Plädoyer für ein Europa der Vaterländer und für die Vielfalt der Völker

Von Jörgen Bauer

Dieser Tage sah ich eine in Deutsch unterlegte Sequenz eines japanischen Fernsehsenders, in der ein Japaner, der sich längere Zeit in Deutschland aufhielt, interviewt wurde. Der Japaner konnte sich über die Deutschen nur wundern, weil diese – aus seiner Sicht – den kollektiven Selbstmord planen.
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Auch die Moderatorin konnte das kaum fassen. Der kollektive – oder richtiger “nationale” –  Selbstmord werde hauptsächlich durch die Überfremdung durch Flüchtlinge und Migranten bewirkt, denen man weitgehend – unter Zurückstellung eigener Interessen – entgegenkommt, wobei die eigenen Bürger vernachlässigt werden.
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Als Grund für diese selbstzerstörerische Haltung wurden Schuldgefühle wegen eines “Herrn Hitler” genannt, weshalb man weiterhin glaubt, immer noch etwas gut machen zu müssen, was überhaupt nicht verstanden wurde, zumal auch Japan Schuld auf sich geladen hatten. Aber irgendwann muss es genug sein. 
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Hierzulande gibt es seit 2012 die “Identitäre Bewegung” (IB), der es darum geht, dass nicht nur Deutschland, sondern ebenso auch die Völker Europas ihre individuellen und kulturellen Eigenheiten, also ihre Identität bewahren, und diese nicht durch fremde Kulturen überlagert, ersetzt und abgelöst werden.
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Und eine IB ist in einem Land wie dem unseren, in dem die Meinungsfreiheit durch “betreutes Denken” eingeschränkt ist und “betreute Quasselrunden” den Medienkonsumenten klar machen, wie sie die Welt zu sehen haben, natürlich höchst verdächtig.
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Deshalb werden die Identitären auch als Nazis, Rassisten, Fremdenfeinde usw., also als ganz besonders Schlimme und deshalb als bekämpfenswert eingeordnet und bezeichnet.
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Der JUNGEN FREIHEIT ist es zu verdanken, dass sie sich in ihrer Ausgabe Nr. 19 vom 3. Mai 2019 ausführlich mit dieser Thematik befasst, womit ein realistisches Bild gezeichnet wird.
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Es geht der IB um Ethnopluralismus. Darunter versteht sich eine gesellschaftliche Ordnung mit ethnisch und kulturell homogenen Staaten. Multikulturalismus wird abgelehnt. Zuwanderung soll nach abstammungsmäßigen Kriterien gesteuert werden. Sie setzt sich für einen Stopp der Zuwanderung und konsequente Abschiebung ein, damit die Deutschen nicht zu einer Minderheit im eigenen Land werden.
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Die IB ist gegen Rassismus und Chauvinismus und lehnt Gewalt ab. Ihre Aktionen sind eher mit der von Green-Peace vergleichbar.
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Wer Mitglied werden will, muss sich einem mehrstufigen Auswahlverfahren unterziehen. Die IB hat rund 500 Mitglieder, die sich in 17 Regionalgruppen und über 100 Ortsgruppen verteilen. Rechtsextreme werden nicht geduldet.
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Wie ist das zu bewerten?
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Stellen wir uns eine Ortschaft vor, in der zahlreiche Familien in ihren eigenen Häusern oder Wohnungen leben, wobei sich alle auf irgendeine Weise am Leben in der örtlichen Gemeinschaft beteiligen. Sei es in Vereinen oder bei gemeinsamen Veranstaltungen, bei Entscheidungen, welche die Gemeinde betreffen oder bei Aktionen im Dienste der Gemeinschaft.
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Jede Familie zieht sich aber immer wieder in ihren häuslichen Bereich zurück, um dort, entsprechend ihren jeweiligen Gewohnheiten und ihrer familiären Lebensart zu leben.
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Das entspräche dem ursprünglichen Modell eines Europas der Vaterländer, in dem verschiedene Völker ihren kulturellen und sonstigen Eigenheiten entsprechend leben, wo man sich aber zusammenschließt, um Probleme, die alle betreffen, gemeinsam zu lösen.
