Berlin: Ausstellung über die Vorgeschichte bis zur Staatsgründung Israels

„1948. Die Ausstellung“ befasst sich mit der Aufarbeitung der Vorgeschichte bis hin zur Gründung des Staates Israel am 14. Mai 1948.

Auf 32 Schautafeln wird dem interessierten Betrachter vom 3. bis 31. Mai zwischen 8 und 18 Uhr ein beachtlicher historischer Kontext vermittelt.

Es werden auch spezielle Führungen für Schulklassen angeboten.

Am Donnerstag, 2. Mai, wird die Ausstellung „1948“ im Rathaus Berlin-Charlottenburg eröffnet, am 28. Mai findet die Finissage statt (Anmeldung jeweils erforderlich).

Träger der Ausstellung ist der Münchner Verein für Demokratie und Information (DEIN eV).
Infos zu weiteren Ausstellungsorten in Deutschland sowie zum Verleih und Kontakt: https://www.dein-ev.net/

Quelle: https://embassies.gov.il/berlin/NewsAndEvents/calendar-of-events/Pages/1948–Die-Ausstellung-in-Berlin.aspx?utm_source=InforuMail&utm_medium=email&utm_campaign=Newsletter+2.5.2019


Regensburger Bischof zur Eröffnung der neuen jüdischen Synagoge am 27. Februar 2019

„Das Abendland steht auf jüdisch-christlichem Boden“

Zu den Eröffnungsfeierlichkeiten für die neue jüdische Synagoge am heutigen Mittwoch (27.2.) in Regensburg übermittelte Bischof Dr. Rudolf Voderholzer ein Grußwort an die Versammelten.
Der katholische Oberhirte beginnt seine Stellungnahmen mit dem Wort aus Psalm 84,2: „Wie liebenswert ist Deine Wohnung, HERR der Heerscharen“.

In seiner Gratulation zum „neuen Gotteshaus“ erinnert er auch an schmerzliche Ereignisse:

„Am 21. Februar dieses Jahres jährte sich zum 500. Mal die Ausweisung der jüdischen Bevölkerung aus Regensburg durch den Magistrat der Stadt. Der Ausweisung der Menschen folgte die Zerstörung des jüdischen Viertels.“

Sodann kommt der Bischof auf die Vergebungsbitte von Papst Johannes Paul II. gegenüber den Juden aus dem Jahr 2000 zu sprechen und zitiert daraus. Zugleich bat er auch seinerseits um Vergebung für damaliges Unrecht, das ihnen durch Christen – auch durch Vertreter der Kirche –  angetan wurde. 

Er fügt hinzu: „Wie froh bin ich, dass wir heute, einträchtig versammelt, diese neue Synagoge eröffnen dürfen. Die jüngere Vergangenheit ist gerade auch in Regensburg reich an Zeichen der Verbundenheit zwischen katholischer Kirche und jüdischer Gemeinde.“

Sodann berichtet der Regensburger Oberhirte über gemeinsames Wirken etwa angesichts des Besuches von Papst Benedikt oder anläßlich des Katholikentags in der Bistumsstadt.

Dr. Voderholzer erklärt sodann: „Das europäische Abendland steht auf jüdisch-christlichem Boden, und wer heute die einen gegen die anderen auszuspielen versucht, verkennt unsere gemeinsame Heimat und stärkt nur unsere Solidarität untereinander.“

Zudem schildert der Bischof, was ihn besonders bewegt hat:

„Es hat mich tief beeindruckt, als Sie gleichsam als offizielles Zeichen der Eröffnung der Synagoge die Thora-Rollen in den dafür vorgesehenen Schrein getragen haben. Sie haben die Rollen umarmt wie ein geliebtes Kind. Die Rollen sind gekrönt wie ein König, wie die Königin Ester. Welch ein Zeichen!“

Abschließend betont der katholische Würdenträger:

„Wir leben in einer Zeit der Säkularisierung, die die Wirklichkeit Gottes und seines Wortes meint entbehren zu können. Viele unserer Zeitgenossen unterstellen eine Konkurrenz zwischen der Wirklichkeit des Herrn und der Freiheit des Menschen.

Lassen Sie uns gemeinsam bezeugen, dass das Gegenteil wahr ist. Erst wo der Mensch den Herrn – baruch ha schem – anerkennt, groß sein lässt und aus ganzem Herzen liebt, wird er wirklich frei und selber groß.

