Israel: Menora und Kreuz (judenchristliche Symbolik) in uralter Zisterne entdeckt

Eine seltene Entdeckung machten Wanderer am vorvergangenen Wochenende, die eine alte Wasserzisterne in der Region Schefela erkundeten. An den Kalkstein-Wänden der Zisterne fanden sie u. a. eine eingravierte siebenarmige Menora (Leuchter) und ein Kreuz.

Engraving of a seven-branched menorah.Die Menora besteht aus einer Basis mit drei Füßen und bildet offensichtlich die Menora ab, die zur Zeit des Zweiten Tempels im Tempel in Jerusalem stand. Ein Kreuz war in der Nähe der Menora eingraviert.

BILD: Menora in alter Wasserzisterne (Foto: Sa’ar Ganor, IAA)

Eine weitere Gravur, die einem Schlüssel aus dem Altertum ähnelt, wurde auf der anderen Seite der Höhle gefunden, neben anderen, die bislang nicht entschlüsselt werden konnten.

Im Umkreis des Fundorts befanden sich Gebäude und Verstecke aus der Zeit des Bar-Kochba-Aufstands (2. Jh. v. Chr.) und der byzantinischen Zeit.

Quellen: Israelische Altertumsbehörde, israelische Botschaft in Berlin


Israel: Heilungs-Chance gegen Aids?

Israelische Forscher haben möglicherweise eine Methode entdeckt, um eine HIV-Infektion zu heilen. Die Forscher der Hebräischen Universität Jerusalem haben ein Protein namens Gammora identifiziert, das das Virenvorkommen bei HIV-infizierten Patienten um 97% reduzieren kann.

Bild: HIV-Viren (Foto: PHIL)

Im Gegensatz zu anderen Viren, die mehrere Kopien ihrer selbst in eine Zelle integrieren, inkorporiert das HI-Virus nur eine oder zwei Kopien seiner selbst in die CD4-Zellen. Dies erlaubt es dem Virus, diese Zelle effektiv zu übernehmen und sie als „Fabrik“ zu nutzen, die weitere Viren produziert.

Gammora verursacht in der Zelle eine Überproduktion der HIV-DNA und damit einen „Selbstmord“ der Zelle, so Professor Zev Sthoeger, Leiter der Abteilung für Innere Medizin am Kaplan Medical-Center in Rechovot.

Gegenwärtig zielen die Therapien für HIV darauf ab, den Ausbruch der Krankheit AIDS bei infizierten Patienten herauszuzögern. Eine Heilung im Sinne einer Auslöschung des Virus‘ im infizierten Körper ist jedoch nicht möglich. Dies ist mit der Entdeckung der Forscher in greifbare Nähe gerückt.

Quellen: Ynet / Israelische Botschaft in Berlin


Litauen/Israel: Überreste der Großen Synagoge von Vilnius entdeckt

Mit Hilfe eines Bodenradars haben Experten der Israelischen Antiquitätenbehörde im Juni unterirdische Überreste von der Großen Synagoge und dem Synagogenhof in Vilnius, Litauen, entdeckt. Die Reste befinden sich nun teilweise unter einer modernen Schule und sollen ab dem nächsten Jahr in einer Ausgrabung freigelegt werden.

BILD: Entdeckung der Überreste der Großen Synagoge in Vilnius

Die Große Synagoge von Vilnius war das älteste und bedeutendste Gebäude der litauischen Juden. Wie die meisten jüdischen Gebäude in Litauen wurde die Große Synagoge im Holocaust zerstört.

Ein Team unter der Leitung von Dr. Jon Seligman von der Israelischen Antiquitätenbehörde, Zenonas Baubonis von Litauens Behörde für die Konservierung von Kulturerbe und Professor Richard Freund von der Universität Hartford hat die Überbleibsel der Synagoge erst kürzlich mit Hilfe des Bodenradars erfolgreich identifiziert.

Die große Synagoge von Vilnius wurde im 17. Jahrhundert im Renaissance-/Barock-Stil erbaut. Im Laufe der Zeit gesellten sich weitere Gemeindebauten hinzu, darunter zwölf Synagogen, der Gemeinderat, Verkaufsstände für koscheres Fleisch, die berühmte Straschun-Bücherei, eine Anlage mit Mikvaot (Ritualbädern) und andere Institutionen. Sie formten ein großes Zentrum der Torahgelehrsamkeit, das Herz der jüdisch-litauischen Mitnagdim-Bewegung und die Heimat vom bedeutenden Rabbiner Eliyahu, dem Gaon von Vilna.

