Schweiz: Bischof Huonders Predigt über Volker Jordans Weg zur Kirche

Bischof Vitus Huonder ist der katholische Oberhirte des Bistums Chur in der Schweiz. Er predigte am 26.2.2018 anlässlich des Treffens mit den Priestern der letzten fünf Weihejahrgänge über das Buch „Endlich zuhause – Mein Weg zur Kirche“, das die Beweggründe für die Konversion des evanglischen Historikers Volker Jordan zur katholischen Kirche beschreibt:

Meine lieben Mitbrüder,

in der Hand halte ich ein Buch von Volker Joseph JORDAN mit dem Titel Endlich zuhause. Mein Weg zur Kirche. Vielleicht kennt es der eine oder andere von Euch bereits. Es erschien im Jahr 2013. Es ist eine Biographie in Form eines Interviews. Es ist die Biographie von Volker Joseph Jordan.

Volker Joseph Jordan war ein Leben lang auf der Suche nach der wahren Kirche und dem unverfälschten christlichen Glauben. Der Weg begann in der evangelisch-lutherischen Kirche, ging über verschiedene Freikirchen weiter zur darbystischen Gemeinschaft, dann zu den Presbyterianern, führte in die orthodoxe und von dort schließlich in die katholische Kirche.

Volker Jordan hat den Jahrgang 1972. Er wurde am 16. Juli desselben Jahres in der evangelisch-lutherischen Kirche von Brome-Altendorf, Ostniedersachsen, Deutschland, getauft und am 6. April 1986 – mit vierzehn Jahren – konfirmiert.

1987 trat er aus der Kirche aus und schloss sich – suchend und tastend – immer wieder neuen Gemeinschaften an. Angetan vor allem von der Göttlichen Liturgie hat er am 8. April 2006 vierunddreißig jährig zur russisch-orthodoxen Kirche konvertiert. Doch dräng­te es ihn immer mehr hin zur katholischen Kirche.

Am 26. Dezember 2008 trat er ihr bei, vor allem unterstützt durch die Liturgie im überlieferten, im sogenannten Außerordentlichen Ritus, welcher der Göttlichen Liturgie der orthodoxen Kirche näher steht. Nach diesem letzten Schritt konn­te er sagen: „Endlich zuhause“.

Fünf Jahre nach dem erreichten Ziel starb er am 9. Januar 2013 einundvierzig Jahre alt überrasche­nd, aber gottergeben an unheilbarem Krebs.

Bild: Titel des Buches „Endlich zuhause – Mein Weg zur Kirche“ von Volker Jordan (Dominus-Verlag)

Wie war sein Berufsstand? Nach dem Abitur entschloss er sich für das Studium der Neueren und Neuesten Geschichte, der Mittelalterlichen Geschichte und der Politologie. Vierzehn Jahre war er als Fachbuch-Übersetzer und Publizist tätig. Das gab ihm Einblick in verschiedene Religionen und Konfessionen. Auf diese Weise war er immer mit der Frage der Wahrheit konfrontiert.

Sein Buch, ein Gespräch mit Felizitas Küble, ist eben für Priester ein Lehrbuch, ein Lehrbuch bezüglich des Weges einer Konversion, ein Lehrbuch bezüglich der Schwerpunkte des katholischen Glaubens, ein Lehrbuch auch bezüglich der Unterscheidung der Konfessionen.

Es ist geradezu ein Repetitorium der Theo­logie der Katholischen Kirche.

Eine Zusammenfassung des langen Weges ist gleich am Anfang des Buches, welches als Interview – ein sehr langes Interview – abgefasst ist. Das Gespräch wird mit der Frage eröffnet:

Wenn Sie zurückblicken auf die letzten vier Jahre (2008 – 2012), auf Ihre „katholische Zeit“, welches Gefühl herrsc­ht dann bei Ihnen vor? Was fällt Ihnen spontan ein?

Jordan: Auf jeden Fall das Gefühl der Freude und das Glück, angekommen zu sein nach einer sehr langen Zeit des Suchens, die manche Umwege mit sich brachte. Zudem gelangte ich zu der Überzeugung, dass die katholische Kirche die ganze Fülle des Heils, der Sakramente und der Heils­gnaden in sich birgt – und, anders als die orthodoxe Kirche, nicht national begrenzt, sondern katholisch-allumfassend ist. Das hat eine ganz andere Qualität. Hier finde ich das wieder, was die Heilige Schrift von der Kirche Christi sagt – viele Eigenschaften, die anderswo nicht verwirklicht sind (15).