Mit dem Propheten Jeremia gesprochen: „Dein Wort war mir Glück und Herzensfreude“ (Jer 15,16). Oder mit einem Psalm-Wort, das sowohl der heilige Augustinus, Martin Buber und Papst Benedikt besonders lieben: „Dir nahe zu sein, das ist mein Glück“ (Ps 73,28).“

Quelle für die Zitate: https://www.bistum-regensburg.de/news/grusswort-bei-der-eroeffnungsfeierlichkeit-der-neuen-juedischen-synagoge-in-regensburg-6604/


PREDIGT von Bischof Algermissen zur Eröffnung des Glaubenskongresses in Fulda

Wir dokumentieren hier den vollen Wortlaut der Predigt von Bischof Heinz Josef Algermissen, dem Oberhirten von Fulda, beim Pontifikalamt am 7. Juli 2017 im Dom zur Eröffnung des Kongresses „Freude am Glauben“. Wir danken dem Bistum Fulda für die freundliche Abdruckserlaubnis:

In seinem Schreiben an die deutschen Bischöfe, am 20. November 2015 im Rahmen des Ad-limina-Besuchs ihnen übergeben, stellt der Hl. Vater „eine Erosion des katholischen Glaubens in Deutschland“ fest und mahnt zu einer pastoralen Neuausrichtung der Kirche.

Foto: Leupolt, Bistum Fulda

Angesichts der festgestellten Erosion, die sich im leisen Auszug von mittlerweile zwei Generationen aus der Kirche darstellt, wollen manche kirchlichen Gruppierungen und Verbände aus der Not eine Tugend machen. Sie behaupten, die Entkirchlichung sei ein Preis der Freiheit.

Die Menschen hätten sich autoritärer Lenkung im Religiösen entzogen, hätten sich aus dem Zwangssystem einer gesellschaftlich verordneten Christlichkeit befreit. Moderner Glaube verdanke sich eben freier Wahl, er sei ein Glaube der Entscheidung: souverän und notwendig plural.

Ich halte diese Interpretation für eine Beschwichtigung, gar einen gefährlichen Irrtum.

Ganz anders und im Gegenteil: Es ist zu befürchten, dass die nächste Generation von Christen eine der Synkretisten sein wird ─ nach dem Motto lebend: „Ich mache mir meine Religion selbst, stelle mir zusammen, was ich glauben möchte und was nicht.“

Liebe zum Kongress versammelte Schwestern und Brüder im Glauben!

Ich sehe ihn nicht, diesen Typ des freien, entschiedenen und profilierten katholischen Christen, der selbstbewusst und in Kenntnis zum katholischen Glauben steht. Als Bischof sehne ich mich nach ihm, entdecke ihn bei Visitationen und in Diskussionsveranstaltungen nur sehr selten in unseren Gemeinden und im Alltag fast gar nicht.

Stattdessen nehme ich häufiger Christinnen und Christen wahr, die alles daransetzen zu relativieren, was sie von anderen unterscheiden könnte. Unbestimmtheit und Indifferenz greifen um sich und die erbärmliche Entschuldigung, dass man katholisch ist. Die verschämten Bekenntnisse, die auf Nachbohren kommen, sind geprägt von Teilidentifikation und Unwissen: Der Papst ist schon in Ordnung, auch zu Jesus mag man noch irgendwie stehen. Aber muss man deshalb an einen persönlichen Gott glauben? Engel? Schon eher, weil daran auch Prominente glauben. Ewiges Leben? Keine Ahnung!

Das Resultat nach Umfragen zum Glaubenswissen in unseren Gemeinden ist deprimierend. Sie offenbaren eine Realität, die wir gerne verdrängen: Die Kirche stirbt schleichend in den Seelen ihrer Mitglieder, wenn nicht entschlossen gegengesteuert wird.

BILD: Bischof Algermissen als aufmerksamer Zuhörer im Gespräch mit Teilnehmern des Kongresses

Mir ist durchaus bewusst, dass dieser Befund präzisiert werden muss. Gott sei Dank gibt es die „kleine Herde“ bekenntnisstarker und beispielhafter Christinnen und Christen.

Es gibt lebendige Gemeinden mit Glaubensfreude im Bistum Fulda und in anderen Bistümern. Es gibt auch Glaubenszellen, kleine geistliche Gemeinschaften, Bibelkreise und soziale Projektgruppen im Sinne der Nachfolge Jesu. Es gibt die spirituellen Zentren der Orden, in denen die Glut des Glaubens gehütet wird.

Und ich nehme auch junge, entschiedene Christen wahr, die sich bei eucharistischer Anbetung und im Bußsakrament Kraft holen, und auf die das Wort des hl. Augustinus zutrifft: „In dir muss brennen, was du in anderen entzünden willst.“

In der breiten Fläche indes sieht es ganz anders aus. Monokausale Erklärungen dafür bringen uns nicht weiter. Zugegeben, der Zerfall vieler Familien und gewachsener Strukturen, die Mobilität der Menschen, die sogenannten sozialen Netzwerke mit ihren Enthemmungen spielen eine große Rolle.

Nach nunmehr fast 21 Jahren als Bischof ist mir besonders in letzter Zeit durch persönliche Erfahrungen in meinem Amt immer deutlicher klargeworden, dass der Zerfall christlicher Identität und der Glaubensabbruch in der Kirche Folgen einer Selbstsäkularisierung und Indifferenz sind, die zum Profilverlust führten.

