Der Verband Familienarbeit begeht Jubiläum: 40 Jahre Einsatz für Eltern und Kinder

Am 9. Februar 1979 wurde die „Deutsche Hausfrauen-Gewerkschaft (DHG)“ gegründet, 2001 umbenannt in „Verband der Familienfrauen und -männer“ (vffm) und 2011 in „Verband Familienarbeit“. Anliegen und Ziel war vor allem, die Enteignung der Eltern durch die Rentenreform 1957 und deren Folgen sichtbar zu machen und durch finanzielle Anerkennung der Erziehungsarbeit zu beheben.

Seit der Rentenreform 1957 werden  die Eltern der wirtschaftlichen Rendite ihrer Investitionen in die Kinder beraubt, da die Renten fast ausschließlich an Erwerbsarbeit gekoppelt sind. Die Wertschöpfung der Erziehungsarbeit wird völlig ignoriert und eine angemessene Entschädigung für die Erziehenden verweigert. Das musste zu einer fortschreitenden Verarmung von Eltern und Kindern in einer sonst reicher werdenden Gesellschaft führen.

In der Folge änderten sich alle familienbezogenen Wertvorstellungen. Auch das Rentensystem selbst, das auf leistungsfähige Familien angewiesen ist, wird immer brüchiger. So kommt zur Familienarmut die Altersarmut hinzu.

Die Politik versucht dieser Entwicklung zu begegnen, indem sie die Eltern immer mehr dazu drängt, die Erziehung und Betreuung ihrer Kinder staatlich finanzierten Einrichtungen zu überlassen, um möglichst durchgängig und in Vollzeit erwerbstätig sein zu können.

Das politisch gewollte Ziel ist die Ganztagsbetreuung ab dem zweiten Lebensjahr. Diese Bevormundung der Eltern schränkt ihre Wahlfreiheit immer mehr ein, über die Erziehung ihrer Kinder selbst zu entscheiden. Die Eltern werden zeitlich und kräftemäßig überfordert, was sich letztlich zum Nachteil der Kinder auswirkt. Immer mehr Eltern – besonders Mütter – werden krank und immer mehr Kinder leiden unter den Folgen mangelnder Bindung an ihre primären Bezugspersonen.  

Obwohl das alles in klarem Gegensatz zu Art. 6 unseres Grundgesetzes steht, der die Familie unter den Schutz der staatlichen Ordnung stellt und den Eltern die Erstverantwortung für die Kindererziehung zuordnet, folgt die gegenwärtige Familienpolitik diesem Irrweg, der schon in der DDR und im übrigen Ostblock gescheitert ist. Er belastet die Gesundheit von Eltern und Kindern und verhindert die Gleichberechtigung der Geschlechter, die nur durch Gleichberechtigung der elterlichen Erziehungsarbeit erreichbar ist. 

Leider wird dem Verband Familienarbeit immer wieder unterstellt, er wende sich grundsätzlich gegen die Fremdbetreuung von Kindern. Im Gegenteil fordert er jedoch eine echte Wahlfreiheit für Eltern statt der einseitigen Krippenförderung mit ca. 1000 €/Monat und Kind.

Gleichzeitig wird selbst betreuenden Eltern nicht einmal 150 € Betreuungsgeld gegönnt. Eltern müssen das Geld für die Betreuung ihrer Kinder, das ihnen aufgrund der Vergesellschaftung der Altersversorgung für die Erziehungsarbeit zusteht, selbst in die Hand bekommen, um dann frei über dessen Verwendung zu entscheiden.

Während Krippenbetreuung von der Regierung als „frühkindliche Bildung“ verkauft wird, warnen Psychologen und Ärzte vor den Risiken.


TOP: Familien in Bayern gut aufgestellt

Bayern bietet jungen Familien optimale Lebensbedingungen. Mit nur ca. 7 Prozent sind im Freistaat deutschlandweit am wenigsten Kinder unter 15 Jahren auf Sozialgeld angewiesen. Die Quote ist um mehr als die Hälfte niedriger als im Bundesdurchschnitt mit 15,48 Prozent. Vermutlich von Odilia bekommen

Bayerns Familienministerin Emilia Müller erkärt: „Bayern ist Familienland. Wir tun alles, damit Eltern mit ihren Kindern im Freistaat das bestmögliche Leben führen können.“

Schwerpunkte legt der Freistaat auf die finanzielle Entlastung der Familien durch Familien- und Sozialleistungen; er ist das einzige Bundesland, das junge Familien mit gleich zwei Landesleistungen unterstützt, dem Bayerischen Landeserziehungsgeld und dem Bayerischen Betreuungsgeld.

„Seit 22. Juni 2016 ist das Bayerische Betreuungsgeldgesetz in Kraft. Seitdem gibt es im Freistaat wieder die Wahlfreiheit für Eltern, ob sie ihre ein- und zweijährigen Kinder selbst betreuen oder in eine Kita geben wollen. Die hohe Nachfrage unterstreicht, dass Eltern in Bayern dieses Angebot zu schätzen wissen,“ erläutert Müller.

Zudem investiert die Landesregierung vermehrt in die Bildung von Kindern. „Bildung ist der Weg aus der Armutsfalle. Wir beginnen damit bereits im Elternhaus, denn nach wie vor ist die Familie der Bildungsort Nummer eins“, so die Ministerin.

Quelle: http://www.csu.de/aktuell/meldungen/september-2016/optimale-lebensbedingungen-fuer-familien/


Aufschlußreich, wofür der Finanzminister Geld ausgeben will – und wofür nicht

Pressemeldung des Verbands Familienarbeit:

Finanzminister Wolfgang Schäuble gab bei einem Treffen der Süd-West-Landesgruppe der CDU sinngemäß zu verstehen, dass er Widerstand gegen die Einführung des Ehegatten-Splittings für Eingetragene Partnerschaften Gleichgeschlechtlicher für vergeblich halte („Schwarzwälder Bote“ vom 27.2.2013).

