Internationale Bittschrift an Papst Franziskus zur Bekräftigung der kirchlichen Ehelehre

Diese internationale Petition wurde in kurzer Zeit von über 72.000 Menschen unterzeichnet, darunter kirchliche Würdenträger (z.B. Kardinal Medina Estévez) und Präsidenten großer Verbände. (Einige Beispiele siehe hier: http://www.ergebenebitte.org/personalities-who-have-signed,3229,c.html)Vat_Flagge

Hier folgt der Wortlaut dieser Bittschrift an Papst Franziskus:

Heiliger Vater,

Im Hinblick auf die Synode über die Familie vom Oktober 2015 wenden wir uns an Sie, um unsere Sorgen und Hoffnungen über die Zukunft der Familie darzulegen.

Unsere Sorgen basieren auf der Tatsache, dass wir seit Jahrzehnten eine sexuelle Revolution erleben, die von einem Zusammenschluss mächtiger Organisationen, politischer Kräfte und Medien vorangetrieben wird. Sukzessive bedroht diese Revolution die Existenz der Familie, die natürliche Grundeinheit der Gesellschaft.

Seit der sog. 68er Revolution sind wir einer graduellen und systematischen Nötigung von moralischen Sitten ausgesetzt, die den Gesetzen Gottes und der Natur widersprechen. Diese Nötigung ist dermaßen unerbittlich, dass es heute beispielsweise schon vielerorts möglich ist, dass Kinder im zartesten Alter die abartige „Gendertheorie“ vermittelt bekommen.

Angesichts dieses finsteren ideologischen Bildes gleicht die katholische Lehre im Bezug auf das 6. Gebot Gottes einer brennenden Fackel, von der sich unzählige Personen, die von der hedonistischen Propaganda unterdrückt werden, RadioVatikanangezogen fühlen. Es sind Menschen, die zu einem keuschen und fruchtbaren Familienmodell stehen, so wie es im Evangelium gepredigt wird und der natürlichen Ordnung entspricht.

Heiliger Vater, aufgrund von Informationen, die anlässlich der vergangenen Synode verbreitet wurden, mussten wir mit Schmerzen feststellen, dass für viele Millionen von Gläubigen das Licht dieser Fackel zu wanken scheint, ausgelöst durch die unheilsamen Winde der von den antichristlichen Lobbies verfechteten Lebensstile.

Tatsächlich konnten wir eine allgemeine Ratlosigkeit feststellen, aufgrund der Möglichkeit, dass im Schoße der Kirche eine Bresche aufgerissen wurde, die eine Duldung des Ehebruchs erlauben würde: Durch die Zulassung zur Eucharistie von geschiedenen – wiederverheirateten Paaren  und die Annahme von homosexuellen Partnerschaften wird ein Zustand erzeugt, der kategorisch verurteilt werden muss, da er im Widerspruch zu den Geboten Gottes und den Gesetzen der Natur steht.

Aus dieser Orientierungslosigkeit entspringt paradoxerweise eigentlich unsere Hoffnung. 120505288_BV_July und Mike

Ja! Denn in dieser Situation wird ein Wort Ihrerseits das einzige Mittel sein, um die wachsende Verwirrung unter den Gläubigen zu überwinden. Es würde verhindern, dass die Lehre Jesu Christi selbst relativiert wird, und es würde die Finsternis vertreiben, die über die Zukunft unserer Kinder schwebt, für den Fall, dass die Fackel ihre Wege nicht mehr ausleuchtet.

Dieses Wort, Heiliger Vater, erbitten wir mit andächtigem Herzen, im Hinblick auf alles, was Sie sind und darstellen, in der Gewissheit, dass so ein Wort niemals von der Pastoral, von der von Jesus Christus und seinen Stellvertretern überlieferten Lehre, getrennt werden kann, was ansonsten nur die Verwirrung verschlimmern würde.

Jesus hat uns in der Tat mit aller Klarheit den unbedingten Zusammenhang zwischen Wahrheit und Leben gelehrt (vgl. Joh 14, 6-7), so wie auch davor gewarnt, dass der einzige Weg, um keinen Zusammenbruch zu erleiden, die Aufnahme und Anwendung seiner Lehre (vgl. Mt 7, 24-27) ist.

Mit der Bitte um Ihren apostolischen Segen verbinden wir das Versprechen unserer Gebete zur Heiligen Familie  –  Jesus, Maria und Josef  – , auf dass sie Sie, Heiliger Vater, in einem so wichtigen Anliegen segnen möge.

Quelle und Online-Unterstützung HIER: http://www.ergebenebitte.org/


Kardinal Raymond Burke nimmt ca. 30.000 Unterstützer-Unterschriften entgegen

Am vergangenen Donnerstag präsentierte die kanadische Lebensrechtler-Internetseite “Lifesite-News” dem amerikanischen Kardinal Raymond Burke in gebundenener Buchform mehr als 29.000 Unterschriften von Menschen in aller Welt.

In dieser “Fanpost”, an der sich auch unser Christoferuswerk in Münster und zahlreiche deutsFeatured Imageche Katholiken beteiligten, wurde dem vatikanischen Würdenträger gedankt für seinen Einsatz pro Ehe und Familie.