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Jetzt könnten ja ein paar ganz Schlaue kommen, die den Bewohnern besagter Ortschaft raten, ihre individuellen Haushalte aufzugeben und stattdessen in ein Gemeinschaftshaus zu ziehen, um dort nicht nur all ihren Besitz einzubringen und sich einer wenig attraktiven, fremdbestimmten Hausordnung zu unterwerfen, sondern auch noch die Türe für Wanderer und Vorüberziehende offen zu halten, damit diese zu Lasten der Bewohner in das Gemeinschaftshaus aufgenommen werden können, was als besonders erstrebenswert anzusehen ist.
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Man muss kein Prophet sein, um zu erkennen, dass das nicht gutgehen könnte.
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Nun muss man leider feststellen, dass es bei den Kandidaten für die Wahlen zum EU-Parlament zahlreiche Phantasten und vaterlandslose Gesellen gibt, die ein Faible für solche hirnrissigen Ideen haben und von einer Auflösung der Nationalstaaten faseln, die angeblich nicht mehr zeitgemäß, sondern überholt sind.
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Solche Töne klangen selbst bei einem CSU-Kandidaten Manfred Weber an, der wohl von den “Vereinigten Staaten von Europa” angetan ist, dem wohl die Vereinigten Staaten von Amerika (USA) als Vorbild dienen.
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Aber wie sind die USA entstanden? Zuwanderer aus aller Welt – heute würde man Migranten dazu sagen – haben das Land unter Verdrängung der indianischen Urbevölkerung, mit denen sie absolut keine Gemeinsamkeiten hatten, mehr oder weniger gewaltsam in Besitz genommen.
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Übrigens haben die Zuwanderer aus aller Welt in Amerika ihre nationalen Identitäten nicht aufgegeben, sondern Vereine gegründet und sich in national geprägten Stadtvierteln – wie z.B. “China Town” – angesiedelt, in denen die Erinnerung an die gemeinsame Herkunft lebendig gehalten wird.
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Das gibt es auch bei uns. Angefangen von Vertriebenenorganisationen bis jetzt zu Stadtteilen, in denen überwiegend Menschen mit ausländischen Wurzeln – vor allem Muslime – leben, die sich zum Teil zu “No-go-Areas” entwickeln.  
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Wenn ich immer wieder von Hochrechnungen höre, wonach bei uns noch Platz für hunderte Millionen Migranten wäre, beschleicht mich das Gefühl, dass es politisch Kriminelle gibt, die wollen, dass sich bei uns die Geschichte –  in Anlehnung an die Entstehung der USA – wiederholt. Und da habe ich den Verdacht, dass die eurokratischen Ideologen in globalistischen Phantastereien befangen sind.
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Die europäischen Staaten und ihre Völker haben ihre jeweils eigenen Sprachen, ihre eigene Geschichte, ihre eigenen, gewachsenen und spezifischen Kulturen, die erhaltenswert sind und die sich nicht querbeet durchmischen lassen, was letztlich zu einer kulturellen Verarmung führen müsste. Es geht hier um die Identität eines Volkes, das Heimat und ein Gefühl der Zusammengehörigkeit vermittelt.
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Der Verlust der Identität führt zur Entwurzelung. Es ist lebensnotwendig, sich irgendwo zugehörig zu fühlen, eine Heimat und ein Zuhause zu haben. Ist es erstrebenswert, heimatlos und ein Blatt im Wind zu sein? 
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Grenzen sind ein unverzichtbarer Ordnungsfaktor der vorgegebenen Natur- und Schöpfungsordnung, erkennbar an den Naturgesetzen und den Abläufen in der Natur. Bereits ein lebendiger Organismus besteht aus unterschiedlichen, voneinander abgegrenzten Organsystemen und ist nur so überlebensfähig.
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Das setzt sich dann im Alltag in organisatorischen Strukturen und im Zusammenleben der Völker fort, in dem geregelt wird, was, wann, wo und für wen gilt. Andernfalls hätte man das totale Chaos.
