Lettland: Evangelischer Bischof Vanags will keine Ordination von Pastorinnen

Die Praxis, ausschließlich Männer als Pastoren zu ordinieren, entspricht den biblischen Grundlagen und der apostolischen Tradition. Diesen Standpunkt hat der Erzbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche Lettlands, Janis Vanags (Riga), gegenüber der evangelischen Nachrichtenagentur IDEA geäußert. media-FZMqzvujo1V-2

Vanags reagierte damit auf den Protest der Hamburger Bischöfin der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland, Kirsten Fehrs, gegen die Regelung der lettischen Lutheraner. Fehrs hatte am 15. Februar in der Kieler Universitätskirche gesagt, es sei ein „Skandal“, Frauen in Lettland vom Pastorendienst auszuschließen.

Vanags sagte, er könne die Verwunderung mancher lutherischer Schwesterkirchen nachvollziehen. Er lehne es aber ab, als Auslöser eines Skandals wahrgenommen zu werden. Er fragte die Kritiker: „Was in der längsten Zeit der Kirchengeschichte und heute noch weltweit die am häufigsten praktizierte Haltung ist, soll ein Skandal sein?“

Die römisch-katholische Kirche und die orthodoxen Kirchen lehnen die Frauenordination ebenfalls ab. Zu ihnen gehören rund 1,5 der 2,3 Milliarden Christen. image001

In der Evangelisch-Lutherischen Kirche Lettlands wurden von 1975 bis 1985 und von 1989 bis 1992 auch Frauen als Pastorinnen ordiniert, seit 1993 jedoch nicht mehr. Gleichwohl können bis dahin ordinierte Pastorinnen ihren Dienst weiter ausüben. Für die anstehende Kirchensynode im Juni stellen zwei Propsteien den Antrag, auch in die Verfassung die Beschränkung des Pfarrdienstes auf Männer aufzunehmen.

Die rund 250.000 Mitglieder zählende Kirche steht mit ihrer Haltung im Lutherischen Weltbund (LWB) nicht alleine. Etwa 30 der insgesamt 145 Mitgliedskirchen praktizieren keine Frauenordination. In Hamburg werden seit 1969 Frauen zum Pastorenamt zugelassen. 1992 wurde mit Maria Jepsen erstmals eine Bischöfin gewählt. Sie war auch weltweit die erste Bischöfin einer lutherischen Kirche.

Quelle: http://www.idea.de/frei-kirchen/detail/lettischer-bischof-widerspricht-hamburger-bischoefin-93745.html


Evangelischer Bischof: Sotschi zeigt Rußland von seiner Schokoladenseite

Ist der Aberglaube weiter verbreitet als der christliche Glaube?

Bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi zeigt sich Rußland von seiner Schokoladenseite und präsentiert sich als moderner Staat. 37 Milliarden Euro hat das Prestigeobjekt des russischen Präsidenten Wladimir Putin (siehe Foto) gekostet.

Doch wie ist es um die moralische und religiöse Lage im flächenmäßig größten Staat der Erde bestellt?

Foto: IGFM

Foto: IGFM

Dazu äußert sich der Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche Ural, Sibirien und Ferner Osten, Otto Schaude (Omsk), in einem Interview mit der evangelischen Nachrichtenagentur IDEA:

Der 69-jährige schwäbische Pietist leitet seit 2010 das größte lutherische Bistum der Welt, das sich vom Ural bis zum Pazifik über sieben Zeitzonen erstreckt.

„Hohe Preise und niedrige Werte“

Nach seinen Worten ist Sotschi nicht Rußland: „Ich erlebe ein Volk, das nach 70 Jahren Atheismus ohne Perspektive ist.“ Der stellv. Vorsitzende der Liberal-Demokratischen Fraktion im russischen Parlament, Jaroslaw Nilow, habe es im vergangenen Jahr treffend formuliert, daß Russland eine Gesellschaft mit hohen Preisen und niedrigen Werten sei.

