Priesterweihe in Fulda: Evang. Bischöfin plädiert dort für kath. Frauenpriestertum

Von Felizitas Küble

Am Samstag, dem 22. Mai 2021, fand im Hohen Dom zu Fulda eine feierliche Priesterweihe statt. Der dortige Bischof Dr. Michael Gerber ließ sich hierfür freilich etwas Besonders einfallen: Er lud die evangelische „Bischöfin“ Beate Hofmann dazu ein, zum Schluß der Festmesse – aber noch vor dem Segen – ein Grußwort zu sprechen, obwohl dergleichen nicht zur Liturgie gehört und allenfalls nach der Weihefeier angebracht wäre.

Aber ihre Ausführungen sind anscheinend fast genauso bedeutsam wie die Priesterweihe selbst – oder noch wichtiger?

Die amtliche kirchliche Bistums-Seite bringt in ihrem Bericht über das Ereignis zuerst ein Foto der protestantischen Kirchenfrau im Altarraum erst danach folgt ein Bild mit der Priesterweihe von zwei Diakonen.

Auch im Artikel selbst heißt es bereits im ersten Abschnitt:

„Mit einem Grußwort am Ende der Weihefeier setzte die Bischöfin der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW), Dr. Beate Hofmann, ein starkes ökumenisches Zeichen.“

Danach wird stolz vermeldet: „Es war das erste Mal, dass eine evangelische Bischöfin zu einer katholischen Priesterweihe in den Fuldaer Dom eingeladen wurde.“ 

Der frühere Erzbischof Johannes Dyba von Fulda wäre gewiß nie auf eine solch abwegige Idee gekommen und selbst seinem weniger konservativen Amtsnachfolger Heinz-Josef Algermissen kam eine solche „Premiere“ nicht in den Sinn.

Es kam dann, wie es kommen mußte, was aber weniger die evangelische „Bischöfin“ als der kath. Oberhirte, der sie einlud, zu verantworten hat: Ab Min. 2:03:25 spricht sie das Grußwort: https://www.youtube.com/watch?v=4HCtLmPDlgc    

Die Fuldaer Zeitung zitiert Dr. Hofmann wie folgt:

„Statt theologische Unterschiede zu betonen, sollte es ein Miteinander bei der Verkündigung von Gottes bedingungsloser Gnade und Liebe sowie bei glaubwürdigen Antworten auf die Fragen der Menschen geben.“

Sodann erklärte sie nach der Priesterweihe, sie hätte gerne nicht nur mitgefeiert, sondern auch mitgesegnet, denn auch sie sei zum Dienst am Wort und Sakrament ordiniert.

BILD: Kardinal Müller weiht einen Diakon zum katholischen Priester (Foto: Bistum Regensburg)

Theologische Differenzen über das Amts- und Kirchenverständnis würden dies verhindern – und wegen solcher Traditionen würden heute neben den zwei Männern keine Frauen zu Priestern geweiht. Sie gab ihrer Hoffnung Ausdruck, daß sich dies noch zu ihren Amtszeiten ändere: „Aus der Erfahrung meiner Kirche kann ich sagen, das wird ein Gewinn sein.

Dies darf freilich bezweifelt werden, zumal die Kirchgänger-Zahlen in den evangelischen Landeskirchen noch weitaus niedriger sind als in der katholischen Kirche (12 zu 3%).

Es ist aber müßig, Frau Dr. Hoffmanns provozierende Ansprache zu kritisieren – sie hat das Forum, das sich ihr bot, als Chance genutzt, um der „Schwesterkirche“ ihre protestantischen Vorstellungen zu präsentieren und sich kirchenpolitisch und zeitgeistlich zu profilieren.

Der Ball liegt beim katholischen Oberhirten, der sich offenbar diese Situation herbeigewünscht hatwas durch die lobhudelnde Berichterstattung seiner Bistumsseite bestätigt wird.

 


Sexueller Missbrauch: Betroffene kritisieren mangelnde Aufarbeitung in der EKD

Medienberichten zufolge beschweren sich Betroffenen-Initiativen in der evangelischen Kirche zunehmend darüber, daß die öffentliche Debatte und Presseschlagzeilen sich fast ausschließlich mit der Missbrauchsthematik in der katholischen Kirche beschäftigen.

Dadurch würden Opfer, die sexuellen Missbrauch innerhalb des Protestantismus erlebten, nicht ausreichend ernst genommen, denn die EKD (Evangelische Kirche in Deutschland) fahre immer noch „im Windschatten“ der katholischen.

