Der HERR steigt als Sieger aus dem Grab

Auferstanden ist der HERR

Der Morgen rötet sich und glüht,
der ganze Himmel tönt von Lob,
in Jubel jauchzt die Erde auf,
und klagend stöhnt die Unterwelt.

Der starke, königliche Held
zerbrach des Todes schweren Bann.
Sein Fuß zertrat der Hölle Macht:
Aus harter Fron sind wir befreit.

ER, den der Stein verschlossen hielt
und den man noch im Grab bewacht,
ER steigt als Sieger aus dem Grab,
fährt auf in strahlendem Triumph.

Schon werden alle Klagen stumm,
in Freude wandelt sich der Schmerz,
denn auferstanden ist der HERR;
ein lichter Engel tut es kund.

Dem HERRN sei Preis und Herrlichkeit,
der aus dem Grabe auferstand,
dem Vater und dem Geist zugleich
durch alle Zeit und Ewigkeit.

Hymnus aus dem Stundenbuch der Kirche


GOTT erhöht den Schwachen und Armen

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche:
Psalm 113 (112),1-2.3-4.5a.6-7.

Lobet, ihr Knechte des HERRN,
lobt den Namen Gottes!
Der Name des HERRN sei gepriesen
von nun an bis in Ewigkeit.

Vom Aufgang der Sonne bis zum Untergang
sei der Name des HERRN gelobt.
Der HERR ist erhaben über alle Völker,
seine Herrlichkeit überragt die Himmel.

Wer gleicht dem HERRN, unserm Gott,
Wer gleicht IHM, der in der Höhe thront,
der hinabschaut in die Tiefe,
der den Schwachen aus dem Staub emporhebt
und den Armen erhöht, der im Schmutz liegt?


Die Gebeugten lehrt GOTT seine Wege!

Heutige liturgische Sonntagslesung der kath. Kirche:
Psalm 25 (24),4-5.6-7.8-9.

Zeige mir, HERR, deine Wege,
lehre mich deine Pfade!
Führe mich in deiner Treue und lehre mich;
denn du bist der Gott meines Heiles.
Auf dich hoffe ich allezeit.

Denk an dein Erbarmen, HERR,
und an die Taten deiner Huld;
denn sie bestehen seit Ewigkeit.
Denk nicht an meine Jugendsünden und meine Frevel!
In deiner Huld denk an mich, HERR, denn du bist gütig.

Gut und gerecht ist der HERR,
darum weist ER die Irrenden auf den rechten Weg.
Die Demütigen leitet ER nach seinem Recht,
die Gebeugten lehrt ER seine Pfade.


Wie sich Mary Baxter die Hölle vorstellt

Von Felizitas Küble

Mit der theologisch überforderten Visionärin Andrea, dem selbsternannten „geringsten Rädchen im Uhrwerk Gottes“ befassen wir uns nur selten, weil es sich nicht lohnt, sonderbare Mirakel wie z. das „Wunder mit dem Joghurtherzen“ und ähnliche Kuriosa näher zu „besichtigen“.

Nun präsentiert die erscheinungsbewegte Katholikin, die ihre wortreichen Anmutungen als „Apostolat“ schönredet, eine ganze Serie mit übersinnlichen Erfahrungen in der Hölle von Mary Baxter: https://endzeitforum.jimdofree.com/himmel-h%C3%B6lle-fegefeuer/offenbarung-der-h%C3%B6lle-an-mary-baxter/kapitel-1-26/#1.1

Diese Visionärin Mary erhielt im März 1976 Besuch von „Jesus“, wie sie im Teil 1 berichtet. Die Gestalt sei mit einem strahlenden Licht erschienen „und ein süßes und wundervolles Gefühl kam über mich. Liebeswellen rollten und falteten sich ineinander und rollten über- und auseinander. Es war ein spektakuläres Schauspiel!

So „süß“ wie es begann, so schaurig endete das „Schauspiel“, denn der angebliche Heiland soll die entzückte Seele der Frau – von ihrem Körper getrennt – erst kurz in den Himmel und danach sehr langwierig in die Hölle geführt haben, auf daß sie darüber ein Buch schreibe, die Leute zur Buße rufe und so vor der ewigen Strafe bewahre.

Soweit unsinnig genug, denn die christliche Lehre von der Hölle bedarf keiner außerkörperlichen Erfahrung von Mary Baxter. Wer aufgrund von Bibel und Kirche nicht an eine jenseitige Verdammnis glaubt, wird sich durch absurde „Erlebnisse“ erst recht nicht dazu bewegen lassen.

