Der Heilige Geist in Schöpfung und Erlösung

Von Pater Eugen Mederlet OFM

Wir singen und beten so oft am Schluss der Orationen „in der Einheit des Heiligen Geistes“ und im Hochgebet der Messe flehen wir, dass wir „ein Leib und ein Geist“ werden mögen. Was bedeutet das?

Bedeutet es nur, dass wir gesinnungsmäßig übereinstimmen? Wie man so sagt: „ein Herz und eine Seele“, in einem Zusammenklang unserer Seelen? Ist das schon genug?

Jesus fleht zum Vater und gibt es an als Frucht seines Kreuzesopfers, dass wir so eins seien, wie er mit dem Vater eins ist. Die Einheit kann ja nicht nur unter jenen sein, die enger zusammenleben – und die anderen gehen mich nichts an. Das wäre nicht die ganzen Schöpfung.

Dann wären auch im Himmel lauter Einzeleinheiten, so wie man im großen Speisesaal um kleine Tische herum zu Sechsen sitzt, man hat gute Gespräche untereinander, aber mit den anderen ist keine Verbindung vorhanden.

Selbst wenn wir mit allen Menschen, die jetzt leben, in einer inneren Gemeinschaft stehen würden, dann wären wir es noch nicht mit allen vergangenen Generationen und mit den kommenden.

Es ist auf alle Fälle eine Einheit, die alles Psychische übersteigt, denn alle sollen miteinander eins werden, auch die Engel mit den Menschen; denn sonst wären ja wieder zwei Kammern im Himmel, so wie in einer Regierung zwei Kammern sind: Das Oberhaus und das Unterhaus. Da wären die Engel für sich eine Gesellschaft und die Menschen wieder für sich eine Gesellschaft.

Die Schöpfung ist eine. Was bedeutet dies? Wie können wir es vielleicht ein wenig erahnen?

Die gesamte Schöpfung ist eins und ist von Anfang an von Gott so erschaffen, dass sie ein unvorstellbares Kunstwerk der Harmonie darstellt. Beginnen wir einmal mit den Engeln im Himmel, den Ersterschaffenen. Wenn in einem Engel ein Gedanke aufsteigt, ist dieser Gedanke einklingend in alle. Die Gedanken und die Liebesglut eines jeden klingt zusammen in eine einzige, unendliche Fülle, ein nicht mehr vorstellbares Kunstwerk der Harmonie.

Wenn wir uns die herrlichste Symphonie, die je auf Erden komponiert worden ist, von den schönsten und vollendetsten Künstlern gespielt, vorstellen würden, wo dann die eine Geige eine Melodie spielt, aber nicht für sich. Der Geiger wird auch nicht sich selbst wie ein Solo hören. Er spielt sich hinein ins Ganze und klingt zusammen mit der Trommel, mit der Klarinette, mit der Oboe, mit der Bratsche, mit dem Cello, mit der Bassgeige, alles klingt in eine einzige, unerhörte Harmonie, eben das wunderbare Kunstwerk.

Wenn ich eine einzelne Melodie hören würde, wäre das vielleicht schon ganz schön, besonders wenn es die von ersten Geiger wäre, aber ich würde nicht herausspüren, was es eigentlich ist. Der erste Geiger wäre trostlos, wenn er das als Einzelner vorspielen müsste. Er erkennt sich selbst und den Wert seines Spielens in dem, was es im Ganzen wird.

Dieses Zusammenspiel der Musik auf Erden müssen wir als winzig kleines Ahnungsfünklein hineinübersetzen, hineinahnen in die Engel, wo jeder Spieler ja selbst seine Melodie spielt und jeder persönlich denkt, empfängt aus Gott, anbetet, strahlt Ihn wider in allen Variationen herrlichster Kunstwerke des Singens, immer neuer Dichtung höchster Lyrik und höchster Anbetung und Musik, Licht, Farbe.

Alles, was wir hier unten ahnen können, ist in einem unerhörten Zusammenklang, wo nichts allein ist, sondern alles eins, ein einziges Leben, und das zuströmend aus Gott, zuströmend aus der unendlichen Zeugung, in der der Vater seinen Sohn ausspricht.

ER ist ja der Urheber aller Kunstwerke in Seinem Wort, das ER spricht. Dieses eine WORT strömt im Heiligen Geist in die Engel und wird dort zu diesem unendlichen Kunstwerk, wo jeder berufen ist, seine Partie zu spielen, zu singen und zu leben, ein unerhörtes Leben, ein Drama. Die Engel leben ja! Wir sehen doch, in welche Prüfung sie gestellt werden. Die einen stürzen in den Abgrund und vom Abgrund aus durchqueren sie mit Getöse, mit dem Lärm die Harmonie. In der Hölle gibt es keinen Klang mehr, nur noch Lärm. Lärm kommt aus der Unterwelt.