Nicht zuletzt aus diesem Grunde sei man in der katholischen Kirche stärker mit der Aufarbeitung vorangekommen.

Am 1. Mai 2021 hatte eine Angehörige des Betroffenenbeirats der EKD, Katharina Kracht, ihre Kritik an der mangelnden Aufarbeitung von Missbrauchsfällen in evangelischen Landeskirchen erneuert. Die EKD müsse „aufhören, immer nur mit dem Finger auf die Katholiken zu zeigen“, sagte sie auf einer Online-Pressekonferenz.

Die katholische Kirche stehe zwar zu Recht in der Kritik, aber „die evangelische Kirche steht zu Unrecht nicht in der Kritik.“ – Bei der Aufarbeitung liege sie zudem weit zurück.

Von „schweren Vorwürfen“ des Betroffenenbeirats berichtet auch das offiziöse Portal „Evangelisch.de“:

„Rund ein halbes Jahr nach dem Start haben Mitglieder des Betroffenenbeirats der evangelischen Kirche eine mangelnde Beteiligung von Opfern in die Aufarbeitung von Missbrauch vorgeworfen. Betroffene würden nur unzureichend in Beratungen eingebunden, es fehle an Information und Partizipation, sagte Gremiumsmitglied Katharina Kracht.

Die EKD habe ihr Versprechen einer Aufarbeitung „auf Augenhöhe“ nicht eingehalten, beklagte sie.

Bild: Evita Gründler


Evangelische Theologen warnen die kath. Kirche vor einer „Protestantisierung“

Wie kürzlich im CHRISTLICHEN FORUM berichtet, warnt der lutherische Theologe und Bestsellerautor Peter Hahne die katholische Kirche vor einer weiteren Anpassung an den Zeitgeist – etwa durch Einführung eines Frauenpriestertums – und erinnert dabei an den Abwärtstrend in seiner eigenen Kirche als Folge einer liberalistischen und unbiblischen Ausrichtung.

Der ehem. ZDF-Moderator und bekannte Buchautor („Schluß mit lustig“) erhält nun engagierte Schützenhilfe aus der Lutherstadt Wittenberg.

Alexander Garth ist Pfarrer an der Evangelischen Stadtkirche und Gründer einer Jugendkirche; er erklärt im aktuellen Vatican-Magazin aus dem Kisslegger Fe-Verlag, die christliche Welt dürfe ihre „katholische Farbe“ nicht verlieren.

Wie die Münsteraner Bistumszeitung „Kirche und Leben“ meldet, kritisiert der evangelikale Pastor die jüngsten Reformwellen in der katholischen Kirche: „Mit Sorge beobachte ich die Protestantisierungsbestrebungen in unserer katholischen Schwesterkirche, wie sie sich in Maria 2.0 und im Synodalen Weg ausdrücken“.

Durch Demokratisierung werde eine Volkskirche immer profilloser, beklagt der Wittenberger Theologe. Er erinnert daran, daß der „geistlicher und physischer Zustand“ seiner eigenen Kirche „noch schlimmer und die Auswirkungen der Säkularisierung noch verheerender“ seien als in der katholischen Kirche“.

Er halte die „Protestantisierung der katholischen Kirche für ein großes Unglück“, schrieb der Pfarrer auf der Kanzel Martin Luthers. Die Welt brauche das „Profil der katholischen Spiritualität mit Papsttreue, Marienverehrung und dem Beispiel der Heiligen der Kirche“, schreibt Garth weiter.

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Ist der Auferstehungsglaube lebensprägend? – 18% sagen JA, Freikirchliche am meisten

Knapp jeder fünfte Deutsche (18 Prozent) gibt an, dass der christliche Auferstehungsglaube sein Leben trage. Dagegen ist eine Mehrheit von 62 Prozent der Meinung, dass dies nicht der Fall sei. 12 Prozent geben an, nicht zu wissen, wie sie zu der Aussage stehen.

Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Umfrage des Erfurter Meinungsforschungsinstituts INSA, die im Auftrag der „Tagespost“ durchgeführt wurde.

Mit dem Alter steigt der Anteil an Befragten, deren Leben vom Auferstehungsglauben getragen ist. Während 18 bis 29-Jährige der Aussage nur zu 13 Prozent zustimmen, liegt der Wert in der Gruppe der 40- bis 59-Jährigen bei 17 Prozent. Bei den über 60-Jährigen ist er mit 21 Prozent am höchsten.

