EKD bittet Mißbrauchsopfer um Vergebung

Die EKD steht in der Pflicht, in den kirchlichen Reihen „Null-Toleranz“ gegenüber Sexualstraftätern und ihren Mitwissern zu zeigen. Das erklärte der EKD-Ratsvorsitzende, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm (München), in seinem Bericht am 11. November vor der EKD-Synode in Würzburg.

Sexualisierte Gewalt stehe im tiefen Widerspruch zur radikalen Liebe, für die die Kirche stehe. Bedford-Strohm: „Ich bitte alle Menschen, denen solches Leid im Raum der evangelischen Kirche widerfahren ist, im Namen des Rates der EKD um Vergebung.“

Die evangelischen Kirchen müssten „noch intensiver an Präventionskonzepten und zielgenauer Aufarbeitung arbeiten“. So wolle die EKD die Zusammenarbeit mit der Unabhängigen Kommission zur Aufklärung sexuellen Kindesmissbrauchs ausbauen.

Quelle und Fortsetzung der Meldung hier: https://www.idea.de/frei-kirchen/detail/sexuelle-gewalt-in-der-kirche-ekd-bittet-opfer-um-vergebung-107180.html

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Konservative SELK-Lutheraner kritisieren EKD-Papier zum Dialog mit dem Islam

Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) hat in einem neuen Positionspapier zum Ausdruck gebracht, dass sie den interreligiösen Dialog mit Muslimen vertiefen will. Ist dieses Ziel richtig?

Dazu äußern sich zwei kirchenleitende Repräsentanten in einem Pro und Kontra für die evangelische Nachrichtenagentur IDEA.

PRO: Für eine Vertiefung des Dialogs mit Muslimen plädiert der Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg/Schlesische Oberlausitz, Markus Dröge.

BILD: DITIB-Moschee mit Minarett in Köln-Ehrenfeld (Foto: Dr. Bernd Pelz)

Nach seinen Worten muss dieses Gespräch verstärkt werden, gerade weil es in einer Bewährungsprobe stehe: „Der Einfluss ausländischer Regierungen auf Muslime in Deutschland, die Verbindung von Religion und nationalem Denken, der Einfluss fundamentalistischer Strömungen innerhalb des Islams – all das ist belastend.“

Laut Dröge muss man von muslimischen Mitbürgern Dialogbereitschaft erwarten: „Aber umso mehr von uns selbst: Denn unsere Aufgabe als Christen ist es, Friedensstifter zu sein, und zwar gerade dann, wenn die Herausforderung groß ist. Das hat Jesus uns in der Bergpredigt aufgetragen.“

Die Gegenposition vertritt Propst Gert Kelter von der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK).

KONTRA: Kelter stellt den Vergleich zu dem EKD-Papier „Klarheit und gute Nachbarschaft“ von 2006 an. Im Gegensatz dazu schließe das neue Papier nicht aus, „dass Gott auch von außerhalb der Kirche zu den Menschen spricht“.

Das gebe Anlass nachzufragen: „Was und wodurch denn? Vielleicht ,ein ganz klein bisschen‘ auch durch den Koran?“

Der leitende SELK-Geistliche Kelter nennt jene Aussage in dem EKD-Positionspapier „verblüffend“, wonach der interreligiöse Dialog „zutiefst zum Wesen der Kirche“ gehöre. Er fragt: „Waren das nicht ,früher‘ mal Liturgie, Diakonie und Mission?“

Beim vertieften Dialog zwischen EKD und Islam scheine es vor allem um die Verständigung über Religionsfreiheit, religiösen Pluralismus und die „Einübung in die eigene Pluralitätsfähigkeit“ zu gehen.

Propst Kelter: „Das ist wichtig. Vor allem für den Islam. Gäbe es aber nicht auch theologische Gegensätze dialogisch zu bearbeiten?“

Quelle: SELK-Meldung – Internetpräsenz: http://www.selk.de


Mutiger evangelischer Bischof Abromeit predigt beim „Marsch für das Leben“

Wie die Internetpräsenz der Evangelischen Kirche von Mecklenburg-Vorpommern berichtet, nimmt erstmals seit Jahren ein landeskirchlicher evangelischer Bischof am „Marsch für das Leben“ in Berlin teil (der heute stattfindet), nämlich Hans-Jürgen Abromeit: http://www.kirche-mv.de/Marsch-fuer-das-Leben-mit-Bischof-Abromeit.10125.0.html

Dies ist umso erstaunlicher, als sich amtliche Vertreter der EKD (Evangelische Kirche in Deutschland) bislang fast immer distanziert bis ablehnend gegenüber diesem Lebensrechtler-Schweigemarsch geäußert haben, diesmal z.B. erneut Bischof Markus Dröge von Berlin-Brandenburg, der dieser Aktion eine „Polarisierung“ vorwarf.