Die Diskussion, welche Linie zwischen „konservativ“ und „modern“ die Partei einschlagen solle, ob eher Taktik oder Inhalt angebracht sei, bekommt dadurch einen neuen Impuls.

Dazu nimmt die Vorsitzende des Verbands Familienarbeit eV., Gertrud Martin, Stellung:

„Mit den Stimmen von SPD, Grünen und FDP wurde zum 1.1.2005 das Gesetz zur Eingetragenen Partnerschaft eingeführt. Der Begriff Ehe beschreibt nun nicht mehr allein die Verbindung eines Mannes mit einer Frau  –  potenziell in der Absicht, Kinder zu zeugen. Die logische Folge dieses Sichtwechsels ist die Einführung des Ehegattensplittings auch für die Homo-Ehe. Der Damm ist also längst gebrochen.“    ????????

Martin bemerkt, es sei irritierend, dass ausgerechnet die politischen Kräfte, die das Ehegattensplitting zur Disposition stellen wollten, vehement für dessen Einführung für gleichgeschlechtliche Partnerschaften kämpften:

„Medienwirksam treiben sie die Konservativen vor sich her. Eine zusätzliche Belastung des Staatshaushalts spielt da offensichtlich keine Rolle.“

Die Verbandsvorsitzende erklärt weiter:

„Der Verband Familienarbeit eV., der die Interessen der in der Familie Erziehenden vertritt, erinnert an die Bestrebungen in der CDU/CSU, auch für Mütter, die vor dem 1.1.1992 geboren haben, drei Erziehungsjahre pro Kind anzuerkennen.

Der reflexartige Bescheid des Finanzministers, dafür sei kein Geld da, ist für uns ein Schlag ins Gesicht. Er wiederholt und bekräftigt die Urteile des Bundesverfassungsgerichts zu Klagen, die von der Einführung des Stichtags betroffene Mütter vor 10 Jahren führten. Mit der Begründung, Stichtagsregelungen müssten akzeptiert werden, wurde diesen Müttern das Grundrecht der Gleichheit vor dem Gesetz verweigert. Für uns ist das ein Fall von Altersdiskriminierung!“

Wenngleich kein direkter Zusammenhang mit dem Splitting für gleichgeschlechtliche Paare besteht, stellt sich für den Verband doch die Frage:

„Wessen Rechte haben den Vortritt, wenn es um die Finanzierbarkeit geht? Hat die Beendigung der gefühlten Diskriminierung einer Minderheit Vorrang vor der Abschaffung des die alten Mütter diskriminierenden Stichtags? Bekommen immer diejenigen Recht, die am lautesten schreien?“

Verband Familienarbeit e. V.
Vorsitzende:
Gertrud Martin, Tel.: 07721/56124, E-Mail: bundesvorstand@dhg-vffm.de
Stellv. Vorsitzende:
Dr. Johannes Resch, Tel.: 06349/963855, E-Mail: Johannes.Resch@t-online.de
Birgit Kelle, E-Mail: bkelle@dhg-vffm.de 
 

Die aktuelle Idee einer „Großelternzeit“ und ihre Widersprüche

Von Birgit Kelle (Vorsitzende von „Frau 2000plus“)

Birgit Kelle

Die Familienministerin hat wieder eine neue Idee: Großelternzeit. Man weiß nicht, soll es einfach ein Ablenkungsmanöver sein zum Betreuungsgeld, das in seiner Entscheidung zeitlich etwas hängt, um es vorsichtig auszudrücken?

Oder meint man es ernst im Familienministerium  –  dann stellt sich jedoch die Frage: Wozu brauchen wir ein Gesetz für etwas, das tausende von Großeltern sowieso tun: Die Generation ihrer Kinder bei der Erziehung und Betreuung der Enkelkinder zu unterstützen.

In der Rhetorik der Frauenpolitik ist der Vorschlag eine komplette Rolle rückwärts, denn was hat man nicht alles getan, um uns Frauen und vor allem Mütter davor zu warnen, dass wir bitte nicht zuviel Zeit für die Kindererziehung verschwenden sollen, es schadet uns anschließend in der Rente und führt auf direktem Weg in die Altersarmut.

Was also für junge Frauen als Lebensweg angeblich grundfalsch ist, soll jetzt für ältere Frauen wieder gut sein?

Hier ein Ausschnitt aus meiner Kolumne zum Thema Großelternzeit:

Rolle rückwärts

„Konsequenterweise sollen die Großeltern natürlich nichts für ihre Leistung bekommen  –  außer vielleicht einem Kinderlachen und einem feuchten Händedruck. Sie wären in der Zeit weder kranken- noch arbeitslosenversichert. Ein bisschen müssen sie schließlich schon selbst dafür tun, dass sie großzügigerweise ihre Enkelkinder bespaßen dürfen.

Ob sie rentenversichert sind in der Zeit, hängt noch in den Sternen bzw. am Tauziehen im Kabinett, wahrscheinlich ist es nicht. Sie haben also ihre eigenen Kinder großgezogen und damit Rentenzahler geschaffen, sie sollen die Generation ihrer Enkel großziehen und damit die Renten ihrer Kinder sichern, selbst aber dafür nicht einmal Rentenpunkte erhalten und werden am Schluss mit nichts belohnt.

Man muss schon wahnsinnig oder einfach herzensgut sein, wenn man sich auf so einen Deal einlässt.“

Den ganzen Beitrag mit der Möglichkeit zu Leserkommentaren finden Sie hier:

http://www.theeuropean.de/birgit-kelle/5303-grosselternzeit