Zeitgeist oder Gottes Geist ? – Evangelische Klarstellung zum EKD-Familienpapier

Von Jörgen Bauer

Zeitgeist und Heiliger Geist schließen sich nach biblischen Zeugnis gegenseitig aus. Insbesondere im NT wird streng zwischen dem Geist der Welt und dem Geist Gottes geschieden. Nicht alleine Jesus nimmt hier ein scharfe Trennung vor. Unter anderem lesen wir bei Jakobus: “Ihr Abtrünnigen, wisst ihr nicht, dass Freundschaft mit der Welt, Feindschaft mit Gott ist?” (Jak 4,4)  slider3-640x360

Die Bibel ist ein sehr realistisches Buch und schildet ungeschminkt menschliches Verhalten –  und auch Gottes Gerichtshandeln. Der Mensch wird als (erlösungsbedürftiger) Rebell gegen Gottbeschrieben, der von Anfang an nicht nach Gott als der Quelle des Lebens fragt, sondern tut, was ihm gefällt, was sich bis zum heutigen Tage stets nachteilig auswirkt.

Patchwork-Familie Abrahams mit negativen Folgen

Die ganz und gar nicht unproblematische “Patchworkfamilie” des Abraham, die im EKD-Papier als positives Beispiel für die angeblich schon immer bestehenden vielfältigen Lebensformen erwähnt wird, ist tatsächlich die Folge des Unglaubens Abrahams, der Gottes Zusage auf einen eigenen Nachkommen “nachhelfen” wollte. DieFolgen sind bis heute in dem Konflikt zwischen den Nachkommen Ismails (Araber) und den Nachkommen Isaaks (Israel) zu spüren (vgl. 1 Mose 16 ff.).

Die Anpassung an den Zeitgeist hat eine lange Tradition. Es begann schon mit dem Götzendienst im Alten Israel, mit dem man sich an die kanaanitische Umwelt anpasste  –  und das setzt sich bis heute fort, in der “Reichskirche” des Dritten Reichs, in der “Kirche im Sozialismus” und jetzt in der “Orientierungshilfe” der EKD, die, wenn man genau hinsieht, ihre “Erkenntnisse”  –   ebenso wie der gängige Zeitgeist  –  aus den verkappten marxistischen Lehren der “Frankfurter Schule” zieht, in der es um die Gleichmacherei in allen Lebensbereichen und um die Nivellierung aller Unterschiede geht.

Die Bibel als Wort Gottes lehrt uns etwas ganz anderes: Es gibt Dinge, die sind richtig  –  und es gibt Dinge, die sind falsch  –  und dazwischen gibt es nichts. Das Wort Gottes wird hier mit einem Felsen verglichen, auf dem man sicher baut. Und dazu gehört die göttliche Schöpfungsordnung, wozu auch die Ehe zwischen Mann und Frau, samt den daraus hervorgehenden Kindern , als ursprüngliche und unverbrüchliche Ordnung gehört  –  und wo es nichts zu relativieren und gleichzuschalten gibt.

Wieder einmal geht man daran, die Welt verbessern und einen neuen Menschtyp schaffen zu wollen. Wie die Erfahrung zeigt, können solche Versuche immer nur in Katastrophen enden. Der Geist Gottes vernebelt hier nicht, sondern schenkt Klarheit und wirkliche Erkenntnis.   
JÖRGEN BAUER, 89520 Heidenheim, Am Jagdschlössle 15


Evangelische Kritik am EKD-Familienpapier: „Unredlicher Umgang mit der Bibel“

In der Samstags-Ausgabe der „Frankfurter Allgemeinen“ vom 13. Juli wurde folgende fundierte Leserzuschrift veröffentlicht, die wichtige Gedankengänge klar auf den Punkt bringt  –  und sich gegen die sog. „Orientierungshilfe“ der EKD (Evangelischen Kirche in Deutschland) stellt:

Mit Erstaunen nehme ich zur Kenntnis, dass die Ehe zwischen Mann und Frau nun kein heiliger Bund fürs Leben mehr sein soll, sondern nur ein „weltlich Ding“. Jahrhunderte hat auch die evangelische Kirche heiratswilligen Brautleuten etwas ganz anderes erzählt; jetzt will man davon offenbar nichts mehr wissen. Wie praktisch, dann scheidet es sich künftig wohl auch viel leichter. 120505209_B_July und Mike

Beschämend ist auch, wie jetzt seitens der kirchlichen Funktionärselite händeringend nach homophilen Bibelstellen gefahndet wird. Das führt in letzter Konsequenz zu einem unredlichen Umgang mit dem Text der Heiligen Schrift. Davids Worte an seinen brüderlichen Gefährten Jonathan „Deine Liebe war mir köstlicher als Frauenliebe“ (2 Sam 1,26) werden nun in den Dunstkreis der Bisexualität gerückt. König David als zärtlicher Männerfreund  –  was gläubige Juden wohl dazu sagen werden?