Bei Hildegard von Bingen haben die Teufel immer nur ein Geplärr, sie können nicht singen. Eine Störungsfunktion üben sie aus gegen diese unaussprechliche Harmonie.

Und nun ist in den Engeln gleichsam die ganze Schöpfung schon vorgespielt. Das ganze Schöpfungsdrama, auch das ganze Werden der Schöpfung, jeden Geschöpfes, jeder Blüte, jeder Form der Kristallisation, jedes Windhauchs, der durch die Jahrmillionen und Milliarden geht, und jede Formung der Sterne und ihre Bewegungen, und ihre Gluten, und das Werden der Menschen und ihre Geschichte, alles ist schon vorgeformt in den Engeln und wird nun hineingespiegelt, dass es Erde wird, dass es Mensch wird.

Und der Mensch bekommt nun selbst seine Partie mitzuspielen mit den Engeln zusammen als Mensch, nun noch eine viel größere Herrlichkeit dieses Gesamtgesanges, des gesamten Dramas, des gesamten herrlichen Spieles Gottes. Er spielt auf dem Erdenrund noch herrlicher, es zu gestalten durch das menschliche Einklingen in das Klingen der Engel.

So war es im Paradies bis zum Menschen in der Zeit, da er noch in der Einheit Gottes ist, ist alles ein einziges unendliches Werden eines gesungenen, herrlichen Dramas, einer Oper, eines Welttheaters im tiefsten, herrlichsten Sinn, von Gott erfunden und gespielt durch seine Diener, die Knechte.

Nichts hat gestört, nichts konnte irgendeinen Misston geben, und der Mensch hat, solange er auf Gott so einging, wie die Engel eingehen, in der freien Zustimmung der Liebe auch jeden Gedanken, jede Regung ganz aus Gott empfangen und singend, klingend, handelnd, sprechend, denkend hineinklingen lassen in die immer voranschreitende Symphonie. Die Symphonie wird erst vollendet sein und dann erst eigentlich klingen, wenn die Schöpfung bei der Wiederkunft Christi vollendet ist.

Aber im Paradies begannen die ersten Takte der Ouvertüre, und die waren schon unerhört herrlich und ohne jeden Fehler, makellos gespielt von jeder Regung des Herzens, und deshalb war eben die Liebe zwischen Adam und Eva reinste Gottesliebe. Das Leibhaftige war nur Ausdruck des Brautgeheimnisses, der Leib des Menschen offenbart das Geheimnis der göttlichen Liebe, die als Mann und Frau sich gegenseitig schenkt. So hätte es eingeklungen mit den Kindern, so wäre alles immer weiter eingeklungen.

Natur Mensch Umwelt

Und nun kommt der unheimliche Misston, dass nicht nur irgend einer, sondern der Mensch, der alle Symphonie in sich trägt, aus dem alles hervorgehen soll, sich von Gott, vom Komponisten und vom Dirigenten, von der gesamten Einheit des Kunstwerkes losreißt und es an sich reißt und querdurch falsch hineintönt, und so das ganze Orchester durcheinanderbringt, so dass nichts mehr tönen kann, dass alles Missklang ist, so dass die Engel allein noch im Himmel singen und die Erde verloren außerhalb des Kunstwerkes gefallen ist ins Draußensein. Das ist das Werk Adams. Unheimlich! Wir können uns das nicht vorstellen. Das heißt, wir könnten es ja, wir leben es doch.

Und nun – wie geht es weiter?

Ich möchte zuerst noch einmal zurückkehren zur Einheit des Paradieses und des Himmels. Dieses Einssein ist eben das eine Leben aus Gott. Da ja alle am göttlichen Leben teilnehmen, sind alle inwendig in einem Leben, das aus sich selbst zusammenklingt, wie in einem Leib von selbst alles ein Leben ist. Die Einheit ist real, das eine Leben des Dreieinen Gottes.

Dass die gesamte Schöpfung so in dieser Gnade, der Paradiesesgnade und der himmlischen Gnade der Engel, so von Gott, aus Gott ein Leben hat, dass wir hineingenommen sind in die Heiligste Dreifaltigkeit. Wir haben das Leben des einen Gottes und deshalb ist es ein Leben. Wie Vater und Sohn eines Wesens sind und ein Leben haben, alles gemeinsam in einer Fülle, so besitzen wir alle gemeinsam in einer Fülle den Anteil am göttlichen Leben.

