Augsburg: MEHR verspricht mehr, als sie hält

Von Felizitas Küble

Am Freitag (3. Januar) begann in Augsburg die viertägige charismatische MEHR-Konferenz, die im letzten Jahr ausgefallen war (laut Leiter Dr. Hartl benötigte er mehr „Besinnung“ in der Zwischenzeit).

Umso erfreuter ist man beim ökumenischen Gebetshaus Augsburg darüber, daß die Teilnehmerzahl sogar noch von 10.000 auf 12.000 gestiegen ist und damit der mit Pop- und Rockmusik begleitete Kongreß voll ausverkauft sei.

Das Leitwort der Veranstaltung ist „natürlich“ englischsprachig und lautet „Colours of Hope“ (Farben der Hoffnung).

Etwas befremdlich wirkt es freilich, wenn die MEHR auf ihrer Hompage mehr verspricht, als sie hält:

Auf der Startseite  – https://mehrkonferenz.org/  –  wird der Leser mit einem großen Button unten rechts zum „Livestream“ weitergeleitet. Unter dieser Rubrikhttps://mehrkonferenz.org/livestream/heißt es dann:

„Liebe Freunde, wie schön, dass Sie über den Livestream an der #MEHR2020 teilnehmen!
Wir freuen uns, Ihnen diesen Dienst
gratis anbieten zu können.

Allerdings kostet uns die Produktion des Streams etwa 120.000€. Zur Deckung dieser Kosten sind wir auf Spenden angewiesen. Bitte überlegen Sie, was Sie geben können. Je nachdem ob Sie alleine oder als Gruppe zusehen, schlagen wir folgende Spendenbeträge vor…“

Sodann folgen Spenden-Buttons mit der Empfehlung von 24,95 € für Einzelne und von 59,95 € für Gruppen.

Nun ist ein Unterstützungs-Aufruf grundsätzlich völlig unbenommen und stellt kein Problem dar, wenngleich die angeblichen Kosten von 120.000 € für diesen Service reichlich hoch erscheinen.

Allerdings heißt es eingangs, man freue sich, diesen Dienst „gratis(!) anbieten zu können.

Nicht nur ich, auch andere Leser des CHRISTLICHEN FORUMs, die nicht zu Spenden bereit waren, konnten diesen Livestream nicht nutzen, denn man kam auf diesem „Pfad“ schlicht nicht weiter – und wenn man sich auf die Startseite zurückschaltete, stand man erneut vor der Bezahlschranke.

Wäre es dann nicht aufrichtiger und fairer, gleich die Bezahlschranke zu erwähnen, statt von einem GRATIS-Angebot zu schreiben?  

„Kath.net“ derzeit in Jubelstimmung:

Es liegt auf der Hand, daß sich das erscheinungsbewegte Nachrichtenportal „Kath.net“ jetzt auf Wolke 7 befindet und z.B. bis zum heutigen Nachmittag bereits vier Artikel über die MEHR-2020 veröffentlichte, darunter auch einen Bericht über die Pressekonferenz mit Dr. Johannes Hartl, dem katholischen Leiter des Gebetshauses, von dem das MEHR-Spektakel veranstaltet wird: https://www.kath.net/news/70240

Nun liegt der MEHR vor allem mehr Ökumene sehr am Herzen. Dagegen ist zunächst nicht unbedingt etwas einzuwenden, immerhin praktiziert unser CHRISTLICHES FORUM seit jeher eine Art „Ökumene auf konservativ“  – allerdings ohne Verwischung der theologischen und sakramentalen Unterschiede zwischen den Konfessionen.

In der euphorischen Lobeshymne von „Kath.net“ auf die MEHR-Konferenz heißt es jedoch:

„Auf die Frage, wie die Konferenz mit der Eucharistiefeier und der Feier das Abendmahls umgehe, betonte der Gebetshausleiter, dass man alle Christen zu beiden einladen. „Zum Empfang der Eucharistie ermutigen wir jeweils die Leute dort zu gehen, wo sie sich konfessionell verorten.“

Der katholische MEHR-Chef Dr. Hartl lädt also „alle Christen zu beidem ein“, doch immerhin „ermutigt“ er die Teilnehmer dazu, „zum Empfang der Eucharistie“ in die Feier der jeweils eigenen Konfession zu gehen.

Doch der katholische Theologe bezeichnet dabei ausdrücklich beides – nämlich die protestantische Abendmahlsfeier und den katholischen Kommunionempfang – unterschiedslos als „Eucharistie“.

Dabei ist der Eucharistie-Begriff typisch katholisch  –  und was noch wichtiger ist: Beide Gottesdienstformen sind wesentlich verschieden dadurch, daß die hl. Kommunion objektiv ein Sakrament darstellt, die evanglische Abendsmahlsfeier jedoch nicht.