Im Westen ist die Zustimmung zur Aussage höher als im Osten (19 zu 11 Prozent).

Katholische Befragte geben zu 31 Prozent an, dass der christliche Auferstehungsglaube ihr Leben trägt. Das sind drei Mal so viele wie in normalen Zeiten jeden Sonntag Ostern feiern. Bei 48 Prozent der katholischen Befragten ist dies nicht der Fall. Unter Protestanten ist der Anteil an Zustimmung mit 23 Prozent geringer. 53 geben an, dass der christliche Auferstehungsglaube ihr Leben nicht trage.

Einzig freikirchliche Befragte stimmen der Aussage mehrheitlich zu (52 Prozent; 34 Prozent Ablehnung). Konfessionslose lehnen die Aussage mit 82 Prozent deutlich mehrheitlich ab.

Quelle: Tagespost-Pressemeldung


Nachdenken über den „Mantel der Liebe“

Der folgende bemerkenswerte Beitrag stammt von dem evangelischen Propst i. R. Dr. Karl-Heinrich Lütcke aus Berlin. Es handelt sich um den ersten Teil seiner Ansprache anläßlich einer Tagung der Paul-Gerhardt-Diakonie am 8.9.2015, die wir mit freundlicher Genehmigung des Autors hier veröffentlichen.

Die Fortsetzung und weitere gehaltvolle Artikel und Predigten finden Sie in der Neuerscheinung „Raum und Zeit – von Gott gewährt“ – mit Beiträgen dem Kirchenjahr entlang sowie Auslegungen von biblischen Psalmen und Aussagen zu Kernthemen des Glaubens.
Das 168 Seiten umfassende Buch ist hier erhältlich: https://www.epubli.de/shop/buch/Raum-und-Zeit—-von-Gott-gew%C3%A4hrt-Karl-Heinrich-L%C3%BCtcke-9783753166704/110376#beschreibung

Pallium – Mantel – Umhüllung

Der Mantel der Liebe ist ein umstrittenes, ambivalentes Kleidungsstück. Das Bild „Mit dem Mantel der Liebe zudecken“ wird oft auch in kritischem Sinn verwendet, z.B. in der Kritik, dass gerade in der Kirche unter dem Motto falsch verstandener Liebe Probleme durch „Zudecken“ entstehen („Habt Ihr´s mal wieder mit dem Mantel der Liebe zugedeckt?“).

Das Bild hat (ohne jeden kritischen Unterton!) einen biblischen Hintergrund im Weisheits-buch der Sprüche: Hass erregt Hader; aber Liebe deckt alle Übertretungen zu. (Spr. 10, 12).

Der Spruch wurde wieder aufgenommen im 1. Petrusbrief: Vor allen Dingen habt unter-einander beständige Liebe; denn »die Liebe deckt auch der Sünden Menge“ (1. Petr. 4,8).


Wie man damit in einem institutionellen Kontext umgeht, ist ein kompliziertes Problem, auf das ich noch einmal zurückkomme. Aber zuvor möchte ich den Mantel der Liebe als ein wärmendes und tröstendes Kleidungsstück vorstellen.

(1) Das Pallium der Liebe – Palliativ-Medizin

Pallium ist das lateinische Wort für der Mantel, Palliare heißt: mit dem Mantel umhüllen. Der Sterbende wird, wenn er schwere Schmerzen hat, durch die Palliativ-Behandlung umhüllt wie mit einem Mantel.

Man denkt dabei zuerst an die schmerzlindernden ärztlichen Mittel. Aber auch die liebevolle Zuwendung durch Ärzte, Pflegende, Angehörige ist in der letzten Phase des Sterbens ein Mantel, der umhüllt, ein Mantel der Liebe.

Bei Jochen Klepper findet sich in einem schönen Morgenlied der Satz: Du (Gott) willst mich früh umhüllen mit deinem Wort und Licht.

Hier werden also das Schöpfungslicht, das nach der Nacht wieder da ist, und das tröstende Wort der Bibel als eine schützende Hülle verstanden, mit der auch ein schwieriger Tag leichter zu bestehen ist. Sein Wort will helle strahlen, wie dunkel auch der Tag, heißt es später in derselben Strophe.

Mit der Zuversicht des Glaubens, die aus diesem Lied spricht, können die nicht immer schmerzfreien Schläge und Verletzungen, die so manch ein Arbeitstag bringt, zwar nicht einfach an einem abprallen, aber sie werden schützend umhüllt.