Und das ist zerstört. Das Leben ist ausgelöscht. Das ist der Tod, das ist das Reich der Sünde, das Reich der Finsternis, das der beherrscht, der es herbeigeführt hat mit seinem Missklang, in den er den Menschen hineingerissen hat. Der Mensch hat es aber gewollt.

Und nun – wie geht es weiter?

Nun kommt Gott selbst in diese zerstörte Schöpfung. Wir können nun denken, jetzt macht ER alles wieder gut. ER erlöst uns, und jetzt klingt alles wieder schön. So geht es nicht.

Gott selbst geht den umgekehrten Weg: Weil der Sohn Gottes in dieses Leben hineinsteigt, geht nun die gesamte Zerstörung, der herzzerreißende Missklang und Tod, alles geht auf Jesus, das Lamm, das nun das Sündenlamm wird, beladen mit der ganzen Weltsünde. Dieses Zerrissensein der ganzen Symphonie geht auf Jesus. ER nimmt unsere Last an – und in dieser Zerrissenheit nun stimmt ER ein neues Lied an, das noch viel herrlicher ist als alles, was bisher, als die Welt noch in der Unschuld war, erklungen ist.

Weil jetzt aus diesem Zerstörtsein, aus diesem Tragen von aller Krankheit, von aller Weggeworfenheit, von aller Verdemütigung und Verspottung, das unendlich herrlichere Lied der Liebe erklingt. Darin sagt Jesus: Ja, das soll jetzt mein Loblied des Vaters sein, dass ich von dieser zerstörten, rebellischen, verlorenen Erde aus Ihm das Lob darbringe in all diesen Schmerzen.

Es ist das neue Lied der gekreuzigten Liebe, das viel herrlicher ist, schwerer, aber herrlicher als das Lied der Engel. Sie beneiden uns, dass wir dieses viel herrlichere Lied singen dürfen als sie.

Dieses Lied des Sohnes Gottes am Kreuz, das erfüllt nun auch die Engel, dass sie das gleiche Lied, dieses schmerzvolle Lied der Liebe singen können, weil sie hinabgestiegen sind zu uns Menschen, unsere Schutzengel und alle Engel, in diese zerrissene Welt dienend herabgestiegen sind. So lernen sie ebenfalls das herrliche Lied des Gottesknechtes, der alle Schuld der Welt und alle Krankheit trägt, den Gott zerschlagen hat um unserer Missetaten willen.

Seht, in diese Einheit sind wir hineingestellt.

Wir müssen heute drum beten und auch, wie es uns gegeben ist, darum ringen im Herzen, aus der Isolierung herauszukommen, um uns nicht mehr als Einzelne zu sehen: Ich und Gott – und dann sind andere auch noch da, mit denen ich halt schauen muss, wie ich fertig werde, sondern wir, die gesamte Schöpfung.

Der verborgenste Gedanke, das verborgenste Beten, Opfern oder ein Lied, das in mir erklingt, das ich so gern in Worte fassen und singen möchte, dass es die Welt höre, das ist schon längst gehört. Sobald es aufsteigt, vom Heiligen Geist angeweht, ist es bereits in der ganzen Schöpfung, ist es Einklang in die Symphonie – und einmal wird es als herrlicher Gesang offenbar sein bei der Wiederkunft Christi, wenn die erlöste Schöpfung ins Lied der Liebe einstimmen wird.

Deshalb dürfen wir in unseren Gebeten ganz still verborgen sein, brauchen unsere Opfer von keinem Menschen gesehen werden. Darum sagt Jesus, die linke Hand soll es nicht einmal wissen. Und in dein Kämmerchen schaut der Vater hinein.

Wenn wir die heilige Eucharistie feiern, strömt das in die gesamte Schöpfung. Es ist ja das Opfer für alle, das Jesus hier darbringt in unserem Herzen, und wir es als unser Opfer im Schoß der Kirche darbringen.

Wir meinen immer, wir müssen Solo spielen, wir wollen eine Solo-Geige. Und dann meinen wir: Ich muss wichtig sein, damit meines ebenso gut ist wie das andere. Das muss doch neben dem konkurrieren können. Der spielt ja nur Bratsche, ich will Geige spielen, die erste Geige!

Du bist aufgeblasen, wie es in der Fabel heißt, wie der Frosch, der so groß sein wollte wie der Ochse. Er hat sich aufgeblasen, bis er geplatzt ist. Das ist genau unser Stolz. Wir alle blasen uns auf, und dann ist nichts da als ein missklingendes Quaken. Damit ist die ganze Symphonie zerstört.

