Biblischer Dienst oder geistlicher Missbrauch?

Wenn „Heilung“ zum Unheil und „Befreiung“ zur Manipulation führt

Die private pfingstbewegte Initiative „Liebe Gottes Dienst“ aus Zwickau wird vom Ehepaar Martin und Dana Leistner geführt.

Schon auf ihrer gleichnamigen Startseite erfahren wir typisch  schwarmgeistige Schwerpunkte ihrer Tätigkeit, nämlich das Gebet um eine „Geisttaufe“, die Austreibung von Dämonen und die Krankenheilung.

Eine Telefonnummer oder Anschrift sucht man auf dieser und den anderen Blogs des Ehepaars vergeblich (deren „Impressum“ schweigt sich darüber aus): http://www.liebegottes.de/

Jene Menschen, die hier und in anderen charismatischen Gruppen nach „Heilung und Befreiung“ suchen, kommen oft aus der Esoterik und dem Okkultismus/Spiritismus.

Sie ersehnen einem Ausweg aus ihren inneren Nöten und werden dann von derartigen Initiativen in weitere Probleme hineingeführt – nur sind diese Schwierigkeiten anders geartet als die vorherigen (aber oft noch schlimmer!).

Recht häufig sind die Vorsteher solcher Hauskreise und Gruppen selber in der Esoterik gewesen und haben danach eine angebliche „Geisttaufe“ erlebt, die sie als Bekehrung zum christlichen Glauben (miß)verstehen.

So schreibt auch das Ehepaar Leistner auf ihrer Startseite:

„Wir sind selbst durch einen jahrelangen Befreiungsprozess gegangen und wissen, was geistlicher Kampf ist und welche Durchbrüche man dabei erleben kann. Wir durften durch die Gnade des Herrn schon viele Zeichen und Wunder in der Kraft des Heiligen Geistes erleben.

Preis dem Herrn für die vielen Siege, die er uns gegeben hat! Wir predigen also nicht in Theorie, sondern aus persönlicher Erfahrung. Aufgrund der Ereignisse, die wir durchgehen mussten, können wir nun anderen Menschen helfen.“

Es wird freilich nicht  „nur“ um besondere charismatische Geistesgaben gebetet; sondern auch um den „Zehnten“ gebeten. Die Anhänger sollen also vom Einkommen den zehnten Teil spenden. Dazu heißt es:

Errettung, Heilung und Befreiung, der Dienst für Jesus, ist umsonst. Das kann kein Mensch bezahlen. Der Herr gibt es umsonst, wir sollen es umsonst weiter geben. Aber den Dienst auszuführen, das kostet uns etwas: Seine eigenen Wünsche hinten anstellen, Zeit und Aufwendungen. Wenn es Dir möglich ist, dann unterstütze unseren Dienst doch auch durch Opfer und Zehnten. Jeder Arbeiter ist seines Lohnes wert. Mit Deinen Gaben hilfst Du uns, dass wir weiter machen können, dass wir weiter anderen Menschen in ausweglos erscheinenden Situationen als des HERRN Werkzeuge helfen können.“

Auf einem weiterem Blog namens „Lebensentscheidung“ wird im Impressum folgendes mitgeteilt: „Es hat jahrelange Arbeit gebraucht, diese Webseiten zu erstellen und das Betreiben dieser Homepage und unser Dienst kostet Geld. Das Evangelium ist gratis, aber die Ausführung kostet uns Finanzen.“ (Quelle: http://www.lebensentscheidung.de/impressum.html)

Auf ihrer Internetseite veröffentlicht das Ehepaar Leistner zudem Jubelberichte über geheilte Personen – z.B. hier: http://www.liebegottes.de/erlebnisberichte/Liebe_Gottes_Dienst_Sommerbericht_2019.pdf

Demnach wird Menschen mit Selbstmordgedanken der „Suizid-Dämon“ ausgetrieben.

In der bekannt extrem-charismatischer Art bzw. Unart wird hinter jeder Ecke der Teufel erspäht und die Betroffenen angeblich vom ihm „befreit“ (nachdem man sie zuvor als „besessen“ zugetextet hat).

Auch sonst geht es aufregend zu bei den „seelsorglichen“ Diensten dieser Initiative – wir zitieren erneut:

„Eine Frau kam zu uns mit dem Anliegen, Hilfe zu erfahren, befreit und geheilt zu werden.Während dem Seminar saß sie versteift auf ihrem Stuhl. Sie hatte Mühe, von Gott zu empfangen, was ER für sie hatte. So zog sich der Heilige Geist zurück.