Matthias Claudius sieht dann auch den Abend und die Ruhe der Nacht ähnlich und mit dem gleichen Bild des Umhüllens: Wie ist die Welt so stille und in der Dämmrung Hülle so traulich und so hold als eine stille Kammer, wo ihr des Tages Jammer verschlafen und vergessen sollt.

Und wieder zurück zur Palliativ-Medizin: Dass auch Worte und Gebete trostreich umhüllen, erleben Menschen, wenn z.B. im Hospiz am Bett eines Sterbenden der 23. Psalm (Der Herr ist mein Hirte) oder das Vaterunser gebetet wird. Über die Palliativ-Medizin und die Hospiz-Arbeit entdecken wir also den Mantel der Liebe als einen Schutzmantel.

In der bildenden Kunst gibt es den Schutzmantel in der Gestalt der Schutzmantelmadonna.

Dort wird Maria mit einem Mantel dargestellt, unter dem sich schutzbedürftige Menschen bergen. Dahinter steht ein alter Rechtsbrauch: Wer einer Person rechtlichen Schutz gewähren wollte, legte seinen Mantel über die schutzbedürftige Person.

Der Apostel Paulus redet von einer Umhüllung und Umkleidung im Sterben bzw. nach dem Sterben, wenn der ewige Gott den Gestorbenen wie mit einem Mantel umhüllt: Denn darum seufzen wir auch und sehnen uns danach, dass wir mit unserer Behausung, die vom Himmel ist, überkleidet werden. (2. Kor. 5,2)

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Bremen: Erneute Attacke auf evang. Kirche

Mutmaßlich Linksextremisten haben in der Nacht auf den 7. März 2021 die evangelische Kirchengemeinde St.-Martini in Bremen großflächig mit Farbe bespritzt.

Wie die Bremer Polizei mitteilte, sprühten die Täter blaue, lila und rosa Farbe auf die Fassade des Kirchengebäudes….Bislang war die theologisch konservativ geprägte Kirchengemeinde vielfach Zielscheibe von Tätern aus dem linken bis linksextremen Milieu.

So klebten unbekannte Täter im Januar an ein Bauschild vor dem Kirchengebäude ein selbstgemaltes Plakat, auf dem ein ans Kreuz genagelter Jesus und eine Sprechblase mit dem Text „Fickt Euch Ihr Nazi-Fundis“ zu sehen war.

Im Oktober 2020 malten Unbekannte an eine Wand unterhalb der Kirche den Slogan „Fight Homophobia“ (Bekämpft Homophobie) und fügten zwei Symbole hinzu: ein A im Kreis, das als anarchistisches Symbol gilt, sowie Hammer und Sichel, ein Zeichen des Marxismus-Leninismus.

Bei einem früheren Anschlag besprühten Abtreibungsbefürworter das Gelände um die Kirche mit Graffiti und Parolen, u.a. mit „Weg mit § 218/219“ sowie „My body my choice!“ (Mein Körper, meine Entscheidung).

Quelle und FORTSETZUNG der Meldung hier: https://jungefreiheit.de/allgemein/2021/anschlag-kirchengemeinde-bremen/


Sachbuch: Die GRÜNEN unter der Lupe

Unsere aktuelle Empfehlung:

Buch-Daten: DIE GRÜNEN – Was steckt wirklich dahinter? Eine Enthüllung – Dr. Lothar Gassmann, Jeremia-Verlag, 236 Seiten, ISBN: 978-3-944834-39-9. Preis 15 Euro

Der Jeremia-Verlag gehört zum evangelikalen (theologisch konservativen) Spektrum und bringt neben Büchern zu Glaubensthemen auch Veröffentlichungen zu zeitkritischen Fragen heraus.

Sehr faktenstark, tiefgründig und übersichtlich aufgebaut ist das jetzt in 5. Auflage erschienene Werk des evangelischen Theologen und Predigers Dr. Lothar Gassmann über Entstehung, Geschichte, Ideologie und Hintergründe der grünen Partei, der er in seiner Jugend aus „umweltbewegten“ Gründen einst selber angehört hat.

Bereits im Laufe der 80er Jahren distanzierte sich der Publizist jedoch von dieser unchristlichen und linklastigen Partei mit ihrer verfänglichen „Naturmystik„, die sich damals wie heute für z.B. für die totale Abtreibungsfreiheit einsetzt, also keineswegs wirklich „für das Leben“ eintritt.