Diese konfessionelle Vermischung könnte man leicht verhindern (zumindest erschweren), wenn nämlich beide Gottesdienste  – Abendmahl / Messe – zur selben Zeit stattfinden würden (ggf. durch Teilung der Halle mit einem Vorhang oder wie auch immer).

Aber auf solche „Kleinigkeiten“ kommt es offenbar nicht an, wenn erlebnisorientierte Charismatiker aus katholischen, landeskirchlichen und freikirchlichen Kreisen sich zu MEHR versammeln ganz nach der charismatischen Devise: Die Lehre trennt, aber die Erfahrung vereint!

Man kann auch sagen: eine Ökumene auf der Gefühlsebene  – alle zusammen fliegen sie enthusiastisch auf die Wolke 7.

Unsere früheren 17 Artikel über die MEHR-Konferenz und das Gebetshaus Augsburg hier: https://charismatismus.wordpress.com/category/visionen-und-charismatik-kritik/gebetshaus-augsburg-j-hartl/


Charismatischer Josua-Dienst bietet „geistliche Vater- und Mutterschaft“ an

Von Felizitas Küble

Heilung und Befreiung, Zeichen und Wunder – das sind die vier Zauberworte der Charismatischen Bewegung. Dabei ist diese Szene in sich sehr vielfältig, nicht nur konfessionsübergreifend, sondern auch sonst recht schillernd und „bunt“.

Fast jede Initiative hat noch eine besondere „Spezialität“ zu bieten, sei es die Heilung von angeblicher „Familienschuld“ (Vorfahrensverstrickungen, Flüche aus vorigen Generationen….) oder das „Wort der Erkenntnis“ (eine vermeintliche prophetische Gabe bzw. Eingabe oder gar Seelenschau), sei es ein euphorisches Zungenreden oder den „Befreiungsdienst“ (ein Quasi-Exorzismus) usw.

Der pfingstlerisch-protestantische Josua-Dienst in Görwihl segelt ebenfalls auf der Welle einer erfahrungs- und gefühlsbetonten Spiritualität, bietet Gebetsseminare für „körperliche Heilung“ an und zudem reichlich kostspielige Tagungen im eigenen Vereinshaus. (So werden z.B. für ein Seminar von Freitagabend bis Sonntagnachmittag ca. 300 Euro verlangt – siehe hier: https://josua-dienst.org/die-geschenke-des-heiligen-geistes/)

Die versprochenen „Gaben des Heiligen Geistes“, die hier „eingeübt“ (!) und „freigesetzt“ werden sollen, sind eben eine anspruchsvolle Sache – zumindest finanziell.

Die Vereinsgründung erfolgte bereits 1989 durch Dr. Christoph und Dr. Utta Häselbarth.

Das Ehepaar hat die Leitung inzwischen zwar in jüngere Hände übergeben, ist aber nach wie vor aktiv im Team dabei – und zwar als Sprecher zu den Themen „innere und körperliche Heilung“, aber auch für die „geistliche Vater- und Mutterschaft“, was immer das heißen mag (siehe hier: https://josua-dienst.org/ueber-uns/)

Benötigt denn das Kirchenvolk „geistliche Väter“ und ebensolche „Mütter“, die sich möglicherweise mit diesem Sonderservice auch noch aufdrängen?

Paulus bezeichnet die Gläubigen als „Knechte Christi“, als Diener des Höchsten. Wer sich freiwillig abhängig macht von GOTT, der wird unabhängig von Menschen. Daher betont der Völkermissionar im Hinblick auf das Heilswerk Christi: „Für einen teuren Preis seid ihr erkauft worden. Werdet nicht Sklaven von Menschen!“ (vgl. 1 Kor 7,23).

Typisch für die Schwärmerbewegung ist sodann ein Unternehmerseminar, das dort angeboten wird – siehe hier: https://josua-dienst.org/unternehmerseminar-mit-beverley-watkins/

Es geht im Sinne des „Wohlstandsevangeliums“ wieder einmal um die „Ökonomie des Himmels“.

Dazu wird eine Frau Beverly Watkins als „anerkannte Seher-Prophetin“ vorgestellt und ins Tagungshaus kommen. Doppelt hält anscheinend besser: wir kennen zwar viele (selbsternannte) „Seher“und auch „Propheten“, aber beides in Personalunion ist schon eine besondere Nummer.

Nun wissen wir es also: „Das Königreich Gottes hat eine Ökonomie, wie jede Nation auf dieser Erde.“

Um in das „Verständnis der himmlischen Ökonomie einzutauchen“, werden Themen wie diese betrachtet:

  • Wie sieht der geistliche „Handel“ aus und inwiefern ist er Teil der himmlischen Ökonomie?
  • Wie handelt man als Priester in der himmlischen Ökonomie?
  • Wie agiert man als König in Gottes Ökonomie auf der Erde?        

