Algerien: Christen durch Anti-Missionsgesetz benachteiligt – Ex-Muslime werden enterbt

Ein 2006 in Kraft getretenes Anti-Missionsgesetz beschränkt die Religionsausübung nicht-islamischer Bürger. Es verbietet Christen, mit Muslimen über ihren Glauben zu sprechen. Kirchen werden von staatlicher Seite überwacht und immer wieder geschlossen.

Viele Christen   werden durch das Anti-Missionsgesetz zu Gefängnis- oder Geldstrafen verurteilt. Trotzdem wächst in Algerien die Gemeinde der Gläubigen. Vor allem im Norden Algeriens entscheiden sich viele Berber (Kabylen) für ein Leben als Christ.

Diese Entscheidung bedeutet für einen Algerier, dass er sich der Verfolgung aussetzt. Die algerischen Christen werden täglich damit konfrontiert. Sie erleben verbale und körperliche Gewalt, Verleumdungskampagnen in den Medien bis hin zu Zwangsscheidungen von Ehepaaren.

Kürzlich wurde Mecheri, ein Berber und Christ aus dem Norden, von seinem eigenen Bruder vor Gericht gestellt. Da Mecheri sich zum christlichen Glauben bekennt, leitete sein Bruder ein Enterbungsverfahren gegen ihn ein.

Hintergrund ist ein Gesetz aus dem Jahre 1984. Es besagt, dass jemand, der dem Islam den Rücken kehrt, keinen Anspruch auf seinen Anteil vom Erbe eines Muslims hat.

Kurz nachdem Mecheri Christ wurde, stellte man ihn unter Anklage. Er wurde der Apostasie (des Glaubensabfalls) beschuldigt und auf die örtliche Polizeibehörde bestellt. Dort sollte er sich zu Mohammed und Allah bekennen. „Das kann ich nicht, weil ich Christ bin“, sagte Mecheri dort und wird seitdem noch argwöhnischer beobachtet und kontrolliert.

Quelle: Christliches Hilfswerk „Open Doors“