Bayern: Israel ehrt Eheleute Köhldorfner als „Gerechte unter den Völkern“

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​Michael und Cäcilia Köhldorfner aus dem bayerischen Schnaitsee wurden am 23.9.2019 posthum (nach ihrem Tod) von der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem als „Gerechte unter den Völkern“ anerkannt.
Das Ehepaar Köhldorfner hatte während des  Holocaust sein Leben riskiert, um Juden zu retten.
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Erstmals fand eine solche Ehrungszeremonie am tatsächlichen Ort der Rettung statt, auf dem Hof der Familie Köhldorfner in Schnaitsee, etwa 70 Kilometer östlich von München.
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Die Generalkonsulin des Staates Israel, Sandra Simovich, übergab die Yad Vashem-Medaille und die Urkunde an die Angehörigen der beiden „Gerechten unter den Völkern“.Michael und Cäcilia Köhldorfner versteckten im April 1945 zwei verfolgte jüdische Männer auf ihrem Bauernhof und retteten ihnen so das Leben.

In den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs gelang es den beiden aus Polen stammenden Juden Henrick Gleitman und Bernhard Hampel aus dem Todesmarsch, der vom KZ Flossenbürg ins KZ Dachau führte, zu fliehen.

Als sie auf dem Hof der Köhldorfners in Schnaitsee nach einem Versteck suchten, wurden sie von der Familie entdeckt. Obwohl auf dem Hof zwei Nazi-Offiziere wohnten, entschieden sich Michael und Cäcilia Köhldorfner, die bedrohten Juden bis zum Tag der Befreiung zu verstecken und riskierten so ihr eigenes Leben.

Später wanderte Henrick Gleitman in die USA aus, Bernhard Hampel nach Frankreich. Während die Familien Gleitman und Köhldorfner bis zum heutigen Tag in Kontakt geblieben sind, riss der Kontakt zu Bernhard Hampel in den 1970er Jahren ab.

Der älteste Sohn von Michael und Cäcilia Köhldorfner, Michael Köhldorfner, war als siebenjähriger Junge Zeuge des mutigen Handelns seiner Eltern. Er, seine beiden Schwestern sowie zwei weitere der insgesamt fünf Söhne des Ehepaars, nahmen an der Yad-Vashem-Ehrung teil. Weiterhin nahmen rund 20 Enkel und Urenkel der Geehrten teil. 

Auch von der Familie des geretteten Henrick Gleitman waren drei Generationen an der Yad-Vashem-Ehrung zugegen. Ein Sohn, eine Tochter, zwei Enkel und ein Urenkel reisten dafür extra aus den USA an.

Seine Tochter Lilian Borofsky sagte in ihrer Rede:

„Wir sind im Zuhause der Familie, die vor 75 Jahren unseren Vater, Großvater und Urgroßvater Henry Gleitman beschützt hat.

Es war gegen Ende des Zweiten Weltkriegs, als die Köhldorfners große Menschlichkeit und Tapferkeit zeigten, als sie einen ängstlichen jungen Mann und seinen Freund beschützten und ernährten, die sich versteckten, um ihr Leben zu retten.

Henry wusste zu dieser Zeit nicht, wo seine Familie war, oder ob sie den Krieg überhaupt überlebt hatte. Ihre Familie [gewandt an Familie Köhldorfner] wurde zu seiner Familie…

Heute werden die Köhldorfners in der Gedenkstätte Yad Vashem in Israel als „Gerechte unter den Völkern“ ausgezeichnet. Fast eine Million Menschen aus allen Teilen der Welt besuchen diese Gedenkstätte jedes Jahr, um sich an die Ermordeten zu erinnern und – ebenso wichtig – um jene Menschen zu ehren, die großen Mut bewiesen haben, so viele kostbare Leben zu retten.

