Biblischer Dienst oder geistlicher Missbrauch?

Wenn „Heilung“ zum Unheil und „Befreiung“ zur Manipulation führt

Die private pfingstbewegte Initiative „Liebe Gottes Dienst“ aus Zwickau wird vom Ehepaar Martin und Dana Leistner geführt.

Schon auf ihrer gleichnamigen Startseite erfahren wir typisch  schwarmgeistige Schwerpunkte ihrer Tätigkeit, nämlich das Gebet um eine „Geisttaufe“, die Austreibung von Dämonen und die Krankenheilung.

Eine Telefonnummer oder Anschrift sucht man auf dieser und den anderen Blogs des Ehepaars vergeblich (deren „Impressum“ schweigt sich darüber aus): http://www.liebegottes.de/

Jene Menschen, die hier und in anderen charismatischen Gruppen nach „Heilung und Befreiung“ suchen, kommen oft aus der Esoterik und dem Okkultismus/Spiritismus.

Sie ersehnen einem Ausweg aus ihren inneren Nöten und werden dann von derartigen Initiativen in weitere Probleme hineingeführt – nur sind diese Schwierigkeiten anders geartet als die vorherigen (aber oft noch schlimmer!).

Recht häufig sind die Vorsteher solcher Hauskreise und Gruppen selber in der Esoterik gewesen und haben danach eine angebliche „Geisttaufe“ erlebt, die sie als Bekehrung zum christlichen Glauben (miß)verstehen.

So schreibt auch das Ehepaar Leistner auf ihrer Startseite:

„Wir sind selbst durch einen jahrelangen Befreiungsprozess gegangen und wissen, was geistlicher Kampf ist und welche Durchbrüche man dabei erleben kann. Wir durften durch die Gnade des Herrn schon viele Zeichen und Wunder in der Kraft des Heiligen Geistes erleben.

Preis dem Herrn für die vielen Siege, die er uns gegeben hat! Wir predigen also nicht in Theorie, sondern aus persönlicher Erfahrung. Aufgrund der Ereignisse, die wir durchgehen mussten, können wir nun anderen Menschen helfen.“

Es wird freilich nicht  „nur“ um besondere charismatische Geistesgaben gebetet; sondern auch um den „Zehnten“ gebeten. Die Anhänger sollen also vom Einkommen den zehnten Teil spenden. Dazu heißt es:

Errettung, Heilung und Befreiung, der Dienst für Jesus, ist umsonst. Das kann kein Mensch bezahlen. Der Herr gibt es umsonst, wir sollen es umsonst weiter geben. Aber den Dienst auszuführen, das kostet uns etwas: Seine eigenen Wünsche hinten anstellen, Zeit und Aufwendungen. Wenn es Dir möglich ist, dann unterstütze unseren Dienst doch auch durch Opfer und Zehnten. Jeder Arbeiter ist seines Lohnes wert. Mit Deinen Gaben hilfst Du uns, dass wir weiter machen können, dass wir weiter anderen Menschen in ausweglos erscheinenden Situationen als des HERRN Werkzeuge helfen können.“

Auf einem weiterem Blog namens „Lebensentscheidung“ wird im Impressum folgendes mitgeteilt: „Es hat jahrelange Arbeit gebraucht, diese Webseiten zu erstellen und das Betreiben dieser Homepage und unser Dienst kostet Geld. Das Evangelium ist gratis, aber die Ausführung kostet uns Finanzen.“ (Quelle: http://www.lebensentscheidung.de/impressum.html)

Auf ihrer Internetseite veröffentlicht das Ehepaar Leistner zudem Jubelberichte über geheilte Personen – z.B. hier: http://www.liebegottes.de/erlebnisberichte/Liebe_Gottes_Dienst_Sommerbericht_2019.pdf

Demnach wird Menschen mit Selbstmordgedanken der „Suizid-Dämon“ ausgetrieben.

In der bekannt extrem-charismatischer Art bzw. Unart wird hinter jeder Ecke der Teufel erspäht und die Betroffenen angeblich vom ihm „befreit“ (nachdem man sie zuvor als „besessen“ zugetextet hat).

Auch sonst geht es aufregend zu bei den „seelsorglichen“ Diensten dieser Initiative – wir zitieren erneut:

„Eine Frau kam zu uns mit dem Anliegen, Hilfe zu erfahren, befreit und geheilt zu werden.Während dem Seminar saß sie versteift auf ihrem Stuhl. Sie hatte Mühe, von Gott zu empfangen, was ER für sie hatte. So zog sich der Heilige Geist zurück.

Plötzlich spürte ich stark die Kraft Gottes in meinem Körper und dann betete ich für sie mit dieser Salbung und legte ihr die Hände auf.

