Dt. Familienverband: Rentensystem muß fair und familiengerecht umgebaut werden

Das derzeitige Rentensystem steuert auf eine Katastrophe zu. „Wir brauchen dringend eine Rentenreform, die das System auf stabile Beine stellt“, forderte der Präsident des Deutschen Familienverbandes, Dr. Klaus Zeh, aus Anlass des 60. Jahrestages der Einführung der dynamischen Rente. Er fügte hinzu:

Foto: L. Börger„Das bisherige System belohnt Erwerbstätigkeit mit durchgehender Erwerbsbiografie und bestraft Kindererziehung. Mit ihrem Ja zu Kindern sichern Eltern aber die Zukunftsfähigkeit der sozialen Sicherungssysteme und die Innovationsfähigkeit unserer Gesellschaft. Sie machen den Generationenvertrag überhaupt erst möglich! Was Deutschland dringend braucht, ist deshalb ein nachhaltiges und familiengerechtes Rentensystem!“

Die Beitragszahler von heute sorgen dafür, dass die jetzt ältere Generation ihre Rente bekommt. Eltern tun aber nicht nur das, zusätzlich versorgen, bilden und erziehen sie ihren Nachwuchs. Diese Kinder werden einmal die Renten der jetzigen Elterngeneration bezahlen – unabhängig davon, ob die Empfänger Kinder erzogen haben oder nicht.

„Während Eltern die materiellen Lasten der Erziehung tragen, bekommen sie dennoch häufig nur kleine Renten. Kinderlose profitieren von lückenlosen Einkommen und entsprechend hohen Rentenerträgen. An den Kosten des Generationenvertrages beteiligen sie sich nicht. Das ist nicht nur verfassungswidrig, sondern schmerzhaft ungerecht“, kritisiert Dr. Zeh.

Dabei ist die Bundesregierung seit knapp 25 Jahren gehalten, die Benachteiligung von Familien in den Gesetzgebungsverfahren Schritt für Schritt auszuräumen. Zwei wegweisende Urteile des Bundesverfassungsgerichts hatten das schon 1992 („Trümmerfrauenurteil“) und 2001 („Pflegeversicherungsurteil“) geboten.

Doch die Bundesregierung ignorierte die obersten Richter weitgehend. Die Folge: Viele Familien sind von Armut bedroht.

„Diese Armut betrifft vor allem kinderreiche Familien und Alleinerziehende“, betont der DFV-Präsident. „Mütter mit vier Kindern bekommen derzeit durchschnittlich magere 582 Euro Altersrente. Von einer guten Durchschnittsrente können gerade Familien mit mehreren Kindern nur träumen – und das, obwohl sie die eigentlichen Leistungsträger im Rentensystem sind und seinen Fortbestand garantieren“, so Zeh weiter.

„Kinder zu erziehen ist auch eine Arbeitsleistung. Erziehungsarbeit und Erwerbsarbeit müssen endlich in der Alterssicherung gleichberechtigt anerkannt werden, damit Eltern im Alter nicht länger schlechter gestellt sind! Unsere Kampagne „Wir jammern nicht – wir klagen!“ (http://elternklagen.de) setzt genau da an. Sie eint mehr als 2000 Familien, die sich gegen verfassungswidrige Beiträge in den Sozialversicherungen zur Wehr setzen.“

Quelle: Pressemitteilung des Deutschen Familienverbandes


„Gleichstellungspolitik“ verhindert Gleichberechtigung für Familien

Elternliebe wird finanziell bestraft

Die 1997 im Amsterdamer Vertrag auf EU-Ebene vereinbarte „Gleichstellungspolitik“ soll den Eindruck erwecken, es gehe um Gleichberechtigung der Geschlechter.

Die aktuelle Politik hat aber ganz andere Absichten, nämlich die „Gleichstellung“ von Mann und Frau im Erwerbsleben. Dieser Anzug passt kinderlosen Paaren, wird aber für Eltern mehrerer Kinder schnell zur Zwangsjacke. BILD0235

Deutlich wird diese Politik am seit 2007 geltenden Elterngeldgesetz. So erhält z. B. eine Lehrerin, die sich der „Gleichstellung“ verweigert und ein eigenes Kind länger als ein Jahr selbst betreut, bei einem folgenden Kind nur den Mindestbetrag an Elterngeld von 300 € pro Monat.

Hätte sie das ältere Kind nach einem Jahr in eine Krippe gegeben, um wieder voll erwerbstätig zu sein, erhielte sie  1800 €, also den 6-fachen Betrag. So wird Elternliebe regelrecht bestraft.