Es fängt schon damit an, daß uns die „begnadete Seele“ mitteilt, die Hölle befinde sich im Inneren unserer Erde. Wie soll das zugehen bei einem Zustand in der EWIGKEIT?

Bekanntlich gibt es dort weder Raum noch Zeit im irdischen Sinne, sondern es geht um eine immerwährende Gegenwartdas Jenseits befindet sich daher mit Sicherheit nicht in der Erdkugelweder Himmel noch Hölle (und auch nicht das Fegefeuer).

Danach wird wie in einem Endlos-Schauer-Märchen geschildert, wie die Visionärin in der Hölle verschiedene Abteilungen besucht, eine gruseliger als die andere – und dann wird es theologisch völlig abstrus: Einige der verworfenen Seelen dort zeigen sich reuevoll, flehen Jesus um Erbarmen an oder geloben Besserung betreffs ihrer früheren Laster wie Bitterkeit, Haß, Neid etc.

Anscheinend kennt Mary Baxter das Einmalens der Hölle nicht, die nämlich von innen verschlossen ist wohlgemerkt – nicht von außen.

Das bedeutet: Weder beten die Verworfenen zu Christus noch wollen sie umkehren usw. Wäre dies so, dann befänden sich diese Seelen gerade nicht in der Hölle, dann wären sie ja innerlich bußwillig und hätten ihr ewiges Heil – auf dem Umweg über das Fegefeuer – mit Gottes Gnade erreicht.

Wie der Baum fällt, so bleibt er liegen, heißt es in der Heilligen Schrift – und das gilt auch hier: GOTT respektiert die von ihm selbst geschaffene Freiheit des Menschen und damit auch seine Grundentscheidung gegen ihn.

Während der Gläubige zu Gott betet: DEIN WILLE GESCHEHE – sagt Gott zu den Verlorenen quasi dasselbe: DEIN WILLE GESCHEHE.

Denn gerade weil Gott die Liebe ist, zwingt ER niemanden in seine Gemeinschaft.

Der Himmel ist kein Gefängnis, auch kein rosarotes. Im Himmel gibt es nur Freiwillige – in der Hölle aber auch; sie ist die ewige Entfernung von Gott als Konsequenz der menschlichen Freiheit und der in ihr liegenden Gefahr und Chance zugleich.

Wenn vermeintlich „begnadete Seelen“ das einfachste theologische ABC nicht kennen, aber dicke Unsinns-Bücher schreiben, die von „geringsten Rädchen“ im Internet verbreitet werden, dann ist das kein „Ruf zur Umkehr“, sondern eine gefährliche Irreführung.


GOTT weist die Irrenden auf den rechten Weg

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche:
Psalm 25 (24),4-5.6-7.8-9.

Zeige mir, HERR, deine Wege,
lehre mich deine Pfade!
Führe mich in deiner Treue und lehre mich;
denn du bist der Gott meines Heiles.
Auf dich hoffe ich allezeit.

Denk an dein Erbarmen, HERR,
und an die Taten deiner Huld;
denn sie bestehen seit Ewigkeit.
Denk nicht an meine Jugendsünden und meine Frevel!
In deiner Huld denk an mich, denn du bist gütig.

Gut und gerecht ist der HERR,
darum weist er die Irrenden auf den rechten Weg.
Die Demütigen leitet ER nach seinem Recht,
die Gebeugten lehrt ER seinen Weg.


Dreifache jüdische Jenseitsvorstellung: Himmel, Hölle und ein Zwischenreich

Von Felizitas Küble

In mancher Hinsicht stehen religiöse Juden dem katholischen Glauben näher als der Protestantismus. Dies gilt z.B. für die im Judentum hochgehaltene „Heiligkeit“ der Ehe (die der katholischen Lehre vom „Sakrament“ der Ehe ähnelt) oder etwa in puncto Bedeutung der „guten Werke“.

Diese Geistesverwandtschaft läßt sich aber auch bei den „Letzten Dingen“ feststellen, also den Vorstellungen von der Ewigkeit.

Während das evangelische Christentum – zumindest auf amtlicher Ebene bzw. doktrinärer Basis  – kein Gebet für die Verstorbenen kennt (denn aus protestantischer Sicht gibt es nur Himmel oder Hölle, so daß sich jedwede Fürbitte erübrigt), betet die katholische, orthodoxe und altorientalische Christenheit seit jeher und bis heute für ihre Toten – und zwar nicht nur in der persönlichen Frömmigkeit, sondern auch in der liturgisch-gottesdienstlichen Praxis.