Plötzlich spürte ich stark die Kraft Gottes in meinem Körper und dann betete ich für sie mit dieser Salbung und legte ihr die Hände auf.

Plötzlich begann sie, zusammenzubrechen und die Mauern fielen ab und sie begann, zu weinen. Sie kauerte nun auf ihrem Stuhl. Die Frau, die vorher so stolz auf ihrem Stuhl saß und Mühe hatte, zu entspannen. Denn daskonnte sie ohne die Kraft Gottes nicht. Sie mußte vorher alles kontrollieren. Ihre Haltung war sehr angespannt und kontrolliert.

Aber nun: ZERBRACH die Kraft Gottes die dämonischen MAUERN und FESTUNGEN in ihr. Sie kauerte nieder und schluchzte. Die Teilnehmer schauten auf sie. Dann betete ich für ihre Knie, denn sie hatte Schmerzen und war krank. Daraufhin begannen, ihre Knie zu schlottern und zu zittern, vom Heiligen Geist berührt.

Nun wachten wirklich alle in der Versammlung auf, denn was hier passierte, war „OFFENBAR“. Es war die KRAFT GOTTES, die Leute berührte, wachrüttelte, heilte und befreite.“

Zu diesem befremdlichen Vorgang erübrigt sich jeder weitere Kommentar.

Freilich ist dieses schwarmgeistig-panische Vorgehen auch noch steigerungsfähig, denn das Ehepaar Leistner empfiehlt euphorisch den selbsternannten Exorzisten James Michael Stanton, der sich als „Apostel“ bezeichnet und derzeit auf den Philippinen aktiv ist.

Dabei werden selbst Kinder mit diesem „Befreiungsdienst“ behelligt (siehe Bilder), wie eine geistesverwandte Homepage aufzeigt: http://www.gemeindeamschlossberg.de/238843003

Auch dieser Herr Prophet ging – wie oft in diesen Kreisen  – einst selber „durch einen sehr langen Befreiungsprozess“: http://www.lebensentscheidung.de/heilungbefreiung/james_michael_stanton_remnant_warrior_christian_ministries.html

Außerdem heißt es begeistert, James Stanton lehre, wie man „Freisetzung von Gebundenheiten“ erfahren könne. Das habe aber „sehr viel Widerstand vom Feind hervorgerufen“.

Gewiß doch, denn nun folgt die übliche fanatische Dämonisierung kritischer Stimmen:

„Sein Dienst wurde wegen der sehr grossen Salbung, die ihm Gott gegeben hat, und der kompromisslosen Lehre von Satan sehr angegriffen, wobei leider auch einige Christen und Gemeinden sich vom Feind gegen ihn benutzen lassen haben. Bitte lassen Sie sich nicht beeinflussen und lesen Sie auch solche verleumdenden Berichte nicht! Diese Menschen will der Feind benutzen, um Ihnen Ihre Segnungen zu stehlen, die Gott für Sie hat.“

In seinem Heilungsveranstaltungen geht es richtig rund, denn dabei wirkt eine „enorme Salbung Gottes, die das satanische Joch bei vielen Anwesenden zerbricht“:

„Zahlreiche Menschen wurden schon in seinem wertvollen Dienst geheilt und von dämonischen Ketten befreit. Viele Zeichen und Wunder und grosse Machttaten geschahen….Das konnten wir in den Versammlungen mit James mächtig erleben.“

Neben Heilung und Befreiung, Zeichen und Wundern gibt es ein fünftes charismatisches Zauberwort, nämlich „Durchbruch“.

Gemeint ist damit eine Art „Geisttaufe“ in verschiedenen Formen, sei es durch ekstatisches Zungengebet, „Ruhen im Geist“ (Rückwärtskippen in Trance), Visionen oder sonstige außergewöhnliche Manifestationen des vermeintlichen „Heiligen Geistes“.

Wie ich von Betroffenen immer wieder erfahre (auch in dieser Woche von mehreren Aussteigern), führen solche Praktiken nicht selten zu schwerwiegenden psychischen und spirituellen Problemen, mit denen die Opfer dann allein gelassen werden  – oder noch schlimmer: immer weiter in diesen irrgeistigen Teufelskreis hineinschlittern.

Derartige Vorbgänge sind kein wirklicher „biblischer Dienst“, sondern geistlicher Missbrauch zu Lasten der Gläubigen, denn sie bewirken keine echte Heilung und Befreiung, sondern häufig neue Gebundenheiten, Panikstimmung und weitere theologische Abwegigkeiten.

