Schmiedet Kardinal Marx eine modernistische Lobby für die kommende Familiensynode?

Mathias von Gersdorff

Wie die französische Zeitung „Le Figaro“ am 23. Mai 2015 in der gedruckten Ausgabe berichtet, werden sich die wichtigsten Köpfe des Linkskatholizismus Deutschlands, Frankreichs und der Schweiz in einer „praktisch geheimen“ Sitzung am Pfingstmontag treffen.

Thema: Wie soll man die geschiedenen Wiederverheirateten und die Homosexuellen “auffangen”?

Lediglich 50 streng ausgesuchte Personen werden sich zu einer Tagung in der Jesuiten-Universität „Gregoriana“ treffen, berichtet „Le Figaro“.

Die Referenten stammen alle aus dem modernistischen Spektrum und setzen sich für eine Schleifung der katholischen Lehre über die Ehe ein:

Die Theologin Eva-Maria Faber veröffentlichte dieses Jahr eine Studie, in der sie die Unauflöslichkeit der Ehe abstreitet. Eberhard Schockenhoff plädiert im Buch „Die Kirche und die wiederverheirateten Geschiedenen“ für eine Zulassung der Betreffenden zur Kommunion. Außerdem ist er ein prominenter Kritiker von „Humanae Vitae“. Der französische Professor für Theologe Alain Thomasset vertritt die Meinung, das Lehramt sei lediglich ein Referenzpunkt für den Einzelnen  – entscheidend sei am Ende bloß das Gewissen.

Das Schlussreferat wird Kardinal Reinhard Marx halten, die (inzwischen ziemlich lädierte) Gallionsfigur des liberalen Katholizismus.

Solche Treffen sind nicht ganz unüblich. Außergewöhnlich ist aber die Diskretion in der Organisation. Schon allein aus Gründen der Kollegialität werden die „Brüder im Bischofsamt“ über solche Tagungen informiert. Dieses Mal geschah das nicht, was insbesondere die französische Seite erstaunte, hatten sie sich doch erst Ende April in Lourdes zu einer Vollversammlung getroffen.

Zudem wurde die Tagung weder in den Internetseiten der Bischofskonferenzen noch in der Internetseite der “Gregoriana” aufgeführt. Kaum ein Prälat der Kurie wurde eingeladen.

„Le Figaro“ kommentiert, hier würde eine „Pressure Goup“, eine Art liberale Lobby für die nächste Familiensynode, gebildet.

Unser Autor Mathias von Gersdorff leitet die Frankfurter “Aktion Kinder in Gefahr”  – seine aktuellen Stellungnahmen erscheinen regelmäßig hier: http://mathias-von-gersdorff.blogspot.de/

“Kölner Kirchenzeitung” übt deutliche Kritik am ZdK-Papier zu Ehe und Familie

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Siegbert Klein schrieb in der „Kölner Kirchenzeitungeinen bemerkenswerten Artikel, der die jüngste Stellungnahme des ZdK (Zentralkomitee der deutschen Katholiken) kritisiert. Das Zentralkomitee gebärdet sich als Stimme des „Volkes Gottes“.

Dazu schreibt der erwähnte Autor:

43 Prozent der 226 Mitglieder werden aus den Reihen katholischer Verbände und Organisationen gewählt. Je drei Delegierte entsendet jeder Diözesanrat eines Bistums ins ZdK, egal ob das Bistum wie Görlitz nur 28.500 Katholiken oder wie Köln 2,1 Millionen Katholiken zählt. Das sind 84 Männer und Frauen (37 Prozent).

Ihre Legitimation haben sie durch die Pfarrgemeinderatswahlen erhalten. Die Wahlbeteiligung betrug bei der letzten Wahl im Erzbistum Köln 4,6 Prozent. Zusammen wählen diese 181 Mitglieder weitere 45 Einzelpersönlichkeiten aus Politik und Gesellschaft. Diese machen 20 Prozent der Mitglieder aus. Die Fakten sprechen für sich.“

Schon aus diesem Grund ist nicht nachvollziehbar, wieso die „Deutsche Bischofskonferenz“ dem ZdK eine Rolle als „Stimme des deutschen Katholizismus“ zuweist.  

