Feldzug gegen Rom: Pater Klaus Mertes SJ attackiert Glaubenspräfekt Gerhard L. Müller

Von Felizitas Küble

Der Jesuit Klaus Mertes kritisiert seit vielen Jahren die Sittenlehre der katholischen Kirche, zumal ihre Sexualethik und hierbei vor allem die Ablehnung homosexueller Handlungen. Als Direktor des Berliner Canisius-Gymnasiums hat er ökumenische Homosexuellen-Gottesdienste in Potsdam zur Vorbereitung von CSD-Paraden mitgestaltet.

Durch seine vermeintliche „Aufdeckung“ von Mißbrauchsfällen im eigenen Jesuitenorden (zunächst bezogen auf das Canisiuskolleg) stieg der Geistliche schnell zum allseits gepriesenen Liebling der Medien auf, zumal er seine „Aufklärung“ mit grundsätzlichen Angriffen gegen die katholische Morallehre verknüpfte, was im Blätterwald äußerst gut ankam. AL-0005

P. Mertes hat sich jetzt gegenüber dem als betont kirchenkritisch bekannten „Kölner Stadtanzeiger“ in einer Weise gegen Glaubenspräfekt Gerhard Ludwig Müller (siehe Foto) geäußert, die selbst für heutige „liberale“ Jesuitenverhältnisse reichlich aus dem Rahmen fällt (siehe HIER), wobei er de facto sogar den Rücktritt des obersten Glaubenshüters der katholischen Weltkirche fordert.

Romtreue Gläubige stellen sich allmählich die Frage, wie lange es noch dauert, bis P. Klaus Mertes auch dem Papst selbst die Amtsniederlegung vorschlägt…

Das bekannte Sprichwort „Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen“ sollte sich der Ordensgeistliche dick hinter die Ohren schreiben. Tatsache ist nämlich, daß die von P. Mertes im Januar 2010 „aufgedeckten“ Mißbrauchsfälle ordensintern schon seit Jahren bekannt waren.

Der Jesuit ging offenbar nicht zuletzt deshalb an die Öffentlichkeit, um aus der Not gleichsam eine Tugend zu machen, sich als großartiger „Saubermann“ feiern zu lassen und seine Aktion mit zahlreichen Vorwürfen gegen die katholische Kirche zu garnieren, was seine Beliebtheit noch steigerte.

Vertuschung z.B. in der Causa P. Bernhard Ehlen 

Hier folgt ein Vertuschungs-Beispiel (stellvertretend für zahlreiche weitere) durch die Jesuitenleitung:

Pater Bernhard Ehlen war Gründer und bis 2006 auch Geschäftsführer der in Medien vielgeschätzten Initiative „Ärzte für die Dritte Welt“, die tausende Mediziner in Entwicklungsländern aussandte. Die Schauspielerin Maria Furtwängler war Präsidentin des Vereins-Kuratoriums. 

Doch der Geistliche hatte in den 70er Jahren als Lehrer mehrfach Schüler mißbraucht (dies ist unstrittig und wurde von ihm selber eingeräumt). Über P. Ehlens sexuellen Untaten wußte die deutsche Jesuitenleitung bereits seit 2005 intern Bescheid. Aber erst Ende Januar 2010  –  also  n a c h  der öffentlichkeitswirksamen „Aufdeckung“  –   wurde Pater Ehlen suspendiert (von seinen priesterlichen Funktionen entbunden).

Warum erfolgte denn die Suspension des Geistlichen, der heute im Seniorenheim der Jesuiten in Köln wohnt, nicht bereits 2005, nachdem die Jesuitenleitung intern davon wußte? 

Schon damals stellte sich die ernste Frage, mit welch merkwürdiger Logik Pater Mertes derart unseriös und dreist (re)agieren kann:

Erst wird das Ansehen der Kirche durch die Mißbrauchsfälle im Jesuitenorden massiv beschädigt, danach entsteht weiterer Schaden durch jene, die vorher jahrelang vertuscht haben, indem sie jetzt nach der Devise „Haltet den Dieb“ die Kirche wegen ihrer Sittenlehre angreifen.