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt

 


Vergleich von „Ruhen im Geist“ und Shaktipat: eine „Geisttaufe“ auf hinduistisch

Von Felizitas Küble

Seit gut dreißig Jahren befasse ich mich kritisch mit charismatischen Ansichten und Phänomenen, vor allem mit dem weit verbreiteten „Ruhen im Geist“, das im amerikanischen Raum als „Slain in the Spirit“ bezeichnet wird: Erschlagen(sein) im Geist. 

Dieser Ausdruck trifft den Sachverhalt besser als die deutsche Übersetzung „Ruhen im Geist“, denn die Betreffenden fallen bei diesem Geschehnis meist „wie erschlagen“ in Trance nach hinten, manchmal auch vorwärts oder seitlich bzw. sie sacken in sich zusammen. Deshalb bezeichne ich diesen Vorgang anschaulicher als „Hammersegen“.

Jedenfalls können sich die Betroffenen gleichsam wie ohnmächtig eine Zeitlang nicht mehr bewegen oder sie geraten in Ekstase, sprechen mit unverständlichen Lauten und es kommt zum „Toronto-Segen“, also solchen Manifestationen wie dem „Lachen im Geist“ (zwanghaftes Gelächter), Weinen oder Zittern im Geist, sie schütteln sich ständig usw.

Dieser Vorgang geschieht in der Regel direkt nach der Handauflegung oder sonstigen Segenshandlung eines charismatischen „Heilungspredigers“, Star-Evangelisten usw.

„Geist-Ausgießung“ oder Energie-Übertragung?

Von pfingstlerischer Seite wird das „Ruhen im Geist“ als eine Geisttaufe bzw. Ausgießung des Hl. Geistes gedeutet und als Zeichen dafür verstanden, daß der Gläubige nun einen spirituellen „Durchbruch“ erlebt hat, der ihn für die außergewöhnlichen „Geistesgaben“ öffnet und mit Geist-Erfahrungen erfüllt.

Das Interessante ist freilich, daß es genau diese körperlich-seelischen Erscheinungsformen auch in fremden Religionen gibt, z.B. im Schamanismus, im Spiritismus, im Voodoo-Kult und vor allem im Hinduismus. Damit wollen wir uns nun etwas näher befassen:

In der Yoga-Tradition wird dabei von Shaktipat gesprochen, was übersetzt in etwa „Kraftladung“ bedeutet – und gemeint ist damit „das Herabsteigen göttlicher Energie“ – so schreibt es z.B. diese hinduistische Webseite: https://wiki.yoga-vidya.de/Shaktipata

Weiter heißt es: „Beispielsweise durch den Segen eines Meisters kann die göttliche Energie, die Shakti im Schüler aktiv werden.“

Diese kosmische Energie wird auch Kundalini genannt und gerne als Schlange (auf dem Rücken bzw. der Wirbelsäule) dargestellt. Das Wort Kundalini kommt aus dem Sanskrit und bedeutet „gewunden, gerollt“.

Angeblich ruht diese Energie nach alter Hindu-Lehre wie eine zusammengerollte Schlange im Kreuzbein eines jeden Menschen; sie kann durch Yoga-Erfahrungen, Mantras, Visionen oder enthusiastische Glücksgefühle nach oben erwachen.

Durch die Segnung eines Guru wird nun seine „spirituelle“ Kundalini-Erfahrung auf den Schüler übertragen bzw. in diesem selbst erweckt und verstärkt.

Dazu schreibt die erwähnte Yoga-Webseite: „Oft wird Shaktipat auch als Übertragen der Energie vom Guru auf den Schüler bezeichnet…Wichtig für Shaktipat ist es, sich voll auf die Energie eines Meisters einzustimmen. Dies kann durch Opfergaben, Meditation oder auch Seva passiern.“

Auf diesem Blog eines Yoga-Lehrers  – http://www.tantra-tradition.de/10.html  – heißt es dazu:

„Nicht zuletzt besitzt ein tantrischer Guru die Fähigkeit, bestimmte Energien direkt zu übertragen und die Kanäle des Schülers für bestimmte Energiephänomene zu öffnen, wenn dieser dazu bereit ist…Dieses Phänomen nennt man Shaktipat“.

In der aufschlußreichen Biographie „Der Tod eines Guru“ (siehe Foto) berichtet ein hoher Hindu-Meister über seine Bekehrung zum Christentum.

Rabindranath R. Maharaj beschreibt darin aus seiner eigenen Erfahrungswelt, wie die Anhänger eines „erleuchteten“ Meisters in Trance auf den Rücken hingeworfen werden bzw. umsinken, wenn dieser ihnen die Hände auflegt, ihre Stirn berührt oder durch sonstige Gesten seine „Energie“ überträgt.

