Zum Fest „Maria Heimsuchung“ am 2. Juli

Von Pfr. Felix Evers

Wie oft höre ich in den letzten Wochen diesen Satz: „Das kann ich nicht mehr sehen!“ 

Ein weiterer Brennpunkt im Fernsehen zur Coronakrise, Elendsbilder im Fernsehen und in der Zeitung, Hiobsbotschaften in aller Welt. Nein, das halten unsere Augen auf Dauer nicht aus. Deshalb halten sich Kinder bisweilen ihre Hände vor die Augen, um damit kundzutun: „Es genügt! Das kann und will ich nicht mit ansehen!“

Es gibt im großartigen Spielfilm Florian Henckel von Donnersmarcks „Werk ohne Autor“ die Szene, dass die Protagonistin Elisabeth zum Busbahnhof läuft und eine bittende Geste macht, woraufhin alle Busfahrer gemeinsam für sie hupen. Wie ein Priester in Adorantenhaltung steht sie da, hebt ihre Arme und genießt den Ton. Im Anschluss sagt sie ihrem Neffen Kurt, sie wünsche sich ein Bild, das sich so anfühlt; und sie lehrt ihren Neffen, niemals die Hand vor seine Augen zu tun, sondern immer hinzuschauen: „Sieh niemals weg! Schau immer hin!“

Nur deshalb wird aus dem kleinen Kurt ein weltberühmter Künstler. Künstler erblicken, sehen, schauen, beobachten, bilden ab. Kommen nicht viele Unheile dieser Welt von Menschen, die nicht hinsehen wollen, die wegschauen?  – „Ecce homo“ heißt übersetzt: „Seht, der Mensch!“

In der Krippe und am Kreuz erblicken wir elend, nackt und bloß den Gott, der genau hinschaut auf seine geliebte Schöpfung, sich all seiner Gewalt entäußert und uns alle liebevoll anblickt. Jesus ist das Bild Gottes; das alte Bilderverbot hebt Christus auf, indem er uns das Bild des erlösten Menschen zurückgibt.

Wer Jesus sieht, der sieht den Vater; nach seinem Bild sind wir alle erschaffen. Im Spiegel sehen wir nicht mehr nur einen hinfälligen alternden Zeitgenossen, sondern Gottes geliebtes Kind.

Das wohl schönste Bild für ein geradezu pränatales Angeschautwerden ist die biblische Aussage am Fest der Heimsuchung Mariens, dass „in jenen Tagen sich Maria auf den Weg machte und in eine Stadt im Bergland von Judäa eilte. Sie ging in das Haus des Zacharias und begrüßte Elisabeth. Als Elisabeth den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leib“ (Lukas 1, 39 ff).

Johannes der Täufer schaut vor seiner Geburt das noch nicht zur Welt gekommene Christkind! Was für ein Trostbild mitten in einer krisengeschüttelten Welt.

Einer, der in seinem Leben unfassbar viel Leid schauen musste, war Paul Gerhardt. In Kursachsen hatte Familie Gerhardt unter den Folgen des Dreißigjährigen Krieges, konkret unter Hungersnot, Seuchen und Übergriffen von Soldaten, zu leiden. 1619 starb Paul Gerhardts Vater, 1621 seine Mutter.

In Wittenberg, wo viele Menschen vor den Folgen des Krieges Zuflucht gesucht hatten, wütete im Jahr 1636/37 die Pest; das Kirchenamt – Paul Gerhardts Bleibe in diesen Jahren – musste für die Pest-Toten eigene Sterbebücher anlegen.

Paul Gerhardts nahe gelegene Geburtsstadt wurde am 11. April 1637 von schwedischen Soldaten vollständig zerstört. Am 7. November 1637 rief Gott Gerhardts Bruder Christian zu sich. Am 11. Februar 1655 heiratete Paul Gerhardt Anna Maria Berthold. Im Jahr darauf bekam das Paar eine Tochter, Maria Elisabeth, die bereits ein halbes Jahr später starb; von weiteren vier Kindern verstarben drei (Anna Catharina, Andreas Christian und Andreas) viel zu früh.

