Der Vatikan droht den vier fragestellenden Kardinälen mit Repressalien

Von Dr. David Berger

Das gab es in dieser Dimension noch nie: Pio Vito Pinto, der Vorsitzender des obersten katholischen Gerichtshofes, der Römischen Rota, hat gleich mehreren Kardinälen angedroht, dass man ihnen die Kardinalswürde entziehen könnte. pressefotoberger11

Der Grund: Sie hatten sich kritisch zu einem dogmatisch tatsächlich höchst zweifelhaften Rundschreiben (Amoris Laetitia) von Papst Franziskus geäußert.

Mit dabei sind – nach den Informationen mehrerer Nachrichtenagenturen – Kardinäle, die unter dem Vorgänger von Papst Franziskus, Papst Benedikt XVI., als besonders lehramtstreu galten, u. a. die deutschen Kardinäle Joachim Meisner (Köln) und Walter Brandmüller, ein international bekannter Kirchenhistoriker und persönlicher Freund Papst Benedikts XVI.

Zusammen mit den Kardinälen Burke (Malta/USA) und Caffarra (Italien) hatten diese Kichenfürsten einen besorgten Brief an Papst Franziskus gerichtet und ihn gebeten, in der umstrittenen Enzklika angedeutete Pläne, nach denen auch wiederverheiratete Geschiedene die Hl. Eucharistie empfangen können, nicht zu verwirklichen.

Nun will man sie offensichtlich mundtot machen, um die der Ehelehre der Kirche widersprechenden Pläne ungestört und unter dem Jubel der kirchenfernen Medien umsetzen zu können. Wie bereits bei den unter Paul VI. durchgeführten Veränderungen der kirchlichen Praxis, zeigt sich nun auch unter Franziskus:

Die sich selbst als Reformer und Liberale verstehenden Kirchenmänner, die die kirchliche Disziplin an wichtigen Stellen auflösen möchten, gehen gegen ihre Kritiker mit schärfsten disziplinarischen Mitteln vor.

Oder wie es der vor kurzem verstorbene Philosoph Walter Hoeres formulierte: Die heftigsten Toleranzprediger sind fast immer die intolerantesten Menschen.

Quelle und vollständiger Text hier: http://philosophia-perennis.com/2016/11/30/vatikan-droht-kardinal-meisner-mit-entzug-der-kardinalswuerde/

Ergänzender Artikel hierzu aus kirchenrechtlicher Sicht: http://www.kathnews.de/kann-der-deken-der-rota-die-kardinalwuerde-entziehen

Weiterer Beitrag über KARDINAL MÜLLER in dieser Causa: http://www.katholisches.info/2016/12/02/glaubenspraefekt-mueller-steigt-zu-amoris-laetitia-in-den-ring-und-spricht-klartext/


Die Attacke von Kardinal Marx gegen Kardinal Pell kann sich als Eigentor erweisen

Mathias von Gersdorff

Großes Staunen gab es über den ersten Absatz des dritten Berichtes der deutschen Sprachgruppe; er lautet:  

„Mit großer Betroffenheit und Trauer haben wir die öffentlichen Äußerungen einzelner Synodenväter zu Personen, Inhalt und Verlauf der Synode wahrgenommen. Dies widerspricht dem Geist des Zusammengehens, dem Geist der Synode und ihren elementaren Regeln. Die gebrauchten Bilder und Vergleiche sind nicht nur undifferenziert und falsch, sondern verletzend. Wir distanzieren uns entschieden.“Leipzig2014f

Das Geheimnis, wer wohl damit gemeint sei, lüftete sich bei der Pressekonferenz am 21. Oktober: Kurdienkardinal George Pell aus Australien. Dieser habe angeblich zwei Fraktionen ausgemacht, die „Kasperianer“ und die „Ratzingerianer“.

