Vietnam: Kommunistische Diktatur verhaftete evangelische Pastoren und Bürgerrechtler

In vier verschiedenen vietnamesischen Arbeitslagern sind 63 protestantische Pastoren und Religionsvertreter inhaftiert. Sie sind zu Haftstrafen von 5 bis 18 Jahren verurteilt und leben unter schwierigen Bedingungen, wobei sie oft 14 Stunden am Tag arbeiten müssen und nur sehr eingeschränkte medizinische Versorgung erhalten.

Dies teilte jetzt die Organisation „International Christian Concern“ (ICC) mit Sitz in Washington mit:

Foto: E. Gründler

Foto: E. Gründler

„Fast alle Inhaftierten“, so ICC in einer Verlautbarung, „sind Mitglieder der ethnischen Minderheiten aus den Hochebenen in Zentralvietnam“. Als solche sind diese Christen „größerer Diskriminierung und Unterdrückung ausgesetzt, als die meisten anderen vietnamesischen Bürger“.

Der Franziskaner-Pater Nguyen Van Si, Theologe und Rektor des Kollegs „St. Antonio“ in Rom, erklärte gegenüber dem Fidesdienst, er halte die in dem Bericht veröffentlichten Daten für „höchst glaubwürdig“:

„Es gibt immer noch eine Einschränkung und Begrenzung der Ausdrucks- und Gewissensfreiheit: wer Meinungen vertritt, die sich von der der Regierung unterscheiden, wird bestraft. Dies ist bedauernswert, vor allem weil von den willkürlichen Festnahmen oft Jugendliche betroffen sind, die sich für Menschenrechte einsetzen.

Darunter leiden vor allem auch ethnische Minderheiten, die auch als sog. „Montagnards“ (Bergbewohner) bekannt sind, und immer noch als Gefahr für die Stabilität des Landes betrachtet werden. Bei den meisten handelt es sich um protestantische Christen. Ich wünsche diesen Brüdern und Schwestern mehr Augenmerk“.

Hintergrund:

Nach Angeben des ICC überwacht die vietnamesische Regierung religiöse Einrichtungen auf den Hochebenen besonders streng. Viele der 63 inhaftierten Religionsvertreter befinden sich seit 2004 in Haft, als die vietnamesischen Behörden mit der Unterdrückung von Bürgern begann, die gegen die sich gegen die illegale Beschlagnahme von Grundstücken und Verstöße gegen die Religionsfreiheit wehrten.

In der Provinz Binh Phuoc hält die Regierung an der Demolierung von 116 Kapellen der Gläubigen aus dem Volk der „Stieng“ fest, die sich offiziell im Besitz der „Evangelischen Kirche Südvietnams“ befinden und bei den Behörden gemeldet sind.

Die Regierung befürchtet, dass unter den Minderheiten eine Unabhängigkeitsbewegung entstehen könnte. In den vergangenen Jahren wurden Hunderte Menschen wegen „Gefährdung der nationalen Sicherheit“ oder „illegaler Aktivitäten“ festgenommen.

Quelle: katholischer Fidesdienst


Indien: 20 evangelische Pastoren von radikalen Hindus krankenhausreif geschlagen

Insgesamt zwanzig evangelisch-baptistische Pastoren wurden im Distrikt Mahehwaran Mandalin in der Umgebung von Hyderabad, der Hauptstadt des südindischen Staates Andhra Pradesh, von extremen Hindus angegriffen.

Wie aus einer Verlautbarung des ökumenischen „All India Christian Council“ hervorgeht, lösten am vergangenen 4. Juni 2013 insgesamt 50 Mitglieder der Bewegung „Rashtriy Swayamsevak Sangh (RSS)“ eine Versammlung von 20 Pastoren auf, die zu geistlichen Exerzitien zusammen gekommen waren.

Unsinniger Vorwand für den gewaltsamen Übergriff waren angebliche „Zwangsbekehrungen“. Die Pastoren mußten im Krankenhaus behandelt werden und erstatteten Anzeige bei der Polizei.

„Jede Art von Gewalt muss verurteilt werden, doch solche Episoden gibt es in Andhra Pradesh eher selten“, erklärt der katholische Geistliche, Pfarrer Amal Yeruva, gegenüber dem Fidesdienst:

„Radikale Hindu-Gruppen sind in Andhra Pradesh weniger verbreitet als in Chhattisgarh und Madhya Pradesh, auch weil die politische Partei, die sie schützt, die Baratiya Janata Party (BJP), hier nicht viele Anhänger hat.“

Wie aus einem Bericht des „Global Council of Indian Christians“ (GCIC) hervorgeht, gab es im Jahr 2012 insgesamt 135 antichristliche Übergriffe in Indien.

Quelle: kath. Nachrichtenagentur Fidesdienst