Freiburg: “Konradsblatt” stellt konservative Christen unter Extremismus-Verdacht

Von Felizitas Küble

Unter dem Titel “Erschreckende Verbindungen” schlägt das “Konradsblatt”, die katholische Kirchenzeitung für das Erzbistum Freiburg, jetzt regelrecht Alarm:

Es geht – wie könnte es anders sein  – um die angeblich so innigen Kontakte zwischen konservativen Christen und “rechtsextremen” Gruppierungen. Konradsblatt 25-2015 S. 25

Oho, da hätte man gerne Roß und Reiter gewußt, doch das Bistumsblatt verweigert klare und konkrete Auskünfte.

Stattdessen bewegen sich die Vorwürfe, welche in der aktuellen Ausgabe (Nr. 25/2015) ausgiebig ausgewalzt werden, in wolkigen, schein-akademischen Schlaumeiereien, die betont abstrakt und soziologisch gestelzt präsentiert werden, um den Anschein wohlfeiler Wissenschaftlichkeit zu erwecken.

Dabei geraten nicht etwa nur vermeintlich “rechtskatholische” Kreise ins Visier der Faschistenkeule bzw. linken Gedankenpolizei, sondern auch sogenannte “Rechts-Evangelikale”.

Das zweiseitige Interview ist leider online nicht zugänglich, liegt uns aber aus der Print-Ausgabe vor (siehe hier das Foto der Interview-Seite 24).

Der Text besteht aus einer Einführung der Konradsblatt-Redaktion und einem Gespräch mit Sonja Angelika Strube, ihres Zeichens Privatdozentin an der “interdiziplinären Forschungsgruppe “Frieden, Religion, Bildung” (Uni Osnabrück).

Die katholische Rechtsextremismus-“Expertin” hat unlängst ein Buch mit dem Titel “Rechtsextremismus als Herausforderung für die Theologie” beim Herder-Verlag herausgebracht.

Auf ein Werk, das sich mit demLinksextremismus als Herausforderung….” befaßt, werden wir wohl noch lange warten müssen, falls es überhaupt je erscheint….

“Christen und rechte Ideologie” im Visier

Mit der katholischen Theologin Strube führte die Redaktion also ein “Gespräch über Christen und rechte Ideologie”, wie es eingangs vielsagend heißt.

Die Dame zeigt sich “schockiert” darüber, daß “sich christlich verstehende Internetseiten” Kontakte pflegen zu Medien der “intellektuellen Neuen Rechten” sowie zu “extrem islamfeindlichen Medien.”

Sodann weiß die Buchautorin zu berichten, daß “gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit” (!) sowie “rechtsextreme Einstellungen” unter Christen sogar “etwas überdurchschnittlich verbreitet” seien, wie “verschiedene Studien” angeblich herausgefunden hätten. 4077304320

Merkwürdigerweise weiß man aus der breitflächig angelegten KFN-Studie von Prof. Dr. Christian Pfeiffer (dem früheren SPD-Minister) genau das Gegenteil: Je frommer, je religiöser junge Christen denken, desto friedlicher und toleranter sind sie eingestellt.

Übrigens ergab sich bei jungen Muslimen das genaue Gegenteil: Je religiöser, desto aggressiver die jeweiligen Ansichten, desto gewaltbereiter die Personen insgesamt!

(Näheres dazu im ZDF-Portal: http://www.zdf.de/forum-am-freitag/interview-mit-prof.-christian-pfeiffer-5348222.html)

Aber vielleicht befaßt sich Frau Strube lieber nur mit jenen Studien, die ihr eigenes Weltbild zu bestätigen scheinen?

Außerdem läßt sie uns gerne an ihrem weiteren Wissen teilhaben: “Aktuell lässt sich eine Zusammenarbeit zwischen rechtschristlichen und politischen  rechten Gruppierungen besonders deutlich bei den Themenbereichen Islam, Christenverfolgungen und Familie feststellen.”

Aber sicher doch: Wer sich mit derart verdächtigen “Themenbereichen” befaßt, sollte genauer unter die Lupe der roten Oberaufseher genommen werden, damit solche Pfui-Themen ausgegrenzt und zukünftig alles mit rechten – äh: linken!  – Dingen zugeht.

“Christen sind nicht nur Verfolgungsopfer”

“Islamfeindliche Gruppen erwecken”, so behauptet die Theologin munter weiter, “den Eindruck, Christen wären immer nur Verfolgungsopfer, nie Täter, und sie würden ausschließlich durch Muslime verfolgt. Beides stimmt nicht mit den weltweiten Realitäten überein.” IGFM-menschenrechtede-8174_01_dd53c02859

Leider versäumt es die Autorin, ihren Lesern zu erklären, wie die “weltweiten Realitäten” aus ihrer speziellen Sicht aussehen  – und wo die Christen denn bittschön als “Täter” agieren. Die Redaktion des “Konradsblatts” hält es auch nicht für nötig, hierbei nachzufragen, sondern stellt dieser Dame eine Gefälligkeitsfrage nach der anderen!

Abgesehen davon ist es schlicht Unsinn, “islamfeindlichen Gruppen” die Behauptung zu unterstellen, Christen würden “ausschließlich” durch Muslime verfolgt. Gerade in islamkritischen Kreisen wird die Verfolgung von Christen in kommunistischen Staaten wie Nordkorea oder Rot-China ebenfalls häufig thematisiert (von Frau Stube freilich mit keinem einzigen Wort).