Zweifellos scheiden sich die Geister, wenn es um das Lebensrecht der ungeborenen Kinder geht – allerdings bleibt unklar, warum Dröge das zu einem Vorwurf an die Abtreibungsgegner ummünzt.

Anders reagiert der Greifswalder evangelische Bischof Abromeit, der nicht nur „mitmarschiert“, sondern sogar die Predigt beim ökumenischen Abschlußgottesdienst auf dem Washington-Platz in Berlin halten wird.

Gegenüber dem epd-Pressedienst erklärte Abromeit: „Neues Leben beginnt nach medizinischer Expertise und gemeinsamer christlicher Überzeugung mit der Zeugung. Das so entstandene Kind hat ein Recht auf Leben – das soll geschützt werden.“ – Er sagte weiter, Gott sei „ein Freund des Lebens, das Leben ist absolut und heilig“. Deshalb sei es in seiner Theologie „konsequent, für das Leben einzutreten“.

Zudem nehmen diesmal erneut  – wie bereits in den Vorjahren  –  katholische Würdenträger an der Kundgebung für das Leben teil, darunter der Oberhirte von Regensburg, Dr. Rudolf Voderholzer, sowie der Berliner Weihbischof Mathias Heinrich.


EKD-Magazin „Chrismon“ verherrlicht Abtreibungsärztin Hänel als „Retterin“

Das evangelische Monatsmagazin „Chrismon“ stellt in der August-Ausgabe die Gießener Ärztin Kristina Hänel in einem Porträt vor. Der Beitrag ist überschrieben mit „Die Retterin“.

Hänel war im November vom Amtsgericht Gießen zu einer Geldstrafe von 6000 Euro verurteilt worden, weil sie nach Ansicht des Gerichts auf der Internetseite ihrer Praxis über Abtreibungen informiert und geworben hatte.  Seither sei das Leben der Ärztin und Reiterhofbesitzerin ziemlich aus den Fugen, heißt es in dem Porträt der „Chrismon”-Chefredakteurin Ursula Ott.

Dass Hänel schon in den 80er Jahren bei „Pro Familia“ arbeitete, habe mit den geregelten Arbeitszeiten dort zu tun gehabt. Die Arzttochter habe während des Studiums zwei Wunschkinder bekommen. Die Beziehung zu ihrem Partner sei in die Brüche gegangen und die beiden Kinder habe sie alleine aufgezogen. Damals habe die Protestantin auch als Laienhelferin in der Psychiatrie geholfen und sei dort auf viele vergewaltigte und sexuell missbrauchte Frauen getroffen.

Kritik von evangelikaler Seite

Der Beitrag stößt bei dem Generalsekretär der Evangelischen Allianz, Hartmut Steeb, auf Kritik. Er sei entsetzt, dass das auch mit seinen Kirchensteuern finanzierte Magazin mit diesem Artikel „die an Einseitigkeit kaum zu überbietende Sicht von Frau Hänel“ wieder einmal und zudem ohne Gegenposition darstelle. 

Er frage sich, warum Ott das Wort von den „selbsternannten Lebensschützern“ übernehme: „Hat man je von ,selbsternannten Naturschützern‘ gelesen oder von ,selbsternannten Kämpfern für Gleichstellung‘?“

Noch verheerender sei, dass „nicht wenigstens ein einziges Mal“ das Recht des Kindes auf Leben zur Sprache komme, wie es sowohl die biblische Botschaft als auch Urteile des Bundesverfassungsgerichtes nahelegten. Warum dieser Artikel mit „Retterin“ überschrieben sei, „bleibt mir ein Rätsel“, so Steeb. Damit nehme man nicht zur Kenntnis, dass es sich „bei den Abgetriebenen um Menschen handelt“. 

„Chrismon” wird in 1,6 Millionen Exemplaren überregionalen und regionalen Zeitungen beigelegt. Es erscheint im Hansischen Druck- und Verlagshaus, das eine 100-prozentige Tochter des Gemeinschaftswerks der Evangelischen Publizistik (GEP) ist. Das Magazin wird größtenteils von der EKD aus Kirchensteuermitteln finanziert.

Quelle und vollständiger Text hier: https://www.idea.de/gesellschaft/detail/ekd-magazin-chrismon-bezeichnet-abtreibungsaerztin-als-retterin-106112.html


Bayern: Evangelikaler ABC kritisiert evangelische Segnung homosexueller Paare

Erklärung des ABC (Arbeitskreis bekennender Christen) zur Entscheidung der evangelischen Kirchenleitung, öffentliche Segnungen homosexueller Paare zuzulassen:

Der ABC stellt fest:

„Mit der Entscheidung der Kirchenleitung, öffentliche Segnungen homosexueller Paare zuzulassen, ist das Bekenntnis der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern verletzt, da es bei dieser Thematik ganz wesentlich um das Verständnis und die Auslegung der Heiligen Schrift geht.

