Dreifache jüdische Jenseitsvorstellung: Himmel, Hölle und ein Zwischenreich

Von Felizitas Küble

In mancher Hinsicht stehen religiöse Juden dem katholischen Glauben näher als der Protestantismus. Dies gilt z.B. für die im Judentum hochgehaltene „Heiligkeit“ der Ehe (die der katholischen Lehre vom „Sakrament“ der Ehe ähnelt) oder etwa in puncto Bedeutung der „guten Werke“.

Diese Geistesverwandtschaft läßt sich aber auch bei den „Letzten Dingen“ feststellen, also den Vorstellungen von der Ewigkeit.

Während das evangelische Christentum – zumindest auf amtlicher Ebene bzw. doktrinärer Basis  – kein Gebet für die Verstorbenen kennt (denn aus protestantischer Sicht gibt es nur Himmel oder Hölle, so daß sich jedwede Fürbitte erübrigt), betet die katholische, orthodoxe und altorientalische Christenheit seit jeher und bis heute für ihre Toten – und zwar nicht nur in der persönlichen Frömmigkeit, sondern auch in der liturgisch-gottesdienstlichen Praxis.

Am deutlichsten ausgeprägt ist hierbei die katholische Begründung:

Es gibt neben Himmel und Hölle auch ein Fegefeuer (allerdings nur bis zum Jüngsten Gericht), in das die Seelen jener Gerechten gelangen, die zu gut für die Hölle und zu schlecht für den Himmel sind, also beispielsweise Gläubige, die es hinsichtlich guter Werke an Eifer fehlen ließen bzw. deren Lebenswandel zu mittelmäßig für den Himmel war, ohne sich jedoch im „Stand der Todsünde“ zu befinden.

Es kommt hierbei auf den Grundgedanken an, nicht auf den Ausdruck „Fegefeuer“, der ohnehin nicht kirchlich-offiziell ist (dieser lautet nämlich Purgatorium = Reinigung, Läuterung).

Auch Juden beten für ihre Verstorbenen, teils durch das Kaddisch-Totengebet, teils durch weitere liturgische oder persönliche Fürbitten, vor allem für die eigenen Eltern, was geradezu als moralische Pflicht angesehen wird.

Das Gebet für die Gläubigen, die uns „vorausgegangen“ sind, wird im 2. Buch der Makkabäer ausdrücklich gutgeheißen: „Es ist ein heiliger und heilsamer Gedanke, für die Verstorbenen zu beten, damit sie von den Makeln ihrer Schuld befreit werden“ (2 Makk 12,46).

Dies ist eine jener Bibelstellen, auf welche sich die katholische Kirche hinsichtlich ihrer Fegfeuer-Lehre beruft.

Das Judentum hat sich in der frührabbinischen Zeit (1. und 2. Jahrh. n. Chr.), in welcher auch der Talmud entstand, verstärkt mit der eigenen Jenseitslehre beschäftigt.

Hierüber berichtet der französische Historiker Jaques Le Goff in seinem systematischen Werk „Die Geburt des Fegfeuers“ ab S. 56 ff.

Der Autor schreibt sogar, daß das entsprechende Denken in der jüdischen Gelehrtenschulen für die weitere Entwicklung der katholischen Fegfeuer-Idee „entscheidend“ war.

Dabei zeichnen sich zwei Vorstellungswelten ab, die aber so oder so von einem „Zwischenreich“ ausgehen:

A. Die erste Version unterscheidet zwischen Himmel (Paradies, jenseitiger „Garten Eden“), Hölle („Gehenna“ genannt) und einem allgemeinen Totenreich (Scheol).

Professor Le Goff bezeichnet dieses Totenreich als „intermediären Ort“, somit als Zwischenreich. Die Hölle lag nach dieser jüdischer Vorstellung noch unter diesem tristen und öden Scheol.

B. Ab der Mitte des 1. Jahrh. n. Chr. kristallisiert sich bei führenden Rabbinern eine Idee heraus, die der katholischen Lehre vom Purgatorium (Läuterungszustand, Reinigungsort) recht nahe kommt: „Die Schule von Sammajs sagt: Drei Klassen gibt es am Gerichtstage: eine der völlig Frommen, eine der völlig Gottlosen und eine der Mittelmäßigen.“

Diese Mittelmäßigen kommen für 12 Monate in eine Art Vorhölle oder „Hölle Light“, aus der sie durch Gottes Gnade befreit werden.

Auch der bekannte Rabbi Akiba (einer der großen Mischna-Gelehrten) vertrat diese Ansicht.

Der Verfasser schreibt als Resultat seiner mentalitätsgeschichtlichen Untersuchungen des antiken Judentums:

„Es gibt also eine mittlere Kategorie, die Kategorie jener, die weder nur gut noch nur schlecht sind, und daher nach dem Tode eine zeitlich begrenzte Strafe abbüßen und anschließend in den Garten Eden kommen“.

Der Garten Eden wurde von den Israeliten auch als Paradies, Himmel, als „ewiger Lohn“ oder „Abrahams Schoß“ bezeichnet.

WEITERE theologische Gemeinsamkeiten zwischen Judentum und kath. Kirche: https://charismatismus.wordpress.com/2015/06/19/die-besondere-nahe-zwischen-dem-judentum-und-der-katholischen-kirche/

 


Von der Esoterik zum Glauben: Wie Christus meine Familie und mich gerettet hat

Das folgende Glaubenszeugnis stammt von unserer Leserin Irina, einer ehemaligen Esoterikerin und Ex-Charismatikerin aus Bayern, geboren in Russland, die uns mit vollen Namen und Anschrift bekannt ist.

Weil jedoch ihr Lebensbericht sehr persönliche Momente und Ereignisse beinhaltet, haben wir mit ihr eine Beschränkung auf den Vornamen vereinbart:

Ich bin 1981 in Russland geboren und wuchs in einer (nicht wirklich) gläubigen Familie auf. Wir gingen zwar hin und wieder zur Kirche, hatten Gebetbücher zu Hause und ich schrieb oft Briefe an Gott, wusste aber damals noch nicht, dass Jesus Christus real ist.

Meine Mama war katholisch, mein Papa wurde erst ein paar Jahre, bevor er gestorben ist, orthodox getauft. Meine Schwester und ich wurden mit sechs Jahren in der orthodoxen Kirche getauft.

Meine Eltern stritten oft, hauptsächlich weil mein Papa viel getrunken hat. Die ganze Familie hat darunter gelitten. Mein allergrößter Wunsch war, meine eigene Familie zu gründen und ein harmonisches Leben zu führen.

2001 kam ich nach Deutschland, studierte in München Germanistische Linguistik und arbeitete an der Universität als Deutschlehrerin für ausländische Studierende. Später schloss ich ein Zweitstudium der Betriebswirtschaftslehre ab, arbeitete anschließend in einer Marketing-Agentur, heiratete 2015 meinen jetzigen Ehemann und wir bekamen zwei Kinder.

2014 lernte mein Mann seinen leiblichen Vater kennen (aufgewachsen ist er mit seinem Stiefvater). Der leibliche Vater weihte uns (meinen Mann und mich) an Weihnachten 2015 in die Esoterik ein und schenkte uns „Die Geheimlehre“ und „Isis entschleiert“ von Blavatsky, „Grundlagen der Esoterischen Philosophie“ von Gottfried von Purucker, die Mahatma-Briefe, Runen, Tarot-Karten, ein Buch über Astrologie und vieles mehr.

Er war viele Jahre in einem esoterischen „Orden“, der von Dethlefsen geleitet wurde, bezeichnete sich als Priester und behauptete, dass die Informationen, die in diesen Büchern stehen und die er beigebracht bekommen hatte, die Wahrheit aller Wahrheiten darstellen.

Dies sei die richtige Esoterik und kein Eso-Kitsch. Und so wurden wir ganz tief in die Esoterik eingetaucht, haben diese Wahrheit, ohne zu hinterfragen, angenommen und weiter vertieft und uns regelmäßig ausgetauscht.

