Spiegel-Redakteur erinnert an die berechtigte Euro-Skepsis von Edmund Stoiber

Der früher linksorientierte, mittlerweile aber freiheitlich-konservativ denkende „Spiegel“-Redakteur Jan Fleischhauer erinnert in einem am 4. Oktober 2012 auf Spiegel-online veröffentlichten Kommentar daran, daß der frühere bayerische Ministerpräsident und CSU-Chef Edmund Stoiber schon frühzeitig vor den „Risiken und Nebenwirkungen“ des Euro-Experiments gewarnt hat.

Allerdings wollte der CDU-Vorsitzende und Bundeskanzler Helmut Kohl seinerzeit von Bedenken nichs wissen, sondern steuerte hartnäckig und unbelehrbar in Richtung Euro-Zone, offenbar angetrieben von dem Bestreben, unseren europäischen Nachbarstaaten auf diesem Wege bzw teuren Umwege zu beweisen, wie „europafreundlich“ das wiedervereinigte Deutschland doch sei.

Hierzu schreibt der Spiegel-Redakteur nun Folgendes:

„Glaubt man Stoiber, dann war der Euro ein Projekt der Selbstfesselung zur Beruhigung der europäischen Nachbarn. Dieser Lesart zufolge wollte Kohl den anderen europäischen Nationen beweisen, dass der deutsche Riese es wirklich ernst meinte mit seinem Versprechen, ein guter Nachbar in ihrer Mitte zu sein, vor dem niemand mehr Angst haben müsse.“

Der Buchautor und Journalist Jan Fleischhauer fügt hinzu:

Stoiber war einer der ganz wenigen politisch Verantwortlichen, die Bedenken gegen die europäische Währungsunion hatten und diese auch öffentlich äußerten.

Er kann sehr anschaulich erzählen, wie er mit seinen Bedenken abgebürstet wurde; wie man ihn zum Europafeind erklärte und zum „DM-Nationalisten“, der seinen Blick zu fest auf den Münchner Kirchturm gerichtet habe.

Es lohnt sich, diese „Arroganz der Eliten“ noch einmal in Erinnerung zu rufen, sie ist ein Teil der Erklärung, warum die Dinge anschließend so gründlich aus dem Lot gerieten.“

Quelle und vollständiger Artikel hier: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/jan-fleischhauer-war-helmut-kohl-ein-linker-a-859454.html