Einsatz für Familienwerte macht verdächtig

Auch das Eintreten für klassische Vorstellungen von Ehe und Familie ist Frau Strube nicht geheuer: “Beim Themenfeld “Familie” treffen sich konservative Christen und rechte Gruppen inhaltlich im Kampf für ein enges traditionelles Familienverständnis.”  BILD0222

Sodann wirft die Autorin diesen familienbewegten Christen ein “bestimmtes, enges Verständnis von Schöpfungsordnung” vor, ohne dem geneigten Publikum zu erläutern, wie sie sich selber die angeblich richtigere Sicht dieser Schöpfungsordnung vorstellt…

Auf die besorgte Frage des “Konradsblattes”, welche “christlichen Kreise” denn in einem besonderen Maße “gefährdet” (!) seien, weiß die Interviewte zu berichten:

“Grundsätzlich sind es Menschen, die besonders rigide Frömmigkeitsstile pflegen, strenge Regeln einhalten bzw. von anderen deren Einhaltung fordern.”

Ähnlich bedroht von rechtsextremer Einstellung sind laut Strube zudem jene Menschen, “die sehr überzeugt davon sind, dass ihre eigenen Glaubensvorstellungen die einzig wahren sind”. 

Unsereins hätte gerne gewußt, wie diese Theologin denn die offensichtliche Tatsache beurteilt, daß Christus einen klaren Wahrheitsanspruch verkündete, ja sogar rundweg erklärte: “Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.”  – Das Johannesevangelium berichtet, daß der Erlöser dieser “rigiden” Äußerung gar noch die gewiß “fundamentalistische” Bemerkung hinzufügte: “Niemand kommt zum Vater außer durch mich.”

Ob ER und seine Apostel, welche diese Botschaft des HERRN unter Einsatz ihres Lebens verkündeten, aus der Sicht dieser Dame wohl in besonderem Maße “gefährdet” und daher mindestens therapiebedürftig waren?

HINWEIS auf einen ergänzenden Artikel hierzu: https://charismatismus.wordpress.com/2015/07/02/das-portal-der-dt-bischofskonferenz-agitiert-gegen-christliche-konservative/

Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Jugend-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.

 


Junge Union: Strohfeuer oder Beginn einer sachlichen Auseinandersetzung?

Der Vorsitzende der Jungen Union (Jugendorganisation der CDU/CSU), Paul Ziemiak, fordert eine neue Familienpolitik.

Unter anderem schlägt er eine Sonderabgabe für Kinderlose in Höhe von 1% des Bruttoeinkommens vor (für Eltern mit einem Kind von ½ %), um mit diesem Geld Eltern bei Geburt eines Kindes zu entlasten, z. B. durch ein „Begrüßungsgeld“ für Neugeborene von 1000 €. 008_Index - Kopie

Leider ist damit zu rechnen, dass der Vorschlag schnell mit vorgeschobenen und populistischen Argumenten zerredet wird, wie: „Kinder sind Privatsache“ oder „Kinderlose dürfen nicht bestraft werden“.

Tatsächlich beeilte sich Christian Bäumler, stellv. Vorsitzender der CDA (Arbeitnehmerschaft der CDU) bereits zu erklären, er halte eine Sonderabgabe für Kinderlose für „mittelalterlich“.

Der stellv. Vorsitzende des Verband Familienarbeit, Dr. Johannes Resch, meint dazu:

„Die Junge Union ist gut beraten, mit ihren Vorschlägen dort anzusetzen, wo die Probleme entstanden sind, nämlich bei der Sozialpolitik des Urvaters der CDU, Konrad Adenauer.

Besonders durch die Rentenreform 1957 wurde die Alterssicherung, die nicht erst seit dem Mittelalter, sondern seit Adam und Eva durch die Erziehung eigener Kinder erarbeitet worden war, plötzlich an die Erwerbsarbeit gebunden. Seitdem profitieren Eltern von ihren eigenen Kindern weniger als ihre kinderlosen und deshalb uneingeschränkt erwerbsfähigen Nachbarn. DSC_0199

Seitdem wird Erwerbsarbeit doppelt bezahlt (durch Lohn und Rente), während die Kindererziehung keine adäquate Gegenleistung mehr erfährt (weder Lohn noch Altersversorgung).

Durch die Sozialpolitik Adenauers wurde der familiäre Generationenvertrag (Eltern versorgen ihre Kinder und werden dafür im Alter wieder von ihren Kindern versorgt) zerstört und durch ein gewaltiges Umverteilungssystem zu Lasten der Eltern ersetzt. So sind Kinder zum Armutsrisiko geworden.

Der Vorschlag von Herrn Ziemiak geht zwar in die richtige Richtung. Aber der Korrekturbedarf muss am Umverteilungseffekt unseres Sozialrechts gemessen werden. Da ist eine einmalige Leistung von 1000 € sicher nicht ausreichend.“

Gertrud Martin, die Vorsitzende des Verbands Familienarbeit, ergänzt:

“Um dieses Armutsrisiko zu umgehen, ist ein Ausgleich durch eine Sonderabgabe aus dem Geld, das Kinderlose nicht für Kinder ausgeben müssen, durchaus angezeigt. Dabei ist es nicht von Belang, welche Ursache die Kinderlosigkeit hat, die – wenn sie ungewollt ist – ein schwer zu ertragendes persönliches Schicksal sein kann.

Statt einer Gebärprämie von 1000 € schlägt der Verband Familienarbeit allerdings ein Erziehungsgehalt für die Eltern vor, das sie wahlweise für eigene Betreuungsleistung oder zugunsten eigener Erwerbstätigkeit zur Bezahlung einer Fremdbetreuung ihrer Wahl (Kinderkrippe, Tagesmutter, Großeltern u. a.) einsetzen können.“

 