FOTO: Unser Autor Mathias v. Gersdorff bei einem Interview auf der Leipziger Buchmesse

Dieser Vorfall im Pressesaal des Vatikans ist wahrlich neu. Zum ersten Mal griff ein Kardinal in solcher Schärfe einen anderen an.

Was den Münchner Erzbischof dazu bewogen hat, ist nicht ganz einfach zu verstehen. Seit Monaten wird diskutiert, inwiefern sich Kardinal Walter Kasper mit seinen Vorschlägen hinsichtlich Kommunion für wiederverheiratete Geschiedene durchsetzen würde. Inzwischen haben 17 Kardinäle und eine noch größere Zahl von Bischöfen und Theologen Stellungnahmen gegen die Thesen Kaspers abgegeben.

Kaspers Vorstöße sind alles andere als neu. Schon 1993 äußerte er sich in diesem Sinne in einem Hirtenbrief, den er zusammen mit Bischof Karl Lehmann und Bischof Oskar Saier verfasst hatte.
per ebay
Damals erhielt Walter Kasper vom Präfekten der Glaubenskongregation, Kardinal Joseph Ratzinger, ein Schreiben, das ihn auf die Irrtümer in seinem Hirtenbrief hinwies. Kasper musste seine Vorschläge zum Umgang mit den wiederverheirateten Geschiedenen zurückziehen. 

Doch Anfang 2014 wiederholte Kardinal Kasper mehr oder weniger dieselben These von 1993. Kein Wunder, dass viele ihm unverbesserliche Hartnäckigkeit vorwerfen. Auf die Einwände, die in der Folge erschienen, ging er nicht ein.

Den Vorwurf des Starrsinns übertragen viele nun auf Kardinal Reinhard Marx. Dieser verhält sich fast wie ein Jünger Kaspers. Auch ihm scheinen die Einwände der Kardinäle, Bischöfe und Theologen gleichgültig zu sein. Ist es unter diesen Umständen wirklich so abwegig, von „Kasperianern“ und „Ratzingerianern“ zu sprechen?

Eigentlich war Kardinal Pells Äußerung noch recht moderat. Man könnte die erwähnten Vorgänge auch als Vergeltungsaktion von Kasper & Co. gegen Ratzingers Theologie interpretieren.

Kardinal Marx unternimmt seit über einem Jahr eine weltweite Propagandakampagne, um Kaspers Thesen in die Kirche einzuführen; doch diese widersprechen der katholischen Ehelehre und Sexualethik – und sie stoßen auf heftigen Widerstand, vor allem in Osteuropa, USA und Afrika. Dadurch beschädigt der Münchner Erzbischof zudem den Ruf der katholischen Kirche in Deutschland. Nun ärgert er sich öffentlich, wenn jemand indirekt auf diesen Umstand aufmerksam macht.

Sollte Kardinal Marx auch nach der Synode weiter auf Biegen und Brechen seine Kasperschen Vorstellungen durchsetzen wollen, wird er wohl noch mehr Widerstand heraufbeschwören.

Unser Autor Mathias von Gersdorff leitet die Aktion „Kinder in Gefahr“ in Frankfurt sowie die Webseite „Kultur und Medien online“

INTERVIEW mit M. von Gersdorff auf Bonifatius-TV über die Synode: http://www.bonifatius.tv/home/interview-mit-mathias-von-gersdorff_5256.aspx

„Zusammenschluß papsttreuer Vereinigungen“ kritisiert deutschsprachigen Synodentext

PRESSEMITTEILUNG zur KNA-Meldung „Deutschsprachige Synoden-Arbeitsgruppe zeigt Weg zur Einigung auf“:

Der hl. Papst Pius X. konnte in seiner Enzyklika „Pascendi Dominici Gregis“ (über die Lehre der Modernisten) noch nicht aufzeigen, auf welchen Wegen und mit welchen hermeneutischen Methoden Modernisten ihre Ziele verdeckt, aber hartnäckig verfolgen. Diese Methoden-Lücke füllt nun die „Deutschsprachige Synodenarbeitsgruppe“ mit ihrem Text, den KNA „dokumentiert“ hat.  
Radio Vatikan

Dieser Text ist ein Paradebeispiel sophistischer Verdrehung von Lüge in Wahrheit, so dass der unkritische Leser den Eindruck gewinnen muß: alles in Ordnung.