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Und wer die totale Freiheit und Menschenliebe propagiert und Grenzen ablehnt, sollte gefragt werden, ob er wirklich ernstlich bereit ist, seine Türschlösser auszubauen bzw. Haus- und Wohnungstüren auszuhängen, Zündschlüssel nicht mehr abzuziehen, sondern jedem Vorübergehenden den Zutritt zu seiner Wohnung und den Gebrauch seines Autos zu gestatten.
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Deshalb ist es absolut unverständlich, wenn der Begriff “Grenze” bevorzugt im negativen Sinn, nämlich als “Ausgrenzung” und damit “Ablehnung” verstanden wird.
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Ich glaube nicht, dass unsere Mitbürger gegen ein Vereintes Europa sind. Der Widerwille richtet sich gegen die Europäische Union (EU) mit ihren undurchschaubaren Strukturen, die von niemanden gewählt wurde, aber die Funktion eines “Überstaates” hat und damit den Mitgliedstaaten vorschreiben kann, welche Gesetze diese zu beschließen haben.
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Auch wenn das Europaparlament mehr oder weniger Alibifunktion und nichts wirklich zu sagen hat, ist es trotzdem wichtig, zur Wahl zum EU-Parlament zu gehen, damit nicht solche Leute das Sagen bekommen, die nach der Bundesrepublik jetzt auch noch Europa an die Wand fahren wollen.
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Was kann vom Wort Gottes dazu gesagt werden?
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Denn Gott ist nicht ein Gott der Unordnung, sondern des Friedens.  1. Kor 14,33
Dass Unordnung und Unfrieden ebenso wie Ordnung und Frieden in einem inneren Zusammenhang stehen, entspricht einer alltäglichen Erfahrung: Schlampereien bewirken Ärger und Verdruss, während Ordnung und Zuverlässigkeit wertgeschätzt sind und anerkannt werden.
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Das Wort Gottes, die Bibel, rühmt und preist das Tun Gottes, der alles auf so wunderbare Weise geschaffen und geordnet hat, so dass es möglich wäre, in absolut vollkommenen paradiesischen Verhältnissen zu leben – wenn, ja wenn die Menschen keine Sünder wären, die sich ständig gegen Gottes Ordnungen auflehnen und damit für Streit, Unordnung und Gewalt sorgen.
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Die Menschen wissen das im Grund und entwickeln deshalb ständig neue Ideen und Ideologien, von denen sie glauben, die Welt damit verbessern zu können. Das funktioniert aber deshalb nie, weil wir Menschen unseren Hang zum Unfrieden und zur Unordnung nicht ablegen können, sondern das bestenfalls auf eine “höhere Ebene” verlagern.
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Der Staat lebt von Voraussetzungen, die er selbst nicht geschaffen hat – das gilt auch für die EU. Deshalb wurde in das Grundgesetz ein Gottesbezug aufgenommen, um zu verdeutlichen, dass es etwas Höheres gibt, das die Welt in der Hand hält.
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Im Vertrag über eine EU-Verfassung, die bislang nur deklaratorischen Charakter hat, weil sie nicht in Kraft getreten ist, fehlt ein solcher Hinweis. An die Stelle Gottes tritt hier das “gemeinsame europäische Erbe” und das ist ein sehr vieldeutiges Fundament.
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Neuorganisationen sind –  wie Umzüge – immer solange mit Unordnung verbunden, bis alles seinen Platz gefunden hat. Und da ist in Europa noch vieles nicht an seinem Platz.
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Das führt dann zu dem von den EU-Funktionären beklagten “(Rechts)Populismus in der Mitte der Gesellschaft”, was eigentlich ein Grund zur Hoffnung ist, denn der “Populist” ist in der Regel ein geistig gesunder Mensch, der allen Umerziehungsversuchen des gleichgerichteten politisch-medialen Komplexes widerstanden hat.
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Die Idee eines vereinten Europas ist positiv, wenn dieses in erster Linie den Europäern und denen, die wirklich dazugehören wollen und sich einordnen, dient.
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Unser Gast-Autor Jörgen Bauer ist evangelischer Christ und lebt in Heidenheim

