Unsere Kinder gehören nicht dem Staat – Kinderrechte nicht gegen die Eltern ausspielen

Hedwig von Beverfoerde

Das Quorum ist erreicht: Innerhalb von nur vier Wochen knackt eine Petition gegen „Kinderrechte“ im Grundgesetz die entscheidende Marke von 50.000 Stimmen und macht somit den Weg frei für eine öffentliche Anhörung.

Unter den aktuellen Petitionen an den Deutschen Bundestag ist sie die erfolgreichste: Über 60.000 Menschen haben bereits gegen die Aufnahme von „Kinderrechten“ ins Grundgesetz votiert. Am 5. März endet die Mitzeichnungsfrist. Damit wurde das Quorum deutlich überschritten, das für eine öffentliche Anhörung im Petitionsausschuss nötig ist.

Initiiert wurde die Petition von Doris Schuster, einer dreifachen Mutter und gelernten Rechtsanwaltsfachangestellten aus Hessen, die durch die Petition das Erziehungsrecht der Eltern verteidigen möchte. Sie reichte die Petition am 15. Dezember 2019 ein und erhielt am 6. Februar 2020 die Bestätigung vom Petitionsausschuss.

Trotz der kurzen Frist kamen seither über 60.000 Unterschriften zusammen. Ein weiterer wichtiger Etappensieg.

Uneinigkeit in der Bundesregierung

Unsere seit anderthalb Jahren intensiv laufende Aufklärungskampagne über die Gefahren von „Kinderrechten“ im Grundgesetz zeigt inzwischen deutliche Wirkung!

Die GroKo ist uneins bei diesem Thema. Innenminister Horst Seehofer (CSU) befürwortet zwar nach wie vor eine Grundgesetzänderung, kritisiert jedoch den aktuellen Entwurf von Justizministerin Christine Lambrecht (SPD): 

„Ich möchte, dass die Kinderrechte im Grundgesetz verankert werden. Ich habe als Parteivorsitzender ja dafür gesorgt, dass sie im Koalitionsvertrag stehen. Aber das ist mir ein bisschen zu detailliert und zu weitgehend“, erklärte Seehofer gegenüber dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

Dort heißt es weiter, Seehofers Ministerium habe einen bisher unveröffentlichten Alternativ-Vorschlag ausgearbeitet.

Aber auch das Bundeskanzleramt sowie alle von der Union geführten Ministerien, mit Ausnahme des Bundesverteidigungsministeriums, sollen sich gegen Lambrechts Gesetzentwurf ausgesprochen haben. Am 8. März wird nun der Koalitionsausschuss die geplante Grundgesetzänderung diskutieren.

Allerdings, wie anhand zahlreicher Rechtsgutachten inzwischen klar geworden ist, kommt es nicht auf die Formulierung an. „Kinderrechte“ im Grundgesetz sind generell unnötig und gefährlich, da jegliche Grundgesetzänderung automatisch eine veränderte Rechtssprechung bewirken würde – zu Lasten der elterlichen Erziehungshoheit. 

Deshalb dürfen sich CDU und CSU jetzt nicht auf einen faulen Kompromiss einlassen, nur um ihren Koalitionspartner zufriedenzustellen. Das Projekt „Kinderrechte ins Grundgesetz“ sollte vielmehr endlich eingestampft werden!

 Die Petition an den Bundestag kann weiter unterstützt werden.

Quelle: https://demofueralle.blog/2020/03/03/kinderrechte-bundestagspetition-von-ueber-60-000-buergern-setzt-bundesregierung-unter-druck/#more-22330


Großelternschaft kommt wieder in Schwung: Hoffnung für die Kultur Europas

Von Christa Meves

Eine schon fast eingegangene, einst so fruchtbare Pflanze im Garten Eden ist nach reichlicher Wässerung zu neuem Leben erwacht und wächst nun im neuen Jahr neuem Leben entgegen. In symbolischer Darstellung ist damit von mir eine erstaunliche Neuheit gemeint: die Wiederbelebung der Wertschätzung einer schon fast verdursteten Randgruppe in den westlichen Gesellschaften: der Großelternschaft.

In der aufsprießenden Nachkriegsbevölkerung hierzulande war zunächst vor allem lange Zeit die Großmutter meist noch ein zwingend notwendiger Ersatz für die in großer Zahl gefallenen Väter gewesen.

Aber nachdem im zerstörten Deutschland die schlimmsten Notstände erst einmal überwunden waren, inszenierten die vaterlos aufgewachsenen jungen Söhne und Töchter eine wilde Revolte gegen das Bürgertum. Sie proklamierten, dass nun die bürgerliche Familie und überhaupt alles Tradierte zu verschwinden hätte, auch so etwas wie Großelternschaft  –  und das Ziel anzupeilen, in der Gesellschaft eine von ihnen allein diktierte Veränderung zu vollziehen.

Ich erinnere mich z. B., dass mir 1972 ein verzweifeltes Großelternpaar einen Brief ihres Sohnes vorlegte. Dieser teilte ihnen mit, dass sie zwar in einigen Tagen Großeltern werden würden. Sie möchten nun aber zur Kenntnis nehmen, dass er ein aktiver Akteur der Veränderung sei: So hieß es wörtlich: „Wir machen nun total Schluss mit jeglicher Tradition. Wir wollen deshalb nicht, dass unser Kind zu Euch als Großeltern in eine Beziehung tritt. Wir möchten Euch ersuchen, das zu akzeptieren.“

Abgeschaffte Großeltern – stattdessen also Selbstverwirklichung, statt familiärem Zusammenhalt antiautoritäre Szenerie. Wenn auch selten so drastisch, trat dieser Ungeist für die nächsten 40 Jahre voll auf die Mainstream-Bühne der Gesellschaft.