Im Büchershop geht es ebenso enthusiastisch zu – ständig ist in den Titeln von Heilung, „Leben im Sieg“, Herrlichkeit, Königtum,  geistlicher Augenöffnung und „erfülltem Leben“ die Rede – ein typisches Halleluja-Christentum eben – siehe hier: https://josua-dienst.org/wp-content/uploads/2019/03/Medienkatalog-Josua-Shop.pdf

Bezeichnend wirkt auch der Titel „Was Gott Dir versprochen  hat“ von David Wilkerson, jahrzehntelang einer der Obergurus im charismatischen Spektrum. Ständig geht es darum, die angeblichen „Verheißungen“ der Bibel zu proklamieren bzw. „in Anspruch zu  nehmen“ (wobei als selbstverständlich vorausgesetzt wird, daß man hierauf einen Anspruch „hat“, den man gar nicht mehr zu erbeten braucht, der vielmehr abholbereit zur Verfügung sateht…).

Typisch auch der Buchtitel: „Biblische Verheißungen für die Salbung des Geistes“. Hier wird mit einem angeblich „höheren“ Christentum der Geisterfüllten geliebäugelt, jenen besonders begnadeten Gläubigen, die von  oben eine „Salbung“ erhalten haben, während das normale Christenvolk sich mit weniger zufriedengibt…

„Guten Morgen, Heiliger Geist“  – das Buch des prominenten Pfingstpredigers Benny Hinn darf da nicht fehlen, zumal ohnehin der Eindruck entsteht, als säßen diese Auserwählten dem Heiligen Geist gleichsam auf dem Schoß, um in eine Geheimnisse eingeweiht zu werden…

Zu Benny Hinn haben wir bereits vor sieben Jahres einen Artikel veröffentlicht https://charismatismus.wordpress.com/2011/07/08/benny-hinn-der-charismatische-starprediger/

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt

 


So läuft eine charismatische Ehe-Therapie…

Von Felizitas Küble

Die evangelisch-charismatische Zeitschrift  „Charisma“ ist für schwarmgeistige Verhältnisse noch erstaunlich nüchtern. Extreme Verstiegenheiten werden im allgemeinen vermieden. Neben enthusiastischen Artikeln gibt es auch lebenspraktische Beiträge oder Reportagen aus Israel bzw. sonstigen Weltgegenden.

Trotzdem kommen die typisch charismatischen Merkmale immer wieder zum Vorschein – und sie sind umso bemerkenswerter, gerade weil das vierteljährlich erscheinende Magazin sich gerne etwas intellektuell und alltagsnah präsentiert.

So finden wir in der Ausgabe 3/2018 einen Bericht über einen charismatischen Ehe-Workshop. Es geht also um die Heilung und Verbesserung ehelicher Beziehungen  – das Seminar nennt sich LAM (Love after Marriage = Liebe nach der Heirat).

LAM geht auf die pfingstlerisch-amerikanische Bethel-Gemeinde zurück, die von Starprediger Bill Johnson und seiner Frau geleitet wird. Wir haben über die mehr als sonderbaren Praktiken in dieser Megagemeinde bereits zwei Artikel veröffentlicht: https://charismatismus.wordpress.com/?s=bill+johnson

Nun ist es natürlich ein ehrenwertes Anliegen, sich um die Therapie von Eheproblemen zu kümmern oder gesunde Ehen  noch gesünder hinzukriegen.

Keine seelische Intimsphäre in der Ehe?

Allerdings zeigt sich bereits hier wieder die typisch charismatische Neigung zu Verstiegenheiten:

Im Artikel „Tiefer verbunden“ (S. 25) wird dazu aufgefordert, „keine Geheimnisse voreinander zu haben“. Begründung von Pastor Martin Heidenreich: „Eine Beziehung ohne Offenheit ist keine echte.“  – Wenn also ein Ehepartner nicht komplett alles ausplaudert, ist die Beziehung „keine echte“?

Zudem wird darauf verwiesen: „Das Ehepaar im Paradies ist für mich ein Bild dafür, ohne Scham äußerlich und innerlich voreinander nackt zu sein. Das ist Gottes Muster für unsere Ehe.“

Hat der LAM-Seminarleiter schon einmal etwas vom Sündenfall gehört? Mit seiner „Logik“ könnten wir heute noch splitterfasernackt herumlaufen, Versuchungen diesbezüglich gab es schließlich im Garten Eden auch nicht. Also alles paletti?!

Durch den Sündenfall ist aber der Mensch moralisch und spirituell geschwächt, grundsätzlich anfällig für die Sünde, daher gibt es als eine Art Schutzwall für ihn sein angeborenes Schamgefühl  – nicht nur fürs Ankleiden, sondern auch für die seelische Intimsphäre.