An Ostern 2016 haben mein Schwiegervater und ich durch einen leichten Stromschlag „einen gewischt“ bekommen. Er behauptete seitdem, dass wir im vorherigen Leben ein Paar gewesen sein müssen und rief mich ständig an, wollte, dass ich dies einsehe und bat mich darum, dies nicht seiner Frau und meinem Mann zu erzählen.

Ich wusste nicht, wie ich mich verhalten soll und erzählte zuerst niemandem was davon. Irgendwann ließ mein Schwiegervater los und ich war sehr erleichtert.

2016 bekam ich eine seltsame Fähigkeit, nachts unkontrolliert aus meinem Körper auszutreten und durch die Wohnung, manchmal auch durch die Stadt zu fliegen. Einmal, als ich krank war, sah ich, wie ich aus meinem Körper ausstieg – und als ich mich von oben beobachtete, sah ich statt meines Körpers einen dunklen Mann im Bett liegen – es war ein schreckliches Erlebnis.

Von diesem Phänomen des „Fliegens“ erzählte ich meinem Schwiegervater, der das ganz toll fand und mir ein Buch über Astralreisen schenkte und meinte, es sei sehr beneidenswert, dass ich dies von Natur aus tun kann (die Anderen müssen es ja erst lernen).

Ich kam damals nicht dazu, das Buch zu lesen und wollte mich auch ehrlich gesagt in dieser Richtung nicht weiterbilden.

Als ich wieder eine Astralreise erlebte und meinem Schwiegervater davon erzählte, sagte er mir, dass ich bei meiner nächsten Astralreise bewusst zu ihm nach Hause fliegen und mich auf ihn drauflegen solle, denn es gäbe ja nichts Schöneres, als die Verschmelzung zweier Körper auf australer Ebene. Aber ich solle doch bitte davon nichts seiner Frau und meinen Mann erzählen.

Bei allem Respekt vor meinem Schwiegervater und all dem, was er für mich Gutes tat, fand ich diese Aussage ziemlich schräg und fing an, mich von ihm zu distanzieren und blockierte ihn dann irgendwann auf meinem Handy.

Ich befand mich in einer sehr schwierigen Lage, wollte das Ganze aber doch nicht vor meinem Mann verheimlichen und beschloss, ihm davon zu erzählen. Das Ganze endete dann in einer  großen Katastrophe. Für meinen Schwiegervater war ich gestorben.

Mein Mann konnte es mir nicht glauben und fing an, zu rauchen und zu trinken. Da ich weder das eine noch das andere guthieß und diese Süchte zu ständigen Streitereien führten, brach unsere Familie Stück für Stück auseinander.

Da die Kinder noch sehr klein waren und ich niemanden in der neuen Stadt kannte (wir waren frisch umgezogen), konnte ich nicht gehen.

Zudem war ich nach den beiden Schwangerschaften gesundheitlich ein Wrack und da die Ärzte mir nicht helfen konnten, beschloss ich, die Verantwortung für meine Gesundheit zu übernehmen und kam durch Zufall auf die Ernährungsweise von Medical Medium von Anthony William (Geist des Mitgefühls) und bin zu Expertin auf dem Gebiet dieser spirituellen Ernährungslehre geworden. Ich absolvierte die Ernährungsberatungsausbildung und wollte mich als Ernährungsberaterin nach Medical Medium selbständig machen.

Ich suchte ständig nach dem richtigen Weg, nach der Wahrheit und dem Sinn des Lebens und wollte mich auf gar keinen Fall mit der Esoterik meines Schwiegervaters weiter beschäftigen.

Ich kaufte das Download-Paket von Flow Summit 2019 mit zahlreichen spirituellen Vorträgen, hörte sie mir an und kam zu dem Schluss, dass meine mangelnde Selbstliebe Schuld an allem sei. Ich beschäftigte mich mit meinem „inneren Kind“, meinen Schattenseiten und arbeitete intensiv an mir. Ich glaubte, die Wahrheit in der Spiritualität gefunden zu haben.

Besonders inspiriert war ich von Jana Haas (hellsichtige Autorin und Engel-Expertin).

Zudem hörte ich viele Videos von Robert Betz an und besuchte sogar  einen seiner Vorträge, sprach mit ihm persönlich verzweifelt über meine familiäre Situation und er meinte, ich solle meinen Mann akzeptieren, so wie er ist, sprich: ihn trinken und rauchen lassen, denn er brauche dies momentan.

Ich war mit dieser Antwort nicht zufrieden und suchte weiter nach Antworten in zahlreichen spirituellen Büchern und kam dann doch zu dem Schluss, meinen Mann mit all seinen Süchten akzeptieren zu lernen und arbeitete jeden Tag an mir (bildete mir ein, dass mich seine Süchte nicht stören und ich keine Angst mehr davor habe, wie die Zukunft unserer Familie aussehen wird).

Je mehr ich las, desto mehr fühlte ich mich verzettelt, verzweifelt und unglücklich, und beschloss, mich hauptsächlich auf die Bücher und Vorträge von Jana Haas zu konzentrieren. Ich wollte sogar eine Ausbildung zum Cosmogetic Healing bei ihr machen, weil ich mir einbildete, Heilerin zu sein, beruhend darauf, dass meine Oma mütterlicherseits auch Heilerin war und dass ich dies von ihr bestimmt erbte und diese Fähigkeit weiterentwickelt werden soll.

Da ich zusammen mit meinem Mann Inhaber eines Sportclubs bin, beschloss ich im September 2019 eine Online-Yoga-Ausbildung zu machen und gab bereits während der Ausbildung Yoga-Stunden in unserem Club. Anfang Februar 2020 hatte ich ein Yoga-Präsenzseminar in Hamburg und war nach der Rückkehr nach Hause sechs Wochen krank (im nachhinein verstand ich, dass der liebe Gott mir Zeichen sendete, darüber nachzudenken, was ich da tue).

Anfang April 2020 stoß ich im Internet auf ein Video über Satanismus und musste, während ich es mir ansah, viel weinen und war schockiert und sprachlos.

Der Gedanke, dass die Welt doch nicht so rosig sei, wie ich es in den spirituellen Büchern las, und dass es das Schwarze/Böse/Dunkle da draußen doch gibt, ließ mich nicht los.

Bis dahin war ich der Meinung, wie Jana Haas (spirituelle Medium und Autorin) es immer so schön ausdrückt, dass wir es uns in unserem Leben nicht leisten können, negativ zu denken. Man soll ein Licht für die Welt darstellen, also immer „positiv denken“. Und dass es keine Dämonen oder gefallene Engel gibt, dies seien in Wirklichkeit lediglich unsere negativen/dunklen Gedanken.

In diesem Video über Satanismus sah ich aber das Böse, ohne zuvor schlechte Gedanken gehabt zu haben. So begann ich zu hinterfragen, ob das, was Jana Haas behauptet, überhaupt stimmt. Mir fiel wieder die Frage von meiner Bekannten ein, ob ich wüsste, dass die Ernährung nach Medical Medium zur okkulten Szene gehört. Ich fing an, zu recherchieren, was alles unter Okkultismus/Esoterik/New Age fällt, stieß auf die Website www.lichtarbeit-verführung.de und las dort die Berichte von Aussteigern.

Ich fand mich in vielen dieser Zeugnisse wieder und war zunächst geschockt.

Ich hörte mir zudem das Zeugnis von Doreen Virtue an, in dem sie erzählt, warum sie aus New Age ausstieg und zum Christentum konvertierte.
Ich realisierte, dass ich auf dem Holzweg war und dass ich tausende Sünden begangen hatte, bereute diese zutiefst und beschloss, ein Übergabe-Gebet zu sprechen.

Am Morgen des Ostersonntags  –  12. April 2020  –  redete ich darüber mit meinem Mann und fragte ihn, ob er sich auch bekehren möchte. Er war sofort einverstanden (unserem HERRN sei Dank).

Da unsere Ehe in Trümmern lag und dies die letzte Chance war, unsere Familie zu retten, fingen wir an, die Bibel zu lesen und sämtliche esoterische Bücher und okkulte Gegenstände wegzuwerfen. Ich brach meine Yoga-Ausbildung sowie alle anderen okkulten Praktiken ob, darunter Aura-Soma, Homöopathie, Engelkarten, positives Denken, Meditationen und Selbstheilungsversuche (wie z.B. die Ernährungsweise nach Medical Medium).