Unter dem Wort „Shakti-Pat“ wird in dem Buch erklärt: „Bezeichnet die Berührung des Guru, gewöhnlich seiner rechten Hand an der Stirn des Anbetenden, die übernatürliche Wirkungen hat…Durch Verabreichung des Shakti Pat wird der Guru zum Kanal der Urkraft, der kosmischen Kraft, welcher das ganze Universum zugrunde liegt…Die übernatürliche Wirkung des Shakti durch die Berührung des Guru kann den Anbetenden zu Boden werfen, oder er kann ein helles Licht wahrnehmen und eine innere Erleuchtung oder eine sonstige mystische oder psychische Erfahrung machen.“

Der evangelische Autor Dr. Kurt Koch berichtet, daß dieser Ex-Guru Maharaj nach seiner Bekehrung an einer charismatischen Veranstaltung in London teilnahm: Alle ca. zweihundert Presonen fielen nach der „Segnung“ um, nur einer blieb stehen – er selber!  (Quelle siehe letzter Abschnitt hier: http://www.schriftenmission.de/index.php?id=436)

Es mag für manche verblüffend sein, wie zum Verwechseln ähnlich diese beiden Phänome aussehen und wirken:

Sei es im Hinduismus das spiritistisch anmutende Shaktipat oder in der Charismatischen Bewegung das Ruhen im Geist, der „Hammersegen“, das „Erschlagenwerden im Geist“ – angeblich eine spirituelle Erfahrung.

Wer den Vergleich auch rein praktisch beoachten will, der kann unter diesem Stichwort googeln: DE 0:00 / 0:14 Live recording of INTENSE SHAKTIPAT TRANSMISSION

So gelangt man zu diversen Shaktipat-Videos: Schon das erste Youtube-Beispiel zeigt „Fälle“ von Guru-Anhängern, die bei einer Handauflegung bzw. „Segnung“ ihres Meisters umfallen, in Trance geraten, vor Ekstase zittern und beben, teils liegend, teils sitzend, teils in merkwürdigen Verrenkungen.

Der Toronto-Segen: Shaktipat auf charismatisch

Gleichartiges geschieht beim charismatischen Rückwärtsfallen bzw. dem „Toronto-Segen“ (der Name bezieht sich auf Toronto in Kanada, weil es dort bei einer charismatischen „Erweckung“ zu schwarmgeistigen Manifestionen kam).

Zum Thema Toronto-Segen heißt es auf Wikipedia hinsichtlich der „beobachteten Reaktionen“, es seien u.a. „folgende Phänomene“ verstärkt aufgetreten:

„Umfallen, was als Ruhen im Geist gedeutet wird  –  Lachen oder Weinen, das dem Heiligen Geist zugeschrieben wird; euphorische Zustände  – Zungenreden – Zittern – Schütteln  – außergewöhnliche Bewegungen und Laute unterschiedlicher Art, z. B. Tierlaute  –  lautes Schreien, das als Ausfahren böser Geister gedeutet wird – Ohnmachten –  lähmungsähnliche Erscheinungen.“

Weitere hilfreiche Infos lesen Sie hier  – verfaßt von einer evangelische Anti-Sekten-Stelle: http://www.relinfo.ch/toronto/info.html

Schon bei den ersten kollektiv-charismatischen Erfahrungen in Deutschland Anfang des 20. Jahrhunderts (beginnend in evangelischen Gemeinschaften in Kassel) wurden genau diese Phänomene beschrieben; die Tumulte damals führten dazu, daß sogar die Polizei eingreifen und für Ruhe sorgen mußte.

Dies war der Startschuß für die hiesige Pfingstbewegung, die sich dann immer weiter ausbreitete und heute weltweit viele hundert Millionen Menschen erfaßt. 

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt


Charismatische Hillsong-Kirche zwischen Disco-Spektakeln und Sexskandal

Von Felizitas Küble

Die „Hillsong“-Gemeinden gehören zur weltweiten protestantischen Pfingstbewegung; diese Mega-Church (Großgemeinde) wurde 1983 im australischen Sydney von Starprediger Brian Houston und seiner Frau Bobbie gegründet.  

Es gibt weltweit zahlreiche Tochterkirchen, auch in Deutschland, zB. in München, Düsseldorf und Konstanz, ebenso in Zürich. Der deutsche Zweig gehört zum „Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden“.