Mit der Zerstörung der gesamten jüdischen Gemeinde von Vilnius wurde auch diese Synagoge von den Nazis ausgeraubt und niedergebrannt. Die sowjetischen Behörden zerstörten die Überbleibsel der Synagoge und errichten an dem Ort eine moderne Schule.

Es gibt Überlegungen, die zukünftige Ausgrabung von einem gemischten Team aus Archäologen und studentischen Freiwilligen aus Litauen, Israel und den jüdischen Gemeinden weltweit durchführen zu lassen. Die Israelische Antiquitätenbehörde ermuntert die Öffentlichkeit, an zukünftigen Ausgrabungen an der Stätte teilzunehmen, und freut sich über Sponsoren für dieses Projekt. Jeder, der teilnehmen möchte, kann die Israelische Antiquitätenbehörde kontaktieren.

Quellen (Text/Foto): Israelische Antiquitätenbehörde / Israelische Botschaft


Der erste Christbaum Bayerns wurde bereits 1590 in Schwarzach aufgestellt

Ursprung und Geschichte des Christbaums

Überall leuchten sie nun bald wieder, die Christbäume. Geschmückt mit Lichterketten, bunten Christbaumkugeln, Lametta und Strohsternen stehen sie in Kirchen und Wohnungen, erhellen Plätze und Dörfer.  Christbaum

Wo und wann der Christbaum seinen Ursprung hatte, kann heute nicht mehr eindeutig geklärt werden. Vermutlich hat er sich im Lauf der Zeit aus den Bräuchen der unterschiedlichsten Kulturen entwickelt. Immergrüne Pflanzen galten als Quell der Lebenskraft, sie sollten Gesundheit in das Haus bringen.

Schon die Römer schmückten ihre Häuser zum Jahreswechsel mit Lorbeerzweigen und in den nördlichen Regionen wurden im Winter Tannenzweige ins Haus gehängt, um damit die bösen Geister abzuwehren.

Die eigentliche Geschichte unseres Christbaums beginnt im 16. Jahrhundert. Zwar soll die Freiburger Bäckerschaft schon im Jahr 1419 einen Baum mit allerlei Naschwerk, Früchten und Nüssen behängt haben, den die Kinder dann an Neujahr plündern durften, doch diese Aussage lässt sich urkundlich nicht belegen.

Erst 1539 gibt es einen urkundlichen Beleg über einen Weihnachtsbaum im Straßburger Münster. Und erste Aufzeichnungen über den Christbaum als einen allgemein üblichen Brauch findet man im Elsass im Jahr 1605.

Außergewöhnliche Entdeckung im Archiv

Bisher ist man auch davon ausgegangen, dass der Christbaum erst viel später nach Bayern gekommen ist. Doch dann hat der Oberpfälzer Heimatforscher Josef Fendl eine Entdeckung gemacht, nach der die Geschichte des Christbaums in Bayern umgeschrieben werden muss.

Denn im bischöflichen Zentralarchiv in Regensburg fand er bei der Arbeit an einer Chronik von Schwarzach in Niederbayern unter einem Stapel von Kirchenakten ein Papier aus dem Jahr 1590.

Bei dem Papier handelt sich um eine „Überschreibung“ des Pfarrers an den Bischof von Regensburg. Beim „Überschreiben“ eines Pfarrers wenden sich Gemeindemitglieder an den Bischof, um sich über ihren Seelsorger zu beklagen. So auch die Schwarzacher Schäfchen. Mehrere Punkte waren in dem Papier aufgeführt, denn der eifrige Seelsorger namens Wolfgang Schopper war bisweilen in seiner Wortwahl nicht zimperlich.

Doch das wichtigste ist unter Punkt 6 zu lesen:

Im selbigen Jahr  –   also im Jahr 1590  –  habe der Pfarrer „am heiligen Weihnachtstag zu der Vesper vom hochwürdigen Sakrament“ an ein Tannenbäumel Äpfel gesteckt: Das kann nur eine Art Christbaum gewesen sein, davon ist auch der Heimatforscher überzeugt.

Nun ist nicht anzunehmen, dass früher die Aufstellung eines Christbaums in der Kirche zur Weihnachtzeit für wichtig genug angesehen wurde, um das Geschehen in den Chroniken zu erwähnen. So ist es nur dem Schwarzacher Pfarrer Wolfgang Schopper und dem Heimatforscher Josef Fendl zu verdanken, dass der kleine Ort Schwarzach die erste urkundliche Erwähnung eines Christbaumes in Bayern vorweisen kann.

Quelle (Text/Foto): Bistum Regensburg