Ich bin Gott unendlich dankbar, dass er mich nicht aufgab, mir die Augen öffnete und mich aus der Esoterik rausholte.

Nun dachte ich, meine Familie und ich sind für immer gerettet und endlich auf dem richtigen Weg!

Direkt nach der Umkehr sind wir leider unwissend und ahnungslos in einer charismatischen Gemeinde gelandet, die Geistestaufe, Zungenrede, Prophetien, Lobpreis mit Rockmusik und Wunderheilungen praktizierte.

Da mein Mann und ich bei diesen Praktiken von Anfang an kein gutes Gefühl hatten und uns das sehr an die frühere Esoterikzeit erinnerte, begann ich zu recherchieren, was die charismatische Bewegung ausmacht und prüfte dies anhand der Bibel.

Ich realisierte, dass wir vom Regen in die Traufe gekommen sind, da die charismatische Bewegung eine große und verhängnisvolle Verführung darstellt, die umso tückischer ist, weil sie sich mit einem christlichen Mäntelchen präsentiert.

Es war mir vor meiner Umkehr nicht bewusst, dass Satan real ist und sich gerne als „Engel des Lichts“ ausgibt und ständig versucht, Menschen mit seiner esoterischen Lehre, ja sogar auserwählte Christen mit verführerischen Irrlehren wie der Charismatik letztlich von Gott abzubringen.

Die Esoterik/New Age und okkulte Praktiken haben meine Familie beinahe zerstört. Sie machen krank, kosten viel Geld und sind sehr gefährlich.

Das Einzige, was uns erretten kann, ist der aufrichtige Glaube an unseren lebendigen Herrn Jesus Christus und eine zu 100% echte Umkehr (aufrichtiges Bereuen und Bekennen aller Sünden). Ich kann dies aus meiner eigenen Erfahrung nur bestätigen, denn mein Leben hat sich nach der Umkehr um 180 Grad gedreht, meine Ehe wurde geheilt und ich erfuhr, was Freiheit und Liebe wirklich bedeuten.

Endlich war die ewige, mühevolle Suche nach Wahrheit beendet.

Gemälde: Evita Gründler (erstes, viertes und letztes Bild)

 


Strukturelle Benachteiligung der Familien

Hat die Familie eine Zukunft?  – Dazu äußert sich Dr. Johannes Resch vom Vorstand des Verband Familienarbeit:

„Familie beruhte seit Jahrtausenden auf einem ungeschriebenen Generationenvertrag: Eltern versorgten ihre Kinder und wurden im Gegenzug selbst wieder von ihren Kindern versorgt, wenn sie alt oder krank wurden.

Erst unsere Sozialgesetzgebung hat die Altersversorgung von der Sorge um die eigenen Kinder getrennt und die erwachsen gewordenen Kinder zur Versorgung aller Alten verpflichtet. Völlig neu dabei war, dass die Kinder jetzt auch die kinderlosen Alten mitversorgen müssen, die früher ihr eigenes Alter selbst zu finanzieren hatten, indem sie das für Kinder nicht benötigte Geld für diesen Zweck ansparen mussten.“

Der Verband Familienarbeit beschäftigt sich seit über 40 Jahren mit den Folgen dieser Enteignung der durch Kindererziehung erarbeiteten Wertschöpfung für die Lebensfähigkeit der Familie.

Grundsätzlich bekennt sich auch der Verband zu einer versicherungsrechtlichen Regelung der Altersversorgung und der besonders im Alter hohen Krankheitskosten. Schließlich konnte der früher geltende Vertrag zwischen Eltern und Kindern auch versagen, z. B. wenn Kinder vorzeitig starben oder erkrankten und so als soziale Sicherheit für alte Eltern ausfielen.

Nach unserer Ansicht darf eine solche Regelung aber nicht zu einer Entsolidarisierung gegenüber den Eltern führen wie unser Sozialsystem.

Dr. Resch erklärt weiter:

“Wenn um der sozialen Sicherheit willen die Altersversorgung gemeinsam geregelt wird, dann hat das auch für die Kosten der Kindererziehung zu gelten. Leider blieb das unbeachtet oder wurde nur in kläglichen Ansätzen erfüllt.

Die Folge war eine zunehmende Familienarmut in einer sonst reicher werdenden Gesellschaft. Familie verlor dadurch seit Jahrzehnen immer mehr an Attraktivität, da der Eindruck entstand, soziale Sicherheit sei ohne Kinder möglich und werde allein durch Erwerbsarbeit erzielt. Das kann aber nur funktionieren, so lange Eltern dieses betrügerische System hinnehmen, unter dem auch die Kinder leiden.

Inzwischen besteht eine trostlose Lage: Eltern werden in Vollerwerbsarbeit gedrängt und Kinder werden zur Last. Erwerbstätige werden durch Sozialabgaben überfordert. Trotzdem wird das Sozialsystem brüchiger. Immer mehr Familien scheitern an den geschaffenen Bedingungen.“

Wir fordern alle Eltern auf: Schließt euch unserem Verband an und setzt dieser Entwicklung ein „Kein Weiter so!“ entgegen! Wenn wir uns nicht wehren, gibt es keine Zukunft, weder für die Familien noch für die Gesellschaft überhaupt.

Webseite des Verbands: https://familienarbeit-heute.de/


Kardinal Müller: Im Herzen der Christen erklingt das Danklied der Erlösten

Die Krise der Kirche ist von Menschen verursacht und kann nur durch das einzig wahre „Gegengift“ zur Verweltlichung geheilt werden: Die Wahrheit des Evangeliums Christi, wie Kardinal Gerhard Müller in seiner Neujahrs-Predigt sagte.

Deutlich warnt der ehem. Präfekt der römischen Glaubenskongregation vor einer aggressiven „Selbstsäkularisierung“ der Kirche.  

Nicht wenige „lechzten“ heute nach einer „Zivilreligion“, einem Katholizismus ohne Dogmen und Sakramente, sagte der Kardinal. Wer der Kirche vorwerfe, sie hinke 200 Jahre hinter der Zeit her, erhebe einen falschen Vorwurf.  „Modernisierer“ würden katholische Positionen als „rechts“ oder „traditionalistisch“ denunzieren, um ihre Fortschrittsideologie durchzusetzen, erklärte Müller weiter.

Gleichzeitig spielten andere Katholiken die „Musterschüler der Aufklärung“, die sogar „versprechen, die versäumten Lektionen der atheistischen Religionskritik schnell nachzuholen“.

Der Preis für den Eintritt der Kirche in die „Internationale der Weltreligionen“ sei aber der „Verzicht auf ihren Wahrheitsanspruch“.

Der deutsche Kurienkardinal feierte am 1. Januar 2020 die hl. Messe im US-amerikanischen Phoenix.

CNA Deutsch veröffentlicht die redigierte deutschsprachige Fassung der Predigt:

Lieber Brüder und Schwestern in „Jesus dem Christus, dem Sohne Gottes“ (Mk 1,1).

Wenn wir uns am ersten Tag des Neuen Jahres begegnen, wünschen wir uns wechselseitig ein Glückliches Neues Jahr. Als Christen sehen wir das in dem tieferen Zusammenhang, dass wir alle Gottes geliebte Söhne und Töchter sind.

Als Katholiken verbinden wir unser Wohlwollen für die Mitmenschen mit der wunderbaren Erfahrung, dass alles Vergangene, Gegenwärtige und Zukünftige im Licht Gottes einen Sinn hat. Wenn in der hl. Messe das Opfer Christi für das Heil der Welt gegenwärtig wird, danken wir Gott dafür.

Wir danken Gott, dass er die Welt erschaffen hat und uns alles gibt, was wir zum Leben brauchen. Wir danken ihm, dass er um unseres Heiles willen Mensch geworden ist und dass er uns den Hl. Geist geschenkt hat.