Am deutlichsten ausgeprägt ist hierbei die katholische Begründung:

Es gibt neben Himmel und Hölle auch ein Fegefeuer (allerdings nur bis zum Jüngsten Gericht), in das die Seelen jener Gerechten gelangen, die zu gut für die Hölle und zu schlecht für den Himmel sind, also beispielsweise Gläubige, die es hinsichtlich guter Werke an Eifer fehlen ließen bzw. deren Lebenswandel zu mittelmäßig für den Himmel war, ohne sich jedoch im „Stand der Todsünde“ zu befinden.

Es kommt hierbei auf den Grundgedanken an, nicht auf den Ausdruck „Fegefeuer“, der ohnehin nicht kirchlich-offiziell ist (dieser lautet nämlich Purgatorium = Reinigung, Läuterung).

Auch Juden beten für ihre Verstorbenen, teils durch das Kaddisch-Totengebet, teils durch weitere liturgische oder persönliche Fürbitten, vor allem für die eigenen Eltern, was geradezu als moralische Pflicht angesehen wird.

Das Gebet für die Gläubigen, die uns „vorausgegangen“ sind, wird im 2. Buch der Makkabäer ausdrücklich gutgeheißen: „Es ist ein heiliger und heilsamer Gedanke, für die Verstorbenen zu beten, damit sie von den Makeln ihrer Schuld befreit werden“ (2 Makk 12,46).

Dies ist eine jener Bibelstellen, auf welche sich die katholische Kirche hinsichtlich ihrer Fegfeuer-Lehre beruft.

Das Judentum hat sich in der frührabbinischen Zeit (1. und 2. Jahrh. n. Chr.), in welcher auch der Talmud entstand, verstärkt mit der eigenen Jenseitslehre beschäftigt.

Hierüber berichtet der französische Historiker Jaques Le Goff in seinem systematischen Werk „Die Geburt des Fegfeuers“ ab S. 56 ff.

Der Autor schreibt sogar, daß das entsprechende Denken in der jüdischen Gelehrtenschulen für die weitere Entwicklung der katholischen Fegfeuer-Idee „entscheidend“ war.

Dabei zeichnen sich zwei Vorstellungswelten ab, die aber so oder so von einem „Zwischenreich“ ausgehen:

A. Die erste Version unterscheidet zwischen Himmel (Paradies, jenseitiger „Garten Eden“), Hölle („Gehenna“ genannt) und einem allgemeinen Totenreich (Scheol).

Professor Le Goff bezeichnet dieses Totenreich als „intermediären Ort“, somit als Zwischenreich. Die Hölle lag nach dieser jüdischer Vorstellung noch unter diesem tristen und öden Scheol.

B. Ab der Mitte des 1. Jahrh. n. Chr. kristallisiert sich bei führenden Rabbinern eine Idee heraus, die der katholischen Lehre vom Purgatorium (Läuterungszustand, Reinigungsort) recht nahe kommt: „Die Schule von Sammajs sagt: Drei Klassen gibt es am Gerichtstage: eine der völlig Frommen, eine der völlig Gottlosen und eine der Mittelmäßigen.“

Diese Mittelmäßigen kommen für 12 Monate in eine Art Vorhölle oder „Hölle Light“, aus der sie durch Gottes Gnade befreit werden.

Auch der bekannte Rabbi Akiba (einer der großen Mischna-Gelehrten) vertrat diese Ansicht.

Der Verfasser schreibt als Resultat seiner mentalitätsgeschichtlichen Untersuchungen des antiken Judentums:

„Es gibt also eine mittlere Kategorie, die Kategorie jener, die weder nur gut noch nur schlecht sind, und daher nach dem Tode eine zeitlich begrenzte Strafe abbüßen und anschließend in den Garten Eden kommen“.

Der Garten Eden wurde von den Israeliten auch als Paradies, Himmel, als „ewiger Lohn“ oder „Abrahams Schoß“ bezeichnet.

WEITERE theologische Gemeinsamkeiten zwischen Judentum und kath. Kirche: https://charismatismus.wordpress.com/2015/06/19/die-besondere-nahe-zwischen-dem-judentum-und-der-katholischen-kirche/

 


Christliches Leben und Sterben ist ein Aufbruch in das Unvergängliche

Von Erzbischof Johannes Dyba (+)

Der Gedanke an den Tod ist keiner, der besonders beliebt ist. Für alle Menschen bleibt der Tod zunächst das Grauen, die finstere Grube, das unentrinnbare Ende nach kurzem – ach so kurzem – Aufleben.

Viele schieben am liebsten den Gedanken an den Tod ganz beiseite, suchen dem Unentrinnbaren eben doch eine Weile zu entrinnen, eine falsche Zeit herauszuschlagen, die nicht bleiben und nicht bestehen kann.