Eine andere Aussage, welche ich vor allem den Priestern zur Betrachtung ans Herz lege, zur Stärkung der priesterlichen Identität, ist die folgende:

In der katholischen Kirche ist es so, dass das hl. Messopfer in allen Zeitzonen der Erde 24 Stunden lang täglich dargebracht wird, womit die Prophezeiung aus dem Propheten Malachias erfüllt wird, dass dieses Opfer, dieses reine Speiseopfer vom Aufgang der Sonne bis zum Untergang dargebracht wird. Das ist eine äußerst faszinierende Erfüllung einer zentralen alttestamentlichen Weissagung. – Mich beeindruckt außerdem, dass die katholische Kirche … im Laufe ihrer Geschichte mit allen Kulturen zurechtgekommen ist und von vornherein immer auch ihre Missionare dorthin ausgesandt hat. In ihr war das missionarische Element immer vorhanden und natürlich zu gewissen Zeiten besonders stark geprägt (18).

Und was sagt Volker Jordan allgemein zu den Sakramenten? Die Sakramente begleiten mich tatsächlich, es ist die liebevolle Obhut des himmlischen Vaters und der Kirche, die für das ganze Leben und für alle wichtigen Lebensumstände des Menschen Sorge trägt. – Die Sakramente sind zugleich die Quellen der Heiligkeit. Aus eigener Kraft kann sie dem Menschen nicht gelingen, aber mit den Sakramenten wird sie möglich (39).

Bei der Lektüre dieses Buches hat mich ein Gedanke sehr beschäftigt: Die Frage der Wahrheit und der vollständigen Wiedergabe der katholischen Lehre. Ein Mens­ch auf der Suche nach Gott und nach der wahren Religion will die Wahr­heit wissen, die ganze Wahr­heit.

Quelle und FORTSETZUNG des Predigt hier: https://www.bistum-chur.ch/bistumsleitung/predigt-von-bischof-vitus-huonder-anlaesslich-des-treffens-mit-den-priestern-der-letzten-fuenf-weihejahrgaenge-am-26-02-2018-in-chur/

HINWEIS: Das erwähnte Buch ENDLICH ZUHAUSE kann für 14,80 € portofrei bei uns bezogen werden: felizitas.kueble@web.de – Tel. 0251-616768


„Endlich zuhause“ – ein bewegender und theologisch informativer Konversionsbericht

Buchbesprechung von Ingo Potthast

Die Schilderungen in dem Buch „Endlich zuhause“ sind zum Teil sehr interessant, vor allem weil sie Einblicke in die Gepflogenheiten von Glaubensgemeinschaften gewähren, die vielen Katholiken unbekannt sein dürften. Erfrischend auch die klaren lehramtstreuen Aussagen von Herrn Jordan, der diese nach seiner Reise durch das „Dickicht der Konfessionen“ in ihrer Klarheit umso mehr zu schätzen weiß. Volker Jordan, Endlich zuhause

Geradezu betroffen macht am Ende sicherlich das Schicksal von Volker Joseph Jordan (1972 – 2013), der nach einer schweren Krebserkrankung schon so früh verstarb. Man fragt sich unwillkürlich: Warum musste dieser junge Mann, der so viele Erfahrungen mit kirchlichen Gemeinschaften/Konfessionen gesammelt hatte und sicher ein treuer Fürsprecher für die katholische Kirche (und hier vor allem für den lehramtstreuen Flügel) hätte werden können, so früh von uns gehen?

Umso erfreulicher ist es, dass uns mit diesem Buch gewissermaßen ein „literarisches Erbe“ von Herrn Jordan geblieben ist. Das Buch könnte durchaus einen wichtigen Einfluss auf die Apologetik im Allgemeinen und auf (angehende) Konvertiten im Speziellen haben. Somit ist „Endlich zuhause“ in jedem Fall ein Gewinn.

Bisweilen ist es jedoch nicht ganz einfach, den Ausführungen von Herrn Jordan zu folgen, weil seine Aussagen oft in komplizierten Satzkonstruktionen verpackt sind – lange Aussagen mit verschachtelten Nebensätzen und Einschüben in Klammern oder Parenthesen… Da muss der eine oder andere Satz erst zweimal gelesen werden, bevor man ihn versteht. In einer möglichen weiteren Auflage wäre es wünschenswert, die langen Mammutsätze in mehrere kürzere Sätze zu unterteilen und einige Passagen etwas „leserfreundlicher“ zu gestalten.

Der Werdegang von Herrn Jordan ist nicht nur ungewöhnlich, sondern auch nicht ganz leicht nachzuvollziehen. Von daher wäre es wünschenswert, dass in der Abfolge der Fragen und Antworten noch viel strikter eine chronologische Abfolge eingehalten worden wäre. Es ist im Laufe des Buches nicht immer ganz klar, in welchem Stadium seiner Entwicklung (was kam vorher, was kam nachher?) und in welchem Zeitraum (Jahreszahlen) man sich gerade befindet; Zwischenüberschriften würden da vielleicht auch helfen.