Liebe Schwestern und Brüder im Glauben!

Der Glaube der Kirche hat verbindliche Inhalte. Er ist nicht denkbar als bloße Haltung, als ergebnisoffene unbestimmte Gläubigkeit. Wir haben zwei wesentliche Quellen, nämlich die Schrift und die Tradition, aus denen durch die Führung des Hl. Geistes der Kirche als Leib Christi im Laufe der Glaubensgeschichte Wahrheiten zugewachsen sind.

Die großen mittelalterlichen Kirchenlehrer Albert der Große, Thomas von Aquin, Duns Scotus und Bonaventura haben allesamt gelehrt, dass zu einer verantwortbaren Glaubensentscheidung Vernunftgründe gehören. Das ist eine fundamentale Einsicht angesichts der fatalen Meinung, um zu glauben, müsse man vorher den Verstand ausschalten, Glaube sei eine Art vorwissenschaftliche Einstellung.

Die erste Enzyklika von Papst Franziskus „Lumen Fidei“ („Über den Glauben“) vom 29. Juni 2013 nimmt die Lehre der großen Theologen auf und führt sie durch die Aussage weiter: „Da der Glaube ein Licht ist, lädt er uns ein, in ihn einzudringen, den Horizont, den er erleuchtet, immer mehr zu erforschen“ (Nr. 36).

Und später heißt es: „Da der Glaube eine Einheit ist, muss er in seiner ganzen Reinheit und Unversehrtheit bekannt werden. Gerade weil alle Glaubensartikel in Einheit verbunden sind, kommt die Leugnung eines von ihnen… der Beschädigung aller gleich“ (Nr. 48).

Liebe Schwestern und Brüder im Glauben! Wenn wir feststellen, dass der Grundwasserspiegel des Glaubenswissens erschreckend gesunken ist, und so viele auf Fragen hinsichtlich von Glauben und Kirche keine Antwort mehr zu geben imstande sind, dann gehört dieses an die Substanz gehende Defizit endlich auf die Tagesordnung der deutschen Bistümer und der Bischofskonferenz.

Wenn die Herde kleiner wird (vgl. Lk 12,32), so ist das nach Jesu Zusage kein Grund zur Furcht, denn ihre Stärke liegt nicht in weltlicher Repräsentation, sondern in der Erwählung zur „Herde Gottes“ (Ps 80,2; Jes 40,11). Das „Kleinerwerden“ darf allerdings nicht in verschämtes Schweigen und Indifferenz ausmünden, muss sich vielmehr verbinden mit einer erkennbaren Profilierung durch einen Glauben, der durchdacht ist und auskunftsfähig und im Gebet vertieft wurde.

Diese Gesellschaft braucht wirklich Menschen, die Auskunft darüber geben können, was sie glauben und warum. Und die jedem Rede und Antwort stehen, der nach der Hoffnung fragt, die sie erfüllt (vgl. 1 Petr 3,15). Kurzum: Menschen, die von der Wahrheit des Glaubens überzeugt und von ihrer Mission beseelt sind.

Liebe Schwestern und Brüder im Forum deutscher Katholiken! Auf dem Hintergrund dieser dringenden Notwendigkeit und angesichts der Defizite in den Gemeinden unserer Bistümer bin ich dankbar für die Sammlungsbewegung des „Forums deutscher Katholiken“, in der sich glaubenstreue Frauen und Männer aus verschiedenen Generationen zusammengeschlossen haben, denen der Glaube an Jesus Christus und die Verbindung zu seiner Kirche Quelle der Hoffnung und Freude ist.

Bitte gehen Sie Ihren Weg als Zeuginnen und Zeugen der Botschaft Jesu Christi weiter – wissend, dass es der beste ist und der einzige, dem Zukunft verheißen wurde. Leben Sie weiter den Mut zur Identität und zum Profil, damit der christliche Glaube in dieser Gesellschaft nicht noch konturenloser wird. Dem Kongress wünsche ich Gottes Segen. Amen.

 


Nürnberg: Ausstellung über das „grüne Israel“ Eröffnung am 3. März 2015

Vom 4. bis 20. März 2015 wird in der Ehrenhalle des Alten Rathauses in Nürnberg die Bilder-Ausstellung „Die Geschichte eines grünen Israels“ gezeigt.

Die feierliche Eröffnung im Historischen Rathaussaal der Stadt Nürnberg findet am Dienstag, den 3. März, um 18 Uhr statt.

Ehrengäste sind u.a. der Generalkonsul Israels, Dr. Dan Shaham, Bundesminister, Mitglieder des Bundes- u. Landtags und Stadträte.

Die Ausstellung zeigt die mehr als 110-jährige Geschichte des Jüdischen Nationalfonds und seine Bedeutung für Israel.

Der JNF/KKL pflanzt Wälder, baut Wasserreservoirs und gestaltet Erholungsparks sowie Spielplätze.

Quelle: israelische Botschaft in Berlin