„Maria 1.0“ begrüßt Woelkis Verbleib im Amt

„Wir freuen uns auf die Rückkehr Kardinal Woelkis nach dessen Auszeit“, erklärt Clara Steinbrecher, Vorsitzende der katholischen Laienbewegung „Maria 1.0“ (nicht zu verwechseln mit der progressiven Gegenrichtung „Maria 2.0“).

Die katholische Initiative Maria 1.0 begrüßt die Entscheidug des Vatikans, den Erzbischof von Köln im Amt zu belassen.

Woelki habe die Fälle sexuellen Missbrauchs im Erzbistum Köln entschlossen aufgearbeitet, sich den Betroffenen zugewandt und Prävention gefördert. Fehler attestiert der Papst dem Kardinal jedoch bei dessen unzureichender Kommunikation im Zusammenhang mit der Studie zur Aufarbeitung der Missbrauchsfälle.

Allen Missbrauchsopfern und allen glaubenstreuen Katholiken, die in der Zeit der Vertrauenskrise stark gelitten haben, wünscht die Initiative „Maria 1.0“ viel Kraft und Gottes Segen: „Rainer Maria Kardinal Woelki ist ein wichtiger Arbeiter im Weinberg des Herrn und ein Hirte, der normalen Katholiken Orientierung gibt“.

Quelle und vollständige Meldung hier: https://www.kathnews.de/maria-1-0-begruesst-verbleib-woelkis-im-amt


Kardinal Woelki von Vorwürfen entlastet – Wo bleibt die Entschuldigung der Kampagnisten?

Von Felizitas Küble

Seit Monaten erlebten wir in Medien und Öfentlichkeit, aber vor allem innerkirchlich einen geradezu hysterischen Feldzug gegen den Kölner Erzbischof Rainer Maria Woelki.

Dem Kardinal wurde Vertuschung in puncto sexueller Missbrauch vorgeworfen und ihm zudem angelastet, er habe das Gutachten einer Münchner Rechtsanwaltskanzlei nicht veröffentlicht.

In Wirklichkeit hatte er rein formal-rechtliche Bedenken geltend gemacht, zumal er selber darin gar nicht belastet wurde, also persönlich kein Motiv für eine „Verschleppung“ vorlag.

Zugleich hatte Woelki hochrangige Juristen mit einem Alternativ-Gutachten beauftragt, das zudem weitaus gründlicher konzipiert war – also genau das Gegenteil von „Vertuschung“ angestrebt und durchgeführt.

Wir haben hier im CHRISTLICHEN FORUM mehrfach das Jagdtreiben gegen Kardinal Woelki deutlich kritisiert und als durchsichtiges Manöver entlarvt, das weniger von der weltlichen Presse ausging, sondern vor allem von progressiven Kreisen und Gremien innerhalb der Kirche, von linkskatholischen Initiativen, Reformer-Gruppen, Zeitgeistlichen usw. (Siehe hier unsere Artikel: https://charismatismus.wordpress.com/?s=Kardinal+Woelki)

So fragt man sich also: Was trieb die aufgeregte Meute dazu an, ohne jede Beweisgrundlage einen derart polemischen Feldzug gegen den Kölner Erzbischof zu führen und dabei ständig seinen Rücktritt zu fordern, ohne wenigstens die Veröffentlichung des von ihm angekündigten Alternativ-Gutachtens abzuwarten?

Der wichtigste Beweggrund für die Kampagne dürfte in der schlichten Tatsache zu finden sein, daß sich der Kardinal kritisch über Vorgänge und Zielsetzungen innerhalb des „Synodalen Prozesses“ geäußert hat, dabei diesen suizidalen „Weg“ als Holzweg entlarvte – und deshalb bei einflußreichen Progressisten innerhalb der Kirche in Ungnade fiel.

Nachdem der Kölner Erzbischof durch das Gutachten nun von allen Vorwürfen entlastet ist, warten wir auf eine Entschuldigung all jener, die ihn nicht nur voreilig, sondern vorurteilsbeladen und höchst unfair attackiert hatten und dies, obwohl sich mit Thomas Fischer ein hochrangiger Bundesrichter mit messerscharfen juristischen Argumenten vor Woelki gestellt hatte.

Der Artikel von Prof. Richter war noch dazu im nicht gerade als konservativ verdächtigen „Spiegel“ erschienen (siehe dazu unser Bericht: https://charismatismus.wordpress.com/2021/02/06/bundesgerichtshof-jurist-fischer-kritisiert-medienkampagne-gegen-kardinal-woelki/).