Plötzlich begann sie, zusammenzubrechen und die Mauern fielen ab und sie begann, zu weinen. Sie kauerte nun auf ihrem Stuhl. Die Frau, die vorher so stolz auf ihrem Stuhl saß und Mühe hatte, zu entspannen. Denn daskonnte sie ohne die Kraft Gottes nicht. Sie mußte vorher alles kontrollieren. Ihre Haltung war sehr angespannt und kontrolliert.

Aber nun: ZERBRACH die Kraft Gottes die dämonischen MAUERN und FESTUNGEN in ihr. Sie kauerte nieder und schluchzte. Die Teilnehmer schauten auf sie. Dann betete ich für ihre Knie, denn sie hatte Schmerzen und war krank. Daraufhin begannen, ihre Knie zu schlottern und zu zittern, vom Heiligen Geist berührt.

Nun wachten wirklich alle in der Versammlung auf, denn was hier passierte, war „OFFENBAR“. Es war die KRAFT GOTTES, die Leute berührte, wachrüttelte, heilte und befreite.“

Zu diesem befremdlichen Vorgang erübrigt sich jeder weitere Kommentar.

Freilich ist dieses schwarmgeistig-panische Vorgehen auch noch steigerungsfähig, denn das Ehepaar Leistner empfiehlt euphorisch den selbsternannten Exorzisten James Michael Stanton, der sich als „Apostel“ bezeichnet und derzeit auf den Philippinen aktiv ist.

Dabei werden selbst Kinder mit diesem „Befreiungsdienst“ behelligt (siehe Bilder), wie eine geistesverwandte Homepage aufzeigt: http://www.gemeindeamschlossberg.de/238843003

Auch dieser Herr Prophet ging – wie oft in diesen Kreisen  – einst selber „durch einen sehr langen Befreiungsprozess“: http://www.lebensentscheidung.de/heilungbefreiung/james_michael_stanton_remnant_warrior_christian_ministries.html

Außerdem heißt es begeistert, James Stanton lehre, wie man „Freisetzung von Gebundenheiten“ erfahren könne. Das habe aber „sehr viel Widerstand vom Feind hervorgerufen“.

Gewiß doch, denn nun folgt die übliche fanatische Dämonisierung kritischer Stimmen:

„Sein Dienst wurde wegen der sehr grossen Salbung, die ihm Gott gegeben hat, und der kompromisslosen Lehre von Satan sehr angegriffen, wobei leider auch einige Christen und Gemeinden sich vom Feind gegen ihn benutzen lassen haben. Bitte lassen Sie sich nicht beeinflussen und lesen Sie auch solche verleumdenden Berichte nicht! Diese Menschen will der Feind benutzen, um Ihnen Ihre Segnungen zu stehlen, die Gott für Sie hat.“

In seinem Heilungsveranstaltungen geht es richtig rund, denn dabei wirkt eine „enorme Salbung Gottes, die das satanische Joch bei vielen Anwesenden zerbricht“:

„Zahlreiche Menschen wurden schon in seinem wertvollen Dienst geheilt und von dämonischen Ketten befreit. Viele Zeichen und Wunder und grosse Machttaten geschahen….Das konnten wir in den Versammlungen mit James mächtig erleben.“

Neben Heilung und Befreiung, Zeichen und Wundern gibt es ein fünftes charismatisches Zauberwort, nämlich „Durchbruch“.

Gemeint ist damit eine Art „Geisttaufe“ in verschiedenen Formen, sei es durch ekstatisches Zungengebet, „Ruhen im Geist“ (Rückwärtskippen in Trance), Visionen oder sonstige außergewöhnliche Manifestationen des vermeintlichen „Heiligen Geistes“.

Wie ich von Betroffenen immer wieder erfahre (auch in dieser Woche von mehreren Aussteigern), führen solche Praktiken nicht selten zu schwerwiegenden psychischen und spirituellen Problemen, mit denen die Opfer dann allein gelassen werden  – oder noch schlimmer: immer weiter in diesen irrgeistigen Teufelskreis hineinschlittern.

Derartige Vorbgänge sind kein wirklicher „biblischer Dienst“, sondern geistlicher Missbrauch zu Lasten der Gläubigen, denn sie bewirken keine echte Heilung und Befreiung, sondern häufig neue Gebundenheiten, Panikstimmung und weitere theologische Abwegigkeiten.

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt

 


Wenn Isis und „Maria“ sich vermischen und „Gottvatermutter“ verherrlicht wird…

Von Felizitas Küble

Die Esoterik gründet auf dem Versuch, sich aus eigener Kraft nach „oben“ zu erheben, also etwa mittels bestimmter Techniken wie Yoga-Versenkung oder Reiki-„Energiearbeit“, mit Channeling (Kontakt mit „Engeln“ und Geisterwelten) oder sonstigen Praktiken der Selbsterlösung und des Spiritismus. 

Normalerweise erkennt ein Christ recht schnell, daß es sich um Esoterik oder Okkultismus handelt – und läßt die Finger davon.

Allerdings kommt es immer wieder vor, daß sich diese übersinnliche Richtung mit einem frommen Mäntelchen schmückt oder esoterische, heidnische und christliche Elemente miteinander vermengt.