So wird etwa auf den KKK (Katechismus der Katholischen Kirche) verwiesen, dazu auf den großen Theologen Thomas von Aquin und sogar auf das Apostolische Schreiben „Familiaris Consortio“ von Johannes Paul II. Teilweise wird sogar daraus zitiert.

Damit soll wohl der Eindruck erweckt werden, dass dieser „Zwischenbericht“ auf der Lehre der Kirche basiert. Schaut man aber genauer hin, erkennt man die „Angelhaken“:

So behauptet der Text, die „Barmherzigkeit Gottes (erschließe) … uns den Grund und das Ziel des gesamten Heilswerkes“ (Jesu Christi). Auf diese Weise stellt der Text die Barmherzigkeit Gottes als seiner Gerechtigkeit übergeordnet hin; denn mit ihr allein macht er uns also gerecht. An dieser Aussage hätte Luther seine helle Freude gehabt.

Keine Rede davon, dass Gott uns seine Barmherzigkeit nicht voraussetzungslos erweist, sondern nur, wenn wir uns bekehren. Doch diese notwendige Bedingung wird von Modernisten grundsätzlich verschwiegen, sie ist nicht gefragt, unerwünscht. flyerstralsund2

Der Text belehrt uns weiter, wir sollten nicht „einseitig deduktive Hermeneutik“ betreiben, weil diese „konkrete(n) Situationen“ nicht gerecht werde. Statt dessen bemüht der Berichterstatter als Beurteilungskriterien „Klugheit und Weisheit“, und verweist hier z.B. auf den hl. Thomas von Aquin.

„Klugheit und Weisheit“ sollen damit also „die Handlung (bestimmen), welche das Ziel der praktischen Vernunft ist“. Darin bestehe die pastorale Aufgabe, die Menschen „seelsorgerisch“ zu begleiten.

Als Demutsgeste  –  Selbstanklage und öffentliche Beichte  –  gesteht man nun ein, dass man bisher zu wenig „biographisch-geschichtlich“ gedacht habe, was insgesamt also dem klassischen Ansatz einer Situationsethik entspricht. Und um dies plausibel erscheinen zu lassen, behauptet der Text nun, dass sich in der katholischen Kirche die „Ehelehre geschichtlich entwickelt und vertieft“ habe.

Und damit dann auch niemand auf die Idee kommt, auf das klare Wort Jesu Christi hinzuweisen: „Was Gott verbunden hat, darf der Mensch nicht trennen“, soll man dies nur ja nicht zitieren, denn man solle den Eindruck vermeiden, die Heilige Schrift würde „nur als Zitationsquelle für dogmatische, juristische oder ethische Überzeugungen“ benutzt. Dagegen sei das „Gesetz des Neuen Bundes … das Werk des Heiligen Geistes im Herzen der Gläubigen“DSC06228

Was aber ist von diesem „Geist“ zu halten, wenn sich die „Gläubigen“ mit ihm gegen den erklärten und geoffenbarten Willen Jesu Christi wenden? Wenn aber, wie im Text behauptet, der Kirche angeblich, gut modernistisch gedacht, „die Sakramentalität der Ehe (erst) ausdrücklich bewusst“ wurde, dann kann man selbstredend den geoffenbarten Willen Gottes verschweigen.

Die Wahrheit ist dagegen der Grundsatz aller theologischen Lehre in der katholischen Kirche, dass sich sämtliche Sakramente auf Worte und Handlungen Jesu oder seiner Apostel berufen können und müssen. Im Gegensatz zur Aussage des Berichttextes – als Redakteur ist hier Kardinal Schönborn zu vermuten – lässt sich sagen, dass die kirchliche Lehre höchstens zur juristischen Präzisierung Zeit brauchte, nicht aber hinsichtlich des Grundprinzips der Unauflöslichkeit der sakramentalen Ehe.

