Vatikan exkommuniziert T. Vlasic, den ehem. geistlichen Leiter der Medjugorje-Seher

Der bereits im Jahre 2009 mit einem Dekret von Papst Benedikt aus dem Klerikerstand entlassene Priester Tomislav Vlasic ist nun von der Glaubenskongregation exkommuniziert worden, was die stärkste Kirchenstrafe darstellt. Dies wurde dem zuständigen Bischof am 23. Oktober 2020 vom Vatikan mitgeteilt.

Der Franziskaner, der früher die Medjugorje-Seher geistlich betreut hat, lebt schon viele Jahre in der italienischen Diözese Brescia, wo er sich weiterhin priesterlich betätigte, obwohl ihm seit seiner Laiisierung jede seelsorgliche und sakramentale Tätigkeit untersagt war.

Die Kongregation für die Glaubenslehre hatte im Jahre 2008 eine Untersuchung gegen den Medjugorje-Pater eingeleitet wegen der Verbreitung zweifelhafter Lehren, einer Manipulation des Gewissens (von Gläubigen), verdächtiger Mystik, Ungehorsam gegenüber legitimen (kirchlichen) Anordnungen und wegen sexueller Vergehen.

In einer aktuellen Erklärung der Bistumsleitung von Brescia heißt es:

„Leider hat Herr Vlasic im Laufe der Jahre die Verbote, die ihm in der kanonischen Strafvorschrift der Glaubenskongregation vom 10. März 2009 auferlegt wurden, nie eingehalten…Er hat seine apostolischen Aktivitäten mit Einzelpersonen und Gruppen sowohl durch Konferenzen als auch mit computergestützten Mitteln fortgesetzt.

Er hat sich weiterhin als Ordensmann und Priester der katholischen Kirche präsentiert und die Feier ungültiger Sakramente simuliert. Er hat zudem einen ernsthaften Skandal unter den Gläubigen ausgelöst und Handlungen ausgeführt, die die kirchliche Gemeinschaft und den Gehorsam gegenüber der kirchlichen Autorität ernsthaft beeinträchtigen.“

Quelle und vollständige Meldung (englischsprachig) hier: https://aleteia.org/2020/10/23/former-spiritual-director-of-the-6-medjugorje-visionaries-excommunicated/

Weitere Infos zu P. Vlasic hier: https://charismatismus.wordpress.com/2012/01/15/medjugorje-und-der-denkwurdige-werdegang-von-p-tomislav-vlasic/


Hesemann wirbt wieder für Heroldsbach

Von Felizitas Küble

Der katholische Schriftsteller und Historiker Dr. h.c. Michael Hesemann schaukelt nach wie vor in schillerender Weise zwischen Glaube und Aberglaube hin und her.
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Hatten es ihm früher etwa die UFO-Phänomene angetan, so waren es danach und bis heute vor allem wundersame religiöse Geschehnisse und inbesondere Marienerscheinungen, wobei es für den schreiblustigen Autor keine ernsthafte Rolle spielt, ob die betreffenden Privatoffenbarungen kirchlich anerkannt sind oder nicht.
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Von Garabandal über Sievernich bis hin zu Heroldsbach wird alles Mögliche und Unmögliche gerne bejubelt  – wobei zu beachten ist, daß gerade die „Marienerscheinungen“ in der fränkischen Ortschaft Heroldsbach besonders strikt abgelehnt wurden – bis hin zur Exkommunikation der Sehermädchen in den 50er Jahren.
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Das kirchliche NEIN   – das vom Bamberger Ortsbischof bis hinauf zu Papst Pius XII. reichte  –  war auch inhaltlich-theologisch berechtigt. Wir haben dies mehrfach ausführlich begründet, u. a. mit einem Beitrag des Priesters Prof. Dr. Albert Mock:  https://charismatismus.wordpress.com/category/irrgeistige-erscheinungen/heroldsbach/
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Am heutigen Dienstag (5.5.) nutzte Hesemann auf dem charismatischen Portal „Kath.net“ die Chance, seinen Nachruf auf die gestern verstorbene Philosophin Dr. Alma von Stockhausen mit seinem Plädoyer für Heroldsbach zu verknüpfen: http://www.kath.net/news/71544
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Anlaß für diese Verquickung war die Tatsache, daß die hochbetagte Professorin ihre letzten Lebenswochen in dieser Pfarrgemeinde verbrachte, in welcher ihr Bruder Dietrich v. Stockhausen jahrzehntelang als Leiter des dortigen Gebetszentrums wirkte.