Da wird es dann für manche Anfänger im Glauben schwieriger, noch eine klare Übersicht zu bewahren.

Ein Beispiel dafür ist der Blog „Pura Maryam“, der auf seiner Startseite ein Kreuz mit Herz abbildet und sich in einigen Texten positiv auf Jesus bezieht.

Die Betreiberin ist eine ältere Dame aus Berlin, die sich „Pura Maryam“ nennt, also auf den hebräischen Namen Mariens beruft (Miriam, Maryam). In typisch esoterischer Weise nennt sie sich zudem auch „Sophyah“ (=Weisheit).

Durchaus kennzeichnend für diese Szene ist die  Vermischung von paganen (heidnischen) und feministischen Elementen  – in diesem Fall durch die Nennung der ägyptischen Fruchtbarkeitsgöttin „Isis“ im pyramidenförmigen Titel (die Dreiecks-Form ist ebenfalls typisch für die Gnosis). Gott wird zudem „Gottvatermutter“ genannt – siehe hier: http://www.puramaryam.de/indexdt.html

Sodann ist viel von Licht und bedingungsloser Liebe und sonstigen rosa Wolken die Rede, wobei endlose Wiederholungen an der Tagesordnung sind.

Die wahre Mutter Christi, deren Name hier vereinnahmt wird, hat mit diesem halbheidnischen Zauberzirkus nichts zu tun.

Maria hat sich selbst als „die Magd des HERRN“ verstanden und den Höchsten gelobt, weil er „Großen an ihr getan“ hat, denn der göttliche Erlöser hat in ihrem Mutterleib Fleisch angenommen durch den Heiligen Geist.

Die Erwählte des Ewigen  – vom Engel Gabriel als „Gnadenvolle“ begrüßt  – ist keine Göttin oder Halbgöttin, sondern ein Geschöpf Gottes und die „Gesegnete unter den Frauen“, wie ihre Verwandte Elisabeth sie bezeichnete. Weil der himmlische Vater so gnadenvoll an ihr gehandelt hat, durfte sie in ihrem Magnificat (Lobgesang) ankündigen: „Siehe, von nun an werden mich seligpreisen alle Geschlechter.“

Wer die heilige Jungfrau seligpreist, der bleibt aber nicht bei ihr stehen, sondern lenkt seinen Blick auf GOTT selbst, der Maria alle ihre Gnaden und Vorzüge um Christi willen geschenkt hat.

 

 

 


Mutter Meera und ihr esoterischer Segen, den ihre Anhänger auf Knien empfangen

Von Felizitas Küble

Wenn Mutter Meera – eine indisch-deutsche „Erleuchtete“ – die Menschen mit ihrem Lichtsegen beglückt bzw. wohl eher hypnotisiert, dann gibt sie ihnen einen „Darshan“, also gleichsam Anteil an ihrer „göttlichen“ Inkarnation (Avatara) bzw. als „Lichtbringerin“.

Aber erst der Reihe nach: Die „Avatara“ wurde 1960 in Indien mit dem Namen Kamala Reddy geboren. Ein Onkel meinte, in ihr jene „göttliche Mutter“ erkannt zu haben, die ihm durch Visionserlebnisse gezeigt wurde. Er brachte sie in den Ashram, zu dem er selber gehörte. 

Immer mehr Anhänger wollten ihren „Darshan“ erhalten; sie wurde auch im Ausland eingeladen, gab mehrfach Audienzen in Kanada. Seit 1982 lebt sie im Westerwald und heiratete einen Deutschen.

Auf Schloß Schaumburg finden in einem Nebengebäude ihre abendlichen Segensveranstaltungen statt, zu dem nicht nur in Deutschland lebende Hindus oder Esoteriker, sondern auch Christen einströmen, oft mehrere hundert Besucher.

Ihre Darshan-Abende sind völlig stumm, sie spricht kein einziges Wort. Stattdessen schaut sie den Teilnehmern, die erst die Schuhe ausziehen und dann auf Knien zu ihr nach vorne rutschen, tief in die Augen und berührt sie an den Schläfen – was stark an Hypnose erinnert. Diese wird dadurch begünstigt, daß die Verehrer/innen ständig einen „göttlichen“ Namen wie ein Mantra wiederholen sollen.

Daß man sich der Erleuchteten auf Knien nähern soll, scheint ihren Fanclub nicht zu stören, im Gegenteil.