An dieser Stelle wird auch klar, warum von der EKD kein echter Bibelwissenschaftler bei der Ausarbeitung dieser Orientierungshilfe hinzugezogen wurde. Der hätte vermutlich nur gestört, wenn von den Zeitgeist-Theologen wohlweislich anderslautende Bibelstellen unterschlagen werden…

Ich meine: Eine Religion, die Glaubenssätze in ein willkürliches Belieben stellt, die situativ mal so und mal anders interpretiert werden können, läuft Gefahr, nicht nur ihren Wahrheitsanspruch, sondern letztlich auch sich selbst aufzugeben. Ich wünsche meiner evangelischen Kirche, dass sich nicht allzu viele nach Alternativen umsehen werden.

Dr. Dietrich von der Oelsnitz, Veltheim


Ehem. leitender evangelischer Bischof G. Müller: EKD-Familienpapier zurückziehen!

Der frühere Leitende Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), Prof. Gerhard Müller, hat den Rat der EKD aufgefordert, die umstrittene Orientierungshilfe zu Ehe und Familie zurückzuziehen: „Dazu gehört Größe. Denn wer gibt schon gerne zu, dass er unter Niveau geraten ist?“ schreibt der 84-jährige ehem. braunschweigische Landesbischof in einem Offenen Brief.

Das mehr als 160 Seiten umfassende EKD-Papier ist nach seinen Worten „überflüssig, vergangenheitsorientiert und perspektivlos“.  – Vor dem „breiten Weg“ der postmodernen Beliebigkeit, „der zur Verdammnis führt“, habe schon Jesus gewarnt (Mt 5,13).

Zu den Hauptkritikpunkten zählt eine mangelnde theologische Grundlegung des Textes. Dazu Prof. Müller: „Der lediglich fragmentarische Rückgriff auf die Heilige Schrift und Behauptungen ohne Belege sind unwissenschaftlich.“

Zu den 14 Kommissionsmitgliedern, die das Papier erarbeitet haben, habe weder ein Neu- noch ein Alt-Testamentler gehört. Indem die Autoren die Kirchen aufforderten, „Familie neu zu denken und die neue Vielfalt von privaten Lebensformen anzuerkennen“, machten sie die Lebensvielfalt zur neuen Norm.

Müller erwidert: „Bisher galt in allen christlichen Kirchen: Die Ehe von Frau und Mann ist von Gott gestiftet und kann nicht nach Belieben verändert werden.“ –  Auch werde die Ehe von den Reformatoren nicht geringer geachtet als von den Katholiken.

Quelle: http://www.idea.de


Streit um EKD-Familienpapier spitzt sich zu: Regionalbischöfin veralbert Kritiker

„Klageweiber beiderlei Geschlechts bejammern Verfall der hl. Familie“

Auf scharfe Kritik sind Äußerungen der Münchner Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler zur Verteidigung des umstrittenen Familienpapiers der EKD gestoßen.

Als „zynisch“ bezeichnet der Geschäftsführer der „Gesellschaft für Innere und Äußere Mission“, Pfarrer Albrecht Herzog, deren Aussage, dass „Klageweiber beiderlei Geschlechts“ derzeit „den Verfall der Heiligen Familie“ bejammerten.

Wie Herzog in der Zeitschrift „CA – Confessio Augustana“ schreibt, zeige die ständige Vertreterin des bayerischen Landesbischofs Heinrich Bedford-Strohm mit solchen Äußerungen „Verachtung für die klassische Ehe und Familie“.