Siegbert Klein verdeutlicht zudem, dass das ZdK päpstliche Stellungnahmen verbiegt, um damit eigene Ansichten zu rechtfertigen:

Wer genau liest, stellt schnell fest, dass das ZdK einen gewaltigen Nebel mit wohlfeilen und den Ohren schmeichelnden Formulierungen erzeugt, um zu verschleiern, dass man anscheinend eine andere Kirche will. Es geht dem ZdK nicht darum, den Glauben weiterzugeben oder gar aus dem Glauben zu leben, um damit Politik und Gesellschaft zu gestalten. Geschickt wird auch die Lehre der Kirche gegen das Lehramt des Papstes ausgespielt:

„Wir stellen eine Spannung und vielfach eine große Kluft zwischen Aussagen des päpstlichen Lehramtes zu Ehe und Familie und der von pluralen Familienformen geprägten heutigen Lebenswelt der Gläubigen fest.“  –  Mit anderen Worten: Die Lehre der Kirche wird als die des Papstes umgedeutet. Da ein Mensch fehlbar ist, hat man jetzt einen Hebel, die Lehre als falsch zu bezeichnen.Warum geht das ZdK derart vor? Kleins Antwort ist knapp und bündig:Die Mitglieder des Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) haben mit [der deutschen] Lebenswirklichkeit keine Probleme. Einstimmig forderten sie jetzt auf ihrer Vollversammlung in Würzburg in einer Erklärung zu Ehe und Familie eine „Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften (und) neuer Partnerschaften Geschiedener“.

Im Klartext: Dem ZdK ist die katholische Lehre über Ehe und Familie egal. Die Mitglieder des Laiengremiums vertreten im Grunde keine katholischen, sondern weltliche Interessen.

Der einzige Grund, wieso das ZdK im deutschen Katholizismus noch eine Rolle spielt: Weil auch manche Bischöfe die komplette Verweltlichung der katholischen Kirche in Deutschland verwirklicht sehen wollen.

Unser Autor Mathias von Gersdorff leitet die Frankfurter “Aktion Kinder in Gefahr”  – seine aktuellen Stellungnahmen erscheinen regelmäßig hier: http://mathias-von-gersdorff.blogspot.de/

Hochrangiges Buch zur Familien-Synode in Rom findet weltweit großes Interesse

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Die internationale Initiative „Ergebene Bitte an Seine Heiligkeit Papst Franziskus über die Zukunft der Familie“ präsentierte am 19. Mai 2015 im Hotel Columbus unweit des Petersdomes der Presse in Rom das italienische Original des Buches „Opzione preferenziale per la Famiglia. Cento domande e cento risposte intorno al Sinodo(Vorrangige Option für die Familie. 100 Fragen und 100 Antworten zur Synode).

Verfasser des Buches sind Erzbischof Aldo di Cillo Pagotto von Paraíba in Brasilien, Bischof Robert Francis Vasa von Santa Rosa in Kalifornien (USA) und Weihbischof Athanasius Schneider von Astana in Kasachstan.

Das Vorwort verfasste Kardinal J. Medina Estévez. Erzbischof Tadeusz Kondrusiewicz von Minsk und Bischof Áureo Patricio Bonilla, Apostolischer Administrator von Galápagos, schrieben Würdigungen.Das Buch stellte Tommaso Scandroglio vor, er ist Assistent für Rechtsphilosophie und Theoretische Philosophie an der Europäischen Universität Rom.
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Scandroglio erläuterte die Intention der Veröffentlichung: Das Buch will die katholische Bevölkerung über die Lehre der katholischen Kirche zur Ehe und Sexualität informieren.
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Ebenso soll darüber aufgeklärt werden, auf welchen Feldern die katholische Lehre heute am meisten angegriffen wird, wie etwa durch die „Gender-Ideologie“ oder die Aufweichung der Sakramentenpastoral (z.B. durch die Forderung, geschiedene Wiederverheiratete zur Kommunion zuzulassen).
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Verleger des Buches ist die Associazione „Supplica Filiale“ in Rom. Die Übersetzungen ins Deutsche, Englische, Französische, Polnische, Portugiesische und Spanische sollen in Kürze folgen. Ebenso sprach John Smeaton, Leiter der in Großbritannien ansässigen „Society for the Protection of Unborn Children SPUC“ (Gesellschaft zum Schutze der ungeborenen Kinder).
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Zur Präsentation kamen viele der bekannten, in Rom angesiedelten Vatikanisten.
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Inzwischen wurden 254.000 Unterschriften gesammelt. Viele namhafte Persönlichkeiten aus Deutschland haben teilgenommen: Christa Meves, Marie-Cécile Herzogin von Oldenburg, Prof. Dr. Hubert Gindert, Johanna Gräfin von Westphalen. Michael Hesemann usw.
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Die Associazione „Supplica Filiale“ ist nicht die Organisatorin der Unterschriftensammlung. Diese werden von einer Vielzahl von Vereinigungen oder Einzelpersonen auf der ganzen Welt gesammelt. Jedoch wurde ein Verein mit diesem Namen gegründet, um die Arbeiten in Rom zu koordinieren sowie Publikationen herausgeben zu können.
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Unser Autor Mathias von Gersdorff leitet die Frankfurter “Aktion Kinder in Gefahr”  – seine aktuellen Stellungnahmen erscheinen regelmäßig hier: http://mathias-von-gersdorff.blogspot.de/