Auf der esoterischen Seite „Dimensionssprung“ lesen wir eine begeisterte Schilderung des Darshan-Segens der „göttlichen Mutter“:  https://www.dimensionssprung.de/verzeichnis-4-48,Mein_Besuch_bei_Mutter_Meera.html

Darin heißt es u.a.:

„Als sie ihren Platz auf dem Podest, auf dem mittleren Stuhl eingenommen hatte, begannen die Diener eine Reihe nach der anderen auf dem Gang aufzustellen, niederknien zu lassen…Und der Darshan begann, Reihe um Reihe, Mensch um Mensch wurde aufgestellt, kniete nieder, bewegte sich kniend auf das Podest zu, empfing den Segen und nahm in Stille wieder seinen Platz ein…

Als ich den Podest erreichte, schlug mir das Herz bis zum Hals. Ich kniete vor Mutter Meera, beugte meinen Kopf, so dass sie ihn leicht mit ihren Händen berühren konnte. Sie legte ihre Finger oberhalb der Ohren seitlich links und rechts und hielt dies einige Sekunden. Lichtvolle Energie durchfloß mich, am ersten Abend bis etwa auf Höhe der Brustwirbelsäule, am zweiten Abend bis hinunter zum Steißbein.

Wie geschrieben, hob ich meinen Kopf, als sie ihre Hände von mir nahm und sah sie an. Ihr in die Augen. Ihr Lieben, ich habe niemals in meinem bewußten Leben solche Augen gesehen. Es ist als wenn Du in die Ewigkeit schaust, unendliche Liebe, kein Ego darin zu erkennen. Es ist schlicht wunderschön, dieser Blick bleibt Dir im Geiste verankert, Du siehst diese Augen immer wieder.“

Manchen Teilnehmern kann es freilich auch anders ergehen. Eine Betroffene berichtete mir, daß sie Bedenken bekam, als sie an dieser Veranstaltung teilnahm. Sie bat Gott um innere Hilfe, bevor sie auf dem Teppich nach vorne rutschte.

Der Blick der 59-Jährigen, den sie erlebte, sei alles andere als freundlich gewesen. Sie wurde danach von Ordnern quasi eingekreist und nach draußen „geleitet“.

 


Alt-neue Magie: Warum der Esoterik-Boom im Allgäu keine Überraschung ist

Von Felizitas Küble

Am 16. Mai 2019  – also gestern Abend  – hat der Bayerische Rundfunk (BR) eine Fernsehsendung über das zunehmende Esoterik-Angebot im Allgäu ausgestrahlt. „Schamanen, Kartenleger und Heiler“ seien so gefragt wie nie, heißt es dort. 

In der südlichen Region des Freistaats scheint dies eine Überraschung zu sein. Dazu erklärt die Film-Vorschau: „Der Allgäuer gilt als bodenständiger, heimatverwurzelter und kirchentreuer Mensch mit eigenem Zungenschlag.“

Trotzdem könne man in dieser Region bei näherem Hinschauen eine „Entwicklung“ entdecken, schreibt der BR: 

„Im Allgäu tummeln sich immer mehr Yogis, Schamanen und selbsterklärte Heiler, die gestresste Großstädter zu Drachen-und Druidenkursen, Wünschelrutengängen oder Seelenwanderungen einladen. Inzwischen gilt die Region als Spirituellen-Hochburg, und selbst die Tourismusbranche hat das Potential erkannt. Viele Allgäuer reiben sich verwundert die Augen und fragen sich: Warum gerade hier? Und: Wie passt das zum Selbstverständnis der Allgäuer?“

In der Sendung werden einige Beispiele vorgeführt – von Kartenlegern, Achtsamkeitstraining, buddhistischen Kursen und ähnlichem ist die Rede. 

Ein handfester Bauer – katholisch und nüchtern – erklärt sich den Boom mit wirtschaftlichen Interessen von Geschäftemachern. Aber dies durchleuchtet den Vorgang nur teilweise. Das Problem ist nämlich, daß dieses Angebot auf rege Nachfrage stößt, also bei vielen Allgäuern „ankommt“. Andernfalls würde der Esoterik-Kommerz ins Gras beißen.

Eine gewisse Berechtigung liegt in dem Hinweis, die oft ziemlich abgelegen wohnenden Dörfler und Bergbauern hätten schon anno dunnemal  – mangelns Ärzten in der Nähe – nach anderen „Lösungen“ gesucht und den nächsten „Heiler“ aufgesucht.

Ein befragter Gemeindepfarrer vermutet einen Zusammenhang mit der sinkenden Kirchenbindung. Auch dies ist richtig, bleibt aber eher an der Oberfläche.

Ausgerechnet von esoterischer Seite wird das scheinbare Rätsel am Schluß der Sendung gelöst, das für mich sogleich als maßgebliche Erklärung auf der Hand lag:

Der Boom ist gar nicht so neu, er hat nur das moderne Gewand des „Spirituellen“ angezogen. Was heute Esoterik heißt, war früher der Gesundbeter, Warzenentferner (mit astrologischem Hintergrund, Mondkonstellation etc) oder die „Brandlöscherin“ (mittels magischer Sprüche bzw. vermeintlicher „Gebete“) – kurz: der ländliche Aberglaube, wie er leibt und lebt.

Genau das ist der Grund und Urgrund, auf dem die Esoterik gedeihen kann – auch im ach so frommen Allgäu.

