Wer darf hinaufziehen zum Berg des HERRN?

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche
Psalm 24 (23),1-2.3-4.5-6.

Dem HERRN gehört die Erde und was sie erfüllt,
der Erdkreis und seine Bewohner.
Denn ER hat ihn auf Meere gegründet,
ihn über Strömen befestigt.

Wer darf hinaufziehen zum Berg des HERRN,
wer darf stehn an seiner heiligen Stätte?
Der reine Hände hat und ein lauteres Herz,
der nicht betrügt und keinen Meineid schwört.

Er wird Segen empfangen vom HERRN
und Heil von Gott, seinem Helfer.
Das sind die Menschen, die nach ihm fragen,
die dein Antlitz suchen, Gott Jakobs.


Ohne Mond kein Leben auf der Erde

Von Bruno Machinek

Seit unserer Schulzeit wissen wir, dass Ebbe und Flut der offenen Meere durch die Anziehungkraft des Mondes verursacht werden. Aber wer hätte gedacht, dass es ohne den Mond auf unserer Erde überhaupt kein Leben gäbe!

Diese Erkenntnis ist auch relativ neu und verdankt sich der Zusammenarbeit einer ganzen Reihe von Wissenschaften. Neben der Astronomie vor allem der Geologie, Ozeanographie und Mikrobiologie. Deren Einsichten haben zwei Forscher der NASA, der Astrobiologe Donald Brownlee und der Astrogeologe Peter D. Ward in einem Buch mit dem Titel „Rare Earth“  umfassend dargelegt.

Damit komplexes Leben auf einem Planeten entstehen kann, müssen mindestens 18 Faktoren präzise zusammenwirken, von denen keiner gegen Null tendieren darf. Die Rolle unseres Mondes ist dabei nur einer dieser Faktoren, der die Entstehung und Aufwärtsentwicklung von Leben ermöglicht hat, das, wie Genetiker uns neuerdings sagen, aus einer einzigen Urzelle und an einem einzigen Ort entstanden sein soll.

Da ist zum einen das schon länger bekannte Faktum, dass der Mond

seit Hunderten von Millionen Jahren durch seine Anziehungskraft den Winkel der Ausschläge der Erdachse im Verhältnis zur Sonne steuert und konstant hält – und dies in einem Bereich von exakt 23 Grad.

Das sorgt langfristig für gleichmäßige Oberflächentemperaturen auf unserem Planeten, sofern die Stärke der Sonneneinstrahlung ebenfalls konstant bleibt, was in der Erdgeschichte aus verschiedenen Gründen nicht immer der Fall war. Eine Abweichung der Erdachse auch nur um einen halben Grad von der Sonne weg, also 23 1/2 Grad, würde einen lebensfeindlichen Erdwinter verursachen; und ein halber Grad mehr zur Sonne hin geneigt eine für komplexeres Leben tödliche Hitze im Erdsommer. Jeder Physikstudent kann dies mathematisch genau

nachvollziehen.

Die Wahrscheinlichkeit, dass ein erdähnlicher Planet irgendwo im Weltall einen so großen Mond (1/3 der Erde) in so geringer Entfernung (385 000 km) und über Jahrmillionen konstant aufweist, halten Astronomen für sehr gering.

Hinzu kommt eine ganz einzigartige Entstehungsgeschichte des Mondes, die wir erst seit den Apollo-Missionen der NASA in der 1970er Jahren genauer kennen. Bis dahin rivalisierten zwei Theorien miteinander: Entweder habe die Erde sich den Mond als Satalliten  gleichsam eingefangen. Für das Wie gab es keine Erklärung – oder aber der Mond sei lediglich eine „Ausstülpung“ der Erde, verursacht durch einen großen Meteoriteneinschlag.

Klarheit brachten erst die Gesteinsproben vom Mond und die Erforschung des Mondinnern, das trotz der Größe des Trabanten wider Erwarten keinen heißen oder gar flüssigen Kern aufweist. Dies zwang zu einem Umdenken, das zu einer sehr viel komplexeren Entstehungstheorie unseres Nachtgestirns führte.