Rom: Kurienkardinal Robert Sarah will sich inhaltlichen “Neuerungen” widersetzen

Präfekt der Gottesdienstkongregation fährt klaren Kurs

Kardinal Robert Sarah (siehe Foto) ist seit November 2014 Präfekt (Chef, Vorsitzender) der vatikanischen Gottesdienstkongregation in Rom. Sein neuestes Buch „Gott oder nichts“ (Original auf französisch. „Dieu ou rien“) ist ein Bestseller im religiösen Literaturspektrum geworden.
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Im Zusammenhang mit dem Dauerbrenner um kirchliche Ehelehre und Sakramentenpastoral (u.a. Kommunionempfang) vertritt der afrikanische Würdenträger eine theologisch konservative Position  – und auch allgemein den Standpunkt, daß die Kirche das Evangelium zwar gerne mit den “Mitteln von heute” verkünden könne und solle, doch müsse sie es inhaltlich “in Festigkeit” tun.
Er betont hinsichtlich der “Richtungsdebatte” über Ehe und Familie, die “Kirche Afrikas” habe beschlossen, sich “jeder Rebellion gegen die Lehre Jesu und des Lehramtes zu widersetzen“.  
Schließlich, so Sarah, sei diese Botschaft nicht jemandes Eigentum, sondern die Lehre Gottes selbst – und daher dem Menschen unverfügbar. Tatsächlich sind auch kirchliche Amtsträger nicht Herren, sondern Diener jenes Glaubens, der von Christus und den Aposteln überliefert wurde.
Deshalb müsse die Kirche auch heute “mutig und hoffnungsvoll gegen den Strom schwimmen”, wie sie dies durch zweitausend Jahre hindurch praktiziert habe.
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Zugleich wendet sich der afrikanische Kardinal eindeutig gegen die Gender-Ideologie, welche wesentliche Unterschiede zwischen Mann und Frau leugnet und die göttliche Schöpfungsordnung infrage stellt.

Außerdem berichtet unser Autor Mathias von Gersdorff, daß sich der vatikanische Präfekt laut einer Meldung des US-amerikanischen Infoportals Lifesitenews auf einer Buchpräsentation des Päpstlichen Instituts Johannes Paul II. in Rom ablehnend zu den Vorstößen von Kardinal Kasper in puncto “Kommunion für geschieden Wiederverheiratete” äußerte.

Kardinal Sarah gab dort erneut bekannt, die afrikanischen Bischöfe würden sich allen Neuerungen à la Kasper widersetzen.
Der Kurienkardinal kritisierte zugleich jene katholischen Oberhirten, die den Empfang der hl. Kommunion durch geschieden Zivilverheiratete in ihren Diözesen dulden. Dies sei eine Beleidigung Christi und eine Entweihung seines Leibes, erklärte der Präfekt der Gottesdienstkongregation.
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Zugleich betonte er, Barmherzigkeit stehe in Verbindung mit einer Aufforderung zu Reue und Umkehr. Jede Erlaubnis zum Weitersündigen mißbrauche die göttliche Barmherzigkeit.
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Foto: http://mathias-von-gersdorff.blogspot.de/

Weihbischof Athanasius Schneider: Barmherzigkeit bedarf der Umkehr

Athanasius Schneider ist katholischer Weihbischof in Astana (Kasachstan); er erläuterte in einem ausführlichen Interview wichtige Aspekte der katholischen Lehre über Ehe, Familie und Sexualität. Das Gespräch führte Dr. Maike Hickson für den US-amerikanischen Nachrichtendienst „Lifesitenews“.

Nun ist das Gespräch HIER in voller Länge auf Deutsch zu lesen.

Diese Stellungnahme Schneiders (siehe Foto) ist aufgrund der gegenwärtigen Diskussion im Vorfeld der Familiensynode im Oktober 2015 besonders wichtig.

Weihbischof Schneider gehört zu den drei Autoren des soeben erschienenen Buches „Vorrangige Option für die Familie – 100 Fragen und 100 Antworten zur Synode“.

Hier folgt eine Auswahl seiner wichtigsten Aussagen:

Die Akzeptanz von eindeutig unchristlichen und sogar heidnischen Lebensstilen innerhalb der katholischen Kirche ist das Ergebnis einer längeren Entwicklung, es stellt gleichsam die Frucht des doktrinellen Relativismus dar.

Ferner besagt diese Theorie des Relativismus, dass man den Wortlaut einer Lehre beibehält, deren Sinn aber so interpretiert, dass man dann in der Praxis (Pastoral) durchaus Handlungen tun darf, die dem Wortlaut widersprechen. Solch eine Theorie des Relativismus ist letztlich eine Form des Gnostizismus.

“Man will dem Mainstream der modernen Welt gefallen”

Eine der Ursachen für die Übernahme des doktrinellen Relativismus in unseren Tagen  –  und das meistens seitens des Klerus  –  ist ein Minderwertigkeitskomplex, der sich darin äußert, dass man dem Mainstream in der modernen Welt gefallen will. Letztlich ist aber solch eine Haltung nichts anders als Untreue gegenüber dem Wort Christi, Verrat der Taufversprechen und Feigheit vor der Welt. b (8) - Kopie

Dieser konkrete Vorschlag von Kardinal Kasper und seiner Gesinnungsgenossen bedeutet ohne Zweifel eine Unterminierung der Lehre Christi über die Unauflöslichkeit der Ehe

Barmherzigkeit im Sinne Gottes bedeutet, dass man den Sünder aus seiner unglücklichen Situation herausholt, sofern dieser es auch ehrlich will.

Es wäre eine Gotteslästerung zu denken und zu sagen: „O Herr, ich nehme Deine Barmherzigkeit und Vergebung an, aber ich habe nicht die Absicht, diese meine konkrete Sünde, diese meine konkrete Ablehnung Deines Willens, künftig zu unterlassen“.

Echte Barmherzigkeit verkündet den Willen des Höchsten

Wenn ein Priester, ein Bischof oder ein Kardinal diese Worte Christi bagatellisiert und entsprechend die Menschen lehrt, dann ist er sicherlich nicht barmherzig, sondern wird mitschuldig daran, dass Menschen ewig verloren gehen. 027_24

Die Botschaft der letzten Bischofssynode enthält im allgemeinen einen guten theologischen Inhalt und will die katholischen Familien in ihrem Glauben bestärken. Allerdings erwähnt die Botschaft das Thema der Zulassung der wiederverheiratet Geschiedenen zu den Sakramente, ein Thema, das eigentlich gar nicht zur Diskussion stehen dürfte, weil es vom beständigen Lehramt der Kirche schon eindeutig entschieden ist.