Zugleich wurde versichert, für ihn und seinen treuen Dienst in der Kirche zu beten, damit er weiter eine “starke Stimme zur Verteidigung der Wahrheiten für das Leben und die Familie” bleiben möge.

Der theologisch konservative Kardinal äußerte seine “tiefste Dankbarkeit” für dieseUnterstützung und vor allem für Ihre Gebete.” 

Diese Online-Petition wurde im November 2014 von der katholischen Nachrichtenseite “Lifesite-News” gestartet, um sich so mit dem Kurienkardinal zu solidarisieren, weil dieser sich seit langem als eindeutiger Lebensrechtler und Verteidiger der katholischen Ehelehre bewährt hat.

Anlaß für die Aktion war zudem die Nachricht aus dem Vatikan, daß der profilierte Kirchenmann als Präfekt der Apostolischen Signatur entlassen und auf den lediglich repräsentativen Posten eines Patrons des Malteserordens abgeschoben wurde.

Die Absetzung Kardinal Burkes vom höchsten vatikanischen Gerichtshof hatte weltweit für große Enttäuschung unter glaubenstreuen Katholiken und Abtreibungsgegnern gesorgt.

Nachdem John-Henry Westen, der Chefredakteur von Lifesite-News, dem Kardinal das Unterschriftenbuch überreichte, bekräftigte dieser erneut seinen grundsätzlichen Standpunkt: 

“Wir müssen jetzt alle auch zukünftig vereint sein mit unserem Herrn Jesus Christus und die Wahrheit unseres Glaubens verteidigen, vor allem in Bezug auf Ehe und Familie. Auch wenn uns die Zeiten dunkel erscheinen, können wir mit Hilfe der Gnade Gottes wahre Verteidiger der Botschaft Christi sein. Bleiben wir also standhaft und lassen wir uns nicht entmutigen.

Das Treffen fand statt in dem von Burke selbst gegründeten regionalen Heiligtum der Madonna von Guadalupe in der Bischofsstadt La Crosse (Bundesstaat Wisconsin).

Quelle für die Zitate und das Foto: https://www.lifesitenews.com/news/cardinal-burke-receives-petition-signed-by-30000-supporters-this-was-his-re


Die CDU driftet weiter nach links

Mathias von Gersdorff

Gestern begann in Köln der 27. Bundesparteitag der CDU. Es ist das erste Treffen der Bundesdelegierten mit Peter Tauber als Generalsekretär. Das Motto: „Wir arbeiten für Deutschlands Zukunft“.  M. von Gersdorff

Eines der wichtigsten Themen soll in der Tat die Zukunft der Partei sein, wofür eigens eine „Zukunftskommission“ gebildet wurde, die auch auf dem Parteitag eine herausgehobene Rolle spielen wird.

Im Juni dieses Jahres hatte Peter Tauber verkündet, er wolle die CDU „bunter, weiblicher und jünger“ machen. Beklagt wurde nämlich die geringe Anzahl von Mitgliedern mit Migrationshintergrund. Der Altersdurchschnitt liegt bei 59 Jahren, wovon etwa ein Viertel weiblich ist. Größtes Problem ist aber die schrumpfende Zahl von Mitgliedern. 750.000 waren es 1990, heute sind es 467.000.

Die Umschreibung „bunter, weiblicher und jünger“ klang in den Ohren vieler als ein weiteres Abgleiten in die Beliebigkeit. Insbesondere die christlichen und konservativen CDU-Anhänger protestieren seit Jahren gegen den Linkskurs der C-Partei.

Lange Liste des Verrats am hohen “C”

Die Nummer 1 der christlich-konservativen Beschwerdeliste ist das Lebensrecht. Daß sich die Partei mit dem C derart mit der gegenwärtigen Abtreibungspraxis abgefunden hat, wird als Verrat an den christlichen Wurzeln angesehen.032_29A

Hinzu kommt, daß sich die CDU auch immer liberalere Positionen in der Bioethik (Stammzellforschung) und hinsichtlich der “Sterbehilfe” angeeignet hat. Jüngst hat sich außerdem noch Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe für eine rezeptfreie „Pille danach“ ausgesprochen  – veine völlig unnötige Positionierung.

Inzwischen ist aber ein weiteres wichtiges Thema hinzugekommen: Christliche Eltern mit Kindern im Schulalter fühlen sich zunehmend verraten, weil die CDU keinen oder nur einen geringen Widerstand gegen die geplante Einführung der „Akzeptanz sexueller Vielfalt“ und der Frühsexualisierung der Kinder leistet.

Der Angriff auf die Unschuld der Kinder ist dermaßen heftig, daß die Wut vieler Eltern über die Passivität der CDU völlig verständlich ist.

An dieser Stelle könnte man einwenden, Schulpolitik sei ausschließlich Ländersache. Dennoch geht das Thema auch die Bundespartei etwas an, denn hier geht es um nichts Geringeres als ein im Grundgesetz verankertes Grundrecht: „Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht“ (Art. 6, Abs. 2).