Der Text baut hier also einen unzutreffenden Gegensatz auf, wenn er behauptet, die Kirche stehe „unausweichlich in dem Spannungsfeld zwischen einer notwendigen Klarheit der Lehre von Ehe und Familie einerseits und der konkreten pastoralen Aufgabe andererseits“.

Hier fehlen Überlegungen, warum dieses Thema gerade heute eine besondere Bedeutung gewonnen hat. christus

In Zeiten noch vorhandener Katechese wussten Eheleute aus der kirchlichen Rechtspraxis, dass sie nach Trennung von ihrem Ehepartner und Eingehen weiterer eheähnlicher Verbindungen während dessen Lebenszeit vom Empfang der Sakramente (Beichte und Eucharistie) aufgrund ihres objektiv schwer sündhaften Zustands ausgeschlossen waren. Wirklich pastoral gesinnte Seelsorger haben dies den betroffenen Menschen erklärt und begreiflich zu machen versucht.

Der Ausschluss von den Sakramenten ist in sich notwendig, solange der sündhafte Zustand besteht. Er dient als Anstoß zur Besinnung und zur Umkehr zu Gottes Wort und Willen, vertreten durch die Zehn Gebote und die Morallehre der Kirche.

Der Text erweckt dagegen den Eindruck, dass die „laissez-faire-Barmherzigkeit“ Gottes, verbunden mit der Entscheidung des Pönitenten aufgrund eigener „Gewissensfähigkeit“, diesem den Weg frei gibt mit der Berufung darauf, sich nicht durch die notwendige reuige Umkehr, sondern durch öffentliche Anerkennung seines sündhaften Zustandes ohne Einschränkungen seinen Platz in der Kirche zu sichern. Hier wird die Aussage des Liedes „Eine große Stadt ersteht“ wörtlich genommen, wo es heißt: „Lass herein, die draußen sind“.

Die eigentliche Aufgabe der Pastoral wäre es dagegen, den betroffenen Menschen bewusst zu machen, dass die äußerliche Anerkennung eines Platzes in der Kirche nicht identisch ist mit der absolut notwendigen Übereinstimmung des Lebens nach dem Willen Gottes, greifbar in seinen Geboten und in der Lehre der Kirche. Davon abweichend zu leben, ist und bleibt „Sünde“, die „Bekehrung“ verlangt.

Und da hiervon letztlich das ewige Heil des Menschen bei Gott abhängt, sein eigentliches Ziel, wozu unser Herr Jesus Christus seine Kirche durch sein Kreuz und Leiden gegründet hat, ist die Kirche in ihren „Verwaltern“ verpflichtet, gerade hierauf ihren Schwerpunkt zu legen und nicht mit „Sophisterei“ Menschen in die Irre zu führen.

Wer diesen „Synodenbericht“ genau zur Kenntnis nimmt, kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass sich bei den Teilnehmern der Bischofssynode die Spreu vom Weizen trennt.

Reinhard Dörner, Vorsitzender des Zusammenschlusses papsttreuer Vereinigungen eV
www.papsttreue-vereinigungen.de

Diese Meldung wurde auch von Radio Vatikan auszugsweise veröffentlicht: http://de.radiovaticana.va/news/2015/10/23/deutschland_kritik_an_deutscher_synodengruppe/1181504


Internationales Bündnis bittet den Papst um Bekräftigung der kirchlichen Ehelehre

Die „Assoziatione Supplica Filiale“ (Ergebene Bitte), ein internationales Netzwerk vieler Lebensrechts- und Familien-Organisationen, bittet Papst Franziskus in einer Presseerklärung vom 22. Oktober 2015 um eine feierliche lehramtliche Erklärung, in der die katholische Ehe- und Sexualmoral bestätigt wird. 