Das Problem ist uralt, die Versuchung immer wieder neu, sich nicht an Gott, sondern an Abgötter zu wenden – ganz nach der Devise: Hauptsache, es hilft – oder auch: Wer heilt, hat recht – punktum!

Schon früher hatten die Geistlichen – vor allem auf dem Land –  ihre liebe Mühe mit diesem magischen (Aber-)Glauben, der die „höheren Mächte“ für die eigenen Wünsche und Interessen vereinnahmen möchte.

Der christliche Grundsatz nach Jesu Worten „Dein Wille geschehe“ wird stillschweigend  – und vielleicht nicht immer voll bewußt – verdrängt durch die alt-neuheidnische Devise: Mein Wille geschehe!

Näheres dazu hier: https://charismatismus.wordpress.com/2018/07/16/mein-wille-geschehe-als-hintergrundmotiv-eines-magisch-charismatischen-glaubens/


Warum Akupunktur nichts für Christen ist

Auch Schein-Akupunktur kann Schmerzen lindern

Der Begriff Akupunktur (A.) ist von den lateinischen Worten acus (die Nadel) und punctio (das Stechen) abgeleitet…Erstmals im 2. Jh. v. Chr. erwähnt, schaffte die A. erst Ende des 17. Jh. den Durchbruch in Europa, weil diese Therapieform bis dahin von Medizinern vehement abgelehnt wurde.

Wirken die meisten verabreichten Arzneimittel vom Inneren des Körpers aus, soll die A. energetisch von außen Funktionskreisläufe beeinflussen. Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM), zu der auch die A. zählt, geht davon aus, dass im menschlichen Körper eine Lebensenergie fließt, deren Störung zu Krankheiten führe.

Die im Chinesischen als Qi bezeichnete Energie (auch Atem oder Kraft) ist zentraler Begriff der Weltanschauung des Daoismus und Konfuzianismus, die gemeinsam mit dem Buddhismus zu den „drei Lehren“ Chinas gehören. Grundlage dieser philosophischen Lehren ist die auch als „Glück“ bezeichnete vollkommene Harmonie zwischen Mensch und Natur.

Der Mensch sei erst dann gesund, wenn sich die ihm innewohnende Energie (Qi) im Gleichgewicht befände. Hierzu werden zwei einander entgegengesetzt wirkende und dennoch aufeinander bezogene energetische Kräfte angeführt: Yin (dunkel, weich, kalt, weiblich, passiv, Ruhe) und Yang (hell, hart, heiß, männlich, aktiv, Bewegung).

Dahinter steht die Vorstellung von übersinnlichen Energiebahnen, sog. Meridianen. Das daoistische, konfuzionistische und buddhistische Denken ist Grundlage der TCM.

Nach einer in Deutschland 2002 – 2007 durchgeführten GERAC-Studie soll durch A. eine Linderung bei Kniearthrose-, Kopf- und Rückenschmerzen festgestellt worden sein, wie auch eine Reduzierung der Tage mit Spannungskopfschmerzen um die Hälfte.

Anzumerken sei, dass die Studie von der Initiative „Deutsche Akupunktur“ in Auftrag gegeben wurde. Die gesetzlichen Krankenkassen zahlen seit 2007 in speziellen Fällen Akupunkturbehandlung im Rahmen einer Schmerztherapie. 

Bis heute tappen Forscher im Dunkeln, wenn es um die Klärung der Fragen geht, warum und vor allem wie A. gegen Schmerzen wirkt. Selbst bei einer Schein-Akupunktur (Stechen an Zufallspunkten) haben Studien Ergebnisse erzielt, die sich von der A. nach chinesischem Muster kaum unterscheiden. Das lässt den Schluss zu: Es hilft auch Schein-Akupunktur, man muss nur fest daran glauben. 

Quelle und vollständiger Text von Thomas Schneider hier: https://agwelt.de/2019-03/akupunktur/


Uriella, die Gründerin, „Sühnebraut“ und Prophetin der Sekte Fiat Lux verstorben

Von Felizitas Küble

Vor wenigen Tagen verstarb die pseudo-katholische Sektenführerin und Endzeitprophetin Erika Bertschinger-Eicke, von ihren Anhängern „Uriella“ genannt, im Alter von 90 Jahren.

Die von der Schweizerin gegründete religiöse Sondergruppe „Fiat Lux“ (= Es werde Licht) gab sich ein frommes Mäntelchen, verbunden mit dem Verehren von Fatima-Bildern, Marien- und Herz-Jesu-Statuen.

Zugleich propagierte man dort kirchlich abgelehnte „Marienerscheinungen“ wie z.B. jene von Garabandal.

Die durch Weltuntergangs-Prognosen bekanntgewordene Sekte aus Ibach wird nun von Uriellas viertem Ehemann Icordo weitergeführt.