Vernachlässigung von Ehe und Familie

Weitere Punkte ließen sich hinzufügen. So vermissen christliche Wähler ein entschlosseneres Eintreten für die traditionelle Auffassung von Ehe und Familie. DSC_0048

Die CDU spricht sich zwar für die Wahlfreiheit der Familien aus und hat in der vergangenen Legislaturperiode das Betreuungsgeld durchgesetzt, doch de facto unterstützt die C-Partei die Verstaatlichung der Kinder und die forcierte Eingliederung der Mütter in das reguläre Arbeitsleben.

Eines wird immer deutlicher: Die CDU ist nicht bereit, ihre Macht auch nur im geringsten in Gefahr zu bringen, um die Schwächsten in der Gesellschaft zu schützen: die ungeborenen Babys, die Kinder im Schul- und Vorschulalter, die Eltern, die Wert auf eine christliche Erziehung ihrer Kinder legen.

Eine Partei in der Größe der CDU kommt nicht umhin, Kompromisse schließen zu müssen. Doch wer die CDU in früheren Jahrzehnten wahrgenommen hat, erkannte, daß sie ein Herz für die Schwachen zeigte. Die Partei schaffte es, das Gefühl zu vermitteln, jeder werde durch sie ernst genommen und jeder hätte seinen Platz in der Partei mit dem hohen C, auch wenn klar ist, daß man nicht alle Probleme aus der Welt schaffen könne.

Der einstige Geist verweht

Man spürte vielerorts den christlichen Kern der Partei, wie er eben auch in Gemeinden oder Gruppen zu finden ist, in denen der christliche Glauben ernst genommen und praktiziert wird. In einem solchen Umfeld fühlt sich jeder akzeptiert, unabhängig wie wichtig oder unwichtig, erfolgreich oder gescheitert er sein mag. Aufgrund der Gottesebenbildlichkeit ist jeder Mensch vor Gott eine einzigartige Person, die nicht durch eine andere zu ersetzen ist. IMG_5830_ergebnis-150x150

Nach dem Zweiten Weltkrieg haben die Christdemokraten stark das christliche Menschenbild betont, um einen scharfen Kontrast zum Menschenbild der Nazis zu setzen. Auf diese Weise konnte die CDU so vielen unterschiedlichen Menschen und Gruppen das Gefühl vermitteln, so etwas wie eine „Familie“ zu sein.

Doch dieser Geist entschwindet. Die CDU wird zunehmend zur machtfixierten Partei von Technokraten und Funktionären.

Die Bemühungen vieler halbprominenter C-Politiker, sich für eine Koalition mit den Grünen hübsch zu machen, verstärken diesen Eindruck. Die Grünen sind voll des Mitleids für die Tiere, die nicht „artgerecht“ leben und wollen ihnen alle möglichen „Rechte“ geben. Gleichzeitig sind sie für eine radikale Liberalisierung der Abtreibung und der systematischen Vernichtung der kindlichen Unschuld.

Es ist zu hoffen, daß die christlichen Kräfte, die in der CDU noch existieren, doch stark genug sind, um innerparteilich wirken zu können. Denn Deutschland braucht eine christliche Politik. Ansonsten hat unser Land keine Zukunft und die CDU noch viel weniger.

Unser Autor Mathias von Gersdorff leitet die Aktion “Kinder in Gefahr” in Frankfurt und betreibt das Internetmagazin “Kultur und Medien online”

Erstveröffentlichung dieses Beitrags in der Wochenzeitung “Junge Freiheit”


Nutzen wir alle Chancen in Kirche und Welt für den Einsatz pro Ehe und Familie

Von Prof. Dr. Hubert Gindert

Auf der Außenwand der Kapelle in der Augsburger Fuggerei ist eine Sonnenuhr mit der Aufschrift „Nutzet die Zeit“ angebracht. Die Fugger haben diesen Spruch beherzigt. Sie schufen im 16. Jahrhundert ein gewaltiges Wirtschaftsimperium. Sie vergaßen dabei die Bedürftigen nicht.

Mit der Fuggerei erbauten sie die erste Sozialsiedlung der damaligen Welt. Die Fugger unterstützten aber auch das kirchliche Reformwerk des Petrus Canisius in Augsburg, das ohne diese Hilfe nicht so erfolgreich hätte sein können. 100_1391

Auch heute geht es darum, die Zeit zu nutzen und Chancen aufzugreifen. Wir leben in einer Zeit der Verwirrung und Täuschung. Die Folgen sind Verunsicherung und Lähmung.

BILD: Unser Autor, Prof. Dr. Hubert Gindert, veranstaltet jährlich den Kongreß “Freude am Glauben”, auf dem auch unser Christoferuswerk mit einem Infostand vertreten ist

Das trifft auch für Katholiken zu, die zur Botschaft Christi, zur Lehre der Kirche und zum Papst stehen wollen, die aber durch den Ablauf der ersten Sitzungswoche der Bischöfe der Weltkirche vom Oktober 2014 in Rom, sich jetzt fragen, was gilt künftig noch.