Demzufolge kollidierte ein Himmelskörper von der Größe des Mars schon in der Mitte der Erdgeschichte mit unserem Planeten, ohne aber gleich unseren heutigen Mond hervorzubringen. Die durch den ungeheuren Aufprall herausgeschleuderten Erdtrümmer entwichen zu einem Teil ins Weltall. Der durch die Anziehungskraft zurückgehaltene Rest bildete zunächst einen Ring von Gesteinsbrocken rund um die Erde. Durch Kollisionen dieser Trümmer entstand im Verlauf von einigen zehntausend Jahren unser Gebilde Mond.

Das Phantastische dabei ist, dass der Aufschlag des riesigen Planeten genau an der richtigen Stelle erfolgen musste, um genügend „Erdsubstanz“ freizusetzen, ohne unsere Erde völlig zu zertrümmern – und überdies zum richtigen Zeitpunkt unserer Erdgeschichte – nämlich als die in der Entstehung begriffene Erde bereits einen heißen Metallkern, einen Ozean und eine Atmosphere aufwies.

Wäre der Aufschlag zu einem späteren Zeitpunkt erfolgt, dann hätte die größere Masse und Anziehungskraft der Erde verhindert, dass ausreichend Masse herausgeschleudert worden wäre, um einen Mond von der erforderlichen Größe (zur Stabilisierung der Erdachse) zu bilden. Ein Aufprall zu einem früheren Zeitpunkt der Erdgeschichte hätte wegen noch zu geringer Anziehungskraft sämtliche Einschlagstrümmer ins All entweichen lassen, ohne überhaupt einen Mond hervorzubringen, geschweige denn einen von der „richtigen“ Größe.

Überdies vermuten die Wissenschaftler, dass durch die enorme Wucht und Hitzebildung beim Aufprall des Kometgiganten ein Ozean von glühendem Magma sich über die Erdoberfläche ergoss und hiermit die Voraussetzungen geschaffen wurden für das Phänomen derPlattentektonik. Nach neueren Erkenntnissen ist sie ein ganz entscheidender Faktor für die Entstehung von Leben auf der Erde. Sie sorgte für die Bildung von Landmassen und Kontinenten und am Ende für die biotische Vielfalt auf unserer Erde: Geschätzte 3 bis 30 Millionen Arten.

Gasometer in Oberhausen

Als eine Art globaler Thermostat steuerte die Plattentektonik fortan durch die jeweils „richtige“ Bereitstellung von Silikatmengen den CO2-Gehalt der Erdatmosphäre und verhinderte somit die Entstehung eines gefährlichen Treibhauseffekts bzw. das Erstarren unseres Erdballs zu „ewigem Eis“. Und nicht weniger wichtig ist die Plattentektonik für die Bildung eines Magnetfeldes, das uns zusammen mit anderen Faktoren die tödlichen Strahlen der Sonne fernhält.

In Gang gesetzt wurden diese komplizierten Prozesse übrigens erst durch den Aufprall des Kometgiganten, wobei sich die flüssigen Metallkerne von Erde und Himmelskörper vereinigten und dadurch ein brodelnder Magmaüberschuss unterhalb der Erdkruste entstand. Dieser und die Plattenverschiebung unserer Erdkruste sind noch heute verantwortlich für die Vulkanausbrüche und Erdbeben an den Randbereichen der sich untereinander schiebenden Erdplatten.

Was in den betroffenen Gebieten schon viele Menschenleben gekostet hat, war erdgeschichtlich gesehen eine Voraussetzung für die Entstehung und den Erhalt einer lebensfreundlichen Umgebung.

