Fundierte Fachtagung am 25. Mai in Frankfurt: „Was kommt, wenn Familie geht?“

Von Birgit Kelle (Leiterin von „Frau 2000plus“)

Erstaunlich ist, mit welcher Verve die Politik heute darum kämpft, auch noch das letzte Kind in einer staatlichen Einrichtung unterzubringen, ohne dass man sich große Gedanken darüber macht, welche Auswirkungen das langfristig auf die Kinder und die Gesellschaft hat.

Birgit Kelle

Birgit Kelle

Langzeitstudien aus Deutschland fehlen. Was wir immer mal wieder als sogenannte „Studie“ vorgelegt bekommen, sind in Wahrheit in der Regel schönredende Prognosen und Hochrechnungen.  

Das Familiennetzwerk veranstaltet in Kooperation mit der Universität Frankfurt und dem Institut für Bindungswissenschaften zu genau dieser Thematik eine Fachtagung an der Uni Frankfurt.

Ich würde mich freuen, viele Mitstreiter dort begrüßen zu dürfen.

Unter dem Titel „Was kommt, wenn Familie geht?“ sind zahlreiche Experten aus den skandinavischen Ländern eingeladen, um aus den langjährigen Erfahrungen in ihren Ländern zu berichten.

„Immer mehr Kinder unter drei Jahren werden institutionell betreut. Ab 2013 gibt es in Deutschland einen Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz. Welche Bedeutung und welche Auswirkungen haben solche grundlegenden Veränderungen im Aufwachsen der Kinder auf die gesamte Gesellschaft?

Kann Chancengleichheit erreicht werden? Können Defizite aus den Elternhäusern korrigiert werden? Experten aus den skandinavischen Ländern berichten nach mehr als 25 Jahren Erfahrungen mit „frühkindlicher Bildung“ über die Auswirkungen auf ihre Gesellschaft.“

Die Einladung zu der Veranstaltung finden Sie unter folgendem Link: http://www.familie-ist-zukunft.de/Tagung2013/

Im Anschluss an die Tagung findet am Abend der Festakt zur Verleihung des Matejcek-Preises 2013 an den früheren Arbeitsminister Norbert Blüm statt:

25. Mai 2013, 18:30 Uhr in der Goethe Universität in Frankfurt, Hörsaalgebäude, Hörsaal H (2. Stock), Mertonstr. 17 – 21, 60325 Frankfurt

Um Anmeldung wird gebeten unter info@familie-ist-zukunft.de

Die Teilnahme an der Preisverleihung ist kostenlos.

 


„Was kommt, wenn Familie geht?“ – Staatliche Ersatzlösungen statt Förderung der Originalfamilie

Von Birgit Kelle (Leiterin von Frau 2000plus)

Die für 25. Mai geplante Tagung des Familiennetzwerkes in Frankfurt „Was kommt, wenn Familie geht?“ hat mich mit ihrem Titel dazu inspiriert, darüber nachzudenken, was eigentlich geschieht, wenn Familie nicht mehr da ist?

Dazu der Bericht, den mir eine Leserin zusandte, wonach in Bremer Schulen jetzt Babys auf Besuch in die Schulklassen kommen, damit die Kinder anhand eines kleinen Menschenkindes Mitgefühl lernen. Wie traurig ist das doch!

Birgit Kelle

Birgit Kelle

Es ist ja nichts dagegen einzuwenden, solche Projekte durchzuführen, aber es ist doch schlimm, dass wir anscheinend inzwischen so etwas brauchen, weil Familie zunehmend nicht mehr da ist, Geschwister zunehmend nicht mehr da sind und die Erfahrungen, die Generationen vor uns noch zu Hause machen durften, heute in der Schule professionell vermittelt werden müssen.

Es stellt sich allerdings die Frage, wieso schaffen wir Surrogate und Ersatzfamilien, anstatt die Original-Familie zu unterstützen?

Hier ein Ausschnitt aus meiner Kolumne beim Kulturportal The European:

„Die Mutter soll heute nicht mehr zu Hause sein, sondern berufstätig, dafür haben wir jetzt Tagesmütter, die wir bezahlen. Die Väter fehlen zunehmend in den Familien, es gibt immer weniger männliche Vorbilder, dafür haben wir jetzt das Programm „Mehr Männer in die Kitas“.