Als einziger überlebte Gerhardts Sohn Paul Friedrich seine Eltern. Nach Paul Gerhardts Weigerung, das Toleranzedikt zu unterzeichnen, verfügte der Kurfürst am 4. Februar 1667 die endgültige Entlassung Gerhardts, der fortan ohne Einkommen war. In Lübben schließlich wirkte und lebte er bis zu seinem Tod im 70. Lebensjahr am 27. Mai 1676 in bescheidenen Verhältnissen.

Wieviel Leid mussten Gerhardts Augen schauen?

Alle, die meinen, heute seien „nie dagewesene Schreckenszeiten“ und die ein lautes „Warum?“ gen Himmel schreien, sollten sich dieses Patrons mit wachen Augen von vor 400 Jahren erinnern, dem wahrlich alles schicksalshaft genommen wurde – und der im Angesicht des Leids die Kirchenlieder gedichtet hat, die wir alle kennen.

In ihnen will uns Gerhardt Trostbilder anvertrauen, die heilen und bergen können. In seinem Passionslied „O Haupt voll Blut und Wunden“ finden wir die Worte: „Erscheine mir zum Schilde, zum Trost in meinem Tod, und lass mich sehn dein Bilde in deiner Kreuzesnot.“

Genau dieses Trostbild haben zwei Päpste verkörpert, um inmitten unerträglicher Schreckensbilder ein anderes Bild auf unsere Augen und in unser Herz zu legen:

Papst Franziskus hat am 27. März um 18 Uhr alleine auf dem menschenleeren Petersplatz den eucharistischen Segen „Urbi et orbi“ gespendet – Trost in schwerer Zeit. Dieses Trostbild wird neben dem von Krankheit gezeichneten Papst Johannes Paul am Karmittwoch 2005 und dem vom Wind aufgewehten Evangeliar während des Requiems für Johannes Paul in die Geschichte eingehen:

Der in weiß gekleidete Papst mit der Monstranz zwischen Pestkreuz und Schutzmadonna, wacklig auf den Beinen, segnet die unsichtbar anwesende Weltbevölkerung: Vera Icona! Das wahre Bild des Menschen auch in Coronazeiten hat uns dieser Papst zurückgegeben: Wir sind Gottes geliebte Kinder.

Papst Benedikt hat jüngst seinen todkranken Bruder in Regensburg besucht und uns zum Abschied gesegnet; sein Lächeln, zum letzten Mal in seiner geliebten Heimat zu sein, überstrahlte alle Hiobsbotschaften in unseren gebeutelten Land. Ein Trostbild, das es auf die Titelseiten aller Zeitungen verdient hätte.

Zwei Päpste, zwei Trostbilder – hoffentlich erblicken viele sie so, wie sich Johannes und Jesus vor ihren Geburten angeblickt haben – und so, wie Paul Gerhardt „seinen Tröster Jesus“ je neu erblickt hat und dadurch im Leid nicht Gott infrage gestellt, sondern Gott die Leidfrage in sein Angesicht gestellt hat und beten konnte: „Da will ich nach dir blicken, da will ich glaubensvoll dich fest an mein Herz drücken. Wer so stirbt, der stirbt wohl.“

 

 

 


Gesegnet ist die Frucht deines Leibes!

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche: Lk 1,39 f:

In jenen Tagen machte sich Maria auf den Weg und eilte in eine Stadt im Bergland von Judäa. Sie ging in das Haus des Zacharias und begrüßte Elisabeth.

Als Elisabeth den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leib.

Da wurde Elisabeth vom Heiligen Geist erfüllt und rief mit lauter Stimme:

Gesegnet bist du unter den Frauen –  und gesegnet ist die Frucht deines Leibes

Wer bin ich, dass die Mutter meines HERRN zu mir kommt?

In dem Augenblick, als ich deinen Gruß hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leib.

Selig bist du, weil du geglaubt hat, dass sich erfüllt, was der HERR dir sagen ließ.


Warum der Rosenkranz ein biblisches Gebet ist

Von Felizitas Küble

Der Oktober gilt in der katholischen Kirche als „Rosenkranz-Monat“, der 7. Oktober wird schon seit Jahrhunderten als Rosenkranz-Fest begangen. 