Wer sich mit den realen Zielen und Hintergründen der Grünen befaßt, kann sein blaues Wunder erleben, wenn er die Partei zuvor durch die rosarote Brille betrachtet hat – wie das bis heute immer noch viele Zeitgenossen tun, vor allem aus dem Bildungsbürgertum, darunter sogar Christen in ihrer grenzenlosen Naivität.

Der bekannte ZDF-Moderator und Bestsellerautor Peter Hahne empfiehlt dieses fundierte Werk ebenso wie Helmut Matthies, jahrzehntelanger Chef von IDEA, der größten evangelischen Nachrichtenagentur in Deutschland: „An diesem Buch kommt kein ernsthafter Diskutant der Grünen vorbei.“

Hier kann man das Aufklärungs-Buch direkt beim Verlag bestellen: https://jeremia-verlag.com/product/die-gruenen-was-steckt-wirklich-dahinter-eine-enthuellung/

Hier reinschauen in die Leseprobe.pdf 


Evangelikale Kritik an Charismatiker Hinn

Von Felizitas Küble

Unter dem Titel „Der Wolf im Maßanzug“ befaßt sich die evangelische, theologische konservative Zeitschrift IDEA mit dem bekannten Starprediger Benny Hinn (siehe Titelfoto).

Der US-amerikanische Vertreter eines „Wohlstandsevangeliums“ habe – so die evangelikale Zeitschrift in ihrer Ausgabe Nr. 8/2021 – mit seinen „Heilungskreuzzügen“ ein finanzielles Vermögen geschaffen (laut Wirtschaftsmagazin „Forbes“ besitzt er 42 Millionen US-Dollar).

Hinn behauptet, durch seine euphorischen Massenveranstaltungen seien tausende Kranke geheilt worden, wobei er sich auf die Kräfte des „Heiligen Geistes“ und angebliche biblische „Verheißungen“ beruft.

Allerdings widerspricht sein Neffe Costi Hinn diesem Selbstlob und erläutert in einer Neuerscheinung, dem Prediger sei es vor allem um seinen persönlichen Gewinn und Vorteil gegangen. Näheres dazu schreibt der Autor in seinem Buch „Gott, Gier und Geld“ aus dem evangelischen CLV-Verlag.

Er wirft seinem Onkel vor, arme Menschen ausgebeutet zu haben, um selber reich zu werden – und dies mit Verweis auf das von ihm propagierte „Wohlstandsevangelium“, das in einem erheblichen Teil der charismatischen Bewegung seit Jahrzehnten weit verbreitet ist.

Vor über einem Jahr, am 7. Januar 2020, haben wir in unserem CHRISTLICHE FORUM über die skeptischen Äußerungen von Costi Hinn berichtet: https://charismatismus.wordpress.com/2020/01/07/costi-hinn-neffe-eines-charismatischen-star-predigers-findet-zum-nuechternen-glauben/

Nach Erscheinen seines Buches liegen nun weitere Informationen vor.

Vor rund 10 Jahren erschien im CHRISTLICHEN FORUM ein Artikel, in dem wir uns mit Benny Hinn befaßt und hierbei das von ihm – wie von vielen Charismatikern – praktizierte „Ruhen im Geist“ kritisiert haben: https://charismatismus.wordpress.com/2011/07/08/benny-hinn-der-charismatische-starprediger/

Unser damaliger Untertitel lautete daher ironisch: „Benny Hinn – und Du bist hin!“

Gemeint ist damit ein tranceartikes Rückwärtsfallen nach einer „Segnung“ mit Handauflegung (oder mittels vermeintlicher „Geistaussendung“) durch einen Heilungsprediger. Das Phänoment ist auch als sog. „Toronto-Segen“ bekanntgeworden, weil es in Toronto während der 90er Jahre zu zahlreichen schwarmgeistigen Manifestationen kam.

Wir bezeichnen diesen Vorgang recht anschaulich als „Hammersegen“ und bestreiten die pfingstlerische Behauptung, es handle sich hierbei um eine „Taufe im Geist“ oder eine sonstige himmlische Gnadenbezeugung. Aus unserer Sicht wirkt der wahre Geist Gottes nicht ohne oder gar gegen den Verstand und auch nicht am menschlichen Bewußtsein vorbei.

Der Heilige Geist macht uns geistig wach – und legt uns nicht flach.

