Über 100 Kardinäle und Bischöfe unterstützen den Appell an Papst Franziskus

Petition  für Ehe und Familie mit über 400.000 Unterschriften

 
Die „Ergebene Bitte an Seine Heiligkeit Papst Franziskus über die Zukunft der Familie“ hat inzwischen über 405.000 Unterstützer aus der ganzen Welt gefunden.

Zu den Unterstützern gehören inzwischen 6 Kardinäle, 22 Erzbischöfe und 73 Bischöfe aus 33 Ländern. 

Außerdem wurde die Petition an den Papst von vielen namhaften Persönlichkeiten aus dem öffentlichen Leben unterschrieben.

Im Appell äußern sich die Unterzeichner besorgt über die Angriffe auf die katholische Lehre über Ehe und Sexualethik. Die Aktion wurde im Hinblick auf die Familiensynode im Oktober 2015 organisiert.

Darin wird u.a. bedauert, dass auch aus dem Inneren der Kirche vermehrt Widerspruch zur katholischen Lehre über Ehe und Familie laut wird:

„Tatsächlich konnten wir eine allgemeine Ratlosigkeit feststellen, aufgrund der Möglichkeit, dass im Schoße der Kirche eine Bresche aufgerissen wurde, die eine Duldung des Ehebruchs erlauben würde: Durch die Zulassung zur Eucharistie von geschiedenen – wiederverheirateten Paaren  und die Annahme von homosexuellen Partnerschaften wird ein Zustand erzeugt, der kategorisch verurteilt werden muss, da er im Widerspruch zu den Geboten Gottes und den Gesetzen der Natur steht.“
 .
Quelle: http://mathias-von-gersdorff.blogspot.de/

Ehe und Elternschaft legen das vitale Fundament für unsere Zukunft

Von Prof. Dr. Manfred Spieker

Jede Gesellschaft hat ein vitales Interesse daran, diejenigen privaten Lebensformen besonders zu schützen und zu fördern, welche Leistungen erbringen, die nicht nur für die Beteiligten, sondern auch für die übrigen Gesellschaftsbereiche notwendig sind. Spieker-Foto

Die Leistungen, die Ehe und Familie für die ganze Gesellschaft erbringen, sind die Regeneration der Gesellschaft und die Bildung des Humanvermögens der nächsten Generation.

Aus soziologischer Sicht haben Ehe und Familie deshalb gesellschaftliche Funktionen. Aus ökonomischer Sicht produzieren sie positive externe Effekte. Diese vitalen Funktionen von Ehe und Familie verbieten es, gleichgeschlechtlichen Partnerschaften ehegleiche Rechte einzuräumen.

Eingetragene Lebenspartnerschaften leisten zur Regeneration der Gesellschaft keinen Beitrag. Sie haben weder positive externe Effekte noch gesellschaftliche Funktionen. Es liegt in der Logik der Institutsgarantie für Ehe und Familie, ihnen dann auch nicht den Schutz und die Förderung zukommen zu lassen, die Ehe und Familie genießen.

Irland sorgte für erneute Debatte um die Homo-Ehe

Das irische Referendum vom 22. Mai, bei dem eine Mehrheit von 62 Prozent für die verfassungsrechtliche Gleichstellung homosexueller Verbindungen mit der Ehe votierte, hat den Forderungen nach der Homo-Ehe nun auch hierzulande großen Auftrieb gegeben.

Selbst in CDU und CSU mehren sich die Stimmen, die diese Gleichstellung fordern. Gegenseitige Liebe, Verantwortung und Fürsorge sollen ausreichen, um eine Ehe zu begründen. Gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften die Ehe, die sie jahrzehntelang geschmäht haben, zu verweigern, gilt plötzlich als Diskriminierung.BILD0222

Schon das Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 17. Juli 2002 zum Lebenspartnerschaftsgesetz vom 16. Februar 2001 hatte den bereits vom Gesetzgeber in den Titel des Gesetzes eingefügten Begriff der Diskriminierung übernommen.