Wenn ich aber aufgeben würde, Solo zu spielen, sondern nur meinen schlichten Klang, was jetzt eben in meinem Leben als Beten, als Opfern, als Tun, als Werk gegeben ist, Füße waschen oder eine Krankheit tragen, ja: die ganze Mühe des Belastetseins, weil ständig in mir alles nach unten zieht und ich in jedem Gebet nur Zerstreuungen habe – und zu all dem Ja sage, ist dies mein wahrer Einklang in die herrlichste Harmonie. Sie kommt aus dem Kreuzesopfer Jesu, aus dem Lobgesang des Sohnes, eine Melodie, die ins Ganze hineingehört und die nun im Ganzen zum Glanz gelangt.

Das ist, was der Heilige Geist in uns wirkt, dass ER uns entfacht zu dieser Glut der Liebe, dass ER uns entzündet zu dieser Bereitschaft, das mühevolle, verletzte Leben des Lammes Gottes zu tragen und deshalb jetzt verborgen ein Liebeslied vorzubereiten, das Lied des Lammes, wie es heißt in der Geheimen Offenbarung, dass sie das Lied des Lammes singen werden, das Lied, das Jesus bereitet hat für die ganze Schöpfung.

Wie würden wir dann so vieles leichter tragen, alles, was mich so belastet und wo ich schließlich nur noch Scherben in der Hand habe. Und aus diesen Scherben, die mich so erniedrigen und gering machen, ertönt in meinem Herzen das Loblied, das Anbetungslied, das Lied des Lammes, das die gesamte Schöpfung in eine noch herrlichere Symphonie hineinführt, als es je im Stand der Unschuld hätte sein können.

Bei diesem Text handelt es sich um eine Pfingt-Predigt von Pater Eugen Mederlet OFM. Der Franziskaner und Schriftsteller lebte vom 18.1.1912 bis 5.7.1992. Dieser Beitrag wurde uns von unserem Leser Gerhard Kumerics freundlicherweise zur Verfügung gestellt – er ist stellv. Leiter der von Pater Mederlet gegründeten Stifung St. Bonaventura. (Der hl. Bonaventura war ein großer Theologe des Franziskanerordens.)


GOTT hat mich all meinen Ängsten entrissen!

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche:
Psalm 34 (33),2-3.4-5.6-7.8-9.

Ich will den HERRN allezeit preisen;
immer sei sein Lob in meinem Mund.
Meine Seele rühme sich des HERRN;
die Armen sollen es hören und sich freuen.

Verherrlicht mit mir den HERRN,
lasst uns gemeinsam seinen Namen rühmen.
Ich suchte den HERRN, und ER hat mich erhört,
ER hat mich all meinen Ängsten entrissen.

Blickt auf zu ihm, so wird euer Gesicht leuchten,
und ihr braucht nicht zu erröten.
Da ist ein Armer; er rief, und der HERR erhörte ihn.
ER half ihm aus all seinen Nöten.

Der Engel des HERRN umschirmt alle, die ihn fürchten und ehren,
und ER befreit sie.
Kostet und seht, wie gütig der HERR ist;
wohl dem, der zu ihm sich flüchtet!

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Was ist der MENSCH, daß du seiner gedenkst?

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche:
Psalm 8,2.5.6-7.8-9.

HERR, unser Herrscher,
wie gewaltig ist dein Name auf der ganzen Erde;
über den Himmel breitest du deine Hoheit aus.
Was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst,
des Menschen Kind, dass du dich seiner annimmst?

Du hast ihn nur wenig geringer gemacht als die Engel,
mit Herrlichkeit und Ehre ihn gekrönt.
Du hast ihn als Herrscher eingesetzt über das Werk deiner Hände,
hast ihm alles zu Füßen gelegt.

All die Schafe, Ziegen und Rinder
und auch die wilden Tiere,
die Vögel des Himmels und die Fische im Meer,
alles, was auf den Pfaden der Meere dahinzieht.

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Ich will dir vor den Engeln singen und spielen

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche:
Psalm 138 (137),1-2ab.2cd-3.7cd-8.

Ich will dir danken mit meinem ganzem Herzen,
dir vor den Engeln singen und spielen;
ich will mich niederwerfen zu deinem heiligen Tempel hin,
will deinem Namen danken für deine Huld und für Treue.

Denn du hast dein Wort größer gemacht
als deinen ganzen Namen.
Am Tag, da ich rief, gabst du mir Antwort,
du weckst Kraft in meiner Seele.

