AfD begrüßt Bischof Neymeyers Glückwunsch an (Ex-)Ministerpräsident Kemmerich

Amtseid mit der Formel „So wahr mir Gott helfe!“

Am vergangenen Donnerstag (6.2.) gratulierte der katholische Bischof Neymeyer dem neu gewählten Ministerpräsidenten Thomas Kemmerich (FDP) zum neuen Amt und wünschte ihm „Gottes Segen“. Der Oberhirte von Erfurt erklärte weiter, die Aufgabe eines Ministerpräsidenten bestehe auch darin, „eine Gesellschaft zusammenzuhalten“.  

Der 1965 in Aachen geborene Kemmerich ist praktizierende Katholik und verheirateter Familienvater (6 Kinder). Seinen Amtseid als Ministerpräsident beendete er mit der freiwilligen Zusatzformel „So wahr mir Gott helfe!“

Stephan Brandner ist stellv. Bundessprecher der AfD und Bundestagsabgeordneter, dessen Wahlkreis Erfurt umfasst. Zu Bischof Neymeyers Gratulation an Kemmerich erklärt er:

„Gerade angesichts der Turbulenzen der letzten Tage, die im Ergebnis sogar dazu geführt haben, dass der Ostbeauftragte Hirte wegen bloßer Glückwünsche zum Rücktritt gezwungen wurde, ist es als besonders positiv zu bewerten, dass die katholische Kirche in Thüringen dem politischen Druck nicht nachgibt, Haltung zeigt und sowohl die Notwendigkeit als auch das Gegebensein der bürgerlichen Mehrheit in Thüringen als wichtig für unser Land erkennt“.

Noch vor einiger Zeit habe Bischof Neymeyer sogar die Beleuchtung des Doms gelöscht, als die AfD auf dem Domplatz eine Versammlung abhielt. Dafür war er von Brandner deutlich kritisiert worden.

Der AfD-Parlamentarier schreibt in seiner Pressemeldung weiter:

„Das ist nun Gott sei dank Vergangenheit. Ich bin jetzt froh, dass sich zumindest die katholische Kirche in Thüringen wieder der konservativ-bürgerlichen Werte erinnert und offen dazu steht. Offenbar hat der Bischof auch erkannt, wie wichtig ein nichtsozialistischer Ministerpräsident für Thüringen ist. Ich persönlich fühle mich endlich wieder darin bestärkt, bisher nicht aus der katholischen Kirche ausgetreten zu sein.“


Ein konvertierter katholischer Priester und Familienvater plädiert für den Zölibat

Von Pfarrer Wolfgang Tschuschke

In der gegenwärtigen Diskussion um den Zölibat der Priester wird gerne darauf hingewiesen, dass es ja in der katholischen Kirche schon verheiratete Priester gibt: die unierten Priester der ostkirchlichen Riten und Konvertiten, die vorher ordinierte protestantische Pfarrer waren.

Es würde sich nun nahelegen, diese verheirateten Priester nach ihren Erfahrungen zu fragen und nach ihrer Meinung zum Thema Zölibat aufgrund ihrer Erfahrungen. Ich bin ein solcher verheirateter Priester.

Aber noch nie hat mich jemand nach meinen einschlägigen Erfahrungen gefragt, kein Gläubiger, kein Mitbruder und auch kein Bischof; keiner, der das Argument „es gibt doch schon verheiratete Priester“ für die Abschaffung des Zölibats im Munde führt.

Vielleicht ist es gut, wenn ich nun von mir aus etwas über meine Erfahrungen als verheirateter lutherischer Pfarrer und verheirateter katholischer Priester sage. Ich halte den Zölibat der Priester aus vielerlei Gründen für unverzichtbar. Hier will ich aber nur von meinen persönlichen Erfahrungen reden.

Neun Jahre lang war ich verheirateter lutherischer Pfarrer. Da hat alles zusammengestimmt. Meine Frau war (und ist) für mich eine wunderbare Stütze. Durch die Kinder gab es vielfältige Berührungen und Gemeinsamkeiten mit den Leuten in der Pfarrgemeinde durch Kindergarten und Schule und durch die musikalische Arbeit meiner Fr

Das evangelische Pfarrhaus ist ein sehr überzeugendes und erfolgreiches Modell als Lebens- und Arbeitsform. Für einen evangelischen Pfarrer ist es gut, verheiratet zu sein. Amt und Ehe passen zusammen.