Volker JordanBeispielsweise wird zum Einstieg erst über sehr viele Seiten hinweg über verschiedenste Aspekte gesprochen und erst viel später, irgendwann in der Mitte des Buches, geht es um seine religiöse Prägung von zu Hause und seine Odyssee durch die verschiedenen Konfessionen und Gemeinschaften. Darauf müsste schon viel früher im Buch eingegangen werden.

Ein wenig enttäuschend ist der Schluss des Buches in seiner jetzigen Form, d. h. den Hauptteil mit dem Interview. Es gibt auf den letzten Seiten einige sehr interessante Passagen über Tod und Leiden, die nicht zuletzt auch durch die persönliche Situation von Herrn Jordan (siehe Foto) und seiner schweren Erkrankung durchaus zu Herzen gehen. Mit den Gedanken zu diesem Thema hätte der Interviewteil des Buches auch schließen sollen.

Stattdessen werden noch zwei Fragen nachgeschoben, die den Eindruck erwecken, als hätten sie nirgendwo anders dazwischen gepasst und seien deshalb ans Ende bugsiert worden. Der Hauptteil des Buches endet dann ganz unspektakulär mit einer ziemlich langen Aufzählung von Autorennamen – und da ist dann Schluss. Das ist etwas unbefriedigend, vor allem, wenn einem diese ganzen Namen überhaupt nichts sagen. In Anbetracht der beiden zuletzt genannten Kritikpunkte würde das Buch also von einer veränderten Anordnung der Fragen und Antworten mit Sicherheit profitieren.

HIER finden Sie über 20 weitere Beiträge und Besprechungen über dieses Buch: https://charismatismus.wordpress.com/category/konvertit-volker-jordan/


„Endlich zuhause“ schildert Volker Jordans verschlungenen Weg zur Kirche Christi

Mathias von GersdorffVolker Jordan, Endlich zuhause

Buch-Daten: Volker Joseph Jordan. Endlich zuhause – Mein Weg zur Kirche. Felizitas Küble im Gespräch mit einem Konvertiten, 352 Seiten, broschiert, Dominus-Verlag 2013, 14,80 €, ISBN 978-3940879295  

In Deutschland ist in letzter Zeit aus dem Munde des linken Laien- und Rätekatholizismus oft zu hören, die Lehre der Kirche über Ehe und Familie stehe im Widerspruch zur Lebenswirklichkeit der Gläubigen. Daraus wird die Schlussfolgerung gezogen, die Kirche  –  also das katholische Lehramt  –  müsse nunmehr dieser Lebenswirklichkeit angepasst werden.

Was das konkret bedeutet, zeigt das letzte Dokument des „Zentralkomitees der deutschen Katholiken“ mit der vielsagenden Überschrift „Zwischen Lehre und Lebenswelt Brücken bauen – Familie und Kirche in der Welt von heute“.

Das ZDK fordert im Wesentlichen, die Kirche solle sich mit der Krise der Familie sowie der Missachtung der katholischen Sexualmoral abfinden und das Lehramt letztlich den Maximen der sexuellen Revolution à la 1968er anpassen.

Die Forderungen des ZDKs sind eine einzige Anmaßung. Nicht die Kirche hat sich der Welt anzupassen, son dern genau umgekehrt: ihre Lehre – auch wenn sie manchmal schwer zu praktizieren scheint  –  ist nicht Willkür, sondern Ausdruck der Schöpfungsordnung Gottes. 001

FOTO: Mathias v. Gersdorff (links) im Gespräch mit Volker Jordan

Die Sexualethik, welche die Kirche verkündet, ist kein Folterinstrument, sondern der Weg des Menschen zu Gott und zu seinem eigenen Glück.

Auch in unseren Tagen gibt es Menschen, die dies mit Hilfe der Gnade Gottes erkennen und daher die Kirche und das Lehramt mit voller Überzeugung bejahren.

Volker Joseph Jordan ist eines der vielen Beispiele jener Persönlichkeiten, die sich auf dem Weg gemacht haben, um die katholische Wahrheit zu finden und anzunehmen. In seinem langen Weg, den er im Detail im Interview-Buch „Endlich zuhause“ schildert, hatte er niemals den Anspruch, die Kirche müsse sich ihm anpassen. Stets war er auf der Suche nach einer Wahrheit, die Gott den Menschen schenkt und die sich der Mensch nicht selber gibt.