Du streckst deine Hand aus,
deine Rechte hilft mir.
Der HERR wird es für mich vollenden.
Seine Huld währt ewig.
Lass nicht ab von den Werken deiner Hände!

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Christus will alle befreien, die aus Furcht vor dem Tod der Knechtschaft verfallen sind

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche: Hebr 2,11-12.13c-18.

ER, der heiligt, und sie, die geheiligt werden, stammen alle von einem ab; darum scheut ER sich nicht, sie Brüder zu nennen und zu sagen: Ich will deinen Namen meinen Brüdern verkünden, inmitten der Gemeinde dich preisen.

Da nun die Kinder Menschen von Fleisch und Blut sind, hat auch ER in gleicher Weise Fleisch und Blut angenommen, um durch seinen Tod den zu entmachten, der die Gewalt über den Tod hat, nämlich den Teufel, und um die zu befreien, die durch die Furcht vor dem Tod ihr Leben lang der Knechtschaft verfallen waren.
Denn ER nimmt sich keineswegs der Engel an, sondern der Nachkommen Abrahams nimmt ER sich an.
Darum musste ER in allem seinen Brüdern gleich sein, um ein barmherziger und treuer Hoherpriester vor Gott zu sein und die Sünden des Volkes zu sühnen.
Denn da ER selbst in Versuchung geführt wurde und gelitten hat, kann ER denen helfen, die in Versuchung geführt werden.


GOTT hat zu uns gesprochen durch den Sohn

Heutige liturgische Festlesung der kath. Kirche: Hebr 1,1-4.

Viele Male und auf vielerlei Weise hat Gott einst zu den Vätern gesprochen durch die Propheten; in dieser Endzeit aber hat ER zu uns gesprochen durch den Sohn, den ER zum Erben des Alls eingesetzt und durch den ER auch die Welt erschaffen hat.

ER ist der Abglanz seiner Herrlichkeit und das Abbild seines Wesens; ER trägt das All durch sein machtvolles Wort, hat die Reinigung von den Sünden bewirkt und sich dann zur Rechten der Majestät in der Höhe gesetzt.
ER ist um so viel erhabener geworden als die Engel, wie der Name, den ER geerbt hat, ihren Namen überragt.


Aus dem Munde der Kinder und Säuglinge hast du dir Lob bereitet

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche:
Psalm 8,2-3.4-5.6-7.

HERR, unser Herrscher,
wie gewaltig ist dein Name auf der ganzen Erde;
über den Himmel breitest du deine Hoheit aus.
Aus dem Mund der Kinder und Säuglinge hast du dir Lob bereitet
deinen Gegnern zum Trotz;
deine Feinde und Widersacher müssen verstummen.

Seh‘ ich den Himmel, das Werk deiner Hände,
Mond und Sterne, die du befestigt:
Was ist der Mensch, dass du an ihn denkst,
des Menschen Kind, dass du dich seiner annimmst?

Du hast ihn nur wenig geringer erschaffen als die Engel,
mit Herrlichkeit und Ehre ihn gekrönt.
Du hast ihn als Herrscher eingesetzt über das Werk deiner Hände,
alles hast du ihm zu Füßen gelegt.


Das himmlische Jerusalem mit Symbolen der 12 Stämme Israels und der 12 Apostel

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche: Offb 21,9b-14.

Ein Engel sagte zu mir: Komm, ich will dir die Braut zeigen, die Frau des Lammes.
Da entrückte er mich in der Verzückung auf einen großen, hohen Berg und zeigte mir die heilige Stadt Jerusalem, wie sie von Gott her aus dem Himmel herabkam, erfüllt von der Herrlichkeit Gottes.
Sie glänzte wie ein kostbarer Edelstein, wie ein kristallklarer Jaspis.
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Die Stadt hat eine große und hohe Mauer mit zwölf Toren und zwölf Engeln darauf. Auf die Tore sind Namen geschrieben: die Namen der zwölf Stämme der Söhne Israels.
Im Osten hat die Stadt drei Tore und im Norden drei Tore und im Süden drei Tore und im Westen drei Tore.
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Die Mauer der Stadt hat zwölf Grundsteine; auf ihnen stehen die zwölf Namen der zwölf Apostel des Lammes.

Der HERR weckt Kraft in meiner Seele

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche
Psalm 138 (137),1-2ab.2cd-3.6.8.

Ich will dir danken mit meinem ganzem Herzen,
dir vor den Engeln singen und spielen;
ich will mich niederwerfen zu deinem heiligen Tempel hin,
will deinem Namen danken für deine Huld und für deine Treue.

Denn du hast dein Wort größer gemacht
als deinen ganzen Namen.
Am Tag, da ich rief, gabst du mir Antwort,
du weckst Kraft in meiner Seele.