Aber nun, mächtig hervorgekehrt bereits 2019 durch ein Papstwort, trat die Großelternschaft wieder auf den Plan – wie durch ein Wunder. Die bisher geltende Ideologie lässt sich als Richtung in den Verhaltensweisen der Bevölkerung offenbar nicht mehr halten.

Das bekunden nun sogar mehrere Meinungsumfragen: In hohen Prozentsätzen gehört bei jungen Menschen, besonders bei denen zwischen 20 und 30, eine Familie – und damit gemeint ist ein zusammenhaltender Clan – hauptsächlich zu ihrer Lebensplanung!

Und das erweist sich keineswegs als eine Falschmeldung. Trotz oder gerade wegen all des Auseinanderdriftens in den vergangenen Jahrzehnten steht die Pflege familiärer Gemeinschaft neu in den dominanten Bemühungen der jungen Paare.

So berichtete mir jetzt die Großmutter eines jung verlobten Enkels, dass die in beiden Familien hochbetagten verwitweten Großmütter, obgleich sie ziemlich weit entfernt wohnten, häufig an den Wochenenden von dem verlobten Paar besucht würden, um auch den alten, verdienten Personen der Familien auf diese Weise aktiv Wertschätzung und Dankbarkeit zu beweisen. Und auch wenn sie erst eine Familie wären, würden sie das fortführen, um ihren Kindern auf diese Weise den hohen Wert einer lebendigen Beziehung zwischen Großeltern und Enkeln zu vermitteln.

Ein anderer, ein 15-Jähriger, erzählte mir, dass er seine Großeltern neu entdeckt hätte. Vor allem der Großvater sei ein hoch interessanter Mensch, mit dem sich viel anfangen ließe, der ihm so viele alte Geschichten erzähle!

Was für eine Wende, welche wichtigen Schritte zur Sanierung einer Gesellschaft, die per Verführung in eine falsche Richtung abgedriftet war.

Wie ist das ausgelöst worden? Nun, die Kinder heute erleben oft – in welcher Form auch immer – Eltern, die keine Zeit haben. Das Aufzuwärmende finden diese Jugendlichen im Gefrierschrank und auch in ihrer Seele erfahren sie ein unbewusstes Gefühl von seelischer Kälte: Hektisch, flüchtig, überfordert ist der elterliche Alltag.

In dieser Atmosphäre keimte deshalb bei den Kindern als Ersatz eine Naschsucht ohnegleichen auf. Aber Zucker ist auf die Dauer doch kein befriedigender Ersatz. Und so erleben z. Z. viele nachdenklich gewordene Jugendliche etwas, das innerlich zufriedener macht. Da ist eine Großmutter, die erst einmal einen schmackhaften Auflauf oder eine frische Suppe anbietet, die dann Ideen hat, etwas gemeinsam miteinander zu machen: mit den Mädchen zu backen, mit den Jungen zu basteln.

Und der Großvater kommt auf die Idee, mit ihnen draußen zu fußballern. Mit strahlenden Augen verkünden diese Kinder zum Abschied, dass sie auf jeden Fall wiederkommen wollen!

Großelternschaft kommt neu in Schwung!

Was dürfen wir daraus schließen und hoffen? Gehört so etwas wie ein gesunder Clan in Gottes Schöpfungsplan? Ist es deshalb förderlich, dass dadurch heute die Familienbildung in späteren Jahren stattfindet als früher, sodass es immer häufiger Großeltern gibt, die bereits in Rente gegangen sind und Zeit haben?

Für mich als Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeutin ist es geradezu befreiend, sich vorzustellen, dass hier gegen all die ideologischen Verführungen neu Kultivierung aufbricht.

Denn längst hat sich doch uns Fachleuten gezeigt, dass diese eine Voraussetzung in der liebevollen dualen Beziehung hat. Die Wahrheit ist: Die Menschheit ist eigentlich auf ein Lieben in nahen Gemeinschaften gestrickt, und dazu ist die Familie das Urmodell des Schöpfers. Aber das lässt sich nur neu begreifen, wenn wir bei unseren Entscheidungen hinauffragen zu sinnvollen, zu befriedigenden Tätigkeiten, die den Begabungen entsprechen.

Mit beglückender Zuwendung entdecken die Großeltern nun neu bei erfreulichen Enkel-Besuchen: Plötzlich kommen sie bei den Enkeln mit alten Brettspielen, mit Mühle und Mensch ärgere Dich nicht, in Gemeinsamkeit an.

Ein Enkel trägt nach großmütterlicher Anleitung mit schönsten Backwerken, mit neuen Schneidereien, ein anderer mit neuen Handwerksarbeiten oder auch mit kunstvollen Zeichnungen bei. Mit strahlendem Lächeln sagen sie: „Ich habe jetzt mit großer Freude entdeckt, was mir wirklich Spaß macht – im Haus meiner Großeltern! Das ist für mich ein toller Fund, dass ich jetzt Sinnvolles für meine Freizeit gefunden habe.“

Eine kaum für möglich gehaltene Hoffnung für die Kultur in Europa!