Pfarrer Herzog kritisiert die Reaktionen aus der EKD-Führungsriege auf die massive Kritik an dem umstrittenen Papier: „Kein Kurswechsel, keine Abkehr von den bisherigen Grundlagen!“   –  Das könne kein „des Lebens und theologisch-geistlichen Denkens Befähigter“ nachvollziehen. EKD-Ratsvorsitzende Nikolaus Schneider habe dekretiert: „Nein! An diesem Papier wird nichts geändert!“

Das ist aus Sicht von Pastor Herzog ein Beleg für eine „theologische Diskursunfähigkeit und eine an Absolutismus und Verstockung erinnernde Kritikunverträglichkeit“.

Quelle: http://www.idea.de


Starprediger Ulrich Parzany übt scharfe Kritik am EKD-Desorientierungspapier

„Ich schäme mich für meine Kirche“

Mit scharfen Worten hat einer der führenden Evangelisten in Deutschland, Pfarrer Ulrich Parzany (siehe Foto), auf die Orientierungshilfe der EKD zur Familie reagiert:

„Ich schäme mich für meine evangelische Kirche“, schreibt der langjährige Hauptredner der Großevangelisation ProChrist und Generalsekretär des CVJM in einem Beitrag für die evangelische Nachrichtenagentur IDEA zur Frage „Wie sollen wir die Bibel verstehen?“ parzany_ulrich_allg_606_pr13_01_0b9936d070

In dem Familienpapier mit dem Titel „Zwischen Autonomie und Angewiesenheit – Familie als verlässliche Gemeinschaft stärken“ rückt das Leitungsgremium der EKD, der Rat, von der Ehe als alleiniger Norm ab und vertritt ein erweitertes Familienbild, das unter anderem auch gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften mit Kindern einschließt.

Parzany erinnert daran, dass die evangelische Kirche entstanden sei, weil die Reformatoren sich auf das vierfache „Allein“ beriefen: Allein Christus, allein die Gnade, allein der Glaube, allein die Schrift.  –  Nun bescheinigten der Kirche sogar die säkularen Medien einen laxen Umgang mit der Bibel.

Die sog. Orientierungshilfe erkläre, dass die Ehe keine unantastbare Schöpfungsordnung Gottes sei, „obwohl jeder in der Bibel lesen kann, dass Jesus die Zusammengehörigkeit von einem Mann und einer Frau als von Gott gewollte unverbrüchliche Gemeinschaft erklärt (Matthäus 19, 4-6)“.

In Facebook schreibt Parzany, er frage sich, wie man angesichts der Weigerung der EKD, das Papier zu ändern, Widerstand organisieren kann: „Austreten kommt für mich nicht infrage. Austreten sollen bitte die, die die Grundordnungen der evangelischen Kirchen missachten und das Ordinationsgelübde brechen. Darin steht, dass die Heilige Schrift Maßstab für Glauben und Leben ist.“

Quelle: http://www.idea.de/detail/thema-des-tages/artikel/ich-schaeme-mich-fuer-meine-evangelische-kirche-821.html

Foto: Thomas Schneider


Evangelisches Plädoyer für Ehe und Familie, für Bibel und Schöpfungsordnung

Von Almut Rosebrock

Als Christen sind wir Leuchttürme Gottes in der Welt  –  und stehen in Mit-Verantwortung für Seine Schöpfung!

Ich finde es schockierend zu sehen, in welche Richtung sich meine Kirche entwickelt.

Almut Rosebrock

Almut Rosebrock

Wie die Politik Realitäten und Schöpfungsgegebenheiten verdreht (Gender Mainstreaming, Gleichstellung um jeden Preis, Anbiederung an Wirtschaft, Konsum und Kapital allerorten). Und das unter Führung einer Pastorentochter und eines Pastors i.R. in den höchsten Ämtern!

Man kann nur beten – und selber denken.
Sich – und andere – informieren. Und nicht schweigen!
In dieser Welt – aber nicht von dieser Welt!

Ich (als ganz einfache Christin und mitdenkende Bürgerin mit Kindern) bin sehr dankbar dafür, dass sich an allen Ecken und Enden Widerstand regt gegen das Familienpapier der EKD, dem die Vision und das Vertrauen auf das göttliche Wirken und Seine Autorität zu fehlen scheint. Wie die Kirche „auf der Welle des Zeitgeistes“ reiten zu müssen meint.

Hoffnung machen Verlautbarungen aus verschiedenen Bekenntnisinitiativen.
Froh machte mich auch die 5-seitige Schrift zu Ehe und Familie von Bischof Voigt aus der SELK.

Gerade zu Zeiten des 500. Reformationsjubiläum die Basis der Schrift derart zu vernachlässigen und zu verlassen, finde ich schon gewagt.

