einheit der Kirche in Deutschland haben Katholiken aus dem Bistum Essen ein weiteres Dubium an die Glaubenskongregation gerichtet und darüber auch den Apostolischen Nuntius in Berlin sowie die Deutsche Bischofskonferenz informiert.

„Die aufkommenden Fragezeichen rund um viele Aspekte des katholischen Glaubens führen zunehmend zu einer Polarisierung in den Ortsgemeinden. Diese Unsicherheiten und Verwirrungen tragen das Potenzial einer Spaltung mit sich“, so die Begründung der Initiatoren für ihr Dubium an die Glaubenskongregation laut katholischem Internetportal Kath.net.

Eklatante Beispiele schismatischer Handlungen

Dieses hat heute den gesamten Worlaut des Dubium veröffentlicht, das Kathnews nachfolgend übernimmt. Die Frage, ob ein Schisma in Deutschland vorliegt, stützt sich auf fünf eklatante Akte des Ungehorsams und der Provokation gegenüber dem Papst – die Liste wäre noch um ein Vielfältiges zu ergänzen: die anhaltende Infragestellung der nur Männern vorbehaltenen Priesterweihe, die Anpassung der kirchlichen Sexualmoral an den modernen Zeitgeist, die Segnungen homosexueller Beziehungen, die verbotene Gottesdienstgemeinschaft und die Laienpredigt in der Eucharistiefeier.

Hier der Wortlaut des Dubium

Schisma ist die Verweigerung der Unterordnung unter den Papst oder der Gemeinschaft mit den diesem untergebenen Gliedern der Kirche (can. 751).

D U B I U M

  • Wenn auf dem Synodalen Weges in Deutschland die Forderung nach der Priesterweihe für Frauen erhoben wird und die Diskussion darüber weitergeht, obwohl Papst Johannes Paul II. in seinem Apostolischen Schreiben Ordinatio sacerdotalis von 1994 erklärt hat, dass die Kirche keinerlei Vollmacht hat, Frauen zu Priestern zu weihen, diese Lehre mit der Offenbarung aufs Engste verbunden ist, zum Depositum fidei gehört und darum die endgültige Zustimmung der Gläubigen verlangt, weil die Lehre auf dem geschriebenen Wort gegründet ist und in der Überlieferung der Kirche von Anfang an beständig bewahrt und angewandt worden ist und vom ordentlichen und universalen Lehramt unfehlbar, definitiv und unveränderlich vorgetragen worden ist (vgl. Vatikanum II, Lumen gentium 25, 2);
  • auf dem Synodalen Weg in Deutschland des Weiteren die Veränderung und Anpassung der kirchlichen Sexualmoral vorangetrieben wird;
  • durch die Segnung homosexueller Paare gegen das ausdrückliche Verbot der Glaubenskongregation gehandelt und damit der Straftatbestand des can. 1371, 2° erfüllt worden ist;
  • wenn die auf dem Ökumenischen Kirchentag, der vom 13. bis 16. Mai 2021 in Frankfurt am Main stattgefunden hat, praktizierte Form der Interkommunion die Grenzen des can. 844 § 4 eindeutig überschritten hat und damit der Straftatbestand der verbotenen Gottesdienstgemeinschaft nach can. 1365 erfüllt worden ist;
  • Laien weiterhin demonstrativ das Predigtverbot in der Eucharistiefeier missachten, obwohl nach can. 767 § 1 die Homilie in der Eucharistiefeier den Priestern und Diakonen vorbehalten ist und nach einer authentischen Interpretation des Päpstlichen Rates für die Gesetzestexte vom 20.6.1987 (AAS 79 [1987] 1249) die Bischöfe von dieser Norm nicht dispensieren können, so dass kein Diözesanbischof einen Laien zur Homilie in der Eucharistiefeier beauftragen kann;

liegt dann ein Schisma im Sinne des can. 751 vor?

Bochum, 23.5.2021

Unterschriften der Initiatoren

Quelle: https://www.kathnews.de/sorge-um-die-einheit-in-der-katholischen-kirchen-in-deutschland


Besorgte Katholiken fragen den Vatikan: Gibt es in Deutschland ein Schisma?

Nach Angaben der „Tagespost“ haben Katholiken aus Deutschland ein sogenanntes Dubium an den Vatikan gerichtet. In Erinnerung ist noch das Dubium mit der Frage nach der Möglichkeit der Segnung homosexueller Beziehungen.

Diesmal geht es um die Frage, ob in Deutschland ein Schisma vorliegt.

Besorgte kirchentreue Katholiken möchten angesichts der nicht nachlassenden Diskussion um das Priestertum der Frau, verbotener Segnung homosexueller Beziehungen, Interkommunion und Predigten von Laien in der Eucharistiefeier Klarheit, wie es möglich ist, dass eine Ortskirche sich vom Glauben der Kirche entfernt hat, ohne schismatisch zu sein.

„Gefühlt kann das so sein, wenn in der Diskussion und auf dem synodalen Weg das Amt, die Sexualmoral und nicht zuletzt die Sakramente immer weiter dekonstruiert und dem Zeitgeist angepasst werden“, schreibt Peter Winnemöller in dem Beitrag der „Tagespost“, für den die Anfrage schon lange überfällig gewesen ist. 

„Es könnte hilfreich sein, wenn das Beispiel Schule macht, denn Rom zeigt sich erstaunlich geduldig mit Bischöfen, die offen die Frauenweihe fordern, eine Änderung der Sexualmoral anstreben und beinahe unverhohlen mit blumigen Worten eine Segnung für alle und alles befürworten. Im Elfenbeinturm synodaler Prozesse mag das ja nett sein“, so Winnemöller weiter. – „In Rom nachzufragen und die strittigen Punkte aus Sicht der Gläubigen zu benennen“, könne  „dazu beitragen, Klärung herbeizuführen“.

Quelle: https://www.kathnews.de/neues-dubium-im-vatikan-vorgelegt