Kindeswohl ade? – Kita und Ganztagsschule zugunsten von Staat und Wirtschaft

Von Birgit Kelle

Jubelnachrichten erreichen uns heute auf allen Kanälen durch die Medien und auch als Pressemitteilung des Familienministeriums: Die Betreuung in der Ganztagsschule sei „Unterm Strich gar nicht teuer“ – so etwa sagt es die Süddeutsche Zeitung. Gebt uns also mehr davon?

Ein Wirtschaftsinstitut hat nämlich ausgerechnet, dass sich die staatlichen Kosten für die Ganztagsbetreuung von Grundschülern je nach Rechenmodell zu 30 oder gar zu 90 Prozent selbst finanzieren – weil die Eltern durch ihre gesteigerte Erwerbstätigkeit mit ihren Steuern das Geld dazu selbst erwirtschaften. Ist das nicht großartig? Die Eltern arbeiten, um mit ihren Steuern jene Betreuung zu bezahlen, die sie gar nicht bräuchten, wären sie nicht erwerbstätig, sondern selbst bei ihrem Kind.  

Wieviel Zynismus braucht man eigentlich, um das noch als Familienpolitik zu bezeichnen?

Andererseits ist es gut, wenn die Tatsache, dass Eltern durch die Zuverfügungstellung von Betreuungsplätzen keine Wohltat des Staates erfahren, sondern gezielt in ein Doppelerwerbs-Lebensmodell gedrängt werden sollen, endlich ehrlich auf dem Tisch liegt. „Die Ganztagsbetreuung soll Erwerbsquote und Wirtschaft fördern“ titelt der Tagesspiegel deswegen auch wahrheitsgemäß, denn genau das wird inzwischen offen kommuniziert. 

„Unter dem Strich verzeichnen Staat und Sozialversicherungen deutliche Mehreinnahmen“, so die Experten des Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), die im Auftrag des Ministeriums die Berechnungen angestellt hatten. 

BILD: Die Publizistin Birgit Kelle auf der Titelseite der Wochenzeitung JUNGE FREIHEIT

Die Ministerin erklärte dann auch noch einmal, wie wichtig der „Rechtsanspruch“ auf einen Ganztagsplatz in der Grundschule sei. Ihr ginge es natürlich „vor allem um die Chancengerechtigkeit für alle Kinder und eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf“.

Und schließlich würden alle davon profitieren: Kinder, Eltern und auch die Arbeitgeber. Zitat: „Was bisher aber kaum diskutiert wird: Die Ganztagsbetreuung hat auch einen volkswirtschaftlichen Nutzen – und der liegt unserem Gutachten zufolge bei bis zu 2 Milliarden Euro pro Jahr. Das ist also ein weiteres, gutes Argument, um intensiv am Ausbau der Ganztagsbetreuung zu arbeiten.“
 
Man kommt aus dem Jubeln gar nicht mehr heraus. Gut, wenn wir unseren Kindern demnächst erklären können, die Tatsache, dass sie bis 16 Uhr oder länger täglich auf dem Schulgelände verbringen müssen, sei von allgemeinem Nutzen für die Gesellschaft, sie sollen sich mal nicht so anstellen. Auch Kinder sollten schließlich schon früh lernen, etwas für ihr Land zu tun. 
Und auch den erschöpften Müttern und Väter können wir das zurufen, wenn sie gehetzt kommen, um ihre Kinder abzuholen: Ihr tut das für die Volkswirtschaft. Bravo!
 
Wem soll Familienpolitik nutzen? Schon im Jahr 2013 hatte die damalige Familienministerin von der Leyen zusammen mit dem Wirtschaftsministerium (!) bei der Prognos AG eine Gesamtevaluation der familienpolitischen Leistungen in Auftrag gegeben, um die Nützlichkeit einzelner Leistungen zu untersuchen.

Den Nutzen einer Sache kann man nur defnieren, wenn man das Ziel kennt. Wenig überraschend kam man schon damals zu dem Ergebnis, dass nur jene Leistungen als sinnvoll und nützlich eingestuft wurden, die die Erwerbstätigkeit der Mütter erhöhten, und alle Leistungen, die das unterminieren, wurden als unnütz eingestuft. Also Kita-Ausbau ja, Betreuungsgeld nein.

Familie wurde schon damals nicht mehr als Wert an sich, sondern nur als Teil einer staatlichen Wertschöpfungskette betrachtet. Sie sollte nützlich sein – nicht den Menschen, nicht den Kindern, sondern dem Staat, dem Steueraufkommen. Unter diesem Aspekt ist nur konsequent, was Ministerin Giffey hier fortführt, es hat Tradition im Familienministerium. 
 
Bitter ist, dass sich niemand mehr Gedanken macht, was jemals langfristig aus einer Kinder-Generation werden soll, die sich von klein auf in die Bedürfnisse des Arbeitsmarktes einfügen muss.