Zunächst sollen die Katholiken viele und flammende Gebete verrichten, damit die Bischöfe von der Versuchung der Anpassung an die Welt bewahrt werden und im apostolischen Bekennermut gestärkt werden, und dass Gott sich erhebe und die Pläne der Frevler bei der Synode zerstören möge.

Die Katholiken sollen im Hinblick auf die Synode vor allem die beständige Lehre der Kirche und aller Heiligen über die Ehe und Familie durch Schriften, Konferenzen und durch persönliches Zeugnis verbreiten.

Die unmissverständlich klare Lehre der Kirche über die Homosexualität, vorgetragen mit Liebe und Respekt, wird diesen Menschen wahrhaft eine Hilfe sein, damit sie ihre Seele für die Ewigkeit retten und schon hier auf Erden durch die Übung der Keuschheit als Ledige oder durch eine Eheschließung nach dem Gebot Gottes ein glücklicheres Leben führen können.

Unser Autor Mathias von Gersdorff ist katholischer Publizist und veröffentlicht hier seine aktuellen Kommentare zu kirchlichen Themen: http://mathias-von-gersdorff.blogspot.de/


Der Papst kritisiert die Gender-Ideologie und betont die Würde der Ehe

Gender-Ideologien gefährden die Schönheit der Ehe. Darauf hat Papst Franziskus in einer Rede an die Bischöfe von Puerto Rico hingewiesen, die am vergangenen Montag zum Ad limina-Besuch im Vatikan waren. Edith-Breburda

Franziskus lud die Bischöfe laut Redetext dazu ein, Distanz zu Ideologien zu nehmen, welche die traditionelle Familie untergraben. Die „Ergänzung“ von Mann und Frau sei der Gipfel der göttlichen Schöpfung, und diese Verbindung werde von der Gender-Ideologie  –  im Namen einer angeblich freieren und besseren Gesellschaft  –  hinterfragt.

Unterschiede zwischen Mann und Frau dürften nicht Unterdrückung oder Konkurrenzverhalten, sondern müssten der Gemeinschaft und der Fortpflanzung dienen, so Franziskus. Das Sakrament der Ehe als größter Schatz (…) müsse geschützt werden, die Familienpastoral vor Hintergrund der „großen sozialen Problemen“ gefestigt werden. 

Quelle: Radio Vatikan  –  Foto: Dr. Edith Breburda


Fatale Folgen einer Einführung der “Homo-Ehe” für die christlichen Kirchen

Mathias von Gersdorff0653a-bildungsplan-demo-1-2-1448b12b252812529

Wer der Meinung war, das Zeitalter der Ideologien sei mit dem Untergang des Sowjet-Kommunismus beendet, wird eines Schlechteren belehrt: Einer Verbindung von zwei Menschen desselben Geschlechts den Namen “Ehe” zu geben, was seit eh und je etwas ganz anderes bedeutet hat, ist schlichtweg verblendet.
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Mehr noch: Es ist ein ideologisch gesteuerter Wille, eine grundlegende Institution, die Familie, die von Anbeginn der Menschheit existiert und die fundamental für das normale Zusammenleben der Menschen ist, mutwillig zu zerstören.
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Erstaunlich in dieser Hinsicht ist, wie sich die beiden großen Kirchen in Schweigen hüllen; die Deutsche (katholische) Bischofskonferenz hat sich immerhin in einer Pressemitteilung dagegen ausgesprochen, aber nicht weiter versucht, Einfluss in der öffentlichen Debatte zu gewinnen. Sie scheinen die Bedrohung für sich nicht zu sehen oder nicht sehen zu wollen. Und diese Gefahren sind durchaus groß. Käme es nämlich zu einer Öffnung der Ehe, würde dies zwangsläufig zu einer Religionsverfolgung führen.b (8) - KopieDas wäre unvermeidlich, denn der Abschluss einer Ehe hat Folgen in sehr vielen Rechtsgebieten, wie etwa Familienrecht, Steuerrecht, Arbeitsrecht usw.

Falls die Öffnung der Ehe für Homosexuelle durchgesetzt wird, würde es dazu führen, dass ein einziges Wort (Ehe) zwei völlig unterschiedliche Dinge meint, je nachdem, ob man die zivile oder die kirchliche Bedeutung des Wortes nimmt. Es würde ein Druck auf die Kirchen entstehen, sich der zivilen Bedeutung anzupassen.

Doch nicht nur das: Die Öffnung der Ehe für Homosexuelle hätte die Änderung von hunderten, wenn nicht gar tausenden Gesetzen und Verordnungen zur Folge. Alle Gesetze, in denen die Ehe irgendeine Rolle spielt, würden automatisch eine völlig neue Bedeutung erhalten, wie etwa Adoptionsrecht, Krankenversicherung, Erziehungsrecht, Altersversorgung usw. Kirchliche Einrichtungen würden vor einem Dauerdilemma stehen.

Noch konnten die Kirche bislang ihre Sonderstellung in Deutschland verteidigen, so dass zum Beispiel Angestellte im kirchlichen Bereich besonderen Regelungen unterworfen sind.

Doch die Offensive gegen diese Kirchenprivilegien wird immer stärker; ihre (partielle) Abschaffung wird inzwischen von Grünen, Linken und FDP gefordert. Abgesehen davon schwindet in der Gesellschaft das Verständnis für diese Sonderstellung. Selbst bei unveränderten rechtlichen Bestimmungen würde es den Kirchen zunehmend schwer fallen, Akzeptanz zu finden. 