Der „Institutsgarantie“ des Artikel 6 I GG, so die Mehrheitsmeinung des Gerichtes, lasse sich kein „Verbot“ entnehmen, „gleichgeschlechtlichen Partnern die Möglichkeit einer rechtlich ähnlich ausgestalteten Partnerschaft zu eröffnen“. Der Gesetzgeber habe mit der eingetragenen Lebenspartnerschaft „keine Ehe mit falschem Etikett (…), sondern ein Aliud zur Ehe“ geschaffen, also etwas anderes.

Die Senatsmehrheit versäumte es jedoch, nach den Gründen für den Schutz und die Privilegierung von Ehe und Familie im Grundgesetz zu fragen. Sie hätte prüfen müssen, so die Richterin Haas in ihrer abweichenden Meinung, „ob die Rechtsform der eingetragenen Lebenspartnerschaft einen Regelungsgehalt aufweist, der mit dem des Instituts der Ehe vergleichbar ist“.

Ein solcher Regelungsgehalt liegt nicht vor, da die eingetragene Lebenspartnerschaft, so Haas, nicht auf ein eigenes Kind hin angelegt ist, nicht zu Elternverantwortlichkeit führt und keinen Beitrag für die Zukunftsfähigkeit von Staat und Gesellschaft erbringt.

Schutz der Ehe zielt auf die Familie

Der verfassungsrechtliche Schutz der Ehe hat seine Wurzel in der Finalität der Ehe, das heißt in der für sie charakteristischen prinzipiellen Ausrichtung auf die Familie. Der wesentliche Unterschied zwischen gleichgeschlechtlicher Lebenspartnerschaft und Ehe besteht darin, daß ersterer die Potentialität für die Zeugung und Erziehung von Nachwuchs fehlt. BILD0289

In seiner Entscheidung vom 7. Juli 2009 befaßte sich der erste Senat des Bundesverfassungsgerichts mit einer Verfassungsbeschwerde wegen der Ungleichbehandlung von Ehe und eingetragener Lebenspartnerschaft im Hinblick auf die betriebliche Hinterbliebenenversorgung für Arbeitnehmer des öffentlichen Dienstes.

Er hielt eine solche Ungleichbehandlung für unvereinbar mit dem Gleichheitsgrundsatz des Artikel 3 I GG. Sie stelle eine Diskriminierung der eingetragenen Lebenspartner aufgrund ihrer „sexuellen Orientierung“ dar.

Das Bundesverfassungsgericht ignorierte in dieser Entscheidung wie schon in seinem Urteil von 2002 den Grund der Privilegierung von Ehe und Familie in Artikel 6 I GG, nämlich den Beitrag zur Regeneration der Gesellschaft und zur Bildung des Humanvermögens der nächsten Generation. Es band die Privilegierung der Ehe an die „heterosexuelle“ Orientierung der Eheleute, um so eine Diskriminierung der Menschen mit homosexueller Orientierung zu konstruieren.

Es versuchte, seine sachfremde Argumentation dadurch abzusichern, daß es der kinderlosen Ehe eine Bedeutung beimaß, die ihr nicht zukommt, und dadurch, daß es gleichzeitig behauptete, „in zahlreichen eingetragenen Lebenspartnerschaften leben Kinder, insbesondere in solchen von Frauen“.

Gleichstellungsideologie ist lebensfeindlich

Wie kühn diese Behauptungen waren, zeigen alle Daten zu Kindern in sogenannten Regenbogenfamilien. Belastbare Zahlen existieren zwar nicht, aber selbst die höheren Schätzungen liegen im Bereich von einem Promille.

Der Tatsache, daß der Normalfall einer Ehe nicht die kinderlose, sondern die zu einer Familie führende beziehungsweise mit ihr verbundene Ehe ist, schenkte das Gericht ebensowenig Beachtung wie der Tatsache, daß eine eingetragene Lebenspartnerschaft von sich aus nie auf Kinder angelegt ist. BILD0235

Die Gleichstellung eingetragener Lebenspartnerschaften mit der Ehe ist generationenblind und lebensfeindlich. Sie setzt einen Paradigmenwechsel voraus hin zur gegenseitigen Beistandspflicht oder zur sexuellen Orientierung, die als Legitimationsgrund für die Privilegierung von Ehe und Familie jedoch unzureichend sind. Alle Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen entstammen der Zeugung durch ein Paar mit heterosexuellem Verhalten.