Jetzt bin ich seit 28 Jahren katholischer Priester, zunächst mit verschiedenen kleineren Aufgaben bedacht, dann 13 Jahre als Krankenhausseelsorger, die letzten zwei Jahre im Ruhestand. Meine Grunderfahrung: evangelischer Pfarrer und katholischer Priester sind zwei sehr verschiedene Dinge. Der Priester wird in ganz anderem Maß in Anspruch genommen, und zwar erstens durch Gebet und Gottesdienst und zweitens von den Gläubigen.

Gebet und Gottesdienst: Im Protestantismus gibt es hier keine Verpflichtungen. Freilich soll ein Pfarrer ein Leben des Gebetes führen und mit der Heiligen Schrift leben. Aber er hat keine verpflichtende Regel. Ein durchschnittlich frommer lutherischer Pfarrer beginnt den Tag mit Losung (ein Vers aus dem Alten Testament) und Lehrtext (ein Vers aus dem Neuen Testament) aus dem Herrnhuter Losungsbuch, dazu noch ein kurzes Gebet oder eine Liedstrophe. Zeitbedarf fünf Minuten.

Der katholische Priester ist dagegen zum Stundengebet verpflichtet und wird „nachhaltig eingeladen“ (CIC can. 276), täglich das eucharistische Opfer darzubringen. Der Zeitbedarf für Stundengebet und Messe: zwei Stunden.

Aber nicht nur ein bestimmtes Zeitquantum wird durch Gebet und Gottesdienst beansprucht. Vielmehr soll das Stundengebet den ganzen Tag heiligen und strukturieren, von der Frühe bis zur Nacht. Im Kloster lässt sich das leicht verwirklichen. Für einen in der Seelsorge tätigen Priester ist das schon schwieriger. Und für einen verheirateten Priester erst recht.

Evangelischer Pfarrer und katholischer Priester werden zweitens in sehr unterschiedlichem Maß durch die Gläubigen in Anspruch genommen. Es sind vor allem die drei Sakramente Eucharistie, Beichte und Krankensalbung, zu deren Spendung der katholische Priester immer bereit sein muss.

Als Krankenhauspfarrer habe ich knapp 400 Krankensalbungen pro Jahr gespendet oder, wie man heute sagt, gefeiert; die meisten als Sterbesakrament – „letzte Ölung“. Zu jeder Tages- und Nachtzeit, denn die Menschen halten sich beim Sterben nicht an irgendwelche Bürozeiten.

Evangelische Christen haben dieses Sakrament nicht und können im allgemeinen gut ohne Pfarrer sterben. Nur in seltenen, besonderen Fällen lassen sie den Pfarrer oder die Pfarrerin holen.

Die Beichte ist nicht abgeschafft im Protestantismus. In den neun Jahren als evangelischer Pfarrer habe ich im ganzen eine Beichte gehört. In meinen ersten neun Jahren als katholischer Priester waren es einige tausend. Und das gerne zu familienunfreundlichen Zeiten, z. B. Samstag von 19 bis 22 Uhr.

Schließlich die Eucharistie. Weil immer noch recht viele Katholiken dem Sonntagsgebot der Kirche folgen, ist der katholische Priester sonntags in stärkerer Weise gefordert als sein evangelischer Kollege. Ich habe durchgehend an jedem Sonntag drei oder zwei Gottesdienste zu halten gehabt. Familienfeste, Familienbesuche? Da musste ich Vertretungen besorgen, und das war nicht immer leicht. Mein evangelischer Kollege dagegen hielt vierzehntäglich Gottesdienst – an jedem zweiten „Wochenende“ war er frei.

Ich will mit dem allem nicht sagen, dass evangelische Pfarrer weniger tun als katholische. Durchaus nicht. Aber sie sind in ihrem Tun viel weniger fremdbestimmt. Und das macht ihren Beruf familienfreundlich.

Die Zeiten ändern sich. Katholische Priester gleichen sich mehr und mehr ihren protestantischen Kollegen an. Eine große Befragung von Priestern in den Jahren 2012 bis 2014 hat gezeigt, dass ein Viertel der Priester selten oder nie das Stundengebet verrichtet. Zunehmend verzichten die Mitbrüder auf die tägliche Zelebration der hl. Messe.

Auch das Kirchenvolk passt sich den protestantischen Mitchristen immer mehr an. Sonntagspflicht, Sakramentenempfang? Mit der Verflüchtigung des traditionellen katholischen Milieus werden Fremdworte daraus, und damit nimmt auch die Beanspruchung der Priester ab.

Ich befürchte, dass man bei dieser Entwicklung die Verpflichtung zum Zölibat schließlich nicht mehr aufrecht erhalten kann. Ob man damit aber eine nennenswerte Zahl von jungen Männern (oder demnächst auch Frauen) für den Priesterberuf gewinnen kann, möchte ich angesichts der Krise des Pfarrer- bzw. Pfarrerinnennachwuchses im Protestantismus durchaus bezweifeln.