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt


China: Christlicher Gemeindeleiter Wang Yi zu 9 Jahren Haft verurteilt

Wang Yi (siehe Foto), Leiter der Rainbow Covenant Hauskirche in Chengdu, wurde am 9. Dezember 2018 zusammen mit rund hundert Gemeindemitgliedern verhaftet. Es handelt sich um eine evangelische Hauskirche in China, die nach offizieller kommunistischer Lesart als nicht registrierte Gemeinde illegal ist.

Ende Dezember 2019 verurteilte ein Gericht in Chengdu, der Hauptstadt der südwestchinesischen Provinz Sichuan, Pastor Wang Yi zu einer neunjährigen Gefängnisstrafe verurteilt. Er habe «illegale Geschäfte» betrieben und dazu angestiftet, die «Staatsgewalt zu untergraben», heißt es in dem Urteil.

Er verliert zudem für drei Jahre seine politischen Rechte, und es werden Gegenstände aus dem Besitz Wangs im Wert von 50.000 Yuan, konfisziert, was annähernd 6.300 Euro entspricht.

Im Mai 2020 wurde bekannt, dass Wang Yi aus dem Gefängnis von Chengdu in eine andere Haftanstalt verlegt wurde. Seitdem ist sein Aufenthaltsort unbekannt.

Pastor Wang Yis Kirche will ihre Unabhängigkeit bewahren und ist nicht bereit, der staatlichen Dachorganisation der „Drei-Selbst-Bewegung“ beizutreten. Die Botschaft des Urteils an andere widerspenstige Hauskirchen ist eindeutig: «Wenn ihr nicht beitretet, erteilt euch bald das gleiche Schicksal wie Wang Yi und seine Gemeinde.»

Die Wendung «Hauskirche» leitet sich aus dem Umstand ab, dass die Gläubigen wegen des illegalen Status in privaten Wohnungen und nicht in Kirchen ihre Gottesdienste feiern.

Vor seiner Bekehrung und Taufe 2005 war Wang Yi ein bekannter Bürgerrechtsanwalt und Rechtsprofessor an der Universität von Chengdu. 

Quelle und FORTSETZUNG des Artikels hier: http://www.akm-online.info/

Weitere Infos zu Pastor Wang Yi hier: https://www.deutschlandfunk.de/der-furchtlose-prediger-von-chengdu-mit-gottes-hilfe.886.de.html?dram:article_id=432807 


Evangelische Schriftstellerin Lewitscharoff kritisiert „weichgespülte“ Predigten

Die deutsche Schriftstellerin Sibylle Lewitscharoff hat Religionswissenschaft studiert –  und der Glaube ist immer wieder Thema in ihren Werken.

In einem Interview des Deutschlandfunk (DLF) hält sie nicht hinterm Berg mit ihrer Kritik an den Kirchen. Vor allem die „weichgespülten“ Predigten, die nicht mehr vom Jenseits handeln, stoßen ihr übel auf.

Das Thema Tod habe in den vergangenen Monaten trotz Corona zu wenig Raum in der öffentlichen Debatte gefunden, sagt sie. Auch die Kirchen hätten dazu nicht viel gesagt. „Die Kirchen sind ja so was von lendenlahm im Predigen“, sagt Lewitscharoff im Interview von DLF:

„Die Kirchen sind ja so aufs Diesseits fixiert, die Protestanten noch schärfer als die Katholiken… Im Grunde hat sich eine areligiöse Gesellschaft in den Kirchen breitgemacht, weil sie vom Jenseits überhaupt keine Vorstellung mehr haben.“

Öfter höre sie Predigten im Radio oder gehe in die Kirche: „Das Gottvertrauen wird beschworen, ja. Aber worauf vertraut man denn, wenn es nicht ein wirkliches Leben und ein erfülltes Leben nach dem Tod gibt? Und was bedeutet überhaupt Erlösung? Das ist doch eine interessante Frage. Darüber kann man doch predigen.“

Allerdings gebe es einzelne gute Prediger, sagt Lewitscharoff. Die kirchliche Bindung sei ihr wichtig, denn sonst gerate man „in die Fänge einer Privatreligion“. Deswegen sei sie auch nie aus der evangelischen Kirche ausgetreten.

Zu den Predigten sagt sie weiter: „Sie dürften sich nicht immer gedanklich an den Allerdümmsten wenden.“

Natürlich müsse eine Predigt verständlich sein. Aber: „Die Sprache ist auch so verkommen. Und das ist bei den Protestanten schlimm, denn die sind ja stärker auf die Predigt angewiesen als die Katholiken.“

Quelle und Fortsetzung des Beitrags hier: https://www.pro-medienmagazin.de/index.php?id=95336