Unionsfraktion gratuliert Erzbischof Burger

Nach dem altersbedingten Amtsverzicht von Erzbischof Robert Zollitsch im vergangenen Jahr hat Papst Franziskus Stephan Burger zum neuen Erzbischof des Erzbistums Freiburg ernannt.

Hierzu erklärt der kirchenpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Dr. Franz Josef Jung:

„Mit dem neuen Erzbischof von Freiburg, Stephan Burger, setzt Papst Franziskus  – nach der Ernennung des ebenfalls jüngeren Bischofs Stefan Oster in Passau – ein weiteres sichtbares Zeichen hin zu einem Generationswechsel in der katholischen Kirche. Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion gratuliert Stephan Burger zu seiner Ernennung. media-374284-2

Der neue Würdenträger des Erzbistums Freiburg verfügt über umfangreiche Erfahrungen im Bereich der Seelsorge. Als Leiter des Kirchengerichts hat er sich einen großen Schatz an Lebens- und Menschennähe verschafft, aus dem er gemeinsam mit den Gläubigen schöpfen kann.

An den neuen Amtsträger im zweitgrößten Bistum Deutschlands richten sich hohe Erwartungen. Vor allem muss er das Vertrauen der Menschen in die katholische Kirche insgesamt zurückgewinnen. Zudem steht die Kirche vor gesellschaftlichen Fragen, auf die es Antworten zu finden gilt. Sein bisheriger Werdegang wird ihm dabei ein großer Rückhalt sein.“

Foto: Bistum Regensburg


Will Erzbischof Robert Zollitsch eine Los-von-Rom-Bewegung entfachen?

Von Felizitas Küble

Erzbischof Robert Zollitsch (Freiburg), der seit 2008 als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz amtiert, leistet weiterhin anhaltenden Widerstand gegen den Präfekten der Glaubenskongregation, Erzbischof Gerhard Ludwig Müller (siehe Foto).

Es geht hierbei vor allem um geschieden-Wiederverheiratete und ihre (Nicht-)Zulassung zum „Tisch des HERRN“.  

Die katholische Kirche bekennt sich zur göttlichen Stiftung und zu der von Christus glasklar verkündeten Unauflöslichkeit der Ehe. Dies führt zu entsprechenden Auswirkungen in der Sakramentenpastoral  –  dies umso mehr, da auch die Ehe selbst vom kirchlichen Lehramt als Sakrament hochgeschätzt wird.

Die Ehe unter Getauften ist also nicht (nur) menschlichen, sondern „göttlichen Rechts“; daher kann auch die Kirche nicht willkürlich darüber verfügen, sondern muß den Willen des HERRN respektieren. Die Kirche ist eben selber keine autonome „Herrin“, sondern vielmehr Hüterin, Verwalterin und Dienerin des von Gott geoffenbarten Glaubens und seiner zeitlosen Gebote.

Dieses Einmaleins kirchlicher Ehelehre dürfte auch Erzbischof Zollitsch bekannt sein.

Doch der Freiburger Kirchenmann garniert seine Taktik erneut mit dem durchsichtigen Versuch, allgemeine Papst-Aussagen gegen den Glaubenspräfekten in Stellung zu bringen und die beiden Persönlichkeiten gegeneinander auszuspielen.

Dieses Vorgehen ist schon deshalb unseriös, weil sich Erzbischof Müller mit seinem klaren Standpunkt in der Causa „Wiederverheiratete“ öffentlich auf Papst Franziskus berufen konnte.

Ist eine „Nähe zur Sünde“ etwa die Lösung?