Aus diesem Anlaß wird der Rosenkranz heute weltweit von den Gläubigen um 15 Uhr gebetet, wobei direkt aus Rom eine Andacht aus der Kirche „Santa Maria Maggiore“ mit Kardinal Fernando Filoni übertragen wird. (Livesendung dieses Rosenkranzes hier: https://www.ewtn.de/liveuebertragungen_und_sondersendungen)

Viele Protestanten, aber auch katholische Christen fragen nach dem Sinn des Rosenkranzes: Stellt dieses Gebet nicht zu sehr die selige Jungfrau in den Vordergrund? Wird Christus hierdurch nicht gleichsam an den Rand gedrängt?

Wer so fragt, scheint den Rosenkranz kaum zu kennen, denn gerade dieses Gebet ist ganz aus den „Fäden“ des Neuen Testamentes gewoben: Mehr als 3/4 der Sätze des Rosenkranzes stammen wortwörtlich aus der Heiligen Schrift.

Der Rosenkranz besteht hauptsächlich aus dem Vaterunser und dem Ave Maria (Gegrüßet seist Du, Maria). Diese Anrufung wiederum enthält zunächst den Gruß des Engels Gabriels an Maria, danach folgen die Worte der hl. Elisabeth, die sie – „vom Heiligen Geist erfüllt“ (so das Lukasevangelium)  – einst zu ihrer Verwandten sprach. 

Nach diesen beiden biblischen Abschnitten folgt das zu betrachtende Geheimnis („Gesätz“), das sich auf die Heilsgeschichte Gottes bezieht, größtenteils auf das Leben unseres Erlösers:

Beim freudenreichen Rosenkranz steht die Verkündigung und Geburt Christi im Mittelpunkt, beim schmerzhaften Rosenkranz sein Leiden und Sterben, beim glorreichen Rosenkranz seine Auferstehung und Himmelfahrt.

Diese innere Konzentration auf das Heilswerk Gottes wird sodann ergänzt durch die Anrufung: „Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder, jetzt und in der Stunde unseres Todes. Amen.“

Daß Maria heilig und die „Mutter Gottes“ ist, ergibt sich sowohl aus der Botschaft des Engels Gabriel wie auch aus dem erstaunten Ruf Elisabeths bei der Begegnung mit Maria: „Wie wird mir die Gnade zuteil, daß die Mutter meines HERRN zu mir kommt?“  – Der Titel „HERR“ bezieht sich sowohl im AT wie im NT stets auf Gott selbst. Um den „geschützten“ Jahwe-Namen zu vermeiden, haben Juden ihn durch andere Titel wie „der Ewige“, „der Allmächtige“ oder „der HERR“ ersetzt.

Zudem ergibt sich die Gottesmutterschaft Mariens allein schon aus dem Bekenntnis zur Gottheit Christi, denn Jesus ist Gott und Mensch zugleich – und Maria hat IHN als Gottmenschen geboren.

Es ist zudem nur gut, daß uns jedes Ave Maria daran erinnert, daß wir Sünder sind und daß uns der Tod bevorsteht. Genau diese  beiden Grundbefindlichkeiten unseres Daseins werden leicht verdrängt, da sie dem Menschen unangenehm erscheinen und ihn ständig an die nötige Umkehr zu Gott erinnern.

So weist uns der Rosenkranz auf die Heilsgeschichte hin, die gleichsam „an der Hand Mariens“ betrachtet wird. Im Zentrum steht das Erlöserwirken Christi und die vom Heiligen Geist inspirierten Worte des Gabriels und Elisabeths an Maria.

Somit wird deutlich, wie stark dieses Gebet aus dem Geiste und Buchstaben des Neuen Testaments geprägt ist.


Johannes der Täufer und der hl. Joseph

Von Felizitas Küble

Am 24. Juni feiert die Kirche alljährlich das Fest der Geburt von Johannes dem Täufer. Normalerweise wird bei den Heiligen sonst der Todestag zum Gedenktag erhoben, denn er ist ja der Geburtstag für den Himmel.

Doch es gibt drei Ausnahmen, bei denen die Kirche ausdrücklich den Geburtstag feiert:

Bei Jesus Christus (25. Dezember), bei Maria (Fest Maria Geburt: 8. September) und beim hl. Johannes, dem Wegbereiter des HERRN.

