Neuer Aufbruch zum Mond: 1. Servicemodul für das Orion-Raumschiff ist fertig

Deutschland finanziert 40% des ISS-Programms der EU

Bis heute waren zwölf Menschen auf dem Mond – allesamt NASA-Astronauten, die sich im Rahmen des Apollo-Programms der amerikanischen Raumfahrtbehörde zwischen 1969 und 1972 auf diese beispiellose Reise gemacht haben. 

Am 21. Juli 2019 jährt sich die erste Mondlandung zum 50. Mal, seit dem 14. Dezember 1972 hat kein Erdenbürger mehr den Erdtrabanten betreten. Das könnte sich in absehbarer Zeit ändern:

BILD: Künstlerische Darstellung des Orion-Raumschiffs der NASA mit Crew-Modul (vorne) und dem Europäischen Service-Modul ESM (hinten). Foto: NASA

Die NASA möchte mit ihrem Orion-Programm ein Raumschiff entwickeln und bauen, das für unterschiedlichste Zwecke im Erd-, Mond- oder auch Marsorbit eingesetzt werden kann.

Erster unbemannter Testflug startet 2020

Das sog. MPCV (Multi-Purpose-Crew-Vehicle) soll erstmals 2020 vom Kennedy Space Center in Florida mit dem Space Launch System SLS, der neuen Schwerlastrakete der NASA, zu einem unbemannten Flug starten, den Mond mehrfach umrunden und anschließend wieder zur Erde zurückkehren.

Ein zentraler Teil aller Orion-Raumschiffe ist das Europäische Servicemodul ESM, das im Auftrag der NASA von der Europäischen Weltraumagentur ESA zu wesentlichen Teilen in Deutschland gebaut wird. Ohne das ESM kann das neue Crew-Raumschiff Orion nicht fliegen.

„Wir haben schon auf der ESA-Ministerratskonferenz 2012 in Neapel das Programm federführend unterstützt, Deutschland finanziert rund 40 % des europäischen ISS-Programms und trägt mit etwa 37 %den höchsten Anteil an den Kosten des ESM-Programms der ESA“, sagt Dr. Walther Pelzer, DLR-Vorstand für das Raumfahrtmanagement.

„Dass die NASA uns Europäern bei so einem zentralen Zukunftsprojekt ein so kritisches Element übergibt, ist ein enormer Vertrauensbeweis. Ich freue mich besonders, dass wir in Deutschland mit dem ESM auch auf die Expertise der fünf ATV-Transporter aufbauen und uns hier weiterentwickeln können.“

Die ATV-Raumfrachter hatten die Internationale Raumstation ISS von 2008 bis 2015 regelmäßig mit Nachschub versorgt. Am 2. November 2018 wird das erste Servicemodul vom Airbus-Standort in Bremen, wo es in den vergangenen vier Jahren systemführend gefertigt wurde, offiziell an die NASA übergeben.

Am 5. November soll das „ESM-1“ zum Kennedy Space Center (KSC) der NASA nach Florida geflogen werden, wo es am 16. November vorgestellt wird.

Quelle und Fortsetzung der Meldung hier: https://www.dlr.de/dlr/presse/desktopdefault.aspx/tabid-10172/213_read-30546/year-all/#/gallery/32542


Deutscher ESA-Astronaut Alexander Gerst beim Columbus-Kontrollzentrum

Der deutsche ESA-Astronaut Alexander Gerst ist seit November 2014 wieder zurück auf der Erde  –  nach 166 Tagen Einsatz auf der Internationalen Raumstation ISS.

Im Rahmen seiner Mission „Blue Dot“ absolvierte der 38-Jährige einen Außenbord-Einsatz und führte rund 40 Experimente in der Schwerelosigkeit durch. Tatkräftige Unterstützung erhielt er dabei vom Columbus-Kontrollzentrum im DLR.  ESA%2dAstronaut Alexander Gerst im Columbus%2dModul

Alexander Gerst besuchte am 21. April 2015 das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und sein Columbus-Team in Oberpfaffenhofen.

BILD: Astronaut Alexander Gerst arbeitete während seines Aufenthalts an Bord der ISS an vielen verschiedenen Experimenten. Einige davon führte er im europäischen Forschungsmodul Columbus durch.

„Ich freue mich sehr, hier in Oberpfaffenhofen beim DLR zu sein – das Columbus-Kontrollzentrum war mein Kontakt in die Heimat während meiner Zeit auf der ISS. Für die großartige Leistung und Unterstützung möchte mich beim ganzen Team bedanken. Es war eine unglaubliche Zeit“, so Alexander Gerst.

„Alex“ ist mit dem Bodenteam nicht erst seit seinem Aufenthalt im Weltall eng vertraut: Die Vorbereitungen zur Blue Dot-Mission begannen im GSOC bereits im Herbst 2012. Das erste Treffen zwischen dem Geophysiker aus Künzelsau und den „Columbianern“ folgte im April 2013, um die Zusammenarbeit im Detail zu besprechen.

Gerst ließ es sich während seines Rundgangs daher nicht nehmen, auch das diensthabende Team im Columbus-Kontrollraum zu besuchen und sich mit den Kollegen an den Konsolen kurz auszutauschen. Das GSOC bildet mit seinem Columbus-Kontrollzentrum die Nahtstelle zwischen den Columbus-Experimentanlagen, den Fachingenieuren und den Wissenschaftlern in den europäischen Nutzerkontrollzentren.

Der Starnberger See

Die Mission von Alexander Gerst unterstützte das Columbus-Team mit weit mehr als 30.000 Arbeitsstunden. Die Arbeitsplätze, die sogenannten Konsolen, sind rund um die Uhr besetzt und die Experten stehen in ständigem Kontakt zu den anderen Kontrollzentren sowie zu den Astronauten an Bord:

FOTO: Der Starnberger See: Am 7. Juli 2014 nahm der deutsche ESA-Astronaut dieses Bild auf. Der See liegt 25 km südwestlich von München und ist der fünftgrößte See Deutschlands.

Jeden Morgen gehen die Bodenstationen gemeinsam mit der ISS-Mannschaft die anstehenden Aufgaben in der Planungskonferenz durch. In einer zweiten Konferenz am Abend folgt die Nachbesprechung.

Eine zentrale Funktion erfüllt das Columbus-Team außerdem mit der Koordinierung der verschiedenen Aufgaben vor und während einer Mission. So wurde in Oberpfaffenhofen auch das Highlight der Mission von Alexander Gerst vorbereitet – der Außenbord-Einsatz (EVA, Extravehicular Activity) bei dem er und sein amerikanischer Kollege Reid Wiseman eine defekte Kühlpumpe austauschten sowie ein neues Stromaggregat für den Roboterarm der ISS installierten.

Die NASA entwickelte den Ablauf jedes einzelnen Arbeitsschrittes, die sogenannte „Prozedur“, für den fast siebenstündigen Weltraumeinsatz und wurde bei der Planung der Aktivität vom DLR-Team unterstützt.

In Erinnerung an die Zusammenarbeit vor und während seines sechsmonatigen Aufenthalts im All überreichten das DLR und das GSOC dem „Rückkehrer“ zum Abschied noch mehrere Geschenke: darunter eine kleine gefräste Astronautenfigur sowie ein Album mit Fotos und Videos zu Alexander Gerst und seiner Mission „Blue Dot“.

Den vollständigen Text mit Bild und Animation finden Sie hier: http://www.dlr.de/dlr/presse/desktopdefault.aspx/tabid-10172/213_read-13393/year-all/#/gallery/19221

Fotos: ESA, NASA