Aber ich wollte ja von meinen Erfahrungen berichten und nicht meine Prognosen ausbreiten. Ich habe das Glück, dass meine Frau meinen Beruf mitträgt. In unseren Anfangszeiten war sie mit Leib und Seele Pfarrfrau. Die Konversion war ein gemeinsamer Weg, und jetzt trägt sie geduldig alle Einschränkungen des Familienlebens, die mein Priesterberuf mit sich bringt.

Ja, in mancher Hinsicht geht sie mir im geistlichen Leben voran. Eine Priesterehe ohne diese geistliche Übereinstimmung? Das kann ich mir schlechterdings nicht vorstellen. Aber ich kenne evangelische Ehen, wo die Frau mit dem Pfarrerberuf ihres Mannes nicht eigentlich etwas zu tun haben will.

Eine Beobachtung will ich schließlich noch anführen. In meiner Kindheit und Jugend, als Student und als junger Pfarrer bin ich vielen evangelischen Pfarrern begegnet. Sie haben mich vielfältig angeregt und vorangebracht in meinem Glauben und Denken. Drei von ihnen aber haben mir nicht nur Anregungen gegeben, sondern einen prägenden Einfluss auf mich ausgeübt, und ich denke, dass ich ohne sie nicht katholisch geworden wäre. (Mich katholisch zu machen, war keineswegs ihre Absicht; sie selbst sind diesen Weg nicht gegangen.)

Diese drei für mich so wichtigen Pfarrer waren zölibatär lebende Geistliche. Im Protestantismus ist der Zölibat ja nicht verboten. Sie hatten gerade als Unverheiratete die Zeit und die Freiheit, sich um einen Schüler, Studenten und schließlich um einen jungen Mitbruder zu kümmern. Sie waren geistlich sehr profilierte Persönlichkeiten, die insofern für mich als jungen Menschen große Anziehungskraft besaßen.

Dass es gerade zölibatär lebende Pfarrer waren, die dieses geistliche Profil haben, will mir nicht als Zufall erscheinen.


Joseph Roth aus Köln: ein katholischer Familienvater und Märtyrer in der NS-Diktatur

Von Dr. Eduard Werner

Joseph Roth (siehe Foto) war Volksschullehrer und stammte aus einer katholischen Familie in Köln. Drei seiner Brüder waren Priester und eine Schwester von ihm war Ordensfrau.

Mit seiner Frau Katharina und seinen drei Kindern lebte Joseph Roth in Friesdorf bei Bonn. Neben seiner Familie und seiner Berufstätigkeit fand er auch noch Zeit für die Politik. Er hatte Funktionen in der katholischen Partei „Das Zentrum“. Er war Mitglied im Kreistag Bonn-Land und auch Mitglied im Kreis-Ausschuss.

Für den Katholiken Joseph Roth war von Anfang an klar, dass der „neuheidnische Nationalsozialismus“ mit christlichen Wertvorstellungen nicht vereinbar ist. Überdies hatten die Bischöfe schon 1932 in kirchlichen Rundschreiben bereits verboten, die Nationalsozialisten zu wählen. Diese Überzeugung vertrat Joseph Roth in der Öffentlichkeit.

Der monatliche Empfang des Beichtsakramentes und der Kommunion waren damals wie in vielen katholischen Familien auch in der Familie Roth selbstverständlich.

Als die Nationalsozialisten 1933 die Macht übernommen hatten, rächten sie sich an ihren weltanschaulichen Gegnern. Auch Joseph Roth wurde gezwungen, vorübergehend aus dem Schuldienst auszuscheiden.

Nur mit Unterstützung seiner Schwiegereltern und durch Artikelschreiben in den wenigen noch nicht verbotenen Zeitungen konnte er seine Familie ernähren. Seine Texte durften nur unter einem Pseudonym erscheinen. #

Von den Nationalsozialisten in seinem Wohnort Friesdorf wurde die Familie Roth heftig angefeindet. Eines Nachts wurden sogar ihre Fenster eingeschlagen und beide Eltern durch Steinwürfe verletzt.

BILD: Buchtitel unseres Autors Dr. Eduard Werner: „Helden und Heilige in Diktaturen“ (Media-Maria-Verlag)

Da tat Roth etwas Außerordentliches: Um seiner Familie etwas Ruhe zu verschaffen, stellte er einen Aufnahme-Antrag in die NSDAP. Solche Schutzversuche hatten in manchen Fällen zwar Erfolg, aber bei einem so bekannten Katholiken wie Joseph Roth lehnte die NSDAP den Aufnahme-Antrag sofort ab. Die Familie musste weiter leiden.