Die Kinder haben keine Geschwister mehr, dafür sollen sie jetzt Sozialkompetenzen in der Krippe und in Spielgruppen aller Art lernen. Familien essen immer weniger gemeinsam an einem Tisch, dafür wird das jetzt in kleinen Tischgruppen in der Ganztagsschule vollbracht. Kinder lernen nichts mehr über Lebensmittel und ihre Zubereitung, weil zu Hause keiner mehr Zeit zum Kochen hat, dafür machen wir jetzt Ernährungs- und Kochkurse in der Schule.

Die Kinder kennen immer weniger die Großfamilie, dafür bauen wir jetzt Mehrgenerationenhäuser. Die Kinder kennen keine Großeltern mehr, dafür gibt es jetzt Leihopas und Leihomas, die man engagieren kann. Die Kinder haben zu Hause keine Vorbilder mehr bei berufstätigen Eltern, dafür gibt es jetzt Benimm-Unterricht in der Schule.

So lagern wir Stück für Stück bisherige familiäre Erziehung und soziales Lernen und damit eine gesellschaftliche Selbstverständlichkeit in die Kindergärten und Schulen und somit an den Staat aus.“

Den ganzen Text finden Sie hier:
http://www.theeuropean.de/birgit-kelle/6693-auslagerung-der-kindererziehung-aus-der-familie


Experten üben scharfe Kritik an Kleinkinderbetreuung in Krippen und Kitas: „Emotionale Kindesmißhandlung“

Deutlicher Warnruf des Familiennetzwerks in Deutschland  – unterzeichnet von zahlreichen Medizinern, Pädagogen und Psychologen:

„Kleinstkinder unter drei Jahren sind in Krippen nachweislich chronischem Stress ausgesetzt, der u.a. die Entwicklung des Gehirns beeinträchtigt und so untergräbt, was Menschen freundlich, gelassen, zugewandt, gesund und entspannt sein lässt“, erklärt Prof. Dawirs vom Institut für Bindungswissenschaften.

„Frühkindliche Bildung in Krippen“ ist nach Ansicht zahlreicher Experten eine freie Erfindung und inzwischen im Ganzen gründlich widerlegt.

Trotzdem dient dieser Unsinn weiterhin zur Rechtfertigung einer „kollektiven Kindesmisshandlung“ in Form stunden- und tagelanger aufgezwungener emotionaler Verlassenheit der Kleinkinder in Krippen.

Foto: L. Börger

Für immer mehr Experten ist es daher kaum ertragbar, zusehen zu müssen, wie Milliarden ausgegeben werden, um Kindern zu schaden, statt nachhaltig die Elternkompetenzen zu stärken.

Ab 2013 erhalten nun Eltern, die ihr Kind vernachlässigen, indem sie es in eine Krippe geben, einen Rechtsanspruch auf ca. 1500 Euro pro Monat „Förderung“.

Soviel Geld gibt der Staat pro Kind und Monat aus, um die Unterbringung von Kleinstkindern in Gruppenbetreuung zu finanzieren, anstatt die Eltern mit dieser Summe zu unterstützen.

Wenn sich Politiker wie Frau Nahles, Herr Gysi, Frau Künast, Peer Steinbrück oder Herr Hundt ereifern, den Krippenausbau voranzutreiben, erklären sie damit in aller Öffentlichkeit, dass sie der Schädigung zustimmen und ihnen die Schicksale der Kinder offensichtlich egal sind.

Gerne wird dabei vom Betreuungsgeld als „Fernhalteprämie“ von der Krippe gesprochen. Tatsächlich zahlt der Staat jedoch eine „Fernhalteprämie“ von der Elternliebe in zigfacher Höhe.

Dr. Maaz vom Choriner Institut bestätigt: „In den ersten drei Jahren werden die Weichen gestellt, wie selbstsicher ein Mensch im späteren Leben ist oder wie selbstunsicher, wie einfühlsam und hilfsbereit oder wie hasserfüllt und gewaltbereit, letztlich wie seelisch gesund oder in welchem Ausmaß gestört.“

Politiker, die die Fremdbetreuung von Kindern unter drei Jahren in Krippen fordern, bleiben uns und unseren Kindern die Antwort schuldig, wie sie dies mit sich und ihrem Gewissen vereinbaren können, einen Rechtsanspruch auf nachhaltige Misshandlung von 750 000 Kleinstkindern zu wollen.

Eine finanzielle Förderung einer Betreuungsform, die Kleinstkinder systematisch psychisch krank macht, muss gestoppt werden.