Aus dem gestern veröffentlichten Gutachten geht hervor, daß sich seit 1975 im Erzbistum Köln 127 „Kleriker“ (Zwei-Drittel der Gesamtzahl) des sexuellen Missbrauchs schuldig machten. Zum Klerus zählen freilich auch die meist verheirateten Diakone.

Dutzende weiterer Fälle beziehen sich auf hauptamtliche Laien-Mitarbeiter innerhalb der Kirche, was in der öffentlichen Debatte freilich kaum thematisiert wird, zumal diese Mediendiskurse vielfach eng mit dem Kampf gegen den Zölibat verknüpft sind.

Somit ergibt sich aus dieser Aufarbeitung, daß zu den Missbrauchstätern im hohen Maße auch Laien-Theologen bzw. verheiratete Personen im kirchlichen Dienst gehören.

Die alte Leier, die immer wieder neu aufgelegt wird, der priesterliche Zölibat sei die wesentliche Ursache für sexuellen Missbrauch, ist damit erneut widerlegt. Ich habe mich in der Zeitschrift „Theologisches“ vom Oktober 2018 bereits ausführlich mit dieser Thematik befaßt.

Dieser faktenstarke Grundsatzartikel wurde auch im CHRISTLICHEN FORUM veröffentlicht: https://charismatismus.wordpress.com/2018/10/09/fuehrende-experten-widerlegen-einen-zusammenhang-von-zoelibat-und-missbrauch/

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet berufliche den KOMM-MIT-Verlag und ehrenamtlich das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt


Die Mundkommunion ist in der altrituellen Messe in NRW wieder möglich

Von Felizitas Küble

Der Generalvikar des Bistums Münster, Dr. Klaus Winterkamp, hat gestern in einem Rundschreiben an Priester, pastorale und sonstige kirchl. Mitarbeiter/innen etc. folgendes zum Thema Mundkommunion mitgeteilt:

„In den letzten Wochen haben sich in allen Bistümern NRWs Anfragen gemehrt, ob ggf. die Mundkommunion für jene, die die Eucharistie auf diese Weise empfangen möchten, wieder gestattet werden könne. Die Anfragen sind nicht zuletzt durch eine entsprechende Erlaubnis der Österreichischen Bischofskonferenz und der Praxis in anderen Nachbarstaaten Deutschlands begründet.“

BILD: Der Paulus-Dom von Münster bei Nacht

Auf einer Sitzung Anfang September haben sich die Generalvikare der Diözesen, die sich in Nordrhein-Westfalen befinden, getroffen und dabei laut Dr. Winterkamp diese Regelung beschlossen:

  • 1. Für die Feier der Heiligen Messe im ordentlichen römischen Ritus gilt weiterhin ausschließlich die Spendung der Kommunion in die Hand, die für den ordentlichen römischen Ritus hierzulande die gebräuchliche Form ist. Mundkommunion ist hier nur außerhalb (ggf. im Anschluss) der Messfeier möglich.

Sollte es in den Pfarreien ggf. den Wunsch nach Mundkommunion geben, werden die Verantwortungsträger vor Ort in den Teams und den Gremien dafür eine angemessene Lösung finden.

  • 2. Nur für den außerordentlichen römischen Ritus wird die Mundkommunion innerhalb der Messfeier geduldet. Dafür sind jeweils von den für die Feier des außerordentlichen römischen Ritus Verantwortlichen eigene Hygienekonzepte zu erstellen. Die Pfarrer, in deren Pfarreien Gruppen in diesem Ritus Liturgie feiern, werden darüber eigens informiert.“

Das bedeutet, daß die Mundkommunion in der neuen Meßliturgie („ordentlicher römischer Ritus“) – wie er in fast allen Gemeinden üblich ist – nicht gestattet wird, wohl aber in der alten Messe (außerordentlicher römischer Ritus). Diese Lösung ist für die betreffenden Gläubigen nach fast genau fünf Monaten Wartezeit (seit Ende April 2020) aber auch höchste Zeit geworden.

Die Mundkommunion wird aber in den Gemeinden ohne alten Ritus auch erlaubt – allerdings dort nicht innerhalb der Eucharistiefeier, sondern außerhalb derselben (etwa nach der Messe, bei der Krankenkommunion sowieso).