Das Land habe die im internationalen Vergleich höchsten Raten bei Scheidungen, Abtreibungen und Selbstmorden unter Kindern und Alten. Viele Russen ertränkten ihre Hoffnungslosigkeit in Alkohol.

Schaude zufolge ist im asiatischen Teil der Aberglaube „noch sehr stark wirksam“. Bei schwerer Krankheit suchten viele Russen Wahrsager oder Schamanen (Zauberpriester) auf: „Auch in unserer lutherischen Kirche erleben wir, dass Menschen zum Pastor gehen und um Gebet wie Segen bitten – und anschließend zum Schamanen gehen.“

Die russisch-orthodoxen Kirchen seien zwar meist gut besucht, aber den Mitgliedern fehle oft ein persönlicher Glaube. Nur wenige hätten je eine Bibel in der Hand gehalten. 

Quelle: http://www.idea.de


Evangelischer SELK-Bischof reagiert mit Hirtenwort auf EKD-Desorientierungspapier

Mit einem kritischen Hirtenwort hat der Bischof der SELK (Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche), Hans-Jörg Voigt, auf die EKD-„Orientierungshilfe“ zum neuen Familieverständnis reagiert. Die theologisch konservative SELK umfaßt 175 Gemeinden mit rund 34.000 Mitgliedern.

In dem Familienpapier rückte das EKD-Leitungsgremium von der Ehe als alleiniger Norm ab und vertritt ein „erweitertes“ Familienbild, das z.B. auch gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften mit Kindern einschließt. 120505518_B_July und Mike mit Rahmen

Wie SELK-Bischof Voigt schreibt, hat Verunsicherung nun auch „den inneren Bereich der Kirchen erreicht“. Mit dem Hirtenwort wolle er für den Fragenbereich von Ehe und Familie an die Grundlage der Heiligen Schrift und das Bekenntnis der Kirche erinnern.

Christen müssen heute eine „Gegenkultur“ leben

Er ermutigt besonders junge Menschen, „sich auf eine Eheschließung und auf die Gründung einer Familie mit Kindern einzulassen“. Es brauche heute Christen, die eine Zustimmung aus der Gesellschaft zu biblisch ausgerichteten Lebensentwürfen nicht mehr erwarteten und daher versuchten, sehr bewusst eine kirchliche „Gegenkultur“ zu leben, schreibt er.

Die biblischen Mahnungen, sich von „Unzucht“ fernzuhalten, machten deutlich, dass die frühchristlichen Gemeinden sich als Gegenkultur zum hellenistischen Heidentum verstanden. Voigt ermutigt auch zu einem Leben mit Kindern: „Jedes Kinderlachen und jede Kinderträne, die nach Trost fragt, ist ein Gegenentwurf zu einer Welt, in der Gewinnstreben und Materialismus weithin beherrschend sind.“ 

Kirche kann homosexuelle Paare nicht segnen

Auch zu Polygamie (Vielehe) und Homosexualität äußert sich der evangelische Oberhirte der SELK: „Jesus, mit ihm das Neue Testament und in seinem Gefolge die weltweite Christenheit vertritt die Ehe zwischen einem Mann und einer Frau mit der grundsätzlichen Möglichkeit der Zeugung von Kindern als den von Gott gewollten Lebensentwurf; daneben steht die Ehelosigkeit als die andere rechtmäßige Option.“

Homosexualität werde von der Heiligen Schrift in großer Klarheit als Sünde bezeichnet: „Deshalb kann die Kirche keine gleichgeschlechtlichen Paare segnen.“  –  Dass sie homosexuell empfindenden Menschen respekt- und liebevoll begegne und zudem gegen ihre Diskriminierung auftrete, sei „Frucht und Folge gewinnender Liebe Christi, die allen Menschen gilt“.

Quelle: http://www.idea.de