Die „Gottesdienste“ der Hillsonger sind stark auf junge Leute zugeschnitten, geprägt von charismatischer „Lobpreis“-Musik mit harten Rock- oder Techno-Rythmen und entsprechender Lautstärke. Eine Disco ist gemütlich im Vergleich dazu.

Im Mittelpunkt stehen enthusiastische Gefühle und die (Sehn-)sucht nach einem spirituellen „Durchbruch“ mit besonderen religiös-emotionalen Erfahrungen.

Die Hillsong-Church fasziniert ihre Anhänger mit „Gottesdiensten“, die eine Mischung aus Event und Spektakel darstellen. Kein Wunder, daß der amerikanische Teenie-Musikstar Justin Bieber zu dieser Bewegung gehört. Die Hillsong-UNITED-Band tourt erfolgreich durch die Weltgegend – auch mit einer USA-Tour 2019 (siehe 2. Foto).

Diese auf emotionale Event-Erlebnisse und heiße Musik fixierte „Frömmigkeit“ ist kennzeichnend für schwärmerische Bewegungen.

Ebenso typisch ist die Anfälligkeit für sexuelle Skandale gerade bei charismatischen Gründer- und Leitergestalten; man kennt dieses Phänomen vor allem in den USA seit Jahrzehnten bei prominenten Pfingstpredigern. (Wir haben dasselbe als Beispiel auch für die „Gemeinschaft der Seligspreisungen“ auf katholischer Seite aufgezeigt).

Hillsong-Mitbegründer William Francis Houston (1922 – 2004) –  er ist Vater des Hillsong-Chefs Brian Houston –  war charismatischer „Bischof“ und Präsident der Pfingstgemeinden („Gemeinde Gottes“) in Australien.

Als sich im Jahr 2001 herausstellte, daß Frank bzw. Francis Houston zahlreiche Jungen sexuell missbraucht hat, spielte Hillsong-Leiter Brian Houston  diese Causa herunter, nachdem sie nicht vertuscht werden konnte. Der Täter wurde danach vom Predigtdienst suspendiert (entlassen, amtsenthoben). Näheres schreibt der Hillsong-Anführer in seinem Buch „Leben – Lieben – Leiten“ (vgl. 1 Foto).

Nun hat ein solcher Vorfall bei einer Bewegung, die sich ganz besonders vom Heiligen Geist „gesalbt“ weiß, durchaus eine spezielle Dimension:

Da hat also jemand ständig „Zeichen und Wunder“ gewirkt, „Geistesgaben“ ausgeübt, „Geistausgießungen“ vorgenommen, „Heilung und Befreiung“ vollzogen, Visionen empfangen, zahllose Gemeinden gegründet   –  und all dies an oberster pfingstkirchlicher Stelle in ganz Australien – und genau diese angeblich so „geistbegnadete“ Person stellt sich als Kinderschänder heraus. 

Was war denn nun mit diesen „vollmächtigen Geistesgaben“?

Kritisch zu sehen ist auch die Fixierung auf vergnügliche Festivals und Dauerbeschallung. Erinnert sei an den Propheten Amos aus dem AT, der schon damals erklärte:

„Ich hasse eure Feste, ich verabscheue sie und kann eure Feiern nicht riechen…Hinweg mit dem Lärm deiner Lieder!…Sondern das Recht ströme wie Wasser, die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach.“ (Amos 5,21-24)

Wenn Pastoren auftreten wie Rockstars…

Die FAZ veröffentlichte am 39.9.2014 eine Reportage unter dem Titel „Total close mit Gott“ über die euphorischen Gottesdienste von Hillsong in Konstanz. Darin heißt es z.B.:

„Und dann kommt Pastor Jan Kohler auf die Bühne. Er sieht aus wie ein Rockstar: Lederjacke, Lederstiefel, enganliegende, schwarze Jeans. „Lasst uns Jesus einen großen Applaus geben!“ Hinter ihm leuchten blaue Neonröhren in die Dunkelheit, vor ihm die Augen der Besucher. Kohler durchmisst die Bühne mit langen Schritten. Er wolle heute von der Heilung des Gelähmten sprechen.

Nicht nur das modische Getue und Outfit, auch die gönnerhafte Aufforderung, Jesus „einen großen Applaus zu geben“, ist typisch für diese Kreise. Als ob unser göttlicher Erlöser auf solch läppischen Beifall im Disco-Fieber angewiesen wäre!