Auch ich hatte mich im Juni 2020 mit diesem Anliegen an das Erzbistum Köln gewandt, weil damals gerüchteweise zu hören war, Kardinal Woelki habe die Mundkommunion im alten Ritus für sein Bistum erlaubt. Dies wurde mir vom bischöflichen Ordinariat aber nicht bestätigt. Es wurde lediglich darauf hingewiesen, daß dies außerhalb der Messe  – etwa wenn ein Priester kranke Gläubige besucht – gebilligt werde.

Ich erhielt aber keine Antwort mehr, als ich dort nachfragte, warum die Mundkommunion hierzulande in der hl. Messe nicht  geduldet wird, in Österreich ab 20. Juni 2020 aber allgemein wieder erlaubt wurde und in den USA überhaupt nie untersagt wurde (von wenigen Bistums-Ausnahmen abgesehen).

Aus Pfarrgemeinden in Münster und aus Südbayern erfuhr ich mehrfach, daß dort die Priester jene Gläubigen, welche die Mundkommunion empfangen wollen, darum bitten, nach der Meßfeier etwas zu warten oder in die Sakristei zu kommen, damit sie dort zum Tisch des HERRN gehen können. 

Wir haben mehrfach über das Mundkommunion-Thema zu Corona-Zeiten geschrieben und zugleich praktisch-hygienische Anregungen gegeben, z.B. hier: https://charismatismus.wordpress.com/2020/08/20/staebchen-zange-pinzette-zur-spendung-der-hl-kommunion-in-coronazeiten/


Warum akzeptierte Kardinal Woelki eine unwürdige „Modenschau“ in der Kirche?

Dass unter dem Nachfolger des jüngst verstorbenen Kardinal Meisner ein anderer Wind im Erzbistum Köln weht, dürfte auch der letzte am kirchlichen Leben der Diözese interessierte Gläubige erkannt haben. 

Dieser „andere Wind“ in Gestalt von Kardinal Woelki zeigte sich z.B. in medienwirksam bekannten Ereignissen eines von ihm initiierten „bistumsweiten Geläutes“, einer politisch motivierten „Lichter-Aus-Aktion“, eines durch halb Europa transportierten und zur Verehrung vor dem „Kölner Dom“ ausgestellten Holzbootes an Fronleichnam und eines Roboters, der sich im altehrwürdigen Kölner Dom parallel zur Computerspielmesse „Gamescom“ im Laserlicht zum Rhythmus elektronischer Musik bewegen durfte.

Dazu kommt ein besonderes Event in der Kölner Kirche „St.Michael“: http://www.stgereon.de/st-michael-73.html

Wie in kirchlichen Hierarchien hoffentlich noch üblich (?), sollte vor wichtigen Entscheidungen der rechte Geist erbetet werden, damit sich der intensiv betriebene Aufwand nicht als geistige Eintagsfliege bzw. schlichte Huldigung an den Zeitgeist entpuppt.

So entschied man sich in Köln unter Einbindung erzbischöflicher Personalressourcen und der Akzeptanz seiner Eminenz, den Antrag des zuständigen Pfarrers Andreas Brocke von der Pfarrei St. Michael zu prüfen, der in seiner Kirche eine „Modenschau“ veranstalten wollte.

Nach Auskunft der „Abteilung Information und Öffentlichkeit“ vom Juli 2017 hatte Pfarrer Brocke sein Konzept zur geplanten Veranstaltung „umfassend“ zur Genehmigung vorgestellt.

Nachdem die privaten und öffentlich-rechtlichen Sender auf dem „Feld der figurbetonten Mode“ bereits mächtig um Quote buhlend konkurrieren, entschied sich das Erzbistum Köln, an diesem Wettlauf teilzunehmen und stimmte der „Modenschau“ für Mai 2017 zu.

Die Quelle zu der unwürdigen Klamottenshow im Gotteshaus (Beginn ab der 2. Minute) ist mit nachfolgenden Stichworten in einem bekannten Videoportal zu finden: „le bloc 2017 (Langfassung in 4K)“

Die Modenschau fand unter Begleitung eines „experimentellen Chores“ statt. Damit die zwischen den Kirchenbänken präsentierenden „Models“ nicht aus dem Takt kamen, spielte die zweckentfremdete Orgel u.a. „Das Model“ der Gruppe „Kraftwerk“. (Quelle: https://www.lebloc.de/le-bloc/modenschau/)

Da derartige Veranstaltungen bei Gläubigen zu Irritationen führen, entgegnet das Erzbistum Köln folgendes in einer Stellungnahme vom Juli 2017:

