Merkwürdige Erfahrungen bei Exerzitien von Sr. Margaritha Valappila (Haus St. Raphael)

Erlebnisbericht eines Teilnehmers

Voller Hoffnung fuhr ich im Dezember 2017 nach Bad Soden-Salmünster, um von einer chronischen Erkrankung geheilt zu werden. Schon beim Abendessen wurde mir zusammen mit den übrigen Teilnehmern erklärt, dass im Hause St. Raphael strenges Stillschweigen einzuhalten sei, das auch während der Essenszeiten gelte. (Schweige-Exerzitien waren aber gar nicht angekündigt!).

Am folgenden Tag wurden wir Teilnehmer um 6, 20 Uhr vom Klang der Trompeten aus den Lautsprechern geweckt. Die Exerzitien umfassten neben Lobpreis (Popmusik mit geistlichen Liedern zum Mitsingen, bei denen man sich auch tanzend im Kreise drehen sollte), Messen, eucharistischer Anbetung auch jede Menge Vorträge durch Schwester Valappila, eine ständig lächelnde Mitsiebzigerin, die durch unterhaltsame Anekdoten ihre biblischen Vorträge untermalt (z.B. habe sie das Kreuz mit den Reliquien aus dem Besitz des verstorbenen Papstes Johannes Paul II. von einer Dame geschenkt bekommen – Jesus spreche ständig mit ihr – sie sehe Jesus vor sich – Jesus sei anwesend etc.).

Sie empfiehlt jeden Tag, zur heiligen Messe zu gehen, auch wenn man 100 km weit fahren müsse, sowie täglich 4 bis 5 Rosenkränze zu beten. Frauen legt sie nahe, im Haus Raphael ohne Bezahlung die WC`s und die Zimmer zu putzen oder in der Küche mitzuhelfen. Selbstverständlich sind Spenden jederzeit willkommen.

Nach der „inneren Heilung“ brechen einzelne Teilnehmer in Heulkrämpfe aus; ihnen geht es ohne erfindlichen Grund sehr schlecht.

Der Höhepunkt der Exerzitien ist die Austeilung der Geisttaufe: Unter Handauflegung des Hausgeistlichen bzw. von Schwester Valappila kippen die Teilnehmer in Trance nach hinten weg.

Überraschenderweise kippt der Hausgeistliche nach Handauflegung durch Schwester Valappila ebenfalls nach hinten und bleibt am Boden liegen, wo er minutenlang zu zappeln und wie ein Verrückter zu lachen beginnt.

Diese vermeintliche Manifestation des Hl. Geistes erscheint mir doch sehr eigenartig; sie erinnert mich vielmehr an massenhypnotischen Experimente, die etwa um die Jahrhundertwende von Professor Charcot an der Pariser Salpetriere (Psychiatrie) an Kranken durchgeführt wurden.

Für jeden durchschnittlich begabten Hypnotiseur dürfte es kein Problem sein, ebendiese angeblich durch den Heiligen Geist bewirkten Phänomene hervorzurufen.

Selbstverständlich gehört auch die Beichte sowie ein Tag Fasten zum Bestandteil der Exerzitien.

Krankheit wird angeblich durch begangene Sünden auch der Vorfahren verursacht und kann nur nach vorangegangener Beichte geheilt werden. Sollte eine Heilung nicht stattfinden, so liegt es am mangelnden Glauben des Exerzitienteilnehmers.

Ferner sollte man so viele Exerzitien wie möglich bei Schwester Valappila besuchen, da man oft erst nach dem zehnten Male geheilt werde.

Mit Spannung habe ich auf die Heilungsberichte am Abschluss der Exerzitien gewartet. Diese waren leider völlig unspektakulär:

Eine schwerhörige Teilnehmerin sollte auf Wunsch von Schwester Valappila die Hörgeräte herausnehmen. Dies tat sie, worauf sich Schwester Valappila hinter sie stellte und fragte, ob sie ihre Worte verstehe. Als die Teilnehmerin bejahte, wurde sie für geheilt erklärt. Dasselbe könnte ich mit meinem schwerhörigen Vater auch tun; für geheilt würde ich ihn aber keineswegs halten, da er ohne Hörgeräte nach zwei bis drei Tagen wieder erheblich schlechter hört.

Zusammenfassend muss ich feststellen, dass es eine interessante Erfahrung war. Schwester Valappila glaubt tatsächlich, Heilung bewirken zu können, da sie ja  – eigenen Angaben zufolge  –  ständig Jesus sieht und Jesus zu ihr spricht.