Eine freundliche Würdigung der zweifellos hochgradig gelehrten Alma v. Stockhausen, die ich selbst seit vierzig Jahren durch ihre Vorträge kannte, ist sicher berechtigt.

Allerdings klingen manche Passagen in Hesemanns Nachruf wie eine vorzeitige Heiligsprechung, zumal er versichert, er sei Zeit seines Lebens  „keiner weiseren, gütigeren, frömmeren, ja heiligmäßigeren Frau begegnet“: „Sie lebte und starb wie eine Heilige“ und sei daher jetzt „zum HERRN heimgekehrt“, wo sie die „Wahrheit Gottes schaut“.

Am Schluß nutzt der Verfasser die Gelegenheit, erneut auf Heroldsbach zu verweisen: „…dort, wo sich zwischen 1949 und 1952 der Himmel weit öffnete und den sieben Sehermädchen die Gottesmutter, Christus und viele Heilige und Engel erschienen“.

Davon kann in Wirklichkeit keine Rede sein.

Derselbe Historiker, der in seinen Büchern und Vorträgen Papst Pius XII. gegen falsche Vorwürfe verteidigt (siehe Buchtitel), sollte auch zur Kenntnis nehmen, daß die Ablehnung der „Botschaften“ von Heroldsbach von Papst Pius XII. selbst approbiert (gebilligt) wurde, indem er ausdrücklich ein entsprechendes Dekret der vatikanischen Glaubenskongregation (damals „Hl. Offizium“ genannt) bestätigte.

HIER ein sachlicher, ausgewogener Nachruf auf die Philosophin: https://www.kathnews.de/ein-nachruf


Bischof Bode leugnet das Mannsein Christi

Bischof Franz-Josef Bode von Osnabrück leugnet Konsequenz der Inkarnation (Menschwerdung Christi). Ein US-amerikanischer Bischof ruft ihn auf, zum Glauben der Kirche zurückzukommen und nennt Bodes Äußerung häretisch.

Laut Internetportal katholisches.de soll Bischof Bode, der gemeinsam mit der Theologieprofessorin Dorothea Sattler das vorbereitende Forum zum Thema „Frauen“ geleitet hatte, in einem positives Fazit der Synodalversammlung in Frankfurt u.a. gesagt haben, Christus „sei für uns Mensch geworden, nicht Mann“.
Damit stellt er nicht nur indirekt die unveränderliche Lehre der Kirche, dass nur Männern die Priesterweihe gespendet werden kann, erneut in Frage.
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Mit der Aussage, dass Christus kein Mann geworden ist, sondern Mensch, leugnet der Osnabrücker Oberhirte zudem die Konsequenz der Menschwerdung Gottes in Jesus von Nazareth, der männlichen Geschlechtes gewesen ist.
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Auf Twitter reagierte darauf der amerikanische Bischof  Joseph Edward Strickland (Bischof von Tyler, Kalifornien) wie folgt:

„Bischof Bode…ich rufe Sie respektvoll von  Bischof zu Bischof auf, zu Ihrem Heil und zum Wohl der Kirche zur Wahrheit des Glaubensgutes zurückzukehren. Ihre Aussage, dass Christus ein Mensch geworden ist, aber kein Mann, ist lächerlich und häretisch. Ich kann nicht schweigend zusehen!“

(„Bishop Bode…I respectfully call you as one bishop to another to return to the truth of the Deposit of Faith for your salvation and for the good of the Church. Your statement that Christ became a human being but not a man is ridiculous & heretical. I cannot stand by in silence!”)

Exkommunikation

Nach dem Kirchenrecht ist Häresie die behaarliche Leugnug einer kraft göttlichen und katholischen Glaubens zu glaubenden Wahrheit oder ein behaarrlicher Zweifel an einer solchen Glaubenswahrheit (can. 751). Ein Häretiker zieht sich die Exkommunikation als Tatstrafe zu (can. 1368 § 1).

Die Menschwerdung Christi, die sein Mannsein konsequenterweise miteinbezieht, ist eine kraft göttlichen Glaubens zu glaubende Wahrheit.  Wer sie öffentlich leugnet zieht sich automatisch die Exkommunikation als Tatstrafe zu (can. 1368 § 1).