Die Organisatoren bitten dringend darum, daß Papst Franziskus in seinem Amt als oberster Glaubenshüter „von der Fülle seiner Autorität als Nachfolger des hl. Petrus Gebrauch macht, um die auf der Synode vorgebrachten Glaubens- und Sittenfragen in vollen Umfang zu klären und dies in eindeutiger, feierlicher und unwiderrufbarer Form: „Roma locuta, causa finita“.“

Diese Bitte an den Papst geschieht aufgrund vieler Aussagen auf der Synode, die eindeutig der katholischen Ehelehre und Sexualethik widersprechen. 

Die Organisatoren der Petition stellen zudem fest, dass viele Synodenväter die Lehre der Kirche offensichtlich nicht mehr vollständig kennen und deshalb Vorschläge unterbreiten, welche der überlieferten Doktrin widersprechen. Selbst „Familiaris consortio“, das letzte umfassende päpstliche Schreiben zum Thema Ehe und Familie, scheint manchen unbekannt zu sein. 

Die „Ergebene Bitte an Seine Heiligkeit Papst Franziskus“ wurde bis Ende September von ca. 790.000 Personen unterschrieben. Diese Unterschriften wurden am 29. September dem Vatikan übergeben.

In den letzten Wochen haben ca. 70.000 weitere Personen unterzeichnet. Diese wurden am 22. Oktober zusammen mit der oben erwähnten Presseerklärung dem Vatikanischen Staatssekretariat übergeben.

Im Appell an den Papst drücken die Unterzeichner ihre Befürchtungen über das Eindringen antikatholischer Prinzipien in die kirchliche Lehre über Ehe und Familie aus:

„Unsere Sorgen basieren auf der Tatsache, dass wir seit Jahrzehnten eine sexuelle Revolution erleben, die von einem Zusammenschluss mächtiger Organisationen, politischer Kräfte und Medien vorangetrieben wird. Sukzessive bedroht diese Revolution die Existenz der Familie, die natürliche Grundeinheit der Gesellschaft. . . . Tatsächlich konnten wir eine allgemeine Ratlosigkeit feststellen aufgrund der Möglichkeit, dass im Schoße der Kirche eine Bresche aufgerissen wurde.“

Glaubenspräfekt Müller: Modernisten in der katholischen Kirche betreiben Spaltung

Mathias von Gersdorff

In einem Gespräch mit der italienischen Tageszeitung „Corriere della Sera“ vom heutigen 13. Oktober 2015 bestätigt Kardinal Gerhard Müller (siehe Foto), dass progressistische Kreise auf der vatikanischen Familiensynode spalterisch wirken. AL-0004

Es gäbe Personen, die offenbar meinen, der Papst sei von Wölfen umzingelt. Damit bezog sich der Chef der römischen Glaubenskongregation auf den linken italienischen Vatikanisten Marco Politi, ohne ihn ausdrücklich zu nennen. Er ist Autor des Buches „Franziskus unter Wölfen“. In Deutschland trägt das Buch den Untertitel „Der Papst und seine Feinde“.

Aus Sicht von Politi ist der vatikanische Glaubenshüter einer der wichtigsten „Wölfe“ um den Papst. Auf einer Buchpräsentation in Frankfurt erwähnte der Autor ihn ausdrücklich. Ein weiterer prominenter „Papstgegner“ laut Politi ist der US-amerikanische Kardinal Raymond Burke. Kurienkardinal Müller kritisierte den Begriff „Wölfe“ als „aggressiv“.

Kardinal Müller beanstandet ein „neues Vatileaks“

Im Gespräch mit dem „Corriere“ äußert sich der Präfekt der Glaubenskongregation auch zum Brief etlicher Kardinäle an den Papst, in dem kritisch auf die Arbeitsweise der laufenden Synode hingewiesen wird. Speziell wird bemängelt, dass Manipulationen und ein einseitiger Schlussbericht möglich seien.