Für einen erfahrenen Psychiater dürfte ihr Fall nichts Neues darstellen.

Wirklich kranken Menschen kann ich nur raten, sich schulmedizinisch behandeln zu lassen. Im Exerzitienhaus St. Raphael werden Hoffnungen geweckt, die nie erfüllt werden können. Die Enttäuschung danach ist dann umso bitterer.

Nicht ohne Grund legt die katholische Kirche, die das Haus Raphael nicht als katholisch anerkannt hat, hohe Maßstäbe an die Anerkennung von Wunderheilungen gestellt: In Lourdes z.B. werden in einem Zeitraum von zehn Jahren nur eine niedrige, einstellige Zahl von Heilungen von kranken Pilgern als Wunder anerkannt (nachdem deren medizinischen Unterlagen von zwei unabhängigen Ärztekommissionen in Lourdes und Paris jahrelang geprüft und als medizinisch nicht erklärbare Heilungen eingestuft wurden).

Der Autor dieses Berichts ist unserer Redaktion mit Name und Anschrift bekannt

WEITERE ARTIKEL zu Haus Raphael / Sr. Valappila:
Infos zum charismatischen Hammersegen („Ruhen im Geist“) mit Zitaten aus Valappila-Büchern: https://charismatismus.wordpress.com/2017/09/08/ruhen-im-geist-phaenomen-jenseits-des-verstandes-wirkt-wie-elektrischer-strom/
Kritik an einer Valappila-Ansprache: https://charismatismus.wordpress.com/2012/10/07/anmerkungen-zu-einer-ansprache-von-sr-margaritha-valappila-haus-raphael/
Zitate und Hinweise aus einem schwärmerischen Erlebnisbericht: https://charismatismus.wordpress.com/2011/07/11/wunderliches-aus-haus-raphael-in-bad-soden-salmunster/

 

 

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WARNUNG vor Exerzitien und „Heilungen“ von Pater James Mariakumar

Von Felizitas Küble

Kürzlich erhielt ich  – wie schon oft in den letzten Jahren  –  den Anruf einer Katholikin, die durch schwarmgeistige Praktiken psychisch geschädigt worden ist.

Seitdem sie bei einem Auftritt des australischen Heilungspredigers Alan Ames den charismatischen „Hammersegen“ (Rückwärtskippen in Trance, angebliches „Ruhen im Geist“) erlebte, ging es mit ihr seelisch und gesundheitlich rapide bergab.

Als weitere Kontakte in die katholische Schwärmerszene folgten, wurde alles noch schlimmer.

Vor zwei Wochen hielt der indische Wanderprediger Prof. James Mariakumar SVD seine Exerzitien im fränkischen Heroldsbach (einer diözesanen Gebetsstätte im Erzbistum Bamberg).

Jene Betroffene nutzte die Chance, um ihn anzusprechen. Der Steyler Pater sagte, wer ein Gespräch mit ihm wünsche, solle seine gesamten Exerzitien (in diesem Fall immerhin sieben Tage) mitmachen. Die Frau erklärte, das sei ihr nicht möglich – und stellte sogleich ihre einzige Frage: Seitdem ich bei den Charismatikern war, geht es mir viel schlechter  –  wie kommt das?

Die Antwort des indischen Geistlichen: Sie haben keinen christlichen Glauben!  –  Gehen  Sie zu Schwester Margaritha Valappila, damit Ihnen geholfen wird.

Jene Frau fragte mich nun, was ich von dieser Empfehlung halte. Ich habe ihr dringend von jedweder „Heilung“ durch diese  –  ebenfalls aus Indien stammende  –  Nonne abgeraten, zumal auch Sr. Valappila seit Jahrzehnten eifrig den charismatischen „Hammersegen“ erteilt und dabei reihenweise Seminarteilnehmer „flachlegt“ (das beginnt schon mit dreijährigen Kindern!).

Zudem wies ich darauf hin, daß Valappilas Evangelisationszentrum „Haus Raphael“ im hessischen Bad Soden-Salmünster sich nicht „katholisch“ nennen darf, wie im kirchlichen Amtsblatt des Bistums Fulda bereits vor 13 Jahren erklärt wurde. (Näheres dazu hier: https://charismatismus.wordpress.com/category/visionen-und-charismatik-kritik/haus-st-raphael/

Natürlich widerspricht es sowieso jeder Fairneß (von Nächstenliebe ganz zu schweigen), einer Betroffenen glattweg den „christlichen Glauben“ abzusprechen, nur weil sie eine kritische Rückfrage zur Charismatik stellte – noch dazu aus ihrer eigenen bitteren Erfahrung heraus.