Bevor unser Erlöser sein öffentliches Wirken begann und die zwölf Apostel um sich scharte, waren zwei Männer für ihn besonders wichtig: Der hl. Josef als sein Nährvater – und sein Verwandter Johannes, der spätere Bußprediger.

Dessen Vater Zacharias war ein Priester des Alten Bundes, Elisabeth seine Ehefrau – und zugleich die Kusine Mariens.

Die Madonna besuchte nach der Verkündigung des Engels ihre betagte Base Elisabeth, um ihr bei der Schwangerschaft beizustehen und zugleich ihre eigene Glückseligkeit mitzuteilen, die Mutter des Messias zu sein.

Elisabeth begrüßte Maria als Gottesmutter, indem sie sprach: „Wie wird mir die Gnade zuteil, daß die Mutter meines HERRN zu mir kommt?“

Der Ausdruck „HERR“ (griechisch: Kyrios) bezieht sich im biblischen Sprachgebrauch immer auf GOTT, somit finden wir im Lukas-Evangelium bereits zum ersten Mal den Titel „Gottesmutter“ für Maria.

Jesus sprach über Johannes den Täufer ein geheimnisvolles Wort, über das sich viele Exegeten (Ausleger) den Kopf zerbrochen haben:  Johannes der Täufer sei mehr als ein Prophet (das leuchtet ein) – ER fügt aber hinzu: Unter allen von einer Frau Geborenen ist niemand größer als er – und zugleich ist der Kleinste im Himmelreich größer als er.

Was kann unser Heiland damit gemeint haben?

Es gibt einige Hinweise, vielleicht trifft einer der beiden folgenden zu:

Johannes steht mit beiden Füßen noch im Alten Bund, sein Vater war Priester in der Ordnung Aarons und diente im Tempel des HERRN  –  zugleich ragt Johannes als Vorläufer Christi in den Neuen Bund hinein.

Vielleicht wollte Jesus sagen, daß Johannes der Größte im Alten Bund gewesen ist, daß er die Endzeit des Alten Testaments vollendet – daß aber der Neue Bund noch viel höher steht, weshalb ein Kleiner im Neuen Bund größer ist als ein Großartiger im Alten Bund.

Es gibt zudem eine zweite Deutung:

Der hl. Joseph lebte ganz im Verborgenen, er war unscheinbar und wirkte demütig im „Schatten“ von Jesus und Maria. Vielleicht meinte Jesus seinen Nährvater, als er von dem „Kleinsten“ sprach, der im Himmelreich größer sei als der bedeutsame Wegbereiter des HERRN, Johannes der Täufer.

Fest steht jedenfalls, daß wir es bei beiden Männern mit herausragenden Persönlichkeiten zu tun haben, mit großen Heiligen, die uns mit ihrer Fürsprache zur Seite stehen und uns ein immerwährendes Vorbild sind: Johannes, der gewaltige Bußprediger, mit seinem Mut – und Joseph mit seiner Demut.


MARIA: Die Gesegnete unter den Frauen

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche: Lk 1,39-45:

In jenen Tagen machte sich Maria auf den Weg und eilte in eine Stadt im Bergland von Judäa. Sie ging in das Haus des Zacharias und begrüßte Elisabeth.

Als Elisabeth den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leib. Da wurde Elisabeth vom Heiligen Geist erfüllt und rief mit lauter Stimme:

Du bist gesegnet unter den Frauen, und gesegnet ist die Frucht deines Leibes. Wer bin ich, dass die Mutter meines HERRN zu mir kommt?

In dem Augenblick, als ich deinen Gruß hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leib.

Selig ist die, die geglaubt hat, dass sich erfüllt, was der HERR ihr sagen ließ.

 


Der Täufer Johannes war „schon im Mutterleib vom Heiligen Geist erfüllt“

Heutige liturigsche Lesung der kath. Kirche: Lk – Lk 1,5-25:

Zur Zeit des Herodes, des Königs von Judäa, lebte ein Priester namens Zacharias, der zur Priesterklasse Abija gehörte. Seine Frau stammte aus dem Geschlecht Aarons; sie hieß Elisabeth.