Gerade in unseren Tagen, wo viele Glaubenswahrheiten in Frage gestellt werden, ist es herzerfrischend, das Buch „Endlich zuhause“ zu lesen. Der Text entstand in langen Gesprächen mit Felizitas Küble, der Leiterin des Christoferuswerks.

Wer Volker Jordan (verstorben 2013) nicht persönlich kennengelernt hat, wird über lange Passagen erstaunt sein, denn sie lesen sich fast wie ein Lexikon christlicher Denominationen.imm037_35A

Ich hatte die Freude, ihn sehr lange kennengelernt zu haben. Er kam jedes Jahr auf den Stand der DVCK auf der Buchmesse, war wir uns länger unterhielten. Jordan war Übersetzer und erledigte manche Aufträge für uns.

FOTO: Volker Jordan bei einer Lichterprozession im Sommer 2012 in Fulda

Recht oft erläuterte er mich, dass er sich nun einer anderen christlichen Denomination angeschlossen hatte. Praktischerweise wurde in „Endlich zuhause“ ein „geistlich-konfessionelle Lebenslauf“ eingefügt. Da kann man nachlesen, wie langwierig und verschlungen sein Weg in die katholische Kirche verlaufen ist.

Über längere Strecken wirken die Schilderungen etwas bleiern und unpersönlich, als ob jemand diktieren würde. Manchmal bekommt man den Eindruck, Jordan würde aus einem Fachbuch für christliche Denominationen vorlesen. Doch das war seine Art. Volker Jordans war ein ruhiger Mensch, der langsam sprach und jedes einzelne Wort überlegte.

Wenn er sich für ein Thema interessierte, so ging er immer in die Tiefe. Insbesondere hinsichtlich der Religion machte er es sich nicht leicht. Er musste den Dingen auf den Grund gehen. Er wollte verstehen, worum es ging.

Diese Haltung könnte mit einer gewissen Überheblichkeit bzw. einem Mangel an Vertrauen erklärt werden. Doch im Laufe des fast 300-seitigen Textes konstatiert man, dass sein Gespür für das Wirken der Gnade Gottes immer stärker wurde und auch seine Bereitschaft, sich von dieser führen zu lassen. 0008

Fast beiläufig stehen dann im letzten Drittel des Buches Sätze wie dieser: „Ich empfing einen persönlichen Segen von einem aus Argentinien stammenden, russisch-katholischen Priester aus Paris, der sowohl im lateinischen als auch im russisch-byzantinischen Ritus zelebrierte. Dieser Segen bewegte mich sehr, wie ich gestehen muss.“

FOTO: Ein Priester der Petrusbruderschaft beim Requiem für Volker Jordan

Dass Jordans Glaube nicht so „verkopft“ ist, wie man anhand vieler Stellen vermuten könnte, zeigt die Tatsache, dass er ein ausgesprochen feines Gespür für Liturgie und ihre Stimmung hatte. Der Ritus kam immer stärker ins Zentrum seiner Aufmerksamkeit. Hier wollte er Gott begegnen.

Beim Lesen erkennt man, dass der Besuch der Heiligen Messe sein Interesse für Lehre und Theologie nicht minderten. Doch seine Ausführungen wirken menschlicher, weniger theoretisch.

Gerade in unserer Zeit brauchen wir viele Bücher wie dieses. Die katholische Tradition bildet sich im Laufe der Jahrhunderte vor allen durch das persönliche Zeugnis von einzelnen Gläubigen. Tradition lebt vom Zeugnis vieler Menschen, die anderen ihren Glauben kundgaben. „Endlich zuhause“ ist ein besonders schönes Beispiel davon.

Unser Autor Mathias von Gersdorff ist katholischer Publizist und Leiter der Frankfurter Aktion „Kinder in Gefahr“ sowie der Internetseite „Kultur und Medien online“

Das Buch ENDLICH ZUHAUSE kann bei uns (felizitas.kueble@web.de) oder beim Dominus-Verlag bestellt werden: http://shop.strato.de/epages/61306125.sf/de_DE/?ObjectID=6873076

Weitere Bücher des Dominus-Verlags: http://shop.strato.de/epages/61306125.sf/de_DE/?ObjectPath=Categories

 


Jordan-Buch: Der innere Werdegang einer einmaligen Persönlichkeit

Buch-Daten: Volker Joseph Jordan. Endlich zuhause. Mein Weg zur Kirche. Felizitas Küble im Gespräch mit einem Konvertiten. Dominus-Verlag, Augsburg 2013. (ISBN 978-3-940879-29-5)  –  352 S., 14,80 €.

