19. März: Fest des hl. Joseph, Patron der Kirche, der Handwerker und Eheleute

Von Felizitas Küble

Keine Frage: Die größte Heiligengestalt in der katholischen Kirche – und übrigens auch bei den Orthodoxen – ist die Jungfrau und Gottesmutter Maria – und das zu Recht, ist sie doch das am meisten von Gott begnadete Geschöpf der Weltgeschichte. Kein anderer Mensch stand Christus so nahe wie sie.

Gleichsam etwas in ihrem Schatten steht ihr Gemahl und Pflegevater Jesu, der heilige Joseph.

Daß dieser Mann in der kirchlichen Rangordnung der Vorbilder gleich nach der Madonna folgt, ist nicht allen Gläubigen wirklich bewußt, sonst dürfte die Josephs-Verehrung stärker im Mittelpunkt stehen.

Früher gab es in der Öffentlichkeit eine größere Beachtung dieses Heiligen, bedenken wir etwa, daß der 19. März in Bayern bis 1969 sogar gesetzlicher Feiertag war.

Umso erfreulicher, daß Papst Franziskus – ein großer Verehrer des Nährvaters Jesu – den hl. Joseph in den liturgischen Kanon (Hochgebet der hl. Messe) aufnahm und zudem kürzlich ein kirchliches Josephsjahr verkündete.

Freilich hat Papst Piux IX. diesen Heiligen bereits 1870 zum Schutzpatron der ganzen Kirche erklärt. Ein Fest des Heiligen gibt es bereits seit dem 9. Jahrhundert – und damit schon im frühen Mittelalter.

Manche vermuten, man habe deshalb den 19. März als Feiertag gewählt, weil an diesem Tag früher das Fest der Göttin Minerva gefeiert wurde, die im römischen Reich vor allem bei Handwerkern beliebt war. Die Kirche wollte mit ihrem Josephstag dieses heidnische Datum gleichsam verdrängen.

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Pius XII. führte 1955 das Fest „Joseph, der Arbeiter“ am 1. Mai ein, um am weltlichen „Tag der Arbeiter“ auch an diesen Heiligen zu erinnern.

Allerdings war Joseph genau genommen kein „Arbeiter“, sondern als Zimmermann/Schreiner bzw. (wie Bibelexperten heute meinen) als Maurer ein selbständiger Handwerker, weshalb er seit langem als Patron der Handwerker gilt, zudem als Schutzherr der Braut- und Eheleute sowie der Jungfräulichkeit. Außerdem wird der hl. Joseph besonders als Fürsprecher für die Sterbenden angerufen.

Der hl. Joseph wird in der Kunst meist mit einer weißen Lilie als Symbol der Reinheit dargestellt.

Am Josefitag wurden früher gerne Liebeserklärungen abgegeben oder Treueschwüre erneuert (Jungverheiratete tauschten „Josefi-Ringe“ als Zeichen ihrer Verbundenheit aus). Zudem wurden Mädchen und junge Frauen mit Blumen beschenkt. Als Oberhaupt der Heiligen Familie (Jesus, Maria, Joseph) ist er zugleich Patron der Familie.

Der Josephstag – im Volksmund auch „Josefitag“ oder „Seppi-Tag“ genannt – ist nach wie vor ein Hochfest im Kirchenjahr, wenngleich nicht mehr wie früher in einigen deutschen Regionen ein gesetzlicher Feiertag (allerdings ist dies in der Schweiz durchaus in einigen Kantonen noch der Fall).

Das Fest des hl. Joseph am 19. März ist auch im evangelisch-lutherischen Namenskalender enthalten, außerdem in der anglikanischen Konfession, insofern handelt es sich um einen ökumenischen Feiertag, schließlich ist dieser Heilige eine große Gestalt des Neuen Testaments und somit biblisch bezeugt.

In der Volksfrömmigkeit ist die Verehrung und Anrufung des Pflegevaters seit langem stark verankert, was sich bis in die bäuerlichen Wetterregeln hinaus auswirkte: „Ein schöner Josefstag verheißt ein gutes Jahr“ – „Ists an Josefi klar, folgt ein fruchtbar Jahr“ – „Wenn erst einmal Josefi ist, endet auch der Winter ganz gewiß.“

Freilich neigen einige Josephsverehrer zu abergläubischen Formen und Formeln, die in ihrer Inbrunst zu weit gehen – siehe hier z.B. unsere Kritik an einem sog. Ave-Joseph-Gebet: https://charismatismus.wordpress.com/category/josefs-verehrung-auf-abwegen/

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Warum der Zölibat dem Gottesreich dient