Brauchen wir eine modernistische Kirche?

Von Peter Helmespeter-helmes-227x300

Wundert sich noch jemand, daß der Einfluß der katholischen Kirche in unserem Land immer mehr schwindet?  – Viele Protestanten, die wahrlich am Hungertuch des Glaubens nagen, reiben sich die Hände: Die Stärke der Protestanten in der Politik könnte nicht zuletzt in der Schwäche der Katholiken liegen. 

Katholische Politiker tun sich jedenfalls schwer damit, ihren Glauben zum Thema zu machen und sich in der Kirche zu engagieren. Der Katholizismus habe es – vor allem in den Pontifikaten von Johannes Paul II. und Benedikt XVI. – versäumt, sich zu modernisieren, sagt der Katholik und ehem. CDU-Generalsekretär Heiner Geißler. 

Für viele Menschen sei die Haltung der katholischen Kirche kaum hinnehmbar, der Protestantismus sei einfach moderner. Jeder intelligente Katholik sei deshalb “im Innern ein Protestant”, behauptet Geißler.

Viele Katholiken litten an ihrer Kirche, sagt auch Barbara Hendricks. Doch die Umweltministerin, die mit einer Lebenspartnerin zusammenlebt, weiß auch, wie man damit umgehen kann: „Wir rheinischen Katholiken machen uns unseren Katholizismus ohnehin selbst”, sagt sie. DSC_0568

Mit einer explizit katholischen CDU, das weiß Merkel, ist heute kein Staat mehr zu machen, geschweige denn eine Wahl zu gewinnen. Die CDU weg von den alten „katholischen” Positionen hin zu den modernen „protestantischen” Positionen zu bewegen, hat sich ausgezahlt.

Auch für linksliberal gesinnte Protestanten ist es heute kein Problem mehr, CDU zu wählen. Für den politischen Katholizismus ist hingegen Besserung nicht in Sicht.

Wie auch? Der tiefere Grund für die Entwicklung der Gesellschaft und besonders der katholischen Kirche in den letzten Jahrzehnten liegt auf der Hand – und er ist hausgemacht, weil schon seit langem alles aus dem Ruder läuft. Das vielleicht Schlimmste an dieser Entwicklung ist, daß die Vertreter der Kirche Christi mehrheitlich dabei mitmachen.

Die traditionsorientierte Webseite „Civitas“ schreibt in einem tiefsinnigen Artikel bzw. „philosophischen Kommentar” vom 7. November 2014 u. a.: P1020947

 „Männer der Kirche, scholastische Philosophen und ebensolche Theologen sowie die, die in scholastischer Philosophie und Theologie gebildet waren, konnten früher klar, präzise, ohne Umschweife und Zweideutigkeiten formulieren. Sie wußten, wie man für oder gegen eine Position argumentiert.

Wer den  –  entschuldigen Sie den Ausdruck  –  Schwachsinn von Kardinal Kasper und seinen Gefolgsleuten heute liest und dies mit der Scholastik vergleicht, kann nicht glauben, daß es sich um ein und dieselbe Kirche handelt.