Gegenüber der „Welt am Sonntag“ erklärte Erzbischof Zollitsch: „Papst Franziskus spricht viel von der Nähe zu den Menschen. Ich denke, das kann eine gute Orientierung sein auch im Umgang mit den zivil Wiederverheirateten.“

Der Vorsitzende der Dt. Bischofskonferenz (DBK) verwechselt hier offensichtlich etwas, daß nämlich die „Nähe zu den Menschen“ keineswegs „Nähe zur Sünde“ bedeutet kann und darf. Dies hatte der Präfekt der Glaubenskongregation der Sache nach bereits klargestellt und in einem Brief an Zollitsch erläutert und bekräftigt. 1529 - Kopie (2)

Hierzu erklärt der DBK-Vorsitzende lapidar: „Erzbischof Müller hat eine Position, die entspricht der Tradition, die er vertritt.“ 

Damit soll wohl verdunkelt werden, daß der vatikanische Glaubenspräfekt mit seinen Aussagen zu Ehe und Sakramentenpastoral durchaus keine private „Traditionsmeinung“ verkündet, sondern den amtlichen Standpunkt der Kirche, wie dieser seit 2000 Jahren besteht.

Da der Erzbischof Zollitsch offenbar nicht bereit ist, den authentischen katholischen Standpunkt in der Causa „Wiederverheiratete“ zu akzeptieren, stellt sich die ernsthafte Frage, ob er im Begriff ist, öffentlich eine Los-von-Rom-Bewegung zu entfachen und  einen „deutschen Sonderweg“ zu propagieren.

Mit einer „Nähe zu den Menschen“ hat das freilich nichts zu tun, sondern mit einer Unterwerfung unter den (Un-)Geist dieser Welt und mit einer verhängnisvollen Anpassung an den „Fürsten dieser Welt“.

Quelle für die Zollitsch-Zitate: http://www.allgaeuhit.de/index.php?content=worldnews&storyid=1388254625752

Foto oben: Bistum Regensburg


Vollständiger Wortlaut des Schreibens von Glaubenspräfekt Müller an Erzbischof Zollitsch

Exzellenz!
Hochwürdigster Herr Erzbischof!

Mit Schreiben Prot. N. 2922/13 vom 8. Oktober 2013 hat der Apostolische Nuntius der Kongregation für die Glaubenslehre den Entwurf der Handreichung für die Seelsorge zur Begleitung von Menschen in Trennung, Scheidung und nach ziviler Wiederverheiratung in der Erzdiözese Freiburg sowie Ihres Rundbriefes an die Mitglieder der Deutschen Bischofskonferenz zur Vorabveröffentlichung dieses Textes übermittelt.

Foto: Bischöfl. Presseamt RegensburgEine aufmerksame Lektüre des Entwurfs zeigt, dass dieser zwar richtige und wichtige pastorale Hinweise enthält, aber in der Terminologie unklar ist und in zwei Punkten nicht mit der kirchlichen Lehre übereinstimmt:

1. Bezüglich des Empfangs der Sakramente durch geschiedene wiederverheiratete Gläubige wird der 1993 von den Oberrheinischen Bischöfen gemachte Vorschlag neu als pastoraler Weg empfohlen:

Nach einem Gesprächsprozess mit dem Pfarrer könnten Betroffene zur Überzeugung gelangen, am Leben der Kirche vielfaltig teilzunehmen, aber bewusst auf den Empfang der Sakramente zu verzichten, andere hingegen könnten in der konkreten Situation zur „verantwortlich getroffenen Gewissensentscheidung“ kommen, die Sakramente der Taufe, der Heiligen Kommunion, der Firmung, der Versöhnung und der Krankensalbung empfangen zu können, und diese Entscheidung wäre vom Pfarrer und von der Gemeinde „zu respektieren“.

Im Gegensatz zu dieser Auffassung betont das Lehramt der Kirche, dass die Hirten die verschiedenen Situationen gut unterscheiden und die betroffenen Gläubigen zur Teilnahme am Leben der Kirche einladen sollen, „bekräftigt jedoch ihre auf die Heilige Schrift gestützte Praxis, wiederverheiratete Geschiedene nicht zum eucharistischen Mahl zuzulassen“ (Johannes Paul II., Apostolisches Schreiben Familiaris consortio vom 22. November 1981, Nr. 84; vgl. auch das Schreiben dieser Kongregation vom 14. September 1994 über den Kommunionempfang von wiederverheirateten geschiedenen Gläubigen, mit dem der Vorschlag der Oberrheinischen Bischöfe abgelehnt wurde; Benedikt XVI., Apostolisches Schreiben Sacramentum caritatis vom 22. Februar 2007, Nr. 29).