Unsere Autorin Birgit Kelle ist Vorsitzende von „Frau 2000plus“ 
Kontakt: birgit.kelle@frau2000plus.net
Web: www.frau2000plus.net

Von den Konflikten unterm Christbaum und einer (Er-)Lösung unter dem Kreuz

Von Christa Meves

Weihnachten ist vorüber und jeder Nachdenkliche unter uns schaut dankbar zurück: Die Kirchen waren wieder voll. Hoffnung brandet neu darüber auf, dass sich so viele Hände trotz aller Wohlstandsgefährdungen voll Andacht gefaltet hatten.

Großer Anlass zur Dankbarkeit besteht doch auch darin, dass wir hierzulande immer noch weiter ein Fest in politischem Frieden erleben durften.

Doch der Alltag im neuen Jahr zwingt dazu, zumindest im privaten Bereich, spätestens am 2. Januar zur Kenntnis zu nehmen, dass sich unsere Probleme nicht einfach aufgelöst haben, sondern nach wie vor – ja, meist mehr als in den früheren Jahren – im Raum stehen:

Die unruhigen Kinder z. B. werden eher mehr als weniger zappelig, obgleich viele von ihnen mit einem reichlichen Potenzial an Geschenken bestückt wurden, ohne jetzt ruhiger, zufriedener damit beschäftigt zu sein.

Ein 14-Jähriger z. B. antwortete auf die Frage seiner Großmutter, ob er denn schon ihr Buchgeschenk gelesen habe: „Wie soll das gehen, ich habe allein dreimal Harry Potter Nr. 4 und 5 bekommen, dazu drei Kinderbibeln und eine für Jugendliche. Das alles zu lesen, schaff ich sowieso nicht, da fang ich doch gar nicht erst an!“

Kürzlich berichtete mir eine andere Großmutter, dass sie ihren Enkel vorher nach seinen Wünschen gefragt habe, und der 5-Jährige erbat sich einen neuen Stoffdackel. Wie enttäuscht war sie aber, als sie damit konfrontiert wurde, dass eine der weiteren Großmütter dem Kind einen lebendigen Dackel präsentierte. Wütend habe sie gefragt, warum er denn bei allen den gleichen Wunsch geäußert habe. „Na, bei einer meiner vier (4!) Großmütter wird es denn doch wohl klappen – ist doch toll“, habe er mit dem Dackel auf dem Arm geantwortet.

Wodurch entstehen diese absurden neuen Schwierigkeiten?

In manchen Fällen jedenfalls handelt es sich um die Konkretion unserer Bevölkerungspyramide: Alte Menschen in sich steigernder Lebenserwartung gibt es reichlich, junge Familien hingegen werden immer seltener. Wechseln Eltern während der Erziehungszeit ihrer Kinder – und in der Mehrzahl sind das Einzelkinder – mehrere Male den Partner, so entsteht eine Umkehrung der Normalität:

Einst hatten viele Kinder der damals üblichen Großfamilien allenfalls zwei Großelternpaare – oft sogar nur eine einzige verwitwete Großmutter – , heute hat das Einzelkind einer Scheidungsfamilie eher – durch die neu hinzukommenden neuen Partner – eine Vielzahl von Großelternpaaren. Durch weihnachtliche Pflichtbesuche bei mehreren Großeltern (vorrangig in der Hoffnung auf Geschenke) bleibt die Zeit, sich besinnlich in ein Buch, in eine Bastelei oder in ein neues Spiel zu vertiefen, auf der Strecke.

Zunehmend häufiger wird das Kind auch nur mit einem Geldschein abgespeist. Flüchtigkeit und diffuse Unruhe werden so weiter verstärkt; denn diese – so wissen wir Kinderpsychologen heute – werden durch den unbewussten seelischen Hunger und die Suche des Kindes nach Bergung, Anregung, nach liebevollem Kontakt, ja, nach einem festen Platz hervorgerufen.

Manchmal gibt es seit der „Öffnung unserer Ehen zur Vielfalt“ Bemühungen, die verschiedenen neuen und alten Verbindungen unter einen Hut zu bekommen und die Ex-Partner mit „Rücksicht auf die Kinder“ an den Weihnachtstagen alle gemeinsam einzuladen – in der Hoffnung, eine friedfertige Patchwork-Familie aus dem Boden zu stampfen.

Aber wie oft erweist sich das als Überschätzung menschlicher Souveränität! Oft branden die alten Konflikte während der direkten Konfrontation in verschärfter Form wieder auf.

Eine großmütterliche Gastgeberin ist zum Beispiel über eine neue Schwiegertochter verärgert. Dieser will das Hauptgericht nicht munden, und sie bringt das mit lauter Kritik über die „alten, fetten Essgewohnheiten“ zum Ausdruck. Der darüber erregten Gastgeberin fällt darauf die Nachspeise beim Auftragen aus den Händen. Die Schüssel zerschellt am Boden.

Niemand schafft es, die Großmutter, die es mit diesem Arrangement so ganz besonders gut gemeint hatte, zu trösten – erst recht nicht, als die Schwiegertochter nun zwecks Rechtfertigung ihrer Unverschämtheit einen Großangriff gegen die Gastgeberin wegen derer „übersteigerten Eingriffe in die Belange der jungen Familie“, speziell bei der Kindererziehung, startet. Ein Urproblem um die Macht im Kral eskaliert zur Lachnummer – aber niemandem der Anwesenden ist zum Lachen zumute!

Oft werden auch finanzielle Unvereinbarkeiten der Geschiedenen oder alte massive seelische Störungen beim einen oder anderen von ihnen neu aktiviert.