Ich wünsche mir eine lebendige und an Gottes Wort ausgerichtete Kirche  – an dem Gott, der da ist und da war und da kommt.
(Zur Not brauchen wir eine neue Reformation!)

Man kann sich doch nicht aus der BIBEL die Passagen raussuchen, die einem genehm sind – und den Rest einfach „unter den Tisch fallen lassen“!
Ein „Gott für die Handtasche“ sozusagen, selbst zurechtgezimmert.

Es ist auch dramatisch, dass auf die Art und Weise die Ökumene auf’s Spiel gesetzt wird.
Umso positiver ist es dann zu erfahren, dass der Papst und der Vatikan durchaus den Dialog mit evangelikalen und bibeltreuen evangelischen Christen sucht.

Almut Rosebrock, Aktionsbündnis „Gerne leben mit Kindern“, www.glmk.de


Evangelische Klarstellung zur Ehe: Die Frau als Gehilfin des Mannes in der Schöpfungsordnung des Ewigen

Von Jörgen Bauer

„Es ist nicht gut, dass der Mensch allein ist; ich will ihm eine Gehilfin erschaffen, die um ihn sei.“ (1 Mose 2,18)

Dieser Vers ist altbekannt. Es geht um die Erschaffung der Frau als Gehilfin des Mannes  –  und wenn man weiter liest, war Adam über die Frau hocherfreut, sieht er in ihr doch sein Gegenüber  –  und so ist das bis heute geblieben.

Aus dem Schöpfungsbericht geht hervor, dass Mann und Frau zusammengehören, eine Einheit bilden, fruchtbar sein und sich mehren sollen  –  und das wird seit jeher als ein wesentlicher Teil der göttlichen Schöpfungsordnung gesehen.

Gemälde: Evita Gründler

Gemälde: Evita Gründler

Dies aber bereitet seit Neuestem Probleme, weil man die Homo-Ehe erfunden hat  –  und die lässt sich in der göttlichen Schöpfungsordnung einfach nicht unterbringen.

Es gibt nur zwei Möglichkeiten: Entweder man akzeptiert die Schöpfungs- und damit die natürliche Ordnung oder man lässt sich etwas einfallen  –  und da ist der EKD mit einer „Orientierungshilfe“ wieder etwas “ganz Besonderes” eingefallen.

Die EKD-„Orientierungshilfe“ kürzt die entscheidende Bibelstelle

Dazu wird Vers 18 in 1. Mose 2 zerpflückt, indem der erste Halbsatz“Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei” vom zweiten Halbsatz “ich will ihm eine Gehilfin erschaffen, die um ihn sei” abgetrennt und isoliert wird, so dass nur noch “Es ist nicht gut dass der Mensch allein sei” übrigbleibt.

Folgt man dieser Methodik, kommt es auf die Frau, die Gott als Gehilfin für den Mann schuf, eigentlich gar nicht an. Sie ist dann eher zufällig, denn nach Auffassung der Verfasser der EKD-“Orientierungshilfe” geht es allein darum, dass der Mensch auf Gemeinschaft angelegt ist  –  und deshalb spielt es überhaupt keine Rolle, wie die Gemeinschaft jeweils strukturiert ist.

Deshalb kommt man in der EKD-„Orientierungshilfe“ auch “folgerichtig” zu dem Schluss, dass die Ehe keine göttliche Stiftung ist...

Aber es geht noch weiter:
Das Scheidungsverbot Jesu
(“Was Gott zusammengefügt hat, das soll der Mensch nicht trennen”) ist nach Auffassung der EKD-“Orientierungshilfe” auch nicht mehr verbindlich, sondern dieses erinnere lediglich daran, wie wichtig Verlässlichkeit für jede Gemeinschaft ist  – in diesem Fall die Familie bzw. das, was man jeweils darunter versteht.

Demzufolge hat auch alles seine Berechtigung  –  vor allem die Homo-Ehe. Hauptsache, dass eine Gemeinschaft –  in Anlehnung an die herkömmliche Familie –  vorliegt, deren Mitglieder gegenseitige Verpflichtungen, ggf. einschließlich Verpflichtungen gegenüber Kindern, eingegangen sind und damit eine “Familie” bilden.