„Das mag auf den ersten Blick ungewöhnlich, ja vielleicht sogar irritierend erscheinen, schließlich handelt es sich bei einer Kirche ja um ein Gotteshaus. Doch es ist durchaus nicht unüblich Kirchen nicht nur für Gottesdienste, sondern gelegentlich auch für kulturelle Veranstaltungen – wie etwa Kunstausstellungen oder Konzerte – zu nutzen. In diesem Kontext  ist auch die Modenschau einzuordnen. Durch die Modenschau sollte deutlich werden, dass jeder Mensch von Gott anerkannt und geliebt ist, egal ob groß, klein, dünn oder kurvig und diese Botschaft wurde sehr gut deutlich. Zahlreiche Rückmeldungen  von Besucherinnen und Besucher haben dies unterstrichen.“

Hinter solchen Formulierungen, die wie scheinfrommes verbales Yoga wirken, fehlt nur noch ein abschließendes „Amen“ und die weltliche Bitte, dass der Letzte das Licht ausmachen möge.

So wird es zwangsläufig enden, wenn die Verantwortlichen auf diesem Weg weiter machen und sich derart verbiegen (lassen), dass sie ihren Kopf bald zwischen den Füssen tragen können, wenn sie nicht willens sind, solchem Unsinn die Stirn zu bieten, der sich hüftschwingend, bauchnabelfrei (Videoquelle 3:40 Min.) und ohne Ehrfurcht im geweihten Raum breit macht.

Wenn es sich weiterhin um ein „Gotteshaus“ handelt, steht die Frage im Raum, ob sich der „liebe Gott“ das Kleiderspektakel mit elektronischer Untermalung nebst Lasershow ebenfalls angesehen hätte. Im Evangelium ist eine andere Reaktionsweise Christi auf eine Zweckentfremdung des Tempels überliefert.

Diese Klamottenshow erscheint als weiterer fataler Schritt in Richtung nachkonziliare „Experimentierkirche“.

Somit muss auch ein Kardinal mit Widerspruch und erheblichen Bedenken leben. Da nützt es nichts, wenn er sich öffentlich darüber beschwert, dass ihm die „die ewigen Besserwisser und Bedenkenträger zum Hals raus hängen“. (Quelle: https://www.domradio.de/radio/sendungen/wort-des-bischofs/wort-des-bischofs-97)

Meine Freude am „Erlösungswerk des HERRN“ kann jedenfalls kein Bischof trüben, egal wie unverständlich seine Entscheidungen sein mögen   –  und widersprüchlich noch hinzu; siehe diese Klarstellungen aus dem Amtsblatt des Erzbistums Köln vom 1. Juni 2016:

Kirchengebäude sind Räume der Gottesbegegnung. Deshalb sind musikalische Veranstaltungen, die keinen geistlichen Charakter oder gottesdienstlichen Bezug haben, aus ihnen grundsätzlich fernzuhalten.

Musikalische Aufführungen können nur dann in einem Kirchengebäude stattfinden, wenn der Charakter der Werke die Aufführung in einer Kirche ratsam erscheinen lässt. Bei Unklarheiten kann das Erzbischöfliche Generalvikariat beratend unterstützen. Im Übrigen wird auf die Arbeitshilfe 194 der Deutschen Bischofskonferenz zur „Musik im Kirchenraum außerhalb der Liturgie“ und ggf. diözesane Richtlinien verwiesen.“ (Quelle: https://www.erzbistum-koeln.de/erzbistum/generalvikariat/amtsblatt/2016/2016-06-01-amtsblatt-erzbistum-koeln.pdf)

Der Autor dieses Artikels ist katholischer Familienvater aus dem Erzbistum Köln und unserer Redaktion persönlich bekannt

Fotos: Dr. Bernd F. Pelz, Archiv


2. Teil des Verwirrspiels: Kardinal Meisners „Pillen-Erklärung“ war keineswegs mit dem Papst abgesprochen

Nachdem die Erklärung des Kölner Erzbischofs zur „Pille danach“ und zur Frühabtreibung bereits für erhebliches Aufsehen in den Medien und für massive innerkirchliche Verwirrung sorgte (wir berichteten darüber)versuchte Joachim Kardinal Meisner nun offenbar in tatsachenwidriger Weise, sogar Papst Benedikt für die eigene Stellungnahme zu vereinnahmen.

Damit hat Meisner allerdings ein schweres Eigentor geschossen, denn inzwischen ist klar: die ohnehin merkwüdig erscheinende Aussage, wonach der Papst seine Pillen-Erklärung vorweg gekannt und gebilligt habe, trifft nicht zu.