Natürlich öffnen sich die Eheleute voreinander weitaus mehr als gegenüber Freunden, Verwandten oder Kollegen. Aber es ist schwärmerisch gedacht, dabei völlig auf jede „innere Scham“ zu verzichten und seine Persönlichkeit gleichsam komplett „auszuziehen“.

Weiter heißt es in einer Weise, die auch aus einer gruppendynamischen Sitzung oder Selbsterfahrungs-Stuhlrunde stammen könnte: „Zunächst gilt es, Blockaden aufzuspüren: Schuld, Festlegungen, Ängste sowie Ballast aus der Familienvergangenheit.“

Eheliche Sexualität: „In der Woche zwier….“ – ?

Wie könnte es anders sein bei soviel eingeforderter „Offenheit“ – es folgt diese Klarstellung: „Hohe Priorität hat das Thema Sexualität.“

Die Gruppenleitung vermittelt den Ehepaaren die rechte Lust: „Außerdem gibt es die Hausaufgabe, zweimal pro Woche sexuell aufeinander zuzugehen.“

Die evangelische Zeitschrift denkt hierbei wohl an den alten Luther-Spruch: „In der Woche zwier – schadet weder ihm noch ihr.

Nur ist diese hausbacken wirkende „Weisheit“ so klug nun auch wieder nicht, weil ein Paar mit Anfang 20 das wohl anders empfindet als eines, das auf die Fünfzig zugeht  – oder noch ältere Semester. Zudem hängt die Angelegenheit auch von der bisherigen Dauer der Ehe ab, von den Temperamenten und sonstigen Befindlichkeiten der Eheleute.

Einen solch fraglichen Ratschlag dann auch noch als „Hausaufgabe“ aufzugeben, wirkt womöglich alles andere als „therapeutisch“. Sex als Leistungsanforderung ist normalerweise kein Ehe-Heilrezept, sondern bewirkt eher das Gegenteil.

Warum Weniger MEHR bedeutet

Zudem besteht mit Luthers Spruch die Gefahr der Gewohnheit und Banalität, was zu sexuellem Überdruß und damit Unlust führen kann – einmal abgesehen davon, daß das Judentum schon wissen wird, warum es – wenngleich im Kontext kultischer Reinheitsregeln – gut zwei Wochen pro Monat eine eheliche Enthaltsamkeit vorsieht.

Dasselbe gilt übrigens (zudem bei einem fast identischen Zeitraum nach der Periode) für die Natürliche Empfängsregelung, wie sie gläubige Katholiken praktizieren. Diese Art der Familienplanung ist nicht nur komplett gesund und kostenlos, sondern dient auch einer bleibenden frischen Spannung in der Ehe und einer menschenwürdigen Sexualität mit gegenseitiger Rücksichtnahme und vernünftigen Verzichtsphasen, welche die Vorfreude steigern.

Also genau umgekehrt wird ein Schuh draus: Statt „in der Woche zwier“ hilft es der Ehe, zwei Wochen pro Monat enthaltsam zu sein!

Gläubige jüdische und katholische Ehepaare haben hier die Nase vorn!

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt


Charismatische Hillsong-Kirche zwischen Disco-Spektakeln und Sexskandal

Von Felizitas Küble

Die „Hillsong“-Gemeinden gehören zur weltweiten protestantischen Pfingstbewegung; diese Mega-Church (Großgemeinde) wurde 1983 im australischen Sydney von Starprediger Brian Houston und seiner Frau Bobbie gegründet.  

Es gibt weltweit zahlreiche Tochterkirchen, auch in Deutschland, zB. in München, Düsseldorf und Konstanz, ebenso in Zürich. Der deutsche Zweig gehört zum „Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden“.

Die „Gottesdienste“ der Hillsonger sind stark auf junge Leute zugeschnitten, geprägt von charismatischer „Lobpreis“-Musik mit harten Rock- oder Techno-Rythmen und entsprechender Lautstärke. Eine Disco ist gemütlich im Vergleich dazu.

Im Mittelpunkt stehen enthusiastische Gefühle und die (Sehn-)sucht nach einem spirituellen „Durchbruch“ mit besonderen religiös-emotionalen Erfahrungen.

Die Hillsong-Church fasziniert ihre Anhänger mit „Gottesdiensten“, die eine Mischung aus Event und Spektakel darstellen. Kein Wunder, daß der amerikanische Teenie-Musikstar Justin Bieber zu dieser Bewegung gehört. Die Hillsong-UNITED-Band tourt erfolgreich durch die Weltgegend – auch mit einer USA-Tour 2019 (siehe 2. Foto).

Diese auf emotionale Event-Erlebnisse und heiße Musik fixierte „Frömmigkeit“ ist kennzeichnend für schwärmerische Bewegungen.