Umdeutung bewirkt falsche Weichenstellung

Dabei sind nach Auffassung der EKD biologische Verwandtschaftsverhältnisse nebensächlich…

Die Umdeutung von 1. Mose 2, 18 dürfte die entscheidende  – und falsche – Weichenstellung sein, auf der die weitere “Argumentation” der aus 160 Seiten bestehenden EKD „Orientierungshilfe“ aufbaut, die eine vollständige Anpassung an den Zeitgeist beinhaltet.

Es ist nicht Aufgabe der Kirche, dem Zeitgeist theologische Alibis zu liefern. Kirche die glaubhaft sein will, muss gegen den Strom schwimmen und dem Zeitgeist widerstreben. Sie muss sich am Wort Gottes als Maßstab orientieren und nicht an den “Realitäten” in einer gefallenen Schöpfung.

Unsere Aufgabe ist es, unbeirrt für die biblische Wahrheit einzustehen.


Evangelischer Landesbischof betont herausragende Bedeutung der Ehe

Jochen Bohl: „Es geht auch um die Weitergabe des Lebens“

In der Debatte um das „erweiterte“ Familienbild der EKD hat der Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens, Jochen Bohl (Dresden), sich nachdrücklich für eine besondere Stellung von Ehe und Familie ausgesprochen.

Im „Orientierungspapier“ rückt die EKD von der Ehe als alleiniger Norm ab und vertritt ein erweitertes Familienbild, das u.a. auch gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften mit Kindern einschließt. Bohl plädiert dafür, daß die Ehe als verbindliche Grundlage der Familie weiter einen besonderen Schutz genieße: „Wir tun das, weil wir davon überzeugt sind, dass die Ehe als Leitbild dem Willen Gottes für das Zusammenleben von Mann und Frau entspricht.“

Zur Frage, ob die Ehe für gleichgeschlechtliche Partnerschaften geöffnet werden solle, erklärte der Landesbischof, zweifellos gebe es auch gleichgeschlechtliche Partnerschaften, in denen Menschen verlässlich und verbindlich füreinander einstünden. Aber nur die Verbindung von Mann und Frau eröffne die Möglichkeit zur Fortpflanzung:

„Die Bibel denkt die Ehe nicht ohne die Bedeutung der Weitergabe des Lebens. Damit ist eine Differenz zu jeder Verbindung von zwei Menschen des gleichen Geschlechts gegeben, die eine unterschiedliche Gestaltung von Ehe und eingetragener Lebenspartnerschaft rechtfertigt.“

Quelle: http://www.idea.de


Dokumentation: Führender evangelischer Theologe widerspricht EKD-Familienpapier

Aufklärung zur Ehe

 Theologische Stellungnahme

zur Orientierungshilfe des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland :

„Zwischen Autonomie und Angewiesenheit. Familie als verlässliche Gemeinschaft stärken.“

 Von Prof. Dr. Reinhard Slenczka, Erlangen

 Veränderung als sittliche Norm?  – Vorbemerkung zum Thema:

Dieser kirchenamtliche Text richtet sich auf einen aus dem „gesellschaftlichen Wandel“  hervorgegangenen  „erweiterten Familienbegriff“ mit der Absicht, Orientierung nach den Grundsätzen christlicher Lehre zu geben.

In der Durchführung bedeutet dies jedoch nichts anderes, als dass der Rat  der EKD den Anspruch erhebt, die Auslegung der Heiligen Schrift einem vermuteten gesellschaftlichen Wandel und den gesellschaftspolitischen Forderungen unter Aufhebung aller Widersprüche anzupassen (S. 13, 54 ff). Dazu hat er weder die Vollmacht noch das Recht. 120505288_BV_July und Mike

Das damit entstandene Problem ist bereits im Thema „zwischen Autonomie und Angewiesenheit“ zu erfassen:

Was ist „Autonomie? Dass der „Mensch nach der Aufklärung“ in der Weise sich als „autonom“ versteht, dass er selbst über Gut und Böse entscheiden kann und will, ist eine selbst in der Fachwelt weitverbreitete Auffassung und Einstellung.

Für den Philosophen der Aufklärung jedoch, Immanuel Kant, heißt „Autonomie“, das unbedingt (kategorisch) geltende Gesetz um seiner selbst willen zu tun. 

