Die Existenz Gottes erkennen wir durch unsere Vernunft anhand der Schöpfung

Aus der heutigen liturgischen Lesung der kath. Kirche: Röm 1,17-22:

Der Gerechte lebt aus dem Glauben. Der Zorn Gottes wird vom Himmel herab offenbart wider alle Gottlosigkeit der Menschen, die die Wahrheit durch Ungerechtigkeit niederhalten.
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Denn was man von Gott erkennen kann, ist den Menschen offenbar; Gott hat es ihnen geoffenbart.
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Seit Erschaffung der Welt wird seine unsichtbare Wirklichkeit an den Werken der Schöpfung mit der Vernunft wahrgenommen, seine ewige Macht und Gottheit.
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Daher sind sie unentschuldbar. Denn sie haben Gott erkannt, ihn aber nicht als Gott geehrt und ihm nicht gedankt. Sie verfielen in ihrem Denken der Nichtigkeit, und ihr unverständiges Herz wurde verfinstert.
 

Deutsch-israelischer Autor zum Problemfall „Islam und Religionsfreiheit“

Von Klaus Moshe Pülz

Das Kardinalproblem hinsichtlich des staatlichen Umgangs mit dem Islam besteht darin, daß unser Grundgesetz jede Art von Religion und deren freie Ausübung nicht nur toleriert, sondern sogar als „Körperschaft des öffentlichen Rechts“ mit Sonderprivilegien garantiert.

Geht es um den theologischen Wahrheitsgehalt hingegen, so trennt die Bundesrepublik Staat und Religion, so daß die institutionelle christliche Kirche kein Exklusivrecht als allein wahre und seligmachende Religion nach Joh 14,6 genießt, wie es ihr eigentlich von der Bibel her zusteht.

Der Schwachpunkt eines freiheitlich demokratischen Staatswesens besteht darin, daß unter solchen Umständen die Wehrhaftigkeit einer Demokratie nicht gegeben ist, wenn tatsächlich eine Pseudo-Religion ebenfalls mit einem Wahrheitsanspruch auftritt, aber durch ihr aggressives Expansionsbedürfnis die „ lauere“ Religion sozusagen paritätisch überlagert, zumal wenn die Vertreter der christlichen Religion in ihrem missionarischen Eifer derart erlahmt sind, daß die Vertreter des Islam der Kirche den Rang ablaufen.

Diese laodizäische Lauheit (vgl. Offb 3,14f.) bringt das Christentum insbesondere im eschatologischen bzw. endzeitlichen Prozeß in Zugzwang, was als Bewährung anzusehen ist.

Demzufolge kann unter diesen Umständen die islamische Invasion als Herausforderung für das dereinstige christlich-jüdische Abendland gesehen und bewertet werden. Insofern eignet sich das demokratische Staatsverständnis nicht als Bollwerk gegen religiöse Verführung durch eine anderen Religion, die Professor Hans Küng als „Paradigma“ bezeichnete.

Aber es kann nur eine einzige Wahrheit existieren, so daß wir schließlich zur Gottesfrage kommen: welche Religion ist die einzig wahre?

Diese Frage stellte auch Friedrich der Große von Preußen, als er seine Generäle befragte. General von Ziethen war derjenige, der ihm erwiderte: „Die Juden sind der Beweis für die Existenz Gottes!“  –  und damit ist ihm beizupflichten. Die Christenheit bzw. die christliche Kirche begeht die gleichen Fehler wie das jüdische Tempeltum, indem sie nur noch Institution wurde, ohne vom Geist Gottes erfüllt zu sein.

Aber ein „Glaube“, der sich in seiner Tradition nur selbst tradiert, verliert nicht nur seine Strahlkraft, sondern seine Vollmacht von Gott.

Unser Autor, der judenchristliche Publizist Klaus M. Pülz, wirkt als Journalist und Prediger in Deutschland und Israel; er leitet die “Messianische Bekenntnisgemeinschaft” sowie den Verein “Zelem” (www.zelem.de) und bringt seit Jahrzehnten die theologische Zeitschrift “Bote Neues Israel” heraus. 