Jesus Christus aber, der menschgewordene Sohn Gottes, hat uns gezeigt, dass der Tod nicht das Ende unseres Lebens ist, sondern der Anfang des endgültigen, des ewigen Lebens.

Er selbst ist ja von den Toten auferstanden und er, der Sieger über den Tod, hat uns verheißen: „Wenn ich über die Erde erhöht bin, werde ich alle zu mir ziehen“ (Joh 12,32).

Und das ist bis auf den heutigen Tag der kennzeichnende Unterschied zwischen Gläubgen und Ungläubigen: Menschen, die an Gott und seine Verheißung nicht glauben, gehen ihr ganzes Leben lang dem Ende entgegen.

Wenn der blühende Höhepunkt einmal überschritten ist, gibt es nur noch den allmählichen Verfall der Kräfte: eines nach dem anderen muss aufgegeben werden – und am Ende steht der Sarg.

Ganz anders ist es beim Glaubenden. Sein Leben ist nicht Abbruch, sondern Aufbruch. Ein immer neuer Aufbruch vom Vergänglichen in das Unvergängliche, vom Irdischen in das Überirdische – ja vom Kleinen, Erbärmlichen, Verhafteten in das Große, Freie, Vollkommene. Und je älter der Glaubende wird, desto näher kommt er eben nicht dem Ende, sondern dem neuen Anfang.

Was ist das für ein neuer Anfang? Was ist das für eine Ewigkeit, die da vor uns liegt?

Nun, es ist die ewige Seligkeit, ewige Herrlichkeit, die Gott uns verheißen hat.

Wenn Jesus zu den Seinen spricht: „Das alles habe ich euch gesagt, auf dass meine Freude in euch sei und eure Freude vollkommen werde“ (Joh 15,11) – dann heißt das eben, daß alle christliche Botschaft und Lehre Frohbotschaft ist, daß seine Freude uns ergreift und unser ganzes Leben so zur Vorschau und Vorschule der ewigen und unendlichen Freude werden soll.

Und darum ist auch nichts falscher als der Vorwurf, der Blick auf das Jenseits und die Ewigkeit solle uns bloß ablenken von den Problemen unserer Zeit.

Nein, ganz im Gegenteil, die Gewißheit, daß Gott uns in sein Heil ruft, soll uns die Kraft geben, unser irdisches Leben anzupacken, die Probleme dieser Welt mit der Gelassenheit und Sicherheit dessen zu lösen, der weiß, daß über allem ein ewiger Vater thront. Nichts auf Erden ist ja lähmender und krankmachender als Hoffnungslosigkeit.

„No future“ heißt es in der traurigen Generation der Gottfernen, in der die Jungen schon so alt aussehen und die Alten sich jugendlich tünchen und in ihrer aufgeregten Angst vor dem Ende schon jetzt das Leben ungenießbar werden lassen.

Wenn wir aber an Gott glauben, haben wir eine Zukunft, ja mehr als eine Zukunft: Ewigkeit, ewige Seligkeit!

Leben wir also, so leben wir dem Herrn, sterben wir, so sterben wir dem Herrn (vgl. Röm 14,8). Und mit Paulus können wir sagen: „Tod, wo ist dein Sieg, Tod, wo ist dein Stachel?“ (1 Kor 15,15).

So ist der Tod für den Gläubigen wie eine zweite Geburt: Wenn ein Kind geboren wird, muss es ja seinen gewohnten, geschützten, aber dunklen Lebensraum im Mutterschoß verlassen. Durch Schmerz und Schrei hindurch wird es von seiner bisherigen Existenz getrennt, um in eine neue Welt hineingeboren zu werden: Da gibt es Licht, Luft, freie Bewegung – lauter gNatur Mensch Umweltanz neue Dimensionen, die im Muterleib unvorstellbar waren.

Und eben so wird es auch sein, wenn Gottes Ewigkeit einbricht in unsere Zeit, wenn aus unserem Vergänglichen Unvergängliches wird, wenn wir aus unserem irdischen Leben emporgehoben werden in das ewige Leben.“Was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat…das hat Gott denen bereitet, die ihn lieben!“, heißt es im Korintherbrief (1Kor ,9).

So wenig ein Embryo sich die Welt vorstellen kann, die auf ihn zukommt, so wenig können wir uns die Ewigkeit vorstellen, die auf uns zukommt. Aber wir können uns auf sie vorbereiten.

Freuen können wir uns darüber, daß am Ende unseres Lebens nicht der Tod steht, nicht eine ungewisse Not, sondern das Leben, das Gott uns verheißen hat – und wenn wir an ihn glauben, wenn wir ihn lieben, dann heißt das ewiges Leben, ewige Herrlichkeit. Und diese Gewißheit soll uns schon jetzt leben lassen, aufleben lassen in Freude!