Erträglicher wurde das Leben für die Familie Roth erst, als am 1. September 1939 der Krieg ausbrach. Das Militär brauchte Joseph Roth als Soldaten. Nach einer kurzen Verwendung als Soldat kam er wieder nach Hause, weil er noch an einer Verwundung vom Ersten Weltkrieg her litt. Auch als Lehrer wurde er nun wieder eingestellt.

Das ging gut bis zum Stauffenberg-Attentat am 20. Juli 1944. Nun wurden viele politisch verdächtige Personen verhaftet. Am 22.8.1944 traf es auch Joseph Roth.

Morgens um 4 Uhr wurde er von der Gestapo vor den Augen seiner Frau und seiner Kinder aus dem Bett geholt und in Handschellen abgeführt. Der Sohn Wilhelm wurde einige Tage später vom Gymnasium weg gewiesen.

Nach einem Gefängnisaufenthalt in Köln kam Roth ins KZ Buchenwald. Dort wurden an ihm medizinische Versuche durchgeführt. Todkrank wurde er dann nach Hause entlassen. Am 22. Januar 1945 starb er.

Nun verlangten Parteidienststellen, dass der Tod als Folge von Bombenangriffen dargestellt werde. Sie verweigerten auch die Bereitstellung eines Leichenwagens. Treue Freunde schafften den Sarg frühmorgens auf Schlitten auf den Friedhof und nahmen die Bestattung in aller Stille vor.

Was mussten damals auch Katholiken unter Hitlers Terrorsystem nicht alles erleiden! Wer selbst nie in einer Diktatur gelebt hat, kann den Mut der Bekenner und den Hass ihrer Gegner kaum gerecht beurteilen.

Eduard Werner ist Historiker und Mitarbeiter der katholischen Monatszeitschrift DER FELS – Erstveröffentlichung des Beitrags hier: http://blog.forum-deutscher-katholiken.de/?p=10195


Seliger Pfarrer Emilian Kowcz: Märtyrer der katholischen Ostkirche und Retter der Juden

Von Felizitas Küble

Der katholische Priester Emilian Kowcz aus der Ukraine, der am 24. April 2001 von Papst Johannes Paul II. in Rom seliggesprochen wurde, ist ein wahrer „Pontifex“, ein Brückenbauer zwischen den Völkern; als Retter vieler Juden in schwerer Zeit dient er zugleich der Verständigung zwischen Katholiken und Juden.

Außerdem gehörte der Priester (auf ukrainisch hieß er Omeljan Kowtsch) zur griechisch-katholischen Kirche des orthodoxen (ostkirchlichen) Ritus, die seit Jahrhunderten mit Rom verbunden ist (unierte Kirche).

Der am 25. März 1944 im KZ Majdanek verstorbene Geistliche wurde am 24. April 2009 in Kiew feierlich zum „Patron der Seelsorger“ für die katholisch-ukrainische Ostkirche ernannt.

Bereits 10 Jahre zuvor, am 9. September 1999, proklamierte der „Rat der Juden“ in der Ukraine den Märtyrerpriester zum „Gerechten der Ukraine“.

Katholiken und Juden sind sich einig in der Wertschätzung und Würdigung dieses vorbildlichen Pfarrers, dessen Leben und Wirken geprägt war von seinem seelsorglichen Einsatz für die katholischen Gläubigen, aber auch von seiner Wertschätzung der Juden, in denen er das „Volk des Alten Bundes“ erkannte und ihnen ihren Messias Jesus Christus nahebringen wollte.

Der am 20. August 1884 in Kosmach (Galizien, Westukraine) geborene Emilian Kowcz studierte in Lemberg und Rom. Nach erfolgreichem Abschluß kehrte er in die Ukraine zurück und heiratete, wie dies in der griechisch-katholischen Ostkirche vor der Priesterweihe üblich und kirchenrechtlich erlaubt ist; seine Ehe wurde mit sechs Kindern gesegnet.

1911 erhielt Emilian Kowcz die Priesterweihe; er war zunächst als Kaplan und danach als Militärgeistlicher tätig.

Ab 1922 wirkte er als Pfarrer in einem Lviver (Lemberger) Bezirk, wobei er mehrfach von der polnischen Besatzungsmacht verhört und verhaftet wurde. Allein von 1925 bis 1934 wurde sein Pfarrhaus ca. 40 mal nach „antipolnischem Propagandamaterial“ durchsucht, was mehrere Gefängnisaufenthalte zur Folge hatte. Die Situation wurde nicht einfacher, nachdem dieses Gebiet 1939 von den Sowjets besetzt wurde.