Michael und Cäcilia werden für immer als gerechte und mutige Menschen in die Geschichte eingehen…Möge Ihre Familie mit guter Gesundheit, Frieden und Wohlstand gesegnet sein.“

Quelle (Text/Foto): Israelische Botschaft in Berlin


SPD-Frauenverband ehrt Massenabtreiber Stapf und Ärztin Hänel mit „Roter Rose“

Von Felizitas Küble

Was man auf der Webseite der Allgäuer SPD zu lesen bekommt, ist selbst für sozialistische Verhältnisse erstaunlich: https://spd-allgaeu.de/kristina-haenel-und-friedrich-stapf-sind-die-hauptpreistraegerinnen-der-roten-asf-rose-2019/

Titel: „Kristina Hänel und Friedrich Stapf sind die HauptpreisträgerInnen der Roten ASF-Rose 2019“

e SPD-Frauen und der SPD-Unterbezirk im Landkreis Ostallgäu und in Kaufbeuren verleihen seit 1998 anlässlich des Internationalen Frauentags am 8. März alljährlich die Rote ASF-Rose: „Mit diesem Preis werden Personen oder Gruppen ausgezeichnet, die sich in besonderer Weise um die Gleichstellung verdient gemacht haben.“

Etwa für die Gleichstellung der Ungeborenen mit den Geborenen? Gleiches Recht für alle? Schutz für das Lebensrecht jedes Menschen in und außerhalb des Mutterleibes?

Weit gefehlt, genau andersherum wird bei der SPD ein Schuh draus:

„Als HauptpreisträgerInnen 2019 wurden Kristina Hänel aus Gießen und Friedrich Stapf aus München gewählt.“

Beide Personen sind als Ärzte bekannt, die massenhaft Abtreibungen durchführen und damit ungeborene Kinder töten.

BILD: Junge Frauen in Münster mit Plakaten von Embryonen

Genau deshalb werden sie auch gewürdigt, denn sie hätten dafür gesorgt, so schreibt die SPD in ihrer Begründung, daß Frauen „diesen Eingriff in der Obhut qualifizierter ÄrztInnen durchführen lassen können, nicht nur stationär, sondern auch ambulant.“

Welch eine soziale Errungenschaft, die vorgeburtliche Vernichtung von wehrlosen Babys „auch ambulant“ zu betreiben.

Der Tötungsmediziner Stapf in München hat tausende von Abtreibungen vorgenommen, die Allgemeinärztin Kristina Hänel kämpft dafür, weiter Werbung für Abtreibungen in ihrer Praxis erlaubt zu bekommen.

Passend zu dieser blutgetränkten Würdigung erhält die abtreibungsfreudige Organisation „Pro Familia“ in Kempten zusätzlich ein lokales Preisgeld von 300 Euro übermittelt, weil sie „vor kurzem eine Außenstelle in Füssen eröffnet hat“.

Auf daß jene schwangeren Frauen, die noch keine Abtreibung planen, mittels entsprechender „Beratung“ umgestimmt werden?!

Immerhin führt der Verband in einigen seiner Niederlassungen sogar selber Abtreibungen durch, was bereits der hessische Rechnungshof beanstandete – nebst sonstigen Vorwürfen der finanziellen Art: „Als ein wesentliches Ergebnis stellten die Prüfer fest, daß in den drei Medizinischen Instituten von „Pro Familia“ Abtreibungen vorgenommen würden.“ (Quelle: https://www.faz.net/aktuell/rhein-main/schwangerschaftskonfliktberatung-rechnungshof-uebt-kritik-an-pro-familia-1156755.html)

 


Chef der Polizeigewerkschaft erhielt Preis für seine couragierte Publizistik

Der Bundesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), Rainer Wendt, hat in Berlin den Preis für couragierte Publizistik der Dr. Jörg-Mutschler-Stiftung erhalten.

Der CDU-Parlamentarier Thomas Heilmann hielt die Laudatio und der frühere FOCUS-Chef Helmut Markwort führte durch das Programm. Dr. Jörg Mutschler führte in seinem unterhaltsamen Vortrag in die 68er Jahre in Berlin ein.