Diese Katholiken wenden sich deswegen mit einer Petition an Papst Franziskus. Dort heißt es:

„Glaubenstreue Katholiken sind durch die mit der Weltsynode der Bischöfe entstandenen Diskussionen verunsichert. Viele stellen sich der Frage, ob die Treue zum Wort Christi „Was Gott verbunden hat, darf der Mensch nicht trennen“ weiterhin gilt. Die Lehre der Kirche über das Ehesakrament scheint künftig zur Disposition zu stehen. 120505288_BV_July und Mike

Wie soll man in der Familie die Lehre der Kirche über die Ehe an die Kinder und Enkel vermitteln, wenn mit dem Verweis auf die „Barmherzigkeit“ die Bedeutung des lebenslangen Treueversprechens relativiert wird?

Die Bischöfe, die den Glauben der Kirche in der Synodendebatte kraftvoll verteidigt haben, sind eine Stütze für die Ehepartner, die ihrem Versprechen treu geblieben sind und nicht wieder geheiratet haben. Unsere Kinder und Jugendlichen sehnen sich nach der Ermutigung zur lebenslangen Treue, welche die katholische Kirche verkündet.

Wir bitten den Heiligen Vater um hilfreiche Worte, damit Verwirrung und Lähmung unter den Katholiken nicht weiter um sich greifen.“

Der Druck auf Bischöfe, sich zeitgeistkonform zu verhalten, geht nicht nur von Medien aus. Er kommt auch aus dem Inneren der Kirche, von katholischen Organisationen und von Gläubigen selbst, wie Leserbriefe in Zeitungen zeigen.

Das kommt daher, weil diese Gläubigen religiös unterernährt sind. Teilweise haben sie über viele Jahre keine Katechese gehört, die ihnen die katholische Ehelehre nahegebracht hätte.

Im Oktober 2015 werden die Bischöfe der Weltkirche wieder über Fragen von Ehe und Familie beraten und Empfehlungen an den Heiligen Vater beschließen. Dieser wird dann seine Entscheidungen treffen. 100_1381

BILD: Weiteres Foto vom Kongreß “Freude am Glauben” in Fulda: Prälat Edmund Dillinger im Gespräch mit Teilnehmern

Die Zeit bis zur Bischofssynode stellt eine Chance dar. Die heiß diskutierten Fragen sind Anlass, dass katholische Eheverständnis zu thematisieren, wieder bewusst zu machen und die Schönheit einer christlich gelebten Ehe aufleuchten zu lassen, z.B. in Hirtenworten, Katechesen, Predigten, Seminaren, im Religionsunterricht…

Das „Forum Deutscher Katholiken“ stellt sich der Situation mit dem Kongress „Freude am Glauben“ 2015 in Fulda. Er hat das Motto: „Ehe und Familie  –  gottgewollter Auftrag und Weg zum Glück“.

Es gibt viele zusätzliche Möglichkeiten, das Thema Ehe und Familie aufzugreifen. Den Kopf in den Sand zu stecken und die Zeit bis zur Synode abzuwarten ist die schlechteste davon.

Man kann sich vorstellen, was passiert, wenn die Ehelehre der Kirche mit allen Konsequenzen, die sich daraus ergeben, erneut bestätigt wird. Selbst einige Bischöfe haben unerfüllbare Erwartungen geweckt. Die schon vorhandene Spaltung unter den Katholiken könnte sich verstärken.

Damit das Wort Christi auf einen aufnahmebereiten Boden fällt, muss er dafür vorbereitet werden. Es gilt das Wort auf der Außenwand der Kapelle der Fuggerei zu Augsburg: „Nutzet die Zeit“!

Hier folgt unser Bericht über die erwähnte Unterschriftenaktion des Forums deutscher Katholiken: https://charismatismus.wordpress.com/2014/11/13/dachverband-forum-deutscher-katholiken-veroffentlicht-bittschrift-an-den-papst/

Fotos: KOMM-MIT-Verlag


Hirtenwort von Bischof Gregor M. Hanke (Eichstätt) zum Advent 2014 im Wortlaut

Liebe Schwestern und Brüder!bildma1

Vorfreude auf die Geburt
Ein Ehepaar, das ein Kind erwartet, bereitet sich auf das Ereignis vor. Die schwangere Frau nimmt auf ärztliche Empfehlungen so mancherlei Verzicht auf sich. Die Kliniktasche steht lange vor dem Entbindungstermin griffbereit gepackt. Es ist die Freude, die alles leitet. Auch Verwandte und Freunde sind voller Erwartung.

Mit dem ersten Advent am nächsten Sonntag beginnt auch für uns die Zeit dieser freudigen Erwartung. Dann bereiten wir uns auf das Fest der Geburt des Herrn vor. Gott wird Mensch in Jesus Christus!

Menschwerdung Gottes ist bleibende Einladung
Die Menschwerdung Gottes ist nicht einfach Vergangenheit, sondern bleibende Einladung Gottes an uns hier und heute, seinen Weg der Menschwerdung einzuschlagen. Das Zweite Vatikanische Konzil erklärt in der Konstitution über die Kirche in der Welt die Bedeutung der Menschwerdung des Gottessohnes für unser Menschsein:  011_7A

Denn er, der Sohn Gottes, hat sich in seiner Menschwerdung gewissermaßen mit jedem Menschen vereinigt. (…) Tatsächlich klärt sich nur im Geheimnis des fleischgewordenen Wortes das Geheimnis des Menschen wahrhaft auf.(1)

Menschsein als Personsein in der Krise
Der Blick auf den Mensch gewordenen Gottessohn und seinen Weg als Mensch tut not für den Weg meiner Menschwerdung. Es scheint, als sei sich der Mensch von heute selbst zur Frage geworden, als sei die Anerkennung des Menschen als Person mit Würde in die Krise geraten.