Dabei steht eines fest: Hätten sich jene Täter-Priester an die katholische Moral gehalten, dann wäre es zu den schändlichen Vorfällen gleich gar nicht gekommen.

Hochmut kommt bei P. Mertes sogar  n a c h  dem Fall

Es ist aber geradezu zynisch, die geschädigte Kirche obendrein weiter anzugreifen, statt sich zerknirscht ins letzten Eck zu verdrücken. Mir fällt hier ein weiteres Sprichwort ein: „Hochmut kommt vor dem Fall“  –  aber bei Pater Mertes  & Co. kommt der Hochmut sogar  n a c h  dem Fall…!

Die Vorgangsweise der Jesuitenleitung trägt ohnehin deutliche Züge eines abgekartetes Spiels, bei dem es weniger um die Opfer geht, auch nicht so sehr um eine konsequente Bestrafung von Tätern, sondern offenbar vor allem modernistische „Kirchenpolitik“.

Genauer gesagt: Ziel war es, jene „Mißbrauchsfälle“, die ohnehin eine „Zeitbombe“ darstellten, in einer Weise „aufzuklären“, die sich zugleich mit Attacken gegen die kirchliche Sexuallehre kombinieren ließ  –  und dem Jesuitenorden immerhin noch den ehrenvollen Ruf einbrachte, tolle Super-Saubermänner und äußerst respektable Aufdecker zu sein.

FAZ über P. Klaus Mertes: „Maßlose Polemik“

Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ hatte dieses strategische Ränkespiel schon damals weitgehend durchschaut. Am 13. Februar 2010 erschien ein aufschlußreicher Kommentar auf Seite 1 der FAZ: 

Patrick Bahners schreibt dort unter dem Titel „Die Dynamik eines Skandals“ über Pater Mertes, dieser verknüpfe seine Aufklärungsaktionen mit „maßloser Polemik gegen die kirchliche Lehre und die kirchlichen Autoritäten“.

Sodann heißt es in jenem Leitartikel weiter: „Mertens nimmt Anstoß an der Unschuldsvermutung… Die Unschuldsvermutung ist eine Minimalanforderung an jedes gerechte Verfahren, auch im kirchlichen Strafrecht.“  –  Der vorletzte Satz Bahners lautet:  „Die Feinde der Kirche glauben ohnehin, daß für das Personal dieser repressiven Anstalt die Schuldvermutung gilt.“

In vielen Sensationsblättern, aber teils auch in der sog. „Qualitätspresse“ wird bei unbewiesenen Anschuldigungen gegen Kirchenvertreter häufig eine Schuldvermutung statt der gebotenen Unschuldsvermutung zugrundegelegt.

Damit findet die Umkehrung eines entscheidenden Rechtsstaatsprinzips statt. Immer häufiger werden in Medienkampagnen wesentliche Rechtsgrundsätze beiseite geschoben, wenn es gilt, katholische Geistliche in Mißkredit zu bringen.

Felizitas Küble leitet das Christoferuswerk und den KOMM-MIT-Jugendverlag in Münster

DIESER ARTIKEL wurde auch auf der JOURNALISTEN-Watch veröffentlicht: http://journalistenwatch.com/cms/2014/02/08/feldzug-gegen-rom-pater-klaus-mertes-sj-attackiert-glaubenspraefekt-gerhard-l-mueller/

ERGÄNZENDER BEITRAG zur Causa P. Mertes: https://charismatismus.wordpress.com/2014/02/08/pater-klaus-mertes-sj-und-seine-eigene-instrumentalisierung-der-misbrauchsdebatte/

Foto: Bistum Regensburg


Wollten deutsche Bischöfe verhindern, daß Glaubenspräfekt Gerhard L. Müller zum Kardinal ernannt wird?

„Eine Richtungsentscheidung des Papstes“

Wie die „Passauer Neue Presse“ online am 12. Januar 2013 berichtet, sollen deutsche Oberhirten versucht haben, die vom Papst angekündigte Kardinalswürde für Kurien-Erzbischof Gerhard Ludwig Müller im Vorfeld zu verhindern.

Zwischen dem Präfekten der vatikanischen Glaubenskongregation und einem Teil der deutschen Bischöfe (z.B. Erzbischof Zollitsch und Kardinal Marx) gibt es bereits seit Monaten theologische Kontroversen hinsichtlich der kirchlichen Ehe-Lehre und der Sakramenten-Pastoral (Causa „wiederverheiratete Geschiedene“).Müller

Unter dem Titel „Müller wird Kardinal – trotz Widerstand deutscher Bischöfe“ schreibt die Tageszeitung, es habe „bis zuletzt Bemühungen gegeben, die Ernennung des Präfekten der Glaubenskongregation, Erzbischof Gerhard Ludwig Müller, zum Kardinal zu verhindern. Einer oder mehrere deutsche Bischöfe sollen nach diesen Angaben versucht haben, bei Papst Franziskus Stimmung gegen Müller zu machen.“

Man darf sich wundern, daß dieses Unterfangen offenbar ausgerechnet mit zwei Artikeln „untermauert“ wurde, die aus linkskatholischer bzw. „romkritischer“ Feder stammen.

Hierzu schildert die „Passauer Neue Presse“ Folgendes:

„Dem Kirchenoberhaupt seien zwei Zeitungsveröffentlichungen vorgelegt worden, in denen Müllers Rolle negativ bewertet wird: einmal ein Artikel aus der Wochenzeitung „Die Zeit“, in dem Müller als „hartnäckigster Widersacher“ des gegenwärtigen Papstes erscheint, und dann ein Wortlautbeitrag des Kirchenkritikers Hans Küng in der „Passauer Neuen Presse“, wo der frühere Regensburger Bischof als „neuer Kardinal Ottaviani“ dargestellt wird. Küng hatte geschrieben, Müller fühle sich  –  ähnlich wie Kardinal Alfredo Ottaviani zur Zeit des Zweiten Vatikanischen Konzils  –  berufen, „seine konservative Glaubensmeinung Papst und Konzil, ja der ganzen Kirche, aufzudrängen“.

Bekannt hat sich Papst Franziskus „über die Einwände gegen Müller hinweggesetzt“. Die PNP schreibt weiter: „Das Festhalten an der Absicht, ihn zum Kardinal zu ernennen, sei deshalb als Richtungsentscheidung zu verstehen.“

Im Online-Leserkommentarbereich der Tageszeitung tummeln sich Pro- und Contra-Stimmen. Ein Reformkatholischer macht es kurz: „Der Untergang des Papstes“.  

Ein anderer beklagt sich bitter: „Alle haben gejubelt, daß der neue Papst eine Wende im Vatikan eingeleitet habe, aber genau das Gegenteil tritt nun ein. Der einstige „Günstling“, weil genauso konservativ, des abgedankten Papstes Benedikt, wird nun Kardinal. Für mich, ich glaube aber auch für viele andere, insbesondere für die Gläubigen in der Diözese Regensburg, die Müller jahrlang „aushalten“ mußten, ist damit „der Lack des neuen Papstes“ ab.“

Aus glaubenskonservativer Sicht stellt sich die Sachlage freilich genau umgekehrt dar: Diese „Richtungsentscheidung“ des Papstes ist uneingeschränkt zu begrüßen.

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster

Foto: Bistum Regensburg (Pressestelle)


Erzbischof Gerhard L. Müller wird Kardinal

Papst Franziskus nimmt 16 neue Mitglieder ins Kardinalskollegium auf –  zu ihnen gehört der deutsche Erzbischof Gerhard Ludwig Müller (66), der seit Sommer 2012 als Präfekt der vatikanischen Glaubenskongregation amtiert. 

Erzbischof Müller wird gemeinsam mit  den weiteren Würdenträgern in den Kardinalsrang erhoben. Der Pontifex gab die Liste der künftigen Purpurtäger am heutigen Sonntag beim Angelusgebet auf dem Petersplatz in Rom bekannt.

Zudem wird der Papst bei dem für den 22. Februar geplanten Konsistorium den vatikanischen Staatssekretär Pietro Parolin, den Generalsekretär der Bischofssynode, Lorenzo Baldisseri sowie den Präfekten der Kleruskongregation, Beniamino Stella, in den Kardinalsrang erheben.

Insgesamt 16 der neuen Purpurträger sind unter 80 Jahre alt und könnten damit bei einem Konklave einen neuen Papst wählen.

Franziskus führt auch die Tradition weiter, verdiente Kirchenmännern über 80 Jahren in den Kardinalsstand zu erheben. Zusätzlich zu den ernannten 16 werden drei weitere Erzbischöfe den Kardinalspurpur erhalten.

HIER folgen die Namen der neuen Kardinäle:

Pietro Parolin, Titularerzbischof von Acquapendente, Staatssekretär.
Lorenzo Baldisseri, Titularerzbischof von Diocleziana, Generalsekretär der Bischofssynode.
Gerhard Ludwig Műller, Erzbischof em. Bischof von Regensburg, Präfekt der Glaubenskongregation.
Beniamino Stella, Titularerzbischof von Midila, Prefetto der Kleruskongregation.
Vincent Nichols, Erzbischof von Westminster (Großbritannien).
Leopoldo José Brenes Solórzano, Erzbischof von Managua (Nicaragua).
Gérald Cyprien Lacroix, Erzbischof von Québec (Kanada).
Jean-Pierre Kutwa, Arcivescovo di Abidjan (Costa d’Avorio).
Orani João Tempesta, O.Cist., Erzbischof von Rio de Janeiro (Brasilien).
Gualtiero Bassetti, Erzbischof von Perugia-Città della Pieve (Italien).
Mario Aurelio Poli, Erzbischof von Buenos Aires (Argentinien).
Andrew Yeom Soo jung, Erzbischof von Seoul (Korea).
Ricardo Ezzati Andrello, S.D.B., Erzbischof von Santiago de Chile (Chile).
Philippe Nakellentuba Ouédraogo, Erzbischof von Ouagadougou (Burkina Faso).
Orlando B. Quevedo, O.M.I., Erzbischof von Cotabato (Philippinen).
Mons. Chibly Langlois, Erzbischof von Les Cayes (Haïti).

Außerdem ernannte der Papst einige Ruhestands-Bischöfe zu Kardinälen:

Loris F. Capovilla, Titularerzbischof von Mesembria (ehem. Privatsekretär von Johannes XXIII.)
Fernando Sebastián Aguilar, C.M.F., em. Erzbischof von Pamplona.
Kelvin Edward Felix, em. Erzbischof von Castries.

Quelle: Radio Vatikan

Foto: Bistum Regensburg


Will Erzbischof Robert Zollitsch eine Los-von-Rom-Bewegung entfachen?

Von Felizitas Küble

Erzbischof Robert Zollitsch (Freiburg), der seit 2008 als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz amtiert, leistet weiterhin anhaltenden Widerstand gegen den Präfekten der Glaubenskongregation, Erzbischof Gerhard Ludwig Müller (siehe Foto).

Es geht hierbei vor allem um geschieden-Wiederverheiratete und ihre (Nicht-)Zulassung zum „Tisch des HERRN“.  

Die katholische Kirche bekennt sich zur göttlichen Stiftung und zu der von Christus glasklar verkündeten Unauflöslichkeit der Ehe. Dies führt zu entsprechenden Auswirkungen in der Sakramentenpastoral  –  dies umso mehr, da auch die Ehe selbst vom kirchlichen Lehramt als Sakrament hochgeschätzt wird.

Die Ehe unter Getauften ist also nicht (nur) menschlichen, sondern „göttlichen Rechts“; daher kann auch die Kirche nicht willkürlich darüber verfügen, sondern muß den Willen des HERRN respektieren. Die Kirche ist eben selber keine autonome „Herrin“, sondern vielmehr Hüterin, Verwalterin und Dienerin des von Gott geoffenbarten Glaubens und seiner zeitlosen Gebote.

Dieses Einmaleins kirchlicher Ehelehre dürfte auch Erzbischof Zollitsch bekannt sein.

Doch der Freiburger Kirchenmann garniert seine Taktik erneut mit dem durchsichtigen Versuch, allgemeine Papst-Aussagen gegen den Glaubenspräfekten in Stellung zu bringen und die beiden Persönlichkeiten gegeneinander auszuspielen.

Dieses Vorgehen ist schon deshalb unseriös, weil sich Erzbischof Müller mit seinem klaren Standpunkt in der Causa „Wiederverheiratete“ öffentlich auf Papst Franziskus berufen konnte.

Ist eine „Nähe zur Sünde“ etwa die Lösung?

Gegenüber der „Welt am Sonntag“ erklärte Erzbischof Zollitsch: „Papst Franziskus spricht viel von der Nähe zu den Menschen. Ich denke, das kann eine gute Orientierung sein auch im Umgang mit den zivil Wiederverheirateten.“

Der Vorsitzende der Dt. Bischofskonferenz (DBK) verwechselt hier offensichtlich etwas, daß nämlich die „Nähe zu den Menschen“ keineswegs „Nähe zur Sünde“ bedeutet kann und darf. Dies hatte der Präfekt der Glaubenskongregation der Sache nach bereits klargestellt und in einem Brief an Zollitsch erläutert und bekräftigt. 1529 - Kopie (2)

Hierzu erklärt der DBK-Vorsitzende lapidar: „Erzbischof Müller hat eine Position, die entspricht der Tradition, die er vertritt.“ 

Damit soll wohl verdunkelt werden, daß der vatikanische Glaubenspräfekt mit seinen Aussagen zu Ehe und Sakramentenpastoral durchaus keine private „Traditionsmeinung“ verkündet, sondern den amtlichen Standpunkt der Kirche, wie dieser seit 2000 Jahren besteht.

Da der Erzbischof Zollitsch offenbar nicht bereit ist, den authentischen katholischen Standpunkt in der Causa „Wiederverheiratete“ zu akzeptieren, stellt sich die ernsthafte Frage, ob er im Begriff ist, öffentlich eine Los-von-Rom-Bewegung zu entfachen und  einen „deutschen Sonderweg“ zu propagieren.

Mit einer „Nähe zu den Menschen“ hat das freilich nichts zu tun, sondern mit einer Unterwerfung unter den (Un-)Geist dieser Welt und mit einer verhängnisvollen Anpassung an den „Fürsten dieser Welt“.

Quelle für die Zollitsch-Zitate: http://www.allgaeuhit.de/index.php?content=worldnews&storyid=1388254625752

Foto oben: Bistum Regensburg


Glaubenspräfekt Gerhard L. Müller lehnt eine Stärkung der Bischofskonferenzen ab

Der Vorsitzende einer Bischofskonferenz ist kein „Vize-Papst“

Der Präfekt der vatikanischen Glaubenskongregation, Erzbischof Gerhard Ludwig Müller, hat sich mit Nachdruck gegen eine Dezentralisierung der Kirche auf die Ebene der nationalen Bischofskonferenzen gewandt.

„Die katholische Kirche setzt sich aus Ortskirchen zusammen, aber sie ist eins“, sagte der Glaubenspräfekt (siehe Foto) der Tageszeitung „Corriere della sera“: 0012

„Es gibt keine ’nationalen‘ Kirchen.“  –  Die Vorsitzenden des Bischofskonferenzen seien „Koordinatoren, nicht Vize-Päpste“, betonte der vatikanische Glaubenshüter.

Während das Papsttum und das Bischofsamt „göttlichen Rechts“ sei, handle es sich bei  Patriarchaten und Bischofskonferenzen um Einrichtungen „menschlichen Rechts“.

Freilich hätten diese Konferenzen in bestimmten Bereichen auch lehramtliche Autorität, etwa bei der Vorbereitung von örtlichen Katechismen, von liturgischen Bücher oder der Leitung von Universitäten und katholischen Fakultäten:

„Der Papst kann nicht alles wissen, was in den einzelnen Ländern passiert“, erläuterte Erzbischof Müller. Man müsse „ein praktisches Gleichgewicht finden“.

Papst Franziskus hatte in seinem Schreiben „Evangelii gaudium“ kürzlich angekündigt, über mehr Befugnisse für die nationalen Bischofskonferenzen nachzudenken.

Quelle: http://www.kathweb.at/site/nachrichten/database/59657.html 

Foto: Bistum Regensburg


Daniel Deckers wenig kluger Seitenhieb

FAZ-Attacke gegen „neunmalklugen“ Erzbischof

Unter der Überschrift „Bistum Limburg: Van-Elsts neunmalkluger Schutzherr“ veröffentlichte die FAZ online am 15. Dezember einen ebenso kurzen wie dreisten Kommentar ihres Kirchenredakteurs Dr. Daniel Deckers, der sich in der Causa Limburg als verbissener Gegner des Limburger Bischofs „bewährt“ hatte.  

Der Rundumschlag richtet sich gegen Erzbischof Gerhard Ludwig Müller und beginnt mit folgenden Worten:

„Eine Lanze nach der anderen bricht der Präfekt der vatikanischen Glaubenskongregation, der deutsche Kurienerzbischof Müller, für Tebartz van-Elst  –  obwohl er mit der Sache gar nicht befasst ist.“

Aber die „Frankfurter Allgemeine“ ist mit dieser kirchlichen Angelegenheit „befaßt“?  – 

Wer hier wohl die größere Zuständigkeit für eine angemessene Beurteilung der innerkirchlichen Situation beanspruchen kann?

Die Causa Limburg nimmt immer kuriosere Züge an, wenn eine als seriös geltende „Qualitätszeitung“ dem drittstärksten Mann der katholischen Weltkirche gleichsam einen Maulkorb verpassen will   –  ausgerechnet  auch noch die FAZ, die sich beim (un)fröhlichen Jagdtreiben gegen Bischof Tebartz-van Elst gewiß nicht mit Ruhm bekleckerte.

Dr. Deckers wirft dem deutschen Kurien-Erzbischof Müller vor, er breche „für Tebartz-van Elst eine Lanze nach der anderen“.  – Daß sich die FAZ durch Müllers „unzeitgemäße“ Wortmeldungen quasi gestört fühlt, verwundert wenig.

Deckers verzichtet freilich bei seiner Unterstellung, Glaubenspräfekt Müller fühle „sich selbst stets von Mitbrüdern und Medien verfolgt“, auf jede Begründung, von Beweisführung ganz zu schweigen. 

Der Autor wünscht sodann sehnlichst die Absetzung des  –   für einige Presseleute bzw. eine gewisse Pressemeute  –  unbequemen Kirchenmannes durch den Papst:

„Für Papst Franziskus könnte sich bald die Frage stellen, wie weise es ist, einen Neunmalklugen an der Spitze der Glaubenskongregation zu haben.“

Für die FAZ könnte sich schon längst die Frage stellen, wie  sinnvoll es ist, einen derart schwach argumentierenden Autor wie Deckers in ihrer Redaktion zu beschäftigen.