Die Positionen Wendts in öffentlichen Stellungnahmen sowie sein Buch „Deutschland in Gefahr“ hatten den Beirat der Stiftung und ihren Geschäftsführer Prinz Reuss davon überzeugt, dass er ein würdiger Preisträger für das Jahr 2018 sei.

Mehr als 100 Persönlichkeiten aus Politik, Verbänden, Polizei und Medien waren ins Westin-Grand-Hotel in Berlin zu dieser Veranstaltung gekommen, darunter die Bundesleitung des Deutschen Beamtenbundes sowie Bundesvorstandsmitglieder der DPolG.

Vera Lengsfeld, Heinz Buschkowsky, Alexander Wendt, Peter Trapp und viele andere Wegbegleiter/innen waren angereist und rundeten den Abend mit spannenden Gesprächen ab. 

Über die 5000 Euro, die mit diesem Preis verbunden sind, freuen sich die DPolG-Stiftung, die sich um Kolleg/innen und deren Angehörige kümmert, die durch Gewalterfahrungen im Dienst belastet wurden, sowie die Deutsche Kinderhospiz- und Familienstiftung. „Bei beiden Einrichtungen ist das Geld gut aufgehoben, da wird täglich großartige Arbeit geleistet.“, so Rainer Wendt.

Quelle (Text/Foto): https://www.dpolg.de/aktuelles/news/rainer-wendt-erhaelt-preis-fuer-couragierte-publizistik/


Israel ehrt Dr. Andor Cziller und Anna Zeitler als „Gerechte unter den Völkern“

Anna Zeitler und Dr. Andor Cziller sind am vorigen Donnerstag in München posthum (nach ihrem Tod) als „Gerechte unter den Völkern“ gewürdigt worden.

Die Auszeichnung, die das Jerusalemer Holocaust-Gedenkzentrum Yad Vashem vergibt, wurde von der israelischen Generalkonsulin Sandra Simovich gemeinsam mit der bayerischen Kultusstaatssekretärin Carolina Trautner an Familienangehörige der beiden Retter überreicht.

BILD: Generalkonsulin S. Simovich und Georg Zeitler, Enkel von Anna Zeitler (Foto: © StMUK)

Die Generalkonsulin hob bei der Veranstaltung hervor:

„In Israel war es von Anfang an wichtig, bei der Erinnerung an die ermordeten Juden auch die nicht-jüdischen Retter hervorzuheben. Es ist mir daher eine große Ehre, heute diese bedeutende Ehrenauszeichnung meines Staates posthum an Anna Zeitler und Dr. Andor Cziller zu vergeben.

Ich möchte ganz offiziell, aber auch persönlich, Danke sagen für Ihre Zivilcourage, menschliche Werte jederzeit hoch zu halten. Ich kann Ihnen versichern, wir werden Sie nicht vergessen. Sie sind als Vorbilder im Gedächtnis unseres Staates verewigt.“

HIER die Rettungsgeschichten:

Anna Zeitler (1896 – 1977):
Bei Kriegsausbruch lebte die jüdische Familie Szlamkiewicz in der polnischen Stadt Krzepice. Die Söhne Josef und Shlomo wurden 1940 deportiert. Sie überlebten einige Arbeitslager und den Todesmarsch vom KZ Blechhammer, einem Außenlager des Vernichtungslagers Auschwitz, ins KZ Groß-Rosen, von wo aus sie mit einem Zug in das KZ Buchenwald transportiert wurden.

Im März 1945 wurden Josef und Shlomo mit anderen Häftlingen von Buchenwald aus auf einen weiteren Todesmarsch geschickt. Eines Nachts gelang den beiden die Flucht und sie versteckten sich im Wald. Die SS verfolgte sie und Josef gelang es, einen SS-Mann zu überwältigen. Er trug nun dessen Uniform und Waffe, und da er Deutsch sprach, taten die Brüder so, als sei Josef der Bewacher des Häftlings Shlomo. 