Von Dr. Josef Bordat

Die Äbtissin der Benediktinerinnenabtei Mariendonk, Dr. Christiana Reemts OSB, schreibt am 10. März 2021 in ihrem Blog:

In den aktuellen Diskussionen ist immer wieder von „Zwangszölibat“ die Rede und es wird gefordert, diese unmenschliche Bedingung für das Priestertum endlich aufzugeben. Bei vielen Beiträgen, die ich lese, fühle ich mich persönlich angegriffen, denn ich lebe selbst in dieser Lebensform und empfinde sie nicht als ein Joch, sondern als ein Geschenk, für das ich Gott danke. Manchmal vermisse ich allerdings, dass unsere Priester sich zu dieser Lebensform bekennen und von ihrer Schönheit sprechen.

Wir müssen in unserer Kirche neu den Mut haben, davon zu sprechen, dass man auch auf ganz vitale Interessen und Begierden verzichten kann. Dazu brauchen wir ein neues Verhältnis zur Sexualität, nicht im Sinn immer weiterer Liberalisierung, sondern im Sinn tieferer Humanisierung.

Kein Mensch hat ein Recht darauf, seine sexuellen Wünsche jederzeit befriedigen zu können, egal auf wen sich sein Begehren richtet. Bei Pädophilen ist uns das klar, aber es gilt für jede Lebensform, dass Liebe immer auch den Verzicht auf das Ausleben eigener Wünsche fordert.

In unserer Kirche gibt es Menschen wie meine Mitschwestern und mich, die, um Gott und die Menschen freier lieben zu können, auf Ehe, Familie und Geschlechtsverkehr verzichten. Wir wollen damit leiblich sichtbar machen, dass wir Christus nichts vorziehen. Dieser Verzicht schenkt uns Zeit für Gebet und Bibelstudium, Zeit für andere Menschen. Wir sind dadurch keine besseren Christen als Eheleute, aber wir sind von Christus wie die Priester zu einer anderen Aufgabe berufen worden. Was ärgert unsere Gesellschaft eigentlich so maßlos daran?

Höchst eindrucksvolle Worte einer Ordensfrau, Worte, die man nicht einfach vom Tisch wischen kann in der aktuellen Debatte um Sexualmoral, Priesteramt und Zölibat. Worte, die glaubwürdig verdeutlichen: Der Zölibat ist wertvoll.

Der Zölibat ist kein Zwang, denn niemand ist gezwungen, in einen Orden einzutreten oder Priester zu werden. Einfach aufgeben sollte man den Zölibat nicht. Schon gar nicht aus den falschen Gründen.

Nachfolgend möchte ich an acht Aspekte erinnern, die für den Erhalt dieser katholischen Einrichtung sprechen – bezogen auf das Priesteramt, doch selbstredend grundsätzlich auch übertragbar auf Ordensleute. Vielleicht hilft auch die Erinnerung an diese Argumente, eine andere Perspektive auf den Zölibat einzunehmen, der dem Lebensgefühl der Äbtissin (und anderer Frauen und Männer in Ordensgemeinschaften und dem priesterlichen Dienst) eher gerecht wird.

1. Bibel

Der Zölibat lässt sich zunächst biblisch begründen. Man findet im NT die Empfehlung des Apostels Paulus, ehelos zu bleiben, wenn man die Nachfolge Christi ernsthaft antreten will (vgl. 1 Kor 7, 32-35).

Allerdings lassen sich auch Ausnahmen vom Zölibat biblisch begründen. Der erste Papst war verheiratet. Zumindest ist von einer Schwiegermutter des Simon Petrus die Rede, die von Jesus geheilt wird (vgl. Mk 1, 29-31; Lk 4, 38-39; Mt 8, 14-15). Auch andere Stellen deuten darauf hin (vgl. 1 Tim 3, 2 und 12; Tit 1, 6).

Unter Umständen waren auch weitere Apostel verheiratet, schließlich schreibt Paulus der Gemeinde von Korinth: „Haben wir nicht das Recht, eine gläubige Frau mitzunehmen, wie die übrigen Apostel und die Brüder des Herrn und wie Kephas?“ (1 Kor 9, 5).

Dagegen wiederum kann man einwenden, dass die Ehen vor der Berufung zur Nachfolge geschlossen wurden. Auch heute darf ein zum Katholizismus konvertierter Priester einer anderen christlichen Gemeinschaft verheiratet bleiben (Zölibatsdispens nach Kanon 1049, CIC).

Der Zölibat wird von Paulus vorgeschlagen, um „in rechter Weise und ungestört immer dem Herrn dienen“ zu können (1 Kor 7, 35). Grundsätzlich gilt für die Nachfolge Christi das Prinzip der Bindungslosigkeit gegenüber weltlichen Dingen: Das Loslassen, das Verlassen weltlicher Bezugssysteme (Familie, Arbeit, Heimat) steht am Beginn der Berufung (vgl. Mt 4, 18-22).

Nach kirchlicher Interpretation der Schrift hat Jesus selbst zölibatär gelebt; die Evangelien berichten nichts über eine Ehe Jesu (was sie aufgrund der Bedeutung der Ehe im Judentum mit Sicherheit getan hätten, wäre Jesus verheiratet gewesen).

2. Theologie

Es gibt darüber hinaus gewichtige theologische Argumente in der Debatte um die Bedeutung von Ehelosigkeit und Enthaltsamkeit der Priester und Ordensleute. Zeichen, Charisma und Nachfolge sind die drei theologischen Hauptgründe für den Zölibat. Zunächst wird der Zölibat als Hinweis auf das Himmelreich angesehen, wo es ebenfalls keine Ehe gibt (vgl. Mk 12, 25).

Sodann wird die Ehelosigkeit als Gnadengabe betrachtet, die den Priester in besonderer Weise auszeichnet. Schließlich stehen Priester in der Nachfolge Jesu und sollen ihre Berufung durch eine möglichst enge Orientierung an Jesu Leben und Lehre zum Ausdruck bringen. Zum Leben Jesu gehört die Ehelosigkeit ebenso wie zu seiner Lehre: Ehelosigkeit „um des Himmelreiches willen“ ist einer der Evangelischen Räte (vgl. Mt 19, 12).

3. Pastoral

Es gibt darüber hinaus aber auch pastorale Gründe für den Zölibat. Ehelose Priester können sich ganz auf die Arbeit in ihrer Gemeinde konzentrieren und brauchen bei der Ausübung ihrer Tätigkeit keine Rücksicht auf eine Familie zu nehmen. Sie sind unabhängig, flexibel und – in antiklerikalen Systemen – weniger leicht erpressbar.

Das ist heute in vielen Teilen der Welt höchst relevant. Ganz pragmatisch betrachtet ist es auch materiell einfacher, allein zu leben. Man braucht nur für sich zu sorgen und hat außerdem die Möglichkeit, einem Armutsideal zu folgen, das man einer Familie (insbesondere auch Kindern) nicht zumuten kann.

Quelle und FORTSETZUNG des Artikels hier: https://jobosblog.wordpress.com/2021/03/13/der-zoelibat-kein-joch-sondern-geschenk/

Dr. Bordat verfaßte mehrere Bücher, darunter Ewiges im Provisorium (2019)
Würde, Freiheit, Selbstbestimmung. Konzepte der Lebensrechtsdebatte auf dem Prüfstand (2020)


Das katholische Kirchenrecht über den seelsorglichen Beistand für die Eheleute

Kapitel I, Seelsorge und Vorbereitung zur Eheschließung:
Can. 1063:

Die Seelsorger sind verpflichtet, dafür zu sorgen, daß die eigene kirchliche Gemeinde den Gläubigen die Hilfe bietet, durch die der Ehestand im christlichen Geist bewahrt wird und in der Vollkommenheit vorankommt. Dieser Beistand ist besonders zu leisten:

1° durch Predigt, durch Katechese, die den Kindern, den Jugendlichen und den Erwachsenen angepaßt ist, sogar durch den Einsatz von sozialen Kommunikationsmitteln, durch die die Gläubigen über die Bedeutung der christlichen Ehe und über die Aufgabe der christlichen Ehegatten und Eltern unterwiesen werden;

2° durch persönliche Vorbereitung auf die Eheschließung, durch welche die Brautleute in die Heiligkeit und in die Pflichten ihres neuen Standes eingeführt werden;

3° durch eine fruchtbringende liturgische Feier der Eheschließung, durch die zum Ausdruck kommen soll, daß die Ehegatten das Geheimnis der Einheit und der fruchtbaren Liebe zwischen Christus und der Kirche darstellen und daran teilnehmen;

4° durch eine den Ehegatten gewährte Hilfe, damit sie den Ehebund treu halten und schützen und so zu einer von Tag zu Tag heiligeren und vollkommeneren Lebensführung in der Familie gelangen.

Can. 1064 — Aufgabe des Ortsordinarius ist es, dafür zu sorgen, daß dieser Beistand gebührend geordnet wird; wenn es angebracht scheint, soll er auch Männer und Frauen hören, die sich durch Erfahrung und Sachkunde bewährt haben.

Can. 1065 — § 1. Katholiken, die das Sakrament der Firmung noch nicht empfangen haben, sollen es noch vor der Zulassung zur Eheschließung empfangen, wenn dies ohne große Beschwernis geschehen kann.

§ 2. Damit die Brautleute das Sakrament der Ehe fruchtbringend empfangen, wird ihnen dringend empfohlen, zur Beichte und zur Kommunion zu gehen.

Quelle und weitere Canones hier: https://www.codex-iuris-canonici.de/cic83_dt_buch4.htm

Gemälde: Evita Gründler


Der hl. Valentin opferte sein Leben für die Ehe

Das Päpstliche Missionswerk in Australien erinnert zum bevorstehenden Valentinstag an die eigentliche Bedeutung des Gedenktages:IMG_1426

“Der heilige Valentin war ein außergewöhnlich mutiger Priester, der für das Sakrament der Ehe sein Leben opferte”, so der Nationaldirektor von Catholic Mission, Brian Lucas.

“Dafür müssen wir weit in die Geschichte zurückgehen, als der römische Kaiser Claudius II. die Ansicht vertrat, dass die Ehe für seine Soldaten schädlich sei und sie deshalb verbieten ließ. Das dritte Jahrhundert nach Christus war eine unruhige Zeit für das Römische Reich –  und das Verbot der Ehe hatte dazu geführt, dass frustrierte junge Männer nach unguten Alternativen gesucht hätten. Der heilige Valentin”, erläutert Pfarrer Lucas weiter, “vermählte Paare im Geheimen nach dem christlichen Ritus. Der Überlieferung nach soll er für dieses mutige Vorgehen gefoltert und schließlich geköpft worden sein“, so der Nationaldirektor, der sich wünscht, dass die Australier den bevorstehenden Valentinstag nach dem Vorbild des heiligen Valentin und dessen Einsatz für die wahre Bedeutung von Ehe und Liebe begehen.

Quelle: Fidesdienst

 


Pakistan: Angehörige der verbrannten Eheleute wollen Gerechtigkeit

Wie Rechtsanwalt Sardar M. Gill berichtet, baten die Angehörigen der beiden Eheleute, die am 4. November in Kasur durch einen moslemischen Mob bei lebendigem Leib verbrannt wurden, bei einer Begegnung mit dem Premierminister von Punjab, Shahbaz Sharif, vor allem um Gerechtigkeit. DSC00254

Sharif stellte ein Schmerzensgeld in Höhe von 10.000 Millionen Rupie und ein 10 Hektar großes Grundstück in Aussicht.

Unterdessen finden in den umliegenden Dörfern intensive Ermittlungen statt, bei denen nach den Verantwortlichen der Lynchjustiz gesucht wird. Gegen insgesamt 60 Personen und 500 Unbekannte wurde Anzeige erstattet, während bereits 54 Verdächtige festgenommen wurden. Dies teilte der Leiter der Ermittlungen, Muhammad Ali, mit.

“Pakistanische Christen haben nach diesem schrecklichen Ereignis große Angst. Wir bitten alle um ihr Gebet für die Familien der Opfer und für alle, die in Pakistan bedroht werden”, erklärt Rechtsanwalt Gill.

Am kommenden Sonntag, den 9. November, wird in vielen Kirchen Pakistans eine Gebetswache für verfolgte Christen stattfinden.

Quelle: Fidesdienst


Papst Franziskus bekräftigt kirchliche Lehre zu Priestertum, Ehe-Sakrament und Beichte

„Es ist immer der Pfarrer, der die Pfarrgemeinde leitet“

Aus Anlaß ihres Ad-limina-Besuchs Ende Januar 2014 hat Papst Franziskus vor katholischen Bischöfen in Österreich eine grundsätzliche Rede gehalten, woraus wir nachfolgend wesentliche Abschnitte zitieren:
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Liebe Mitbrüder,

ich freue mich, dass ich durch diese intensive Begegnung mit Euch im Rahmen Eures Ad-limina-Besuchs von den Früchten der Kirche in Österreich beschenkt werde und dass auch ich ihr etwas schenken darf. (…) Jeder von uns bildet Christus ab, den einzigen Mittler des Heils, erschließt der Gemeinde sein priesterliches Wirken den Sinnen nach und hilft somit, die Liebe Gottes in der Welt immer wieder neu gegenwärtig zu machen.

Wir dürfen Gott dankbar sein für das, was die Kirche in Österreich zum Heil der Gläubigen und zum Wohl vieler Menschen wirkt, und ich selber möchte jedem von Euch und durch Euch den Priestern, Diakonen, Ordensleuten und engagierten Laien, die bereitwillig und großherzig im Weinberg des Herrn arbeiten, meinen Dank aussprechen.