UNTERZEICHNER: Dipl.-med. Bettina Seiser, Bad Blankenburg Dr. med. Raphaela Haberkorn, Bergen (Rügen) Dipl.-Psych. Constanze Pflüger-Sarlan, Berlin Dr. Sabine Stiehler, Dresden Dipl.-Psych. Iris Graurock, Dresden Dr. med. Friederike Beier, Dresden Kinder- und Jugendlichen Psychotherapeutin Sabine Lück, Wendeburg Dipl.-Psych. Christina Weidelt, Halle Dipl.-Psych. Ute Schulz, Halle Dr. med. Ulrike Gedeon-Maaz, Halle Dr. med. Hans-Joachim Maaz, Halle Dr. med. Uta Wiegeleben, Halle Prof. Dr. rer. nat. Ralph R. Dawirs, Erlangen Dipl.-Psych. Elke Stechbarth, Hildburghausen Dipl.-Psych. Ilka Bläß, Leipzig Dipl.-Psych. Susanne Leistner, Leipzig Dr. med. Stephanie Kant, Magdeburg Dr. med. Ines Buchholtz, Magdeburg Dipl.-Psych. Ekbert Kreztschmar, Naumburg Dipl.-Psych. Yvonne Pickenhain, Naumburg Dipl.-Psych. Frank Stechbarth, Suhl Dr. med. Anneliese Merker, Weimar Dipl.-Psych. Anke Borchardt, Leipzig Dipl.-Psych. Jörg Klemm, Jena

 


Der „Frankfurter Appell zum Kindeswohl“ bleibt aktuell: Was brauchen Kleinkinder wirklich?

Hochrangige Experten stellen klar: Kita-Betreuung ist schädlich

Im Mai 2007 tagte ein internationaler Kongreß von Pägagogen, Bindungsforschern und Entwicklungspsychologen zum Thema frühkindliche Erziehung und Kindeswohl, mütterliche Betreuung oder Kita etc.

Veranstalter dieser mit hochkarätigen Fachleuten bestückten Konferenz war das Familiennetzwerk Deutschland  – gemeinsam mit Prof. Johannes Pechstein, den ehem. Direktor des Kinderneurologischen Zentrums Rheinland-Pfalz. 

Über die Auswirkungen und Risiken der frühzeitigen Trennung von Mutter und Kind durch Krippenbetreuung referierten damals in Frankfurt international bekannte Experten, darunter Sir Richard Bowlby, Prof. Gordon Neufeld, Prof. Sulova, Dr. Steve Biddulph, Prof. Ronald Grossarth,   Prof. Theodor Hellbrügge und Prof. Johannes Pechstein.

Tagungsort war die Frankfurter Johann-Wolfgang-Goethe-Universität.

Zum Abschluß der zweitägigen Konferenz wurde der „Frankfurter Appell zum Kindeswohl“ unter großem Beifall der rund 450 Teilnehmer verabschiedet. Hier folgt der Wortlaut des nach wie vor hochaktuellen Aufrufs:

„Der internationale Kongress vom 4./5. Mai 2007 in Frankfurt hat erneut die fundamentale Bedeutung der intensiven Kind-Mutter-Beziehung, vor allem in den ersten drei Lebensjahren bekräftigt. Die Zuverlässigkeit und Dauerhaftigkeit dieser Bindung prägt nachweislich in hohem Maße die emotionale, geistige und soziale Entwicklung für das ganze Leben.

Mutterentbehrung in den ersten drei Lebensjahren gefährdet die störungsfreie Entwicklung des Kindes. Daher dürfen Eltern nicht gedrängt werden, ihr unter dreijähriges Kind aus finanziellen Gründen fremd betreuen zu lassen. Wenn dennoch außerfamiliäre Betreuung notwendig wird, ist einer vertrauten Tagesmutter der Vorzug zu geben.

Denn neueste wissenschaftliche Erkenntnisse belegen: Krippenerziehung bleibt Risikoerziehung.

Wenn Krippenbetreuung unvermeidlich ist, sollten unbedingt ein Betreuungsschlüssel von drei Babys/Kleinstkindern pro Erzieherin und eine mehrmonatige Eingewöhnungszeit mit der Mutter gewährleistet sein.

Wir appellieren an die Gesellschaft und die Politik, Mütter und Väter in dem entscheidenden primären Bindungsprozess mit ihrem Kind zu unterstützen. Der Staat ist aufgefordert, Eltern und Kindern genügend Zeit und Geld zu belassen, bzw. zur Verfügung zu stellen, um jedem Kind die ersten drei Lebensjahre in seiner Familie zu ermöglichen.“