So erreichten sie den Bauernhof von Anna Zeitler in Wiesau, die ihnen zu essen gab und einwilligte, sie in der Scheune unterzubringen. Obwohl sie sehr bald herausgefunden hatte, dass Josef und Shlomo verfolgte Juden waren, versteckte und versorgte Anna Zeitler die beiden drei Wochen lang – bis zur Befreiung durch die Amerikaner – und rettete ihnen so das Leben.

Die Ehrung nahm der Enkelsohn von Anna Zeitler, Georg Zeitler, entgegen. Es reisen zudem 18 Angehörige der beiden geretteten Brüder Josef und Shlomo aus den USA an, darunter ihre Kinder, Enkel und Ur-Enkel.

Dr. Andor Cziller (1908 – 1974):
Die jüdische Familie Csillag lebte in Budapest. Aufgrund der antijüdischen Gesetze musste Tibor Csillag im Jahr 1941 sein Geschäft nominell an den Christen Dr. Andor Cziller übergeben. 

Nachdem die NS-Truppen Ungarn im März 1944 besetzt hatten, versuchte Andor Cziller, die Familie Csillag vor der Deportation zu bewahren. Er gab ihnen die persönlichen Ausweisungsdokumente seiner Familie. Außerdem mietete er eine Wohnung in einem Vorort von Budapest, in die er mit dem Ehepaar Tibor und Erzebet Csillag, ihrer kleinen Tochter Lidia sowie Erzebets Schwester Magdola Gaspar einzog.

Bis zur Befreiung durch die russische Armee lebten die vier verfolgten Juden mit falscher Identität mit ihrem Retter Dr. Cziller in der Wohnung zusammen. Dank seiner Hilfe konnten sie den Holocaust überleben.

Schließlich verliebten sich Andor Cziller und die gerettete Magdola Gaspar, sie heirateten und bekamen eine Tochter. Die Familien des Retters und der Geretteten sind somit verwandt.

Die Tochter von Dr. Andor Cziller, Andrea Rothe, nahm die Ehrung für ihren Vater entgegen.  Die Familie der Geretteten reiste mit fünf Personen aus Großbritannien an, darunter eine 1936 geborene Überlebende.

Quelle: Botschaft des Staates Israel – Link zur Newsletter-Meldung: http://newsletter.israel.de/i/4O3ojirJtfu-OmADsQUWnr08LitXUW29eu35ZNT8tvE


Israel würdigt Judenretter Josef und Maria Otten als „Gerechte unter den Völkern“

In Düsseldorf sind am vergangenen Montag Josef und Maria Otten posthum (nach ihrem Tod) als „Gerechte unter den Völkern“ geehrt worden. Die Auszeichnung von Yad Vashem fand im Rahmen einer Festveranstaltung statt, bei der das 70-jährige Bestehen des Staates Israel gefeiert wurde. 

BILD: Der Enkelsohn der Geehrten, Günther Otten, mit Botschafter J. Issacharoff (Foto: Landtag NRW)

Emanuel Nooitrust war Jude und mit der Christin Emma Schaaf verheiratet. Die beiden lebten in Essen und hatten drei Kinder. Emanuel Nooitrust hatte im Ersten Weltkrieg als Soldat für Deutschland gekämpft. Er wurde verwundet und kehrte mit Auszeichnung aus dem Krieg zurück.

Da er mit einer „Arierin“ verheiratet war, war Emanuel Nooitrust während des NS-Regimes zunächst vor der Deportation geschützt. Doch im Sommer 1944 erhielt auch er den Deportationsbefehl. In seiner Not wandte er sich an seine Nichte Bertchen, die Tochter seines Bruders Salomon.