Heteronomie hingegen liegt dann vor, wenn ich das Gesetz nicht um seiner selbst willen, sondern nach meinen Zwecken, Bedürfnissen und nach der jeweiligen Situation (hypothetisch) verwende. Eine praktische Anwendung dieses Grundsatzes findet sich in Kants Schrift „Über ein vermeintes Recht aus Menschenliebe zu lügen“ mit dem auch heute zu bedenkenden Grundsatz: „Das Recht muss nie der Politik, wohl aber die Politik jederzeit dem Recht angepasst werden“.

Kant betont dazu, dass man auf empirische Prinzipien, also auf die Erfahrung und gesellschaftlichen Wandel, keine moralischen Gesetze begründen kann[1]. Das ist auch heute notwendige Aufklärung im Sinne Kants!

Was ist „Angewiesenheit“? Das ist Bedürfnis oder auch Mangel, der vom Menschen empfunden wird und der zu befriedigen ist. Man mag das als Anlage oder auch als Trieb bezeichnen. In jedem Fall bezieht sich das auf Zwecke und Bedürfnisse des Menschen.

Der wissenschaftliche Fachausdruck dafür ist „Behaviorismus“ / „Verhaltensforschung“, eine Betrachtungsweise, die ursprünglich aus der Zoologie stammt, wo die bedingten Reflexe in ihrer Regelmäßigkeit beobachtet werden. Die Übertragung dieser Betrachtungsweise auf menschliches Verhalten wird weithin als Selbstverständlichkeit angesehen.120505416_B_Judy und Mike in der Kirche

An dieser Stelle liegt ein simpler, jedoch folgenreicher und leider weitverbreiteter Fehler: Denn der ganze Text steht unter dem Vorzeichen einer Heteronomie, bei der die unbedingte und universale Geltung des Sittengesetzes durch die Bedürfnisse und Triebe des Menschen aufgehoben wird.

Das ist ein generelles, also keineswegs nur auf christliche Theologie und Kirche beschränktes Problem. Denn Situationen sind veränderlich, und Veränderung kann weder als Prinzip verbindlich noch als Norm verbindend sein. Dass auf diese Weise Gemeinschaft durch subjektive Ansichten und willkürliche Meinungen zerstört wird, zeigt sich schon jetzt an den Reaktionen, die dieser Text auslöst.

Das 6. Gebot kommt im EKD-Papier nicht vor!

Das 6. Gebot Gottes, „Du sollst nicht ehebrechen“, das in dem ganzen Text nicht einmal vorkommt, ist insofern kategorisch, weil es von Gott gegeben ist. Gott aber verbietet dort, wo der Mensch etwas anderes will. Dass dieser Mensch, das Geschöpf Gottes, hinter dem Verbot eine Böswilligkeit Gottes vermutet, der ihm etwas Schönes vorenthalten will, ist bezeichnend für die menschheitliche Folge des Sündenfalls (1 Mos 3).

Doch Gott will das Gute für den Menschen, indem er ihn vor der selbstzerstörerischen Sünde schützt. Dies wäre auch die Aufgabe rechter kirchlicher Verkündigung und Unterweisung.

Wenn nun freilich in dieser Orientierungshilfe die Triebbefriedigung in jeder Form unter der idyllischen, doch höchst unrealistischen Bedingung von „Liebe, Verlässlichkeit und Treue in Partnerschaft und Familie“ zum Prinzip erhoben wird, dann  werden wechselnde Verhaltensweisen und Bedürfnisse von Menschen in der jeweiligen gesellschaftlichen Situation zum Prinzip erhoben mit dem Ziel, Wohlbefinden und Befriedigung zu erreichen. Die Gebote und Weisungen Gottes werden für überholt erklärt oder völlig ignoriert.

Gottes Schöpfungsordnung ist unveränderlich

Gottes Schöpfungsordnung und seine Gebote sind unveränderlich. Darin liegt auch die unverfügbare Grundlage für weltliches Recht; dafür hätte gerade auch die Kirche Verantwortung zu tragen. In diesem Text jedoch geht es nicht um die Grundlagen des Rechts, sondern  man meint, der Veränderung des Verhaltens und der damit verbundenen  weltlichen Gesetzgebung folgen zu müssen.

Dabei wird jedoch völlig übersehen, dass es sich keineswegs um einen Fortschritt  und Emanzipation handelt. Die zahlreichen Gesetze zu Ehe und Familie in den letzten Jahren können durchaus auch verstanden werden als Maßnahmen zum Schutz vor den schädlichen Folgen, die aus der Übertretung des 6. Gebots erwachsen sind.