Nicht selten branden beim Fest sogar Konflikte zwischen der Tochter und ihrer leiblichen Mutter auf. Immer hocken die Kinder um die Großmutter herum! Aber das bringt es nun eben beim Feiern an den Tag, dass sich die Kinder dominant an die Großmutter gebunden haben, weil diese die hauptsächlich Betreuende der Enkel ist, während die junge Frau bald schon nach der Geburt des ersten Kindes ihre außerhäusliche Erwerbstätigkeit wieder aufgenommen hatte.

Beim gemeinsamen Weihnachtenfeiern war ihr das nun schmerzhaft sichtbar geworden und wurde von ihr sogleich mit stichelnden Bemerkungen beantwortet. „Im nächsten Jahr werde ich Deine Mutter nicht wieder einladen“, so eskaliert nach dem Fest die Enttäuschung der jungen Mutter mit einer Forderung an ihren Mann – und erzeugt so bei dem getreuen Sohn einen gefährlichen Ehekonflikt.

Aber unter dem Tannenbaum können auch Schwägerinnen eine ursprunghafte Feindseligkeit gegeneinander aktivieren, indem die eine die andere in modischen Neuheiten zu übertrumpfen sucht. Aber das ist auch hier nicht die Quelle der Aversion. Vielmehr hat die Tochter der Familie bereits die eingeheiratete Frau ihres Bruders als Eingriff einer fremden Person in das väterliche Gehege erlebt, weil sie – unverheiratet – dieses als ihr und der Ursprungsfamilie Eigenes, das ihr allein Zustehende versteht!

Ebenso selten können Jungmänner es aushalten, wenn sie das Gefühl haben, dass ihre Frau ihren eigenen Vater oder ihre eigene Mutter mehr liebt als ihn. Gar nicht aushalten können es junge Ehefrauen, wenn sie den Eindruck haben, dass ihr Mann seine Mutter mehr zu lieben scheint als sie!

All diese Zerwürfnisse lassen sich im Alltag des Neuen Jahres durch Festhaken an den Kränkungen und Zerwürfnissen in einer gefährlichen Weise fortsetzen und potenzieren. Die vielen seelischen Schmerzen, die dadurch entstehen, lassen sich freilich auch nicht einfach durch Verdrängen überwinden; denn sie neigen wie jede Überbetonung von allem Naturhaften zur Wucherung.

Selbst wenn sich ergibt, dass es vorrangig ein einziger Streithammel ist, der das Feuer anfacht, ist nicht Parteinahme, sondern eher kluge Gelassenheit und telefonische Zurückhaltung gefragt. Die zerstörerischen Tendenzen des Durcheinanderwerfens durch Distanzierung auszuhungern, ist die bessere Methode, rät uns Jesus Christus in der Begegnung mit den Angehörigen in seiner Heimatstadt (siehe Lukas 4/30).

Wie kann das bei uns gehen? Zunächst durch ein Erkennen der Infantilität, hinter der Macht- bzw. Besitzansprüche, aber vor allem das Bedürfnis nach Anerkennung und Wertgehaltensein stecken.

Aus dieser Einsicht lässt sich eine liebevolle, humorvolle Souveränität vorantreiben, indem sich alle Betroffenen ihre eigenen Gefahr, in solche kindischen Ansprüche zurückzufallen, bewusst machen.

Letztlich indem wir uns bemühen, uns selbst beim Auftauchen solcher Probleme nach dem Fest die Heilsbotschaft von Weihnachten auch im Alltag des neuen Jahres zum Maßstab des eigenen Verhaltens machen zu wollen und dann vorab daran zu arbeiten; denn das heißt schlicht:

Schaue bei solchen Konflikten als Erstes hinauf; denn nur durch diese Blickrichtung kannst du in aller dann bewusst werdenden Dankbarkeit gegenüber dem HERRN selbst so liebessatt werden, dass du das vorrangige Geliebtwerden-wollen von deinen Angehörigen nicht mehr als unbewusste Ursache sich rechtfertigender Reaktionen brauchst; denn dann wächst dir die Kraft zu, deine Nächsten zu lieben, selbst sogar dann, wenn sie sich feindlich gebärden.

Die trübe Quelle, auf der Suche nach Gegenliebe mit familienzerrüttenden Rachefeldzügen antworten zu wollen, zerfällt dann. Geduldiges Reifen auf die Bereitschaft zur Versöhnlichkeit hin kann dann eher zu wachsen beginnen. Schauen wir doch hin:

Sogar auf dem Feld der Familie hat sich der HERR nicht allein als Wunderheiler, sondern auch als Ratgeber und ganz direkt als der uns Vorausgehende erwiesen.