Bedenkt man überdies, dass noch mehr als ein Dutzend weiterer

unverzichtbarer Faktoren passgenau hinzukommen mussten, um auch nur einfachste Lebensformen zu ermöglichen, dann ahnt man, warum die Autoren Peter Ward und Donald Brownlee ihre wissenschaftliche Veröffentlichung mit dem Titel „Rare Earth“ (Seltene Erde) versehen haben. Und dass sie davon ausgehen, dass unser Planet Erde nach den Gesetzen der Wahrscheinlichkeit nur wenige Geschwister im gesamten Universum haben dürfte – und vermutlich sogar ein einsames Unikat ist.

Die Entstehungsgeschichte unserer am Ende so überreich belebten Erde erinnert stark an das sogenannte anthropiche Prinzip (griech. anthropos = Mensch), das immer mehr Kosmologen und neuerdings auch Quantenphysiker bereits in den Anfängen unseres Universums, dem Urknall vor 13,7 Milliarden Jahren, zu erkennen glauben: präzise aufeinander abgestimmte Gesetzmäßigkeiten mit dem offenkundigen

Ziel, Leben zu ermöglichen und am Ende uns Menschen auf dem blauen Planeten Erde – ausgestattet mit der Fähigkeit, den großen Gedanken der Schöpfung noch einmal zu denken und zu bestaunen. 

Unser Autor Bruno Machinek ist Oberstudienrat und er veröffentlichte in diesem Jahr sein zweites populärwissenschaftliches Buch „Gott und die Welt der Quanten“ (14,90 €) im Gerhard-Hess-Verlag: http://www.gerhard-hess-verlag.de.

Das Buch kann dort sowie im Buchhandel bestellt werden – oder auch bei uns (portofrei): Tel. 0251-616768.


GOTT hört auf das Seufzen der Gefangenen

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche:
Psalm 102 (101),16-21.

Die Völker fürchten den Namen des HERRN
und alle Könige der Erde seine Herrlichkeit.
Denn der HERR baut Zion wieder auf
und erscheint in all seiner Pracht.

Gott wendet sich dem Gebet der Verlassenen zu,
ihre Bitten verschmäht ER nicht.
Dies sei aufgeschrieben für das kommende Geschlecht,
damit das zukünftige Volk den HERRN lobpreise.

Denn der HERR schaut herab aus heiliger Höhe,
vom Himmel blickt ER auf die Erde nieder;
ER will auf das Seufzen der Gefangenen hören
und alle befreien, die dem Tod geweiht sind.

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Gottes Wort bewirkt das, was ER will

Heutige liturgische Sonntagslesung der kath. Kirche:
Jes 55,10-11.

So spricht der HERR:
Wie der Regen und der Schnee vom Himmel fällt
und nicht dorthin zurückkehrt,
sondern die Erde tränkt
und sie zum Keimen und Sprossen bringt,
wie er dem Sämann Samen gibt und Brot zum Essen,
so ist es auch mit dem Wort, das meinen Mund verlässt:
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Es kehrt nicht leer zu mir zurück,
sondern bewirkt, was ich will,
und erreicht all das,
wozu ich es ausgesandt habe.
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Die Ehre Gottes durch seine Schöpfung

Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre,
Ihr Schall pflanzt seinen Namen fort.
Ihn rühmt der Erdkreis, ihn preisen die Meere,
Vernimm, o Mensch, ihr göttlich Wort.

Wer trägt der Himmel unzählbare Sterne?
Wer führt die Sonn’ aus ihrem Zelt?
Sie kommt und leuchtet und lacht uns von ferne,
Und läuft den Weg gleich wie ein Held.

Vernimm’s, und siehe die Wunder der Werke.
Die die Natur dir aufgestellt!
Verkündet Weisheit und Ordnung und Stärke
Dir nicht den Schöpfer dieser Welt?

Kannst du der Wesen unzählbare Heere,
Den kleinsten Staub fühllos beschaun?
Durch wen ist alles? O gib ihm die Ehre!
Mir, ruft der HERR, sollst du vertraun.

Mein ist die Kraft, mein ist Himmel und Erde;
An meinen Werken kennst du mich.
Ich bin’s, und werde sein, der ich sein werde,
Dein Gott und Vater ewiglich.