Die Menschen in seinem Gemeindebezirk Peremyshljany setzten sich etwa zu gleichen Teilen aus Polen, Ukrainern und Juden zusammen. Als deutsche Truppen 1942 in die Stadt einmarschierten, wurde die rote Diktatur durch eine braune ersetzt, der International-Sozialismus durch den National-Sozialismus; der Kirchenhaß blieb unter dem Hakenkreuz im wesentlichen derselbe wie unter dem Sowjetstern.

Die Nazis richteten ein Ghetto für Juden ein und führten weitere antijüdische Maßnahmen durch, womit sich Pfarrer Emilian keineswegs abfand, wobei ihm seine Furchtlosigkeit später das Leben kosten sollte.

Als die NS-Schergen ausgerechnet an einem Sabbat Sprengstoff in die mit betenden Menschen gefüllte Synagoge warfen und danach die Tür von außen verriegelten, eilten Nachbarn zu Pfarrer Emilian und schilderten ihm diese Greueltat. 

Sofort rannte der Priester mit einigen Helfern zum Tatort. Da er gut deutsch sprach, schrie er die Nazi-Aktivisten derart an, daß diese sich verunsichert von der Synagoge zurückzogen.

Zusammen mit seiner Helferschar riß er die Tür des brennenden Gebetshauses auf und rettete viele Juden vor den Flammen, auch den Rabbi von Bels. Zudem warnte er seine Gläubigen in Predigten und Exerzitien davor, sich von judenfeindlichen Parolen und Provokationen der neuen Machthaber beeinflussen zu lassen.

Die Rettungsaktion des unerschrockenen Geistlichen sprach sich bei Juden in der Region überall schnell herum. Nicht nur einzelne, sondern ganze Gruppen von Juden kamen zu ihm und wollten sich taufen lassen. Manche waren von seiner christlichen Haltung und seinem tapferen Format beeindruckt und wollten daher das Christentum dieses ungewöhnlichen Mannes kennenlernen; andere glaubten, sich durch die Taufe vor der Judenverfolgung schützen zu können.

BILD: Der leidende Christus mit einem jüdischem Gebetsschal in der Sankt-Bernhard-Kirche von Münster

Pfarrer Emilian befand sich im Dilemma: einerseits wollte er gerne Juden retten, andererseits ist die Taufe kein „Mittel zum Zweck“, um vor dem KZ zu bewahren. Auch jene Juden, die sich als innerlich aufgeschlossen für das Christentum erwiesen, bedurften immerhin einer theologischen Vorbereitung.

Nach langem inneren Ringen und einem Gespräch mit seinem griechisch-katholischen Metropoliten entschied sich der Priester für einen „mittleren Weg“, nämlich für die Taufe von Juden zu „Minimalbedingungen“: wenn diese zum Erlernen des Glaubensbekenntnisses bereit waren.

Er erklärte den taufwilligen Juden aber auch, daß der Eintritt in die Kirche sie nicht automatisch vor dem KZ bewahren wird, da die braunen Machthaber auch Judenchristen verfolgten, allerdings nicht im gleichen Ausmaß wie ungetaufte Juden.

Auch dieser Einsatz des Priesters für bedrängte Juden war der NS-Besatzung ein Dorn im Auge. Am 30. Dezember 1942 wurde Pfarrer Emilian ins Gefängnis nach Lviv (Lemberg) gebracht. Dort bot ihm ein Offizier der Gestapo (Geheime Staats-Polizei) die Freilassung an, wenn er das Taufen von Juden beende:

„Wissen Sie nicht, daß es untersagt, ist, Juden zu taufen?“
„Nein.“
„Wissen Sie es jetzt?“
„Ja.“
„Werden Sie weiter Juden taufen?“
„Natürlich.“

Daraufhin verlegte man den „Unbelehrbaren“ ins KZ Majdanek bei Lublin, das erste KZ der SS im besetzen Polen. Dort setzte er seine Seelsorge unter den Mitgefangenen fort, hörte die Beichte von Häftlingen, segnete Kranke und Leidende und feierte heimlich den Gottesdienst in der byzantinischen Liturgie. Er wollte für möglichst viele Menschen eine „Brücke in die Ewigkeit“ sein, ihnen Glaubensmut und Gottvertrauen zusprechen und die Sakramente spenden.