Besagter Jan Kohler ist übrigens derzeit Hauptpastor von Hillsong in München und gibt sich äußerlich immer noch spätpubertär: https://hillsong.com/de/contributor/jan-kohler/

Passend dazu: Mit superlangen Haaren auf mädchenhaft gestylt, gewandet in hautengen Blue-Jeans, präsentiert sich die leitende Hillsong-Pastorin in Konstanz namens Nine Madlener: https://hillsong.com/de/contributor/ninemadlener/

Auch sonst fällt die starke Präsenz von Frauen in Führungspositionen auf, wobei lange Haare offenbar eine Art Markenzeichen sind, auch in Düsseldorf mit Pastorin Batarow: https://hillsong.com/de/contributor/eva-batarow/

Die EZW (Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen) schreibt in ihrem Materialdienst Nr. 12/2014 über Hillsong: 

„Musik und Lieder schaffen in eventmäßig organisierten Großveranstaltungen eine Atmosphäre, in der sich starke Gefühle ausdrücken können und dem Ausleben von Glaubensemotionen…Raum gegeben wird.

Zugleich werden in Hillsong-Veranstaltungen die klassischen Anliegen der Pfingstbewegung betont und gepflegt: die Praxis der Charismen Heilung, Glossolalie („Zungenreden“) und Prophetie. Ebenso wird die Erwartung unterstützt, daß sich göttliche Kraft in enthusiastischen Erfahrungen manifestiert, die auch den Bereich der Leiblichkeit betrifft.“

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.

 

 


„Bewegen18“: Pfingstlerveranstaltung will „Prophetengabe“ für alle freisetzen

Von Felizitas Küble

In Adelberg läuft derzeit eine viertägige Konferenz Bewegen18 und dem Motto „Heilung des Prophetischen“  – und zwar mit dem Ziel, daß jeder Teilnehmer „im prophetischen Bereich einige Schritte praktisch vorankommt – und wir zusammen einen Segen für die deutschsprachigen Länder freisetzen.“ – Bereits im Vorjahr gab es eine gleichgesinnte Tagung „Bewegen17“.

Womit bereits klar ist, daß wir uns in charismatischen Gefilden befinden – diesmal in pfingstlerisch-protestantischen. Veranstalter ist der charismatische Verein „Mission is possible“ von Peter Ischka: http://www.mission-is-possible.de/impr.html

Der Einstieg ist bezeichnend und beginnt mit den Worten: „Nicht jeder ist ein Prophet, aber Paulus möchte, dass jeder prophezeit  und da sind wir jedenfalls ausbaufähig, da gibt es noch einige Lücken zu füllen.“

Der hl. Paulus hat in Wirklichkeit die Vielfalt der Charismen betont und zudem in 1 Kor 13 klargestellt, daß gerade nicht die außergewöhnlichen Gaben am wichtigsten sind, sondern die göttlichen Gnadengaben von Glaube, Hoffnung und Liebe: „Am größten aber ist die Liebe.“

So sehen die Schwerpunkte beim Völkermissionar aus, doch in schwarmgeistigen Kreisen brennt des öfteren eine starke (Sehn-)Sucht nach enthusiastischen Erfahrungen, besonders nach der „Prophetie“ (mitunter auch als „Wort der Erkenntnis“ bezeichnet.

Sodann wird angekündigt: „Bei dem Zusammentreffen, wird so manches religös/traditionelle Missverständnis beseitigt und wir werden einiges praktisch in diesen Tagen anwenden.“ – Nämlich wie man sich die Prophetengabe in vier Tagen aneignet!

Dabei soll es darum gehen, den „taubstummen Geist“ zu vertreiben, der die Prophetie angeblich blockiert. 

Kraftvoll soll es bei der Veranstaltung zugehen und ein „Durchbruch“ erreicht werden – der Begriff ist ein typisches charismatisches Zauberwort (ähnlich wie „Heilung und Befreiung“). Die Referenten werden wörtlich als „Haudegen“ vorgestellt.

Grundsätzlich heißt es, das „Evangelium der Erlösung“, das die Reformation vor 500 Jahren gebracht habe (vorher gab es also keines?), werde „nun wohl das Evangelium des Reiches Gottes kommen, von dem Jesus die ganze Zeit gesprochen hat.“

Dabei wird nicht beachtet, daß Christus damals verkündet hat, das Reich Gottes „ist mitten unter euch“ – es war nämlich mit seiner göttlichen Person bereits gegenwärtig.

Die Vollendung des Gottesreiches werden wir in dieser unvollkommenen Welt sowieso nicht erleben, denn sie ist dem Himmel vorbehalten: der ewigen Gemeinschaft mit Gott.

Sodann ist die Rede davon, was nun nach 500 Jahren Reformation kommen muss, damit die angekündigte Wiederherstellung aller Dinge erfüllt werden kann“.