Beitrag von Erzbischof Johannes Dyba aus dem Buch „Die Zukunft unseres Lebens – Antworten auf den Tod“, Verlag Ursula Zöller, 63739 Aschaffenburg, Karlstraße 3.

Frau Zöller ist Mitgründerin der Neuen katholischen Frauenbewegung (NkF)

Internetpräsenz: http://www.frauenundkirche.wordpress.com


Evangelische Schriftstellerin Lewitscharoff kritisiert „weichgespülte“ Predigten

Die deutsche Schriftstellerin Sibylle Lewitscharoff hat Religionswissenschaft studiert –  und der Glaube ist immer wieder Thema in ihren Werken.

In einem Interview des Deutschlandfunk (DLF) hält sie nicht hinterm Berg mit ihrer Kritik an den Kirchen. Vor allem die „weichgespülten“ Predigten, die nicht mehr vom Jenseits handeln, stoßen ihr übel auf.

Das Thema Tod habe in den vergangenen Monaten trotz Corona zu wenig Raum in der öffentlichen Debatte gefunden, sagt sie. Auch die Kirchen hätten dazu nicht viel gesagt. „Die Kirchen sind ja so was von lendenlahm im Predigen“, sagt Lewitscharoff im Interview von DLF:

„Die Kirchen sind ja so aufs Diesseits fixiert, die Protestanten noch schärfer als die Katholiken… Im Grunde hat sich eine areligiöse Gesellschaft in den Kirchen breitgemacht, weil sie vom Jenseits überhaupt keine Vorstellung mehr haben.“

Öfter höre sie Predigten im Radio oder gehe in die Kirche: „Das Gottvertrauen wird beschworen, ja. Aber worauf vertraut man denn, wenn es nicht ein wirkliches Leben und ein erfülltes Leben nach dem Tod gibt? Und was bedeutet überhaupt Erlösung? Das ist doch eine interessante Frage. Darüber kann man doch predigen.“

Allerdings gebe es einzelne gute Prediger, sagt Lewitscharoff. Die kirchliche Bindung sei ihr wichtig, denn sonst gerate man „in die Fänge einer Privatreligion“. Deswegen sei sie auch nie aus der evangelischen Kirche ausgetreten.

Zu den Predigten sagt sie weiter: „Sie dürften sich nicht immer gedanklich an den Allerdümmsten wenden.“

Natürlich müsse eine Predigt verständlich sein. Aber: „Die Sprache ist auch so verkommen. Und das ist bei den Protestanten schlimm, denn die sind ja stärker auf die Predigt angewiesen als die Katholiken.“

Quelle und Fortsetzung des Beitrags hier: https://www.pro-medienmagazin.de/index.php?id=95336


Apostel Petrus: „Seid nüchtern und wachsam!“

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche: 1 Petr 5,5 ff

Begegnet einander in Demut! Denn Gott tritt den Stolzen entgegen, den Demütigen aber schenkt er seine Gnade.
Beugt euch also in Demut unter die mächtige Hand Gottes, damit ER euch erhöht, wenn die Zeit gekommen ist.
Werft alle eure Sorge auf den HERRN, denn ER kümmert sich um euch.
Seid nüchtern und wachsam! Euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlingen kann.
Leistet ihm Widerstand in der Kraft des Glaubens!
Wisst, dass eure Brüder in der ganzen Welt die gleichen Leiden ertragen müssen!
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Der Gott aller Gnade aber, der euch in Christus zu seiner ewigen Herrlichkeit berufen hat, wird euch, die ihr kurze Zeit leiden müsst, wieder aufrichten, stärken, kräftigen und auf festen Grund stellen, denn sein ist die Macht in Ewigkeit. Amen.
 .

GOTT hat mich aus der Tiefe gezogen!

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche:
Psalm 30 (29),2 ff

Ich will dich rühmen, HERR,
denn du hast mich aus der Tiefe gezogen
und lässt meine Feinde nicht über mich triumphieren.
HERR, du hast mich herausgeholt aus dem Reich des Todes,
aus der Schar der Todgeweihten mich zum Leben gerufen.

Singt und spielt dem HERRN, ihr seine Frommen,
preist seinen heiligen Namen!
Denn sein Zorn dauert nur einen Augenblick,
doch seine Güte ein Leben lang.

Wenn man am Abend auch weint,
am Morgen herrscht wieder Jubel.
Du hast mein Klagen in Tanzen verwandelt,
HERR, mein Gott, ich will dir danken in Ewigkeit.