Das Gebot Gottes wendet sich gegen die Sünde, das Böse und Schädliche im Menschen und unter Menschen. Sünde aber ist nicht einfach ein Mangel an Wohlbefinden; „Sünde ist nicht eine Störung, sondern eine Befriedigung der Natur (H. J. Iwand). Wo aber erscheint in diesem Text das, was die Wirklichkeit unseres Lebens begleitet: Missbrauch, Untreue, Schädigung und nicht zuletzt die tiefe Verletzung von Gewissen der heranwachsenden Generation durch schlechtes Beispiel und falsche Unterweisung?

Das wird jedenfalls nicht durch wohlmeinende Ermahnungen beseitigt; es sitzt viel tiefer im menschlichen Herzen. Wo die Kirche eine große Verantwortung hätte, die durch keine andere Instanz ersetzt werden kann, geschieht hier im Protestantismus das genaue Gegenteil: Die verbindlichen und verbindenden Grundlagen von Ehe und Familie werden zutiefst zerstört, indem das als Norm behauptet wird, wie sich  –  dem Anschein nach  –  eine Mehrheit verhält und tut, was sie will.

Insgesamt wird mit diesem Text solchen ein gutes Gewissen gemacht, die nicht mehr der Ordnung und den Weisungen Gottes folgen, weil sie meinen und belehrt werden, dass Gottes Gebote heute nicht mehr gelten.

Sünde darf nicht gerechtfertigt werden

Auf diese Weise wird die Sünde, nicht aber der Sünder gerechtfertigt. Was geschieht jedoch mit den Gewissen derer, die dadurch beunruhigt oder gar zerbrochen werden, dass sie den Widerspruch und das Gericht Gottes als Folgen ihrer Übertretungen erfahren?

Im Blick auf diese Desorientierung soll im Folgenden nicht auf Einzelheiten eines in jeder Hinsicht verfehlten Textes eingegangen werden, sondern es sollen  Grundinformationen zu dem Thema Ehe und Familie zusammengestellt werden, die keineswegs nur auf christliche Vorstellungen beschränkt sind, sondern die für die gesamte von Gott geschaffene Menschheit und deren Ordnung und Erhaltung gelten.


[1] Um Kant zu zitieren: „Autonomie des Willens ist die Beschaffenheit des Willens, dadurch derselbe ihm selbst (unabhängig von aller Beschaffenheit der Gegenstände des Wollens) ein Gesetz ist…“ – : „Wenn der Wille irgend worin anders, als in der Tauglichkeit seiner Maximen zu einer allgemeinen Gesetzgebung, mithin, wenn er, indem er über sich selbst hinausgeht, in der Beschaffenheit irgend eines seiner Objekte das Gesetz sucht, das ihn bestimmen soll, so kommt jederzeit Heteronomie heraus“.   – Immanuel Kant, Grundlegung zur Metaphysik der Sitten. Die Autonomie / Heteronomie des Willens. (BA 87 f).

Quelle und FORTSETZUNG des Grundsatzartikels hier: http://www.ksbb-bayern.de/downloads/aufklaerungzureheekd2013.pdf


„Lebendige Gemeinde München“: EKD soll Desorientierungspapier zu Ehe und Familie zurücknehmen!

Lebendige Gemeinde München e.V.  /  Grünwalder-Straße 103c  /  81547 München

OFFENER BRIEF an Landesbischof Prof. Dr. Heinrich Bedford-Strohm

Öffentliche Stellungnahme zur „Orientierungshilfe“ der EKD zu Ehe und Familie

Sehr geehrter Herr Landesbischof,

Leitungskreis und Vorstand der Lebendigen Gemeinde München haben folgende öffentliche Stellungnahme beschlossen:

„In der „Orientierungshilfe“ der EKD zu Ehe und Familie ist Verlässlichkeit zwischen Menschen Hauptkriterium für die Beurteilung eheähnlicher Beziehungen. Zwar stemmt sich die EKD damit gegen den Trend zur Individualisierung. Das wäre positiv für das Funktionieren der Gesellschaft, wenn darüber nicht das Leitbild der auf Dauer verlässlichen Familie bestehend aus Vater, Mutter und Kindern als Kern unserer Gesellschaft relativiert würde  –  zu Gunsten vielfältiger Lebensformen, zum Beispiel gleichgeschlechtlicher Partnerschaften sogar mit Kindern.