Eine Zusammenarbeit zwischen kirchlichen und staatlichen Einrichtungen in etlichen Feldern würde sowieso nicht mehr möglich sein, es sei denn, die Kirchen passen sich den Umständen noch mehr an, als bislang schon geschehen  –  und geben ihr christliches Profil endgültig preis.

Unser Autor Mathias von Gersdorff leitet die Frankfurter Aktion “Kinder in Gefahr” und betreibt die Internetseite “Kultur und Medien online”


Kritik an Lobbyarbeit der „schwul-lesbischen Bewegung“ aus Sicht eines Homosexuellen

Dennis Riehle, Martin-Schleyer-Str. 27 in 78465 KonstanzRiehle, Dennis_5

OFFENER BRIEF vom 6.6.2015 an das Staatsministerium in Baden-Württemberg

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident,

zu Beginn meiner Ausführungen möchte ich festhalten, dass ich mich selbst als homosexuell bezeichne – um damit etwaigen Entgegenhaltungen vorzugreifen, ich wisse nicht, wovon ich spreche.

In der laufenden Legislaturperiode hat die grün-rote Landesregierung ganz erhebliche Bemühungen angestrengt, um die Gleichstellung homo-, bi- und transsexueller Menschen in Baden-Württemberg voranzubringen.

Ihr wesentlicher Schwerpunkt lag dabei u. a. auf der Schulpolitik – nicht zuletzt der umstrittene „Bildungsplan“, der sich für die Thematisierung sexueller Vielfalt im Unterricht und den Lehrmaterialien sowie ein insgesamt toleranteres Klima einsetzt, belegen dies eindeutig. IMG_1061

Auch aktuell steht das Land mit anderen ganz vorne, um einen Antrag an den Bundesrat zu formulieren. Denn dieser Tage befinden wir uns noch immer unter dem Eindruck der Bürgerinnen und Bürger in Irland, die sich in einer Volksabstimmung für die Einführung der gleichgeschlechtlichen Ehe ausgesprochen haben.

Wie Sie in Ihrer Eingabe an die Ländervertretung fordern, soll diese nun auch in der Bundesrepublik umgesetzt werden.

Um allen gegenteiligen Mutmaßungen vorzubeugen: Menschenrechte sind nicht verhandelbar, beschränkbar oder teilbar. Daher ist für mich unumstritten: Die sexuelle Orientierung eines Jeden genießt umfänglichen Respekt, Würde und Anerkennung.

Wer in der derzeitigen Debatte mit anderslautenden Meinungen versucht, Stimmung zu erzeugen, kann sich meiner Unterstützung nicht gewiss sein. Denn bei allem Diskurs verhandeln wir nicht um die Integrität des Individuums mit seinen grundlegenden Rechten auf Selbstbestimmung. Daran gibt es nichts zu deuteln; dort endet der Spielraum einer jeden demokratischen Debatte.

Würdigung der klassischen Ehe im GG

Ich möchte meine Argumentation auf eine andere Ebene lenken: Verdeutlicht man sich die Gedanken, die sich die Verfasser des Grundgesetzes gemacht haben, bleibt aus meiner Sicht die Würdigung der „klassischen“ Ehe im Punkt des Artikels 6 ein Anliegen, das zwar nicht direkt unter der „Ewigkeitsklausel“ verankert ist, aber dennoch auch einer modernen, den „Zeitgeist“ überlebenden Phase trotzt. 

Gemälde: Evita GründlerDie Bindung zwischen Mann und Frau scheint mir nicht nur aus sexueller (und damit gleichsam natürlicher) Sicht als eine einzigartige und hervorgehobene Harmonie privilegiert, sondern bleibt wohl auch die mehrheitliche Form des Zusammenlebens. Entsprechend brauche ich weder eine biblische noch andere moralische Grundlagen, um zu erkennen:

Die Beschaffenheit der unterschiedlichen Geschlechter deutet auf ein besonderes Korrelat hin, schließlich krönt sich die heterosexuelle Ergänzung zweier Menschen abschließend auch in der Möglichkeit, Nachwuchs zu zeugen.

Das ist zwar allesamt kein Grund, das gleichgeschlechtliche Miteinander abzuwerten – aber nicht jede Würdigung einer bestimmten Konstellation bedeutet gleichzeitig auch eine Diskriminierung anderer.

Heterosexuelle Verbindung überwiegt

Obwohl  –  oder vielleicht auch gerade weil  –  ich homosexuell empfinde, gehört es für mich zu einer Selbstverständlichkeit, die heterosexuelle Verbindung als diejenige zu betrachten, die das Pendant darstellt, welches auch in der Evolution aus offenbar überdachtem Grunde überwiegt.

Wir müssen nicht nur auf sexuelle Praktiken blicken, die uns offenbaren: Zwischen Mann und Frau schmiegt sich ein Arrangement, das füreinander geschaffen scheint. Auch dies wiederum bedeutet nicht, dass man andere Formen der menschlichen Verknüpfung geringer schätzen sollte. Doch mir bleibt in der derzeitigen Debatte unerschlossen, weshalb eine offenkundige Synthese nicht auch weiterhin den exklusiven Schutz genießen soll. paragraph_300x3001

Und sei es nur symbolisch: Die Hervorhebung der heterosexuellen Ehe muss auch fortan legitim sein – und eben nicht nur, weil sie Garant für die Fortentwicklung der Menschheit ist, sondern sich in ihrer gegenseitigen Fügung idealtypisch abhebt.

Nein, homosexuelle Beziehungen sind keinesfalls unnormal. Es bleibt ohne Frage: Liebe ist nicht begrenzt. Sie funktioniert zwischen uns allen – und keine Form kann höher bewertet werden als die andere. Doch ich denke, in den öffentlichen Erörterungen vermengen wir so Manches.

Besonderer Rechtsschutz der heterosexuellen Ehe

Es geht um die staatliche Förderung, um den besonderen Rechtsschutz der heterosexuellen Ehe, nicht um die gesellschaftliche Anerkennung der homosexuellen Liebe. Letztere ist von der politischen Auseinandersetzung völlig unberührt, da niemandem zusteht, sie zu erniedrigen.