Christa Meves ist Bestseller-Autorin und Psychotherapeutin für Kinder und Jugendliche; sie leitet den Verein „Verantwortung für die Familie“, bei dem sich online weitere Infos und Artikel finden: http://www.vfa-ev.de/newsl.htm


Elternrecht, „Kinderrechte“ und Grundgesetz

Stellungnahme des Verbands Familienarbeit:

Unser Verband hat sich mehrfach kritisch zur besonderen Erwähnung von „Kinderrechten“ im Grundgesetz (GG) geäußert, weil wir befürchten, dass das primäre Erziehungsrecht der Eltern ausgehebelt und damit dem Kindeswohl eher geschadet würde.  (Z.B. hier: http://familienarbeit-heute.de/?p=5527)

Jetzt liegt ein konkreter Formulierungsvorschlag des Bundes-Justizministeriums vor:

 „Jedes Kind hat das Recht auf Achtung, Schutz und Förderung seiner Grundrechte einschließlich seines Rechts auf Entwicklung zu einer eigenverantwortlichen Persönlichkeit in der sozialen Gemeinschaft. Das Wohl des Kindes ist bei allem staatlichen Handeln, das es unmittelbar in seinen Rechten betrifft, angemessen zu berücksichtigen. Jedes Kind hat bei staatlichen Entscheidungen, die seine Rechte unmittelbar betreffen, einen Anspruch auf rechtliches Gehör.“

Der Vorstand des Verbands Familienarbeit e.V. sieht seine Befürchtungen bestätigt und erklärt dazu Folgendes:

Zunächst erscheint dieser Text harmlos, weil er nur Selbstverständliches anführt. Schon Art. 1 GG garantiert die Grundrechte für alle Menschen, also auch für die Kinder. Alarmierend ist es jedoch, wenn die umfangreiche Beschreibung von Kindergrundrechten im Gesetzesvorschlag ohne Bezugnahme auf die Eltern auskommt.

So erscheinen der „besondere Schutz der Familie“ nach GG 1, Abs. 1 und „das natürliche Recht der Eltern“ nach Abs. 2 GG nur als Randerscheinung. Fände dieser Absatz Eingang ins GG, würde es der Rechtsprechung noch einfacher gemacht, über eine Bevormundung der Eltern zum Nachteil des Kindeswohls hinwegzusehen, als das ohnehin schon der Fall ist.

Nach Überzeugung der meisten mit der Kindheitsentwicklung befassten Fachleute widerspricht z.B. schon heute die einseitige Förderung der Krippenbetreuung bei Ausschluss der selbst betreuenden Eltern von einer entsprechenden Gegenleistung und die gezielte Diskriminierung von Eltern mehrerer Kinder beim Elterngeldgesetz eindeutig dem Kindeswohl.

Solche Rücksichtslosigkeiten gegenüber Eltern und Kindern würden beim vorgeschlagenen Wortlaut noch weiter erleichtert.

Dann könnte die staatliche Bürokratie noch hemmungsloser als heute bestimmen, was sie unter dem „Wohl des Kindes“ versteht. „Kinderrechte“ unter Ausschluss der Eltern setzen Kinder der staatlichen Willkür aus.

Demgegenüber sind Schutz der Familie und des Elternrechts in der Regel auch der zuverlässigere Schutz der Kinderrechte.

Sachgerechter kann das Kindeswohl so geschützt werden, wie es z.B. die mit Kinderpsychologie befasste Hans-Joachim-Maaz-Stiftung in der aktuellen Halle’schen Erklärung fordert: https://hans-joachim-maaz-stiftung.de/hallesche-erklaerung/

 


Warum Erziehung heute schwieriger ist

Von Christa Meves

Wie lässt sich heute gegen all das viele Fragwürdige in unserem Umfeld ringsum noch standhalten und wie weiter erfolgreich erziehen?

Denn schließlich enthält unser Zeitgeist so viel Bedenkliches im Hinblick auf unsere Kinder, dass es doch schwerer möglich ist als früher, das Richtige vom Schädlichen zu unterscheiden.

Wenn Sie das für Panikmache halten, brauchen Sie sich bei Youtube lediglich z. B. einen Vortrag des Neurowissenschaftlers Manfred Spitzer herunterzuholen, um aus den umfänglichen wissenschaftlichen Studien – vor allem aus den USA – hieb- und stichfest zu erfahren, dass allein bereits das Smartphone und alles Digitale darüber hinaus keineswegs zufriedenstellend bildungsfähig machen, sondern vor allem die Lernfähigkeit des noch unreifen Kindergehirns lebenslänglich mindern.

Aber es reicht auch schon, ratlos zu werden, wenn man heute Gelegenheit bekommt, Einblick in Grundschulklassen oder in das Leben junger, moderner Familien mit ihren Kita- und Grundschulkindern zu nehmen.

Täglich schreiben mich verzweifelte Jung-Mütter an, die hilflos dem so häufigen Protestgeschrei ihrer Trotzkinder gegenüberstehen. Vergeblich kämpfen manche Eltern gegen die hartnäckige Lernunlust und die Unruhe ihrer kleinen Grundschulsöhne an.

Verzweifelt sucht ein ganzer Clan nach einem (der meist bereits ausgebuchten) Therapeuten, weil eine Erstklässlerin von einem – allen unerklärlichen – seelischen Schmerz erfasst ist. Zwar sind hierzulande – der Not entsprechend – Hilfsstationen aus dem Boden geschossen. Aber die sind meist auch schon ausgebucht oder unbezahlbar.

Wie erschreckend: Hier kommt jetzt offenbar eine Kindergeneration ins Blickfeld, der in einer epidemischen Zahl die Möglichkeit fehlt, unbeschwert angepasst heranzuwachsen.

Was geht hier vor sich, was ist geschehen?