Weltweite Krise der Menschseins
Trotz Fortschritt, Wissensmehrung und eines global gewachsenen Bewusstseins der Zusammengehörigkeit der Menschheit wird die Menschenwürde in vielen Bereichen der Welt mit Füßen getreten. Ökonomische und machtpolitische Interessen oder auch eine fanatisierte Religion werden sich zum Selbstzweck. Der Mensch in seiner Würde bleibt auf der Strecke. baby_hand_abtreibg_cdl11_a4357ad790

Wir erleben dies gegenwärtig dramatisch an den Konflikten und kriegerischen Auseinandersetzungen. Millionen Menschen befinden sich auf der Flucht, Minderheiten sind bedroht. Denken wir vor allem an Syrien und den Irak, wo gerade unsere christlichen Schwestern und Brüder Bedrängnisse bis hin zur Verfolgung erleiden.

Doch auch in unserer Umgebung zeigt sich die Krise des Menschseins:

Krise der Menschenwürde: Debatte um den assistierten Suizid
Wir stehen mitten in der Debatte um den assistierten Suizid. Hier wird mit den Ängsten vor unerträglichen Schmerzen, der finanziellen Belastung der Angehörigen und der Einsamkeit argumentiert, um letztlich die Beihilfe zum Selbstmord zu legalisieren.

Auch wer “religiös unmusikalisch” ist und daher die in der Gottebenbildlichkeit wurzelnde Unverfügbarkeit des menschlichen Lebens nicht mehr nachzuvollziehen vermag, kann die darin liegende Gefahr erkennen. Die gesetzliche Erlaubnis einer Tötung auf Verlangen könnte dazu führen, dass kranke Menschen subtil oder offen dazu gedrängt werden, endlich sterben zu wollen.

Gemälde: Evita Gründler

Gemälde: E. Gründler

Diese Tendenz ist bereits jetzt deutlich erkennbar, wenn immer unverblümter darauf hingewiesen wird, wie hoch die Kosten für die Pflege Sterbender sind. In Wirklichkeit ist die Palliativmedizin mittlerweile schon so weit fortgeschritten, dass sie auf die vorhandenen Ängste reagieren kann, ohne Beihilfe zum Suizid zu leisten: Auch in schweren Fällen können die Ärzte ein Sterben ohne Schmerzen gewährleisten.(2)

Identitätskrise des Menschen: Theorie des Genderismus
Auch auf einem zweiten Feld zeigt sich die Krise des Menschseins. Die Ideen des Genderismus stellen sich gegen unser biblisch-christliches Menschenbild. Dieses Theoriegebäude postuliert, Mann und Frau seien in allen Lebensbereichen auswechselbar. Es seien primär Erziehung und kulturelle Bedingungen, welche die Geschlechterrollen von Mann und Frau prägen. Diese gelte es als kulturelle Klischees zu überwinden.

Unter dem sanft klingenden Begriff Geschlechtervielfalt verbreiten manche, es gebe überhaupt kein objektives Geschlecht als Mann und Frau. Stattdessen propagieren sie eine Geschlechtervielfalt mit weiteren geschlechtlichen Identitäten. Der Einzelne könne sich sein Geschlecht selbst auswählen.BILD0222

Diese Sicht auf den Menschen verwundert in einer Zeit, in der sich viele für die Bewahrung der Schöpfung engagieren. Sie übernehmen die Anwaltschaft für den Erhalt des ökologischen Gleichgewichtes, was nur zu begrüßen ist. Denn sie sind überzeugt, dass die in der Schöpfung vorgegebene Ordnungsstruktur dem Wohle dient.

Hingegen herrscht bei vielen in der Gesellschaft Desorientierung und Verwirrung, wenn es um die Natur des Menschen und die Bedeutung der menschlichen Person geht.

Gott schuf den Menschen als Mann und Frau
Am Beginn der Heiligen Schrift lesen wir: Gott schuf also den Menschen als sein Abbild; als Abbild Gottes schuf er ihn. Als Mann und Frau schuf er sie. (…) Und Gott sah alles an, was er gemacht hatte. Es war sehr gut. (Gen 1, 27.31)

Lassen wir uns als Getaufte in unserem Zeugnis für das Menschsein nicht entmutigen. Machen wir uns Gottes Wort und die Wegbegleitung der Kirche zu eigen. Der heilige Papst Johannes Paul II. hat uns als kostbares Vermächtnis die Botschaft von der Schönheit des Menschseins hinterlassen, das der Schöpfer als Mannsein und Frausein gewollt hat.DSC05485

In seinen als “Theologie des Leibes” bekanntgewordenen Katechesen deutet er die Schöpfungsordnung als Ausdruck der Liebe des Schöpfers, denn der Mensch ist um seiner selbst willen von Gott gewollt und geliebt.