Koran und Christi Botschaft sind unvereinbar

Margret von Falck

Über den Islam wird in der Kirche, auch in der kirchlichen Presse, meist einseitig „informiert“ und aus Unkenntnis die Gefahr des Islam bagatellisiert. Es fehlt eine sachliche Auseinandersetzung über die Frage: Was ist der Islam wirklich?

Dieser Artikel möchte dazu einen kleinen Beitrag leisten:

Seit über 70 Jahren leben wir in Westdeutschland in Freiheit und (wachsendem) Wohlstand, aber auch in der Gefahr, unsere christliche Freiheit und damit uns selbst zu verlieren.

Wer den Allah der Muslime mit dem Gott der Juden und Christen gleichsetzt, wer für sog. Offenheit und Toleranz und Dialoge eintritt, kann in der Menge baden. Alle anderen, die nicht dem Mainstream entsprechen, stehen in der Gefahr, abgestraft zu werden.

Folglich schwindet das Bewusstsein dafür, wofür Kirche überhaupt steht: für die Botschaft von unserer Erlösung durch Jesus Christus und für die Verkündigung seines Leidens und Sterbens und seiner Auferstehung. Gott wurde Mensch um unsertwillen, für jeden und jede von uns, auch für Behinderte, Kranke und Gesunde. Er will, dass wir leben und uns mit Wort und Tat zu ihm bekennen.

Hier hat unser Gespräch mit den Muslimen anzusetzen. 

Heute sind alle Grenzen verschwommen. Hauptsache, man ist nicht „rechts“, sondern „offen“ für alles Neue, auch für den Islam.

Viele wissen nicht, dass das Wort „Islam“ nicht, wie es viele Moslems uns glauben machen möchten, Frieden bedeutet, sondern Unterwerfung (unter Allah).  Dass sich der Islam auf den Koran, die Scharia, das Leben Mohammeds und die Hadithen gründet, schiebt man möglichst beiseite bzw. befasst sich erst gar nicht damit.

Wer bei uns in der Kirche hat wirklich den Koran mit seinen ca. zweihundertmaligen Aufforderungen „Tötet die Ungläubigen“ gelesen? Wen kümmert es, dass Mohammed den Muslimen als größter Feldherr aller Zeiten gilt, der die ersten Judenpogrome und in acht Jahren fast achthundert Kriegszüge durchgeführt hat?

Wen interessiert es, dass Juden im Koran als Schweine, Hunde und Affen bezeichnet werden, die man umbringen muss? (Das ist aus islamischer Sicht „Gottes Wort!“ –  Jedes Wort des Koran gilt als eine Abschrift des unveränderlichen Urkoran, der im Himmel ist.)

Wen lässt das tausendfache Sterben derer, die sich in der weiten Welt zu Christus als dem Sohn Gottes bekennen, nicht zur Ruhe kommen?

Es gilt im Islam als Shirk = Beigesellung, nämlich als die größte, unvergebbare Sünde, Gott etwas „beizugesellen“, sich also zu Jesus als dem Sohn Gottes zu bekennen.

Um vermeintlicher Toleranz willen verleugnet man ihn lieber und nimmt sein Kreuz ab, um den Dialogpartner nicht vor den Kopf zu stoßen. Stattdessen versucht man, gut Freund mit Islamverbänden und Moscheevereinen zu sein und sie zu unterstützen.

Wenn man aber den Islam anerkennt, dann verleugnet man Jesus Christus. Wollen wir das? Das hat nichts mit einer Verurteilung von Muslimen zu tun: Die Menschen sind uns wertvoll, nicht aber ihre Ideologie. Auch Jesus liebt uns sündige Menschen, aber nicht die Sünde, von der wir uns beherrschen lassen.

