Israel ehrt vier „Gerechte unter den Völkern“ im Bayerischen Landtag

Schon bei der Gründung von Yad Vashem im Jahr 1953 wurde auch die Ehrung der „Gerechten unter den Völkern“ in den Auftrag der Jerusalemer Holocaust-Gedenkstätte eingeschlossen.   Gruppenfoto (Bildarchiv Bayerischer Landtag, Foto Rolf Poss)

Seit 1963 zeichnet Yad Vashem im Namen des Staates Israel und des jüdischen Volkes mit diesem Titel nichtjüdische Menschen aus, die während des Holocaust unter Einsatz ihres eigenen Lebens Juden retteten.

Die Präsidentin des Bayerischen Landtags, Barbara Stamm, war am 24. Juni 2014 Gastgeberin einer Feierstunde zu Ehren von zwei Frauen und zwei Männern aus Bayern, die posthum (nach ihrem Tod) als „Gerechte unter den Völkern“ anerkannt wurden.

Stefan und Therese Steinbacher

Stefan Steinbacher und seine Mutter Therese versteckten ab Januar 1945 auf ihrem sehr kleinen Bauernhof in Kruchenhausen südöstlich von München die verfolgte Jüdin Ilse Gerweck.

Ihre beiden Töchter Barbara und Monika kamen in Verstecken in der Nähe unter. Die Retter versorgten die drei Untergetauchten bis zur Befreiung durch die US-Armee im Mai 1945 mit allem Lebensnotwendigen, obwohl sie selbst nur über sehr begrenzte Mittel verfügten und in ständiger Angst lebten, entdeckt und denunziert zu werden.

Nur dank der Hilfe der Familie Steinbacher überlebten Ilse, Barbara und Monika Gerweck den Holocaust. Beide Töchter und ihre Familien, die zum Teil in Israel leben, nahmen an der Zeremonie im Landtag teil, in der der Generalkonsul des Staates Israel, Dr. Dan Shaham, die Yad Vashem-Urkunde und Medaille an den Enkel von Stefan Steinbacher, Andreas Kuhnlein, überreichte.

Alois und Maria Rauch

Als sie im April 1943 ihren Deportationsbefehl bekam, wandte sich die Jüdin Elfriede Seitz in ihrer Not an ihre Bekannten Alois und Maria Rauch in Grucking in der Nähe von München.

Das Ehepaar Rauch nahm die Verfolgte sofort auf ihrem Hof auf. Zwei Jahre lang, bis zur Befreiung im Mai 1945, versorgte und versteckte Familie Rauch Elfriede Seitz und rettete ihr somit das Leben.

Die Tochter der Geehrten war damals 13 Jahre alt und erinnert sich heute noch gut daran, dass ihre Eltern nicht zögerten, zu helfen, obwohl ihnen bewusst war, dass sie sich und ihre Familie dadurch in sehr große Gefahr brachten.

In der Feierstunde nahm Maria Theresia Gebhard jetzt stellvertretend für ihre Eltern Alois und Maria Rauch die Yad Vashem-Medaille und Urkunde aus den Händen von Generalkonsul Dr. Dan Shaham entgegen.

Schülerinnen und Schüler der drei bayerischen Partnerschaftsschulen mit Yad Vashem, das Anne-Frank-Gymnasium Erding, das Katharinengymnasium Ingolstadt und das Melanchthon-Gymnasium Nürnberg, nahmen an der Feierstunde im Landtag teil.

Quelle: Botschaft des Staates Israel in Berlin