BILD: Kritisches Buch aus der evangelischen Kirche: „FIAT LUX – Uriellas Orden“

„Fiat Lux“ ist wie viele esoterisch geprägte Strömungen sehr asketisch orientiert; ihre Mitglieder müssen auf vieles verzichten, was für gläubige Christen (in Maßen  konsumiert) selbstverständlich ist, z.B. Fleisch und Alkohol.

Die Kirchengeschichte zeigt, daß die meisten Abspaltungen und „erleuchteten“ Sondergruppen großen Wert auf Fasten, Verzicht, Askese und „Abtötung“ legten, teils verbunden mit dem Bestreben, dadurch zu einer religiösen „Bewußtseinserweiterung“ zu gelangen.

Typisch für die esoterische Gnosis – bereits in der frühen Christenheit präsent – ist ein ausgeprägter Engelskult, der weit über die katholische Verehrung der Engel hinausgeht. Als Engelsnamen kennt die katholische Kirche ausdrücklich nur die drei Erzengel Gabriel, Rafael und Michael, weil diese Namen biblisch bezeugt sind.

Hingegen erklärte „Uriella“, die sich als auserwählte Botin Jesu verstand, sie stehe im direkten Kontakt mit dem Engel „Uriel“, einem Namen, der schon im Kontext des von der „Seherin“ M. Bitterlich gegründeten „Engelwerks“ bekannt wurde.

Wie die meisten Neuoffenbarungen und visionären Strömungen kündigte Frau Bertschinger-Eicke mehrfach den Weltuntergang an, besonders vor dem Jahr 2000, verbunden mit einem folgendenschweren Computercrash. 

Ein weltweites göttliches Strafgericht prophezeiten Ende der 90er Jahre auch andere Gruppierungen, die von „göttlichen“ Einsprechungen einer begnadeten Person geprägt waren, zB. die  erscheinungsbewegte „Marianische Priesterbewegung“ um den italienischen Visionär und Priester Don Gobbi.

Typisch für die Szene gab es bei ihr auch ein „Wunderwasser“, das sie ihren Fans verkaufte. Wegen ihrer umstrittenen „Heilmethoden“ kam es zu mehreren Gerichtsverfahren gegen Uriella, zudem gab es einen Strafprozeß wegen Steuerhinterziehung, der ihr fast zwei Jahre Haft auf Bewährung aufbrummte.

Uriella befand sich immer wieder in einem Zustand der Trance, wenn sie ihre Sonderoffenbarungen empfing. (Angebliche Botschaften des Himmels werden in der katholischen Kirche als „Privatoffenbarungen“ bezeichnet, im evangelischen Bereich als „Neuoffenbarungen“.)

Die Sektengründerin will hunderte von Christus-Kundgaben empfangen haben. Kennzeichnend für derlei Phänomene ist die Verbindung von „Zuckerbrot und Peitsche“, von Kitsch einerseits und Panikstimmung (etwa gegenüber kritischen Stimmen oder hinsichtlich „göttlicher Strafgerichte“) andererseits.

Typisch für süßlich-sentimentale Botschaften ist z.B. folgende vermeintliche Einsprechung Jesu an Uriella:

„Mein kostbares Töchterchen. Du bist umgeben von einem wunderbaren Gewand, das aus lauter Sonnenblumen besteht. Diese Blumen strahlen, denn sie sind aus lauter Gold…. Durch diese Strahlenkraft, die über Dir und um Dich herum wirkt, so brillant wird Deine Wohnung sein in Meines Vaters Haus. Ich danke Dir für Deine Liebestätigkeit, die Früchte trägt.“ 

Wie viele selbsternannte Visionärinnen betrachtete auch sie sich als besonders begnadete „Sühnebraut“ Jesu, wie es in einer Eigenwerbung heißt:

„Als Sühnebraut CHRISTI trägt sie das Leid der Erde und Menschheit mit… Schon dreimal durfte sie jeweils in der Karwoche einen Hauch der Qualen der Passion des HEILANDES an Körper, Seele und Geist durcherleben. Auf ihrer Bereitschaft, freiwillig Leid auf sich zu nehmen, beruhen viele Heilungen von Patienten, auch in Notsituationen.“ 

Was Uriella von sonstigen „katholischen“ Opfer-/Sühneseelen unterscheidet, ist ihre Verbindung mit esoterischen Elementen (vom UFO-Glauben bis zum Spiritismus). Das hatte immerhin den Vorteil, daß sich der Zulauf erscheinungsbewegter Kreise zu ihrem Werk in recht engen Grenzen hielt.

Weitere Infos und Hintergründe dazu hier: http://www.relinfo.ch/ofl/info.html#11


Wenn der Exorzismus die Beichte verdrängt und die nötige Umkehr blockiert

Von Felizitas Küble

Das Portal „Katholisch.de“ der Deutschen Bischofskonferenz ist  – wie man sich vorstellen kann – insgesamt eher liberal orientiert, manchmal kommen auch ausgesprochen progressive Standpunkte zu Wort.