Seit über 70 Jahren gibt es in Westdeutschland und seit dem Fall der Mauer vor 29 Jahren in ganz Deutschland – Gott sei’s gedankt! – Meinungs- und Pressefreiheit. Trotzdem wird selten über die Wahrheit im Islam berichtet, geschweige denn klar gesagt, dass er antichristlich ist, weil er die Gottessohnschaft Jesu Christi sowie sein Leiden, Sterben und Auferstehen leugnet.

Auch dass es Juden gibt, die sich zu Jesus Christus bekennen, obwohl sie Juden bleiben – die sog. Messianischen Juden – möchte man bei uns in der Kirche nicht wahrhaben und schließt sie vom Deutschen Evangelischen Kirchentag aus, weil sie „den Dialog stören“. Und dabei waren die Apostel Jesu und die erste Gemeinde in Jerusalem Judenchristen!

Unsere Gast-Autorin Margret von Falck ist evangelische Religionslehrerin und Theologin; sie wohnt in Bielefeld


Inkonsequenter „Kirchenstreik“ der KFD-Frauen: Warum werden sie nicht evangelisch?

Von Rainer Kochinke

Es mag sein , dass sich manche Frauen besonders mutig vorkommen, wenn sie in einer spektakulären medienwirksamen Aktion ihre Kirche „bestreiken“. Aber gehört zu wirklichem Mut nicht auch konsequentes Handeln?

Wenn die streikenden KFD-Frauen ohnehin nicht mehr an die-   von Papst Joh. Paul II bekräftigte  –  definitive Lehrentscheidung glauben, dass die Kirche unter keinen Umständen ermächtigt ist, Frauen zu Priesterinnen zu weihen und dass eine solche Weihe von vornherein ungültig wäre, wenn sie also das kirchliche Lehramt eindeutig ablehnen, müsste ihnen eigentlich klar sein, dass sie sich damit selbst außerhalb der Glaubensgemeinschaft der Kirche stellen und nur noch Namens-Katholikinnen sind. 

Tatsächlich erheben sie ja in diesem Zusammenhang die gleichen Forderungen wie Martin Luther vor 500 Jahren, mit dem Unterschied, dass die evangelischen Pastorinnen erst verspätet kamen, aber zeitgeistig unproblematisch, weil es eine Priesterweihe auch für ihre männlichen Kollegen nicht gibt.

Konsequent wäre es nun, wenn die nicht mehr katholisch glaubenden KFD-Frauen diese „unzeitgemäße“ katholische Kirche verlassen und sich in protestantischen Gemeinschaften z.B. als Pastorinnen engagieren würden, wo sie ihre Forderungen bereits verwirklicht finden und auch – angesichts des dramatischen Mitgliederschwunds – mit offenen Armen aufgenommen werden würden. 

Papst em. Benedikt XVI. hat unlängst die wirkliche Ursache der Kirchenkrise angesprochen, den Verlust des Glaubens.

Denn wer Jesus Christus nicht mehr als den Sohn Gottes bekennt und das Evangelium nicht als die verbindliche Weisung Gottes an die Menschen guten Willens, der hat sich innerlich auch von dem Rest des christlichen Glaubens verabschiede

Einen selektiven Glauben, der sich aus dem Angebot ein paar Rosinen herauspickt, kann es nicht geben. Das gilt für Laien und Geweihte, für Männer und für Frauen gleichermaßen.

Unser Gast-Autor Rainer Kochinke ist Religionslehrer i. R. und wohnt in Rheine (nördliches Münsterland)


Evangelische Würdigung: Papst Pius XII. und seine Rettungsaktionen für Juden

Von Jörn Brauns

Es ist der 13. Februar 1945. Kapelle der Kirche Santa Maria degli Angeli e dei Martiri. Israel Zolli, Oberrabbiner von Rom, empfängt das Sakrament der Taufe von Monsignore Traglia. Als Taufnahmen wählt er den Namen Eugenio  –  als Ausdruck seiner Dankbarkeit gegenüber Papst Pius XII. (Eugenio Pacelli).