Eine Zunahme der Verhaltensstörungen ließ sich bereits seit den 60er Jahren erkennen und ihre Zunahme voraussagen. Von dieser Zeit ab wurde den Belangen der Kinder in unserer Gesellschaft immer weniger jene zentrale Beachtung eingeräumt, die diesen Ressourcen für erfolgreiche Zukunft zugestanden werden muss.

Kurzfristig gewinnträchtige wirtschaftliche Akzente und damit auch die Erwerbstätigkeit der Frau bekamen von nun an Vorrang. Die Familie als Wert wurde häufig in den gesellschaftlichen Plänen gar nicht mehr gesehen und die gärtner-ähnliche Aufgabe, Kinder in ihren Wachstumsphasen aufmerksam zu begleiten, verschwand seufzerlos unter all den Möglichkeiten, sich das Leben lustvoll und sexy zu gestalten.

Deswegen ist das Aufziehen der Kinder heute schleichend zu einer übergriffigen Angelegenheit des Staates geworden:

Die Krippe – spätestens ab dem ersten Lebensjahr – ist zu einer Art ungeschriebenem Gesetz für junge Familien geworden. Aber das ist ein verheerender Fehler!

Sogar seriöse Wissenschaft sagt heute völlig abgesichert aus: Ganz besonders gerade um diese Zeit brauchen die Kleinen Mutters Gegenwart bei ihren ersten Schritten in die Welt. Trennung von ihr zu dieser Zeit stanzt sich sonst in ihren Kopf ein und taucht später in Krisen als ein übermächtiges Gefühl von Verlassensein immer wieder auf!

Auch den Kindergarten ab drei als eine eiserne Pflicht aufzufassen, ist nicht kindgerecht, wenn das Nachdenken über die Bekömmlichkeit für das einzelne Kind ausgelassen wird. Und in der Grundschule gehört oft reichlich drastischer Sexualkundeunterricht meist schon zum Programm. Neuerdings wird sogar Ganztagsschulbeaufsichtigung geplant!

Mitten im Zeitalter entfesselter Freiheit geschieht dieser Kindergeneration der Verlust eines behüteten Freiraums! Dadurch wird das Leben mit schwierigen, unglücklichen, im Grunde bereits gestörten Kindern immer häufiger zu einer katastrophalen Qual in den Familien.

Es ist also bereits sehr spät; denn seriöse Hirnforschung weiß nun, dass – im sich in den ersten drei Lebensjahren entfaltenden Gehirn – wenn seine gesunden Wachstumsbedingungen nicht erfüllt worden sind, ein unruhiger Habitus und das Suchen nach Ausgewogenheit den Menschen unbewusst lebenslänglich begleiten und sein Leben vielfältig erschweren kann.

Dabei ließe sich diese dramatische Situation rasch ändern: Gäbe man den Müttern für ein längeres Daheimbleiben ein Gehalt und für ihr Alter eine Rente, würden viele junge Mütter mit Erleichterung länger daheim bleiben, weiß ich aus der Praxis; denn es ist vor allem die Nähe zu Mama, die die Kleinen zur Entwicklung einer stabilen Ausgeglichenheit und seelischen Gesundheit brauchen.

Aber für ein solches Programm gibt es in den meisten Staaten des Westens kaum Anzeichen.

Dennoch brauchen wir nicht zu verzagen; denn es existieren in unserem Land immerhin noch Familien, die der Schöpfungsordnung treu bleiben – mit Einschränkungen zwar, doch nicht selten unterstützt von wachen, verantwortungsbewussten Großeltern und Paten.

Hierzu gibt es folgende Berichte:

“Bei uns ist alles ziemlich in Ordnung. Munter, fröhlich und aufgeschlossen sind unsere Kinder. Wir haben eine recht normale Schule für sie gefunden. Dort kommen sie gut zurecht und machen anstandslos ihre Schularbeiten. Bei uns herrscht ein solides Familienklima mit klaren Linien für unsere Kinder. Und sogar eine tägliche gemeinsame Abendbrotmahlzeit gehört dazu.“

Solche Eltern legen großen Wert darauf, dass ihre Kinder selbstständig werden. Sie haben die berechtigte Hoffnung, dass diese später ihre Ausbildungen anpacken und eine eigene Lebensgrundlage zustande bringen.

Aber diesen Eltern ist das eben Gesagte noch nicht genug. Sie hoffen darüber hinaus, dass ihre Sprösslinge in ihrem familiären Umfeld einen dauerhaften Rückhalt entwickeln.

Dabei zeigt sich: Das Vorbild der Eltern, ihre direkte Zuwendung und ein unbekümmert natürlicher (am besten gläubiger) Verhaltensstil hat sich als das erfolgreichste Modell herausgestellt. Denn dadurch entsteht unterschwellig ein Band, das dennoch freilässt und dadurch später auch realistische Bindung an neu hinzukommende Menschen ermöglicht.

Unter dem Strich bedeutet das: Bei einem kontinuierlichen Erziehungsstil dieser Art können wir dann auch hoffen, dass die Kinder als Erwachsene genug Festigkeit besitzen, den eigenen Stürmen des Lebens zu widerstehen, indem sie die Fähigkeit erworben haben, auch gegen Widerstände kontinuierlich standfest zu bleiben und in einem eigenen Umfeld Kraft zum Lieben, zum Durchhalten – auch zum Mitsorgen und Helfen angesichts der Schwächeren in der Familie, den ganz Kleinen und den Uralten, – zu entfalten.