Der kirchliche Exorzismus eignet sich nicht zum öffentlichen Ausplaudern

Von Felizitas Küble

Auf der traditionsorientierten Internetseite „Katholisches.info“ wurde am 13. Januar 2013 ein ausführlicher Artikel von Guiseppe Nardi über einen prominenten Exorzisten veröffentlicht, über den es einleitend heißt, er stehe „an vorderster Front im Kampf gegen den Teufel“.  BILD0167

Der Bericht steht unter dem bezeichnenden Titel: „Der Kampf eines Exorzisten heute – Was der Teufel alles preisgeben muß.“

Es geht dabei um Pater Francesco Bamonte, Exorzist in der Diözese Rom und Vorsitzender einer italienischen „Vereinigung der Exorzisten“, der mehrere Bücher zu diesen Themenfeldern veröffentlichte.

In dem erwähnten Artikel wird mehrfach ausführlich über dämonische Aussagen und Verhaltensweisen während einer Teufelsaustreibung berichtet.

Daß der Widersacher sich z.B. gegen das Sakrament der Ehe, gegen Keuschheit und ein harmonisches Familienleben sowie für Abtreibung oder Kindesmißbrauch ausspricht und zudem am liebsten selber angebetet werden möchte, erstaunt wohl denkbar wenig.

Verwunderlich ist vielmehr, daß der 53-jährige Geistliche den Teufel mehrfach zitiert und seine eigenen „Erfahrungen“ während eines Exorzismus in Einzelheiten schildert.

Christus befiehlt das Schweigenchristus

Tatsache ist nämlich, daß Christus den Dämonen einst streng befohlen hat, zu schweigen  –   und dies auch dann, wenn sie rein formal durchaus „Richtiges“ über ihn und seine Sendung gesagt bzw. sein Wirken sogar „gewürdigt“ haben. 

Selbstverständlich leugnet Satan und sein Anhang nicht die Existenz Gottes, doch die Finsternismächte lehnen IHN ab bzw. lehnen sich sogar gegen IHN auf.

Mehrere Berichte im Neuen Testament bezeugen, daß Christus den Dämonen stets den strengen Befehl erteilte: „Schweig!“  (z.B. in Mk 1,21 ff) –  Unser HERR läßt sich auf kein einziges Gespräch mit Finsternismächten ein, auch nicht auf einen kurzen Wortwechsel, geschweige fragt er etwa die Dämonen aus wie ein Orakel.

„Auch die Teufel glauben – und zittern!“

Die Heilige Schrift stellt ohnehin klar, daß ein „Kopfglaube“ nicht automatisch schon echte Frömmigkeit beinhaltet. Der hl. Apostel Jakobus erinnert in genau diesem Zusammenhang daran: „Auch die Teufel glauben  –  und zittern“ (Jak 2,19).

Der unreine Geist gibt sich mitunter durchaus “gläubig”, denn er erklärte ausdrücklich vor Christi Angesicht: “Ich weiß, wer Du bist: Du bist der Heilige Gottes”.   pic_526a50cce0863

Warum auch sollten Dämonen die Existenz des Schöpfers leugnen, zumal sie (als Engel) einst in der Herrlichkeit Gottes lebten, bevor sie sich gegen den Ewigen empörten.

Das Beispiel der unreinen Geister belegt eindringlich, daß ein bloßer “Kopfglaube” für das ewige Heil nicht genügt, denn einen solchen gibt es ja auch in der Hölle.

Christus beginnt mit unreinen Geistern grundsätzlich keine Diskussionen. ER läßt sich auch nicht durch “fromme” Worte des Teufels dazu verleiten, sondern gebietet ihm energisch: “Schweig!”    

In diesem Sinne untersagt die katholische Kirche beim Exorzismus jedes überflüssige “Gespräch”, jedes systematische “Ausfragen” von Dämonen. Mit dem Teufel soll nicht debattiert werden, zumal ihn dies als “Gesprächspartner” aufwerten und ihm gleichsam ein Forum für seine listigen Täuschungsmanöver verleihen würde.