Die leibliche Unterschiedlichkeit offenbart bereits, dass Mann und Frau aufeinander verwiesen sind. Diese gegenseitige Verwiesenheit wiederum lässt erkennen, dass wir zum Menschsein in Fülle die Gemeinschaft mit einem personalen Gegenüber benötigen. Die höchste Form dieser personalen Gemeinschaft ist die gegenseitige Hingabe, das wechselseitige Sich-Verschenken von Mann und Frau im Liebesbund der Ehe.(3)

Die gegenseitige Hingabe ist gleichzeitig natürlich auch ein wechselseitiges Empfangen und Annehmen des anderen. Wenn der jeweilige Partner dabei um seiner selbst willen angenommen wird, dann findet er sich selbst durch seine Hingabe. Aus dieser Selbstfindung heraus ist er wiederum in der Lage, sich selbst erneut und tiefer zu verschenken: Die Selbsthingabe wird zur neuen Quelle des Gebens.(4)

Von der Krippe strahlt das Licht des wahren Menschseins
Liebe Schwestern und Brüder, Weihnachten rührt auch heute viele Menschen an. Der tiefste Grund liegt doch darin, weil Gott in der Menschwerdung des Sohnes diese Ordnung der Liebe bestätigt und erneuert hat. Von der Krippe und aus dem Leben Jesu strahlt das Licht des wahren Menschseins. Offensichtlich spüren das selbst noch viele, die nicht mehr tief in der religiösen Praxis verwurzelt sind.DSC_0062

Lassen wir uns von Christus einladen auf seinen Weg der Menschwerdung, um selbst Mensch zu werden. Wir Getaufte können so dafür Zeugnis geben, wie erfüllend der Weg der Menschwerdung nach Gottes Schöpfungsordnung und im Geiste Jesu ist.

Begegnung als Schlüssel zu Menschwerdung
Der Schlüssel zu unserer eigenen Menschwerdung liegt in der Begegnung. Erst im Du des Gegenübers erkenne ich mich selbst und kann zu dem Menschen werden, der Gottes Plan von mir entspricht. In der Reaktion des anderen spiegelt sich sozusagen mein Ich, das ich sonst nicht zu sehen vermag. Deswegen kommt es wesentlich auf die Begegnung an.

Drei Ausformungen der menschlichen Begegnung können auf unserem Weg zur Menschwerdung eine besondere Rolle spielen. In gewisser Weise können sie auch als Antwort auf die oben skizzierten drei Symptome der Krise des Personseins verstanden werden.

Menschwerdung in der Gastfreundschaft
Schon das Gespräch mit Familienmitgliedern und Freunden, für das ich mir Zeit nehme, ist eine solche Begegnung, die zur Formung meines Ichs, zu meiner eigenen Menschwerdung beitragen kann. header_buch

Aufgrund der Wechselseitigkeit der Begegnung gilt dasselbe natürlich für den, der mir begegnet. Dort, wo wir Gastfreundschaft üben und den Fremden in christlicher Nächstenliebe aufnehmen, kommt ein zusätzlicher Aspekt hinzu. In der Begegnung mit dem Fremden können mir Elemente offenbar werden, die im Austausch mit mir schon bekannten Menschen verborgen bleiben. Die Gastfreundschaft etwa gegenüber Flüchtlingen als Schritt der eigenen Menschwerdung kann so auch eine erste Antwort auf die Unmenschlichkeit in der Welt sein, die sich in Verfolgung und Unterdrückung äußert.

Menschwerdung in der Freundschaft
Eine zweite Weise der personalen Begegnung ist die Freundschaft. Das wesentliche Merkmal der Freundschaft als menschlicher Begegnung ist die personale Bindung an ein Du.

Gerade die Freundschaft mit Christus gibt uns die Kraft für eine solche tiefe personale Verbundenheit. In der Freundschaft lernen wir, uns selbst zu überschreiten und über unser Drängen nach Selbstverwirklichung hinauszugehen. Die Annahme des Freundes um seiner selbst willen macht den Kern der Freundschaft aus. Echte und dauerhafte Freundschaften sind auch ein Heilmittel gegen den Wunsch nach legalem Suizid, der im Grunde ja nichts anderes als ein Ruf der Verzweiflung ist.

Menschwerdung in der Ehe
IMG_1468 - KopieDie gegenseitige Annahme des anderen um seiner selbst willen findet seine höchste Ausformung in der gelingenden Ehe.

Die personale Bindung der Freundschaft findet sich in der Ehe zwischen Mann und Frau noch einmal exklusiv auf einen einzigen Partner hin ausgerichtet. Durch ihre wechselseitige Hingabe und gleichzeitige Annahme des anderen um seiner selbst willen fördern sich die Partner in ihrer Selbstfindung und Menschwerdung.

Die Ehepartner, die in gegenseitiger Liebe und Hingabe leben, stärken sich nicht nur gegenseitig, sondern geben in der umsichgreifenden Identitätskrise des Menschen zugleich auch denen Orientierung, die noch auf der Suche sind nach dem Menschsein in Fülle.

Sie alle, die Sie als Weggemeinschaften zur Krippe hin unterwegs sind, als Familie, Freundeskreise, Gemeinschaften, Pfarreien und Verbände, segne der Dreieinige Gott, der Vater und der Sohn und der Heilige Geist.

