Ulm: Lebensrechtler stellen 984 Paar Kinderschuhe in Fußgängerzone auf

Kundgebung mit CDU-Europa-Politikerin Elisabeth Jeggle

Der Verein „Durchblick“ hat am Freitag, 12. Juli 2013 zusammen mit dem Kreisverband Ulm-Alb-Donau der Christdemokraten für das Leben (CDL) mit einer ergreifenden Kund-gebung in der Ulmer Fußgängerzone das Tabuthema Abtreibung in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt.

Um auf das Lebensrecht ungeborener Kinder und die seelischen Nöte von Frauen nach einer Abtreibung aufmerksam zu machen, stellten die Veranstalter 984 Paar Kinderschuhe auf. Laut Statistischem Bundesamt wurden im Jahr 2012 durchschnittlich pro Monat in Baden Württemberg 984 Kinder durch Abtreibung getötet. foto02

„So viele Kinderschuhe müssen jeden Monat leer bleiben, weil die Kinder, die sie tragen sollten, gar nicht zur Welt kommen dürfen“, sagte Thomas Schührer, der Vorsitzende des Durchblick eV. auf der Kundgebung.

„Wir wollen niemanden anklagen, schon gar nicht Frauen, die sich in einer Konfliktsituation gegen ihr Kind entschieden haben“, so Schührer weiter. Aber eine sachliche Diskussion könne man nur führen, wenn man die Fakten kenne. Schührer:

„Deswegen machen wir auf die Tatsache aufmerksam, dass bei jeder Abtreibung ein Mensch getötet wird und betroffene Frauen oft große psychische und körperliche Schäden davontragen.“

Betroffene Sängerin warnt vor Abtreibung

Die Sängerin Claudia Wellbrock (siehe Foto) berichtete, dass sie als DDR-Bürgerin eine Abtreibung hatte vornehmen lassen. Niemand habe ihr Schuldgefühle eingeredet, so Wellbrock. Sie selbst habe sofort nach dem Eingriff begriffen, welch schweren Fehler sie begangen habe. Erst nach langer Zeit, geprägt von Depressionen, stationärer psychiatrischer Behandlung und einem Selbstmordversuch, habe sie foto01 ihre traumatischen Erfahrungen verarbeiten können.

Heute berichtet sie in Schulen von ihren Erlebnissen und warnt vor Abtreibung. Ihre Erfahrungen hat Wellbrock musikalisch verarbeitet. Einige ihrer selbstkomponierten anrührenden Lieder trug sie in Ulm vor.

Selbsthilfegruppe RAHEL hilft Frauen „danach“

Ursula Linsin-Heldrich, die Vorsitzende der Selbsthilfegruppe RAHEL, trug Gedichte zum Thema vor. Auch sie hatte vor vielen Jahren ihr Kind abtreiben lassen. In der Folge wurde sie alkohol-krank und ihre Ehe ging in die Brüche.

„Ich warne alle Mädchen und junge Frauen vor einer Abtreibung, an der ich selbst so sehr gelitten habe“, sagte Linsin-Heldrich. Deshalb helfe sie betroffenen Frauen, die oft allein gelassen würden.  foto05

Dieses Foto zeigt die RAHEL-Vorsitzende am Infostand.

Während der Kundgebung wurden originalgetreue Embryomodelle aus Kunststoff an Passanten verteilt. Das Embryomodell zeigt ein ungeborenes Kind im Alter von zehn Wochen.

Damit soll auf die Tatsache aufmerksam gemacht werden, dass auch das ungeborene Kind bereits ein vollwertiger Mensch ist.

In Deutschland sind Abtreibungen bis zur 12. Schwangerschaftswoche straffrei, wenn vorher eine staatlich anerkannte Beratung stattgefunden hat. Viele Menschen sind beim Anblick dieser Modelle erstaunt, wie weit ein Kind in dieser Zeit schon entwickelt ist und beginnen, ihre Sicht zur Abtreibung zu überdenken.

Die stellv. Vorsitzende der CDU/CSU-Gruppe im Europäischen Parlament, Elisabeth Jeggle, schickte ein Grußwort und sprach ihre volle Unterstützung zu der Aktion aus. Es sei richtig und wichtig, dass in der Öffentlichkeit Lebensschutz positiv wahrgenommen werde, so Jeggle.

Hunderte Passanten wurden in der stark frequentierten Ulmer Fußgängerzone von der ergreifenden Kulisse berührt. Viele blieben stehen, um den fesselnden Beiträgen zu folgen.

Der in Bruchsal ansässige gemeinnützige Verein „Durchblick“ wurde 1997 gegründet. Er hat in der Vergangenheit immer wieder durch ähnlich spektakuläre Aktionen auf die Abtreibungsthematik auf-merksam gemacht und insgesamt über 1,2 Millionen Embryomodelle verteilt.

Quelle (Text/Fotos): Durchblick e.V., Thomas Schührer
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