Auch hier wird der Eindruck erweckt, als gäbe es hienieden eine „Wiederherstellung aller Dinge“ – wie soll das denn mit unserem   – von der Erbsünde belasteten –  Menschsein erfolgen?

Ebenso verstiegen wir diese Vorstellungen sind auch die Erwartungen für die Bewegen18-Konferenz (wie man an Gott „ran kommt“):

„An dem Wochenende werden wir einige Schritte näher an unserem Herrn und König ran kommen. Dazu wirst Du einige Geheimisse entschlüsselt sehen, die schon immer in deiner Bibel standen, aber plötzlich öffnet sie der Heilige Geist.“

Es geht hier typisch pfingstlerisch um Prophetengabe, enthüllte „Geheimnisse“ und plötzliche „Salbungen“ mit dem „Heiligen Geist“, um euphorische Gefühle, enthusiastische Lobpreismusik, außergewöhnliche „Charismen“, um aufgeputschte Emotionen und „Durchbruchs“-Erfahrungen.

Nüchtern wirkende Begriffe wie Nachfolge Christi, Heiligung im Alltag, Einhaltung der Gebote, Jüngerschaft durch Kreuztragen („Wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt, kann nicht mein Jünger sein“) sucht man in dieser rein erlebnisorientierten „Frömmigkeit“ vergebens.   

Im Grunde möchte man sich gerne am Kreuz vorbeimogeln und auf direktem Wege zur „Herrlichkeit“ gelangen  – obwohl wir auf Erden „im Glauben und nicht im Schauen wandeln“, wie Paulus bezeugt.

 

 


Erfolg der Universitätsmedizin Mainz: Körpereigener Tumorblocker entdeckt

Wissenschaftler der Universitätsmedizin Mainz haben einen neuen Faktor der körpereigenen Immunabwehr identifiziert: MYPOP – ein bislang wenig bekanntes Protein.

MYPOP unterdrückt die Bildung neuer viraler Bausteine und wirkt als Tumorsuppressor. Es verhindert die Teilung der Tumorzelle und tötet Krebszellen ab.

Dies stellten die Mainzer Forscher im Rahmen von Untersuchungen zur Infektion mit Humanen Papillomviren (HPV) fest. Onkogene HPV-Typen sind ein wichtiger Faktor für das Auftreten von Gebärmutterhalskrebs und weiteren Tumoren im Genital-, Mund- und Rachenbereich. Die Ergebnisse sind nachzulesen in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift „Oncogene“ der Nature Publishing Group.

Die Arbeitsgruppe von PD Dr. Luise Florin vom Institut für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene der Universitätsmedizin Mainz untersucht, wie eine Infektion durch Humane Papillomviren (HPV) abläuft. Humane Papillomviren vom Typ 16 (HPV16) sind der gefährlichste Auslöser für Gebärmutterhalskrebs.

Bild (v.l.n.r.): MYPOP-Lokalisation (magenta) in einer Hautzelle; Wachstum von HPV-Krebszellen ohne (oben) und mit MYPOP (unten); Gewebeschnitt eines HPV-Tumors (grün = MYPOP, blau = Zellkerne)

Wie die Wissenschaftler im Rahmen ihrer jüngsten Studie feststellten, besitzt MYPOP, ein Myb-verwandter Transkriptionsfaktor, zentrale antivirale Eigenschaften: Es erkennt eindringende Papillomviren inklusive ihrer DNA. Daraufhin bindet es sich an das virale Kapsidprotein und die virale Kontrollregion der DNA. Dies hat eine verminderte Expression der viralen Gene zur Folge, wodurch wiederum sowohl die Infektion der Schleimhautzellen blockiert als auch langfristig die Tumorentstehung verhindert werden. MYPOP besitzt somit antivirale und antitumor Eigenschaften. Damit haben die Mainzer Forscher einen neuen Faktor der zellulären intrinsischen Immunabwehr, einen sogenannten Restriktionsfaktor, identifiziert.

Wie die Forscher im Rahmen ihrer Studie zudem feststellten, fehlt den HPV-Tumorzellen das normalerweise in Hautzellen in hohen Mengen vorhandene MYPOP. Grund dafür ist ein virales, krebserzeugendes Protein, das den Abbau von MYPOP induziert. Wenn die Wissenschaftler allerdings MYPOP in die Tumorzellen wieder einbrachten, konnten sich die Zellen nicht mehr ungehemmt teilen. Auch in anderen Krebszellen beobachteten die Wissenschaftler diesen Effekt. Ob MYPOP als Ansatzpunkt für Therapien gegen Virusinfektionen und/oder Krebs dienen kann, werden zukünftige Forschungsarbeiten zeigen müssen.