Jene Dame hat mir ausdrücklich erlaubt, von diesem Vorgang zu berichten. (Aus Gründen des Personenschutzes wird auf Namensnennung verzichtet, um sie vor weiteren verbalen Entgleisungen zu verschonen.)

Zur Problematik von „Befreiungsgebeten“

Im Exerzitienprogramm von Pater Mariakumar (siehe hier: http://www.gebetsstaette-heroldsbach.de/pdf/2017_Kumar.pdf) ist ausdrücklich die Rede von „Heilungs- und Befreiungsgebeten.“  

Hierbei gibt es grundsätzlich folgenden Hintergrund zu bedenken: Heilung und Befreiung, Zeichen und Wunder sind die vier wichtigsten Zauberworte im Enthusiastenspektrum.

Jene „Befreiungsgebete“ sind dort tendenziell im Grunde nichts anderes als ein verkappter Exorzismus, vor allem hinsichtlich der suggestiv-verhängnisvollen Wirkung für die Betroffenen. (Denn wenn jemand vom Teufel „befreit“ werden muß, setzt das voraus, daß jener Mensch von ihm umsessen/besessen/belastet ist.)

Ich erhalte seit ca. 15 Jahren Berichte von Opfern, die sich an mich wenden, weil ich mich kritisch mit der Charismatischen Szene befasse. Daher sind mir viele erschütternde Internas und Schicksale bekannt.

Charismatisch induzierte „Besessenheit“

Dabei fällt das folgende, häufig auftretende „Schema“ auf:

Erst werden die Gläubigen vielfach „umsessen“ oder gar „besessen“ geredet (mindestens als „okkult belastet“ definiert). Dann bietet sich der Heilungsprediger als vollmächtiger, geisterfüllter „Befreier“ an (der also von einem „Problem“ befreit, das er durch seine Panikmache überhaupt erst induziert bzw. erzeugt hat!)  –  wobei aber von wirklicher „Befreiung“ keine Rede sein kann; vielmehr dreht sich das fanatisch-irrgeistige Karussel auf diesem Wege ständig weiter  –  zu Lasten der Betroffenen!

Dem erztraditionellen Lager sei noch ins Stammbuch geschrieben, daß auch der sog. „Kleine Exorzismus“, der Papst Leo XIII. zugeschrieben wird, seit 1985 kirchlich rundweg verboten ist  – und zwar sowohl für Kleriker wie für Laien (es sei denn, es läge eine ausdrückliche bischöfliche Erlaubnis für einen bestimmten Priester vor).

Weiter auf Tour mit „Heilungsgebeten“

Zurück zu James Mariakumar: Der Pater ist derzeit weiter unterwegs auf Tour – in diesen Tagen hält er in Frankfurt am Main seine abendlichen Vorträge samt „Heilungsgebeten“ (siehe Foto oben: Werbeplakat dort).

Man kann sich nicht genug wundern, daß er vier Tage lang sogar im Dom St. Bartholomäus auftreten kann, wobei die zuständigen Kapuziner wohl das ABC einer soliden „Unterscheidung der Geister“ nicht kennen, geschweige angemessen handhaben.

Dieser Star-Charismatiker ist außerhalb Europas direkt als Exorzist zugange (das berichtet er selber im Vorwort seines Buches), innerhalb Europas wirkt er – aufgrund kirchlicher Schranken – freilich „nur“ als Befreiungsbeter. Manchmal wird dieser indirekte Quasi-Exorzismus auch als „besonders starkes Gebet“ umschrieben…

Dieser Geistliche aus Kerala (einem südindischen Bundesstaat) hat ein Buch mit dem Titel „Okkultismus und geistiger Kampf“ verfaßt, das wir vor über fünf Jahren bereits durchleuchtet haben: https://charismatismus.wordpress.com/2012/08/22/pater-james-mariakumar-und-sein-charismatisches-befreiungsgebet/

Wenig erstaunlich, daß in dem erscheinungsbewegten Portal „Kath.net“ das Vorwort Mariakumars begeistert veröffentlicht wurde: http://kath.net/news/27234

Das charismatisch geprägte, aber angeblich noch „gemäßigte“ Seminarhaus St. Ulrich in Hochaltingen (Bistum Augsburg) zählt P. Mariakumar sogar zu seinen neun Referenten –  siehe hier (links unter der Rubrik „Informationen“ auf „Referenten“ klicken): http://www.stulrichhochaltingen.de/

Auch der Pallottinerorden in München-Freising hat die Exerzitien Mariakumars empfohlen: https://www.pallottiner.org/veranstaltung/wachstumsexerzitien-innere-heilung-und-heiligkeit/

Wohlgemerkt: Es geht hier nicht um den kirchenrechtlich geregelten Exorzismus (der völlig zu Recht engen Grenzen unterliegt), sondern um willkürliches, suggestives „Dämonisieren“ und Verbreiten von Panikmache unter den Gläubigen – mit nicht selten erschütternden Langzeitfolgen!