Künstlich werden Gegensätze zwischen Barmherzigkeit und Dogma, zwischen Pastoral und Glaubenslehre konstruiert, und die Freiheit des Einzelnen, seine Autonomie, gilt als das höchste Gut des Menschen, als das, was den Menschen erst zum Menschen macht. (…)

Tief reingefallen ist auch die Kirche beim Stichwort „Liberalismus“; denn wer wöllte heute nicht „liberal“ sein. „Liberal“ gleich „offen“ – sind wir doch alle, gell! Wir wollen doch keine vermufften konservativen Bremser sein. Daß „Liberalismus” bedeutet, sich dem Zeitgeist unterzuordnen – Schwamm drüber! 131223-stern-von-bethlehem_b87bfae72c

Der Liberalismus beherrscht heute die gesamte westliche Welt, er bestimmt das Denken in allen Bereichen von Politik, Gesellschaft, Kultur und Staat und leider – Gott sei es geklagt – auch in der Kirche. (…) Der Liberalismus ist eine geistige Grundhaltung, die ihren Ursprung in der Philosophie hat. (…) Er geht zurück auf Philosophen wie Hobbes, Locke, in Deutschland Kant oder in neuerer Zeit Rawls. (…)

Die „Freiheit“ die der Liberalismus erstrebt bzw. verteidigt, ist die Freiheit von allen Bindungen, seien diese politisch, gesellschaftlich, kulturell, moralisch, religiös oder was auch immer.

Das Individuum allein und sein Wille ist der letzte Grund von all dem. Es darf nichts geben, was dem Individuum vorhergeht, kein moralisches, sittliches Gesetz, keine vorgegebene gesellschaftliche Ordnung, keine Wesenheit der Familie, der Ehe oder was auch immer. (…)

Heute wird der Wille über den Verstand gestellt – statt umgekehrt. Der Wille soll sich den Verstand unterordnen und diesen als Mittel verwenden, um seine Ziele zu erreichen. Hier liegt auch der tiefere Grund, dass sich Liberalismus, Kommunismus und nationaler Sozialismus nicht in ihren Fundamenten unterscheiden: Alle stellen den Willen ins Zentrum.

„Ich will“ lautet der neue politische Imperativ. Da stört der Verstand nur.

Die aristotelisch-thomistische Philosophie hat demgegenüber immer daran festgehalten, daß der Wille dem Verstand untergeordnet ist, daß der Verstand die Wesenheiten und die Ordnung der Natur, der Gesellschaft, der Moral und des Staates objektiv zu erfassen vermag und nach dieser Ordnung und Gesetzmäßigkeit handeln soll. Wir müssen wieder zu dieser wahren Philosophie zurückkehren.”

Unser Autor Peter Helmes hat zahlreiche politische Publikationen veröffentlicht und war Bundesgeschäftsführer der JU (Jungen Union, CDU-Jugend); er betreibt die freiheitlich-konservative Webseite https://conservo.wordpress.com/


Bischof Stefan Oster widerspricht dem ZdK

Passauer Oberhirte verteidigt biblische Sexualethik

Bischof Stefan Oster hat einen Vorstoß des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) scharf kritisiert, der u.a. eine Segnung von homosexuellen Paaren und von Partnerschaften nach einer Scheidung fordert. Bischof-Stefan-Oster-2481mk

Mit dieser Erklärung habe das ZdK „wesentliche Aspekte des biblischen Menschenbildes“ hinter sich gelassen, schrieb Oster auf seiner Facebook-Seite. Das Papier verlange „eine dramatische Veränderung von vielem bisher Gültigen im Blick auf die Themen Ehe und Sexualität“.

Das ZdK hatte in dem Papier „die vorbehaltlose Akzeptanz des Zusammenlebens in festen gleichgeschlechtlichen Partnerschaften und eine klare Positionierung gegen noch bestehende Ausgrenzungen und Abwertungen homosexueller Menschen“ gefordert. Der Kirche wurde „eine Weiterentwicklung von liturgischen Formen, insbesondere Segnungen gleichgeschlechtlicher Partnerschaften, neuer Partnerschaften Geschiedener und für wichtige Weichenstellungen im Familienleben“ empfohlen. BILD0230

Der Bischof kritisierte den Vorstoß des ZdK, eine Segnung von sozialen Beziehungen an „Werten des Zusammenlebens“ festzumachen. Diese gebe es schließlich zwischen allen anderen Menschengruppen, „sogar zwischen den Mitgliedern einer Gangsterbande“. Tatsächlich ginge es dem ZdK wohl eher darum, „die praktizierte Sexualität in nichtehelichen Beziehungen endlich gutheißen“ zu können, schrieb der Geistliche.