Israel Zolli stammte aus Brodly (damals Kronland Galizien der Österreichisch-Ungarischen Monarchie), wo er am 17. September 1881 geboren wurde. Er studierte an der Universität Wien, besuchte das Rabbinerkolleg in Florenz, wurde Oberrabbiner 1918 im gerade zu Italien geschlagenen Triest, der jahrhundertealten habsburgischen Hafenstadt, und übernahm 1938 das Amt des Oberrabbiners von Rom.

BILD: Erinnerung an Papst Pius XII. auf einer deutschen Gedenkbriefmarke 

Die Mehrheit seiner Gemeinde gehörte zu den Anhängern Mussolinis, nur eine Minderheit war zionistisch orientiert. Etliche Juden hatten unter dem Duce lange Zeit führende Stellungen im Staat inne. Der Faschismus in Italien war ebenso wenig antisemitisch wie die ständestaatlich geordneten Staaten Spanien und Portugal. Erst als die Abhängigkeit Mussolinis von Hitler zunahm, wurden 1938 auch in Italien rassistische Gesetze eingeführt.

Zolli hatte gute Verbindungen nach Deutschland und ahnte, was mit der Besetzung Roms im September 1943 auf die jüdische Gemeinde zukommen würde. In der Tat wurde diese aufgefordert, innerhalb von 24 Stunden fünfzig Kilo Gold aufzubringen. Ansonsten würden Mitglieder der Gemeinde deportiert werden.

Zolli bekam nur 35 Kilo zusammen. Er begab sich heimlich  in den Vatikan und bekam sofort vom Papst Pius XII. die Zusage für die noch aufzutreibenden fünfzehn Kilo, die auch am Nachmittag desselben Tages bereit standen.

BUCH: Das Buch „Der Rabbi von Rom“ über Zolli ist leider vergriffen

Ungeachtet dessen begann die sog. Judenaktion. Der Papst gab daraufhin die Weisung, Kirchen und Klöster für die Verfolgten zu öffnen. Auch Zolli ging in den Untergrund. Allein in Castel Gandolfo, dem Sommersitz der Päpste, befanden sich zeitweilig bis zu 8000 Flüchtlinge.

Zolli hatte die Leistungen des Papstes zur Rettung der verfolgten Juden in einem Buch „Antisemitismus“ festgehalten:

„Das außergewöhnliche Werk der Kirche für die Juden Roms ist nur ein Beispiel der ungeheuren Hilfe, die von Pius XII. und den Katholiken in aller Welt mit einem Geist unvergleichlicher Menschlichkeit und christlicher Liebe geleistet wurde. Die Beschreibung dieses Werkes in seiner ganzen Tragweite wird eine der leuchtendsten Seiten menschlicher Geschichte darstellen, ein wahrer Triumph des Lichtes, das von JESUS CHRISTUS ausgeht“.

Vorher schon hatte Zoller in seinem Tagebuch notiert:

„Kein Held der Geschichte hat ein tapfereres und stärker bekämpftes Heer angeführt als Pius XII. im Namen der christlichen Nächstenliebe. Bände könnten über seine vielfältige Hilfe geschrieben werden. Doch wer wird jemals erzählen, was er alles tat?

Er steht wie ein Wächter vor dem heiligen Erbe des menschlichen Leids. Er hat in den Abgrund des Unheils geblickt, auf das sich die Menschheit zubewegt. Die Größe der Tragödie hat er ermessen und vorausgesagt: als klare Stimme der Gerechtigkeit und Verteidiger des wahren Friedens.“

BILD: Menora (siebenarmiger Leuchter) in der Synagoge von Münster

Zolli starb am 2. März 1956, dem Jahrestag der Papstwahl von Eugenio Pacelli. Seine Gebeine ruhen auf dem Camp Verano, der riesigen Totenstadt im Westen Roms.

Der jüdische Religionswissenschaftler Pinchas Lapide, am 28. November 1922 in Wien geboren, hat das Wirken Pius XII. zur Rettung der Juden in seinem Buch „Rom und die Juden“ eindrucksvoll beschrieben – und dabei erwähnt, wie aufgrund seiner geheimen Anweisungen 700.000 bis 860.000 Juden gerettet wurden.