Gast-Autoren sowie ich selber haben hier im CHRISTLICHEN FORUM bereits mehreren Beiträgen dieser Webseite widersprochen.

Umso mehr darf man sich wundern, was diese amtliche kirchliche Plattform in aller „Naivität“ über das Thema Exorzismus zu berichten weiß. Am 20.1.2017 veröffentlichte „Katholisch.de“ diesen Artikel über den Ordensmann Francisco Lopez Sedano: https://www.katholisch.de/aktuelles/aktuelle-artikel/der-teufel-hat-angst-vor-mir

Der 80-jährige Pater soll in Mexiko bereits 6000 Teufelsaustreibungen vorgenommen haben. Auch bei einem Zeitraum von 40 Jahren ist das ungewöhnlich viel für einen einzigen Geistlichen.

„Katholisches.de“ zitiert völlig unkritisch  – ohne jede theologische Reflektion und Rückfrage –  etliche Aussagen des Priesters zu seiner Spezialseelsorge. So erzählt der Exorzist fröhlich drauflos, nicht etwa er habe Angst vor dem Teufel, sondern dieser habe vielmehr Angst vor ihm.

Was sagt die Heilige Schrift dazu?

Eine solche prahlerische Selbstgewißheit erscheint im Lichte der Bibel doch etwas gewagt, um nicht zu sagen vermessen.

Nicht einmal der hl. Erzengel Michael hat sich derlei erdreistet, heißt es doch im NT (Judasbrief 1,9 f):

Michael aber, der Erzengel, als er mit dem Teufel stritt und mit ihm über den Leichnam des Moses verhandelte, wagte kein lästerliches Urteil zu fällen, sondern sprach: Der HERR strafe dich!“

Und wie reagierte Christus selbst, als seine 72 Jünger ihm stolz berichteten, sogar die bösen Geister würden ihnen in seinem Namen gehorchen:

„Freut euch nicht darüber, dass euch die Geister untertan sind, sondern darüber, daß Eure Namen im Himmel aufgeschrieben sind“ (Lk 10,17 f).

Der HERR warnt hier vor der Gefahr eines (un)geistliches Hochmutes im frommen Gewande und ER erinnert die Seinen daran, daß ihre Erlösung  – das Heil im Himmel – doch viel wichtiger sei und der wahre Grund zur Freude.

Esoterik als Ursache für Besessenheit?

Auch ein weiterer Punkt von Pater Lopez Sedano ist typisch für viele Exorzisten und die mit ihnen geistesverwandten charismatischen „Befreiungsdienstler“:

Er erklärt nämlich, Besessenheit werde durch esoterische und okkulte Praktiken verursacht: „Deshalb verbietet die Kirche die Praktiken Magie, Aberglaube, Hexerei, Zauberei, Wahrsagerei, Herbeibeschwörung von Toten und Geistern sowie Astrologie“.

Das verbietet die Kirche durchaus nicht „deshalb“ (um Besessenheiten zu verhindern), sondern schlicht aus dem entscheidenden Grunde, weil es sich bei allen Formen von Aberglauben und Okkultismus um einen schweren Verstoß gegen das 1. Gebot handelt: „Du sollst keine anderen Götter neben mir haben!“

Wer gegen dieses Gebot sündigt, gehört daher in die Beichte – und nicht in die Hände eines Exorzisten!

Eine „Teufelsaustreibung“ ist in solchen Fällen auch seelsorglich völlig verkehrt, weil sie nämlich den Betroffenen den Weg zur wirklichen Sinnesänderung, zu Umkehr und Buße geradezu versperren kann, denn diese Menschen meinen dann, nicht sie selber seien für ihre magischen Frevel verantwortlich, sondern die bösen Geister, von denen sie „besessen“ sind.

Folglich geht es nur noch darum, die Dämonen „loszuwerden“ – und nicht mehr so sehr um eine  e i g e n e  Umkehr und Rückkehr zu Gott.

Genau eine solche Falle und Blockade könnte allerdings dem Teufel sehr gefallen!

Näheres zum (Nicht-)Zusammenhang von Okkultismus und Besessenheit hier: https://charismatismus.wordpress.com/2019/02/17/warum-auch-nach-okkulten-suenden-ein-exorzismus-verfehlt-ist/

Krankheiten als Folge satanischen Einflusses?

Typisch für charismatische Vorstellungen ist auch die Äußerung des Exorzisten Lopez, zu den „spezifischen Verhaltensweisen“ von Besessenen gehörten „große Schmerzen oder Krankheiten, die entweder erst gar nicht bestimmt oder nicht behandelt werden könnten.“

So zitiert ihn „Katholisch.de“  – aber auf dem amerikanischen kath. CNA-Portal wurde er noch deutlicher:

„Die Verletzungen von Satan liegen außerhalb der Kontrolle der klinischen Medizin. Menschen, die mit dauerhaftem Durchfall leben und nichts führt dazu, dass sie verschwinden; Menschen, die Augenschmerzen und Augenärzte haben, die nichts finden…. Andere Leute haben furchtbare Rückenschmerzen, aber die Ärzte sagen, dass es ihnen völlig gut geht….Das sind Beschädigungen, die die Wissenschaft nicht erkennt.“

Nur weil jemand z.B. an „dauerhaften Durchfall“ oder Rückenschmerzen leidet, ohne daß eine organische Ursache feststeht, ist er/sie noch lange nicht besessen. Es gibt schließlich auch psychisch bedingte Krankheiten – manche Störungen sind quasi moralisch verursacht (z.B. Depressionen  nach Abtreibungen, wobei seelische Verletzungen sich psychosomatisch auswirken können).

Der unsinnigen Ansicht, Krankheiten seien vom Teufel verursacht, hat schon Christus seinerzeit widersprochen, weshalb in den Evangelien eindeutig zwischen Krankenheilungen und Teufelsaustreibungen unterschieden wird.

Diese Wundertaten Christi sollten vor allem seine göttliche Vollmacht bezeugen und verdeutlichen, daß das Reich Gottes mit ihm bereits angebrochen ist.

Die Apostel haben den exorzistischen Dienst anfangs noch fortgesetzt (vgl. Apg.), doch bereits in den Briefen der Apostel von Paulus über Petrus bis zu Johannes findet sich keine einzige Aufforderung an die Gemeinden (auch nicht in den späteren Pastoralbriefen des NT) zur Ausübung von Teufelsaustreibungen – und zwar wohlgemerkt auch nicht im Zusammenhang mit Zaubereisünden, die mehrfach erwähnt werden.  In all diesen Fällen werden die Gläubigen zur Umkehr aufgerufen, nicht etwa zum Exorzismus.

Phänome der Besessenheit – oder der Charismatik?

Apropos Pater Lopez, der das Benehmen von „Besessenen“ laut CNA folgendermaßen beschreibt: „Sie haben angefangen zu schreien, wie ein Hund zu bellen oder sich auf dem Boden zu wälzen und wie eine Schlange zu winden.“

Foto: Pattayablatt

Das sind haargenau die Phänomene, die man auf pfingstlerischen Versammlungen zuhauf beobachten kann – und zwar gleich massenhaft. Nur nennt sich das dort nicht „Besessenheit“, sondern „Ruhen im Geist“, „Weinen im Geist“, „Bellen im Geist“ usw.

BILD: Sogar baumstarke Männer „ruhen im Geist“ (Rückwärtskippen in Trance) während einer charismatischen Veranstaltung nach der Handauflegung eines „Heilungspredigers“

Diese Vorgänge werden in schwärmerischen Kreisen seit Jahrzehnten als „Toronto-Segen“ bezeichnet und gewürdigt (!), nachdem diese vermeintlichen Manifestationen des „Heiligen Geistes“ in den 90er Jahren im Rahmen der „Erweckung“ in Toronto an der Tagesordnung waren – sie sind aber in der Pfingstbewegung von Anfang an bekannt; sie geschahen bereits bei den „Kasseler Versammlungen“ Anfang des 20. Jahrhunderts im Rahmen der damals aufkommenden Charismatik.

Was also?

Wer noch bei Verstand und nicht schwarmgeistig vernebelt ist, der weiß, daß solche absonderlichen Verhaltensweisen nicht vom Heiligen Geist gewirkt sind.

Aber auch ich, die ich mich seit über dreißig Jahren denkbar kritisch mit genau diesen Vorfällen befasse, habe noch nie pauschal behauptet, es handle sich hierbei um ein Symptom von Besessenheit.

Zwar sind es zweifellos ungeistige und irrgeistige Vorkommnisse, doch der größte Teil dürfte seelisch-psychisch erklärbar sein, nicht zuletzt angesichts der aufgepeitschten Stimmung in solchen Massenversammlungen und der gegenseitigen Suggestion (unterschwelligen Beeinflussung) dieser Enthusiasten; dazu kommen quasi-hypnotische Psycho-Techniken und gruppendynamische Kraftwirkungen angeblich geistbegnadeter „Heilungsprediger“, die von ihrer Anhängerschar wie Gurus angehimmelt werden.

Daß es in besonders schlimmen Fällen extrem-charismatischer Verführung auch zu einem direkten Einwirken satanischer Mächte auf labile Menschen kommen kann, ist freilich nicht auszuschließen, aber in der Regel handelt es sich wohl um indirekte (psychische) Folge der Irrgeisterei.

Fest steht jedenfalls, daß schwarmgeistige Verirrungen dem geistlichen Leben der Betroffenen schweren Schaden zufügen. Die zum Teil jahrelangen seelischen Auswirkungen erlebe ich bei Ratsuchenden und Geschädigten, die sich bei mir melden, schon seit Jahrzehnten – und die entsprechenden Schicksale mehren sich.

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.