Die Leiterin des Christoferuswerks in Münster hat ein sehr lesenswertes Interview über den Weg eines jungen Mannes zum katholischen Glauben in Buch-Form veröffentlicht: „Endlich zuhause. Mein Weg zur Kirche“ von Volker J. Jordan.

Im protestantischen Bereich aufgewachsen, schildert Jordan ausführlich seinen inneren Werdegang. Interessant ist hierbei vor allem die Vielfalt und Zerrissenheit in kleine und kleinste Grupierungen innerhalb des Protestantismus, was sogar mich, der ich in Tübingen katholische Theologie studiert habe, mehrfach in Erstaunen versetzte. Jordan_10-100

Der junge Kirchenhistoriker hat sich in dieser Zerrissenheit immer weniger wohl gefühlt und sich folgerichtig verstärkt jener Einheit zugewandt, welche die katholische Kirche mit dem Papst als ihrem sichtbarem Oberhaupt seit jeher verwirklicht.

Dass dies gewiß kein bequemer Weg war, lässt sich leicht nachvollziehen, denn es gehört Wage-Mut dazu, jene Grundsätze, die in der Kindheit von Eltern und Verwandten  vermittelt worden sind und die zweifellos prägend wirken, immer mehr   –  in einem positiven Sinne  –  zu hinterfragen.

Jordan hat dies stetig und konsequent gewagt  –  und er ist so der vollen Wahrheit immer näher gerückt, jener Wahrheit in Fülle, die von HERRN stammt, der von sich selber sagte, dass er die Wahrheit in Person ist – und die Kirche sein Werk. Das hat der Konvertit Jordan klar erkannt und eingehend begründet.

Leider ist diese sicherlich einmalige Persönlichkeit seinem Krebsleiden erlegen, aber wir dürfen glauben und hoffen, dass er nun diese Wahrheit, die er auf Erden gesucht und gefunden hat, in der Ewigkeit für immer schauen darf.

Unser Autor ist Dipl.-Theologe und wohnt in Bochum.


Zu Jordans Buch „Endlich zuhause“: Odysee einer Suche nach der verlorenen Heimat

Von Uwe C. Lay

Was ich täglich vor Augen habe, das sehe ich nicht mehr. Es ist mir zu vertraut, zu alltäglich, als daß ich es noch wahrnehme. Ja, Menschen verreisen oft nur, um heimgekehrt erst wieder feststellen zu können, daß es Daheim am schönsten ist. Volker Jordan, Endlich zuhause

Volker Joseph Jordan lädt uns nun auch zu einer Fernreise ein, um am Schluß des Buches „Endlich zuhause!“ sagen zu können. Es ist die Odyssee der Suche nach der verlorenen Heimat eines evangelischen Christen.

Es ist aber auch ein von Tragik umflorter Lebensweg eines Menschen, der endlich sein Ziel erreicht, seinen irdischen Lebensweg beenden mußte durch eine schreckliche Krankheit, um nun endgültig seine himmlische Heimat zu finden.

Die uns schon zu vertraute und darum oft uns unkenntlich gewordene Heimat neu sehen zu lernen, dazu lädt uns dies Buch eines Heimkehrers ein!

Langsam, in einzelnen Reiseetappen dem Ziel der Kirche sich nähernd, wird der Reiseweg im Gespräch zwischen Volker Jordan und der Publizistin Felizitas Küble aus Münster nacherzählt und theologisch reflektiert.

Die Reiseetappen: das ergibt dann eine lesenswerte Konfessionskunde des innerprotestantischen Pluralismus an verschiedensten evangelischen Gruppierungen mit ihren jeweiligen besonderen Glaubens-und Frömmigkeitsvorstellungen. Sie werden gesichtet im Lichte der wiedergefundenen Wahrheit und gerade so angemessen differenziert wahrgenommen.

Aber das unruhig suchende Herz kann seine Ruhe nicht in diesen Halbwahrheiten finden. Dies gibt dem Buch eine eigene Dynamik des Suchens und der Ruhe, aus der heraus die Suchbewegung zurückblickend betrachtet wird.

Dies Buch ist eine Kampfansage an eine der verbreitetsten Vorurteile unserer Zeit: daß die Gretchenfrage, wie hältst du es mit der Religion? mit: es ist doch letztendlich gleich-gültig, welcher christlichen Religion ich angehöre, zu beantworten ist. Gott sind sie alle doch gleich-gültig.

Mit Akribie und Sinn fürs Wesentliche, ohne sich in dogmatisch-sophistische Spitzfindigkeiten zu verlieren, konzentriert sich das Gespräch auf die wesentlichen Punkte: es ist eben nicht alles gleich.