Beide lebten so, wie es in den Augen Gottes recht ist, und hielten sich in allem streng an die Gebote und Vorschriften des HERRN. Sie hatten keine Kinder, denn Elisabeth war unfruchtbar, und beide waren schon in vorgerücktem Alter. Johannes der Täufer

Eines Tages, als seine Priesterklasse wieder an der Reihe war und er beim Gottesdienst mitzuwirken hatte, wurde, wie nach der Priesterordnung üblich, das Los geworfen, und Zacharias fiel die Aufgabe zu, im Tempel des HERRN das Rauchopfer darzubringen.

Während er nun zur festgelegten Zeit das Opfer darbrachte, stand das ganze Volk draußen und betete. Da erschien dem Zacharias ein Engel des HERRN; er stand auf der rechten Seite des Rauchopferaltars.

Als Zacharias ihn sah, erschrak er, und es befiel ihn Furcht. Der Engel aber sprach zu ihm:

Fürchte dich nicht, Zacharias! Dein Gebet ist erhört worden. Deine Frau Elisabeth wird dir einen Sohn gebären; dem sollst du den Namen Johannes geben. Große Freude wird dich erfüllen, und auch viele andere werden sich über seine Geburt freuen.

Denn er wird groß sein vor dem HERRN. Wein und andere berauschende Getränke wird er nicht trinken, und schon im Mutterleib wird er vom Heiligen Geist erfüllt sein.
Viele Israeliten wird er zum HERRN, ihrem Gott, bekehren.
Er wird mit dem Geist und mit der Kraft des Elias dem HERRN vorangehen, um das Herz der Väter wieder den Kindern zuzuwenden und die Ungehorsamen zur Gerechtigkeit zu führen und so das Volk für den HERRN bereit zu machen.

Zacharias sagte zu dem Engel: Woran soll ich erkennen, dass das wahr ist? Ich bin ein alter Mann, und auch meine Frau ist in vorgerücktem Alter.

Der Engel erwiderte ihm: Ich bin Gabriel, der vor Gott steht, und ich bin gesandt worden, um mit dir zu reden und dir diese frohe Botschaft zu bringen. Aber weil du meinen Worten nicht geglaubt hast, die in Erfüllung gehen, wenn die Zeit dafür da ist, sollst du stumm sein und nicht mehr reden können, bis zu dem Tag, an dem all das eintrifft.

Inzwischen wartete das Volk auf Zacharias und wunderte sich, dass er so lange im Tempel blieb. Als er dann herauskam, konnte er nicht mit ihnen sprechen. Da merkten sie, dass er im Tempel eine Erscheinung gehabt hatte. Er gab ihnen nur Zeichen mit der Hand und blieb stumm.

Als die Tage seines Dienstes (im Tempel) zu Ende waren, kehrte er nach Hause zurück. Bald darauf empfing seine Frau Elisabeth einen Sohn und lebte fünf Monate lang zurückgezogen. Sie sagte:
Der HERR hat mir geholfen; er hat in diesen Tagen gnädig auf mich geschaut und mich von der Schande befreit, mit der ich in den Augen der Menschen beladen war.

 


Die Mutter des HERRN besucht Elisabeth

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche: Lk 1,39-45:Advocata

In jenen Tagen machte sich Maria auf den Weg und eilte in eine Stadt im Bergland von Judäa. Sie ging in das Haus des Zacharias und begrüßte Elisabeth. Als Elisabeth den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leib. Da wurde Elisabeth vom Heiligen Geist erfüllt und rief mit lauter Stimme:

Gesegnet bist du unter den Frauen, und gesegnet ist die Frucht deines Leibes. Wer bin ich, dass die Mutter meines HERRN zu mir kommt?

In dem Augenblick, als ich deinen Gruß hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leib. Selig ist die, die geglaubt hat, dass sich erfüllt, was der HERR ihr sagen ließ.

 


Fest der Heimsuchung Mariens: „Mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter“

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche: Lk 1,39-56:

In jenen Tagen machte sich Maria auf den Weg und eilte in eine Stadt im Bergland von Judäa. Sie ging in das Haus des Zacharias und begrüßte Elisabeth.