Ruth Lapide, Bibelwissenschaftlerin und Ehefrau des verstorbenen Pinchas Lapide, bestätigte dies noch einmal am 28.11.2003 bei einem Pressegespräch in Wien. Sie stellte fest, dass zwar einseitig das Fokussieren auf die Mitschuld der Katholischen Kirche herausgestellt wird, jedoch protestantische Kirchenkreise, das Rote Kreuz und die USA bei dieser Betrachtung geschont werden.

„Die Schlacht um den Ruf von Papst Pius XII. ist eine der historisch bedeutendsten Schlachten in den Kulturkriegen“, meint der Rabbiner David G. Dalin, Professor für Geschichte und Politik an der „Ave Maria Universität“ in Florida. Dalin hatte in seinem Buch „The Myth of Hitlers Pope“ herausgearbeitet, wie sehr dieser Papst verleumdet und der Holocaust für ungute Zwecke missbraucht wird.

Dalin sieht den Grund darin, dass die heutigen linken Deutungseliten die Tragödie des jüdischen Volkes für ihre ideologischen Zielsetzungen verwenden, für die Angriffe auf das Papsttum und gegen die traditionelle katholische Lehre.

Dalin schlägt seit langem vor, den Papst auszuzeichnen mit dem Ehrentitel „Gerechter unter den Völkern“. Mit dieser Würdigung  – der sich aus dem Satz des Talmuds ableitet: „Die Gerechten aus den Völkern haben einen Platz in der kommenden Welt“ – sollen gottesfürchtige Nichtjuden ausgezeichnet werden, die nicht an die Einhaltung aller 613 jüdischen Gebote und Vorschriften der Tora und ihrer mündlichen Auslegungen, die in der Mischna und Gemara gesammelt wurden, gebunden sind.

Entscheidend für diese Personengruppe ist, dass sie den ethischen Prinzipien folgen, wie sie in den Noachidischen Geboten zu finden sind.

Verleumdet wurde auch Eugenio Zolli, Roms ehemaliger Oberrabbiner. Er wurde verstoßen und starb in Armut. Keine Straße, kein Platz, kein Gedenkstein erinnert an ihn in Rom. Dennoch: „Die Gerechten aus den Völkern haben einen Platz in der kommenden Welt.“

Unser Autor Jörn Brauns ist evangelischer Christ (der SELK zugehörig), ehem. Offizier der Bundeswehr und er lebt in München


Mehrheit der Kirchenmitglieder ignoriert die Fastenzeit – Fast jeder dritte Moslem fastet mit

Das Erfurter INSA-Institut wollte in einer repräsentativen Umfrage wissen, inwiefern die Befragten die Fastenzeit nutzen, um zumindest eine Zeit lang auf irgendetwas zu verzichten. 21 Prozent tun dies, 68 Prozent nicht. Frauen fasten etwas häufiger als Männer (23 zu 19 %).

Die Fastenzeit hat einen religiösen Hintergrund. Von den christlichen Befragten sind es die römisch-katholischen, welche am häufigsten  fasten (32 %). Die evangelisch-landeskirchlichen Befragten tun dies zu 21 Prozent, die freikirchlichen zu 27 Prozent.

Auch 31 Prozent der islamischen Befragten werden in der aktuellen Fastenzeit fasten. Befragte mit sonstiger Religion bzw. Konfession fasten zu 17 Prozent und auch 14 Prozent der konfessionslosen Befragten wollen fasten.

HIER geht es zum erwähnten INSA-Institut: www.insa-consulere.de


EKD: Kein Zölibat, aber bald Pfarrermangel

Von Felizitas Küble

Die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ titelt heute (3.3.) auf ihrer Seite 1: „Protestanten gehen Pfarrer aus“. Darin wird berichtet, daß die evangelischen Landeskirchen in naher Zukunft nicht mehr alle Pfarrerstellen besetzen können, zumal immer mehr Pastoren aus den geburtenstarken Jahrgängen in den Ruhestand gehen.