Die Leugnung der nur Männern vorbehaltenen Priesterweihe hängt mit der geoffenbarten Wahrheit aufs engste zusammen. Eine gegenteilige Lehrmeinung ist von der Kirche verworfen (Johannes Paul II., Ordinatio sacerdotalis). Wer sie dennoch vertritt oder sie hartnäckig ablehnt, soll mit einer gerechten Strafe (Exkommunikation oder bei Klerikern Entlassung aus dem Klerikerstand nicht ausgeschlossen) belegt werden (can. 1371 § 1).

Quelle: https://www.kathnews.de/bischof-bode-christus-ist-nur-mensch-geworden-aber-nicht-ein-mann


ZpV kritisiert die Würdigung von „Donum vitae“ durch den Erzbischof von München

Presse-Erklärung des ZpV (Zusammenschluss papsttreuer Vereinigungen):

Kardinal Reinhard Marx, der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, schreibt in einem Brief an das ZdK: „Es besteht kein Zweifel, dass das Ziel von Donum Vitae ebenso wie das der bischöflich verantworteten Schwangerenberatung der Schutz des ungeborenen Menschen ist.“ 

Der Münchner Erzbischof zieht daraus den Schluss, dass ehemalige Mitarbeiter von Donum vitae auch in kirchlichen Beratungsstellen arbeiten könnten, was bisher untersagt war.

Um dem kurzen Gedächtnis aufzuhelfen:

Donum vitae ist eine Protestgründung gegen die eindeutige Anordnung Papst Johannes Pauls II., keine Beratungsscheine mehr auszustellen, da sie den Mord am Ungeborenen ermöglichen und staatsrechtlich straffrei machen. Donum vitae wurde eindeutig nur deshalb gegründet für eben diese Schwangeren-Beratung mit „Tötungslizenz“ (so nannte Erzbischof Dyba den Beratungsschein).

Wer aber auf diese Weise zum Mord an einem unschuldigen Menschen die Hand reicht und ihn ermöglicht, auch indirekt, verfällt der Tatstrafe der Exkommunikation. Dies gilt vor Gott für jeden, sei er Kardinal oder Obdachloser. – Wie steht es eigentlich um das Bewußtsein dieser Hirten hinsichtlich ihrer Verantwortung vor Gott?

Reinhard Dörner, ZpV-Vorsitzender – Internet: http://www.papsttreue-vereinigungen.de

Foto: Laura Mohr


Paulus exkommuniziert einen Inzucht-Täter, um dadurch dessen Seele zu retten

Aus der heutigen liturgischen Lesung der kath. Kirche: 1 Kor 5,1-8:

Brüder! Übrigens hört man von Unzucht unter euch, und zwar von Unzucht, wie sie nicht einmal unter den Heiden vorkommt, dass nämlich einer die Frau seines Vaters hat. Und da macht ihr euch noch wichtig, statt traurig zu werden und den aus eurer Mitte zu stoßen, der so etwas getan hat. P1020947

Was mich angeht, so habe ich – leiblich zwar abwesend, geistig aber anwesend – mein Urteil über den, der sich so vergangen hat, schon jetzt gefällt, als ob ich persönlich anwesend wäre:

Im Namen Jesu, unseres HERRN, wollen wir uns versammeln, ihr und mein Geist, und zusammen mit der Kraft Jesu, unseres HERRN, diesen Menschen dem Satan übergeben zum Verderben seines Fleisches, damit sein Geist am Tag des HERRN gerettet wird.

 

 


Überflüssiges Rauschen im Blätterwald wegen jüngster Papst-Äußerungen

Klare Sache: Geschieden-Wiederverheirate sind „nicht exkommuniziert“

In einigen Medien gibt es wieder einmal Wirbel und Sensationsgetuschel um Aussagen von Papst Franziskus im Vorfeld der römischen Bischofssynode über Ehe und Familie. Anscheinend wird jetzt erst recht jede Äußerung von ihm auf die Goldwaage gelegt. flyerstralsund2

Allerdings ist es überflüssig bis lächerlich, wenn im reformerischen Spektrum der Eindruck erweckt wird, als habe der Pontifex etwas Neues geliefert mit seiner Bemerkung, die geschieden-wiederverheirateten Katholiken seien „nicht exkommuniziert“. Umgekehrt ist es genauso unangebracht, wenn sich traditionelle Stimmen über diese Aussage von Franziskus empören.

Was soll an dieser schlichten Tatsache aufregend sein?