Wir danken ihm für die Kirche, die im Glauben unsere Mutter geworden ist. Sie ist der Leib Christi, in den wir durch die Taufe und das Bekenntnis des katholischen Glaubens eingegliedert worden sind.

Wir danken ihm für die Familie, in der wir heranwachsen durften und für unsere Freunde, die uns im Leben treue Begleiter sind. Und wenn Gott uns zur Lebensform der Ehe berufen hat, danken wir für unseren Ehemann bzw. unsere Ehefrau sowie die Kinder, die wir lieben, weil sie Gottes Geschenk an ihre Eltern sind.

Wir Christen haben ein musikalisches Lebensgefühl. In unserem Herzen singt und klingt das Danklied der Erlösten.“

Quelle und FORTSETZUNG der Müller-Predigt hier: https://de.catholicnewsagency.com/story/kardinal-muller-kirchenfursten-lechzen-nach-einer-zivilreligion-ohne-sakramente-5548


Gender-Lobby will das Elternrecht aushebeln

Freifrau Hedwig von Beverfoerde

Unter dem Radar die Eltern entrechten: Ein neues Dokument offenbart, wie die internationale Transgender- und LSBT-Lobby ohne öffentliche Aufmerksamkeit Gesetze ändern will, damit Minderjährige auch ohne Zustimmung ihrer Eltern ihr Geschlecht ändern können.

Der Leitfaden „Only adults? Good practices in legal gender recognition for youth“ wurde im November 2019 veröffentlicht und soll Transgender- und LSBT-Gruppen in Europa dabei helfen, ihre Lobbyarbeit zu verbessern.

Im Fokus des Dokuments stehen gesetzliche Vorhaben, durch die Minderjährige die rechtliche Definition ihres Geschlechts ändern können, ohne dabei das Einverständnis von Erwachsenen wie ihren Eltern oder Ärzten zu benötigen.

Mehrfach wird im Text behauptet, dass nur durch diese vollständige gesetzliche „Selbstbestimmung“ „Transgender-Jugendliche“ weniger diskriminiert oder belästigt würden.

Der Autor des Vorwortes (Seite 6) hofft daher, dass der vorliegende Leitfaden zu einem „wirkungsvollen Werkzeug für Aktivisten und NGOs“ wird, um diese Gesetze in ihren Ländern ändern zu können.

Die politischen Forderungen

Die Autoren listen zunächst mehrere Beispiele für Gesetze und Regelungen auf internationaler und nationaler Ebene auf, die aus ihrer Sicht notwendig für die Durchsetzung von „Transgender-Rechten“ sind.

Beispielsweise fordern sie die Abschaffung eines Mindestalters für die rechtliche Änderung des Geschlechts oder die vollständige rechtliche Anerkennung einer selbst definierten geschlechtlichen Identität (Seite 12 bis 16).

Die Voraussetzung einer medizinischen Untersuchung oder der Diagnose einer Geschlechtsdysphorie lehnen die Autoren ab (Seite 17). Der größte Teil des Leitfadens besteht anschließend in einer Analyse der Gesetzgebung mehrerer europäischer Länder im Hinblick auf die rechtliche Situation von „Transgender-Minderjährigen“.

Das natürliche Recht der Eltern auf die Erziehung der eigenen Kinder wird von den Autoren des Leitfadens nicht anerkannt. So fordern sie beispielsweise, dass der Staat gegen Eltern vorgehen muss, wenn diese die „freie Entwicklung der Identität einer jungen Trans-Person“ behindern (Seite 14).

Sie schreiben zudem, dass die Erfordernis elterlicher Zustimmung für eine rechtliche Änderung des Geschlechts für Minderjährige „restriktiv und problematisch“ sein kann (Seite 16).

Mehrfach taucht das Prinzip des „Kindesinteresses“ („best interest of the child“) auf, jedoch nie im Zusammenhang mit den eigenen Eltern oder der Familie. Stattdessen heißt es, dass der Staat bzw. „öffentliche Institutionen“ (Seite 13, 15) die Anwendung dieses Prinzips gewährleisten sollen, was de facto bedeutet, dass der Staat auch bestimmt, was im Kindesinteresse liegt und was nicht.

Die Eltern sollen hier anscheinend kein Mitbestimmungsrecht haben.

In diesem Sinne ist auch das „Recht auf Gehör“ (Seite 13) zu verstehen, was auch im aktuellen „Kinderrechte“-Gesetzentwurf der Bundesjustizministerin Christine Lambrecht als „Anspruch auf rechtliches Gehör“ zu finden ist.

Eine weitere auffällige Parallele zu den Befürwortern einer Aufnahme von „Kinderrechten“ ins deutsche Grundgesetz ist, dass diese ebenso mit den „Rechten und Interessen des Kindes“ argumentieren, während sie gleichzeitig die Eltern, welche die natürlichen Vertreter der Rechte und Interessen ihrer Kinder sind, ins Abseits drängen.

Die Taktiken der NGOs

Der Leitfaden gibt den LSBT-Organisationen elf Empfehlungen für ihre Kampagnen (Seite 18 bis 21). Unter anderem sollen sie die Jugendorganisationen von Parteien überzeugen, die Menschenrechte für ihre Argumentation nutzen, mit anderen LSBT-Organisationen kooperieren und vorsichtig vor gesetzlichen Kompromissen sein. Besonders erhellend sind jedoch die folgenden drei Hinweise des Leitfadens:

Schneller sein als Regierung und Medien: Die NGOs (Nicht-Regierungs-Organisationen) sollen am besten noch vor Beginn eines Gesetzgebungsverfahrens eingreifen und vor der Regierung ein eigenen „progressiven“ Gesetzentwurf veröffentlichen. Auf diese Weise könnten sie die „Agenda der Regierung“ und deren Gesetzentwurf viel deutlicher formen. Außerdem sollen sie möglichst früh die Medien für ihre Kampagne „sensibilisieren“, sodass diese das Gesetzgebungsverfahren nicht „negativ beeinflussen“.

An beliebte Reform anknüpfen: Um die Erfolgschancen zu erhöhen, sollen die NGOs ihre Kampagne mit einer aktuellen Reform verbinden, die im Allgemeinen mehr positiven Zuspruch in Politik, Medien und Gesellschaft erfährt. Als Beispiel nennen sie die „Ehe für alle“. Diese Vorgehensweise würde die Inhalte ihrer Kampagne schützend verhüllen („a veil of protection“).

Zu viel Öffentlichkeit vermeiden: Damit kein Widerstand gegen die Kampagne entsteht, soll die Medienberichterstattung und Wahrnehmung in der Öffentlichkeit insgesamt niedrig sein. Am Beispiel von Kampagnen in Irland und Norwegen empfehlen die Autoren, direkt die Politiker zu überzeugen. Somit soll die Position der Partei von innen verändert werden anstatt von außen durch große Medienkampagnen an die Partei herangetragen zu werden.

Hinter dem Leitfaden steckt eine NGO, eine Stiftung, eine Kanzlei

Der Leitfaden wurde herausgegeben von IGLYO, Thomson Reuters Foundation und Dentons:

Die International Lesbian, Gay, Bisexual, Transgender, Queer & Intersex (LGBTQI) Youth and Student Organisation (IGLYO) ist ein Dachverband für über 95 LSBT-Organisationen in über 40 Ländern. Zu den Mitgliedern gehören auch das deutsche Jugendnetzwerk Lambda e.V. und die österreichische „Homosexuelle Initiative Wien“. Finanziert wird IGLYO laut eigenen Angaben durch die Europäische Union, den Europarat, die European Youth Foundation und das Niederländische Ministerium für Bildung, Kultur und Wissenschaft.

Die Thomson Reuters Foundation ist die Stiftung von Thomson Reuters Corporation, einem der weltweit größten Medienunternehmen. Die Stiftung legt in ihrer Arbeit auch einen Fokus auf LSBT-Themen wie beispielsweise die Ausbreitung der „Ehe für alle“.