Dann aber stelle sich die Frage, warum der „geschützte Rahmen“, in dem die gelebte Sexualität aus Sicht des ZdK eingebettet sein solle, „eben nur von genau zwei Leuten, egal welchen Geschlechts“, ausgefüllt werden dürfe. Warum nicht auch von mehreren, „wenn sie sich sexuell und auch sonst gut verstehen?“

Schlußendlich sei nicht nachzuvollziehen, „warum vollzogener Sex außerhalb der Ehe nun neuerdings ein Segen sein soll, wo er 2000 Jahre lang aus der Sicht des Glaubens das Gegenteil davon war“.

Quelle: http://www.jungefreiheit.de

Fotos: Bistum Passau / Evita Gründler


Das ZdK verstärkt die weltkirchliche Isolierung des deutschen Katholizismus

Mathias von Gersdorff Dieser Blog zeigt, zu welchem Irrsinn Grüne, Gender-Ideologen, Linkskatholiken usw. fähig sind.

Die jüngste Stellungnahme des „Zentralkomitees der deutschen Katholiken“ (ZdK) im Hinblick auf die Familiensynode im Vatikan im Oktober 2015 wirft viele Fragen auf.
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In der anmaßenden Erklärung des ZdK wurde die Segnung von gleichgeschlechtlichen Partnerschaften, die moralische Unbedenklichkeit von künstlichen Verhütungsmitteln, eine Neubewertung von nicht-ehelichen Partnerschaften u.a. gefordert.
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Mit ihren Forderungen geht das ZdK viel weiter als das, was Kardinal Walter Kasper in seiner Rede Anfang 2014 vor dem Konsistorium vorgeschlagen hatte. Kasper empfahl „lediglich“, geschiedene und zivil “Wiederverheiratete” unter bestimmten Bedingungen zur hl. Kommunion zuzulassen.
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Die Rede Kaspers wurde von Linkskatholiken zum Anlass genommen, letzlich die Abschaffung der katholischen Lehre über Ehe und Sexualität zu fordern.
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Doch die Stellungnahme des ZDKs kommt zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Gegen die liberalen Forderungen hat sich seit der (kleinen) Familiensynode im Oktober 2014 erheblicher Widerstand gebildet. Etliche Kardinäle und Bischöfe aus der ganzen Welt haben ihre Stimme erhoben, um die katholische Lehre zu verteidigen.
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Der Vorsitzende der Dt. Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx (siehe Foto), erntete harsche Kritik für seinen berüchtigten Ausspruch „Wir sind keine Filiale von Rom“.
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Inzwischen sind weltweit schon fast alle Delegationen der Bischofskonferenzen für die Synode im Oktober 2015 aufgestellt. Keine davon ist so modernistisch wie die deutsche. Keine  –  außer der deutschen  – unterstützt geschlossen die Ideen von Kardinal Kasper zur Pastoral mit geschiedenen Wiederverheirateten. Auf diese Weise hat sich die deutsche Delegation in die Isolation manövriert.

Kritik am deutschen Katholizismus wächst

In vielen Ländern wächst die Kritik an den Bischöfen in Deutschland. Man wirft Marx & Co. Halsstarrigkeit und mangelnde Katholizität vor. Just in diesem Moment kommt das ZdK und setzt noch eins drauf: Für das Außenbild des deutschen Katholizismus ist dieses Dokument verheerend.

Jüngst stellte Kurienkardinal George Pell am 9. Mai 2015 auf einer Tagung für Lebensrechtler klar, dass die kommende Synode gar nicht befähigt sei, die katholische Doktrin zu ändern. Es ist deshalb fatal, dass manche deutsche Bischöfe immer noch Versprechungen machen, die sie nicht einhalten können. .