Nach Weihnachten 1943 erkrankte er schwer und wurde ins Lager-Lazarett verlegt, wo er am 25. März 1944 verstarb, angeblich an den Folgen einer Thrombose im rechten Bein. Andere Quellen sprechen von einem Tod in der Gaskammer. Wie dem auch sei: Es war der Heimgang eines heldenmütigen katholischen Priesters und Brückenbauers zwischen den Völkern sowie zwischen Christen und Juden.

Der Märtyrer Emilian Kowcz wurde durch Papst Johannes Paul II. im Jahre 2001 in Kiew zusammen mit 26 Opfern des sowjetischen Regimes seliggesprochen; er war der einzige der 27 Kanonisierten, der von den Nationalsozialisten umgebracht wurde.
Sein kirchlicher Gedenktag ist  – wie bei den meisten Seligen oder Heiligen – sein Todestag, nämlich der 25. März.
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Erstveröffentlichung dieses Artikels in der Monatszeitschrift DER FELS (Nr. 7/2011)  –  1. Foto: Joachim Schäfer – www.heiligenlexikon.de 

USA: Ex-Abtreibungsarzt Anthony Levatino spielt sich selbst im Kino-Hit „Unplanned“

Der Gynäkologe Anthony Levatino führte schon früh in seiner ärztlichen Laufbahn rund 1.200 Abtreibungen durch. Dann erlebte er einen atemberaubenden Sinneswandel. Verzweifelt änderte er sein Leben und wurde zu einem Verfechter des Rechts auf Leben.

Immer neue Tatsachen werden rund um den in den USA erfolgreichen Film «Unplanned» bekannt. Dadurch kommt die Geschichte von Levatino erneut ins Gespräch. Der heute noch als Mediziner tätige Levatino spielt in «Unplanned» sich selbst, denn einst arbeitete er als Abtreibungsarzt – ähnlich wie die Hauptperson Abby Johnson, die Leiterin in einer Abtreibungsklinik war.

Levantino führte damals eine Abtreibungspraxis. Gleichzeitig bekamen er und seine Frau keinen Nachwuchs. Das Paar adoptierte ein Kind. Doch bald danach wurde seine Frau schwanger. Als Familienvater mit Sohn und Tochter führte er weiter Abtreibungen durch – bis Tochter Heather mit fünf Jahren mit tödlichem Ausgang von einem Auto angefahren wurde.

BILD: Das Buch von Abby Johnson „Un-Planned“ (Ungeplant) wurde inzwischen verfilmt

Als er seine Arbeit wieder aufnehmen sollte, fühlte er sich krank bei dieser „Tätigkeit“. Ein paar Monate später hörte er auf, Abtreibungen im zweiten Trimester durchzuführen.

Bald hörte er ganz auf: «Sobald man herausfindet, dass es falsch ist, ein Baby von der Grösse einer Hand zu töten, braucht man nicht lange, um zu erkennen, dass es egal ist, wie gross es ist. Es ist immer noch ein Sohn oder eine Tochter.»

Quelle (Text / 1. Foto): https://www.jesus.ch/themen/people/erlebt/345016-die_wahre_geschichte_des_abtreibungsarztes_von_unplanned.html


Ehem. evangelischer Pfarrer Hartmut Constien ist katholischer Priester geworden

Der protestantische Pfarrer Hartmut Constien ist mit seiner Frau (einer Theologin) und den drei Kindern am 1. September 2014 in die katholische Kirche eingetreten.

Der Konvertit (siehe 1. Foto) wirkte zuvor als Pastor der theologisch konservativen, lutherischen Freikirche SELK (Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche) in Mittelhessen. Er war Jugendpfarrer für den SELK-Kirchenbezirk Hessen-Süd und Pfarrer der SELK-Paulusgemeinde in Allendorf bei Wetzlar.

Nach seinem Übertritt 2014 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut Papst Benedikt XVI. in Regensburg. Zugleich studierte er katholische Theologie im österreichischen Stift Heiligenkreuz, einer päpstlichen Hochschule.

Am 30. Juni 2018 wurde der inzwischen 41-jährige Familienvater in Regensburg von Bischof Rudolf Voderholzer (siehe 2. Foto) zum Priester geweiht.

Wenn evangelische Pastoren, die zur katholische Kirche übertreten, zum Priester geweiht werden, sind sie nicht an den Zölibat (Ehelosigkeit, Enthaltsamkeit) gebunden. Diese Sonderregelung gilt seit langem, nicht etwa erst seit dem 2. Vatikanischen Konzil.

Die WochenzeitungDie Tagespost“ berichtet zudem am 27. Juni 2018:

„Wie Constien in einem Interview mit „katholisch.de“ erzählt, merkte er in seiner Zeit als evangelischer Pastor immer stärker, wie seine Art zu glauben und den Glauben zu leben, katholisch ist.