Evangelische Kirche in Augsburg

Die Einschätzung, dass es sich hier um eine Bekenntnisfrage geht, war bis vor wenigen Jahren Allgemeingut in der evangelischen Kirche – es ist in der jüngsten Debatte nicht deutlich geworden, was sich hieran geändert haben sollte.

Eine Bekenntnisfrage lässt sich nicht mit Mehrheit entscheiden, sondern nur durch einen Magnus Consensus – dies ist im konkreten Fall nicht geschehen. Ein Konsens lässt sich nicht erzwingen, sondern nur feststellen.

Für eine juristische Prüfung dieser Entscheidung im Rahmen eines Normen­kontrollverfahrens vor dem Verfassungsgericht der VELKD fehlt dem ABC die Antragsberechtigung. Auch ist davon auszugehen, dass Kirchenjuristen aktuelle theologische Debatten nicht klären würden.

Die Entscheidung dokumentiert einen Riss innerhalb der Landeskirche: Die Kirche ist in dieser Frage gespalten.

Der ABC bittet darum, weiterhin in der Landeskirche zu bleiben und in Treue für die Achtung von Schrift und Bekenntnis einzustehen, hat aber zugleich Verständnis für diejenigen, die angesichts dieser Situation aus Gewissensgründen die Landeskirche verlassen und wird weiter in geistlicher Gemeinschaft mit ihnen verbunden bleiben.“

Weitere Infos: www.abc-bayern.de


Peter Hahne kritisiert „fahrlässige“ Asylpolitik

Der bekannte TV-Journalist und Bestsellerautor Peter Hahne hat auf dem Sächsischen Israelfreundestag zum Eintreten gegen Antisemitismus aufgerufen: „Wir brauchen mehr nationales Geschichtsbewusstsein und eine verbindliche Leitkultur mit der Maxime ‚Nie wieder Judenhass auf deutschem Boden!‘“, erklärte das frühere EKD-Ratsmitglied.

BILD: Einer der Buchtitel von Peter Hahne: „Niemals aufgeben!“

Hahne übte zudem scharfe Kritik an der Politik in Deutschland: „Während man vorgibt, gegen die weltweite Christenverfolgung zu kämpfen, lässt man mit einer fahrlässigen Flüchtlingspolitik auch militante Moslems, radikale Antisemiten und Christenhasser unkontrolliert ins Land. Das alles auf dem Rücken der wirklich Verfolgten.“

Quelle und vollständiger Text hier: https://www.idea.de/gesellschaft/detail/hahne-nie-wieder-judenhass-auf-deutschem-boden-105680.html


EKD kritisiert israelfeindliche Äußerungen des evangelischen Theologen Duchrow

Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) hat sich von den Äußerungen des Theologieprofessors Ulrich Duchrow distanziert, die in Medien als antisemitisch kritisiert werden.

Es geht um seinen Beitrag „Unterdrückung über Ausbeutung hinaus – Das Beispiel Palästina/Israel in theologischer Perspektive“. Der Text war 2016 in einem Sammelband mit dem Titel „Armut und Ausgrenzung überwinden“ erschienen.

Prof. Duchrow beschuldigt Israel in seinem Beitrag schlimmster humanitärer Verbrechen gegenüber der Bevölkerung Palästinas und spricht vom „Missbrauch der Bibel im Interesse des Siedlerkolonialismus mit seinen ethnischen Säuberungen und der Apartheid“.

Er verweist dabei auf Stellen aus dem Alten Testament. So habe Gott mit dem Volk einen Bund geschlossen, der auf Gerechtigkeit beruhe. Israel aber versuche, „Menschen minderen Rechts komplett loszuwerden und die Übrigbleibenden zu gettoisieren wie in Gaza“.

Das Fazit des protestantischen Theologen lautet: „Im westlichen Imperium ist Israel also das Extrem der westlichen kolonialistischen, kapitalistischen, imperialen, wissenschaftlich-technischen gewalttätigen Eroberungskultur der letzten 500 Jahre.“

Auf Anfrage teilte ein EKD-Sprecher der evangelischen Nachrichtenagentur IDEA mit, dass sich die EKD „inhaltlich ausdrücklich“ vom Text Duchrows in dem Sammelband distanziere. Er stehe in keinerlei Zusammenhang zu Veröffentlichungen der EKD oder anderen Beiträgen in dem Band. Eine finanzielle Beteiligung an der Publikation habe es entgegen anderslautender Medienberichte nicht gegeben.

Kritik am Beitrag Duchrows hatte auch der Internationale Rat der Juden und Christen (ICCJ) geübt. Er beklagte in einer Mitteilung Ende 2017 einen Zuwachs von Antizionismus und Israel-Boykottkampagnen im deutschsprachigen Kirchenumfeld.

Quelle und vollständiger IDEA-Text hier: https://www.idea.de/frei-kirchen/detail/ekd-distanziert-sich-von-antiisraelischen-aussagen-eines-theologen-105368.html