Zuletzt tat das Bischof Franz-Josef Bode von Osnabrück, einer der deutschen Delegierten. Bei diesem Hintergrund wirkt die ZdK-Stellungnahme gleichsam wie eine Erpressung und eine Aufforderung zum Schisma.
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Unter diesen Umständen wäre es wünschenswert, dass ein deutscher Bischof an die Öffentlichkeit geht und ein Wort der Orientierung spricht.
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Unser Autor Mathias von Gersdorff (siehe Foto oben) ist katholischer Publizist und Leiter der Frankfurter Aktion “Kinder in Gefahr”

Das ZdK orientiert sich nicht mehr an der Schöpfungsordnung Gottes

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Das „Zentralkomitee der deutschen Katholiken“ (ZdK) hat bei der Vollversammlung am 9. Mai 2015 in Würzburg eine Stellungnahme für die Familiensynode im Vatikan im Oktober 2015 verabschiedet.Der Titel: „Zwischen Lehre und Lebenswelt Brücken bauen – Familie und Kirche in der Welt von heute“.

Beklagt wird eine große Diskrepanz zwischen dem katholischen Lehramt über Ehe, Familie und Sexualität und der Lebenswirklichkeit der Gläubigen. Um diese Kluft zu überwinden, fordert das ZDK von der Vatikansynode ein völlig neues katholisches Verständnis von Ehe und Familie.

Das Dokument macht deutlich, dass für den ZDK die Sexualität keineswegs allein in der Ehe praktiziert werden darf und dass das primäre Ziel dort nicht die Fortpflanzung ist.

Deshalb kann das ZdK eine neue Bewertung von nichtehelichen und sogar gleichgeschlechtlichen Partnerschaften fordern. Die Kirche sollte sogar liturgische Formen, wie etwa Segnungen, für diese Partnerschaftsformen entwickeln.

Die eigentliche Ehe wird im Dokument als die beste lebenslange Bindung angesehen. Paare sollen ermutigt werden, sakramentale Ehen zu schließen. Dennoch sollen andere Partnerschaftsformen geachtet und anerkannt werden. Im Dokument wird so etwas wie eine Art Hierarchie der Lebenspartnerschaften entwickelt, mit der eigentlichen Ehe an der Spitze.

Doch was macht eine Ehe laut dem ZDK aus? „Verlässliche Verantwortung füreinander, Treue in der Beziehung, Weggemeinschaft in Verbindlichkeit“. Von Fortpflanzung ist nicht mehr die Rede. Ausdrücklich wird eine „Neubewertung“ der künstliche Empfängnisverhütung gefordert.

Wenn die Ehe nicht primär der Fortpflanzung dient und wenn Sexualität nicht nur in der Ehe praktiziert wird, fällt die katholische Sexualmoral völlig zusammen. Deshalb hätte das ZdK genausogut von der Synode fordern können, ihre Ehelehre und Sexualethik schlicht einzustampfen. BILD0235

„Verlässliche Verantwortung füreinander, Treue in der Beziehung und Weggemeinschaft in Verbindlichkeit“ gibt es in vielen Partnerschaftsformen. Auch in solchen, in welchen Sexualität keine Rolle spielt. Das gilt auch für gleichgeschlechtliche Partnerschaften von heterosexuellen Personen: Geschwistern, Freunden, Wohngemeinschaften usw.  

Sollen diese auch in einer liturgischen Feier gesegnet werden? Oder sollen liturgische Feiern nur für Partnerschaften entwickelt werden, in denen Sexualität eine Rolle spielt? Spätestens hier wird deutlich, wie orientierungslos das ZdK ist.

Das ZdK hält sich nicht mehr an das katholische Lehramt, sondern an Vorstellungen über Partnerschaft, die in Zeitschriften wie “Bravo”, in den „Soap Operas“, in diversen Fernsehserien vermittelt werden.

Auch die „Bravo“ empfiehlt den Pärchen, sie sollten mit Verantwortung miteinander umgehen. Auch in den „wilden Ehen“ in „Gute Zeiten  –  Schlechte Zeiten“ gehen die Partner respektvoll miteinander um.

Kein Mensch braucht eine katholische Kirche, die auf dieses Niveau sinkt. Niemand braucht ein „Zentralkomitee der deutschen Katholiken“, das gar nicht mehr katholisch ist.

Unser Autor Mathias von Gesdorff ist katholischer Publizist und Leiter der Frankfurter Aktion “Kinder in Gefahr”

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