Kindeswohl sollte Vorrang haben

Dagegen wird eingewandt, gleichgeschlechtliche Lebenspartner seien durchaus in der Lage, mittels Adoption, In-Vitro-Fertilisation, Ei- und Samenspende sowie Leihmutterschaft einen Beitrag zur Reproduktion der Gesellschaft und zur Bildung des Humanvermögens künftiger Generationen zu leisten.

Aber auch adoptierte Kinder sind Kinder, die aus heterosexuellen Beziehungen hervorgehen. Wenn dem Kindeswohl Vorrang vor der Befriedigung von Bedürfnissen oder Wünschen eingetragener Lebenspartner eingeräumt wird, verbietet sich dieser Ausweg, ganz abgesehen davon, daß auch er den Promillebereich nicht überschreitet.DSC07339

Kinder sind kein Dekor und kein Besitz eingetragener Lebenspartner. Dies gilt selbstverständlich für die natürlichen Eltern nicht weniger. Kinder sind eigene Personen und haben Anspruch auf den Schutz ihrer Würde und ihrer Entfaltungsmöglichkeiten. Die Optimierung dieser Entfaltungsmöglichkeiten erfordert Erzieher beiderlei Geschlechts.

Es gäbe keine Hinweise, so der baden-württembergische Ministerpräsident Kretschmann in seinem Bundesratsplädoyer für die Homo-Ehe, daß gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften Kinder schlechter erziehen könnten als Ehepaare. Doch: diese Hinweise gibt es.

Douglas W. Allen hat in einer breiten Untersuchung in Kanada nachgewiesen, daß die Chancen von Kindern aus gleichgeschlechtlichen Haushalten, einen College-Abschluß zu erreichen, deutlich geringer sind als die von Kindern aus heterosexuellen Haushalten. Rund 35 Prozent erreichen den College-Abschluß nicht, bei Mädchen aus schwulen Haushalten sind es gar 85 Prozent (High school graduation rates among children of same-sex households, in: Revue of Economics of the household, 2013, 11: 635-658).

Einen Anspruch auf Erzieher beiderlei Geschlechts – „mixed (male and female) staff“ – hat der Europarat 1995 deshalb auch in die damals diskutierte Charta der Rechte von Waisenkindern aufgenommen. Das Kindschaftsreformgesetz von 1997 geht ebenfalls davon aus, daß Kinder zu ihrer gedeihlichen Entwicklung Mutter und Vater benötigen. Es hat deshalb den Paragraphen 1626 BGB um einen Absatz 3 ergänzt: „Zum Wohl des Kindes gehört in der Regel der Umgang mit beiden Elternteilen.“

Prof. em. Dr. Manfred Spieker lehrte Christliche Sozialwissenschaften an der Universität Osnabrück

Erstveröffentlichung dieses Beitrags in der Wochenzeitung “Junge Freiheit” (Nr. 31-32/2015) – online: http://www.jungefreiheit.de

Kritische Stellungnahme von Prof. Spieker zum grün-roten “Bildungsplan” und staatlicher Frühsexualisierung von Kindern: https://charismatismus.wordpress.com/2015/07/12/sozialethiker-prof-dr-manfred-spieker-kritisiert-gruen-roten-aktionsplan/

Gemälde-Fotos: Evita Gründler


Staatsrechtler Prof. Dr. Udo Di Fabio gegen Einführung der “Homo-Ehe”

“Bestimmte Unterscheidungen sind notwendig”

Der frühere Bundesverfassungsrichter Prof. Udo Di Fabio hat sich gegen die Gleichstellung homosexueller Partnerschaften mit der Ehe ausgesprochen. Er rät Karlsruhe davon ab, eine Entscheidung zugunsten der sog. „Homo-Ehe“ zu treffen.