Ebenso typisch ist die Anfälligkeit für sexuelle Skandale gerade bei charismatischen Gründer- und Leitergestalten; man kennt dieses Phänomen vor allem in den USA seit Jahrzehnten bei prominenten Pfingstpredigern. (Wir haben dasselbe als Beispiel auch für die „Gemeinschaft der Seligspreisungen“ auf katholischer Seite aufgezeigt).

Hillsong-Mitbegründer William Francis Houston (1922 – 2004) –  er ist Vater des Hillsong-Chefs Brian Houston –  war charismatischer „Bischof“ und Präsident der Pfingstgemeinden („Gemeinde Gottes“) in Australien.

Als sich im Jahr 2001 herausstellte, daß Frank bzw. Francis Houston zahlreiche Jungen sexuell missbraucht hat, spielte Hillsong-Leiter Brian Houston  diese Causa herunter, nachdem sie nicht vertuscht werden konnte. Der Täter wurde danach vom Predigtdienst suspendiert (entlassen, amtsenthoben). Näheres schreibt der Hillsong-Anführer in seinem Buch „Leben – Lieben – Leiten“ (vgl. 1 Foto).

Nun hat ein solcher Vorfall bei einer Bewegung, die sich ganz besonders vom Heiligen Geist „gesalbt“ weiß, durchaus eine spezielle Dimension:

Da hat also jemand ständig „Zeichen und Wunder“ gewirkt, „Geistesgaben“ ausgeübt, „Geistausgießungen“ vorgenommen, „Heilung und Befreiung“ vollzogen, Visionen empfangen, zahllose Gemeinden gegründet   –  und all dies an oberster pfingstkirchlicher Stelle in ganz Australien – und genau diese angeblich so „geistbegnadete“ Person stellt sich als Kinderschänder heraus. 

Was war denn nun mit diesen „vollmächtigen Geistesgaben“?

Kritisch zu sehen ist auch die Fixierung auf vergnügliche Festivals und Dauerbeschallung. Erinnert sei an den Propheten Amos aus dem AT, der schon damals erklärte:

„Ich hasse eure Feste, ich verabscheue sie und kann eure Feiern nicht riechen…Hinweg mit dem Lärm deiner Lieder!…Sondern das Recht ströme wie Wasser, die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach.“ (Amos 5,21-24)

Wenn Pastoren auftreten wie Rockstars…

Die FAZ veröffentlichte am 39.9.2014 eine Reportage unter dem Titel „Total close mit Gott“ über die euphorischen Gottesdienste von Hillsong in Konstanz. Darin heißt es z.B.:

„Und dann kommt Pastor Jan Kohler auf die Bühne. Er sieht aus wie ein Rockstar: Lederjacke, Lederstiefel, enganliegende, schwarze Jeans. „Lasst uns Jesus einen großen Applaus geben!“ Hinter ihm leuchten blaue Neonröhren in die Dunkelheit, vor ihm die Augen der Besucher. Kohler durchmisst die Bühne mit langen Schritten. Er wolle heute von der Heilung des Gelähmten sprechen.

Nicht nur das modische Getue und Outfit, auch die gönnerhafte Aufforderung, Jesus „einen großen Applaus zu geben“, ist typisch für diese Kreise. Als ob unser göttlicher Erlöser auf solch läppischen Beifall im Disco-Fieber angewiesen wäre!

Besagter Jan Kohler ist übrigens derzeit Hauptpastor von Hillsong in München und gibt sich äußerlich immer noch spätpubertär: https://hillsong.com/de/contributor/jan-kohler/

Passend dazu: Mit superlangen Haaren auf mädchenhaft gestylt, gewandet in hautengen Blue-Jeans, präsentiert sich die leitende Hillsong-Pastorin in Konstanz namens Nine Madlener: https://hillsong.com/de/contributor/ninemadlener/

Auch sonst fällt die starke Präsenz von Frauen in Führungspositionen auf, wobei lange Haare offenbar eine Art Markenzeichen sind, auch in Düsseldorf mit Pastorin Batarow: https://hillsong.com/de/contributor/eva-batarow/

Die EZW (Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen) schreibt in ihrem Materialdienst Nr. 12/2014 über Hillsong: 

„Musik und Lieder schaffen in eventmäßig organisierten Großveranstaltungen eine Atmosphäre, in der sich starke Gefühle ausdrücken können und dem Ausleben von Glaubensemotionen…Raum gegeben wird.

Zugleich werden in Hillsong-Veranstaltungen die klassischen Anliegen der Pfingstbewegung betont und gepflegt: die Praxis der Charismen Heilung, Glossolalie („Zungenreden“) und Prophetie. Ebenso wird die Erwartung unterstützt, daß sich göttliche Kraft in enthusiastischen Erfahrungen manifestiert, die auch den Bereich der Leiblichkeit betrifft.“

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.