Wie Constien betont, wurde er nicht mit dem Ziel katholisch, unbedingt auch Priester werden zu müssen. „Ich wollte vor allem katholisch sein“.

Besonders fasziniert Constien am katholischen Glauben die weltumspannende  und die Geschichte überdauernde lebendige Gemeinschaft. „Dieses Bewusstsein der sichtbaren Einheit der Kirche gibt es in den evangelischen Kirchen so nicht.“

Für den ehem. evangelischen Pastor ist  – so die DT  – der gemeinsame Kommunionempfang „nur der Endpunkt der Ökumene“: 

„Er selbst habe vor seiner Konversion bewusst auf den Empfang der Eucharistie verzichtet, obwohl er in dieser Zeit „wirklich einen eucharistischen Hunger“ verspürte. So „wurde bei meiner Konversion der erste Empfang der Kommunion zum sichtbaren Ausdruck: Jetzt bin ich Teil der katholischen Kirche!“

1. Foto: https://www.bistum-regensburg.de/news/am-30-juni-2018-ist-priesterweihe-die-weihekandidaten-stellen-sich-vor-6103/


Der ehem. CDU-Politiker Martin Hohmann ist jetzt als AfD-Abgeordneter in Berlin

Martin Hohmann, Jurist und Familienvater mit drei Kindern, ist politisch kein unbeschriebenes Blatt. Der gläubige Katholik war erst Bürgermeister von Neuhof bei Fulda, danach langjähriger Bundestagsabgeordneter der CDU.

Er galt in Lebensrechtskreisen und bei konservativen Christdemokraten als „unser Mann“, als grundsatztreuer Parlamentarier mit Mut und Geradlinigkeit. Seine Reden und Aussagen zu Ehe und Familie, zu christlichen sowie patriotischen Grundsätzen waren ebenso klar wie seine unmißverständliche Ansage gegen die Islamisierung Deutschlands, Abtreibung und Homo-Ehe.

Als der mit großem Erfolg stets direkt gewählte Abgeordnete aus dem Wahlkreis Fulda zum Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober 2003 eine geschichtspolitische Rede hielt, gab es einen großen Knall, denn das linke Lager sah seine Stunde gekommen, um einen monatelangen Vernichtungsfeldzug  samt „brauner Keule“ gegen den unliebsamen Konservativen zu führen.

Jene „umstrittene“ Ansprache Hohmanns ist jedoch  –  liest man sie vollständig und nicht etwa nur herausgerissene Sätze  – keineswegs antisemitisch. Hohmann wandte sich nämlich grundsätzlich gegen jede Kollektivschuldthese, unabhängig davon, wer auch immer damit traktiert wird. Daher sein Fazit: „Weder die Deutschen noch die Juden sind ein Tätervolk.“  – Immerhin war Hohmann zuvor als Freund jüdischer und israelischer Anliegen bekannt; als Bürgermeister machte er sich z.B. um die Pflege des jüdischen Friedhofs verdient. 

Auch wenn der hessische Christdemokrat damals parteipolitisch den Kürzeren zog, so wehrte er sich juristisch in zahlreichen Fällen erfolgreich gegen die gegen ihn gerichteten Falschmeldungen. Dabei wies er diverse Presseorgane in ihre Schranken, darunter die „taz“, die Frankfurter Rundschau, den Hessischen Rundfunk, die FAZ, das Homosexuellenorgan „Queer“, den „Stern“, den „Spiegel“ sowie einzelne Politiker (z.B. Bodo Ramelow von der Linkspartei).

BILD: Hohmann führte seinen AfD-Wahlkampf über Hessen hinaus – hier mit dem bayerischen Spitzenkandidaten Hebner

Es geht hier momentan aber nicht darum, jene Verleumdungskampagne gegen Hohmann aus dem Jahre 2003 und 2004 auseinanderzubröseln, die zu seinem unfairen Ausschluß aus der CDU-Bundestagsfraktion führte.

Schon damals hatte sich Kanzlerin Merkel als CDU-Chefin der linken Medientreibjagd sofort angeschlossen und die infame Ausgrenzung des konservativen Parlamentariers vorangetrieben.

Ob es Merkel paßt oder nicht: Genau jener Hohmann sitzt jetzt nach einer längeren Pause wieder im Deutschen Bundestag – diesmal freilich als Vertreter der AfD.