Mein Appell, die verschiedengeschlechtliche Ehe auch weiterhin unter exemplarische Obhut der Verfassung zu stellen, bedeutet gleichsam nicht, dass es keiner Änderungen in verschiedenen juristischen Fragestellungen bedürfe. Denn es ist richtig: Dort, wo Menschen füreinander Verantwortung übernehmen, müssen sie unterstützt werden. BILD0222

Daher ist die Fortentwicklung der begonnenen Zusprechung von mehr Anrechten und Pflichten der eingetragenen Lebenspartnerschaften zu begrüßen. Auch die grundgesetzlich ebenso behütete Familie kann aus meiner Sicht durchaus gleichsam außerhalb des bisherigen Bildes gelebt werden. 

Ob damit auch die Notwendigkeit der Zuerkennung vollständiger Adoptionsrechte für beide gleichgeschlechtlichen Partner abzuleiten ist, wage ich unter dem Umstand, dass die Zahl der zur Adoption bereit stehenden Kinder weit unter der liegt, die adoptieren möchte, allerdings zu bezweifeln.

Die Studienlage gibt mehrheitlich die Einschätzung her, wonach das Aufwachsen in einer homosexuellen Beziehung keinerlei negative Folgen für die Kleinen bedeutet. Untersuchungen zeigen aber auch, dass es einerseits Probleme gibt, den Zustand der sozialen Elternschaft durch zwei gleichgeschlechtliche Partner auf den der biologischen zu normieren (womit das Modell der „Patchwork“-Familie unberührt bleibt).

Grundbedürfnisse von Kindern berücksichtigen

Dies liegt nicht an äußeren Faktoren, wie vielfach vermutet, also nicht an Ausgrenzungstendenzen dieser Kinder durch das gesellschaftliche Umfeld. Viel eher bleiben verschiedene Grundbedürfnisse unbefriedigt, da ein entsprechend höherer Bedarf an Orientierung im frühen Alter Startchancen verzerrt.

Fasst man meine Ausführung jedoch zusammen, braucht es nach meiner Auffassung im Sinne der wechselseitigen Übernahme von Pflichtgefühlen sowohl in steuerlichen, aber auch in bürgerlichen und sonstigen Rechten eine Besserstellung der gleichgeschlechtlichen Partnerschaft gegenüber Singles. IMG_1228 - Kopie

Auch Bindungen, in denen Kinder erzogen werden, haben Anspruch auf Vorzüge – entsprechend muss dies dann allerdings gleichwertig für unverheiratete und „neu zusammengesetzte“ heterosexuelle Paare gelten, denn es geht hierbei in erster Linie um die Kinder, weniger um ihre „Eltern“ (in welcher Definition auch immer).

Unbestritten bleibt für mich jedoch, dass es einer übergeordneten Privilegierung von Müttern und Vätern bedarf, die Nachwuchs selbst zeugen.

Wiederum bedeutet solch ein Schritt keinerlei Verurteilung von Alleinlebenden (zu denen ich selbst gehöre) oder kinderlosen Paaren (die oftmals vollkommen unfreiwillig auf Nachwuchs verzichten müssen); aber im Blick auf die Nachhaltigkeit unseren gesellschaftlichen Fortbestand und seine demografische Versorgung gehört es nach meinem Verständnis zur Normalität, denjenigen ausdrücklichen Dank in Form von öffentlicher Protektion zuzugestehen, die Kinder zur Welt bringen.

Wir sollten uns vergegenwärtigen, dass spezifische Rechtsvorteile für bestimmte Personenkreise keine Diskriminierungen nach sich ziehen, solange es um einen Mehrwert geht, der keine existenziellen Nachteile für den Rest bedeutet.

Entsprechend irritiert mich auch die stetig neu angebrachte Empörung von Interessenvertretern, die fortlaufend???????????????????????????????????????????????????????????? „mehr Rechte“ für Homosexuelle einfordern.

Lobbyisten nutzen Forderungen teils als Machtinstrument

Beobachte ich heute die Aktivitäten dieser Lobbyisten, die sich nach ihren Worten für Schwule, Lesben, Transsexuelle u.a. einsetzen (und in deren Verbänden auch ich temporär mitgewirkt habe) und zu ihrem selbst ernannten Sprachrohr erheben, ereilt mich oftmals der Eindruck, wonach die von dort gewollten Ansprüche nicht in erster Linie für das Wohl der repräsentierten Klientel stehen, sondern als Machtinstrument in der politischen und gesellschaftlichen Auseinandersetzung.

Es ist insgesamt fragwürdig, wenn das stetige Formulieren neuer und weitreichender Zugeständnisse den Beigeschmack erhält, Homosexuelle u.a. wollten weitergehende Berechtigungen erhalten als andere Mitbürger. In Deutschland gibt es zweifelsohne auch heute Stigmatisierung von Menschen abseits der heterosexuellen Orientierung, auch bei „anderen“ sexuellen Neigungen und Identitäten bleibt noch viel Bedarf an Abbau von Barrieren in den Köpfen der Bevölkerung und mancher Politiker.

Menschenrechte Homosexueller sind in Deutschland anerkannt

Insgesamt kann ich aber nicht erkennen, dass in der Bundesrepublik die als elementar zu definierenden Menschenrechte von Homosexuellen u.a. beschnitten werden.

Ich komme hier auf meine obigen Ausführungen zurück: Dem Grundgesetz entnehmen wir ein eindeutiges Verbot an Benachteiligung – dies schließt gemäß meiner Auffassung aber nicht aus, dass wir bestimmten menschlichen Verbindungen eine herausragende Ehrung aussprechen.