Es hat sich aber auch neu herausgestellt, dass solche familiären Erfolge am ehesten zu erreichen sind, wenn Familien auf dem Boden eines starken christlichen Wertsystems, ja, mit einer eigenen emotionalen Festigkeit im christlichen Glauben stehen. Denn aus einer solchen Haltung erwächst ein bewussteres Verantwortungsgefühl und darüber hinaus eine selbstverständliche, freiwillige Opferbereitschaft für die anderen.

Besonders Familien, in denen auch der Vater – nicht die Mutter und Großmutter allein – diesen Stil bewusst lebt, haben eher eine Chance, dass ihre Kinder sich besonders von ihm beschützt fühlen und deshalb leichter eine gute Verhaltenskultur entwickeln. Einem gewissenstreuen Vater, der seinen Glauben an Gott und die Zehn Gebote ernst nimmt und sich bei wichtigen Entscheidungen danach ausrichtet, gelingt es oft besser, mit den Jugendlichen durch die Pubertät zu kommen.

Seit vor 50 Jahren mit der sogenannten Studentenrevolte eine mächtige Lebensveränderung, eine Ausweitung unserer Spielräume, ja, eine Entfesselung der Sexualität stattgefunden hat, war diese neue Nachdenklichkeit dringend nötig geworden.

Von nun an gelang es jungen Eltern nicht mehr selbstverständlich, die Vorbilder einer gut funktionierenden Eltern-Familie einfach zu wiederholen und mit ihrem Nachwuchs nachzuahmen. Die Voraussetzungen für eine stabile Kindererziehung mussten neu bewusst aufgenommen werden, um damit den vielen Übertretungen und Auswüchsen standhalten zu können.

Spätestens heute müssen wir uns klarmachen:

Unversehens wurden in den Gesellschaften des Westens die gesunden Möglichkeiten eines vernünftigen Lebens überschritten.

Es lassen sich jetzt nicht einfach weiter Augen und Ohren davor zumachen, dass Rechtsbrüche und chronische Krankheiten in der Bevölkerung in dem Maß zunahmen und weiter zunehmen, in dem Menschen in unbekömmlichen Trends mitlaufen, sodass gesundes Maßhalten verloren geht und mancher von ihnen dadurch sogar auf schiefe Bahnen rutscht.

Heute sind sogar schon manche Schulpläne ideologisch durchseucht, sodass z. B. die Gender-Ideologie gelegentlich schon als eine neue Glücksmöglichkeit gelehrt wird!

Resümee: Eltern sollten wissen, dass unsere Gesellschaft zur Zeit einer Ideologie erlegen ist, die, wenn sie fortdauert, vielen Kindern schweren seelischen Schaden zuzufügen vermag.

Ich habe deshalb in meinen Büchern und noch mehr Vorträgen und Aufsätzen unermüdlich davor gewarnt, sich durch Befolgen dieses Zeitgeistes Unglück über Unglück einzuhandeln  – und gebe auch heute noch (unentgeltlich) Rat jedem, der aus diesem Feld bei mir anklopft.

Aber wir können uns auch heute noch retten, z. B. indem wir mit der ganzen Tiefe des Herzens wieder in den Familien das kommende Weihnachtsfest feiern. Da steht doch die echte Krippe unseres Gottes im Zentrum und singt die Wahrheit in jedes Herz, indem wir mit Freude hinaufflehen: „Welt, gehst du auch verloren, doch uns ist Christus geboren – mit dem leuchtenden Stern einer klaren Ausrichtung über Bethlehems Stall!“

 


Unionsfraktion: Verhältnis zwischen Kindern, Eltern und Staat nicht verschieben

Die Bundesjustizministerin hat angekündigt, am heutigen Dienstag vorzustellen, wie sie Kinderrechte im Grundgesetz sichtbar machen will. Hierzu erklärt die rechtspolitische Sprecherin der CSU/CSU-Bundestagsfraktion, Elisabeth Winkelmeier-Becker:

„Grundrechte stehen schon heute Kindern genauso zu wie Erwachsenen. Das Grundgesetz behandelt sie nicht als Objekt, sondern als Träger eigener Grundrechte.

Das umfasst die Würde und das Lebensrecht von Anfang an ebenso wie das Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit in all seinen Ausprägungen. So sieht es auch das Bundesverfassungsgericht in seiner ständigen Rechtsprechung.

Es besteht bei Kinderrechten keine verfassungsrechtliche Schutzlücke.

Artikel 6 Abs. 2 GG weist das Recht zur Erziehung der Kinder zuallererst den Eltern zu. Der Staat hat die Rolle des Wächters, der immer dann – und nur dann – einschreitet, wenn die Eltern ihrer Verantwortung nicht gerecht werden.

Wenn wir, wie im Koalitionsvertrag vereinbart, Kindergrundrechte im Grundgesetz nun ausdrücklich und für jedermann verständlich nachzeichnen wollen, dann soll das zu einem Gewinn für die Kinder und ihre Anliegen werden, aber keine Einmischung des Staates in Familien provozieren, wo sie nicht durch das Wächteramt geboten ist.

Das austarierte System zwischen Kindern, Eltern und staatlichem Wächteramt darf nicht verschoben werden. Dies kann nur mit einer Ergänzung im Rahmen von Artikel 6 Abs. 2 GG geschehen.“