Diese Position des Lehramts ist wohl begründet: Wiederverheiratete Geschiedene stehen selbst ihrer Zulassung zur Eucharistie im Weg, insofern ihr Lebensstand in objektivem Widerspruch zu jenem Bund der Liebe zwischen Christus und der Kirche ist, den die Eucharistie sichtbar und gegenwärtig macht (lehrmäßiger Grund). Ließe man solche Menschen zur Eucharistie zu, bewirkte dies Verwirrung bei den Gläubigen hinsichtlich der Lehre der Kirche über die Unauflöslichkeit der Ehe (pastoraler Grund).

Foto: L. Börger2. Darüber hinaus wird für geschiedene Gläubige, die eine neue zivile Verbindung eingehen, eine Gebetsfeier vorgeschlagen. Es heißt zwar ausdrücklich, dass es sich dabei nicht um eine „Quasi-Trauung“ handelt und die Gestaltung schlicht sein soll, aber der Entwurf bietet dann doch eine Art „Ritus“ mit Eröffnung, Hören auf das Wort Gottes, Segnung und Übergabe einer Kerze, Gebetsteil und Abschluss.

Feiern dieser Art wurden von Johannes Paul II. und Benedikt XVI. ausdrücklich untersagt:

„Die erforderliche Achtung vor dem Sakrament der Ehe, vor den Eheleuten selbst und deren Angehörigen wie auch gegenüber der Gemeinschaft der Gläubigen verbietet es jedem Geistlichen, aus welchem Grund oder Vorwand auch immer, sei er auch pastoraler Natur, für Geschiedene, die sich wiederverheiraten, irgendwelche liturgischen Handlungen (ritus cuiusvis generis) vorzunehmen. Sie würden ja den Eindruck einer neuen sakramental gültigen Eheschließung erwecken und daher zu Irrtümern hinsichtlich der Unauflöslichkeit der gültig geschlossenen Ehe führen“ (Familiaris consortio, Nr. 84).

Den betroffenen Gläubigen sind Hilfen anzubieten, „wobei in jedem Fall zu vermeiden ist, diese Verbindungen zu segnen, damit unter den Gläubigen keine Verwirrungen in Bezug auf den Wert der Ehe aufkommen“ (Sacramentum caritatis, Nr. 29).

Aufgrund der genannten Divergenzen ist der Entwurf der Handreichung zurückzunehmen und zu überarbeiten, damit nicht pastorale Wege offiziell gutgeheißen werden, die der kirchlichen Lehre entgegenstehen.

Weil der Text nicht nur in Deutschland, sondern in vielen Teilen der Welt Fragen aufgeworfen und in einer pastoral delikaten Problematik zu Verunsicherungen geführt hat, fühlte ich mich verpflichtet, Papst Franziskus darüber zu informieren.

Nach Rücksprache mit dem Heiligen Vater wird nun im L’Osservatore Romano vom 23. Oktober 2013 ein Artikel von mir erscheinen, der die verbindliche Lehre der Kirche in dieser Frage zusammenfasst. Dieser Beitrag wird auch in den Wochenausgaben der Vatikanzeitung abgedruckt werden.

Da eine Reihe von Bischöfen sich an mich gewandt haben und eine Arbeitsgruppe der Deutschen Bischofskonferenz sich mit dem Thema beschäftigt, möchte ich Ihnen mitteilen, dass ich eine Kopie dieses Schreibens an alle Diözesanbischöfe in Deutschland senden werde.

In der Hoffnung, dass wir in dieser delikaten Frage pastorale Wege gehen, die ganz mit der Glaubenslehre der Kirche übereinstimmen, verbleibe ich mit besten Grüßen und Segenswünschen im Herrn

Ihr
Gerhard L. Müller
Präfekt

Quellen: Badische Zeitung / „kath.net“

1. Foto: Bistum Regensburg