Die Folgen: Immer mehr Eltern werden im Hamsterrad, das sich „Vereinbarkeit“ nennt, krank. Frühberentungen und Krankschreibungen wegen psychischer Erkrankungen stiegen in den letzten 10 Jahren fast auf das Doppelte, besonders deutlich bei Frauen.*

Erwerbsstress der Eltern und Krippenstress der Kinder belasten das Familienklima. Schon viele Kleinkinder verlieren wegen Mangel an Geborgenheit ihren Lebensmut und haben im Schulalter „keinen Bock“ mehr auf Bildung. BILD0222

Das Elterngeldgesetz diskriminiert ganz offensichtlich die Eltern mehrerer Kinder. Das ist mit Art. 3 des Grundgesetzes (Gleichheit vor dem Gesetz) und Art. 6 (Schutz der Familie) nicht vereinbar.

Aber mehrere Verfassungsbeschwerden wurden von einer dem Senat vorgeschalteten Kammer des Bundesverfassungsgerichts (drei Richter/innen) „nicht zur Entscheidung angenommen“. Begründung: Das Elterngeldgesetz sei zur Durchsetzung der „Gleichberechtigung der Geschlechter“ erforderlich.**

Das ist blanker Zynismus gegenüber Millionen von Müttern, die ihr nach Art. 6, 2 GG verbrieftes Elternrecht wahrnehmen und die Erwerbstätigkeit zugunsten ihrer Kinder einschränken.

Wenn das Bundesverfassungsgericht den Eltern und Kindern ihre Grundrechte verweigert, bleibt nur noch eine Beschwerde beim Menschenrechtsgerichtshof in Straßburg.

Um das finanzieren zu können, hat der Verband Familienarbeit einen Rechtshilfefonds gegründet. Dieser soll zeigen, dass Eltern auch selbst bereit sind, ihre Grundrechte zu verteidigen, wenn das Bundesverfassungsgericht versagt.

Spenden werden erbeten auf das Verbandskonto IBAN: DE47 6949 0000 0025 4109 04, Stichwort: Elterngeld (Volksbank Schwarzwald Baar Hegau).

Anmerkungen:
* Studie der Psychotherapeuten-Kammer zur Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit 2013                                                                                 
** Kammerbeschluss 1 BvR 1853/11 vom 9. Nov. 2011 (Randnummer 18)
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Quelle und Kontakt: Verband Familienarbeit e.V.
Dr. Johannes Resch
Für Rückfragen: Johannes.Resch@t-online.de

 

Bilder: Evita Gründler


Nach 13 Jahren endlich Familiengerechtigkeit in der Rente umsetzen!

Erklärung des Dt. FamilienVerband (DFV) in Baden-Württemberg:

Der DFV fordert seit Jahren, was jetzt auch die Bertelsmann-Stiftung mit der Studie „Familien in der gesetzlichen Rentenversicherung“ festgestellt hat.

„Wer sich für ein Leben mit Kindern entscheidet, leistet sich nicht nur ein Privatvergnügen, sondern legt zum Fortbestand des sozialen Sicherungssystems die wichtige Grundlage mit einem Geld gleichwertigen Beitrag“, so Uto R. Bonde, Landesvorsitzender des Dt.FamilienVerbandes Baden-Württemberg. P1000834

Das ‚Kinderbeitragsurteil’ wurde 2001 vom Bundesverfassungsgericht erlassen und soll jetzt endlich für Frauen umgesetzt werden, die mit der Stichtagsregelung 1992 keine Rentenansprüche geltend machen konnten.

Der DFV begrüßt, dass laut Koalitionsvertrag endlich auch diese Frauen, die vor 1992 Kinder geboren haben, auf der Leistungsseite mehr Gerechtigkeit erfahren sollen.

Endlich soll das 2001 vom Bundesverfassungsgericht verkündete ‚Kinderbeitragsurteils’ von der neuen Bundesregierung umgesetzt werden. Das Urteil hatte vor 13 Jahren entschieden, dass Eltern, die Kinder erziehen und damit einen generativen Beitrag zur Sozialversicherung leisten, nicht mit einem gleich hohen finanziellen Beitrag belastet werden dürfen wie Kinderlose.

Um unsere Sozialversicherungssysteme (Pflege, Rente, gesetzliche Krankenversicherung) zu garantieren, sind diese auf nachfolgende Generationen als Beitragszahler und Pflegende angewiesen. Ohne die Existenz von Kindern und deren Kindererziehung funktionieren die Systeme in Deutschland nicht.

Kinder finanzieren im Erwerbsleben mit ihren Beiträgen die Rentenkasse nicht nur die Altersversorgung ihrer eigenen Eltern, sondern auch die der Kinderlosen aus ihrer Elterngeneration. Weil die Menschen immer älter werden und zugleich immer weniger Kinder geboren werden, werden die Rentenbeiträge bereits ab 2030 ihre gesetzliche Obergrenze von dann 22 Prozent überschreiten und das Rentenniveau wird unter die gesetzliche Untergrenze fallen.

Wie auch die Bertelsmann-Stiftung darstellt, bedienen Eltern zwei Generationenverträge: zum einen zahlen sie  – wie alle Beitragszahler –  an ihre Elterngeneration und gleichzeitig investieren sie aber auch in ihre eigenen Kinder. Und jedes dieser Kinder bringt der Rentenkasse einen Überschuss von 77.000 Euro, während die Eltern mit 8.300 Euro „Mütterrente“ abgespeist werden.