 

 


Aktuelles zum charismatischen Gospelforum

Von Felizitas Küble

Das evangelische Gospel Forum in Stuttgart hieß früher Biblische Glaubensgemeinde und wurde 1953 von Paula Gassner ins Leben gerufen, die schon zuvor als charismatische Predigerin im Süddeutschen aktiv war.
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Seit 1984 von Peter Wenz geführt, ist diese pfingstlerische Mega-Gemeinde ständig weiter gewachsen. Zu den euphorischen Gottesdiensten kommen am Wochenende mehrere tausend Menschen, vor allem junge Leute. Dabei kommt es auch vielfach zum Rückwärtskippen in Trance („Ruhen im Geist“), wobei die Teilnehmer wie ohnmächtig auf den Rücken fallen.
Wie in diesen Kreisen üblich, ist die „Frömmigkeit“ stark auf Zeichen und Wunder, Heilung und „Befreiung“ fixiert   – das sind gleichsam die vier Zauberworte der Charismatik.
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Wie so oft, hält sich auch hier der oberste Leiter für besonders geistbegabt und gottgesandt, ja sogar für einen „Gesalbten des HERRN“. Die unter ihm wirkenden Pastoren in den Hauskreisen haben das offenbar zu verinnerlichen und nicht von den Vorgaben ihres geistbegnadeten Chefs abzuweichen.
Darüber hat auch IDEA berichtet: https://www.idea.de/frei-kirchen/detail/steckt-das-gospel-forum-stuttgart-in-einer-leitungskrise-107358.html
Ebenso ein weiterer evang. Pressedienst: https://www.epd.de/landesdienst/landesdienst-s%C3%BCdwest/schwere-krise-stuttgarter-mega-gemeinde-eklat-bei-mitgliederversam
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Zu diesem Problemfeld gibt es sodann von Betroffenen und Aussteigern einige Hinweise  – auch betreff „geistlicher Mißbrauch“: http://www.cleansed.de/bgg_stuttgart_a.php
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Derartige Phänome sind freilich nicht neu, sondern weitgehend üblich im pfingstlerischen Spektrum  – das Problem liegt im Wesen der Sache, es ist gleichsam system-immanent:
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Wer sich für besonders „geistbegnadet“ hält und mit charismatischen Gaben ausgerüstet glaubt, immunisiert sich damit grundsätzlich gegen Kritik – und wer sich dennoch skeptisch äußert, der vergreift sich damit an einem „Propheten Gottes“ – oder begeht gar die „Sünde wider den Heiligen Geist“.
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Auch mir wird genau dieser Vorwurf seit Jahrzehnten x-mal vorgehalten, auch öffentlich (z.B. von Usern auf Gloria-TV oder kath.net), wenn ich gewisse „charismatische“ Phänomene kritisch unter die Lupe nehme.
In diesen enthusiastisch-fanatischen Kreisen kennt man oft nur schwarz oder weiß  – man selber befindet sich natürlich in der lichtreichen Zone, Andersdenkende sind hingegen von Finsternismächten umgeben oder bestenfalls verblendet.
Weitere aktuelle Infos zum Gospelforum hier: https://charismatismus.wordpress.com/2019/01/12/gospel-forum-in-stuttgart-weiter-zerstritten/
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Der katholische Charismatiker Dr. Johannes Hartl vom „Gebetshaus Augsburg“ arbeitet aktiv mit Pfingstlerpastor Wenz zusammen und ist z.B. vor drei Jahren bei seiner „Heilungskonferenz“ aufgetreten: https://blog.gospel-forum.de/2015/10/02/hunderte-heilungen/
Mit den Aktivitäten von Dr. Hartl haben wir uns seit Jahren befaßt und seine MEHR-Konferenzen kritisiert: https://charismatismus.wordpress.com/2018/01/04/die-mehr-konferenz-und-weitere-aktivitaeten-des-gebetshauses-augsburg/
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„Bewegen18“: Pfingstlerveranstaltung will „Prophetengabe“ für alle freisetzen

Von Felizitas Küble

In Adelberg läuft derzeit eine viertägige Konferenz Bewegen18 und dem Motto „Heilung des Prophetischen“  – und zwar mit dem Ziel, daß jeder Teilnehmer „im prophetischen Bereich einige Schritte praktisch vorankommt – und wir zusammen einen Segen für die deutschsprachigen Länder freisetzen.“ – Bereits im Vorjahr gab es eine gleichgesinnte Tagung „Bewegen17“.