Informationen zur Original-Publikation:
“The Myb-related protein MYPOP is a novel intrinsic host restriction factor of oncogenic human papillomaviruses”; Elena Wüstenhagen, Fatima Boukhallouk, Inka Negwer, Krishnaraj Rajalingam, Frank Stubenrauch und Luise Florin; Oncogene; https://doi.org/10.1038/s41388-018-0398-6; https://rdcu.be/26e4

Quelle (Text/Foto): Universitätsmedizin Mainz


Unionsfraktion hält Einigung beim Familiennachzug für „echten Durchbruch“

Am heutigen Dienstagmorgen haben sich die Spitzen und Innenpolitiker der Fraktionen der CDU/CSU und SPD auf einen Änderungsantrag zum Entwurf eines Gesetzes zur Verlängerung der Aussetzung des Familiennachzugs zu subsidiär Schutzberechtigten geeinigt.

Dazu erklären der stellv. Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Dr. Stephan Harbarth, und der innenpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Stephan Mayer:

Dr. Stephan Harbarth: „Mit den heutigen Gesprächen ist die entscheidende Einigung gelungen. Wir können damit das laufende Gesetzgebungsverfahren fristgerecht abschließen, so dass es auch nach dem 16. März zu keinem unkontrollierten Familiennachzug kommen wird.

Entscheidend aus Sicht der Union ist: Der Familiennachzug zu subsidiär Schutzberechtigten wird nach dem 1. August streng begrenzt und nur im Rahmen unserer Aufnahmemöglichkeiten erfolgen. Auch in Zukunft wird es keinen Anspruch auf Nachzug zu subsidiär Schutzberechtigten geben.“

Stephan Mayer: „Die heutige Einigung ist ein Erfolg und ein echter Durchbruch. Der Familiennachzug zu subsidiär Schutzberechtigten wird zunächst weiter ausgesetzt und dann in stark begrenztem Umfang für humanitäre Fälle ermöglicht. Das gibt unseren Kommunen die nötige Zeit und Planungssicherheit, um die Mammutaufgabe der Integration zu meistern. Mit dieser Begrenzung der Zuwanderung leisten wir einen Beitrag zum Erhalt des gesellschaftlichen Friedens.“


Zum Comeback der „Kelly Family“ erschien eine erw. Biografie von Patricia Kelly

Es ist das Comeback des Jahres: Die legendäre „Kelly Family“ veröffentlichte jüngst eine neue CD und gibt im Mai gleich drei große Hallen-Konzerte. Für die im Januar 2018 beginnende Tour wurden bereits 50.000 Tickets verkauft.

Zum Comeback der Gruppe erscheint am 24. April 2017 die erweiterte Neuausgabe der SPIEGEL-Bestseller-Biografie „Der Klang meines Lebens“ von Patricia Kelly – mit mehreren unveröffentlichten Geschichten aus ihrem Familienleben und zahlreichen neuen Fotos.

„Wir gingen nie auf eine konventionelle Schule. Wir haben in der Schule des Lebens gelernt“, beschreibt Patricia Kelly die Umstände, unter denen sie aufgewachsen ist. Schon als 5-Jährige stand sie auf der Bühne.

Rund 20 Jahre reiste die „Kelly Family“ als Straßenmusiker durch die USA und Europa, bevor sie 1994 ihren großen kommerziellen Durchbruch erzielte. Es folgten weltweite TV-Auftritte und Konzerte vor bis zu 280.000 Fans.

Mit mehr als 20 Millionen verkauften Tonträgern gehören die Kellys zu den erfolgreichsten Musikern in Europa. Anfang der 2000er-Jahre löste sich die Gruppe auf. Seit 2008 ist Patricia als Solo-Künstlerin unterwegs.

Im Jahr 2009 wurde bei Patricia eine aggressive Brustkrebs-Vorstufe diagnostiziert, und erfolgreich operiert. Heute ist Patricia Kelly – die sechs Sprachen spricht – Mutter zweier Söhne und steht seit Frühjahr 2017 wieder gemeinsam mit einigen ihrer insgesamt elf Geschwister als „Kelly Family“ auf der Bühne.

In der Neuausgabe ihrer Biografie erzählt die Künstlerin u. a. von der Gastfreundlichkeit ihrer Eltern, interessanten Begegnungen im Backstage-Bereich usw.

Bestellungen online hier: http://www.adeo-verlag.de/index.php?id=details&sku=835175