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Jugendverlag und das gemeinnützige Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.


Pater Jacek Skowronski und seine merkwürdigen „charismatischen“ Methoden

Endzeitschwärmerei und „Heilungs“-Versprechungen

Pater Jacek Skowronski ist ein vor 24 Jahren geweihter katholischer Priester; er gilt als Exorzist und charismatischer Beichtvater (mit „Seelenschau“ inklusive). Zudem leitet er ein Exerzitienhauses in Stettin; zugleich ist dieser „Heilungs-Pater“ Moderator einer sog. „Legion der Kleinen Ritter“ und betreibt eine eigene Homepage.Herz-Jesu_01

Auf seiner polnisch-sprachigen Webseite verkündet er in typisch schwarmgeistiger Manier das baldige „Zweite Kommen“ Christi und eine vorhergehende himmlische „Warnung“ aller Erdenbewohner (insofern verwandt mit den irrgeistigen „Warnungs“-Botschaften jener entlarvten irischen „Seherin“).

Der angeblich besonders „begnadete“ Geistliche will schon als Kind übernatürliche Visionen erlebt haben und erhält (eigenen Angaben zufolge) ständig weitere Einsprechungen und Offenbarungen „von oben“.

Kürzlich sandte uns ein in NRW lebender katholischer Pfarrer, den wir seit vielen Jahren persönlich kennen, einen Erlebnisbericht über die Exerzitien dieses „charismatischen“ Paters , welche er vorigen Herbst in Frankfurt-Nidderau zwei Tage lang durchführte. media-FZMqzvujo1V-2

Hier folgt nun der Erfahrungsbericht unseres Pfarrers:

„Ich beteiligte mich an den Gebetstagen mit P. Jacek Skowronski in der Katholische Kirche in Frankfurt-Nidderau. Die Gebetstage begannen am Samstag mit Lobpreisliedern und Anbetung, wie dies häufig in charismatischen Tagungen der Fall ist.

Danach gab es vier Konferenzen über außergewöhnliche Wirkungen des Hl. Geistes und über das Thema „Heilung“. Die Vorträge hielt Pater Jacek Skowronski in polnischer Sprache. Ein Arzt aus Bayern übersetzte seine Ausführung simultan ins Deutsche.

Doch der „Heilungs“-Priester hat manchmal ziemlich leise gesprochen, so dass der Übersetzer nicht alles mitbekommen hat, worauf Pater Jacek mehrmals sehr ärgerlich reagierte.

Am nächsten Tag gab es erneut auch „Lobpreis“-Gesang und Vorträge über den Heiligen Geist und seine Wirkung bei den Menschen. Vor der hl. Eucharistie hat der charismatische Pater seine „Gebete um Heilung“ gesprochen; danach sagte er, dass fünf schwerhörige Personen geheilt sind.

Mehrfach forderte er deutlich dazu auf, dass die „Geheilten“ sich melden sollen, doch niemand reagierte. Nach mehrfachem weiteren Drängen haben sich nach einiger Zeit drei Personen gemeldet. Ich frage mich aber, welche „Heilung“ das wohl gewesen ist?

Während einer Pause meldete sich aber ein junges Ehepaar, deren Kind seit vielen Monaten im Krankenhaus lebt, es wurde schon drei Mal erfolglos operiert. Sie brachten ein Foto des Kindes mit und baten Pater Jacek, er möge um Heilung beten. Aber er hat sich nicht dafür interessiert, sondern die Eltern des Kindes ungerührt weggeschickt.

Außerdem hat er bei den Heilungsgebeten mit den Händen „nachgeholfen“ bzw. seine Handflächen auf die Gläubigen zugeschoben. Auch dies hat Christus nie getan, sondern ER sprach zu seinen Aposteln: „Empfangt den Heiligen Geist.“ 

Zudem ist mir aufgefallen: In Frankfurt am Main existiert eine große Polnische Katholische Mission; viele polnische Priester wirken dort; zudem arbeiten in der Umgebung einige von ihnen in der deutschen Seelsorge, aber keiner kam zu den Exerzitien von P. Jacek Skowronski.“

Fotos: Archiv, Dr. Bernd F. Pelz