Von Reiseetappe zu Reiseetappe gewinnt so gerade der in der Kirche Beheimatete einen neuen Blick für das Wahre und Schöne der Römisch-Katholischen Kirche, in der allein die ganze Fülle der Wahrheit gegenwärtig ist und jedem Suchenden so der Ort des „Endlich Zuhause“ ist.

Sollte man nicht etwas toleranter urteilen?, mag nun mancher Leser sich fragen. Ist der Weg, den hier Volker Jordan zurückgelegt hat, wohl für ihn der rechte gewesen, so muß er doch nicht für jeden der rechte sein.  –  Es wäre ein gravierendes Mißverständnis dieses Buches, läse man es in diesem Sinne als eine individuelle Wegbeschreibung, auf dem ein Mensch für sich am Ende seine Heimat gefunden habe.

Nein, in dem persönlichen Reiseweg ist etwas Allgemeingültiges eingezeichnet: daß nur in der Römisch-Katholischen Kirche jede Suchbewegung nach der Wahrheit ihre Erfüllung finden kann.

Wie im ganz Persönlichen dies Allgemeingültige aufleuchtet, das macht dieses Dialogbuch so lesenswert.

Der Theologe Uwe Christian Lay ist ebenfalls Konvertit (wie Volker Jordan) und Publizist

Buchdaten:
Endlich zuhause  –  Mein Weg zur Kirche
Felizitas Küble im Gespräch mit einem Konvertiten
352 Seiten, bebildert, 14,80 €, Dominus-Verlag (Augsburg)
 
Bestellung bei uns (felizitas.kueble@web.de) mit portofreier Lieferung  –  oder beim Dominus-Verlag direkt hier
 

Überlegungen zum Interview-Buch „Endlich zuhause“ von Volker Jordan

Spannend und lebensnah: Jordans Weg zur Kirche

Wenn immer wir Menschen zu staunen beginnen, entsteht grundlegend folgende Frage: Warum existiert überhaupt etwas; warum gibt es kein absolutes Nichts?  –  Daraus folgt die weitere Frage: Was bin ich  – und warum bin ich?

Aus unserem irdischen Dasein erhalten wir keine endgültige und befriedigende Antwort. So entstanden die Religionen, die aus einer nicht faßbaren, übernatürlichen Wirklichkeit eine tragfähige Antwort erhoffen.  Volker Jordan, Endlich zuhause

Für den gläubigen Christen  ist Jesus Christus die Antwort des Ewigen, das menschgewordene Wort Gottes.   

Die Tragödie der Christenheit besteht in den nicht mehr überschaubaren Konfessionen und Denominationen. Der junge Historiker und Konvertit Volker Jordan ist überzeugt: Das kann nicht der Wille Gottes sein, betet doch Jesus selbst:

„Alle sollen eins sein. Wie du Vater in mir bist und ich in dir bin, sollen auch sie eins sein, damit die Welt glaubt, dass du mich gesandt hast“ (Joh 17, 21).

Volker Joseph Jordan  (1972 – 2o13) gehörte bis ein Jahr nach seiner Konfirmation der evangelisch-lutherischen Kirche an, verließ diese dann und begann eine staunenerregende Suche nach einer Kirche, die für ihn  die wahre Stiftung Christi sein sollte. 

Durch gründliche fortlaufende Studien brachte er einerseits die notwendige geistige Ausrüstung  mit, zum anderen brachte er seine unvoreingenommene Offenheit  in jede kirchliche Gemeinschaft ein,  die er kennenlernen konnte. 

Immer war es derselbe Jordan, geprägt von seiner konservativen Grundeinstellung und einem konsequent denkenden, wachen Verstand.

Ein vorrangiges Kriterium seiner Wertungen war die Schlüssigkeit  von Lehre und ihre  Umsetzung in das christliche Leben. Das „sola-scriptura“ -Prinzip („Allein die Bibel“) konnte  er bald  nicht mehr  akzeptieren, weil es theologisch  und  kirchengeschichtlich nicht begründbar  ist und zudem selbst in der Praxis der protestantischen Konfessionen gar nicht umgesetzt werden konnte.   imm037_35A

Durch Jordans Begegnungen, Gespräche und praktische Teilhabe am  Glaubensleben der von ihm aufgesuchten christlichen Konfessionen und Gemeinschaften sowie durch  – von einer unbändigen Wahrheitssuche bedingte  –  kritische Auseinandersetzung  mit den jeweiligen Theologien erhält der  Leser einen bemerkenswerten Einblick in die Vielfalt und Unterschiedlichkeit dessen, was unter christliche Kirchen heute erfahrbar ist. 

Auf dem Umweg über die Orthodoxie findet Jordan (siehe Foto) schließlich zur  römisch-katholischen  Kirche.