Wir verringern dabei nicht den Wert Homosexueller o.a., sondern gestehen über den Mindestanspruch an Rechten für jeden Bürger hinaus eine Begünstigung ein, wie sie auch andere Personengruppen in verschiedenen Gesetzesbereichen selbstverständlich ist. 0022

Unter genannten Klarstellungen sorge ich mich folglich darüber, dass sich auch in der Arbeit der Landesregierung für den Beobachter nicht selten der Eindruck eröffnet, wonach sich verantwortliche Minister und Funktionsträger von der sogenannten „Schwulen- und Lesben-Bewegung“ treiben lassen.

Mit der Keule der „Toleranz“, mit der Drohung, bei kritischem Hinterfragen von mancher Forderung als verächtlich oder inhuman gebrandmarkt zu werden, wird ein Druck aufgebaut, der weit über die aus meiner Perspektive zulässige Lobbyarbeit hinaus geht.

In einem demokratischen und vielschichtigen Miteinander braucht es die Vertretung von Interessen von Minderheiten – aber gleichsam auch den Schutz vor einem Diktat der Weltanschauungen.

Nicht selten erleben wir Homosexualität u.a. in der Außendarstellung als „bunt“ oder „offen“. Dass das legitime und zu unterstützende Bemühen von Interessenverbänden, pluralistische sexuelle Orientierungen als Teil unseres Miteinanders nahbar zu machen, scheitert jedoch immer wieder daran, dass gängige Ressentiments durch eigene Verhaltensweisen gar zusätzlich untermauert werden.

Intoleranz innerhalb der homosexuellen “Szene”

Selbstverständlich kann dies nicht für alle Homosexuellen u.a. angenommen werden – aber der oberflächliche Körperkult, eine Form der Arroganz und der überstrapazierten Selbstwahrnehmung in alleinigem Blick auf sexuelle Leistungsfähigkeit und physisches Aussehen tragen unmissverständlich zu einer Intoleranz innerhalb der homosexuellen „Szene“ bei, denn Respekt und Zuwendung von Würde wird vielen Schwulen und Lesben unter „ihresgleichen“ nur unter dem Maßstab der optischen Perfektion und sexuellen Ausdauerfähigkeit zuteil.

Foto: E. GründlerDass viele Interessenvertreter darüber hinaus vehement daran festhalten, die Segregation in nahezu einer eigenen Parallelwelt fortzuführen, zeigt, dass nicht nur meine Erlebnisse fast schon als strategisch zu betrachten sind: „Du musst weiterhin auf die Tränendrüse drücken. Es geht uns in Deutschland gut. Aber wenn wir mehr wollen, sollten wir auch künftig die Opferrolle einnehmen“, ist mir noch immer eine Aussage eines Aktivisten im Ohr.

Wenn eine Stilisierung und Inszenierung eines Mythos‘ zur Durchsetzung persönlicher Profite missbraucht wird, verliert die Mehrheit in unserem Land zu Recht das Vertrauen in diejenigen, die auf CSD-Kundgebungen bis heute plakatieren, Mitte der Gesellschaft sein zu wollen.

Die ehem. Demonstration, die von der „Christopher Street“ ausging, ist zum Sinnbild dessen geworden, dass Schwule und Lesben weit verbreitete Vorurteile gegenüber ihrer Gruppe noch bestätigen.

Show-Elemente in CSD-Kundgebungen sind kontraproduktiv

Mich wundert tatsächlich nicht, dass die immer öfter dargestellte Ekstase auf solchen Veranstaltungen auf viele Bürger abstoßend wirkt. Wer die „homosexuelle Welt“ auf „Show“ reduziert, macht sich mitverantwortlich am Scheitern ihrer Integration in das bürgerliche Zentrum.

Denn die tatsächliche notwendige Bemühung Schwuler und Lesben zu diesem wechselseitigen Prozedere wird durch bewusste, aber wohl eher wenig Erfolg versprechende Provokation missbraucht und die Möglichkeit ausgelassen, sich als überzeugter Gesprächspartner für politische und gesellschaftliche Dialoge zu positionieren. 

Foto: K. RuprechtManchmal bleibt bei mir die Frage, ob die schwul-lesbische Interessenvertretung überhaupt darauf abzielt, Teil des Miteinanders in unserem Land zu werden – oder ob der Wille nach eigener Wichtigkeit die ewige Rolle in „Opposition“ erklärt.

Nach Jahren der versuchten Balance in Umgang und Offenbarung von sexueller Freizügigkeit gerät unsere westliche Gesellschaft nach meiner Wahrnehmung erneut in Gefahr, diese neuerlich allein unter den Aspekt von „Spaß“, „Grenzenlosigkeit“ und „Abwechslung“ zu stellen. Nahezu dem Leistungsprinzip entsprechend, wird nicht mehr Qualität, sondern Quantität propagiert.

Keine gelenkte Frühsexualisierung von Schülern

Empören wir uns (zu Recht!) immer wieder über ein ausuferndes Maß an Gleichgültigkeit gegenüber Pornografie, wollen wir am besten schon in der Grundschule damit beginnen, Kindern die verschiedenen Sexualpraktiken nahe zu bringen.

Aufklärungsunterrichte können kaum noch früh genug beginnen, manche Organisationen haben gerade im Rahmen des „Bildungsplanes“ für Baden-Württemberg bereits Handreichungen formuliert, die Kindern in der Pubertät die Heterosexualität schlecht reden sollen.

Müssen wir tatsächlich die Entwicklung unserer Kleinsten derart lenken, beeinflussen und beschneiden? Trauen wir ihnen nicht zu, eigene Erfahrungen zu sammeln, um sich in ihrem Prozess der persönlichen Reifung selbstständig sexuell zu orientieren?????????