Eichstätt, am Gedenktag der hl. Elisabeth von Thüringen, dem 19. November 2014

Ihr Gregor Maria Hanke OSB
Bischof von Eichstätt


(1) Gaudium et spes 22.
(2) Vgl. Gisela Klinkhammer, Mit großer Sorgfalt und klinischer Erfahrung, in: Deutsches Ärzteblatt 111 (38) , 19. September 2014, 1552f.
(3) Vgl. Theology of the Body (TOB) 14,4; zitiert nach: Johannes Paul II., Die menschliche Liebe im göttlichen Heilsplan. Eine Theologie des Leibes (herausgegeben v. Norbert und Renate Martin), 2. überarbeitete Auflage Kisslegg 2008, 161.
(4) Vgl. TOB 17,6.

Quelle: http://www.bistum-eichstaett.de/bischof/wortlaut/hirtenwort-adventsszeit-2014/


Dr. Adam (AfD) fordert Gerechtigkeit für alle Mütter: “Nicht weiter die Lastesel der Nation”

AfD verlangt Familiensplittung im Steuerrecht

Mütter verweisen auf das Grundgesetz, das jeder Mutter den “Schutz und die Fürsorge der Gemeinschaft” verspricht  – und sie erinnern daran, dass diese Zusagen seit Jahr und Tag missachtet, dass sie selbst beleidigt und verhöhnt und mit einem Alterslohn abgespeist werden, der unter dem liegt, was ein Hartz-Vier-Empfänger zu erwarten hat.  untitled

Es sind die Mütter, die dafür sorgen, dass die gewaltigen Lasten, die uns die Schuldenpolitik der Altparteien aufgeladen hat, auch morgen noch gestemmt werden können. Zum Lohn dafür werden sie als Lastesel der Nation behandelt.

Dr. Konrad Adam,  Bundessprecher der AfD (Alternative für Deutschland) erinnert an Wolfang Zeidler, den früheren  Präsidenten des Bundesverfassungsgerichts, der vor Jahrzehnten geschrieben hatte, dass es bei rationalem Abwägen der ökonomischen Gegebenheiten kaum noch zu verstehen sei, “dass sich überhaupt noch wenigstens einige Eltern bereit finden, die gesellschaftliche Aufgabe: Geburt, Unterhaltung und Erziehung mehrerer Kinder quasi gratis, zum Nutzen ihrer Mitbürger zu leisten”.

Einer seiner Amtsnachfolger hat sich ähnlich geäußert, nachdem er den Fall einer Frau zu entscheiden hatte, die dafür, dass sie acht Kinder erfolgreich großgezogen hatte, mit einer Altersrente von knapp 400 Mark abgefunden wurde.  m

“Das kann doch nicht wahr sein”, rief Roman Herzog damals aus. Es ist aber wahr. Und es ist wahr geblieben, weil in den sog. Volksparteien die Kinderlosen das Sagen haben. Sie machen Stimmung gegen die Familie und geben sich empört, wenn jemand die Drei-Kinder-Familie als wünschenswert bezeichnet.

Im Einklang mit seinen Kollegen von der SPD hat Norbert Blüm alle Versuche, bei der Bemessung der Mütterrenten die Familienzeiten angemessen zu berücksichtigen, hartnäckig blockiert. Mit der Folge, dass in Deutschland diejenigen von Kinder gut leben können, die keine haben.

Als einzige Partei verspricht die AfD, das Jahrhundertunrecht an den Müttern wieder gut zu machen. Sie will dafür sorgen, dass der allgemein anerkannte Grundsatz “Besteuerung nach Leistungsfähigkeit” auch auf Familien Anwendung findet.

Zu diesem Zweck soll das bestehende Ehegattensplittung durch ein Familiensplitting ersetzt werden, bei dem alle im Haushalt zu versorgenden Personen bei der Festsetzung der Abgabenlast berücksichtig werden. “Es wird Zeit, die Verfassung zu beachten”, meinte Adam.


Kardinal Kasper: Heiligt der Zweck die Mittel?

Von Felizitas Küble

Unter der bezeichnenden Überschrift “Kardinal Kasper “Keine in Stein gemeißelte Ideologie” führte Tilman Kleinjung vom ARD-Hörfunkstudio in Rom am Sonntag, den 5. Oktober, ein längeres Gespräch mit Kardinal Walter Kasper, das auch online veröffentlicht wurde.

Der Interview-Titel ergibt sich aus einer grundsätzlichen Aussage dieses Kirchenmannes, der seit Jahrzehnten als Vorzeigefigur katholisch-“reformerischer” Kräfte fungiert.

Kardinal Kasper erklärt nämlich: IMG_1183“Die katholische Lehre ist kein ideologisches System, das in Stein gemeißelt ist. Sie ist ein lebendiges Evangelium, das vor allem zum Heil und zum Wohl der Menschen ausgelegt werden muss.”

Schon zuvor hatte der im Ruhestand befindliche Würdenträger gesagt, das Evangelium sei “kein Strafgesetzbuch” (als ob das jemals behauptet worden wäre)  - und es sei auch “kein ehernes Gesetz”, weshalb er vor “Fundamentalismus” bei der Auslegung warnte etc.