Was sind entscheidende Kriterien für seinen Schritt? :

1. Das organische und ganzheitliche  Denken nach dem Grundsatz: Die Gnade setzt die  Natur voraus und vollendet sie.

2. Die Bedeutung der Sakramente (Hereinbrechen des Göttlichen  in unsere Welt).  

3. Das tiefe Verstehen der hl. Eucharistie als Opfer und Mahl, getragen von dem nur im Glauben faßbarem Geheimnis der Realpräsenz des gekreuzigten ujnd auferstanden Christus. (Die recht ausführliche Darstellung der so unterschiedlichen Verstehensweise des Abendmahls bei Lutheranern und Calvinisten/Zwinglianern in Gegenüberstellung zur katholischen Lehre kann für manchen Katholiken zur stärkeren Wertschätzung des eigenen Glaubens führen).

In der katholischen Kirche  findet Volker Jordan sowohl die mütterliche (Maria) wie auch die väterliche Komponente (den Papst) repräsentiert.

Wohltuend ist auch seine kritische und zugleich sachliche, ruhige Auseinandersetzung mit dem Phänomen „Medjugorje“.

Dadurch, daß die Glaubensschritte dieses radikal suchenden jungen Menschen in  Dialogform (mit Felizitas Küble als theologisch versierter Gesprächspartnerin) dargelegt wird, erfahren wir Jordans geistliche Entwicklung als spannend und lebensnah. 

Neben den notwendigen Literaturangaben ist ein sehr ausführliches Stichwortverzeichnis positiv hervorzuheben.

Dieses lehrreiche Interviewbuch „Endlich zuhause“ ist jedem zu empfehlen, vor allem jenen, die ihren eigenen Glauben vertiefen möchten. Es ist im Augsburger Dominus-Verlag erschienen.

Der Autor ist pensionierter Studienrat und unserer Redaktion persönlich bekannt


„Endlich zuhause“: Dieses Buch bietet eine „ganz andere“ Konversionsgeschichte

Rezension von Reinhard Dörner

Volker Joseph JordanVolker Jordan, Endlich zuhause
Endlich zuhause. Mein Weg zur Kirche.
Felizitas Küble im Gespräch mit einem Konvertiten
Dominus-Verlag, Augsburg 2013
ISBN 978-3-940879-29-5
352 S., € 14,80

Dies ist eine ganz andere Konversionsgeschichte als etwa die von Scott Hahn, Erik M. Mørstad oder dem sel. John Henry Card. Newman. Die leicht zu lesende und deshalb einladende äußere Form des Interviews läßt den Leser die geistig-psychologische Entwicklung des Konvertierten nachempfinden  –  er kann sich in die Gedankenwelt von Volker Jordan hineinversetzen.

Dies ist keine intellektuelle Abhandlung. Wer aber meint, daß dem Inhalt der intellektuelle Anstrich fehlt oder abhanden gekommen ist, unterliegt einem folgenschweren Fehl- oder besser Vorurteil.

Die intellektuelle Bandbreite dieses Autors kommt in dem ausführlichen bibliographischen Anhang in voller Breite zur Geltung: Eigene Veröffentlichungen, hervorragende Übersetzungen korrespondieren mit vertiefenden Literaturempfehlungen.

Angesichts dieser Empfehlungen ergibt sich sehr eindrucksvoll, welchen Weg des Suchens dieser begnadete Mensch hinter sich bringen mußte, ja mußte, weil er in seiner besonderen Situation ein exemplarisches Schicksal seines Lebens bewältigt hat, das seinesgleichen sucht.

Das Besondere dieses Schicksals ist das nahezu Endlose des Suchens, das im endgültigen Anschluß an die Kirche doch noch seine Erfüllung fand. Und so heißt der Untertitel zu Recht: “Mein Weg zur Kirche”; denn es gibt nur “eine” Kirche, die Jesus Christus gegründet hat, wie er selbst betont.

Einer der wichtigen Gründe, die ihn zur Konversion veranlaßt haben, ist die Unüberschaubarkeit und Uneinheitlichkeit der christlichen Glaubensgemeinschaften, in denen sich eben nicht die Una Sancta darstellt, sondern eine eher “individualistische […] Grundhaltung” (S. 20)*.  – Daher ist für ihn klar: “Es geht nicht an, daß sich eine Gruppe nach der anderen bildet und daß jeder Gründer selbst hierfür der Maßstab ist.” (56)*

Die Interviewerin geht sehr geschickt von den vier Grundkennzeichen der Kirche aus: Einheit, Heiligkeit, Katholizität, Apostolizität.