„Frommes“ aus der diabolischen Trick-Kiste

Zudem wird Satan in der Hl. Schrift als “Vater der Lüge” bezeichnet, vor dessen Tricks und Finessen ohnehin jeder nüchterne und wachsame Exorzist auf der Hut sein sollte.

Im Artikel auf „Katholisches.info“ heißt es sodann weiter über (angebliche oder tatsächliche) teuflische Äußerungen während eines Exorzismus:

„Viele Male“, so der Exorzist, „habe ich den Dämon in perfekter Übereinstimmung mit der kirchlichen Lehre sagen hören, daß das Böse eine freie Willensentscheidung eines Menschen ist. Ebenso mußte er zugeben, daß er gegen den menschlichen Willen, wenn dieser durch die Gnade gestützt sich ihm widersetzt, nichts ausrichten kann.“

Was soll daran bemerkenswert sein?  –  Bereits bei der bekannten Versuchung Christi in der Wüste hat Satan sich in perfekter Übereinstimmung mit dem Alten Testament biblischer Aussagen bedient bzw. und diese  –  rein formal betrachtet  –  korrekt zitiert.

Umso merkwürdiger mutet daher der Schlußabschnitt in dem erwähnten Artikel an: 0013

„Bei einem Exorzismus mußte der Dämon zugeben, „offensichtlich von Gott gezwungen“ und sagen: „Wenn ihr Menschen auf den Knien vor Ihm leben und Ihn anbeten und Ihm Lobpreis singen würdet, wie es die Engel tun, dann hätten wir nicht die ganze Macht, die ihr uns über euch gebt“.

Erst war ausdrücklich von menschlicher Willensfreiheit die Rede, jetzt soll angeblich Gott selbst den Dämon „gezwungen“ haben, eine fromm erscheinende Aussage zu tätigen.

Dabei ist diese angebliche Äußerung nur scheinbar theologisch in Ordnung, was dem Verfasser offenbar nicht auffiel:

1. Für den Menschen ist es in seiner begrenzten irdischen Existenzweise von vornherein unmöglich, dem Allmächtigen einen „Lobpreis zu singen, wie es die Engel tun“. Dies wird auch nicht von ihm erwartet, da wir hienieden „im Glauben leben, nicht im Schauen“, wie Paulus betont.

Es handelt sich also um eine verstiegene, letztlich absurde Bemerkung (und so gesehen paßt sie wiederum zum „Kellergeist“).

2. Sodann ist es mit Anbetung und Lobpreis alleine durchaus nicht getan, weshalb Christus schon vor zweitausend Jahren verdeutlichte: „Nicht jeder, der HERR, HERR sagt, wird ins Himmelreich eingehen, sondern wer den Willen meines Vaters im Himmel erfüllt“ (Mt 7,21).

Hier wird also eine  –  an den Protestantismus und seine Rechtfertigungslehre  –  angelehnte, verkürzte Mentalität („Der Glaube allein macht selig“) präsentiert, die dem biblischen Gesamtzeugnis nicht gerecht wird, geschweige mit der katholischen Lehre übereinstimmt, wonach für das ewige Heil auch die Einhaltung der göttlichen Gebote nötig ist.

Abgesehen davon erhebt sich die ernste Frage, wie sich denn jene geschilderten Einzelheiten über exorzistische Vorgänge mit dem Seelsorgsgeheimnis vereinbaren lassen.

Natürlich werden keine Namen von Betroffenen bzw. angeblich oder tatsächlich „Besessenen“ genannt. Dennoch erscheint diese Vorgehensweise unangebracht und völlig unsensibel.

Man stelle sich beispielsweise vor, katholische Priester würden zwar anonym, aber ausführlich aus dem Inhalt und Ablauf von Beichtgesprächen berichten –  dies würde zu Recht als unseriös und unangemessen empfunden.

Doch der Unterschied zwischen einem derart ungehörigen Vorgang einerseits und dem öffentlichen Ausplaudern aus der Exorzismus-Seelsorge andererseits ist lediglich gradueller Natur. Beides ist abzulehnen.

1. Foto: Gemälde von Evita Gründler