Erhaben ist der HERR,
doch ER schaut auf den Niedrigen,
in der Höhe ist ER, doch ER erkennt von ferne.

HERR, deine Huld währt ewig.
Lass nicht ab von den Werken deiner Hände!


Von der Esoterik zum Glauben: Wie Christus meine Familie und mich gerettet hat

Das folgende Glaubenszeugnis stammt von unserer Leserin Irina, einer ehemaligen Esoterikerin und Ex-Charismatikerin aus Bayern, geboren in Russland, die uns mit vollen Namen und Anschrift bekannt ist.

Weil jedoch ihr Lebensbericht sehr persönliche Momente und Ereignisse beinhaltet, haben wir mit ihr eine Beschränkung auf den Vornamen vereinbart:

Ich bin 1981 in Russland geboren und wuchs in einer (nicht wirklich) gläubigen Familie auf. Wir gingen zwar hin und wieder zur Kirche, hatten Gebetbücher zu Hause und ich schrieb oft Briefe an Gott, wusste aber damals noch nicht, dass Jesus Christus real ist.

Meine Mama war katholisch, mein Papa wurde erst ein paar Jahre, bevor er gestorben ist, orthodox getauft. Meine Schwester und ich wurden mit sechs Jahren in der orthodoxen Kirche getauft.

Meine Eltern stritten oft, hauptsächlich weil mein Papa viel getrunken hat. Die ganze Familie hat darunter gelitten. Mein allergrößter Wunsch war, meine eigene Familie zu gründen und ein harmonisches Leben zu führen.

2001 kam ich nach Deutschland, studierte in München Germanistische Linguistik und arbeitete an der Universität als Deutschlehrerin für ausländische Studierende. Später schloss ich ein Zweitstudium der Betriebswirtschaftslehre ab, arbeitete anschließend in einer Marketing-Agentur, heiratete 2015 meinen jetzigen Ehemann und wir bekamen zwei Kinder.

2014 lernte mein Mann seinen leiblichen Vater kennen (aufgewachsen ist er mit seinem Stiefvater). Der leibliche Vater weihte uns (meinen Mann und mich) an Weihnachten 2015 in die Esoterik ein und schenkte uns „Die Geheimlehre“ und „Isis entschleiert“ von Blavatsky, „Grundlagen der Esoterischen Philosophie“ von Gottfried von Purucker, die Mahatma-Briefe, Runen, Tarot-Karten, ein Buch über Astrologie und vieles mehr.

Er war viele Jahre in einem esoterischen „Orden“, der von Dethlefsen geleitet wurde, bezeichnete sich als Priester und behauptete, dass die Informationen, die in diesen Büchern stehen und die er beigebracht bekommen hatte, die Wahrheit aller Wahrheiten darstellen.

Dies sei die richtige Esoterik und kein Eso-Kitsch. Und so wurden wir ganz tief in die Esoterik eingetaucht, haben diese Wahrheit, ohne zu hinterfragen, angenommen und weiter vertieft und uns regelmäßig ausgetauscht.

An Ostern 2016 haben mein Schwiegervater und ich durch einen leichten Stromschlag „einen gewischt“ bekommen. Er behauptete seitdem, dass wir im vorherigen Leben ein Paar gewesen sein müssen und rief mich ständig an, wollte, dass ich dies einsehe und bat mich darum, dies nicht seiner Frau und meinem Mann zu erzählen.

Ich wusste nicht, wie ich mich verhalten soll und erzählte zuerst niemandem was davon. Irgendwann ließ mein Schwiegervater los und ich war sehr erleichtert.

2016 bekam ich eine seltsame Fähigkeit, nachts unkontrolliert aus meinem Körper auszutreten und durch die Wohnung, manchmal auch durch die Stadt zu fliegen. Einmal, als ich krank war, sah ich, wie ich aus meinem Körper ausstieg – und als ich mich von oben beobachtete, sah ich statt meines Körpers einen dunklen Mann im Bett liegen – es war ein schreckliches Erlebnis.

Von diesem Phänomen des „Fliegens“ erzählte ich meinem Schwiegervater, der das ganz toll fand und mir ein Buch über Astralreisen schenkte und meinte, es sei sehr beneidenswert, dass ich dies von Natur aus tun kann (die Anderen müssen es ja erst lernen).

Ich kam damals nicht dazu, das Buch zu lesen und wollte mich auch ehrlich gesagt in dieser Richtung nicht weiterbilden.