Seit Jahrzehnten weisen Päpste (auch Benedikt) bisweilen darauf hin, daß der erwähnte Personenkreis durchaus nicht exkommunziert ist  –  mit anderen Worten: er ist nicht aus der kirchlichen „Communio“ (Gemeinschaft) ausgeschlossen, sondern „nur“ vom Sakramentenempfang. Wenn jemand nicht zum Tisch des HERRN darf, bedeutet dies aber noch lange keine Exkommunikation.

Auch das Getöse, eine solche Äußerung zum jetzigen Zeitpunkt sei gleichsam ein reformerisches „Signal“ an die Familiensynode, ist unsinnig, weil der Papst lediglich auf etwas hinweist, was einen Neuigkeitswert von 0,0% aufweist. Nur Personen (ob von links oder von rechts), die sich theologisch und kirchenrechtlich wenig auskennen, beginnen jetzt mit ihren oberschlauen Spekulationen.

Weiterführende Infos hier: https://charismatismus.wordpress.com/2015/02/17/wegweisender-sammelband-zum-dauerbrenner-ehe-und-kommunion/


Barbara Prammer und ihre „Toleranz“: Keine Gnade für ungeborene Babys

PRESSEMELDUNG der CSA (Christlich Soziale Arbeitsgemeinschaft) Österreichs:

Am Samstag, dem 2. August 2014, erlag die Präsidentin des Österreichischen Nationalrats, Frau Barbara Prammer, einem schweren Krebsleiden. Sie verstarb im 61. Lebensjahr. 

Freunde wie Politiker zeigten sich überrascht vom frühen Tod dieser bekannten Politikerin, die über die Grenzen Österreichs hinaus sehr geschätzt wurde. In zahlreichen Nachrufen wird die Verstorbene als kompetent, herzlich, offen und mutig gewürdigt. media-389705-4

Wenn Frau Prammer von ihren roten Parteigenossen in den höchsten Tönen gelobt wird, kann man ihnen das nicht verdenken. Aber daß katholische Würdenträger und Verbände die Verstorbene als engagierte Stimme für Menschlichkeit und Toleranz glorifizieren, ist unverständlich.

Ausgeblendet wird eine andere Seite der viel umjubelten Politikerin, die nämlich keine Toleranz, keine Menschlichkeit gegenüber den ungeborenen Kindern kannte.  

Vergessen wird, daß Frau Prammer eine engagierte Abtreibungslobbyistin war, die sich bezüglich Lebensrecht und Sexualethik vehement gegen die Position der katholischen Kirche stellte.

Prammer trat für das vermeintliche Selbstbestimmungrecht der Mütter zu Lasten ihrer ungeborenen Kinder ein.baby

Als Frauenministerin war Prammer hauptverantwortlich für die Einführung des Tötungs-Pestizids RU 486 (Mifegyne). Dieses Mifegyne ist ein reines Tötungspräparat, welches nach der Einnahme die Rezeptoren für das Baby im Mutterleib blockiert und es so verhungern läßt.  

Prammer trat den Lebensrechtlern forsch entgegen. Vor Kliniken wollte sie sogenannte Schutzzonen einrichten, damit abtreibungswillige Mütter ungehindert Zutritt zur Tötungsambulanz haben.

Leider können wir Frau Prammer nun nicht mehr fragen, warum sie mit einer solchen Maßnahme verhindern wollte, daß Mütter eventuell doch noch JA zu ihrem Kind sagen.

Wir können sie auch nicht mehr fragen, ob ihr bekannt war, daß all ihr Engagement für Abtreibung ihre automatische Exkommunikation als Katholikin zur Folge hatte.

Gleichwohl hoffen wir, daß sie in ihrer Todesstunde bei Gott einen gnädigen Richter gefunden hat.

Christlich-Soziale-Arbeitsgemeinschaft-Österreichs
gez. Klaus Günter Annen
www.csa-austria.com
 
Ergänzende Infos hierzu:

http://gloria.tv/media/y1Ksdd64GHG
http://gloria.tv/media/r9VtEBQih2G

 


Papst Franziskus empfing Bischof Bernard Fellay (Piusbruderschaft)

Von Dr. Gero Weishaupt

Papst Franziskus soll vor einiger Zeit den Generaloberen der Piusbruderschaft (FSSPX), S.E. Bischof Bernard Fellay, in Privataudienz empfangen haben. Das berichtet der englischsprachige Rorate-Caeli-Blogspot. _papa_francisco_peq_51656bafbd575

Das Gespräch zwischen dem Papst und Bischof Fellay soll herzlich gewesen sein. Über den Inhalt des Gespräches wurden keine Angaben gemacht.