Der katholische Staatsrechtslehrer sagte der Tageszeitung „Rheinische Post“ vom 25. Juli, man solle nicht jede Unterscheidung  –  etwa die zwischen der Ehe von Mann und Frau und gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften  –  unter Diskriminierungsverdacht stellen: „Bestimmte Unterscheidungen, etwa die zwischen Staatsbürgern und Ausländern, sind notwendig, sonst kann ein Staat nicht funktionieren.“

Prof. Di Fabio weiter: „Das Grundgesetz prämiert Gemeinschaften wie die Ehe oder auch Gewerkschaften, Kirchen oder politische Parteien, weil sie wichtig sind für die Gesellschaft.“ 

Quelle: http://www.idea.de


Kardinal Gerhard Müller über die Beichte

“Vor Gott sind wir alle arm – und reich zugleich!”

Das amtliche Portal der Erzdiözese Wien veröffentlichte am 15. Juli 2015 ein Interview mit Glaubenspräfekt Gerhard Müller (siehe Foto), in dem sich der Kurienkardinal zu grundsätzlichen und aktuellen kirchlichen Themen äußert.

Der Präfekt der vatikanischen Glaubenskongregation und frühere Bischof von Regensburg weist darauf hin, daß wir Christen als Sünder und als Begnadete vor dem Höchsten zugleich arm und reich sind: AL-0004

“Vor Gott sind wir alle arm, wenn wir bekennen, nichts aus uns selbst heraus zu vermögen.

Und zugleich sind wir vor Gott alle reich, wenn wir begreifen, dass wir von ihm alles empfangen haben, unser Sein und Leben, die Fähigkeit zu lieben und zu schenken, Verantwortung für andere zu übernehmen – und nicht zuletzt die Hoffnung auf die Vollendung in Gott.”

Durch den Sündenfall unserer Ureltern sei, so Müller, “die Harmonie der Schöpfung schwer gestört” worden, was sich in der “Zerrissenheit unserer Herzen” zeige:

“Aber die Erbsünde ist durch die Taufe getilgt, die noch bleibende Neigung zur Sünde kann von uns mit der Hilfe der Gnade überwunden werden.”

“Kraft durch Gottes Wort, Gebet und Sakramente”

Hinsichtlich der Ehe erklärt der Kardinal, der sich bekanntlich sehr engagiert für die überlieferte kirchliche Lehre zu Ehe und Familie einsetzt:
BILD0289

“Schwierigkeiten im Zusammenleben lösen sich nicht von selbst. Aber aus dem Wort Gottes, aus Gebet und Sakramenten dürfen wir immer neu die Kraft schöpfen, sie zu überwinden. Auf diese Weise wächst in uns die Gabe der Beharrlichkeit, des Durchhaltens in den schweren Stunden und auch des Leidens – miteinander, bisweilen wohl auch aneinander.

Ich denke hier an die tiefe Aussage im feierlichen Trauungssegen: „Wo Mann und Frau in Liebe zueinander stehen und füreinander sorgen, einander ertragen und verzeihen, wird deine (Gottes) Treue zu uns sichtbar.“ 

So kann eine gemeinsame Lebensgeschichte ein Weg des Reifens in der Liebe werden, und wir werden immer mehr dem gekreuzigten und auferstandenen Herrn gleichgestaltet.”

“So leben, wie es dem Heilswillen Gottes entspricht”

Auf die Frage, was es bedeute, daß das Buß-Sakrament faktisch verdunstet und dass gleichzeitig die Kommunion fast selbstverständlich geworden” sei, erklärt der oberste Glaubenshüter der Kirche, daß wir den Leib des HERRN geistlich fruchtbar nur dann empfangen können, “wenn unser Leben mit diesem Akt nicht im Widerspruch steht.”

Der Kardinal weist sodann darauf hin: “Christus hat den Aposteln und ihren Nachfolgern, den Bischöfen und PrBILD0191iestern, die Vollmacht gegeben, Sünden zu vergeben.”  – Die Beichte schenke neben dem Sündennachlaß zugleich die Kraft des Heiligen Geistes, “um ein Leben zu führen, das immer mehr dem Heilswillen Gottes entspricht.”