Dentons ist laut eigenen Angaben das nach Zahl der Anwälte weltweit größte Anwaltsnetzwerk. Die Büros von Dentons in Paris, Brüssel und London erstellten das „Only Adults?“-Dokument in Zusammenarbeit mit mehreren internationalen Partner-Kanzleien. Laut einer Pressemeldung von Dentons ist dieses Projekt Teil einer seit 2018 bestehenden und fortlaufenden Kooperation mit IGLYO.

Die politische Sprengkraft dieses Leitfadens besteht vor allem darin, dass drei große internationale, zum Teil staatlich finanzierte Organisationen der LSBT-Lobby dabei helfen, Eltern ihr Mitspracherecht bei tiefgreifenden Änderungen im Leben ihres minderjährigen Kindes zu entziehen. Darüber hinaus sollen diese großen gesetzlichen Änderungen am besten gar nicht von den Medien und der Öffentlichkeit beachtet werden, weil dies sonst zu Kritik und Widerstand führen könnte.

Erstveröffentlichung des Beitrags hier: https://demofueralle.blog/2019/12/06/internationale-transgender-und-lsbt-lobby-plant-abschaffung-des-elternrechts/


Regensburg: Wolfgangspredigt von Bischof Rudolf Voderholzer am 31. Oktober 2019

Am 31. Oktober begeht die Kirche den Gedenktag des hl. Wolfgang (924 – 994 n. Chr.), der Patron des Bistums Regensburg ist.

Am Abend feierte die Diözese zusammen mit Bischof Rudolf Voderholzer ein Pontifikalamt zu Ehren des Heiligen in der Basilika St. Emmeram. Die Krypta der Kirche bewahrt den Schrein mit den Reliquien des Heiligen.

Es ist schon zur Tradition geworden, dass der Regensburger Oberhirte (siehe Foto) am Wolfgangstag eine wegweisende Predigt hält, in der er besonders auf Fragen eingeht, die in der Kirche aktuell die Runde machen. 

Wir dokumentieren hier seine diesjährige Predigt. Die Zwischenüberschriften und Fettdruck-Hervorhebungen dienen der Übersichtlichkeit für unsere Leser:

Liebe Schwestern und Brüder im Herrn!

Das Wirken des heiligen Wolfgang und des heiligen Emmeram führt uns geschichtlich in die Zeit der Anfänge des Christentums in unserer Heimat, in die Zeit der Erst-Evangelisierung, die immer auch vorbildlich bleiben wird für die stets notwendige Neu-Evangelisierung.

Die Amazonas-Synode, die vor einigen Tagen in Rom zu Ende ging, befasste sich mit der Situation einer Kirche, die in vergleichbarer Weise am Anfang steht wie die Kirche in unseren Breitengraden nach der Völkerwanderungszeit.

Unter theologischer Rücksicht erregten im Blick auf die Amazonas-Synode vor allem zwei Themen Aufmerksamkeit: Die Frage der Inkulturation, also die Art und Weise der Übernahme von vorchristlichen Formen der Frömmigkeit, konkret in unserem Fall der Verehrung naturaler Fruchtbarkeit in Form der personifizierten Mutter Erde, der „Pacha-Mama“; und dann die – vor allem von europäischen Beobachtern noch einmal forcierte – Frage der Zulassung bewährter verheirateter Männer zum priesterlichen Dienst.

Bei näherer Betrachtung laufen beide Themen auf dieselbe Frage zu: Bringt die christliche Botschaft etwas Neues oder bestätigt und heiligt sie nur das schon überliefert Vorhandene? Und wenn die christliche Botschaft etwas Neues beinhaltet, worin besteht es?

Was ist das Neue an der christlichen Botschaft?

Auf diese Frage hat schon im 2. Jahrhundert Irenäus von Lyon eine wunderbare Antwort gegeben, indem er sagte: „Alle Neuheit hat Christus gebracht, indem ER sich selbst brachte.“ Jesus Christus ist in seiner Person die Neuheit, und ER ist in seiner Person auch die nie versiegende Quelle der stetigen Erneuerung der Kirche und jedes einzelnen. Denn als der auferstandene und einst wiederkommende Gottessohn ist ER in der Kraft des Heiligen Geistes jeder Phase der Geschichte gleichzeitig und sogar voraus.

In seiner Neuheit kommt er den Fragen, der oft unausdrücklichen Sehnsucht aller Menschen und ihrer „natürlichen“ Religiosität entgegen, reinigt sie zugleich, erhöht sie und gibt ihnen die unüberbietbar göttliche Antwort. In Christus sind alle Religionen „aufgehoben“ – „aufgehoben“ in einem dreifachen Sinn: Außer Kraft gesetzt, erhöht und bewahrt.

Anknüpfung und Bruch zugleich

Deswegen geschieht Inkulturation immer in Anknüpfung und Bruch zugleich. Origenes, ebenfalls ein Theologe der frühen Kirchengeschichte, verwies in seiner Auslegung des Auszugs Israels aus Ägypten zum Beispiel darauf, dass die Israeliten die goldenen Gefäße und Statuen ihres bisherigen Gastlandes mit ihrem Pharaonenkult und der Jenseitsfixierung zwar mitnahmen, dass sie sie aber nicht als solche verwendeten, sondern einschmolzen und umformten zu den heiligen Geräten zur Verehrung und Anbetung des Gottes Israels.

ER ist der Gott des Bundes mit den Menschen und gibt ihnen in den Zehn Geboten Orientierung für ein Gott gefälliges Leben.

Der heilige Bonifatius und die Eichen

Der heilige Bonifatius, der zwischen unseren heiligen Bistumspatronen Emmeram, Erhard und Wolfgang gewirkt und unserem Land zum Evangelium auch noch viele Bistumsgründungen geschenkt hat; Bonifatius, der Apostel Deutschlands, hat auch nicht etwa den Kult der Germanen eins zu eins übernommen.

Bonifatius hat die Donar-Eiche, den Kultbaum der germanischen Götterwelt, nicht umtanzt und nicht umarmt, sondern er hat sie gefällt und aus ihrem Holz ein Kreuz gezimmert und eine Petruskapelle gebaut.

Ein wunderbares Bild für die Einpflanzung der Neuheit des Evangeliums in Kontinuität und Diskontinuität mit dem Bisherigen!

Die trügerische Hoffnung auf eine Gottheit, die nur vor Blitz, Donner und der Bedrohung durch Riesen schützt, wurde so ersetzt durch den Gott der Liebe, der vor dem Tod der Seele bewahrt und wirklich den Himmel aufreißt.

Ohne einen gewissen Bruch mit dem Vergangenen ist die Neuheit Christi nicht zu gewinnen.

Pacha-Mama und die Ökumene

Darauf verweist uns nicht zuletzt die Lehre der Reformatoren, denen die katholische Inkulturationsbereitschaft immer schon zu weit ging. Ohne die Thesen Martin Luthers – noch dazu in ihrer dialektischen Zuspitzung – in Gänze zu übernehmen, sollte doch die Ökumene-Sensibilität davor bewahren, heidnische Skulpturen ohne geistig-geistliche „Umschmelzung“, ohne „Durchkreuzung“, wenn Sie so wollen, in den Raum der Kirche zu tragen.

Es war jedenfalls nicht ersichtlich, dass die entsprechenden Figuren die Verwandlung und Reinigung von einer naturalen Frömmigkeit hin zur heilsgeschichtlich ausgerichteten Marienfrömmigkeit durchlaufen hatten – entsprechend den Bemühungen früherer katholischer Missionare.

Dazu aber mahnt uns, wie ich finde, der heute wie immer zeitgleich mit dem Wolfgangsfest von den lutherischen Schwestern und Brüder im Glauben begangene Reformationstag. Andernfalls liefert man den biblizistisch ausgerichteten und oft extrem reformatorisch-dialektisch argumentierenden evangelikalen und pentekostalen und in ganz Lateinamerika sehr aktiven und erfolgreichen Missionaren noch Argumente gegen die katholische Kirche.

Ehelosigkeit um des Himmelreiches willen

Und was die Ehelosigkeit um des Himmelreiches willen all derjenigen angeht, die in die besondere Nachfolge Jesu gerufen wurden: Diese Lebensform, die die Lebensform Jesu und der Apostel war, sie war zu allen Zeiten und an allen Orten eine Provokation und eine Zu-mutung! Zuallererst schon in Palästina zur Zeit Jesu selbst. Jesus selbst wurde als „Eunuch“ beschimpft und verspottet (vgl. Mt 19).