Jordan sieht darin “ein Zusammenspiel” (16)* für seine Entscheidung zur Konversion, nachdem er eine regelrechte Wanderschaft  –  oder war es eine Irrfahrt?  –   durch ca. 14 christliche Konfessionen mit teilweise Gastmitgliedschaften durchgemacht hatte.

Auf Jordan kamen wie für alle Konvertiten wichtige Fragen zu, wie es denn z.B. mit dem Fegefeuer stehe oder mit der Heiligenverehrung etc.

Volker Jordan

Volker Jordan

Hier zeigt sich die ungeheure Belesenheit dieses Suchers des rechten Glaubens: Von der Hl. Schrift über die Kirchenväter, die Konvertitenliteratur ist ihm alles vertraut, so daß er mit apologetischer Treffsicherheit die ‘Knackpunkte’ der Unterscheidung darzustellen vermag.

Die Frage nach Maria, der Mutter Gottes, stellt sich ihm wie jedem Konvertiten. Im Protestantismus “identifiziert [man] jegliche Betonung Mariens sofort mit der katholischen Kirche und schweigt daher […] weitgehend von ihr (102)* oder weist anhand von Schriftstellen nach, daß Maria von “der Sündhaftigkeit aller Menschen” nicht ausgenommen (ebd.) sei.

Obwohl Jordan es nicht ausspricht, sieht er sich vermutlich als besonderes Werkzeug Mariens. Er wurde am 16. Juli 1972 getauft, also am Fest Mariens vom Berge Karmel. Das wußten seine Eltern nicht, und auch er selbst hat es erst womöglich im Zuge seiner Konversion erfahren. (103 f.)*

Daß Volker Jordans Glaube auf seine Echtheit hin geprüft wurde, erhellt aus der Tatsache, daß der unheilbar an Krebs Erkrankte bekennt: “Wir können überzeugt sein, daß Gott uns keine größeren Leiden auferlegt, als wir zu tragen vermögen. Das ist auch bisher meine persönliche Erfahrung.” (106)*

Dieses Zeugnis muß so manchen ‘gläubigen’ Katholiken beschämen, der mit Gott hadert, warum gerade ihn ein schweres Leiden treffe.

Volker Jordan interessiert sich auch für den Umgang mit Andersdenkenden. So stellt er fest, daß sich z.B. der “Hexenaberglaube in reformatorisch geprägten Ländern wesentlich länger” hielt und “dort deutlich mehr ‘Hexen’ hingerichtet” wurden (173)*.  –  Dies ist das Urteil eines Mannes, der Historie studiert hat.

Bei den reichhaltigen Erfahrungen seiner ‘Pilgerschaft’ ist es bemerkenswert, daß er die in der orthodoxen Kirche gepflogene “biblisch-patristische Tradition” (185)* hervorhebt, ein Aspekt, der in der katholischen Kirche  –  leider  –  weniger bedeutet.

Weiter hebt er den Wert der zölibatären Lebensweise der Priester gegen den verheirateten Status der orthodoxen Priester und “die fehlende dogmatische Übereinstimmung und kirchliche Einheit mit der römisch-katholischen Kirche unter dem Nachfolger Petri” hervor. (186 f.)*

Insgesamt verfestigte sich in ihm der Eindruck, “man wolle zwar einen […] Kulturverein pflegen und bewahren, dabei aber auf elementare Merkmale des Kircheseins […] verzichten” (190)*.

Volker Joseph Jordan, eine beeindruckende Persönlichkeit!

Als Gesamturteil ist festzuhalten: Ein Buch, das ganz aus dem Rahmen üblicher Konvertitenliteratur herausfällt, aber wegen seiner im Interview vollzogenen Information unglaublich wertvoll ist. Selbst schwierige Passagen werden nachgefragt und erklärt, ansonsten ist die Sprache klar, verbindlich, erhellend.

Zum Aufbau wäre nachzutragen: Es hätte dem Interview nicht geschadet, wenn man thematische Einheiten gebildet hätte, was zugegebenermaßen bei einem so umfangreichen Interview nicht einfach gewesen wäre.

Hervorzuheben ist die großartige Leistung der diversen Anhänge, dort besonders zu erwähnen das Stichwortverzeichnis, das die fehlende inhaltliche Gliederung voll kompensiert.

*Die Zahlen in Klammern weisen auf die Seitenzahlen des Buches hin.

Reinhard Dörner ist Vorsitzender des ZpV (Zusammenschluß papsttreuer Vereinigungen) und des Kardinal-von-Galen-Kreises

ERSTVERÖFFENTLICHUNG dieser Buchbesprechung auf KATHNEWS: http://www.kathnews.de/endlich-zuhause-mein-weg-zur-kirche