Der römische Glaubenspräfekt fügt hinzu:

“Wir können und müssen uns vor Gott nicht selber rechtfertigen, indem wir uns auf die eigenen Verdienste berufen oder unsere Sünden bagatellisieren. Gott ist es, der uns durch die Lebenshingabe seines Sohnes am Kreuz rechtfertigt.

Wir gewinnen Anteil an seiner Auferstehung, wenn wir im Bußsakrament mit seiner Gnade einen neuen Anfang machen dürfen. Wir Bischöfe und Priester dürfen nicht aufhören, den Menschen diesen Dienst der Vergebung anzubieten.”

Er betont abschließend, daß gerade die Beichte zur “Frohen Botschaft Christi” gehöre, “die mir durch den Mund des Priesters zugesagt wird: „Mein Sohn, meine Tochter, deine Sünden sind dir vergeben. Geh hin und sündige nicht mehr –  und folge mir nach!“

Fotos: Bistum Regensburg (1), Evita Gründler (2,3)


Im Vorfeld der Familiensynode: Warum Kardinal Marx jetzt die Notbremse zieht

Mathias von Gersdorff

Die “Katholische Nachrichtenagentur” (KNA) berichtete am 10. Juli 2015 knapp vom diesjährigen Sommerempfang des Erzbistums München und Freising.  0653a-bildungsplan-demo-1-2-1448b12b252812529

In seiner Rede ging Reinhard Kardinal Marx, Erzbischof der Diözese und Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, auch auf die kommende Familiensynode im Oktober 2015 in Rom ein.

Laut KNA erklärte er: Es werde “nicht einfach und ein langer Weg sein, zu den Themen Ehe, Familie und Sexualität etwas global Verbindliches zu sagen”.  Mit dieser Aussage wolle Kardinal Marx die „Erwartungen an die Familiensynode dämpfen“, schrieb KNA dazu.

Gemeint sind die Erwartungen reformkatholischer Gruppierungen, wie etwa des „Zentralkomitees der deutschen Katholiken“ (ZdK), von „Wir sind Kirche“ oder Verbänden wie dem „Katholischen Deutschen Frauenbund“ (KDFB).

Wenn das tatsächlich die Absicht des Münchner Kardinals ist, so haben wir es mit einer wichtigen Änderung der Strategie des deutschen Linkskatholizismus hinsichtlich der Familiensynode in Rom und der Familienpastoral generell zu tun; dieser stellte sich nämlich im Vorjahr noch ganz hinter die liberalen Vorstellungen von Kardinal Walter Kasper zur Zulassung von wiederverheirateten Geschiedenen zur Kommunion. Vat_Flagge

Doch die Reformkatholiken, wie sie sich selber nennen, wollten eigentlich viel mehr und begannen rasch, radikalere Forderungen zu stellen: Anerkennung außerehelicher Beziehungen, Neubewertung der Homosexualität, moralische Unbedenklichkeit von künstlichen Verhütungsmitteln usw. Ihrer Ansicht nach soll die katholische Sexualmoral letzlich der sexuellen Revolution der 1968er angeglichen werden.

Dass deutsche Laienverbände solch bizarre Forderungen stellen, ist längst bekannt. Neu ist aber, dass im Vorfeld der Familiensynode auch deutsche Bischöfe vehement und lautstark derartige Vorstellungen hinsichtlich Ehe, Sexualmoral und Homosexualität in der Öffentlichkeit verteidigten.

Ein weiterer wichtiger Punkt: Die Delegation der Dt. Bischofskonferenz für die Synode in Rom besteht ausschließlich aus Liberalen: Kardinal Reinhard Marx, der ernannte Erzbischof von Berlin, Heiner Koch  –  und der Bischof von Osnabrück, Franz-Josef Bode. Diese Delegation ist  –  was die Themen Ehe und Familie angeht  – keineswegs repräsentativ für den deutschen Episkopat. Radio Vatikan

Aufgrund dieser Tatsache sah wohl der Linkskatholizismus hierzulande die Zeit gekommen, endlich ihre unorthodoxen Ansichten zur Sexualität in der Weltkirche durchzusetzen. Sie wollten die Familiensynode schlicht missbrauchen, um Fakten zu schaffen.