Als ich wieder eine Astralreise erlebte und meinem Schwiegervater davon erzählte, sagte er mir, dass ich bei meiner nächsten Astralreise bewusst zu ihm nach Hause fliegen und mich auf ihn drauflegen solle, denn es gäbe ja nichts Schöneres, als die Verschmelzung zweier Körper auf australer Ebene. Aber ich solle doch bitte davon nichts seiner Frau und meinen Mann erzählen.

Bei allem Respekt vor meinem Schwiegervater und all dem, was er für mich Gutes tat, fand ich diese Aussage ziemlich schräg und fing an, mich von ihm zu distanzieren und blockierte ihn dann irgendwann auf meinem Handy.

Ich befand mich in einer sehr schwierigen Lage, wollte das Ganze aber doch nicht vor meinem Mann verheimlichen und beschloss, ihm davon zu erzählen. Das Ganze endete dann in einer  großen Katastrophe. Für meinen Schwiegervater war ich gestorben.

Mein Mann konnte es mir nicht glauben und fing an, zu rauchen und zu trinken. Da ich weder das eine noch das andere guthieß und diese Süchte zu ständigen Streitereien führten, brach unsere Familie Stück für Stück auseinander.

Da die Kinder noch sehr klein waren und ich niemanden in der neuen Stadt kannte (wir waren frisch umgezogen), konnte ich nicht gehen.

Zudem war ich nach den beiden Schwangerschaften gesundheitlich ein Wrack und da die Ärzte mir nicht helfen konnten, beschloss ich, die Verantwortung für meine Gesundheit zu übernehmen und kam durch Zufall auf die Ernährungsweise von Medical Medium von Anthony William (Geist des Mitgefühls) und bin zu Expertin auf dem Gebiet dieser spirituellen Ernährungslehre geworden. Ich absolvierte die Ernährungsberatungsausbildung und wollte mich als Ernährungsberaterin nach Medical Medium selbständig machen.

Ich suchte ständig nach dem richtigen Weg, nach der Wahrheit und dem Sinn des Lebens und wollte mich auf gar keinen Fall mit der Esoterik meines Schwiegervaters weiter beschäftigen.

Ich kaufte das Download-Paket von Flow Summit 2019 mit zahlreichen spirituellen Vorträgen, hörte sie mir an und kam zu dem Schluss, dass meine mangelnde Selbstliebe Schuld an allem sei. Ich beschäftigte mich mit meinem „inneren Kind“, meinen Schattenseiten und arbeitete intensiv an mir. Ich glaubte, die Wahrheit in der Spiritualität gefunden zu haben.

Besonders inspiriert war ich von Jana Haas (hellsichtige Autorin und Engel-Expertin).

Zudem hörte ich viele Videos von Robert Betz an und besuchte sogar  einen seiner Vorträge, sprach mit ihm persönlich verzweifelt über meine familiäre Situation und er meinte, ich solle meinen Mann akzeptieren, so wie er ist, sprich: ihn trinken und rauchen lassen, denn er brauche dies momentan.

Ich war mit dieser Antwort nicht zufrieden und suchte weiter nach Antworten in zahlreichen spirituellen Büchern und kam dann doch zu dem Schluss, meinen Mann mit all seinen Süchten akzeptieren zu lernen und arbeitete jeden Tag an mir (bildete mir ein, dass mich seine Süchte nicht stören und ich keine Angst mehr davor habe, wie die Zukunft unserer Familie aussehen wird).

Je mehr ich las, desto mehr fühlte ich mich verzettelt, verzweifelt und unglücklich, und beschloss, mich hauptsächlich auf die Bücher und Vorträge von Jana Haas zu konzentrieren. Ich wollte sogar eine Ausbildung zum Cosmogetic Healing bei ihr machen, weil ich mir einbildete, Heilerin zu sein, beruhend darauf, dass meine Oma mütterlicherseits auch Heilerin war und dass ich dies von ihr bestimmt erbte und diese Fähigkeit weiterentwickelt werden soll.

Da ich zusammen mit meinem Mann Inhaber eines Sportclubs bin, beschloss ich im September 2019 eine Online-Yoga-Ausbildung zu machen und gab bereits während der Ausbildung Yoga-Stunden in unserem Club. Anfang Februar 2020 hatte ich ein Yoga-Präsenzseminar in Hamburg und war nach der Rückkehr nach Hause sechs Wochen krank (im nachhinein verstand ich, dass der liebe Gott mir Zeichen sendete, darüber nachzudenken, was ich da tue).

Anfang April 2020 stoß ich im Internet auf ein Video über Satanismus und musste, während ich es mir ansah, viel weinen und war schockiert und sprachlos.