Und doch ist gerade diese Lebensform Ausdruck der Neuheit Christi, lebendiges Glaubenszeugnis für den Anbruch des Gottesreiches, Ausdruck des Vertrauens auf die Kraft geistlicher Fruchtbarkeit, Zeichen der Hoffnung auf eine größere, alles Innerweltliche übersteigende Erfüllung.

Der heilige Wolfgang hat genau vor diesem Hintergrund die Disziplin der Klöster zu erneuern begonnen und mit der Einführung der vom Kloster Gorze ausgehenden Reform auf diesen Aspekt der Neuheit Christi gepocht, einer Neuheit, die sich im Leben der Kirche Ausdruck verschafft.

Räumlich entlegene Zweitrangigkeit?

Nun raten offenbar die Teilnehmer der Synode, die übrigens in der katholischen Kirche – im Unterschied zu den Synoden der evangelischen Kirche – ein Beratungs- und kein Beschluss-Organ ist, dem Papst, über eine Entkoppelung von Priesteramt und Ehelosigkeit um des Himmelreiches willen in einigen wenigen Ausnahmefällen in räumlich entlegenen Regionen der Weltkirche zur Ermöglichung einer häufigeren Eucharistiefeier nachzudenken.

Dies ist freilich nicht besonders originell oder gar neu, und in seiner Zielsetzung durchschaubar. Denn es gibt in der weltumspannenden einen und deshalb katholischen Kirche keine kirchlich zweitrangigen Regionen. Und in einer so bedeutenden Frage kann und wird es auch keine nur regionalen Lösungen geben.

„Lasst Euch nicht verwirren!“

Allen jungen Männern, die den Ruf Jesu in die besondere Nachfolge hören und jetzt verständlicher Weise verunsichert sind, rufe ich zu: Lasst Euch nicht verwirren!

Die Lehre des Zweiten Vatikanischen Konzils steht und ist gültig: Die Ehelosigkeit um des Himmelreiches willen ist als die Lebensform Jesu und der Apostel dem Priesteramt in vielfacher Hinsicht angemessen. Sie ist auch ein Kriterium auch der Ernsthaftigkeit der Nachfolgebereitschaft und – gelebt in brüderlicher Kollegialität in der Gemeinschaft des Presbyteriums – eine vielfach bewährte Quelle geistlicher Fruchtbarkeit.

Ich bin der festen Überzeugung: Wo die Sehnsucht nach der Eucharistie, Hunger der nach der „geistlichen Speise“, nach dem „Brot vom Himmel“ wirklich groß ist, dort wird auch die Bereitschaft wachsen, dem Ruf in die Ganzhingabe im Priesteramt zu folgen – sei es in Amazonien, sei es in Mitteleuropa.

Mann und Frau in gleicher Würde

Zur Neuheit des Christlichen gehört auch eine vertiefte Sicht der Einheit und Unterschiedenheit von Mann und Frau bei gleicher Würde und unterschiedlicher Sendung und Berufung.

So war es doch einigermaßen verwunderlich, in diesem Zusammenhang von einer namhaften kirchlichen Stimme in der Bild-Zeitung zu hören, dass der Unterschied zwischen Mann und Frau einzig und allein in einem Y-Chromosom bestehe:

Wörtlich war zu lesen, ich zitiere: „Kann man zum Beispiel an einem Y-Chromosom den Zugang zum Priesteramt festmachen, indem man das mit dem Willen Jesu begründet?“ -Und: „Die allermeisten Menschen verstehen das nicht mehr und glauben es auch nicht. Ich bin ebenfalls mehr als nachdenklich.“ [1]

Verlockende Enge statt christlicher Weite

Anstatt, wie es Aufgabe und Verpflichtung eines Bischofs wäre, geleitet vom „sensus ecclesiae“, also in kirchlichem Geist, die verbindliche Lehre der katholischen Kirche zu vertreten, sie zu erschließen und vor dem Hintergrund einer philosophisch-theologischen Anthropologie nachvollziehbar zu machen, wird der Blick verengt auf die Genetik und unterstellt eine Quasi-Gleichheit der Geschlechter.

Immerhin, so ist zu entgegnen, lässt Gott, der Schöpfer, der den Menschen als Mann und Frau geschaffen hat, aus dem „kleinen Unterschied“ im genetischen Ursprung die unser Menschsein zutiefst bestimmende und prägende Geschlechterdifferenz entstehen.

Und ER hat auf der gegenseitigen Anziehung von Mann und Frau die Weitergabe des Lebens und damit nichts weniger als die Zukunft der Geschichte begründet. Und schließlich hat Jesus Christus die Ehe von Mann und Frau zur Würde eines Sakramentes erhoben. Auch dies ist ein Ausdruck der christlichen Neuheit!

Ein Aspekt der Neuheit freilich, der, wie wir alle wissen, vielfach angegriffen, unterhöhlt und infrage gestellt und entweder ins Althergebrachte oder aber Beliebige aufgelöst wird.

Synodaler Weg und die Frage nach dem Sinn der Teilnahme

Sollte mit dem genannten biologistischen Argument das Argumentations-Niveau des bevorstehenden Synodalen Weges vorgezeichnet sein, dann sehe ich ehrlich gesagt wenig Sinn darin, dabei mitzumachen.

Papst Franziskus hat in seinem Schreiben an das Pilgernde Gottesvolk in Deutschland vom 29. Juni uns in geistlicher Leidenschaft den Primat der Neu-Evangelisierung ans Herz gelegt.

Er rät uns allen dringend, ich zitiere: „eine Haltung einzunehmen, die darauf abzielt, das Evangelium zu leben und transparent zu machen, indem sie mit ‚dem grauen Pragmatismus des täglichen Lebens der Kirche bricht, in dem anscheinend alles normal abläuft, aber in Wirklichkeit der Glaube nachlässt und ins Schäbige absinkt.“ Und der Papst weiter: „Pastorale Bekehrung ruft uns in Erinnerung, dass die Evangelisierung unser Leitkriterium schlechthin sein muss, unter dem wir alle Schritte erkennen können, die wir als kirchliche Gemeinschaft gerufen sind in Gang zu setzen; Evangelisieren bildet die eigentliche und wesentliche Sendung der Kirche.“[2]

Das war das Programm der Apostel, das war das Programm des heiligen Bonifatius, des heiligen Wolfgang und all der vielen Glaubenszeuginnen und –zeugen bis herauf in unsere Tage. Und es ist auch das einzig sinnvolle und zielführende Programm für die Gegenwart und die Zukunft der Kirche.

Heiliger Wolfgang, bitte für uns!

Quellenangaben:

[1] https://www.katholisch.de/artikel/23403-overbeck-nachdenklich-priesteramt-an-einem-y-chromosom-festmachen;

https://www.bild.de/bild-plus/regional/ruhrgebiet/ruhrgebiet-regional-politik-und-wirtschaft/essen-so-hat-das-amt-des-ruhrbischofs-franz-josef-overbeck-veraendert-65644676,view=conversionToLogin.bild.html

[2] Papst Franziskus, Brief vom 29. Juni 2019, Nr. 6

Quelle: Bistum Regensburg


Kardinal Burke: Mediziner sind dazu berufen, Zeugnis für das Leben zu geben

Von Dr. med. Edith Breburda

Kardinal Raymond Burke, der die Festrede für die alljährliche „Weisse Messe” am 19. Oktober 2019 hielt, war den katholischen Ärzten der US-amerikanischen Diözese in Phoenix schon immer sehr dankbar für ihre klare moralische Haltung.

Der Kurienkardinal, der zusammen mit Bischof Thomas Olmsted an der Päpstlichen Thomas-Universitätin Rom studierte, ermutigte bereits in seiner Predigt in der Kapelle des ‚Headquarters’ des Bistums, sich nicht entmutigen zu lassen, sondern weiter treu zur katholischen Lehre zu stehen.