Hier folgen die einzelnen „Stationen“ dieses zweiten Kölner Verwirrspiels zum Thema Abtreibung und „Pille danach“:

Wir schildern es anhand der Berichterstattung der privaten kath. Webseite „Gloria-TV“, zumal hier alle drei Etappen enthalten sind:

ERSTE STATION:   imagesCA2YAIGF

Bereits am 4. Februar 2013 titelte Gloria-TV: „Fatale Meisner Erklärung zur Pille-danach mit Vatikan abgesprochen.“

Sodann heißt es wörtlich hinsichtlich der erwähnten Kardinalserklärung:

„Meisner machte damit vom eigenständigen Lehramt des Ortsbischofs Gebrauch, das innerhalb des vom römischen Lehramt vorgegebenen Rahmens gewisse Spielräume hat. Die Frage, ob er diesen Schritt mit dem Vatikan abgestimmt habe, bejahte sein Sprecher Christoph Heckeley im «Focus». Mit wem er dies getan habe, habe Meisner ihm allerdings nicht gesagt. «Und er würde es auch nicht sagen», so Heckeley.

Man fragt sich zunächst, warum „Gloria-TV“ diese KNA-Meldung überhaupt veröffentlicht hat:

Welchen Informationswert hat wohl eine Nachricht, in der weder Roß noch Reiter genannt sind?  – Was heißt denn „mit dem Vatikan“ abgestimmt? –   Der „Vatikan“ ist bekanntlich groß und besteht aus hunderten von Personen! 

Jedenfalls war diese Art der Berichterstattung geeignet,  Zweifel an einer klaren Position Roms in puncto Abtreibung bzw. „Pille danach“ zu wecken.

Dies gilt erst recht angesichts der Gloria-TV-Überschrift, in der eine Äußerung des Kölner Bistumssprechers sogleich als Tatsache präsentiert wurde: „Fatale Meisner Erklärung zur Pille-danach mit Vatikan abgesprochen“

ZWEITE STATION:

Am gestrigen Dienstag (12.2.)  –   also einen Tag nach dem angekündigten Papst-Rücktritt  –  veröffentlichte das traditionalistisch orientierte Portal Gloria-TV eine eigenständige Meldung, wobei Papst Benedikt selber in den Titel gelangte:

„Meisner: Papst war über Erklärung zu „Pille danach“ informiert“

Der kurze Text   –  der erst recht geeignet sein konnte, im konservativen Spektrum Mißtrauen gegenüber Rom bzw. dem Papst zu schüren  –  lautet:

„Die zu schweren Missverständnissen führende Erklärung von Kardinal Meisner zur Pille danach war „mit der Glaubenskongregation und der Päpstlichen Akademie für das Leben abgestimmt“. Das sagte der Kardinal dem Kölner „Stadtanzeiger“. Der Kardinal hat auch mit dem Sekretär des Papstes, Erzbischof Gänswein, darüber gesprochen. Er habe gesagt: „Der Papst weiß Bescheid. Es ist alles in Ordnung.“

DRITTE STATION:

Noch am selben Tag sah sich Gloria-TV veranlaßt, die eigene Meldung zu korrigieren; diesmal hieß die Überschrift:

„Papst wusste doch nichts über Vorstoß zur Pille danach“

Hier folgt der Wortlaut dieser dritten Nachricht:

„Die Pressestelle des Erzbistums Köln hat heute ein Interview dementiert, das Kardinal Joachim Meisner erst gestern gegeben hat. (…)  Heute dementierte die Pressestelle das wörtliche Zitat, wie die Agentur ‚KNA‘ berichtet. Papst Benedikt XVI. sei doch nicht über die Erklärung informiert gewesen. Der Papst habe die Stellungnahme des Erzbischofs vor Veröffentlichung nicht gesehen und gebilligt, so das Erzbistum Köln am Dienstag. Es sei im ‚Kölner Stadt-Anzeiger‘ ein „missverständlicher Eindruck“ entstanden.“

RESULTAT:

Wenn die Kölner erzbischöfliche Pressestelle sich veranlaßt sieht, den eigenen Dienstherrn in einem entscheidenden Punkt zu dementieren, kann dies logischerweise  wohl nur dadurch verursacht sein, daß der Papst selber bzw. sein Sekretär, Erzbischof Georg Gänswein, eine Korrektur verlangt hat.

Zudem fragt man sich, wie Kardinal Meisner dazu kommt, eine derart unzutreffende Aussage auch noch ausgerechnet kurz nach der Rücktrittsankündigung des Papstes in die Welt zu setzen.

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster