Marienwallfahrtsort Telgte: Traditionelles Choralamt in der Gnadenkapelle

Von Felizitas Küble

Am heutigen Samstag-Vormittag (24. Juni) wurde in der westfälischen Kleinstadt Telgte in der Gnadenkapelle  – wie bereits in den Vorjahren  – eine heilige Messe in der überlieferten Liturgie und damit in lateinischer Sprache gefeiert  – mit Musik und Gregorianischem Choral inklusive.

Telgte ist seit Jahrhunderten der bekannteste Marienwallfahrtsort im Münsterland.

Der Zelebrant des Choralamts war Benediktinerpater Dr. Chrysostomus Ripplinger aus der Abtei Gerleve, der in Münster als Geistlicher für die altrituelle Gemeinde St. Ägidii amtiert.

Das Kirchlein war bis zum letzten Platz besetzt, die Gläubigen – jung und alt –  kamen aus nah und fern angereist.

Pater Ripplinger (siehe 2. Foto) predigte an diesem Johannestag (Hochfest von Johannes den Täufer) über diesen letzten Propheten des Alten Bundes  –  und zugleich Wegbereiter Christi und einer der größten Heiligen  – und auch Märtyrer  – des Neuen Bundes. So verbindet er in seiner Person das alte und das neue Gottesvolk.

Das Gnadenkapelle wird derzeit renoviert, doch die Pilger können trotzdem eintreten und beten, Kerzen anzünden – und in diesem Falle sogar an der hl. Messe teilnehmen.

In diesem Marienheiligtum ist Christus  –  genauer: der HERR im Altarsakrament – gegenwärtig. Daher auch das Ewige Licht (siehe links oben) als Zeichen und Hinweis für die Eucharistie bzw. das Allerheiligste. 

Die Wallfahrtsmadonna besteht aus einer großen Pieta (schmerzhafte Mutter), die ihren toten Sohn auf dem Schoß trägt. Die  holzgeschnitzte Marienstatue ist schon seit Jahrhunderten das Ziel vieler Pilger vor allem aus dem Münsterland.

Der selige Kardinal von Galen, ein großer und mutiger Prediger gegen die nationalsozialistische Diktatur, ist in seiner Amtszeit als Bischof von Münster regelmäßig von Münster nach Telgte gefahren (mit Roß und Wagen)  – oder vielfach auch zu Fuß gepilgert.

Hier verbindet sich ein idyllisches Städtchen wunderbar mit kirchlicher Tradition, gesunder Marienverehrung und volkstümlichen Bräuchen  – wie z.B. die jährliche prächtige Kutschenwallfahrt im Mai.

Aus vielen Städten und Dörfern kommen zudem Pfarrgemeinden, Vereine oder vertriebene Landsmannschaften wie die Schlesier aus der Grafschatz Glatz zu Fuß nach Telgte   –   auch aus größeren Städten wie Rheine und sogar Osnabrück (dort nehmen mehrere tausend Gläubige an der Fußwallfahrt teil!).

Mit unseren Praktikanten und Ferienhelfern sind wir  – unser Christoferuswerk, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt  –  immer gerne nach Telgte gefahren oder geradelt, haben gleichsam einen „Betriebsausflug“ mit einer frommen Pilgerreise und einer fröhlichen Stadtbesichtigung verbunden. Das hat auch unseren evangelischen Helfern immer gut gefallen  –  nie hat sich eine(r) beschwert, dieser Ausflug sei doch „zu marianisch“.

Hier in Telgte findet man keine Überspanntheiten, keine Schwärmereien, keine selbsternannten „Seher“ auf Wolke 7 und sonstige Kuriosa   – das Städtchen und sein Milieu sind typisch münsterländisch und damit bodenständig, durchaus nüchtern – und zugleich freundlich und ansprechend.

Die beschauliche Gnadenkapelle ist vor allem ein Ort für stille Beter, die ihre Sorgen vor den HERRN und seine Mutter tragen, die Trost und seelische Kraft suchen, die für sich und andere beten und bitten. An den inneren Wänden des Gotteshauses bezeugen Votivgaben und Inschriften die Gebetserhörungen und Danksagungen der Gläubigen.


Papst Franziskus über die Bedeutung der Realpräsenz und der hl. Kommunion

Am Ende der Generalaudienz von Mittwoch, dem 17. Mai 2017, richtete Papst Franziskus einen „besonderen“ Gruß an die Jugendlichen, an die Kranken und an die Neuvermählten.

„Heute feiern wir den liturgischen Gedenktag des hl. Paschalis Baylon“ , so erinnerte Franziskus. Der Spanier Pascual Baylón (1540 – 1592) war Laienbruder im Orden der Franziskaner-Observanten (auch Franziskaner-Barfüßer genannt); er war geprägt von großer Verehrung des Altarsakramentes und wurde 1897 von Papst Leo XIII. zum Patron der eucharistischen Vereine und Bruderschaften erhoben.

„Seine Liebe zur Eucharistie zeige euch, lieben jungen Menschen, die Bedeutung des Glaubens an die reale Gegenwart Jesu“, erklärte Franziskus, der sich anschließend an die Kranken und jungvermählte Paaren richtete:

„Das eucharistische Brot stütze euch, liebe Kranke, bei der heiteren Bewältigung der Prüfung. Euch, liebe Neuvermählte, sei es Nahrung im menschlichen und geistlichen Wachstum eurer neuen Familie.“

Quelle: https://de.zenit.org/articles/das-eucharistische-brot-stuetze-euch/

Gemälde: Evita Gründler


Bistum Chur: Bischof Vitus Huonder an die Priester über das päpstliche AL-Schreiben

Bischof Vitus Huonder (siehe Foto) ist katholischer Oberhirte des Bistums Chur in der Schweiz. Der theologisch konservative Bischof hat jetzt ein „Wort zum Nachsynodalen Apostolischen Schreiben Amoris Laetitia“ herausgegeben, das sich an die Geistlichkeit wendet.

Darin stellt er klar, daß ein Empfang der Sakramente für zivil wiederverheiratet Geschiedene allenfalls dann möglich sei, wenn die Partner geschwisterlich-platonisch zusammenleben. bischof_vitus_gr

Einen Tag vor dem Churer Oberhirten hatten sich die deutschen Bischöfe zum päpstlichen Schreiben „Amoris Laetitia“ geäußert, dabei die kirchliche Ehelehre grundsätzlich bekräftigt, aber zugleich „Wiederverheiratete“ an ihren Seelsorger verwiesen, um mit diesem die jeweilige Situation abzuklären (womit aber der „Schwarze Peter“ bzw. die Gewissensbelastung auf den Priester übergeht).

Hier folgt nun die Erklärung von Bischof Vitus Huonder im vollen Wortlaut:

Liebe Mitbrüder im priesterlichen Dienst

In der Diskussion rund um das Nachsynodale Apostolische Schreiben Amoris Laetitia kam das achte Kapitel mit der Frage der zivil wiederverheirateten geschiedenen Personen ins Zentrum zu stehen. Aus diesem Grund gebe ich dazu in meiner Verantwortung als Bischof zu Händen der Seelsorger (Beichtväter) einige Hinweise.

Vorgängig möchte ich das Folgende festhalten: Der Heilige Vater sagt in der Einleitung zu Amoris Laetitia, „dass nicht alle doktrinellen, moralischen oder pastoralen Diskussionen durch ein lehramtliches Eingreifen entschieden werden müssen“ (AL 3). Diese Aussage lässt den Stellenwert des Nachsynodalen Apostolischen Schreibens erkennen.

„Wenn man die zahllosen Unterschiede der konkreten Situationen … berücksichtigt, kann man verstehen, dass man von der Synode oder von diesem Schreiben keine neue, auf alle Fälle anzuwendende generelle gesetzliche Regelung kanonischer Art erwarten durfte. Es ist nur möglich, eine neue Ermutigung auszudrücken zu einer verantwortungsvollen persönlichen und pastoralen Unterscheidung der je spezifischen Fälle“ (AL 300), sagt der Papst im Zusammenhang der Unterscheidung bei irregulären Situationen. 0018

Das bedeutet jedoch auch, dass der Bischof umso mehr gefordert ist, ein richtungweisendes Wort zu sprechen, da die Priester die Aufgabe haben, „die betroffenen Menschen entsprechend der Lehre der Kirche und der Richtlinien des Bischofs auf dem Weg der Unterscheidung zu begleiten“ (AL 300).

Des weitern „ist es notwendig, zur Reifung eines aufgeklärten, gebildeten und von der verantwortlichen und ernsten Unterscheidung des Hirten begleiteten Gewissens zu ermutigen und zu einem immer größeren Vertrauen auf die Gnade anzuregen“ (303).

Dem entspricht ganz, was der Heilige Vater unter Amoris Laetitia 307 sagt:

„Um jegliche fehlgeleitete Interpretation zu vermeiden, erinnere ich daran, dass die Kirche in keiner Weise darauf verzichten darf, das vollkommene Ideal der Ehe, den Plan Gottes in seiner ganzen Größe vorzulegen: ‘Die jungen Getauften sollen ermutigt werden, nicht zu zaudern angesichts des Reichtums, den das Ehesakrament ihrem Vorhaben von Liebe schenkt, gestärkt vom Beistand der Gnade Christi und der Möglichkeit, ganz am Leben der Kirche teilzunehmen.’ Die Lauheit, jeglicher Form von Relativismus oder der übertriebene Respekt¹ im Augenblick des Vorlegens wären ein Mangel an Treue gegenüber dem Evangelium und auch ein Mangel an Liebe der Kirche zu den jungen Menschen selbst“.

Im Sinne all dieser Hinweise in Amoris Laetitia bitte ich die Priester, das Folgende zu beachten: BILD0235

1. Ausgangspunkt der Begleitung, Unterscheidung und Eingliederung muss die Heiligkeit des Ehebandes (die Bindung) sein. Aufgabe der Seelsorge ist es, den Menschen das Bewusstsein der Heiligkeit des Ehebandes zu vermitteln oder wieder zu vermitteln. Der Heilige Vater spricht von der „Seelsorge der Bindung“ (AL 211; in der italienischen Sprache vincolo). Die offizielle deutsche Übersetzung von vincolo mit Bindung ist zu schwach. Deshalb spreche ich hier ausdrücklich vom Eheband.

2. Das Eheband ist schon von der Schöpfung her heilig (Natur-Ehe), umso mehr von der Neuschöpfung her (Ordnung der Erlösung) durch die sakramental geschlossene Ehe (übernatürliche Ordnung). Die Bewusstseinsbildung bezüglich dieser Wahrheit ist ein dringender Auftrag in unserer Zeit (vgl. AL 300).

3. Diese Bewusstseinsbildung ist umso notwendiger, als ein Hirte sich nicht damit zufrieden geben kann, „gegenüber denen, die in ‘irregulären’ Situationen leben, nur moralische Gesetze anzuwenden, als seien es Steine, die man auf das Leben von Menschen wirft“ (AL 305). Das Eheband selber ist eine Gabe der Liebe, der Weisheit und der Barmherzigkeit Gottes, welche den Eheleuten Gnade und Hilfe verleiht. Deshalb muss der Rückbezug auf das Eheband beim Weg der Begleitung, der Unterscheidung und der Eingliederung an erster Stelle stehen.

4. Erkennt ein Beichtvater bei einer Beichte eines unbekannten Pönitenten (bei einer „Gelegenheitsbeichte“) Fragen bezüglich des Ehebandes, welche der Klärung bedürfen, wird er den Pönitenten bitten, sich einem Priester anzuvertrauen, welcher mit ihm einen längeren Weg der Umkehr und Eingliederung gehen kann, oder er wird sich mit ihm selber außerhalb der Beichte in Verbindung setzen. DSC05481 - Kopie

5. Bei der seelsorglichen Begleitung von zivil wiederverheirateten Geschiedenen ist zunächst zu prüfen, ob die Eheschließung (die „erste Ehe“) gültig zustande kam, ob ein Eheband wirklich besteht. Diese Prüfung kann nicht der einzelne Priester vornehmen, schon gar nicht im Beichtstuhl. Der Beichtvater muss die betroffene Person an den Offizial des Bistums verweisen.

6. Wie es auch immer um die Gültigkeit der Eheschließung steht, eine gescheiterte Verbindung muss in jedem Fall menschlich und glaubensmäßig aufgearbeitet werden. Das bedeutet, dass ein längerer, Geduld verlangender seelsorglicher Weg beschritten werden muss.

„In diesem Prozess wird es hilfreich sein, durch Momente des Nachdenkens und der Reue eine Erforschung des Gewissens vorzunehmen. Die wiederverheirateten Geschiedenen sollten sich fragen, wie sie sich ihren Kindern gegenüber verhalten haben, seit ihre eheliche Verbindung in die Krise geriet; ob es Versöhnungsversuche gegeben hat; wie die Lage des verlassenen Partners ist; welche Folgen die neue Beziehung auf den Rest der Familie und die Gemeinschaft der Gläubigen hat; welches Beispiel sie den jungen Menschen gibt, die sich auf die Ehe vorbereiten. Ein ernsthaftes Nachdenken kann das Vertrauen auf die Barmherzigkeit Gottes stärken, die niemandem verwehrt wird“ (AL 300).

„Die Hirten, die ihren Gläubigen das volle Ideal des Evangeliums und der Lehre der Kirche nahelegen, müssen ihnen auch helfen, die Logik des Mitgefühls mit den Schwachen anzunehmen und Verfolgungen oder allzu harte und ungeduldige Urteile zu vermeiden“ (AL 308).

7. Der Empfang der heiligen Kommunion der zivil wiederverheirateten Geschiedenen darf nicht dem subjektiven Entscheid überlassen werden. Man muss sich auf objektive Gegebenheiten stützen können (auf die Vorgaben der Kirche für den Empfang der heiligen Kommunion). Im Falle von zivil wiederverheirateten Geschiedenen ist die Achtung vor dem bestehenden Eheband ausschlaggebend.

Foto: E. Gründler8. Wird bei einem Gespräch (bei einer Beichte) die Absolution eines zivil wiederverheirateten Geschiedenen erbeten, muss feststehen, dass diese Person bereit ist, die Vorgaben von Familiaris consortio 84 anzunehmen (JOHANNES PAUL II., Apostolisches Schreiben Familiaris consortio vom 12. November 1981).

Das heißt: Können die beiden Partner aus ernsthaften Gründen … der Verpflichtung zur Trennung nicht nachkommen (vgl. AL 298), sind sie gehalten, wie Bruder und Schwester miteinander zu leben. Diese Regelung gilt nach wie vor schon deshalb, weil das neue Apostolische Schreiben Amoris Laetitia ausdrücklich keine „neue gesetzliche Regelung kanonischer Art“ vorsieht (vgl. AL 300). Der Pönitent wird den festen Willen bezeugen müssen, in Achtung vor dem Eheband der „ersten“ Ehe leben zu wollen.

9. Halten wir bei der Vorbereitung und Begleitung der Traupaare, Eheleute und der Familien immer das Wort des heiligen Paulus vor Augen: „Dieses Geheimnis ist groß. Ich beziehe es auf Christus und die Kirche (Eph 5,32)“ – Sacramentum hoc magnum est, ego autem dico in Christo et in Ecclesia.

Mit meinem Dank für die Treue zum Herrn und seinem Auftrag, grüße ich herzlich, verbunden mit meinem bischöflichen Segen

+ Vitus Huonder, Bischof von Chur

¹ Das Schreiben meint damit wohl die allzu große Vorsicht oder Rücksichtnahme, so dass die Wahrheit verdunkelt würde.

Quelle: http://www.bistum-chur.ch/bistumsleitung/die-heiligkeit-des-ehebandes-wort-zum-nachsynodalen-apostolischen-schreiben-amoris-laetitia/

Gemälde: Evita Gründler


Der Vatikan droht den vier fragestellenden Kardinälen mit Repressalien

Von Dr. David Berger

Das gab es in dieser Dimension noch nie: Pio Vito Pinto, der Vorsitzender des obersten katholischen Gerichtshofes, der Römischen Rota, hat gleich mehreren Kardinälen angedroht, dass man ihnen die Kardinalswürde entziehen könnte. pressefotoberger11

Der Grund: Sie hatten sich kritisch zu einem dogmatisch tatsächlich höchst zweifelhaften Rundschreiben (Amoris Laetitia) von Papst Franziskus geäußert.

Mit dabei sind – nach den Informationen mehrerer Nachrichtenagenturen – Kardinäle, die unter dem Vorgänger von Papst Franziskus, Papst Benedikt XVI., als besonders lehramtstreu galten, u. a. die deutschen Kardinäle Joachim Meisner (Köln) und Walter Brandmüller, ein international bekannter Kirchenhistoriker und persönlicher Freund Papst Benedikts XVI.

Zusammen mit den Kardinälen Burke (Malta/USA) und Caffarra (Italien) hatten diese Kichenfürsten einen besorgten Brief an Papst Franziskus gerichtet und ihn gebeten, in der umstrittenen Enzklika angedeutete Pläne, nach denen auch wiederverheiratete Geschiedene die Hl. Eucharistie empfangen können, nicht zu verwirklichen.

Nun will man sie offensichtlich mundtot machen, um die der Ehelehre der Kirche widersprechenden Pläne ungestört und unter dem Jubel der kirchenfernen Medien umsetzen zu können. Wie bereits bei den unter Paul VI. durchgeführten Veränderungen der kirchlichen Praxis, zeigt sich nun auch unter Franziskus:

Die sich selbst als Reformer und Liberale verstehenden Kirchenmänner, die die kirchliche Disziplin an wichtigen Stellen auflösen möchten, gehen gegen ihre Kritiker mit schärfsten disziplinarischen Mitteln vor.

Oder wie es der vor kurzem verstorbene Philosoph Walter Hoeres formulierte: Die heftigsten Toleranzprediger sind fast immer die intolerantesten Menschen.

Quelle und vollständiger Text hier: http://philosophia-perennis.com/2016/11/30/vatikan-droht-kardinal-meisner-mit-entzug-der-kardinalswuerde/

Ergänzender Artikel hierzu aus kirchenrechtlicher Sicht: http://www.kathnews.de/kann-der-deken-der-rota-die-kardinalwuerde-entziehen

Weiterer Beitrag über KARDINAL MÜLLER in dieser Causa: http://www.katholisches.info/2016/12/02/glaubenspraefekt-mueller-steigt-zu-amoris-laetitia-in-den-ring-und-spricht-klartext/


Online-Bekenntnis zur kirchlichen Sexualethik

Unter dem Motto „Die Ehe soll von allen in Ehre gehalten werden“ (Hebr 13,4) kann derzeit online ein Treuebekenntnis unterzeichnet werden, das sich für die überlieferte Lehre der Kirche über Liebe, Sexualität und Fruchtbarkeit einsetzt. BILD0289

Es geht um das JA zur „Wahrheit über Ehe und Familie“, wie es einleitend heißt, aber auch um die Sakramentenlehre (vor allem zur Ehe, Eucharistie und Beichte).

Außerdem wird betont, daß die Sexualerziehung der Kinder ein grundlegendes und vorrangiges Recht der Eltern ist. Zudem sei das 6. Gebot und die Unauflöslichkeit der Ehe nicht nur ein erstrebenswertes Ideal, sondern eine Forderung Gottes.

Wiederverheiratete Geschiedene sollten sich trennen oder (falls dies nicht möglich ist) nur platonisch zusammenleben, um die erste gültige Ehe zu respektieren. Irreguläre sexuelle Verbindungen sind schwere sittliche Verirrungen, die ohne Umkehr bzw. Beichte vom Tisch des Herrn ausschließen.

Die Bischöfe, Priester und Gläubigen werden aufgefordert, sich zur unveränderlichen Lehre der Kirche und der Botschaft zu bekennen, wie sie von den Aposteln überliefert wurde.

Dieser Text ist eine kurze Zusammenfassung des Treuebekenntnisses. Die vollständige Version lesen sie hier: LINK

Foto: Evita Gründler


Wir trauern um unsere Freundin und ehrenamtliche MITarbeiterin Ursula Reinsch

Von Felizitas Küble

Am heutigen Samstag, den 27. August 2016, ist unsere liebe KOMM-MIT-Freundin und ehrenamtliche Helferin Ursula Reinsch im gesegneten Alter von 90 Jahre verstorben. Die traurige Nachricht traf mich heute Vormittag ziemlich überraschend, wenngleich „unsere Ursel“ bereits schwerkrank war und in diesem Jahr mehrfach in der Klinik lag (auch vor drei Wochen war es wieder soweit).  Scannen0001 - Kopie - Kopie - Kopie

Als ich Ursula vor zwei Tagen im Klarastift besuchte, konnte sie noch kurze Worte sprechen, wenngleich sie schon recht müde wirkte, was ich vor allem auf das schwüle Wetter zurückführte.

Wir haben gemeinsam für einen älteren Freund, der zur Zeit im Krankenhaus liegt, gebetet. Besonders schön fand es Ursel immer, wenn ich ihr Psalmen, geistliche Hymnen oder klassische Gedichte vorlas. Gestern schien sie vormittags und nachmittags im Tiefschlaf zu sein, so daß ich sie nicht wecken wollte, doch rechnete ich nicht mit einem solch schnellen Heimgang in die Ewigkeit.

Ursula Reinsch und ich können seit Jahrzehnten am selben Tag unseren Geburtstag feiern, nämlich am 28. April. Dieses Mal fiel die „Party“ aber bescheiden aus und bestand aus gesundheitlichen Gründen (sie war schon seit einiger Zeit bettlägerig) nur aus Schokoladeneis mit Sahne. Trotzdem war die Stimmung gut, zumal Ursel von ihrem Gemüt und ihrer Lebenseinstellung her ein zufriedener Mensch war, der auch aus einer unerfreulichen Situation noch das Beste machte.

Leider ist unsere KOMM-MIT-Freundin vor 4 bis 5 Jahren weitgehend blind geworden, denn sie bekam Macula-Degeneration (Netzhautablösung). Dadurch konnte sie Menschen, Möbel und Gegenstände etc. nur noch in Umrissen erkennen.Scannen0001 - Kopie - Kopie - Kopie - Kopie

Das war auch der Grund, warum sie ihre ehrenamtliche Arbeit in unserem gemeinnützigen Christoferuswerk und KOMM-MIT-Verlag mit etwa 85 Jahren beenden mußte, was sie recht traurig stimmte, denn sie hat mit großer Freude, echtem Teamgeist, Regelmäßigkeit und Selbstverständlichkeit über 15 Jahre lang bei uns mitgeholfen.

Bis ins hohe Alter fuhr sie mit ihrem Elektro-Wägelchen ca zehn Kilometer hin und zurück, um bei uns z.B. für die Adressenverwaltung am Computer (!) zu sitzen, bei Versand und Buchhaltung mitzuarbeiten, Texte abzutippen oder unsere Manuskripte zu korrigieren.

Wir hatte immer viel Spaß mit ihrer humorvollen und geselligen Art, wie das Foto oben ahnen läßt, wo sie bei einem unserer Verlagsfeste ihre Kräfte stemmte…

Das zweite Bild zeigt Ursel mit unserer damaligen Buchhalterin Martina Bremshey beim 80. Geburtstag unseres Verlagsgründers Günter Stiff, der im September 2002 verstarb.Kurz vor seinem Tod hat sie ihn noch in der Klinik besucht.

Günter und Ursel waren immer ein fröhliches Gespann, die sich gegenseitig gerne neckten. Kein Wunder auch: Günter war ein typischer Rheinländer, immer gut gelaunt und zu Flaxereien aufgelegt – und unsere Ursula ist in Niederschlesien (Strehlen) aufgewachsen und kannte natürlich das Sprichwort, daß die Schlesier die „Rheinländer des Ostens“ seien. Jedenfalls verstand sie sich mit unserem Team und vor allem mit Günter hervorragend.  Scannen0002

Beide waren aber nicht nur lustig, sondern auch nachdenklich, vor allem, wenn es Weihnachten zuging. Dann gerieten Günter und Ursel in feierlich-romantische Stimmung  –  wie das dritte Foto zeigt, wobei unser Günter ein Stofftierchen von ihr geschenkt bekam, das er erfreut in der Hand hält…

Wenngleich Ursel evangelisch-konservativ (also evangelikal) war, sind wir uns in den meisten religiösen Fragen weitgehend einig gewesen. Als sie Anfang der 90er Jahre mit ihrer MITarbeit bei uns begann, fand sie es ganz selbstverständlich, gemeinsam mit uns das Kreuzzeichen beim Tischgebet zu machen.

Auch das Ave-Maria und den „Engel des HERRN“ betete sie gerne mit uns. Gerade die Marien- und Heiligenverehrung schätzte sie sehr an der katholischen Kirche, ebenso ihre Lehre über die Eucharistie bzw. das Altarsakrament. Die Lebensbeschreibungen von Heiligen suchte sie aus  Büchern heraus und tippte sie auf ihrer Schreibmaschine ab  – für jeden Heiligen ein eigenes Blatt.

Als Ursula noch lesen konnte, wünschte sie von mir zu Weihnachten das gerade erschienene Jesus-Buch von Papst Benedikt, ein Jahr später seine Meditationen über die Heilige Schrift. Mit diesem Pontifex fühlte sie sich eng verbunden. Ihre Frömmigkeit war christozentrisch und speiste sich stark aus der Bibel und geistlichen Liedern.

In ihrer Handtasche trug Ursel eine Anleitung zum Rosenkranzgebet sowie eine kleine Marienbroschüre. Zudem sammelte sie Madonnen-Postkarten aus aller Herren Länder und vielerlei Kunstepochen. In ihrer Wohnung stand eine geschnitzte Marienstatue mit Christkind aus schwarzem Elfenbein, die aus Afrika stammte. Scannen0001 - Kopie - Kopie

Als unser Verlagsleiter Günter Stiff verstarb, wir natürlich viel „um die Ohren hatten“ und eine Menge Dinge regeln mußten, fragte Ursula uns bei Tisch etwas verblüfft: „Sagt mal, wann gehen wir denn jetzt zu Günter und beten den Rosenkranz?!“ – Oho, dachte ich mir,  d a s  muß uns von evangelischer Seite gesagt werden, vielleicht hätten wir es sonst noch verbummelt…

Jedenfalls wußten wir nun, was die Stunde geschlagen hatte und fuhren mit Ursel los zum Beerdigungsinstitut  – gemeinsam mit unserem damaligen Praktikanten Olaf Pioch, unserer Ferienhelferin Michaela Koller (heute ist sie IGFM-Mitarbeiterin in Frankfurt) und mir.

Das letzte Foto zeigt Michaela, Ursel und Olaf  –  wir waren ein tolles Team und werden „unsere Ursel“ sehr vermissen, denn sie war ein warmherziger, hilfsbereiter und im guten Sinne frommer Mensch, zudem sehr belesen, vielseitig und vor allem bibelkundig.

Auch in ihrer evangelischen Kirchengemeinde (der Friedenskirche in Münster-Gremmendorf) war sie jahrzehntelang gerne aktiv, vor allem in der Evangelischen Frauenhilfe von Münster-Gremmendorf, wo sie noch bis Anfang dieses Jahres, wenn es irgendwie möglich war, an den monatlichen Treffen teilnahm, obwohl sie bereits einen Rollstuhl benötigte.

Als Ursel noch besser auf den Beinen war, besuchte sie öfter Vorträge und Seminare von katholischer wie von evangelischer Seite. Beruflich war Ursula vielseitig tätig, als Krankenschwester, Kontoristin, Stenotypistin, Sekretärin und als evang. Gemeindeschwester in Münster-Wolbeck.

Nun weilt unsere bewährte liebe Freundin seit dem heutigen Tage nicht mehr irdisch unter uns, doch in unserem Herzen und auch in unseren Gebeten bleibt sie unvergessen: R.I.P.

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.

HINWEISE: Der Trauergottesdienst ist am Mittwoch, den 7. September 2016, um 10 Uhr in der evangelischen Friedenskirche in Münster-Gremmendorf. Die Beisetzung um 11 Uhr auf dem 1 – 2 km entfernten Friedhof „Hohes Ufer“.

Kontakt: Felizitas Küble, 48167 Münster, Schlesienstr. 32, Tel. 0251-616768, Fax 0251-614020, Mail: felizitas.kueble@web.de

 


Regensburg: Die „Pentlinger Predigten“ von Papst Benedikt sind erschienen

2015 sind in Regensburg die Predigten erschienen, die Kardinal Ratzinger in den 1980er und 1990er Jahren in der Kirche St. Johannes in Pentling, seinem Wohnort vor den Toren Regensburgs, gehalten hat.