Je näher der Beginn der Synode heranrückt, desto respektloser wurden deshalb die Forderungen von ZdK & Co.: Segnungen von homosexuellen Partnerschaften, von wilden Ehen und von zivilen Zweitehen. Jeder konnte sehen, dass diesen Gruppen das katholische Lehramt gleichgültig ist.

Afrikanische Bischofskonferenz kritisiert deutsche Delegation

Kein Wunder, dass in Deutschland der Widerstand gegen diese Linie immer stärker wurde. Insbesondere Bischof Stefan Oster übte harsche Kritik an diesem deutschen Sonderweg.

Doch auch in der Weltkirche wuchs das Entsetzen über die innerkirchlichen Vorgänge in Deutschland. Die afrikanische Bischofskonferenz kündigte sogar Widerstand gegen die deutsche Delegation an, sollten sie ihre Linie in der Synode vertreten.1b5b8-cardinal_robert_sarah

Zudem ist jedem bekannt, in welcher Krise das Glaubensleben in Deutschland steckt. Die anmaßenden Positionen jener deutschen Bischöfe wurden zunehmend als Arroganz einer materiell reichen, aber ansonsten armseligen Kirche empfunden.

FOTO: Der afrikanische Kurien-Kardinal Sarah vertritt eine theologisch konservative Position zur Familiensynode

In diesem Kontext schien ein Erfolg der deutschen Positionen hinsichtlich Sexualität, Ehe und Familie in der Synode immer unwahrscheinlicher.

Sollten Marx & Co. in Rom scheitern, wird die Enttäuschung im linkskatholischen Lager groß sein. Damit es nicht zu den üblichen pöbelhaften Protesten kommt, dämpft nun Kardinal Marx die Erwartungen von vornherein. Er hofft, dass sich ZdK, „Wir sind Kirche“ usw. zusammenreißen.

Eine allgemeine Entwarnung ist aber nicht angebracht: Marx, Bode und Koch haben recht deutlich gemacht, dass sie sich die Liberalisierung bzw. die Schleifung der Sexualmoral wünschen. Aus Überzeugung hat Kardinal Marx also nicht gesprochen; seine jüngsten Äußerungen sind bloße Taktik.

Unser Autor Mathias von Gersdorff leitet die Frankfurter Aktion “Kinder in Gefahr” und die Webseite “Kultur und Medien online”


Über die “passenden” Methoden zugunsten einer raschen “Ehe für alle”

Satire von Dr. David Bergerpressefotoberger11

Ganz viele Länder haben sie schon: Die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare. Zuletzt hat der Oberste Gerichtshof der USA beschlossen, dass das Recht auf Ehe in keinem der Bundesstaaten Schwulen und Lesben verweigert werden darf.

Nur in Deutschland scheint alles ins Stocken geraten, sind Homosexuelle in diesem Punkt noch nicht komplett mit Heterosexuellen gleich gestellt. Was können wir daran ändern? Eine Satire von David Berger

Acht Vorgehensweisen, wie wir das möglichst rasch und unkompliziert ändern können:

1.) Äußert sich ein Kritiker der „Ehe für alle“ öffentlich zu dem Thema, werden wir in den sozialen Netzwerken möglichst heftig ausfallend, beschimpfen ihn zum Beispiel als geisteskrank oder Nazi, der kein Recht habe sich zu der Sache zu äußern. Zu der Sache, über die man generell nicht mehr zu diskutieren bereit sei, alles sei doch schon gesagt. Schon als Kinder haben wir gelernt, dass Bockigkeit und „Blöde-Sau“-Rufe unsere Eltern und Lehrer besonders rasch überzeugen, unseren Wünschen nachzukommen. Und auch bei Politikern ist das der beste Weg, damit sie ihre Positionen doch noch einmal überdenken. DSC_1185-3

2.) Wir zeigen, wie schlecht es Homosexuellen in Deutschland geht – indem wir ihren tragischen Leidensweg in unserer Gesellschaft  zum Beispiel mit Juden im Dritten Reich oder mit Schwarzen in Zeiten der Apartheit vergleichen. So ein unübertriebener, sachlicher Blick auf die Realitäten, den alle werden nachvollziehen können, bewegt die Gesamtgesellschaft nachhaltig. 