Als Elisabeth den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leib. Da wurde Elisabeth vom Heiligen Geist erfüllt
und rief mit lauter Stimme: Wetzlar-DSC_0640-2 - Kopie

Du bist gesegnet unter den Frauen  – und gesegnet ist die Frucht deines Leibes. Wer bin ich, dass die Mutter meines HERRN zu mir kommt?

In dem Augenblick, als ich deinen Gruß hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leib. Selig, die geglaubt hat, dass sich erfüllt, was der HERR ihr sagen ließ.

Da sprach Maria:

Meine Seele preist die Größe des HERRN,
und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.
Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat ER geschaut.
Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter.
Denn der Allmächtige hat Großes an mir getan,
und sein Name ist heilig.
ER erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht
über alle, die ihn fürchten.
ER vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten:
ER zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind.
ER stürzt die Mächtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen.
Die Hungernden beschenkt ER mit seinen Gaben
und lässt die Reichen leer ausgehn.
ER nimmt sich seines Knechtes Israel an
und denkt an sein Erbarmen,
das ER unseren Vätern verheißen hat,
Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.

Und Maria blieb etwa drei Monate bei ihr; dann kehrte sie nach Hause zurück.

Foto: Dr. Bernd F. Pelz

 


Das MAGNIFICAT, der Lobgesang Marias: „Meine Seele preist die Größe des HERRN“

Heutige Evangelienlesung der Kirche zum Fest Maria Heimsuchung: Lk 1,39-56:

In jenen Tagen machte sich Maria auf den Weg und eilte in eine Stadt im Bergland von Judäa. Sie ging in das Haus des Zacharias und begrüßte Elisabeth. media-373855-2

Als Elisabeth den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leib. Da wurde Elisabeth vom Heiligen Geist erfüllt und rief mit lauter Stimme:

Gesegnet bist du unter den Frauen  –  und gesegnet ist die Frucht deines Leibes. Wer bin ich, daß die Mutter meines HERRN zu mir kommt?

In dem Augenblick, als ich deinen Gruß hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leib. Selig ist, die  geglaubt hat, daß sich erfüllt, was der HERR ihr sagen ließ.

Und Maria sprach:

Meine Seele preist die Größe des HERRN,
und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.
Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat ER geschaut.
Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter.
Denn der Allmächtige hat Großes an mir getan und sein Name ist heilig.
 
ER erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht über alle, die ihn fürchten.
ER vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten:
ER zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind;
ER stürzt die Mächtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen.
Die Hungernden beschenkt ER mit seinen Gaben und läßt die Reichen leer ausgehen.
 
ER nimmt sich seines Knechtes Israel an und denkt an sein Erbarmen,
das er unsern Vätern verheißen hat, Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.
 

Und Maria blieb etwa drei Monate bei ihr; dann kehrte sie nach Hause zurück.


„Was wird wohl aus diesem Kinde werden?“

Heutige Evangelienlesung der kath. Kirche: Lk 1,57-66.80:

Für Elisabeth kam die Zeit der Niederkunft, und sie brachte einen Sohn zur Welt. Ihre Nachbarn und Verwandten hörten, welch großes Erbarmen der HERR ihr erwiesen hatte und freuten sich mit ihr. 0018

Am achten Tag kamen sie zur Beschneidung des Kindes und wollten ihm den Namen seines Vaters Zacharias geben. Seine Mutter aber widersprach ihnen und sagte: Nein, er soll Johannes heißen.  –  Sie antworteten ihr: Es gibt doch niemand in deiner Verwandtschaft, der so heißt.

Da fragten sie seinen Vater durch Zeichen, welchen Namen das Kind haben solle. Er verlangte ein Schreibtäfelchen und schrieb zum Erstaunen aller darauf: Sein Name ist Johannes.

Im gleichen Augenblick konnte er Mund und Zunge wieder gebrauchen, und er redete und pries Gott. Und alle, die in jener Gegend wohnten, erschraken, und man sprach von all diesen Dingen im ganzen Bergland von Judäa.

Alle, die davon hörten, machten sich Gedanken darüber und sagten: Was wird wohl aus diesem Kind werden?

Denn es war deutlich, daß die Hand des HERRN mit ihm war. Das Kind wuchs heran, und sein Geist wurde stark. Und Johannes lebte in der Wüste bis zu dem Tag, an dem er den Auftrag erhielt, in Israel aufzutreten.