Statistik bestätigt Benachteiligung der Familie

Verband beklagt „Ausplünderung der Familien“

Der Verband Familienarbeit e.V. weist seit Jahrzehnten darauf hin, dass unser Sozialsystem zu einer fortschreitenden Verarmung von Familien in einer reicher werden Gesellschaft geführt hat und weiterhin führt.

Die Mitteilung des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg vom 23.4.2019 bestätigt das: https://www.statistik-bw.de/Presse/Pressemitteilungen/2019090

Das durchschnittliche Geldvermögen von Paaren mit Kindern beträgt nur 73 % des Geldvermögens kinderloser Paare. Das Geldvermögen alleinerziehender Eltern beträgt sogar nur 38 % im Vergleich zu alleinstehenden Personen.

Der stellv. Vorsitzende des Verband Familienarbeit, Dr. Johannes Resch erklärt dazu: 

„Das geringere Geldvermögen von Eltern ist vor allem eine Folge unseres Sozialrechts, da die Investitionskosten in Kinder per Gesetz überwiegend von den Eltern zu tragen sind, während sich Nicht-Eltern nur in geringem Umfang daran beteiligen. Wer keine Kinder hat, spart dadurch viel Geld für die Vermögensbildung, obwohl er später von den heutigen Kindern meist höhere  Renten erhält als deren Eltern selbst, da der Rentenanspruch anstatt an die Erziehung von Kindern sachwidrig fast ausschließlich an Erwerbstätigkeit gebunden wurde.

In den Zahlen des Statistischen Landesamtes kommt die Benachteiligung von Familien allerdings nur unvollkommen zum Ausdruck, weil davon auszugehen ist, dass Eltern sich überwiegend sparsamer verhalten (müssen) als kinderlose Erwerbstätige, was den Unterschied im Geldvermögen mindert. Außerdem wächst das Defizit mit jedem weiteren Kind.“

Dr. Resch betont, dass vor allem unsere gesetzliche Rentenversicherung eine Verarmung der Familien geradezu erzwinge, weil die Kosten und der „Gewinn“ der Investition in Kinder zum Nachteil der Eltern verteilt sind, wobei dieser Nachteil mit jedem Kind wachse.

Eine Vergesellschaftung der Alterskosten wie in unserem Rentenrecht könne nur funktionieren und sei auch nur dann gerecht, wenn auch die Investitionskosten in vergleichbarem Umfang vergesellschaftet würden.

Deshalb fordere der Verband Familienarbeit ein Erziehungsgehalt, das zunächst vor allem bei den U3-Kindern zu zahlen sei, ohne dass dabei den Eltern vorgegeben werden dürfe, ob sie ihre Kinder selbst betreuen oder das Geld zur Finanzierung einer Fremdbetreuung ihrer Wahl verwenden wollen.

Die Zahlen gelten zwar nur für Baden-Württemberg, sind aber aufgrund der Gesetzeslage auch bundesweit zu erwarten.

Dr. Resch abschließend: „Eine Gesellschaft, die die Familie im Grundgesetz ‚unter den besonderen Schutz der staatlichen Ordnung‘ stellt, in Wirklichkeit aber deren Ausplünderung betreibt, muss sich fragen lassen, ob hier noch von Rechtsstaatlichkeit die Rede sein kann.“

 


Neuer FOCUS kritisiert einseitige Förderung der staatlichen Kinderbetreuung

Wann kommt endlich das Erziehungsgehalt für Eltern?

Die jüngste Ausgabe des FOCUS setzt sich mit der Frage auseinander:Wie viel sind uns die Familien wert?“

Anlaß hierfür ist der aktuelle Streik von 300.000 kommunalen Kita-Angestellten bzw. Erzieherinnen. Dieser zeige doch, so das Wochenmagazin, daß „das System der Kinderbetreuung vor dem Kollaps“ stehe. Daher sei jetzt „neues Denken gefordert“.

Die streikenden Kita-Mitarbeiterinnen fordern ein Gehalt ähnlich dem der Grundschul-Lehrer. FOCUS schreibt dazu, die „hohen Forderungen der Gewerkschaften“ würden nun „zu einem Umdenken“ zwingen hinsichtlich des „staatlich hoch subventionierten Systems der Kinderbetreuung“.

Außerdem seien die „oft klammen Kommunen damit schon jetzt belastet sind“. Kein Wunder angesichts der Tatsache, daß die Bundesregierung unter der CDU-Feministin Ursula von der Leyen den „Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz durchsetzte“ und die Städte und Gemeinden mit der Finanzierung allein ließ. Wir haben darüber im „Christlichen Forum“ bereits vor Jahren kritisch berichtet.

Völlig zu Recht stellt der FOCUS-Artikel die längst überfällige Frage: „Sollte die Politik Eltern mit einem Erziehungsgehalt oder Betreuungsgbudget von 1000 Euro oder mehr im Monat Wahlfreiheit ermöglichen? (…) Familien wären dann nicht zum Doppelverdienermodell und der frühen Fremdbetreuung gezwungen – oft ist das zwar finanziell erforderlich, aber nicht immer im Sinne des Kindeswohls.“

Quelle für die FOCUS-Zitate: http://www.focus.de/politik/focus-titel-wie-viel-sind-uns-die-familien-uns-wert_id_4670983.html