Womit bereits klar ist, daß wir uns in charismatischen Gefilden befinden – diesmal in pfingstlerisch-protestantischen. Veranstalter ist der charismatische Verein „Mission is possible“ von Peter Ischka: http://www.mission-is-possible.de/impr.html

Der Einstieg ist bezeichnend und beginnt mit den Worten: „Nicht jeder ist ein Prophet, aber Paulus möchte, dass jeder prophezeit  und da sind wir jedenfalls ausbaufähig, da gibt es noch einige Lücken zu füllen.“

Der hl. Paulus hat in Wirklichkeit die Vielfalt der Charismen betont und zudem in 1 Kor 13 klargestellt, daß gerade nicht die außergewöhnlichen Gaben am wichtigsten sind, sondern die göttlichen Gnadengaben von Glaube, Hoffnung und Liebe: „Am größten aber ist die Liebe.“

So sehen die Schwerpunkte beim Völkermissionar aus, doch in schwarmgeistigen Kreisen brennt des öfteren eine starke (Sehn-)Sucht nach enthusiastischen Erfahrungen, besonders nach der „Prophetie“ (mitunter auch als „Wort der Erkenntnis“ bezeichnet.

Sodann wird angekündigt: „Bei dem Zusammentreffen, wird so manches religös/traditionelle Missverständnis beseitigt und wir werden einiges praktisch in diesen Tagen anwenden.“ – Nämlich wie man sich die Prophetengabe in vier Tagen aneignet!

Dabei soll es darum gehen, den „taubstummen Geist“ zu vertreiben, der die Prophetie angeblich blockiert. 

Kraftvoll soll es bei der Veranstaltung zugehen und ein „Durchbruch“ erreicht werden – der Begriff ist ein typisches charismatisches Zauberwort (ähnlich wie „Heilung und Befreiung“). Die Referenten werden wörtlich als „Haudegen“ vorgestellt.

Grundsätzlich heißt es, das „Evangelium der Erlösung“, das die Reformation vor 500 Jahren gebracht habe (vorher gab es also keines?), werde „nun wohl das Evangelium des Reiches Gottes kommen, von dem Jesus die ganze Zeit gesprochen hat.“

Dabei wird nicht beachtet, daß Christus damals verkündet hat, das Reich Gottes „ist mitten unter euch“ – es war nämlich mit seiner göttlichen Person bereits gegenwärtig.

Die Vollendung des Gottesreiches werden wir in dieser unvollkommenen Welt sowieso nicht erleben, denn sie ist dem Himmel vorbehalten: der ewigen Gemeinschaft mit Gott.

Sodann ist die Rede davon, was nun nach 500 Jahren Reformation kommen muss, damit die angekündigte Wiederherstellung aller Dinge erfüllt werden kann“.

Auch hier wird der Eindruck erweckt, als gäbe es hienieden eine „Wiederherstellung aller Dinge“ – wie soll das denn mit unserem   – von der Erbsünde belasteten –  Menschsein erfolgen?

Ebenso verstiegen wir diese Vorstellungen sind auch die Erwartungen für die Bewegen18-Konferenz (wie man an Gott „ran kommt“):

„An dem Wochenende werden wir einige Schritte näher an unserem Herrn und König ran kommen. Dazu wirst Du einige Geheimisse entschlüsselt sehen, die schon immer in deiner Bibel standen, aber plötzlich öffnet sie der Heilige Geist.“

Es geht hier typisch pfingstlerisch um Prophetengabe, enthüllte „Geheimnisse“ und plötzliche „Salbungen“ mit dem „Heiligen Geist“, um euphorische Gefühle, enthusiastische Lobpreismusik, außergewöhnliche „Charismen“, um aufgeputschte Emotionen und „Durchbruchs“-Erfahrungen.

Nüchtern wirkende Begriffe wie Nachfolge Christi, Heiligung im Alltag, Einhaltung der Gebote, Jüngerschaft durch Kreuztragen („Wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt, kann nicht mein Jünger sein“) sucht man in dieser rein erlebnisorientierten „Frömmigkeit“ vergebens.   

Im Grunde möchte man sich gerne am Kreuz vorbeimogeln und auf direktem Wege zur „Herrlichkeit“ gelangen  – obwohl wir auf Erden „im Glauben und nicht im Schauen wandeln“, wie Paulus bezeugt.

 

 


Die Segensaktion auf der MEHR-Konferenz und das charismatische Umkehrungsprinzip

Von Felizitas Küble

Die katholische Wochenzeitung „Tagespost“ vom 11. Januar 2018 berichtet unter dem Titel „Missionarische Ökumene“ völlig unkritisch über die schwärmerische MEHR-Konferenz, die von dem katholischen Theologen Dr. Johannes Hartl geleitet und von seinem „Gebetshaus Augsburg“ organisiert wird.