In der heutigen Zeit sehen wir eine Perversion ethischer Prinzipien, erklärte er weiter. Diejenigen, die dennoch an ihnen festhalten, werden oft als Extremisten angesehen und erleiden ein „weißes“ Martyrium (ohne Blutvergießen)  – nicht zuletzt, weil sie den ideologischen Grundlagen eines moralischen Relativismus, dessen Ziel es ist egoistische Wünsche zu erfüllen, im Wege stehen.

„Bereits Papst Benedikt“, sagte Kardinal Burke, „kritisierte beim Weihnachtsempfang für das Kardinalskollegium im Jahre 2010 die heute gängige Ansicht: “Das in sich Böse gebe es so wenig wie das in sich Gute.“ Angeblich existiere nur ein „besser als“ und „schlechter als“. Nichts sei in sich gut oder schlecht.

Alles hänge von den Umständen und von der Zwecksetzung ab. Je nach den Zwecken und Umständen könne alles gut oder auch schlecht sein. Moral wird somit durch ein Kalkül der Folgen ersetzt und hört damit auf, als solche zu bestehen.”

Eine Ethik, so erläuterte Kardinal Burke, die sich irrtümlich allein auf den individuellen Zweck des menschlichen Handelns beschränkt, sei verwirrrend und könnte den Zusammenbruch der katholischen Moraltheologie heraufbeschwören.

Katholische Mediziner sollten niemals vergessen, welchen Einfluss ihr Vorbild auf ihre Kollegen ausübt, wenn sie eine medizinische Ethik aufrechterhalten, die dem menschlichen Leben Respekt zollt. So wie die ersten Jünger Jesu leben wir in einer Zeit des Heidentums.

Unsere Welt hat sich von Gott als unserem Schöpfer verabschiedet. Die uns von ihm in unser Herz geschriebenen Gesetze werden nicht mehr wahrgenommen.

Deshalb ist eine Neuevangelisierung unabdingbar. Wenn wir unser Leben in Jesus Christus ausrichten und in der Wahrheit seiner Kirche leben, ist es leicht, den Irrtümern entgegenzutreten, die zu den vielen schwerwiegenden moralischen Übeln unsere Zeit führen.

Ein Leben, das im Einklang mit der Wahrheit steht, macht uns nicht nur frei, sondern auch glücklich und gibt denen, die den großen Übeln verfallen sind, einen sittlichen Halt und eine neue Perspektive.

Himmel und Erde trafen in Jesus Christus, Gottes menschgewordenem Sohn zusammen, um die Dunkelheit des Irrtums und der Sünde zu zerstören und unsere Seelen mit Licht, Wahrheit, Schönheit und Güte zu füllen.

„Wenn wir mit Christus verbunden sind, können wir unseren Brüdern und Schwestern, die unter den Irrtümern eines moralischen Relativismus in die Verzweiflung getrieben wurden, eine neue Hoffnung und Richtung geben, nach der sie sich sehnen und suchen,“ sagte Kardial Burke in dem bis auf den letzten Platz gefüllten Speisesaal des Diözesanzentrums Downtown in der Halbwüsten-Metropole Phoenix.

Es bedarf einen gläubigen Menschen, damit er die in der Schöpfung vorhandenen Naturgesetze erkennt, so der Würdenträger weiter.

Gottes menschgewordener Sohn zeigt uns die Schönheit des Lebens auf. Durch Christus sehen wir auch den Sinn des Leidens als einer Teilnahme an seinem Kreuzweg.

Wir können uns nicht selbst erlösen. Unser Heil hängt auch nicht von einer magischen Formel ab, sondern besteht in der Alltagsheiligung, die sich an Jesus Christus ausrichtet, und in einer täglichen Hinkehr zu IHM besteht.

Seit unserer Taufe sind wir zur Heiligung berufen, indem wir uns der Anforderung stellen, die hohen Standards eines dennoch gewöhnlichen christlichen Lebens zu erfüllen. Eine nur mittelmäßige und minimalistische Einhaltung sittlicher Prinzipien hat darin keinen Platz.

Unsere Heiligung baut auf der Wahrheit auf und dazu gehört der Respekt vor dem menschlichen Leben und eine soziale Gerechtigkeit. Die Attacken auf ein unschuldiges Leben, das uns im Mutterleib schutzlos ausgeliefert ist, haben ihren Ursprung darin, dass wir den Respekt vor der Integrität von Ehe und Familie verloren haben.

So entstand eine falsche Sichtweise der menschlichen Sexualität, welche durch chemische oder mechanische Intervention die Entstehung eines neuen menschlichen Lebens unterbindet. Menschliche Sexualität wird nicht mehr als ein Geschenk Gottes angesehen, mit dem wir an seiner Schöpfung teilhaben.

Der Kardinal sage zudem:

„Das „Einswerden“ und die Selbsthingabe an den Ehegatten ist durch künstliche Verhütung missbraucht worden. Anstatt offen für neues Leben zu sein, wird dieses verhindert. Der sexuelle Akt dient vielfach nur noch der persönlichen Befriedigung. Diese Manipulation trägt letztendlich zur Zerstörung der Familien bei und schadet unserer ganzen Gesellschaft.

Diese Kontrazeption fürchtet das Leben, und wendet sich vom Schöpfungsauftrag Gottes ab. Bereits Papst Benedikt schrieb, dass Sexualität nicht  lediglich als Entertainment oder Vergnügen ausgelebt werden soll. Die  Sexualaufklärung in den Schulen besteht oft darin, Kindern technische Anweisungen zu geben mit dem einzigen Ziel, Sexualkrankheiten abzuwenden, oder die Entstehung eines neuen Menschen mit allen Mitteln zu verhindern.“

Der Redner deutete besonders auf die verheerenden Folgen der Multi-Billion-Dollar-Industrie der Pornographie hin.

Deshalb sei es unabdingbar, späteren Generationen bewusst zu machen, dass die Institution von Ehe und Familie den tiefsten Bedürfnissen und vor allem der Würde des Menschen entspricht.

Um Zeugnis für diese Wahrheit geben zu können, müssen wir im Glauben verankert sein. Dies erlangen wir durch das täglich Gebet und ein ‚Studium‘ des katholischen Katechismus. Dadurch formen wir unser Gewissen und handeln nach dem Willen Gottes.

Das Gewissen ist eine Botschaft Gottes, die uns im Verborgenen lehrt, leitet und zu uns spricht. Viele berufen sich aber fälschlicherweise auf ihr Gewissen und rechtfertigen damit sündhaftes Verhalten.

Für Kardinal Newman ist ein geschultes Gewissen nicht nur notwendig, um die Wahrheit zu erkennen, sondern es verpflichtet uns auch, ihm zu flogen. Es offenbart sich jedem, der nach ihm mit einem offenen Herzen sucht und lässt ihn erkennen, was gut und richtig ist. So kann es niemals zu einer Diskrepanz zwischen Glauben und Wahrheit kommen. 

Weiterhin verdeutlichte Kardinal Burke, dass die Natur der menschlichen Person aus der Einheit von Körper und Seele besteht. Alle unsere Freuden und unser Leid werden geistig und körperlich empfunden. Menschliches Leid nimmt immer eine physikalische und spirituelle Dimension an.

Der hl. Papst Johannes Paul II. war von Jugend an durch Leiden geprägt. Später verfasste er als Papst das Apostolische Schreiben Salvifici Doloris über das Geheimnis des Leidens als ein Mittel, das für die Heiligung der Welt einen unermesslichen Werte hat.

Menschliches Leiden ist eine Einladung, tiefer an der göttlichen Liebe teilzuhaben. 

In der Fastenzeit 2005 schrieb Papst Johannes Paul II. über das große Geschenk des Leidens. Wenn wir es verständen, würden wir uns anders gegenüber unseren kranken Brüdern und Schwestern verhalten. Wir würden ihnen beistehen, in ihnen das Antlitz Jesu Christi sehen und ihnen helfen, sich mit dem Leiden Christi zu vereinigen.