Bertchen fragte ihre Schwägerin Maria und deren Mann Josef Otten in Düsseldorf, ob sie Emanuel verstecken können. Das Ehepaar Otten entschied, dem verfolgten Juden Nooitrust zu helfen. Neun Monate lang versteckten sie ihn im Keller ihres Hauses und versorgten ihn mit Lebensmitteln. Sie riskierten ihr eigenes Leben, um ihn zu retten. Mit Hilfe des Ehepaars Otten konnte Nooitrust den Holocaust überleben. 

Nach dem Ende des Krieges schrieb der Gerettete eine Erklärung:
„Ich, Emanuel Israel Nooitrust, geboren am 19. März 1885 in Essen, bestätige hiermit, dass Herr Josef Otten aus Düsseldorf (der Schwager meiner Nichte) mich neun Monate versteckt gehalten hat, als die Gestapo mich ins KZ schaffen wollte. Auch hat er mich in der Lebensunterhaltung unterstützt, da ich keine Lebensmittelkarte erhielt.“ 

Günther Otten, der die Auszeichnung stellvertretend für seine 1959 und 1979 verstorbenen Großeltern Maria und Josef Otten entgegennahm, sagte bei der Ehrung:

„Dass einmal meinen Großeltern nach so vielen Jahren diese Ehrung und Aufmerksamkeit zuteil werden würde, hätten sie zu ihren Lebzeiten nie zu träumen gewagt. Meinen Großeltern war sicher nicht bewusst, dass ihr Handeln als stille Aufforderung verstanden werden kann, sich einzumischen, wenn Menschlichkeit gefordert ist. Liebe Großeltern, das habt ihr gut gemacht. Für mich seid ihr ein Vorbild.“

Emanuel Nooitrusts Urenkelin Alexandra Nooitrust nahm ebenfalls an der Ehrung teil.

Quelle und vollständige Meldung hier: http://embassies.gov.il/berlin/NewsAndEvents/Pages/Gerechte-unter-den-Volkern-geehrt-Otten.aspx
 

 

 


Yas Vashem: Arthur und Paula Schmidt als „Gerechte unter den Völkern“ gewürdigt

Am vergangenen Mittwoch (14.3.) fand in Yad Vashem in Jerusalem die posthume (nach dem Tod erfolgte) Ehrung des deutschen Ehepaars Arthur und Paula Schmidt als Gerechte unter den Völkern statt, die während des Nationalsozialismus sieben Kinder einer jüdischen Familie versteckten und ihnen so das Leben retteten.

An der Ehrung nahmen u.a. der Enkel des Paars, Arthur Schmidt,  stellvertretend für die geretteten Kinder, Ginger Lane, sowie der deutsche Botschafter in Israel, Dr. Clemens von Goetze teil (siehe Foto).

Im Jahr 1925 konvertierte der Deutsche Alexander Weber zum Judentum und heiratete im Jahr darauf die ungarische Jüdin Lina Banda. Das Ehepaar zog nach Berlin, wo es seine sieben Kinder großzog.

Im Wohnhaus der Familie befand sich ein Laden des Bauern Arthur Schmidt, der dort das Obst und Gemüse von seinem Bauernhof in Worin in Brandenburg verkaufte.

Im März 1943 wurde Familie Weber verhaftet. Alexander und die Kinder wurden im Sommer freigelassen. Als Alexander Weber ein Versteck für seine Kinder suchte, boten Arthur Schmidt und seine Frau Paula an, sie auf ihrem Bauernhof unterzubringen. Fast zwei Jahre lang kümmerten sie sich um die sieben Kinder und teilten ihr Essen mit ihnen. Nur der Bürgermeister von Worin kannte ihre wahre Identität.

Lina Weber wurde im Dezember 1943 nach Auschwitz deportiert und dort ermordet. Nach dem Krieg zogen die Kinder der Familie Weber in die USA, wohin ihr Vater ihnen später folgte.

Quelle (Text/Foto): Yad Vashem


Drei Deutsche wurden von Yad Vashem als „Gerechte unter den Völkern“ gewürdigt

Am vergangenen Dienstag hat in der israelischen Botschaft in Berlin eine Yad Vashem-Feierstunde für die „Gerechten unter den Völkern“ stattgefunden. Geehrt wurden Reinhold und Charlotte Großmann sowie Hedwig Koslowski. 