Wie der Präfekt der Glaubenskongregation, Gerhard Kardinal Müller, noch vor einigen Wochen wissen ließ, halte der Vatikan die Türen für den Dialog mit der Piusbruderschaft offen.

Papst Benedikt XVI. hatte 2009 die Exkommunikation der vier von Erzbischof Lefebvre im Juni 1988 ohne päpstliches Mandat geweihten Bischöfe aufgehoben.

Seitdem steht der Vatikan und die Piusbruderschaft in einem intensiveren Dialog als vorher. Papst Benedikt XVI. hatte dafür eine eigene Theologenkommission errichtet.

Ziel des Dialoges ist eine Festlegung der kirchlichenrechtlichen Position der FSSPX und ihrer kanonischen Struktur. Dabei wird u.a. an eine Errichtung der FSSPX als Personalprälatur nachgedacht.

Quelle und Fortsetzung des Artikels hier: http://www.kathnews.de/rom-haelt-die-tueren-offen

Foto: Radio Vatikan


Margot Käßmann und Luthers Exkommunikation – die Ex-Bischöfin glänzt durch Unwissenheit

Verständigung ist keine Einbahnstraße!

Derzeit liest man allenthalben, daß die evangelische Ex-Bischöfin Margot Käßmann von der katholischen Kirche „erwartet“, daß bis zum Reformations-Jubiläumsjahr 2017 die Exkommunikation Martin Luthers aufgehoben wird.

Zur Bekräftigung fügte die prominente Protestantin am vergangenen Montag gegenüber dem „Mannheimer Morgen“ hinzu: „Das fordern ja auch Katholiken wie etwa Hans Küng“.

Und wenn ein   –  von der katholischen Kirche zudem seit langem amtsenthobener   –  Theologe wie Küng etwas verlangt, dann kann das wohl nur klug und richtig sein?

Umgekehrt wird freilich ein Schuh draus: Eine Rücknahme der Exkommunikation ist nicht einmal logisch möglich, geschweige theo-logisch sinnvoll. Das gilt nicht allein für Luther, sondern grundsätzlich für alle Verstorbenen, die zu Lebzeiten exkommuniziert waren.

Wieso? Weshalb? Warum?

Ganz einfach: Wenn die Kirche ein Mitglied exkommuniziert, dann hat das nichts mit einer „Verfluchung“  zu tun, damit ist auch keine „Verdammung“ fürs Jenseits ausgesprochen, sondern der Betreffende wird vielmehr aus der „Communio“ –  der kirchlichen Sakramentengemeinschaft  – ausgeschlossen.

Er darf also nicht mehr an den Sakramenten teilnehmen und z.B. keine kirchlichen Ehrenämter bekleiden. (Er darf aber selbstverständlich an Gottesdiensten, Andachten und hl. Messen teilnehmen, aber nicht zum Tisch des Herrn gehen.)

Die Mitgliedschaft in der irdischen Kirche endet mit dem Tod

Foto: Petrusbruderschaft

Foto: Petrusbruderschaft

Nun hört die Mitgliedschaft in der irdischen, der sog. „streitenden“ Kirche mit dem Tod bekanntlich auf. Also kann die Kirche  nach dem Tod niemanden exkommunizieren  – und daher logischerweise auch keine Exkommunikation aufheben, somit auch nicht Luthers Exkommunikation.

Die kirchliche „Jurisdiktion“ (also die Ausübung des Hirtenamtes und diverser Vollmachten) ist nämlich auf die irdischen „Schäflein“ beschränkt.

Für das Jenseits verfügt die Kirche  –  wie sie selber lehrt  –  nicht über „kirchenrechtliche“ bzw sakramentale Befugnisse. Auch die Gebete der Gläubigen, hl. Messen und Ablässe für Verstorbene können daher „nur“ fürbitthalber wirksam werden, denn das „Reich der Toten“ liegt in Gottes Hand, es liegt buchstäblich „jenseits“ der „Schlüsselgewalt“ der irdischen Kirche.

Also: Die katholische Kirche  k a n  n  die Exkommunikation für Luther nicht aufheben und nicht „widerrufen“, selbst wenn sie es wollte.