Bereits zu Beginn seiner Rede erwähnte Kardinal Burke die großen Übel unserer Zeit, „in der es sogar legitim erscheint, das Leben selbst zu manipulieren und damit Agenten des Todes zu werden. Zu oft wird der Entschluss einer Mutter damit gerechtfertigt, dass sie frei wählen könne, ob sie ihr Kind austragen will.“ 

Der Oberhirte sprach von einer künstlichen Generation, in welcher Menschen während ihrer embryonalen Entwicklung zerstört werden, damit man Unfruchtbarkeit therapieren kann bzw. Krankheiten heilen. Unter sie zählt nicht zuletzt die sog. „mercy-killing“ (Euthanasie), wenn die Lebensqualität von Schwerkranken oder Behinderten beeinträchtigt ist.

Unsere Zeit definiert Ehe und Familie neu, um eine gleichgeschlechtliche Verbindung zu rechtfertigen. Dazu kommt die sogenannte Gender-Theorie, welche im Namen der Toleranz erlaubt sei. Man redet von alternativen Formen der menschlichen Sexualität, ganz so, als ob die von unserem Schöpfer und Erlöser beabsichtigte Form der Sexualität nicht existieren würde und die in unsere Herzen geschriebene Wahrheit austauschbar wäre.

Bereist Papst Benedikt sprach, von der „Tyrannei des Mammons, der die Menschheit verhindert“ und „von einem fatalen Missverständnis der Freiheit, welche diese letztendlich zerstört“.

“Man lebt so, als ob Gott nicht existiert“, zitierte Kardinal Burke den hl. Papst Johannes Paul II.

„Diese Manifestationen der Sünde haben ihre Wurzeln im Stolz. Wir erkennen Gott nicht mehr als unseren Schöpfer an, dessen Sohn uns nach dem Sündenfall von Adam und Eva erlöst hat. Dies sind Anzeichen einer Torheit.

Man ist der Ansicht, man könne Freiheit auf einem anderen Weg als durch Gottes Willen erlangen. Wir erkennen nicht, dass wir uns versklaven, wenn wir unsere Freiheit und das Glück in anderen Werten wie Alkohol, Eßlust, sexuellem Missbrauch, Drogen, Pornographie usw. suchen. Letztendlich zerstört uns diese kulturelle Sucht.“

Um diesen erschreckenden Herausforderungen einer „Kultur des Todes“ entgegenzutragen, verwies Kardinal Burke am Ende seines Vortrages auf die Fürsprache der Gottesmutter.

Unter den Zuhörern befand sich der Dekan der medizinischen Fakultät der Universität von Arizona sowie viele Ärzte und Priester, die an diesem Samstag einen weiten Weg auf sich nahmen und bis aus Tucson oder Falstaff anreisten, um Kardinal Burke anzuhören.

Die Ärzte-Gilde in Phoenix ist sehr aktiv und lädt jeden Monat zu verschiedenen Gesprächen oder Exerzitien ein. Oft weilt Bischof Olmsted unter ihnen, denn die Diözese Phoenix hat ein besonderes Verhältnis zu ihren katholischen Ärzten, weil 1987 Johannes Paul II. die damalige St. Josefs-Klinik besucht hatte. Es war das einzige Krankenhaus, dass der Papst in USA auf einer seiner Pastoralreisen aufsuchte.

Unsere Autorin Dr. med. Edith Breburda ist eine versierte Bioethik-Expertin; sie lebt in den USA und veröffentlichte mehrere medizinethische Sachbücher, zuletzt „Gentopia“: https://charismatismus.wordpress.com/2019/08/29/unser-boethischer-buch-tip-gentopia-das-gelobte-land-von-dr-e-breburda/


Philippinen: Oberstes Gericht gegen Homo-Ehe

Der katholische Bischof Ruperto Santos von Balanga erklärt zum Urteil des Obersten Gerichtshofs vom 3. September, das eine umstrittene Petition zur Legalisierung der gleichgeschlechtlichen Ehe abwies:

„Mit der Entscheidung, die gleichgeschlechtliche Ehe nicht zu legalisieren, bestätigten unsere Richter, was richtig ist, und bekräftigten die natürliche und ethische Form der Ehe. Dass es keine Ehen zwischen gleichgeschlechtlichen Personen geben soll, stärkt die Heiligkeit der Ehe und die Stabilität der Familie auf den Philippinen.“

Mehrere andere philippinische Bischöfe äußerten sich zu dem Urteil und bekräftigt, dass die Beziehungen zwischen Personen gleichen Geschlechts weder mit einer religiösen noch mit einer bürgerlichen Ehe legalisiert werden sollten.

Bischof Arturo Bastes von Sorsogon bezeichnete den Vorstoß als „unmoralisch“ und lobte den Obersten Gerichtshof für die Verteidigung der „wahren Natur der Ehe“.

Quelle: Fidesdienst

 

 


Martin Hohmann zum „Anne Will“-Talk: Die Grünen sind keine bürgerliche Partei

Erklärung des AfD-Bundestagsabgeordneten Martin Hohmann:

In der Sendung „Anne Will“ vom 1.9.2019 sprach unser Partei- und Bundestagsfraktionsvorsitzender Dr. Alexander Gauland den Grünen ab, eine bürgerliche Partei zu sein. Recht hat er.

Wie bei vielen anderen Themen (sog. Energiewende, „Flüchtlings“-Politik, Dieselfahrverbote) sind wir von der AfD die einzige echte Alternative zu den grünen Zeitgeistadvokaten- und Vollstreckern.

Ein Paradebeispiel ist die Familienpolitik. Sie ist das Kernstück jeder bürgerlichen Partei. Die AfD steht ohne Wenn und Aber zur Familie.

„Ehe und Familie garantieren als Keimzellen der bürgerlichen Gesellschaft den über Generationen gewachsenen gesellschaftlichen Zusammenhalt und genießen daher zu Recht den besonderen Schutz des Staates“, so das AfD-Grundsatzprogramm.

Mit Liebe im Schutz der Familie erzogene Kinder sind das Fundament für die Zukunftsfähigkeit unseres Volkes.

Ganz anders die Grünen. Gender-Ideologie, Ehe für Alle und die Zwangsfrühsexualisierung unserer Kinder sind typische Ziele grüner Politik. Sie zielt letztendlich darauf ab, die Forderung von Karl Marx nach „Aufhebung der Familie“ aus dem kommunistischen Manifest von 1849 nunmehr erfolgreich umzusetzen.

Wer eine solche Politik unterstützt, wie es der CDU-Kultusminister Lorz mit seinem Sexualkundelehrplan („Wertschätzende Akzeptanz“ sollen die Lehrer den Schülern für Lesben, Schwule, Bisexuelle, trans- und intersexuelle Menschen beibringen) von 2016 getan hat, macht sich mitschuldig.

Die hessische CDU hat ihre ethisch-moralische Grundlage durch das Bündnis mit den Grünen dem Machterhalt geopfert. Ein Vorbild für die sächsische CDU?

Gemälde: Evita Gründler


GOTT hat uns zur Heiligkeit berufen!

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche: 1 Thess 4,1-8:

Brüder, wir bitten und ermahnen euch im Namen Jesu, des HERRN: Ihr habt von uns gelernt, wie ihr leben müsst, um Gott zu gefallen, und ihr lebt auch so; werdet darin noch vollkommener!
Ihr wisst ja, welche Ermahnungen wir euch im Auftrag Jesu, des HERRN, gegeben haben.
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Das ist es, was Gott will: eure Heiligung.
Das bedeutet, dass ihr die Unzucht meidet, dass jeder von euch lernt, mit seiner Frau in heiliger und achtungsvoller Weise zu verkehren, nicht in leidenschaftlicher Begierde wie die Heiden, die Gott nicht kennen, und dass keiner seine Rechte überschreitet und seinen Bruder bei Geschäften betrügt, denn all das rächt der HERR, wie wir euch schon früher gesagt und bezeugt haben.
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Denn Gott hat uns nicht dazu berufen, unrein zu leben, sondern heilig zu sein. Wer das verwirft, der verwirft also nicht Menschen, sondern Gott, der euch seinen Heiligen Geist schenkt.