Kardinal Müller ist der Ansicht, dass dieser private Brief an den Papst, der nicht zur Veröffentlichung vorgesehen war, von Personen an die Medien übermittelt wurde, die Spaltungen provozieren wollen. Er könne sich nicht erklären, wie das Schreiben aus dem Sekretariat des Papstes an die Öffentlichkeit gelangte. Es handle sich um ein neues „Vatileaks“, kritisierte Müller.

Zum immer wieder genannten Kontrast zwischen Barmherzigkeit und Doktrin erklärte der Kardinal: „Die Orthodoxie muss in der Pastoral realisiert werden. Es gibt keine Pastoral ohne Doktrin: Diese ist die Lehre Christi, keine akademische Doktrin von Theologen.“

Unser Autor Mathias von Gersdorff leitet die Aktion „Kinder in Gefahr“ in Frankfurt; zudem veröffentlicht er aktuelle kirchenpolitische Kommentare auf seiner Webseite: http://mathias-von-gersdorff.blogspot.de/

Foto: Bistum Regensburg


Kardinal Reinhard Marx kritisiert „pflichtschuldig“ das umstrittene ZdK-Papier

Mathias von Gersdorff

Nachdem Bischof Stefan Oster von Passau schon am 11. Mai 2015 das Positionspapier des „Zentralkomitees der deutschen Katholiken“ kritisierte, hat nun auch Kardinal Reinhard Marx, Vorsitzender der Dt. Bischofskonferenz, das Papier am 15. Mai 2015 gerügt: 0653a-bildungsplan-demo-1-2-1448b12b252812529

„Das Dokument enthält aber auch einige Forderungen, die theologisch so nicht akzeptabel sind. Die Forderung nach einer Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften und einer zweiten kirchlich nicht anerkannten Ehe ist mit Lehre und Tradition der Kirche nicht vereinbar.“

Kardinal Marx, der im Weltepiskopat zum liberalen Flügel zählt, hat die Notbremse gezogen. Die katholische Kirche Deutschlands ist ihren Positionen hinsichtlich der Familiensynode im Herbst 2015 gegenwärtig völlig isoliert. Keine Delegation außer der deutschen unterstützt geschlossen die Ideen Kardinal Kaspers bezüglich der Zulassung geschiedener Wiederverheirateter zum Tisch des Herrn.

Aus allen Ecken der Welt hebt sich Kritik am deutschen Sonderweg.

Zuletzt stellte Kardinal George Pell in einer Rede am 9. Mai 2015 fest, die Familiensynode könne die Lehre über die Ehe und die Familie nicht ändern.In Rom wurde diese Klarstellung als Warnschuss an Deutschland gewertet. Die maßlosen Forderungen des offiziösen Laiengremiums zwangen nun Kardinal Marx, die Notbremse zu ziehen. 

Die Begeisterung im romtreuen Lager über die neue Pressemitteilung von Kardinal Marx dürfte sich in Grenzen halten, denn in seiner Stellungnahme fügte er hinzu: „Beide Themen (Segnung von nicht-ehelichen Partnerschaften, vorbehaltlosen Akzeptanz‘ des Zusammenlebens in festen gleichgeschlechtlichen Partnerschaften) bedürfen einer weiteren theologischen Klärung und nicht vorschneller, plakativer Forderungen.“

Offenbar will sich der Münchner Oberhirte alle Optionen offenhalten.

Unser Autor Mathias v. Gersdorff leitet die Frankfurter Aktion „Kinder in Gefahr“ und die Webseite „Kultur und Medien online“

Kardinal Burke äußert sich zur Familiensynode und zur katholischen Ehelehre

Ein (un)heimlicher „Krieg“ im Vatikan?