Abgesehen davon würde ein solcher Vorgang wohl an den nach wie vor bestehenden Lehr-Unterschieden zwischen der katholischen Kirche und den protestantischen Konfessionen nichts ändern.

Bevor „Luther-Botschafterin“ Käßmann, Küng und Konsorten also ihre umwerfenden „Forderungen“ stellen, sollten sie sich erst einmal schlau machen,  was eine Exkommunikation überhaupt bedeutet, nämlich den Ausschluß aus der kirchlichen Sakramentengemeinschaft.

Man darf jedenfalls davon ausgehen, daß Luther wohl kaum aus dem Jenseits zurückkehrt, um wieder in den Genuß der kirchlichen „Communio“ zu gelangen bzw die katholischen Sakramente zu empfangen…

Ein gewisses Mindestmaß an kirchenrechtlicher und ecclesiologischer Sachkenntnis sollte man von der theologischen Prominenz eigentlich erwarten können.  –  Aber offenbar hält sich die Luther-Botschafterin für unglaublich gebildet, zumal in „ökumenischer“ Hinsicht:

Als katholische Blogger der damaligen Landesbischöfin im Jahre 2005 einen katholischen Katechismus zuschickten, da sie sich zuvor ignorant zum Thema „Ablaß“ geäußert hatte und die katholische Lehrauffassung dazu falsch darstellte, gab es folgende Reaktion aus ihrem Büro:

Durch Ute Neveling-Wienkamp ließ Margot Käßmann am 7. September 2005 ausrichten:

„Sie können davon ausgehen, dass Frau Dr. Dr. h.c. Käßmann sich in ökumenischen Fragen gut auskennt und Ihrer Nachhilfe an dieser Stelle nicht bedarf. Aus diesem Grunde erhalten Sie den Katechismus, wie Sie sehen, zurück. Sie werden dafür sicherlich eine andere Verwendung finden.“

Abgesehen davon:

Wenn die evangelische Seite ihre „Forderungen“ an die katholische Kirche stellt, dann kann das auch mal umgekehrt laufen:

Es wäre sicherlich sinnvoll, wenn sich evangelische Kirchenvertreter beispielsweise von Luthers zahlreichen anti-katholischen Tiraden distanzieren, von seinen Schimpf-Attacken gegen die heilige Messe oder auch von seiner Schrift „Wider das Papsttum zu Rom, vom Teufel gestiftet“ und weiteren unfreundlichen Pamphleten dieser Art bzw. Unart.

Verständigung und ökumenischer Dialog sind eben durchaus keine Einbahnstraße!

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster

DIESER ARTIKEL wurde auch in der medienkritischen und faktenstarken JOURNALISTENWATCH veröffentlicht: http://journalistenwatch.com/cms/2012/12/29/margot-kasmann-und-luthers-exkommunikation-die-ex-bischofin-glanzt-durch-unwissenheit/


Uruguay: Katholischer Bischof erwägt Exkommunikation für Abtreibungspolitiker

Jene Abgeordneten, die für das neue liberale Abtreibungsgesetz in Uruguay gestimmt haben, könnten exkommuniziert, also aus der kirchlichen Communio (sakramentalen Gemeinschaft) ausgeschlossen werden.

Dies geht aus einem Bericht der Tageszeitung ‚El Observador’ hervor. „

Foto: M. von Gersdorff

Die automatische Exkommunizierung erfolgt laut CIC (katholischem Kirchenrecht), wenn jemand eine Abtreibung verlangt, vornimmt oder direkt unterstützt.

Das menschliche Leben ist aus christlicher Sicht von seiner Empfängnis an unantastbar. Das 2. Vatikanische Konzil bezeichnete Abtreibung daher als „verabscheuungswürdiges Verbrechen“.

Die Mitverantwortung für eine staatliche Abtreibungsfreigabe sei eine solche direkte Unterstützung“, zitiert das Blatt den Generalsekretär der Uruguayischen Bischofskonferenz, Bischof Heriberto Bodeant.

Der Senat hatte kürzlich einem umstrittenen Abtreibungsgesetz zugestimmt. Damit ist Uruguay nach Guyana und dem kommunistischen Kuba das dritte lateinamerikanische Land, das den gesetzlichen Schutz ungeborener Kinder innerhalb der ersten drei Monate abschafft.

Quelle: Radio Vatikan