Auch wenn der Einwand, Kinder könnten unter Anbetracht vorgelebter und propagierter Homosexualität diese auch für sich annehmen (Gerüchte wie „Schwulsein ist ansteckend!“ sind hierfür Ausschlag gebend und müssen mit aller Entschiedenheit verurteilt werden), als vollkommen inakzeptabel zurückzuweisen ist, braucht es gerade in einer objektiven Erziehung das Abbilden von Wirklichkeiten – wozu eben auch der Umstand gehört, dass Homosexuelle weiterhin in einer Minderheit sind, die weder benachteiligt, aber eben auch nicht künstlich aufgewertet werden darf.

Manche Schwulen und Lesben hadern mit ihrer Homosexualität

Wir sind glücklicherweise in der überwiegenden Mehrheit der Gesellschaft so weit, dass wir die unerträgliche Einordnung der Homosexualität u.a. sexueller Orientierungen und Neigungen als „krankhaft“ überwunden haben. Gleichsam will ich aber nicht verschweigen, dass aus meiner eigenen Beratungstätigkeit die subjektive Empfindung erwächst, wonach nicht wenige Schwule und Lesben mit ihrer Homosexualität hadern.

Im Gegensatz zu weitreichenden Darstellungen – auch der Interessenvertreter – ist dieser Umstand eben häufig nicht auf eine gesellschaftliche Diskriminierung zurückzuführen, sondern darauf, sich in der „schwulen und lesbischen Szene“ unwohl zu fühlen, Sehnsucht nach einem Kinderwunsch zu entwickeln oder einer unstrittig in den homosexuellen Kreisen ausgeprägten Verrohung beziehungsweise leichtsinnigen Auslebung des Sexualverhaltens zu entfliehen.

Nachweislich sind also weniger die exogenen als vielmehr die endogenen Faktoren treibende Kraft für die oftmals bis zu psychischen Problemen führenden Unzufriedenheiten von manch Schwulen und Lesben ursächlich. Viele Lobbyisten tragen durch ein vorzeitiges Einklassifizieren seelischer Nöte von Homosexuellen dazu bei, dass der Zugang zu Psychotherapie oder Beratung für die Betroffenen erschwert wird. Trost spenden

Es ist nahezu unverantwortlich, wenn Menschen eingeredet wird, man würde als Schwuler oder Lesbe in ärztlicher oder therapeutischer Behandlung zwingend einen Versuch der „Umpolung“ erfahren und die „Schuld“ für den Gemütszustand liege ausschließlich an der Umwelt, die ausgrenzt und stigmatisiert.

Zweifelsohne gibt es auch heute noch Mediziner und Therapeuten, die Verfahren wie die Konversionstherapie praktizieren. Die Politik, aber auch die Internationale Klassifikation der Krankheiten (ICD-10) lässt allerdings immer seltener Spielräume, solche Formen der Behandlung abzurechnen, noch sie breitflächig zu implizieren. Dort, wo dies dennoch geschieht, muss von Berufskammern eindeutig durchgegriffen werden. Was diese Ausreißer aus der allgemein gültigen Übereinkunft der Wissenschaft betrifft, darf es keine Nachsicht geben.

Homosexuellen bei inneren Konflikten Therapie nicht verweigern

Gleichzeitig wäre es aber fatal, solche Fälle als Argumentationsgrundlage zu verwenden, um homosexuellen u.a. Menschen mit inneren Konflikten therapeutische Hilfe zu verweigern. Der Wunsch nach Veränderung hat oftmals komplexe tiefenpsychologische Gründe, denen sensibel und ernsthaft nachgegangen werden muss.

Dabei gilt – wie bei allen Formen von Beratung, Seelsorge oder Therapie – das Gebot der Ergebnisoffenheit. Entsprechend ist keinesfalls das Ziel einer „Rückkehr zur Heterosexualität“ verbreitet, wie es von Lobbyisten nicht selten bestimmten Kreisen der Psychotherapeuten vorgeworfen wird. Viel eher ist zu hinterfragen, welche Hürden im Wege stehen, um sich selbst und seine eigene sexuelle Orientierung anzunehmen. Dieser Prozess muss im Zweifel einer fachkundigen Begleitung geöffnet bleiben. 

Foto: KOMM-MIT-VerlagIm Übrigen halte ich von der Theorie einer „umkehrbaren Homosexualität“ wenig, da ich endokrine, psychologische und soziale Konstellationen für die Ausprägung der sexuellen Orientierung eines Menschen ursächlich sehe. Eine daraus geformte Persönlichkeit ist nach meinem Verständnis nicht ohne unzulässigen Druck veränderbar – es entspräche auch nicht dem bereits genannten grundgesetzlichen Gebot der Souveränität eines Jeden, sich von außen an ihr „auszuprobieren“.

Anderslautende Meinungen, die oftmals auch auf Botschaften religiöser Schriften beruhen, sind für mich nicht nur als Humanisten, sondern auch im Verständnis der Bibel u.a., nicht gedeckt. Für den Nachweis, dass entsprechende Textstellen über Homosexualität u.a. eine solche eben nicht als beugbare „Sünde“ einordnen, braucht es nicht einmal das Liebesgebot aus 1. Johannes 4, 16. Es reicht ein Blick in die ursprünglichen Originale, die den Zusammenhang belegen, wonach lediglich das unverantwortliche, leichtsinnige und pädophile Ausleben der Sexualität (egal, welcher Zusammensetzung) ein „Gräuel“ darstellt.

Zusammenfassend ermutige ich Sie: Reflektieren Sie stets die auf Sie zugetragenen Forderungen von Interessenvertretern und versuchen Sie, politische Entscheidungen aus einer Metaebene zu bewerten und zu treffen. Bleiben Sie offen für dialogisch vorgebrachte Standpunkte. Und würdigen Sie Argumente aller Beteiligten.

Ich verbleibe mit Dank für Ihre Aufmerksamkeit und bestem Gruß

Dennis Riehle

Berufliche Hompage: http://www.beratung-riehle.de/Dennis-Riehle

Fotos:Dennis Riehle, Archiv, Evita Gründler (Gemälde)


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