Ich bin dein Schöpfer, bin Weisheit und Güte,
Ein Gott der Ordnung und dein Heil;
Ich bin’s! Mich liebe von ganzem Gemüte,
Und nimm an meiner Gnade teil.

Christian Fürchtegott Gellert

 


Nicht uns, o HERR, nicht uns bring zu Ehren, sondern deinen Namen!

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Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche:
Psalm 115 (113 B), 1 ff.
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Nicht uns, o HERR, bring zu Ehren,
nicht uns, sondern deinen Namen,
in deiner Huld und Treue!
Warum sollen die Völker sagen:
„Wo ist denn ihr Gott?“
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Unser Gott ist im Himmel;
alles, was IHM gefällt, das vollbringt ER.
Die Götzen der Völker sind nur Silber und Gold,
ein Machwerk von Menschenhand.
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Seid gesegnet vom HERRN,
der Himmel und Erde erschaffen hat.
Der Himmel ist das Reich des HERRN,
die Erde aber gab ER den Menschen.

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Christus ist der menschgewordene Gottessohn

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Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche: Phil 2,6-11:
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Jesus Christus war Gott gleich, hielt aber nicht daran fest, wie Gott zu sein, sondern ER entäußerte sich und wurde wie ein Sklave und den Menschen gleich. Sein Leben war das eines Menschen; ER erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz.
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Darum hat ihn Gott über alle erhöht und ihm den Namen verliehen, der größer ist als alle Namen, damit alle im Himmel, auf der Erde und unter der Erde ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu und jeder Mund bekennt: „Jesus Christus ist der HERR“ – zur Ehre Gottes, des Vaters.
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Zuflucht finden im Schatten seiner Flügel

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche:
Psalm 57(56), 1-2 ff.
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Sei mir gnädig, o Gott, sei mir gnädig;
denn ich flüchte mich zu dir.
Im Schatten deiner Flügel finde ich Zuflucht,
bis das Unheil vorübergeht.
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Ich rufe zu Gott, dem Höchsten,
zu Gott, der mir beisteht.
ER sende mir Hilfe vom Himmel;
meine Feinde schmähen mich.
Gott sende seine Huld und Treue.
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Erheb dich über die Himmel, o Gott!
Deine Herrlichkeit erscheine über der ganzen Erde.
Denn deine Güte reicht, so weit der Himmel ist,
und deine Treue, so weit die Wolken ziehn.

Der HERR ist König – es juble die Erde!

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche:
Psalm 97 (96),1-2.5-6.11-12.

Der HERR ist König. Es juble die Erde!
Freuen sollen sich die vielen Inseln.
Rings um ihn her sind Wolken und Dunkel,
Gerechtigkeit und Recht sind die Stützen seines Throns.
 

Berge schmelzen wie Wachs vor dem HERRN
vor dem Angesicht des Königs der ganzen Erde.
Seine Gerechtigkeit verkünden die Himmel,
seine Herrlichkeit schauen alle Völker.
 

Ein Licht erstrahlt den Gerechten
und Freude den Menschen mit redlichem Herzen.
Ihr Gerechten, freut euch am HERRN,
und lobt seinen heiligen Namen!


Wer kann den Plan des Höchsten erkennen?

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche: Weish 9,13-19:

Welcher Mensch kann Gottes Plan erkennen oder wer begreift, was der HERR will?
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Unsicher sind die Berechnungen der Sterblichen und hinfällig unsere Gedanken; denn der vergängliche Leib beschwert die Seele, und das irdische Zelt belastet den um vieles besorgten Geist.
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Wir erraten kaum, was auf der Erde vorgeht  –  und finden nur mit Mühe, was doch auf der Hand liegt; wer kann dann ergründen, was im Himmel ist?
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Wer hat je deinen Plan erkannt, wenn du ihm nicht Weisheit gegeben und deinen heiligen Geist aus der Höhe gesandt hast?
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So wurden die Pfade der Erdenbewohner gerade gemacht, und die Menschen lernten, was dir gefällt; durch die Weisheit wurden sie gerettet.