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster

Foto: Bistum Regensburg

 


Souverän und mutig: Glaubenspräfekt Gerhard Ludwig Müller und die Causa Christian Wulff

Von Felizitas Küble

Erzbischof Gerhard L. Müller   –  er ist  Chef der römischen Glaubenskongregation  –  stellt bei vielen Themen unter Beweis, daß er mutig, standpunktfest und geistig souverän auf aktuelle Ereignisse, Streitthemen und grundsätzliche Herausforderungen zu reagieren vermag.

Dies zeigt sich z.B. auch angesichts diverser Debatten um Ex-Bundespräsident Christian Wulff:

Zu einem Zeitpunkt, als dieser auf dem Höhepunkt seiner Macht und Beliebtheit stand, als er sich zudem noch der besonderen Gunst der BILD-Zeitung erfreute, die das „Traumpaar“ Christian und Bettina ständig in Jubelpose präsentierte  –  genau damals, als die Medien-Sonne äußerst freundlich über dem Präsidenten leuchtete, besaß der damalige Bischof von Regensburg den Mut, das deutsche Staatsoberhaupt daran zu erinnern, daß er als Katholik durchaus keine Sonderrechte beanspruchen kann.

In jener Zeit  –  Mitte September 2011  –  ging es in der öffentlichen Diskussion u.a. darum, daß Wulff als geschieden-Wiederverheirateter nicht zum Tisch des HERRN geladen ist.

Reformorientierte Katholiken wandten sich wie üblich gegen den vermeintlich „starren“ Standpunkt der katholischen Kirche   –  und auch der Bundespräsident selbst brachte beim amtlichen Empfang von Papst Benedikt in Berlin sein persönliches Eheschicksal indirekt zur Sprache, was durchaus nicht zu seiner Aufgabe als Staatsoberhaupt gehörte.

Der damalige Bischof von Regensburg, Gerhard L. Müller, hatte seinerzeit öffentlich daran erinnert, daß geschieden-Wiederverheiratete nicht zu den Sakramenten zugelassen sind   –   und wir berichteten darüber. Der Untertitel unseres Beitrags lautete: „Der Bundespräsident hat als Katholik keine besonderen Vorrechte.“

Der damalige Oberhirte von Regensburg hatte öffentlich klargestellt: „Wir Katholiken gehen von dem hohen Gut, ja, dem Geschenk der Unauflöslichkeit der Ehe aus.” 

Das gelte auch für den Katholiken Christian Wulff, so der Bischof: „Als Bundespräsident hat Christian Wulff im staatlichen Sektor Anspruch auf besondere Achtung. Als Katholik hat er keine besonderen Vorrechte.“

Als sich Christian Wulff noch in Glanz und Gloria, in Glamour und Glück sonnen konnte, zeigte Bischof Müller klaren Mut zum Widerspruch  –  und genauso beweist er ihn jetzt, wenn er jene unfaire, geradezu verleumderische Pressekampagne vom Vorjahr kritisiert, die Christian Wulff zum Rücktritt veranlaßte.

Medienkritik hört man von Kirchenführern sonst eher selten  –  viele Bischöfe wollen es sich mit dieser mächtigen „vierten Gewalt“ im Staate wohl nicht verderben (mitunter gewinnt man den Eindruck, als hätten die Medien längst schon die „erste Gewalt“ inne).

Glaubenspräfekt Gerhard L. Müller hat sich jetzt zum Korruptionsprozeß gegen Ex-Präsident Wulff geäußert: „Wer nur ein wenig Gerechtigkeitssinn hat, kann den juristischen und finanziellen Aufwand um 700 Euro nicht verstehe“, stellte er in einem Interview mit dem Nachrichtenmagazins FOCUS klar. 

Er fügte hinzu: „Es ist auch nicht zu tolerieren, dass Personen in ihrer Menschenwürde so verletzt und gekränkt werden dürfen, besonders wenn die Vorwürfe gar nicht bewiesen sind.“

Damit dokumentiert Erzbischof Müller erneut seinen wachen Gerechtigkeitssinn und seine zeitgeistkritische Courage, die allen Bischöfen zu wünschen wäre.

Foto: Bistum Regensburg