Foto: M. Löhr, CDL

Foto: M. Löhr, CDL

Biblische Argumente, die das herkömmliche Verständnis von Ehe und Familie beschreiben, werden durch hermeneutische Umdeutung zurechtgebogen  –  hilfsweise durch Verweis auf die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichtes.

Damit wird das neutestamentliche Familienbild ersetzt, was der neuen gesellschaftlichen Wirklichkeit Rechnung tragen soll. Das widerspricht dem Auftrag der Kirche: Paulus fordert im Brief an die Römer im Kap. 12,2: „Stellt euch nicht dieser Welt gleich, sondern ändert Euch durch Erneuerung eures Sinnes…“

Abgesehen davon, dass christliche Moralvorstellungen schon immer Korrektiv der gesellschaftlichen Wirklichkeit waren – und nicht umgekehrt, sollten wir auch die Konsequenzen bedenken.

Die Ehe ist auf Kinder ausgerichtet

Es besteht kein Zweifel, dass die Ehe nach dem Willen Gottes auf Kinder ausgerichtet ist. Sie soll auf Lebenszeit  –  also auf Dauer verlässlich sein. Die meisten kennen aus ihrem Elternhaus eine auf Dauer stabile Familie mit Vater, Mutter und Kindern als Leitbild in unserer Gesellschaft  –  im Einklang mit der Bibel (Mt 19,5; Mk 10, 11, 12, 1.Kor 7,10; 39, Eph 5,21 – 6,4; Heb 13,4).

Das Verständnis von Ehe und Familie hat sich nicht von selbst gewandelt; dieses Fundament unserer Gesellschaft wurde gezielt geschwächt. Lenin würde seine Forderung „Schafft die Familie ab“ bestätigt sehen. Auch die heute gängigen gender-ideologischen Bestrebungen zur Veränderung des Bildes der Frau und Mutter wirken in die gleiche Richtung.

Kirchenleitungen und Politikern scheint weithin nicht mehr bewusst zu sein, dass die Institution der Ehe mit den sie begleitenden Geboten und schützenden Gesetzen sowie die damit einhergehende soziale Kontrolle den mächtigen Sexualtrieb einhegt und so dessen zügellose Auswüchse bändigt.

Wer die Familie  –  Vater, Mutter, Kinder  –  als dauerhaft verlässlichen Rahmen für die Ehepartner auch bei Krankheit und im Alter und als verlässlichen Entwicklungs- und Schutzraum für Kinder sowie als wichtiges Element der sozialen Einbindung in unsere Gesellschaft für unverzichtbar hält, muss diese Entwicklung und deren dramatische Auswirkungen mit großer Sorge sehen.

EKD-Papier erschwert die Ökumene

Außerdem vertieft die „Orientierungshilfe“ den Graben zwischen den ethischen Positionen der EKD und der römisch-katholischen sowie der orthodoxen Kirchen. Insbesondere sind zu nennen: die unklare Haltung zu Abtreibung und Sterbehilfe, zur Auflösung des Zusammenhangs von Ehe, Fruchtbarkeit und Sexualität, zur Akzeptanz von praktizierter Homosexualität sogar in Pfarrhäusern bis hin zur „Trauung“ gleichgeschlechtlicher Paare.

Hinzu kommen die Infragestellung der Heilsbedeutung des Leidens Christi am Kreuz und seiner Auferstehung als angeblich aus Vernunftgründen nicht mehr glaubwürdig  –  gar als „fundamentalistische Zumutung“.

Unsere Kirchenleitungen erschweren die Bemühungen um Ökumene dadurch, dass sie einen bibelkritischen Sonderweg weitergehen, mit dem sie sich sowohl von der biblisch-apostolischen Lehre wie auch von der römisch-katholischen, den orthodoxen und altorientalischen Kirchen  –  ja auch von evangelischen Geschwisterkirchen weltweit absetzen.“

Als Glieder der ELKB (Evang.-lutherischen Kirche Bayerns), deren Bindung an Schrift und Bekenntnis uns unverzichtbar ist (siehe Grundartikel unserer Kirchenverfassung), fordern wir Sie auf, darauf hinzuwirken, dass die “Orientierungshilfe“ der EKD zu Ehe und Familie zurückgenommen wird.

Mit freundlichen Grüßen
gez. Pfr. Dieter Kuller
gez. Bolko von Bonin
Vorstand Lebendige Gemeinde München e.V.