3.) Wir drohen mit Gewalt, sollte es nicht umgehend zu einer Öffnung der Ehe kommen: „Ehe für alle, sonst gibt’s Krawalle!“ Wenn auch nur verbal gewalttätigen Menschen nimmt man leichter ab, dass es ihnen nur darum geht, der Liebe Recht zu verschaffen.

4.) Wir arbeiten nur mit Parteien zusammen, die an der gegenwärtigen Situation etwas ändern können. Also SPD und Linken. Bei diesen Parteien ist auch davon auszugehen, dass sie den nächsten Kanzler stellen und spätestens dann die Ehe für alle öffnen. Eine Zusammenarbeit mit den Unionsparteien, besonders mit den Schwulen und Lesben in der Union (LSU), verteufeln wir. Denn diese Parteien haben sowieso nichts zu melden

5.) Wir sagen ganz offen, dass wir die Öffnung der Ehe eigentlich nur wollen, um damit die Ehe als verhasste, spießige und „heteronormative“ Institution letztlich abzuschaffen. Das überzeugt besonders die Menschen, die sich wegen ihrer Sorge um die klassische Ehe und Familie, einer Eheöffnung entgegenstellen. 

Grafik: PI-News

Grafik: PI-News

6.) Wir verharmlosen Kindesmissbrauch und Pädophilie, indem wir auf den Christopher Street Days und beim „Bund lesbischer und schwuler Journalisten“  Preise vergeben, die nach bekannten Autoren benannt sind, deren Werk pädophile Straftaten genüsslich verherrlicht. So etwas ist perfekt geeignet, um auch das unangenehme Bauchgefühl zu beruhigen, dass viele Menschen beim gleichgestellten Adoptionsrecht für Homosexuelle haben.

7.) Jemanden, der die Ehe ablehnt und Pädophilie verharmlost, machen wir zum Sprecher einer Initiative der „Ehe für alle“. So können wir sicherstellen, dass die “größte konzertierte Aktion der LGBT-Geschichte” auch außerhalb unserer Ghetto-Medien entsprechend wahrgenommen und gewürdigt wird.

8.) Auf öffentlichen Homo-Kundgebungen wie CSD und Pride-Paraden treten wir möglichst angemessen auf. Zwei Lesben, die sich barbusig gegenseitig mit einem großen Dildo auf einem CSD-Wagen befriedigen oder Schwule, die einander wie Hunde an der Leine führen und sich auspeitschen, erreichen in positiver Weise genau das Publikum, das sich noch nicht so recht mit einer „Homo-Ehe“ anfreunden kann. Welcher Konservative, der nach solchen Bildern nicht umgehend unsere Anliegen mit all seinen Kräften unterstützen wird?

Quelle: http://www.theeuropean.de/david-berger/10376-homosexuelle-und-ihr-kampf-um-die-ehe

http://www.gaystream.info/#!8-Methoden-mit-denen-wir-m%C3%B6glichst-rasch-zu-einer-%C3%96ffnung-der-Ehe-f%C3%BCr-Schwule-und-Lesben-kommen/cjds/559bb58d0cf23c3562fc6154


Causa “Homo-Ehe”: Bekenntnisbewegte KSBB widerspricht dem EKD-Chef

Die evangelische “Kirchliche Sammlung um Bibel und Bekenntnis in Bayern” (KSBB) wendet sich in einer Pressemeldung gegen Äußerungen des EKD-Vorsitzenden, Landesbischof Bedford-Strohm, der sich für eine Öffnung der “Ehe für alle” aussprach und sich hierbei auf die “Goldene Regel” (Was Du willst, das die anderen dir tun, das tue auch ihnen) berief.

Dem widerspricht der theologisch konservative, evangelikale KSBB-Verband folgendermaßen: b (8) - Kopie

Vier Thesen der KSBB zur Behauptung des EKD-Ratsvorsitzenden, das zentrale biblische Gebot der Goldenen Regel gebiete eine Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Partnerschaften.