Der Gedanke, dass die Welt doch nicht so rosig sei, wie ich es in den spirituellen Büchern las, und dass es das Schwarze/Böse/Dunkle da draußen doch gibt, ließ mich nicht los.

Bis dahin war ich der Meinung, wie Jana Haas (spirituelle Medium und Autorin) es immer so schön ausdrückt, dass wir es uns in unserem Leben nicht leisten können, negativ zu denken. Man soll ein Licht für die Welt darstellen, also immer „positiv denken“. Und dass es keine Dämonen oder gefallene Engel gibt, dies seien in Wirklichkeit lediglich unsere negativen/dunklen Gedanken.

In diesem Video über Satanismus sah ich aber das Böse, ohne zuvor schlechte Gedanken gehabt zu haben. So begann ich zu hinterfragen, ob das, was Jana Haas behauptet, überhaupt stimmt. Mir fiel wieder die Frage von meiner Bekannten ein, ob ich wüsste, dass die Ernährung nach Medical Medium zur okkulten Szene gehört. Ich fing an, zu recherchieren, was alles unter Okkultismus/Esoterik/New Age fällt, stieß auf die Website www.lichtarbeit-verführung.de und las dort die Berichte von Aussteigern.

Ich fand mich in vielen dieser Zeugnisse wieder und war zunächst geschockt.

Ich hörte mir zudem das Zeugnis von Doreen Virtue an, in dem sie erzählt, warum sie aus New Age ausstieg und zum Christentum konvertierte.
Ich realisierte, dass ich auf dem Holzweg war und dass ich tausende Sünden begangen hatte, bereute diese zutiefst und beschloss, ein Übergabe-Gebet zu sprechen.

Am Morgen des Ostersonntags  –  12. April 2020  –  redete ich darüber mit meinem Mann und fragte ihn, ob er sich auch bekehren möchte. Er war sofort einverstanden (unserem HERRN sei Dank).

Da unsere Ehe in Trümmern lag und dies die letzte Chance war, unsere Familie zu retten, fingen wir an, die Bibel zu lesen und sämtliche esoterische Bücher und okkulte Gegenstände wegzuwerfen. Ich brach meine Yoga-Ausbildung sowie alle anderen okkulten Praktiken ob, darunter Aura-Soma, Homöopathie, Engelkarten, positives Denken, Meditationen und Selbstheilungsversuche (wie z.B. die Ernährungsweise nach Medical Medium).

Ich bin Gott unendlich dankbar, dass er mich nicht aufgab, mir die Augen öffnete und mich aus der Esoterik rausholte.

Nun dachte ich, meine Familie und ich sind für immer gerettet und endlich auf dem richtigen Weg!

Direkt nach der Umkehr sind wir leider unwissend und ahnungslos in einer charismatischen Gemeinde gelandet, die Geistestaufe, Zungenrede, Prophetien, Lobpreis mit Rockmusik und Wunderheilungen praktizierte.

Da mein Mann und ich bei diesen Praktiken von Anfang an kein gutes Gefühl hatten und uns das sehr an die frühere Esoterikzeit erinnerte, begann ich zu recherchieren, was die charismatische Bewegung ausmacht und prüfte dies anhand der Bibel.

Ich realisierte, dass wir vom Regen in die Traufe gekommen sind, da die charismatische Bewegung eine große und verhängnisvolle Verführung darstellt, die umso tückischer ist, weil sie sich mit einem christlichen Mäntelchen präsentiert.

Es war mir vor meiner Umkehr nicht bewusst, dass Satan real ist und sich gerne als „Engel des Lichts“ ausgibt und ständig versucht, Menschen mit seiner esoterischen Lehre, ja sogar auserwählte Christen mit verführerischen Irrlehren wie der Charismatik letztlich von Gott abzubringen.

Die Esoterik/New Age und okkulte Praktiken haben meine Familie beinahe zerstört. Sie machen krank, kosten viel Geld und sind sehr gefährlich.

Das Einzige, was uns erretten kann, ist der aufrichtige Glaube an unseren lebendigen Herrn Jesus Christus und eine zu 100% echte Umkehr (aufrichtiges Bereuen und Bekennen aller Sünden). Ich kann dies aus meiner eigenen Erfahrung nur bestätigen, denn mein Leben hat sich nach der Umkehr um 180 Grad gedreht, meine Ehe wurde geheilt und ich erfuhr, was Freiheit und Liebe wirklich bedeuten.

Endlich war die ewige, mühevolle Suche nach Wahrheit beendet.

Gemälde: Evita Gründler (erstes, viertes und letztes Bild)