Der bisherige AfD-Ratsherr von Fulda gelangte durch die hessische Landesliste (er war auf Platz 6 der AfD-Kandidaten) ins Parlament. Auch sein Erststimmen-Ergebnis von 15,8 % in seinem Fuldaer Wahlkreis 174, das er aus dem Stand erreichte, ist sehr beachtlich und liegt weit über dem Kandidaten-Durchschnitt. 

HIER weitere Infos über den erfahrenen Parlamentarier auf seiner Webseite: https://mahofd.wixsite.com/martinhohmann-afd
HIER sein Eindrücke und Erfahrungen mit Erzbischof Johannes Dyba: https://charismatismus.wordpress.com/2015/11/07/der-fuldaer-bischof-johannes-dyba-war-ein-stueck-vom-felsen-petri/
HIER eine ausführliche Rede Hohmanns gegen die Massenabtreibung als „Supergau“: https://charismatismus.wordpress.com/2011/09/05/martin-hohmann-%E2%80%9Emassenabtreibung-ist-ein-moralischer-supergau%E2%80%9C/

 

 


Pakistan: Evangelischer Familienvater wegen „Islamkritik“ festgenommen

Der evangelische Christ Babu Shahbaz aus Kamahan in der Nähe von Lahore wurde wegen angeblicher Blasphemie (= Islamkritik) von der pakistanischen Polizei festgenommen. csm_igfm_poster_art-09_6946dac2d0

Am 30. Dezember 2016 wurde gegen Shahbaz auf der Grundlage des sog. Blasphemieparagraphen 295b Anzeige erstattet. Der Muslim Haji Nadeem beschuldigt den Christen, Seiten aus dem Koran ausgerissen und auf die Straße geschmissen zu haben.

Der 41-jährige Shahbaz ist verheiratet und hat drei Kinder. Während der vergangenen 15 Jahre lud er immer wieder zu Gebetstreffen in seinem Haus ein. Viele Christen und Muslime nehmen an den Veranstaltungen teil und bitten um einen besonderen Segen.

Die wachsende Beliebtheit von Babu Shahbaz war jedoch vielen Muslimen ein Dorn im Auge.

Quelle: Vatikanischer Fidesdienst  – Foto: HMK


Jahrelang vermißter Familienvater aus Münster taucht in bayerischer Höhle auf

Pressemitteilung der Polizei Münster:

Ein seit September 2014 vermisster Münsteraner ist am Mittwoch (21.12.) durch Polizisten in einem Waldstück bei Pentling (Bayern) aufgefunden worden. Der jetzt 65-jährige Münsteraner lebte dort nach eigenen Angaben seit mehreren Monaten in einer Höhle an einem Berghang. Polizei

Die freudige Nachricht, dass er zwischenzeitlich Vater eines Sohnes geworden ist, überbrachten ihm die Beamten der bayrischen Polizei heute (22.12.). Der damals 63-jährige Münsteraner war von seiner Ehefrau im Jahr 2014 als vermisst gemeldet worden.

Aufgrund diverser Vorerkrankungen suchte die Polizei Münster lange Zeit nach dem Verschwundenen. Hinweise auf ein Gewaltverbrechen lagen zu keiner Zeit vor. Alle Hinweise auf mögliche Aufenthaltsorte verliefen im Sande.

Warum der Mann seine damals schwangere Ehefrau verlassen hat, ist bis heute nicht bekannt. Der Münsteraner wird zurzeit in einer städtischen Unterkunft in Pentling betreut.


Israel: Islamischer Terroranschlag tötet zehnfachen Familienvater und Rabbiner

Bei einem Terroranschlag in der Nähe von Hebron ist am Freitagnachmittag der zehnfache Vater Rabbiner Michael “Miki” Mark (48 J.) getötet worden. Seine Frau wurde schwer verletzt. Zwei der Kinder, die mit im Auto saßen, wurden ebenfalls verletzt.

Das Auto war von Terroristen aus einem vorbeifahrenden Wagen heraus beschossen worden und hatte sich danach überschlagen. Ein palästinensisches Paar, das das Wrack als erstes sah, leistete Erste Hilfe und rief den Krankenwagen.

BILD: Das Auto der Familie nach dem Anschlag (Foto: IDF)

Die palästinensische Terrororganisation Hamas lobte den Anschlag als Antwort auf „Verbrechen gegen das palästinensische Volk“.

Der Mord ereignete sich nicht weit von dem Ort, an dem am Morgen zuvor ein 13-jähriges Mädchen von einem jungen palästinensischen Attentäter in ihrem Bett erstochen worden war.

Am Freitag wurde außerdem eine Vorschule in dem Ort Sderot von einer Rakete getroffen, die aus dem Gazastreifen abgefeuert worden war.

Quellen. Außenministerium des Staates Israel / Times of Israel