Auf den Tag genau 75 Jahre zuvor, am 21. November 1942, hatte das Berliner Ehepaar Reinhold und Charlotte Großmann die von Deportation und Ermordung bedrohte Jüdin Gertrude Sandmann bei sich aufgenommen.

BILD: Der israelische Botschafter Jeremy Issacharoff mit Klaus-Dieter, Andreas und Julius Hain (dem Enkel, Ur-Enkel und Ur-Ur-Enkel der Gerechten Reinhold und Charlotte Großmann)

Weil Reinhold und Charlotte Großmann und Hedwig Koslowski sich entschieden, Gertrude Sandmann zu helfen, und sie unter Gefährdung ihres eigenen Lebens von November 1942 bis April 1945 versteckten und versorgten, konnte sie die Shoa überleben. Ihre Lebensretter sind nun von der Jerusalemer Gedenkstätte Yad Vashem in den Kreis der „Gerechten unter den Völkern“ aufgenommen worden.

Bei der Feierstunde in der Botschaft überreichte Botschafter Jeremy Issacharoff die Yad Vashem-Urkunde und die Medaille an den Enkel und den Urenkel von Reinhold und Charlotte Großmann. Mit Enkel Klaus-Dieter Hain (Sohn von Sonja Hain, geb. Großmann), Ur-Enkel Andreas Hain und Ur-Ur-Enkel Julius Hain waren drei Generationen der Familie vertreten.

Die Rettungsgeschichte:

Als sie im November 1942 von der Deportation bedroht ist, trifft die Malerin und Grafikerin Gertrude Sandmann eine mutige Entscheidung: Sie beschließt, unterzutauchen. Sie verlässt ihre Wohnung, ohne ihren persönlichen Besitz mitzunehmen. Als Täuschungsmanöver lässt sie dort einen Abschiedsbrief zurück, in dem sie ihren angeblichen Selbstmord ankündigt.

Seit 1927 ist Gertrude Sandmann mit der Kunstgewerblerin Hedwig Kozlowski liiert. Ihre Lebensgefährtin wird von der Gestapo verhört, als diese den Abschiedsbrief findet. Doch Hedwig Koslowski hält den Verhören stand. Sie ist es gewesen, die bei Freunden ein Versteck für die Untergetauchte gefunden hat.

Am 21. November 1942 nimmt das Ehepaar Charlotte und Reinhold Großmann die verfolgte Jüdin in ihrer Wohnung in Berlin-Treptow auf. Anderthalb Jahre versteckt sich Gertrude Sandmann danach in der Wohnung im Zimmer der 11-jährigen Tochter Sonja und wird von der Familie und von Hedwig Koslowski mit allem Lebensnotwendigen versorgt.

Da Gertrude Sandmann nicht entdeckt werden darf, kann sie bei Luftangriffen nicht wie die übrigen Hausbewohner in den Keller gehen. Im Juni 1944, als die Angriffe der Alliierten auf Berlin immer massiver werden, beschließt sie, das Versteck zu wechseln.

Hedwig Koslowski bringt ihre Lebensgefährtin in eine kleine Laube in Biesdorf, die eine Freundin ihr überlassen hat. Als es in der unbeheizten Laube im Oktober 1944 schließlich zu kalt wird, nimmt Koslowski Sandmann in ihrer eigenen Wohnung in Schöneberg auf. Bis zur Befreiung im April 1945 bleibt Gertrude Sandmann in dem Versteck.

Nach der Befreiung bleibt die Überlebende in Berlin, wo sie wieder als Malerin und Grafikerin arbeitet. Sie stirbt 1981 im Alter von 88 Jahren.

Quelle (Text/Foto): http://newsletter.israel.de/i/PwkkRvLo2vK1GUmiWZye0WPMXMmc84va