1.) Die Nutzung der Goldenen Regel als Aufruf zum Bruch der Gebote ist ein Missbrauch.

1.1) Jesus fasst das Gesetz und die Propheten nicht in der Goldenen Regel, sondern im Doppelgebot der Liebe zusammen (Mt 22,37-39).
1.2) Dieses, abgeleitet aus dem Glaubensbekenntnis Israels, stellt über alles die Liebe zu Gott (5 Mo 6,4-7).
1.3) Danach folgt die Liebe zum Nächsten, die der Selbstliebe gleichgestellt ist.
1.4.) Die Liebe zu Gott drückt sich in der Nachfolge Christi aus und diese im Halten der Gebote (Mt 10,38; Joh 14,21).
1.5.) Die Theologie kennt diese Folgerung als usus tertius, den dritten Gebrauch des Gesetzes. Er ist Teil des lutherischen Bekenntnisses, auf das alle Pfarrer und damit Bischöfe, die gemäß der Kirchenverfassung Pfarrer sind, ordiniert sind.
1.6) Wer der opponenten Argumentation folgt, verliert die Nachfolge aus dem Blick.

2.) Die Behauptung, die Ehe verlöre nichts durch eine Öffnung für gleichgeschlechtliche Partnerschaften, irrt in mehrfacher Hinsicht:

2.1) Die Exklusivität der Ehe als Institut zwischen Mann und Frau wird erweitert. Dadurch verliert sie ganz klar an Exklusivität.P1020947
2.2) Zudem kommt es zu einem Verlust der Präzision in der Sprache. Wer Begriffe erweitert, macht sie unbrauchbar. Konsequent angewendet, führt diese rückwärtsgewandte, entdifferenzierende Art des Sprachgebrauchs zum Sprach- und damit zum Kulturverlust.
2.3) Wenn der Begriff „Ehe” sowohl die Verbindung zwischen Mann und Frau, Frau und Frau, Mann und Mann umfasst, wären neue Begriffe nötig, um diese Verbindungen zu diskriminieren (unterscheiden!), denn jede dieser Verbindungen ist offensichtlich ungleich zu den anderen.
2.4) Wer das Argument, die Ehe verlöre nichts, als zentral betrachtet, vergisst, dass es für Christen in erster Linie um die Nachfolge Christi und nicht um den Ehe-Begriff geht. Die Nachfolge und wahrhaftiges Jünger sein jedoch hängen am Wort Gottes (Joh 8,31).

3.) Wer sich auf die opponente Argumentation einlässt, kann, gleich einem Lotto-Spiel, in dem es nur Nieten gibt, nur verlieren.

3.1) Er verliert das Wort Gottes aus dem Auge und damit den, der es gesprochen hat.
3.2) Er verliert eine präzise Sprache. DSC06228
3.3) Er verliert das Institut der Ehe.
3.4) Er verliert die rechte Nachfolge, die Christus über alles eigene Begehren stellen soll (Mt 16,24).
3.5) Er verliert seine Geschwister in Christus, denn er diskriminiert sozial diejenigen, die von Homosexualität betroffen sind, aber enthaltsam Jesus und seinem Wort nachfolgen wollen. Das geschieht auf dem ev. Kirchentag, der diese Christen ausschließt, während Nicht-Christen herzlich willkommen sind.
3.5.1) Er trägt damit zur Spaltung der Gemeinde Christi sichtbar bei. Auch ökumenisch ist die Belastung überdeutlich.
3.5.2) Er redet Sündern ein, ihr Verhalten sei keine Sünde, und gefährdet damit ihre Beziehung zu Jesus und letztlich ihr Heil. Denn Vergebung folgt aus der Sündenerkenntnis, dem Sündenbekenntnis und der Reue des Herzens.

4) Von der Teilnahme an einer solchen Lotterie, die keine Gewinne, aber einen Totalverlust bietet, kann nur abgeraten werden.

Infos über die KSBB: www.ksbb-bayern.de


Folgen

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

Schließe dich 322 Followern an