Dient es nun etwa dem “Heil” des Menschen, wenn man die Gebote Gottes, die sehr wohl “in Stein gemeißelt sind”, indirekt infrage stellt, indem man sich tendenziell der sog “Lebenswirklichkeit” der Menschen anpaßt? 

Es wird dann zwar noch wortreich beteuert, man wolle die biblischen Wahrheiten keineswegs “in Frage stellen”, aber de facto   –  von den Tatsachen und der Auswirkung her  –  geschieht genau dies.

Ist die Kirche eine Glücksvermittlungsinstanz?

So erklärte Kasper in diesem ARD-Interview, die derzeit tagende Familiensynode solle den Menschen dabei helfen, “das Glück des Lebens zu finden”

Frage: Ist die Kirche etwa in erster Linie ein Glücksvermittlungs-Service – oder ist es nicht vielmehr ihre vorrangige Aufgabe, den Willen Gottes zu verkünden, wie er in den Zehn Geboten und in der Botschaft Christi sichtbar wird?!

Darf also diese übernatürliche Sendung der Kirche dem vermeintlichen  irdischen “Glück” der Menschen untergeordnet werden? PICT0152

Passend zu dieser theologisch flachen Glücks-Ideologie erklärt der Kardinal hinsichtlich homosexueller Partnerschaften: “Man soll das respektieren, wenn einer aus Überzeugung meint, so leben zu wollen. Aber das ist nicht das Ideal der Kirche.”

Er ergänzte, es gehöre zu diesem “Respekt” dazu, “dass man die positiven Elemente anerkennt”, die in solchen Beziehungen gelebt würden.

BILD: In Münster spiegeln sich zwei Kirchen an einer großen Einkaufshalle aus Glas

Laut biblischer und kirchlicher Lehre  ist praktizierte Homosexualität eine schwere Sünde. Folglich verstößt eine solche Lebensweise nicht nur gegen ein “Ideal” der Kirche, sondern gegen die Schöpfungsordnung Gottes und seine Gebote.

Zudem wirkt es äußerst mißverständlich bis irreführend, in bezug auf eine sündhafte Lebensform von “positiven Elementen” zu sprechen, die man “anerkennen” und “respektieren” wolle, wenn jemand “aus Überzeugung meint, so leben zu wollen”.

Dies kann man aus christlicher Sicht zwar tolerieren, aber keineswegs “respektieren” und “anerkennen”.

Während der Kardinal auf der einen Seite dafür eintritt, geschieden “Wiederverheiratete” ggf. zu den Sakramenten zuzulassen, erklärt er gleichzeitig:

“Aber wenn die erste Ehe gescheitert ist und eine zweite Ehe da ist, die zivil geschlossen wird, und die ja nicht wieder aufgelöst werden kann, dann muss man da einen Weg finden. Man soll das Gute, was in einer zivilen Ehe da ist, anerkennen und den Menschen, die das wünschen, den Zugang zur Kommunion ermöglichen.”

Was soll hier die Bemerkung, eine Zivilehe könne “ja nicht wieder aufgelöst werden”? – Das ist eine ganz neue Information!  Mindestens jede dritte standesamtliche Ehe wird bekanntlich geschieden.

Warum diese Leichtfertigkeit des Kardinals im Umgang mit der sakramentalen (ersten) Ehe  – und gleichzeitig diese offensichtlich unrichtige Aussage hinsichtlich des staatlichen Trauscheins?

Ist die Eucharistie ein Sakrament zum Schleuderpreis?

Betreff der Zulassung jener zivil-verheirateten Katholiken zum Tisch des HERRN erklärt Kardinal Kasper zudem: ????????????????????????????????????????????

“Ein Argument ist auch: Wenn die Eltern nicht zur Kommunion, zum Gottesdienst gehen, dann gehen die Kinder auch nicht. Wir verlieren die nächste und übernächste Generation.”

Hier stellen sich zwei grundlegende Fragen:

1. Für alle, auch für geschieden-wiederverheiratete Katholiken, gilt das “Sonntagsgebot”, was bedeutet, daß sie nicht nur zur hl. Messe eingeladen sind, sondern dazu verpflichtet sind. Was hat das nun mit der hl. Kommunion zu tun?  – An sich rein gar nichts. Schließlich gibt es betr. Sonntag zwar ein kirchliches Meßgebot, aber kein Kommuniongebot. Zudem besteht für alle Gläubigen die Möglichkeit einer “geistigen” bzw. geistlichen Kommunion, wenn der Zugang zum Tisch des HERRN nicht möglich ist.

2. Soll die Kirche bei der Unauflöslichkeit der Ehe, der Sakramentenlehre und -pastoral aus taktischen Gründen “beweglich” werden, nämlich damit die betroffenen Personen und deren Kinder weiterhin am Sonntag zur Kirche gehen? Ist die Eucharistie etwa ein “Sakrament zum Ausverkauf”?

Heiligt hier plötzlich der Zweck die Mittel? – Was bleibt am Schluß noch übrig von der Heiligen Schrift und der kirchlichen Lehre, wenn dieses taktische Denken vermehrt Einzug hält?

Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt

Fotos: Konrad Ruprecht, Felizitas Küble, Evita Gründler

 

 


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