Deutscher Familienverband (DFV) Baden-Württemberg e.V.
mail: info@dfv-familie-bw.de                                  

www.dfv-familie-bw.de
www.dfv-baden-wuerttemberg.de

 


Bertelsmann-Studie: Das heutige Rentensystem ist nicht familiengerecht

Pressemeldung des Verbands kinderreicher Familien:

Durchschnittlich 77.000 Euro zahlt ein heute 13-Jähriger während seines Erwerbslebens in die Rentenkasse mehr ein, als er selbst an Rente beziehen wird.

Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Studie der Bertelsmann Stiftung mit dem Titel “Familien in der gesetzlichen Rentenversicherung: Das Umlageverfahren auf dem Prüfstand.“ ????????

Ihr Verfasser Prof. Dr. Martin Werding bezeichnet das heutige gesetzliche Rentensystem als nicht familiengerecht.

Mit der Gründung einer Familie sowie mit der Erziehung und Ausbildung von Kindern ermöglichen Eltern die Einzahlung in die Rentenkasse von morgen. Allerdings wird diese Leistung für die Zukunft der Gesellschaft Erziehenden bei ihren eigenen Rentenansprüchen nicht angerechnet. Weder erhöht sich ihre Rente noch werden ihre Rentenbeiträge gemindert.

Diese Studie weist nach, dass Eltern durch das derzeitige System der gesetzlichen Rentenversicherung systematisch benachteiligt werden. Ihre Erziehungsleistung wird nicht anerkannt, erklärt Dr. Elisabeth Müller vom Verband kinderreicher Familien Deutschland e.V. 

Kinderreichtum führt zu Benachteiligung

Faktisch wird vom Rentensystem bestraft, wer sich für Kinder entscheidet und damit einen Beitrag für die Zukunft unserer Gesellschaft leistet. Das ist ungerecht und kurzsichtig, so Dr. Müller. 

Die BertelsmannStudie betont zudem die immense Leistung, die gerade kinderreiche Familien für die Zukunft unserer Gesellschaft erbringen, macht Müller deutlich. Doch diese Leistung werde vom jetzigen Rentensystem nahezu übersehen. Deswegen sei es höchste Zeit, dass unser Rentensystem Familie absichert und ihr nicht den Boden entzieht. Eine gezielte Entlastung von Familien und eine garantierte Absicherung von Erziehenden im Alter sei keine Großzügigkeit, sondern eine Investition in die Zukunft, fasst Müller zusammen.

Die Bertelsmann-Studie hebt hervor, dass Kinder in ihrem späteren Erwerbsleben die Alterssicherung ihrer Eltern und die der Kinderlosen finanzieren. Obwohl sie das umlagefinanzierte Rentensystem aufrechterhalten, werden Familien während des Aufwachsens ihrer Kinder überproportional belastet.

Bisherige familienpolitische Maßnahmen genügen nicht

Über ihre Rentenbeiträge finanzieren sie die Generation ihrer Eltern und sie ermöglichen durch Zeit, Energie und Geld ihren Kindern den Start ins Leben. Ferner sind Eltern kinderreicher Familien durch die Kindererziehung häufig über Jahre vermindert oder gar nicht erwerbstätig. Dann sind sie nicht nur finanziell eingeschränkt, sondern sie können auch weniger Rentenpunkte sammeln.

Mit den 156 steuerfinanzierten familienpolitischen Maßnahmen und Bildungsangeboten werden die Kosten, die Familien schultern, nur zu einem geringen Teil abgefedert. Nach Abzug dieser solidarisch aufgebrachten Leistungen würde das besagte 13-jährige Kind immer noch 50.500 Euro Zuschuss in die Rentenkasse einzahlen.

Der Verband kinderreicher Familien Deutschland e.V. fordert deshalb Politiker aller Parteien auf, die von Prof. Dr. Martin Werding im Rahmen der Studie eingebrachten Lösungsvorschläge zu prüfen. Die große Koalition und die klaren Mehrheitsverhältnisse im Parlament würden es ermöglichen, das Rentensystem zu reformieren und es für Familien gerecht zu gestalten, so Müller. Es besteht akuter Handlungsbedarf.

Die genannte Studie Familien in der gesetzlichen Rentenversicherung: Das Umlageverfahren auf dem Prüfstand von Prof. Dr. Martin Werding finden Sie hier.

Das Youtube-Video der Bertelsmann Stiftung mit dem Titel „Rentensysteme unter Druck“ hier:  http://youtu.be/h5d6GeUT_TM

Verband kinderreicher Familien Deutschland e.V. 
Dr. Patricia Arndt 
Korschenbroicher Str. 83  in 41065 Mönchengladbach 
Tel. 02161-3030953
http://www.kinderreichefamilien.de/