Die französische Zeitung „Le Figaro“ interviewte den US-amerikanischen Kurien-Kardinal Raymond Burke (siehe Foto). Genauer gesagt: der Vaticanist des „Figaro“, Jean Marie Guénois: hier klicken ab-burke_final-interview

Der Titel dieser Figaro-Ausgabe lautet übersetzt: „Der heimliche Krieg im Vatican  –  Wie Papst Franziskus die Kirche erschüttert“
Hier folgen Auszüge aus dem Interview mit dem theologisch konservativen Kardinal Burke:

Frage: Kann ein Kardinal uneins mit dem Papst sein?
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Kardinal Burke: Es ist sicher möglich, daß ein Kardinal mit dem Papst hinsichtlich des Procedere oder einer bestimmten pastoralen Ausrichtung nicht übereinstimmt. Andererseits ist es unmöglich, daß es eine Divergenz in Dingen der Doktrin und Disziplin der Kirche gibt. Das bedeutet, daß ein Kardinal – in bestimmten Situationen – die Pflicht hat, dem Papst zu sagen, was er wirklich denkt. 1_0_809751
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Natürlich muß er sich immer respektvoll ausdrücken, weil der Papst das Petrinische Amt repräsentiert. Aber wenn der Papst Kardinäle um sich hat, ist es völlig in Ordnung, ihm Ratschläge zu erteilen. 
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Frage: Ist den Differenzen bei der Synode zu viel Aufmerksamkeit gewidmet worden?
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Kardinal Burke: Was dabei seltsam ist: Daß jene, die das unterstützen, was die römisch-katholische Kirche schon immer gelehrt hat, beschuldigt wurden, gegen den Hl. Vater und nicht im Einklang mit der Kirche zu sein. Die Kirche hat immer theologische Dispute und starke Konfrontationen gekannt, in denen Theologen und Kardinäle ihre Meinungen vertraten…

Frage: Waren Sie über das, was bei der Synode passierte, geschockt?

Kardinal Burke: Die Synode war eine schwierige Erfahrung. Da gab es die Linie von Kardinal Kasper, hinter die sich jene gleichsam stellten, die die Synode leiteten. Tatsache ist, dass die „Relatio post disceptationem“ bereits vor den Wortmeldungen der Synodenväter geschrieben worden ist  – und daß sie einer bestimmten einzelnen Meinung folgte, die die Kasper-These favorisierte. cropped-ZIM_5640
Die Frage der Homosexualität wurde auch eingeführt, die in keinerlei Verbindung zur Ehefrage steht, um nach möglichen positiven Elementen zu suchen. Ein anderer sehr verstörender Punkt ist, dass die „Relatio post disceptationem“ keinerlei Bezug zur Heiligen Schrift, zur Tradition der Kirche und nicht zur Lehre Johannes Pauls II über die ehelichen Liebe aufweist. Sie war daher sehr demotivierend.
Genauso wie die Tatsache, daß in der „Relatio Synodi“ Paragraphen zur Homosexualität und den wiederverheirateten Geschiedenen verblieben sind, die keineswegs die erforderliche Stimmenmehrheit der Bischöfe erreicht hatten.
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Frage: Was steht auf dem Spiel in dieser Kontroverse?
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Kardinal Burke: In einer Zeit voller Verwirrungen, wie wir sie z.B. in der Gender-Theorie sehen, brauchen wir die Lehre der Kirche zur Ehe. Dennoch werden wir im Gegenteil in Richtung einer Zulassung wiederverheirateter Geschiedener zur Kommunion gedrängt. (…) Aber die Kirche muß die Ehe verteidigen und sie nicht schwächen. Die Unauflöslicheit der Ehe ist keine Strafe, kein Leid. Sie ist etwas sehr Schönes für jene, die sie leben und eine Quelle der Freude….
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Quelle und vollständiger Text hier: http://beiboot-petri.blogspot.de/2014/12/auch-le-figaro-interviewt-kardinal-burke.html