Unter den 11.000 Besuchern befanden sich  – wie der Autor berichtet – auch tausende Protestanten. Hartls Aufruf „Betet für uns, damit der Aufbruch in dieser großen alten Kirche gelingt“ erscheint mir typisch für enthusiastische Bewegungen und zeugt zudem von einem ausgeprägten Sendungsbewußtsein, zumal er ausdrücklich eine „Erweckung“ des „Riesen katholische Kirche“ herbeiwünscht. Aber damit nicht genug, ruft eine protestantische Vertreterin auf der Bühne den Katholiken zu „Wir segnen euch“, wonach diese artig „in der Halle das Haupt neigen und sich segnen lassen“.

Nun setze ich mich seit Jahrzehnten für eine theologisch konservative Ökumene ein und bin mit vielen evangelischen Christen befreundet, wobei gegenseitige Segenswünsche selbstverständlich sind.

Was jedoch gezielt als tausendfache, quasi-rituelle Segenshandlung auf der MEHR-Konferenz stattfand, ist von anderem Kaliber. Hier wird nach meinem Eindruck das typisch charismatische Umkehrungsprinzip sichtbar, das die biblisch und kirchlich bewährte Ordnung auf den Kopf stellt.

Im Hebräerbrief wird der geheimnisvolle Priester-Königs Melchisedech erwähnt, der einst den Patriarchen Abraham segnete, wobei es dann heißt, daß der Höhergestellte den Segen erteilt (Hebr 7,7). Dieser Grundsatz ist auch (theo)logisch klar; er orientiert sich weniger an der persönlichen Frömmigkeit bzw. Heiligkeit der einzelnen Personen, sondern vor allem an der geistlich-amtlichen Stellung dessen, der segnet. Letztlich ist es immer Gott und damit der Höchste selbst, der den Segen spendet.

In der charismatischen Bewegung wird das biblische Prinzip, dass der Höhergestellte den Segen erteilt, fast unmerklich verdrängt und nicht selten geradezu umgedreht. Der Höhergestellte spendet dann nicht den Segen, sondern er empfängt ihn, beispielsweise Priester durch Laien bzw. Nicht-Kleriker.

Hierzu zwei Beispiele:

  1. Die irische Nonne Briege McKenna gibt seit langem ihre Exerzitien für „innere Heilung“ und dergleichen, an denen vor allem Priester teilnehmen. Auf Großveranstaltungen  – etwa bei den Priestertagen in Ars –  nahm sie über tausenden von Geistlichen eine Art „Geistausgießung“ vor.
  2. Die aus Indien stammende Ordensfrau Sr. Margaritha Valappila erteilt bei Gebetstagen in ihrem –  kirchlich nicht anerkannten  – „Haus Raphael“ auch dem jeweiligen Hausgeistlichen ihren speziellen Einzelsegen per Handauflegung. Daß diese Priester dabei bisweilen wie in Trance nach hinten umkippen, läßt den Vorgang aus meiner Sicht noch problematischer erscheinen.

Wenngleich bei der MEHR-Konferenz keine allgemeine „Geistausgießung“ über Priestern stattfand, wurde auch dort das charismatische Umkehrungsprinzip sichtbar: Protestanten segneten tausende Katholiken, die „ihr Haupt neigten“. Hier wurde zwischen den Konfessionen nicht einmal auf gleicher Augenhöhe gesegnet, es fand offenbar kein gegenseitiger Segen statt, sondern evangelische Christen spendeten katholischen Christen ihrerseits den Segen. 

Das erscheint mir objektiv sehr fragwürdig, wenngleich die wohlmeinenden Absichten der protestanischen Besucher unbestritten sind, zumal der katholische Leiter Dr. Hartl sie ausdrücklich um Gebetshilfe für einen „Aufbruch“ und eine „Erweckung“ der katholischen Kirche gebeten hatte.

„Aufbrüche“ sind natürlich immer wünschenswert, doch bei nüchterner Analyse bleibt festzuhalten, daß sich die geistliche und kirchliche Situation im evangelischen Bereich insgesamt noch unerfreulicher darstellt als katholischerseits, ob es um Austrittsdaten, Kirchgängerzahlen oder die öffentlichen Zeitgeist-Erklärungen ihrer amtlichen Vertreter und Gremien geht – siehe etwa die Zustimmung der EKD zugunsten einer „Ehe für alle“.

Diese Situation dürfte auch Dr. Hartl bekannt sein; ihm geht es aber offenbar um spezielle Erweckungs-Impulse aus dem pfingstlerisch-protestantischen Spektrum. Tatsächlich ist hier die Pfingstbewegung sozusagen die „Mutter“ (nämlich über sechzig Jahre älter), während die erst 1967 entstandene katholische „Charismatische Erneuerung“ quasi einen Ableger, eine „Tochter“ darstellt. So gesehen ergibt der Wunsch des Katholiken Hartl, von evangelischer Seite eine Gebets- und Segenshilfe für (s)einen „Aufbruch“ zu erhalten, wiederum doch einen Sinn – einen speziell charismatischen allerdings.

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.