Evangelische Kirche in Augsburg

Personalknappheit auch bei der EKD in Hessen und Nassau, denn schon im nächsten Jahrzehnt gibt es doppelt so viele Pensionierungen wie Neueinsteiger. 

Wie die Sonntags-FAZ weiter schreibt, zeigt sich dieser Trend in den meisten Landeskirchen, zumal die Zahl der Studenten mit dem Fach „evangelische theologie“ seit Jahren im Sinken begriffen sei.

Das Problem ist gar nicht so neu und die Berichterstattung der FAZ relativ spät. Ich habe im Jahre 2016 darüber geschrieben: https://charismatismus.wordpress.com/2016/12/14/warum-eine-abschaffung-des-zoelibats-den-priestermangel-nicht-loesen-wuerde/

Dazu kommt, daß die Arbeitsfülle eines katholischen Gemeindepriesters in der Regel die eines evangelischen Pastors übertrifft – immerhin verwaltet der katholische Priester mehr als viermal so viele Sakramente und hält normalerweise täglich eine heilige Messe, der evangelische Pfarrer am Sonntag einen Gottesdienst.

Das bedeutet, daß der katholische Priester nicht „nur“ durch den Zölibat mit höheren Anforderungen konfrontiert ist, sondern auch durch seinen weitaus breiteren Aufgabenbereich.

Wenn trotz alledem bei der evangelischen Kirche in Bälde Personalknappheit ins Haus steht, zeigt dies einmal mehr, daß die Abschaffung des Zölibats  – den es in der EKD nicht gibt – keineswegs den Priestermangel wesentlich beseitigen würde.

 


Evangelikaler Hänssler-Verlag besteht seit 100 Jahren – Jubiläumsfeier am 1. April 2019

Am 1. April 2019 feiert SCM Hänssler sein 100-jähriges Jubiläum. Der evangelikale Verlag ist das weit ausstrahlende christliche Verlagshaus aus Baden-Württemberg und steht heute für ein breites Bücherprogramm rund um Gemeinde- und Familienthemen und für christliche Musik.

Im Jahr 1919 gründete der württembergische Pietist Friedrich Hänssler sen. (1893-1972) gemeinsam mit seiner Frau Friedericke einen kleinen Musikverlag. Die Geschichte des Traditionsverlags weist neben Höhen auch Täler auf, wie etwa die Bedrohung durch den Nationalsozialismus oder die Insolvenz um die Jahrtausendwende.

BILD: Biographie über Friedrich Hänssler: „Ein Leben für das Evangelium“

Über viele Jahre prägte Friedrich Hänssler jun. den Verlag. Seit 1950 arbeitete er im Verlag seines Vaters, übernahm ab 1958 die Verantwortung für das Unternehmen und machte ihn zu dem, was der Verlag heute ist: einer der größten evangelikalen Verlage Deutschlands mit vielen prägenden und segenstiftenden Erfolgen in den Bereichen Buch, Musik und Film.

Die Geschichte des Verlages ist zu einem großen Teil auch die persönliche und spannende Lebensgeschichte von Friedrich Hänssler. Anlässlich des Jubiläums erscheint seine bewegende Biografie: „Friedrich Hänssler – Ein Leben für das Evangelium“.

SCM Hänssler ist heute Teil der SCM Verlagsgruppe, die zur Stiftung Christliche Medien gehört. Die SCM Verlagsgruppe ist mit den Marken SCM R.Brockhaus, SCM Hänssler, Gerth Medien, adeo Verlag, der SCM Verlagsauslieferung und dem Zeitschriften- und Internet-Spezialisten SCM Bundes-Verlag sowie 380 Mitarbeitenden die führende Verlagsgruppe im Bereich der evangelischen Publizistik und agiert von den Standorten Holzgerlingen in Baden-Württemberg, Asslar in Hessen und Witten in Nordrhein-Westfalen. Seit 2018 ist Klaus Jost neuer Geschäftsführer der SCM Verlagsgruppe und Vorsitzender der Geschäftsführung (CEO).