Der Band beim Verlag Schnell & Steiner umfasst 80 Seiten und enthält zehn Predigten. Der kath. Theologe Prof. Dr. Josef Kreiml nimmt sie in den Blick:151228_Pentlinger_Predigten_BuVo_01

In seinem Vorwort betont Benedikt XVI., dass das Lesen der Tonbandnachschriften für ihn „zu einer Wanderschaft des Herzens in schöne vergangene Tage hinein“ geworden ist. Dabei sei vor ihm „das Glauben, Beten und Singen der Menschen, bei denen ich mich zuhause wusste“, wieder aufgestiegen. Der emeritierte Papst verbindet mit dem Buch die Hoffnung, dass es den Lesern helfe, das Evangelium „zu verstehen und zu leben“.

BILD: Bei der Präsentation des Papst-Buches in Pentling – der Band, der die Predigten enthält, trägt das grüne Cover.

Die erste Predigt „Das rechte Stehen vor Gott ist aller Mühe wert“ hat der Kardinal am 21. Sonntag im Jahreskreis 1986 anlässlich der Segnung des Missionskreuzes gehalten (S. 9-15). Er verweist dabei auf die russische Exilantin Tatjana Goritschewa, die lebendig und dramatisch geschildert hat, dass viele Menschen in Russland, die die ganze atheistische Erziehung durchschritten haben, „plötzlich neu das Gesicht Jesu Christi entdecken“.

Der zweite Text gibt die Homilie wieder, die Kardinal Ratzinger am 31. Mai 1987 anlässlich der Verleihung der Ehrenbürgerwürde der Gemeinde Pentling an ihn gehalten hat: Er erinnert daran, dass wir in den grundlegenden Dingen immer wieder neu beginnen müssen; „Es versteht sich nicht von selbst, dass die nächste Generation wieder Kirche ist“. 75743_14122011

Wir können nicht alles selbst machen, sondern müssen wieder glauben lernen, dass es den HERRN wirklich gibt und dass er wirklich handelt in dieser Welt. Damit Kirche werde, „ist Versammlung um den eucharistischen Herrn notwendig“. Das „kann Opfer kosten“, denn oft möchte man seinen eigenen Dingen nachgehen. 

Die dritte Predigt (S. 25-29) hat der Kardinal am 21. Sonntag im Jahreskreis 1989 gehalten. An Jesus wird die Frage gerichtet: „HERR, sind es nur wenige, die gerettet werden?“ Kardinal Ratzinger zeigt, dass hinter dieser Frage oft Selbstgerechtigkeit, Unsicherheit und Kalkül stecken. Wenn wir uns unter die Augen Gottes und unter das Maß seines Wortes stellen, werden wir sehen, „dass es Bemühung braucht“. (…)

Die letzte Predigt der vorliegenden Textsammlung (S. 75-80) hat der Kardinal am 21. Sonntag im Jahreskreis 1999 zum Thema „Die Schlüssel des Himmelreiches“ gehalten: Die Kirche ist „kein Selbstbedienungsladen“, in dem sich jeder heraussucht, was er für heute noch als passend ansieht. Jesus gibt Petrus und mit ihm der Kirche die Vollmacht, zu lehren und zu leiten, d. h. zu sagen, was der HERR von uns will. Schlüsselgewalt bedeutet „zuerst Lehrvollmacht, Auftrag und Vollmacht, aufzuschließen, was der HERR uns an Erkenntnis gibt“.

Diese Homilien zeigen, dass der große Theologe Joseph Ratzinger auch ein begnadeter Prediger war und ist. Den Verantwortlichen des Institutes Papst Benedikt XVI. in Regensburg ist zu danken, dass sie diese zehn Texte  –  mit neun farbigen Bildmotiven sehr ansprechend illustriert  –  der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und damit das Gesamtwerk Joseph Ratzingers um eine wertvolle Facette erweitert haben. Die Publikation beweist, dass „Dogma und Verkündigung“  –  ein Buchtitel des papa emerito  –  in der Person des Predigers eine großartige Synthese gefunden haben.

Prof. Dr. Josef Kreiml

Buch-Daten: Joseph Ratzinger, Pentlinger Predigten, 80 Seiten, Verlag Schnell & Steiner, Regensburg 2015, ISBN 978-3-7954-3017-7, 12,95 Euro.

Quelle und vollständiger Text hier: http://www.bistum-regensburg.de/news/menschen-bei-denen-ich-mich-zuhause-wusste-2015-in-regensburg-veroeffentlicht-die-pentlinger-predigten-kardinal-ratzingers-4298/