„Das Feld Gottes ständig bearbeiten“

Wir dürfen aber nicht das Erreichte und Vorhandene bloß verwalten, das Feld Gottes muss ständig bearbeitet und bestellt werden, damit es auch in Zukunft Frucht bringt. Kirche sein heißt nicht verwalten, sondern hinausgehen, missionarisch sein, den Menschen das Licht des Glaubens und die Freude des Evangeliums bringen.

Bild: Evita Gründler

Das bedeutet auch, sich darum zu bemühen, ein heiligmäßiges Leben zu führen. (…) Und das heißt, dass wir um unsere eigene Reinigung  –  im Sakrament der Versöhnung  –  stets bemüht sein sollten. Die Beichte ist der Ort, wo wir Gottes barmherzige Liebe erfahren und Christus begegnen, der uns die Kraft zur Umkehr und zum neuen Leben gibt.

Und wir wollen als die Hirten der Kirche den Gläubigen beim Wiederfinden dieses wunderbaren Sakraments einfühlsam und verständnisvoll zur Seite stehen und ihnen gerade in dieser Gabe die Liebe des Guten Hirten spüren lassen.

Die Familie beruht auf ehelicher Treue

Ein wichtiges Feld unseres Wirkens als Hirten ist die Familie. Sie ist ein Herzensanliegen der evangelisierenden Kirche.

Der Grund, auf dem sich ein harmonisches Familienleben entfalten kann, ist dabei vor allem die eheliche Treue. Leider sehen wir in unserer heutigen Zeit, dass in den Ländern der westlichen Welt Ehe und Familie eine tiefe innere Krise durchmachen.

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Die Familie ist ein vorrangiger Ort der Evangelisierung und der lebendigen Weitergabe des Glaubens. Tun wir alles, damit in unseren Familien gebetet wird, der Glaube als Teil des täglichen Lebens erfahren und weitergegeben wird.

Die Sorge der Kirche um die Familie beginnt mit einer rechten Vorbereitung und Begleitung der Eheleute wie auch mit der getreuen und klaren Darlegung der kirchlichen Lehre zu Ehe und Familie. Als Sakrament ist die Ehe Geschenk Gottes und Auftrag zugleich. Die Liebe zweier Brautleute wird durch Christus geheiligt, und die Partner sind dazu aufgerufen, diese Heiligkeit durch ihre Treue zueinander zu bezeugen und zu pflegen.

Ausgehend von der Familie, der Hauskirche, wenden wir uns kurz der Pfarrei zu, dem großen Feld, welches der HERR uns anvertraut hat, um es mit unserer seelsorglichen Arbeit fruchtbar zu machen.

„Leitungsaufgabe des Pfarrers ist geistlicher Dienst“foto 31.5.2010a - Kopie

Die Priester, die Pfarrer sollten sich immer wieder bewusst machen, dass ihre Leitungsaufgabe ein zutiefst geistlicher Dienst ist. Es ist immer der Pfarrer, der die Pfarrgemeinde leitet, wobei er zugleich auf die Unterstützung und den wertvollen Beitrag verschiedener Mitarbeiter und aller Gläubigen zählt. Wir sollten nicht Gefahr laufen, den sakramentalen Dienst des Priesters zu verdunkeln.

Von Gott reden, die Botschaft von der Liebe Gottes und der Erlösung in Jesus Christus zu den Menschen bringen, ist Aufgabe eines jeden Getauften. Und diese umfasst nicht nur das Sprechen mit Worten, sondern alles Handeln und Tun. Unser ganzes Dasein muss von Gott reden, selbst in den unscheinbaren Dingen. Dann ist unser Zeugnis echt, dann wird es auch in der Kraft des Heiligen Geistes stets neu und frisch sein.

Damit dies gelingt, muss die Rede von Gott zuallererst Rede mit Gott sein, Begegnung mit dem lebendigen Gott in Gebet und Sakrament. Gott lässt sich nicht nur finden, sondern er macht sich in seiner Liebe selbst auf, dem Suchenden entgegenzugehen. 

Maria, die unsere Mutter ist und die Ihr als Magna Mater Austriae besonders verehrt, sie helfe uns dabei, damit wir wie sie uns ganz dem HERRN öffnen und so fähig sind, anderen den Weg zum lebendigen und Leben spendenden Gott zu erschließen.

QUELLE und vollständiger Text hier: http://de.radiovaticana.va/news/2014/01/31/dokument:_papstrede_an_%C3%B6sterreichs_bisch%C3%B6fe_/ted-768988